Ringbote.de in neuem Gewand

Aufmerksamen Lesern meines Blogs wird es nicht entgangen sein: ich bin freier Mitarbeiter beim Webmagazin http://www.ringbote.de. Neben Rezensionen veröffentliche ich dort Artikel, Spielmaterial und Interviews die nichts – oder nur wenig – mit CTHULHU und seinen Ablegern zu tun haben – aber natürlich auch cthuloides Material, sofern es der Redaktion gefällt.

Der Ringbote hat nun eine umfangreiche Frischzellenkur erfahren; der Einfachheit halber zitiere ich einfach mal den Chefredakteur Bernd:

Liebe Weltenreisende,

willkommen beim NEUEN Ringboten. „Neu?“, fragt ihr euch. „Der sieht doch aus wie immer.“ Er sieht der alten Seite in der Tat ähnlich. Aber trotzdem ist vieles anders! Zum einen wurde die Technik unter der Haube runderneuert. Das war dringend mal nötig. Optisch merkt man das vor allem daran, dass es nun bebilderte Übersichtsseiten gibt, die mehr denn je zum Stöbern einladen. Außerdem ist das Design jetzt „responsiv“, das heißt, die Seite passt sich vom PC, über den Tablet, bis zum Handy an jedes Gerät an.

Zum anderen wurde der Inhalt ein wenig aufgeräumt. Selten genutzte Rubriken wie „DVDs“ und „Spielhilfen“ wurden ausgemustert. Sehr alte Rezensionen (vor allem aus der Zeit vor 2007) sind auch zum größten Teil verschwunden. Das liegt daran, dass alle Artikel per Hand ins neue System übertragen werden mussten (das alte war so alt, dass kein Automatismus dazu mehr existierte), und ihr wisst ja gar nicht, wie viele Texte sich im Ringboten in den mittlerweile mehr als 15 Jahren seines Online-Bestehens angesammelt haben. Da haben wir an einigen Ecken „Triebe gestutzt“.

Vereinzelte Subkategorien mögen derzeit noch etwas verwaist wirken. Das wird sich allerdings in absehbarer Zeit ändern. Denn obwohl wir jetzt einfach mal den Wechsel vollziehen wollten – rechtzeitig vor der nächsten SPIEL! –, wird hinter den Kulissen weiter am System gearbeitet. Also wenn euch etwas auffällt, das nicht ganz rund wirkt, zögert nicht, uns eine Nachricht zu schicken. 🙂

Ansonsten bleibt mir nur, euch weiter viel – um nicht zu sagen: noch mehr – Spaß mit dem Ringboten zu wünschen! Auf die nächsten 15 Jahren.

Euer Bernd

Im Großen und Ganzen gefällt mir der neue Auftritt tatsächlich besser als die bisherige Version. Der einzige Nachteil: die von mir verlinkten Artikel sind nun nicht mehr unter der Adresse zu finden, so dass viele meiner Deeplinks nun nicht mehr funktionabel sind. Aber: Ihr wisst nun wenigstens, woran das liegt :-).

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RPG-Blog-O-Quest September 2017: Charaktere

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest! Bereits zum vielfachen Male richten weder die Greifenklaue noch der Würfelheld die aktuelle Blog-O-Quest aus. Stattdessen hat „Timberwere“ die Initiative ergriffen und ist dem Aufruf zur Beteiligung gefolgt.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. In Zukunft sollen wir sogar alle fleißig mitgestalten!

Nachdem die Formalitäten wieder einmal geklärt wären, nun auf auf an die September-Fragen. Das Thema liegt mir ehrlich gesagt nicht sonderlich, aber ich wollte doch nicht meine Weiße-Blog-O-Quest-Weste einbüßen 😉

1. Nach welchen Gesichtspunkten und aufgrund welcher Inspirationen baust du deine Charaktere?
Es ist lange her, dass ich einen eigenen Charakter für ein Rollenspiel gebaut habe, da ich zumeist leite. Auch ist die gesamte Sammlung fertiger Charaktere tatsächlich trotz meiner vielen Rollenspieljahre recht dünn. Die Inspirations-Prämisse hat sich im Laufe der Jahre auch stets verschoben – die SC waren meist ein Spiegelbild der Dinge, die ich in der jeweiligen Zeit cool fand. Vom „einsamen Antihelden“ über den „wortkargen Streuner“ bis zum „trinkfesten Haudrauf“ ähneln sich die Charaktere einer Ära meist irgendwie, auch, wenn die Settings unterschiedlich waren.
Heute baue ich hauptsächlich NSC; dabei habe ich lange „nur“ für OneShots gebaut, was keine lange Charakterentwicklung benötigt, da auch Antagonisten ja nur einen vergleichsweise kurzen Auftritt haben und deswegen kein Langzeitpotential benötigen. Ich leite nun aber erstmals seit langem wieder eine Fantasy-Kampagne und übe mich noch darin, den großen Antagonisten aufzubauen. Dieser entstand – um die Frage aufzubauen – aus einer Mischung verschiedener Inspirationen, in erster Linie Herr der Ringe, Warcraft und dem Schwarzen Auge.

