RPG Blog-o-Quest Dezember 2018 (39): Ausblick 2019

Und da ist auch schon wieder Dezember und das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Natürlich wird es auf diesen Seiten in der schönen Zeit „zwischen den Jahren“ wieder einen umfassenden Rück- und Ausblick geben, doch das soll mich natürlich nicht daran hindern, auch die diesmonatige RPG-Blog-O-Quest zu beantworten. Die Fragen stammen von Mastermind Greifenklaue und er bittet um einen Ausblick auf das folgende Jahr.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. In Zukunft sollen wir sogar alle fleißig mitgestalten! Nun aber auf an die aktuellen Fragen!

1.) Von der RPG-Top Ten-Liste des Goldenen Stephan kenne ich ___ Produkte. Am besten davon halte ich ________, weil _________________. (Alternativ: Dort vermisse ich definitiv ____, weil _________________.)
Von der RPG-Ton-Ten-Liste des Goldenen Stephan kenne ich neun Produkte. Allerdings kenne ich nur in einem Fall (Geh nicht in den Winterwald) das komplette Grundregelwerk. Sechs mal konnte ich allerdings Schnellstarter (Seelenfänger) besprechen, mich intensiv durch Podcasts oder Blogs mit dem System beschäftigen (Dungeon World, Dread, Wearing the Cape), die Vorgängerversion und den Schnellstarter testen (HeXXen 1733) oder immerhin den Schnellstarter lesen (New Honk Kong Story). Meine Kenntnis von Mutant Jahr 0 und Sprawl beschränkt sich auf die Infos aus den Kickstartern, weil die Systeme mich nicht anfixen konnten. Einzig „Alice im Düsterwald“ sagt mir gar nichts.
Am besten davon halte ich „Geh nicht in den Winterwald“, weil es ein absolut großartiges Erzählspiel ist, mit dem ich schon viel Spaß hatte.

2.) Was erwartest Du mit Ausblick auf 2019 am meisten?
Rollenspieltechnisch, nehme ich an? Nun, ich werde meine Aborea-Einsteigerkampagne beenden und im Anschluß einige One-Shots mit meinen dann Fortgeschrittenen spielen, worauf ich mich sehr freue. Ich hoffe allerdings im Sommer auch einen „Pulp-Tag“ mit Grillfest ausrichten zu können, wenn sich die Gelegenheit bietet. Eigentlich hatte ich das schon diesen Sommer vor, aber das hat nicht hingehauen. Mal sehen :-).
Veröffentlichungstechnisch freue ich mich am meisten auf die kommenden CTHULHU-Bände, weil hier mein Name das eine oder andere Mal auftauchen wird sowie auf „Die Schwarze Katze“, was mich sehr interessiert.

3.) Hast Du rollenspieltechnische Pläne für 2019? Eine neue Spielrunde, selbst ein Abenteuer schreiben etc.?
Jep, einige. Meine Spielrundenpläne habe ich oben schon beschrieben, und auch ich selbst möchte wieder schreiberisch aktiv werden. Dabei möchte ich gerne die cthuloiden Gefilde noch einmal verlassen. Mal sehen, was sich so ergibt.

4.) Gibt es für Deinen Blog (Youtube-Kanal etc.) ein Projekt, Teilnahme oder Artikelserie, die Du für 2019 ins Auge gefasst hast?
Ja, und das hatte ich eigentlich schon für 2018… naja, mal sehen. Es soll um „Geisterjäger im Gaslicht“ gehen, mal sehen, was ich so schaffe. Außerdem plane ich natürlich, der Blog-O-Queste treu zu bleiben :-).

5.) Spielst Du momentan in ein oder mehreren Kampagnen, die auch 2019 Fortsetzung finden?
Im Moment leite ich eine (epische :-)) Aborea-Kampagne, die im ersten Quartal 2019 allerdings definitiv ihr Ende finden wird. Danach werden wir einige One-Shots spielen und dann – wahrscheinlich – eine neue Kampagne starten, diesmal aber mit Fantasy AGE als System.

Bonus 1: Die Rocketbeans veröffentlichen ihr erstes RPG T.E.A.R.S. mit Hammerauflage. Wie stehst Du zum Phänomen Rocketbeans, kennst Du sie überhaupt?
Nein, nie gesehen. Ich habe von der irrsinnig hohen Auflage des Regelwerks gehört, mehr nicht.

Bonus 2: 2019 würde ich bei der Blog-O-Quest den Monat ________ organisieren mit dem Thema ___________.
2019 würde ich bei der Blog-O-Quest den Monat Juni organisieren mit dem Thema „Cross-Settings: Wenn Settings die Systeme wechseln“.

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1W100 – Random Blog Encounters: meine November-Antworten

Anfang des Jahres stellte Sorben von den „Gelben Zeichen“ gleich einhundert Fragen – genauer: 1W100 Random Blog- Encounters – auf seinen Blog. Eine nette Idee, die ich gerne aufgreifen möchte. Zu jedem Monatsletzen greife ich zu meinem W100 – als CTHULHU-Spieler ja ohnehin ein Pflichtutensil auf meinem Schreibtisch – und werde 3 Fragen beantworten. Mal schauen, welche Fragen die Würfel mir zuweisen:

28. Die unerträgliche Leichtigkeit des Systems: Hast du schon einmal ein Regelwerk weggelegt, weil es zu schwer oder zu leicht war?
Hm, weggelegt ist nicht das richtige Wort. In der letzten Zeit hatte ich das Vergnügen, einige Regelwerke rezensieren zu dürfen. Die lege ich natürlich nicht „weg“, weil ich sie schwer/leicht empfinde, sondern beschäftige mich so intensiv mit ihnen, wie es eine im Rahmen meiner Möglichkeiten objektive Rezension erfordert. Ich teile sie allerdings schon in „wird-für-mich-interessant“ und „ist-nix-für-mich“ ein. Und da landen die Schwergewichte mit hohem Simulationsanteil gerne in der ersten Kategorie, einfach, weil mir die Zeit fehlt um die Regelnuancen so regelmäßig am Spieltisch anzuwenden, als das sie irgendwann flüssig von der Hand gehen würden. Ich bin halt meistenteils unregelmäßiger Gelegenheitsspieler. Und da stehen Schwergewichte einfach eher im Weg…

27. Schrödingers Goblin: Wie wichtig ist Immersion für dich?
Für mich ist das überhaupt nicht wichtig. Ich weiß es durchaus zu honorieren, wenn sich ein Spielleiter viel Mühe mit der Atmosphäre seines Spielortes und des Abends macht. Aber ich genieße es mehr, ein Spiel zu spielen, als mich in der Tiefe der Geschehnisse zu verlieren.

57. Bildersturm: Sind Illustrationen in einem Regelwerk für dich wichtig?
A-B-S-O-L-U-T!!! Ich bin ein unglaublich visueller Typ. Mit Textwüsten kann ich nichts, aber auch gar nichts anfangen. Ein Rollenspielregelwerk aber auch ein Abenteuer muß sagen: so sieht es hier aus, dies ist die Stimmung, die aus mir spricht. Im Übrigen ist mein Faible für gut gemachte RPG-Bücher ein Hauptgrund dafür, dass ich auch mehr Bücher kaufe, als ich spielen kann 🙂

Meinen Dank an Sorben für’s fleißige Fragenstellen!

Unsterbliche Kunst – Fundstücke C

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 13. Dezember 2009
Autor: Stefan Droste

cthulhu de stempel bestseller

Drei mal Drei sind Neune – zum dritten Mal werden an dieser Stelle drei Bilder für den immer inspirationshungrigen Spielleiter präsentiert. Und damit ist diese kleine Artikelreihe auch vorest zu Ende. (…)

Steinstatuette – 10. Jahrhundert, Mexiko

Im renomierten Anthropologischen Museum Xalapa, Veracruz findet sich dieses Fundstück, welches nach einhelliger Meinung Mictlantecuhtli, den aztekischen Herrn der Toten darstellt. Dieser Gottheit, welche den Mythen nach auch jeden Morgen die Sterne verschlingt, wurden angeblich in kannibalistischen Riten menschliche Tempelopfer dargebracht. Die Archäologen sind sich jedoch noch uneinig über den sehr unüblichen Kopfschmuck der Statuette, sowie der exakten Datierung. Denn alle Messungen sprechen seltsamerweise für ein Entstehungsdatum dass einige Jahrhunderte vor der Blütezeit der aztekischen Kultur liegt.

(Das Bild stammt von Leonardo71 auf flickr.com)

Buntglasfenster – 16. Jahrhundert, Normandie

Die Darstellung des Bleiglasfensters aus der Notre Dame – Kirche im altehrwürdigen Städchen Les Andelys zeigt den Teufelspakt des Theophilius. Dieser Teufelpakt-Mythos soll sich im Jahre 538 auf Sizilien zugetragen haben. Er berichtet von dem Fall des Klerikers Theophilius, einem vorbildlichen Mann Gottes, dessen Ansehen jedoch durch die üble Nachrede von Neidern schwer geschädigt wird. Um seinen Ruf wieder herzustellen verschreibt Theophilius seine Seele dem Satan. Die Legende berichtet aber, dass er durch die Hilfe der Jungfrau Maria wieder geläutert wurde, und drei Tage später als Büßer am Fieber verstarb.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.com)

Marionette – Oktober 2009, Chile

Sobald überdimensionale, von komplizierten Seilzügen bewegte Marionetten und absurde maschinelle Tiere durch die Innenstädte unserer Welt schreiten, steckt mit großer Wahrscheinlichkeit die Straßentheatergruppe Royal De Luxe aus Nantes dahinter. Begleitet von einem Tross von Musikern verwandeln diese Ausnahmekünstler ihre Paraden in fantastische Erlebnisse wie aus exotischen Fieberträumen. Ihre Vorstellungen locken jedes Mal ganze Heerscharen von Zuschauern an. Interessanterweise lässt sich die französische Künstlertruppe nicht buchen sondern tritt ausschließlich von sich aus an die jeweiligen Städte heran.

(Das Bild stammt von kcoss auf flickr.com)

Warum die Großen Alten nicht böse sind

Hallo zusammen,

der Karneval der Rollenspielblogs steht in diesem Monat unter dem Motto „Das Böse“. Die Organisation übernimmt dankenswerterweise Niniane von Storiesandcharacters. Und diskutiert werden darf über das Ganze dann auch noch HIER.

Das Böse

…ist eigentlich ein äußerst undankbares Thema, um es auf einem cthuloiden Blog zu besprechen. Denn entgegen der Erscheinung im cthuloiden Rollenspiel sind die Großen Alten, Äußeren Götter und Mythosrassen nun einmal nicht böse. Sie folgen Prinzipien, Regeln und Gesetzen die weit außerhalb der Vorstellungskraft der Menschheit liegen. Damit kommen sie womöglich ein ums andere Mal mit den Interessen einzelner Menschen in Konflikt. Doch sie tun das keineswegs, weil sie Macht, Gewinn oder Sieg über ihre menschlichen Gegenspieler anstreben, sondern eher aus reinem Zufall.

Dazu kommt, dass die Menschheit als Rasse der Unwissenden, als Nichtsehende in einem schwarzen Ozean voll grausamen Wissens, schlicht völlig unwichtig für die meisten Mythosentitäten ist. Wir sind kein Übel, dass es zu beseitigen gilt, um die eigenen undurchsichtigen Pläne voranzutreiben. Wir stehen den MiGo nicht im Weg dabei, die Bodenschätze unseres Planeten auszubeuten. Wir sind es nicht, die verhindern, dass Azathoth das Universum verschlingt und neu gebiert. Wir spielen in den endlosen Plänen der Großen Rasse keine Rolle. Nein, die Menschheit ist unwichtig.

Wenn ein Mensch einen Ameisenhaufen, der sich direkt vor dem Küchenfenster eingenistet hat, mit heißem Wasser übergießt um seine Vorräte und Hygiene zu schützen, wird er wohl von den wenigsten seiner Mitmenschen als „Böse“ betrachtet werden. Für die Ameisen jedoch muss er einer göttlichen Vernichtungswelle gleich in all seinem Hass und zerstörerischer Gewalt handeln, tausende von ihnen in den Tod reißen und Heim und Hof vernichtet zurücklassen. Ebenso lässt sich das Verhältnis der meisten Mythos-Wesenheiten zur Menschheit kategorisieren – sie handeln nicht aus Boshaftigkeit, geschweige denn weil die Menschheit als Ganzes ein Problem darstellt. Sie handeln, um ihre eigenen, uns nicht erklärbaren Interessen zu wahren.

Das interessante an der Regelmechanik „Stabilitätspunkte“ ist in meinen Augen sogar, dass das Absinken der Stabilität einen Investigator mitnichten „böse“ werden lässt. Klar, manch einer endet als „böser“ Kultist, doch auch hier geht es nicht darum, den aus dem Spiel ausscheidenden Charakter „böse“ zu machen. Er verliert schlicht den menschlichen Verstand. Sein Geist konnte mit dem Wissen, dass er im Laufe seiner Abenteurerkarriere sammelte nicht länger fertig werden. Er wird damit einer Mythoswesenheit ähnlicher, als es für einen Menschen gesund sein kann und seine Ideen, Ziele und Interessen lassen sich nicht länger mit einem von Moral und Ethik geprägten menschlichen Miteinander vereinbaren. „Wahnsinn“ ist der Name, den das Regelwerk diesem Zustand gibt, „Mythosifizierung“ oder besser noch „Erleuchtung“ wären allerdings auch gangbare Nomenklaturen gewesen.

Das Böse

…hat aber – natürlich – auch im cthuloiden Rollenspiel ein Gesicht bekommen. Zumeist sind es tatsächlich die Menschen, die im cthuloiden Rollenspiel in die Rolle der Bösewichter schlüpfen dürfen. Dabei kommt es oft zu einer interessanten Konstellation:

Die Menschen – Kultisten, Zauberer, Machthungrige – sind dabei oft tatsächlich nach menschlichen Maßstäben als „böse“ einzustufen. Für ihre eigenen Interessen, die eigene Macht verlassen sie die Pfade der Moral und sind bereit, anderen Menschen Schreckliches anzutun. Damit unterscheiden sie sich kaum von den Bösewichtern anderer Systeme. Interessant wird es, wenn sie sich den Kräften des Mythos bedienen um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. Mythosmagie ist nicht für den Menschen geschaffen und zermürbt seinen Geist ebenso wie der Kontakt zu den ausserweltlichen Schrecken, die manche Kultisten zu rufen imstande sind. Sie selbst haben also unmittelbar unter den Auswirkungen ihrer eigenen Taten zu leiden, verlieren selbst den Verstand und die Bindung an die menschliche Realität.

Dazu kommt der oben beschriebene Umstand, dass Großen Alten wie kleinen Dienerrassen die Interessen und Ziele der Menschen zumeist völlig gleichgültig sind. Ein durch Mythosmagie herbeigerufener „Hetzender Schrecken“ mag sich tatsächlich aus einem Impuls heraus an Feinden des Magiers gütlich tun. Doch gibt es keinen Grund, warum er sich nicht ebenso gegen den Beschwörer richten solle. Der äonenalte Cthulhu-Kult, der rund um den Erdball an der Auferstehung des Großen Alten arbeitet, wird wohl selbst sein erstes Opfer werden. Mitnichten wird ein generöser Gott seinen Anhängern Macht und Beistand gewähren, die ihn aus Jahrmillionen währendem Schlaf erweckten. Tatsächlich wird er sie ebensowenig wahrnehmen und schützen wie den Rest der Menschheit, wenn er – seinen eigenen, unergründlichen Gesetzmäßigkeiten folgend – seinen Zerstörungszug über die Erde unternehmen wird, dann, wenn die Sterne richtig stehen.

Das Böse

…hat in „Cthulhu“ noch ein zweites Gesicht verliehen bekommen. Nyarlathotep, der Götterbote, wird oft als Chaosbringer charakterisiert. Er weidet sich an dem Chaos, dem Tod und der Zerstörung, die seine kurz-, mittel- oder langfristigen Pläne über Einzelne oder ganze Länder und Kontinente bringen können. Doch auch hier steht außer Frage, dass es Nyarlathotep wohl kaum um die Menschheit geht und das noch manch andere unbedarfte oder mythosbewanderte Rasse unter seinen Ränkespielen zu leiden haben dürfte.

Das Böse

…ist ein hervorragender Mittelpunkt für ein Abenteuerrollenspiel, wie es auch „Cthulhu“ sein will. Durch das Gesicht der menschlichen Gegenspieler und die offensichtlich mögliche Instrumentalisierung des Mythos für die Zwecke der finsteren Kultisten ist ein Gegenpol zu den Investigatoren geschaffen, den es als klares Ziel zu bekämpfen gilt. In den meisten Szenarien wird selbst dann, wenn Mythosrassen als direkte Gegenspieler auftreten, eine Position aufgebaut, in der diese Wesen aus irgendeinem Grund den Investigatoren oder ihren Begleitern negativ gegenüberstehen und im klassischen Sinne böse erscheinen müssen. Dem Spiel ist es somit möglich, wie viele andere Rollenspiele Erfolge zu ermöglichen, einen oder mehrere Siege über das Böse durch die Hand der Investigatoren.

Doch ehrlicherweise werden so viele Szenarien dem Gedanken hinter dem Mythos nicht gerecht. Und es mag interessant sein, sich dieses Konzept noch einmal vor Augen zu rufen, auch, wenn manches Abenteuer ein deutlich bitterer Beigeschmack begleiten könnte, wenn die Unmenschlichkeit der Gegenspieler und die Unwichtigkeit des eigenen Seins, zentrale Konzepte von Lovecrafts literarischem Schaffen, Bestandteil des Szenarios sind.

Unsterbliche Kunst – Fundstücke B

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 05. Oktober 2009
Autor: Stefan Droste

cthulhu de stempel bestseller

Es ist Zeit für den zweiten Teil unserer kleinen Bildergalerie! Auch dieses Mal gibt es wieder drei Handouts für den heimischen Cthulhu-Tisch. Dank geht besonders an Kaid alias Wendigogo für seine Einsendungen; unter anderem hat er das erste Bild für diesen Artikel herausgesucht. (…) Und nun ohne weitere Umschweife zu drei kurzen Blicken auf “klassische” Gegner so mancher Investigatoren.

Kupferstich – 15. Jahrhundert, Süddeutschland

Aus der Sagenwelt des Bergischen Landes (1897): Zwischen Dünnwald und Paffrath liegt ein Kalkfelsen, der wegen seiner vielen Höhlen Kluftstein oder Klutstein genannt wird, und an dem einst ein Pilgerweg verlief. Eines Tages wurde das Gebet einer Gruppe frommer Pilger plötzlich durch einem gellenden Wehruf unterbrochen. Zwei schlechte Menschen und Mönch wurden von fliegenden Teufeln angegriffen. Teils durch Gewalt, teils durch das Zeichen des Kreuzes konnten die Widersacher verdrängt werden, der Mönch jedoch wurde von den Teufeln gen Himmel geschleppt und ward nie wieder gesehen.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)

Kolorierte Zeichnung – 1778, England

Der englische Maler John Webber nahm als Zeichner an James Cooks dritter Südsee-Expedition teil, bei der auch dieses Bild entstand. Laut Untertitel zeigt es eine Gruppe maskierter Ruderer von den Sandwich-Inseln, dem heutigen Hawaii. Dieses Kanu, so erzählen die Reiseberichte, steuerte das vor Anker liegenden Schiff der Europäer an und entfernte sich dann wieder. Weshalb die Eingeborenen dies taten blieb ungeklärt, ebenso weshalb die Männer sich auf diese Weise maskiert und die eigenartige Totemfigur mit sich geführt hatten. Cook selbst sah England nie wieder, er wurde von hawaiianischen Kriegern zerstückelt.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)

Plüschtier – 2009, Japan

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erfasst ein neuer Spielzeugtrend Kinder, Jugendliche und Junggebliebene in aller Welt: “Cho-Gi” nennt sich das flauschige Etwas, welches mit einer Vielzahl Augen und Münder ausgeliefert wird, die der Kunde ganz nach Belieben selbt anbringen kann. “Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch,” betont Pressesprecher Kage, “jeder Cho-Gi ist anders!” Besonders die Möglichkeit, das rosa Geschöpf mit einer Wärmflasche auszustatten macht es ideal für die Winterzeit. Dieser plötzliche Trend überrasch jedoch selbst Marktforscher, die Verkaufszahlen in mehrstelliger Millionenhöhe prognostizieren.

(Herstellung und Model: Jen)

RPG Blog-o-Quest November 2018 (38): Kinder

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest! Immerhin ein guter Grund, den Staub hier noch einmal aus den Ecken zu pusten. Ach, was jammere ich. Ich schreibe ja doch immerhin noch zwei, drei eigene Posts im Monat, das ist doch besser als nichts! Also, in diesem Monat gibt der gute Ackerknecht den Moderator und stellt ein paar Fragen ans rollenspielende Volk!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. In Zukunft sollen wir sogar alle fleißig mitgestalten! Nun aber auf an die aktuellen Fragen, die sich in diesem Monat mit Kindern beschäftigen!

Die Bonusfrage diesmal vorweg: Habt Ihr Kinder?
Ja, zwei wunderbare Racker. Der erste geht mittlerweile in die Schule, während der Kleine noch den Kindergarten heimsuchen darf.

Frage 1: Wenn es in Eurer Spielrunde Eltern (auch Euch selber) gibt, wie wirkt sich das auf Euer Hobby aus?
Tatsächlich ist der Bedarf an gutem Zeitmanagement höher geworden. Da meine Frau selbst Nichtspielerin ist gilt es, Abende abzupassen an denen sie entspannt und ohne eigene Termine auf die Kinder aufpassen kann, während ich mich mit meiner Spielgruppe in den Rollenspielkeller verdrücke. Das gleiche gilt natürlich auch für die Väter in meiner Runde, so dass wir unsere Termine entsprechend koordinieren müssen. Tatsächlich ist dadurch die Taktzahl der Runden heruntergegangen, aber die Abende sind dafür dann auch wirklich frei :-).

Frage 2: Hat einer Eurer Spielercharaktere Kinder? Wie geht Ihr damit um?
Nein, weder in einer vorherigen noch in einer aktuellen Runde.

Frage 3a: Habt Ihr schon einmal ein Kind als SC geführt? Wenn ja, wie unterschied sich Eure Darstellung von der eines erwachsenen Charakters?
Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon einmal probiert zu haben. Zumeist bin ich ohnehin als Spielleiter unterwegs und meine wenigen oder ehemaligen Co-SL waren eher „klassisch“ unterwegs.

Frage 3b: Die analoge Frage für Spielleiterinnen und Spielleiter: Geht Ihr mit kindlichen SC (und NSC) anders um als mit erwachsenen Charakteren?
Das kommt sehr auf Setting und Rolle an. Zumeist haben Kinder eher eine sehr kleine Rolle in meinen Abenteuern – Botenjungen oder der „zufällige Taschendieb“ auf einem Bazaar oder sowas. Klar versuche ich hier klarzumachen, dass es um ein Kind geht (bspw. um das Gewaltlevel von Reaktionen der Gruppe zu steuern), aber die Rolle ist zumeist zu klein, um hier viel Tiefgang zu entfalten.
Anders sieht es aus, wenn ein Kind in einem Horror-Setting der Antagonist ist, was ja durchaus mal passieren kann. Dann ist es ja allerdings auch kein „normales“ Kind mehr sondern eher ein Gefäß für all das Bösartige, das hinter dem Plot steht. Also wieder keine klassische Kinderrolle.
Kinder als SC sind mir bislang noch nicht untergekommen.

Frage 4: Das ideale Alter, um mit dem Rollenspiel anzufangen, ist __, mindestens aber __ Jahre, weil _______.
Das ideale Alter, um mit dem Rollenspiel anzufangen, ist 10, mindestens aber 9 Jahre, weil ich auch in diesem Alter angefangen habe und es problemlos funktionierte :-). Ich kann allerdings viele der heutigen „es-muss-aber-kindgerecht-sein“-Ambitionen von Heute nicht ganz nachvollziehen. Das ist nicht nur im RPG-Sektor so – warum gibt es heute „Drei ??? Kids“? Wir haben damals doch auch mit den „normalen“ Drei ??? angefangen, oder? Und wir haben mit DnD oder DSA angefangen rollenzuspielen, ohne dass aus uns blutrünstige Berserker, Satanisten oder Traumatisierte wurden. Und viele von uns haben tatsächlich als Kinder begonnen: Drachen, Burgen, Ritter – das funktioniert doch auch in jungen Jahren wunderbar.

Frage 5: Das beste Rollenspielsystem für Kinder ist __________, denn es ist ___________.
Das beste Rollenspielsystem für Kinder ist in einem Setting angesiedelt das die Kinder interessiert, denn es ist toll, wenn sie die kreativen Möglichkeiten in einer Welt entdecken, die sie spannend finden. Regeln sind in meinen Augen hier Schall und Rauch: wenn ich als zehnjähriger „DSA“ verstanden habe, warum sollte das heute kein Zehnjähriger mehr hinkriegen?

Unsterbliche Kunst – Fundstücke A

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 11. September 2009
Autor: Stefan Droste

cthulhu de stempel bestseller

Handouts zu einem Szenario können das Spielerlebnis deutlich bereichern. Und oft sagt ein Bild dabei mehr als tausend Worte! Deshalb hier eine kleine Rubrik, in der solche selbst erstellten oder zumindest selbst zusammengeklaubten Bilder einem größerem Publikum zum Nutzen gereichen können, als nur der heimischen Spielrunde.

(…)

Ich beginne den bunten Reigen mit einigen Stücken aus meinem eignen Fundus, passend zum diesjährigen Sommerthema rund um den König in Gelb.

Wandteppich – 11. Jahrhundert, Nordfrankreich

Diese mit farbigen Stickereien bedeckte Stoffbahn von etwa einen halben Meter Kantenlänge wurde in einer verlassenen Benediktiner-Abtei in der Normandie entdeckt. Man geht davon aus, dass das gefundene Stück aus einer wesentlich größeren Darstellung herausgetrennt wurde. Diese ist bis heute jedoch verschollen. Auch welcher Herrscher dargestellt werden sollte ist unklar. Forscher sind sich zudem noch unklar darüber, ob das auf der Rückseite des Stoffes mit Kohle aufgemalte, vermutlich pseudo-lateinische Wort “Carcosa” einen Eigennamen, einen Ort oder einen Zustand bezeichnet.

(Das Bild wurde erstellt mit dem “Historic Tale Construction Kit”)

Fotogravur – 1920er Jahre, Südkalifornien

Die Vorlage für diese 46 x 34 cm messende, mit brauner Tinte ausgeführte Gravur stammt aus der Kamera von Edward S. Curtis (1868 – 1952), eines passionierten Fotografen und Fachmannes für nordamerikanische Indianer. Es zeigt der Beschriftung nach ein Stammesmitglied der Schoschonen, welcher einen heiligen Felsen mit mythischen Malereien verziert. Während einzelne Ethnologen darin eine Huldigung gegenüber einem von den Eingeborenen niemals ausgesprochenen Manitou erkennen wollen, lehnen die meisten dies jedoch als unglaubwürdig, und das Bild als gestellt ab.

(Das Originalbild stammt aus der Northwestern University Library, Edward S. Curtis’s ‘The North American Indian’: the Photographic Images, 2001. http://memory.loc.gov/ammem/award98/ienhtml/curthome.html)

Bronzeplastik – 1982, Göttingen (Niedersachsen)

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Im Zentrum der Göttinger Innenstadt, dem sogenannten “Nabel” steht diese Lebensgroße Plastik des aus Ostpreußen stammenden Bildhauers Bernd Altenstein, welcher seit 1975 an der Hochschule für Künste Bremen lehrt. Täglich passieren unzählige Menschen den kleinen Platz und sein Werk, welches zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist. Die Familienszene besticht durch Dynamik und der steten Unsicherheit, ob Ausgelassenheit oder Agression die Szenerie beherrschen. Der Künstler selbst gab dem bronzenen Trio den schlichten Namen “Der Tanz”.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)