2. Was fällt dir am Leichtesten bzw. am Schwersten beim Charakterbau und warum?
Das kommt sehr auf’s System an. Bei CTHULHU habe ich weder mit Hintergrund noch Spielwerten Schwierigkeiten; bei DSA4 NICHT mit dem Hintergrund aber sehr wohl mit den Spielwerten und bei Systemen, die wir nur kurz angetestet haben hapert es eher am Hintergrund der SC.

3. Recycelst du gelegentlich Charaktere, die du in einer früheren Runde schon einmal gespielt hast, für neue Runden und warum oder warum nicht?
Nein, nie. Das hat aber nichts mit einer Art Kodex zu tun, sondern weil es sich schlicht nie ergeben hat. Ich habe einen DSA-Charakter, den ich gerne noch einmal auf Reisen schicken würde.

4. Wie stehst du zum Charaktertod? Darf dein Charakter sterben bzw. unter welchen Umständen?
Früher hätte ich nie gewollt, das ein SC stirbt. Meine erste DSA-Ritterin habe ich gegen alles verteidigt. Bei CTHULHU gewöhnt man sich irgendwann daran, dass sich die Gruppenkonstellation ändert :-). Insofern: ja, sie dürfen sterben. Die Umstände hängen dabei wieder vom System ab: bei CTHULHU mag es ein verpatzter Stabiwurf, eine mißlungene Probe oder eine dämliche Aktion sein, also Kleinigkeiten. Bei einer laufenden Fantasy-Kampagne sollte es doch ein würdiger Abgang sein, z. B. auf einem Berg erschlagener Feinde stehend oder sowas :-).

5. Was bedeutet Charakterentwicklung für dich?
Ganz ehrlich? Zahlen verbessern, mehr nicht. Heute würde ich gerne „mehr“ in die Charaktere legen, aber die Zeiten, in denen ich als Spieler unterwegs war sind lange vorbei und damals spielten wir ohne „Drama“ und ohne die Hintergründe und Ziele der SC als Kampagnenelemente mit einzubeziehen sondern schlicht Kaufabenteuer.

Bonusfrage: Der ___ Charakter, den ich je ____, war ____, weil ____
Der zitatwürdigste Charakter, den ich je in einer Star-Wars-Runde traf, war ein Schmuggler, weil er auf die Frage, ob er etwas zu verzollen hätte die geniale Antwort gab: „Nooooch nicht, hehe…“. Man, hat die imperiale Garnison das Schiff daraufhin auseinander genommen…

#RPGaDAY 2017 // Teil 3

Hallo zusammen,

es ist mal wieder August und damit wieder Zeit für den von Autocratik ins Leben gerufene „RPGaDAY“-Marathon. Im vergangenen Jahr nahm ich tatsächlich täglich teil, doch waren mir die Fragen den Aufwand eigentlich gar nicht wert. Und ehrlich gesagt nervte es nach einigen Tagen auch, mit hunderten Kurz-Blogposts zugeschüttet zu werden. In diesem Jahr will ich mich also vielen deutschen Bloggern anschließen und Sammelbeiträge verfassen. Bevor ich es vergesse – mein Dank gilt natürlich jaegers.net; der gute Michael hat – wie im letzten Jahr auch schon – für die deutsche Übersetzung der Fragen gesorgt.

Hier die letzten elf Fragen und die dazugehörigen Antworten:

21. Welches Rollenspiel macht das meiste aus möglichst wenig Worten?
Nun, es gibt nicht viele Rollenspielgrundregelwerke, die ich in einem Rutsch durchgearbeitet habe. Ich denke, Beyond the Wall ist mit den simplen Grundregeln und den zahlreichen Zufallstabellen hier ein ganz guter Kandidat. Wenige Seiten und dennoch eine komplex verwobene Story… das gefällt.

22. Welche Rollenspielsysteme fallen Dir am leichtesten zu spielen?
Die, deren Regeln und Welt ich entweder selbst bestimmen kann oder die ich genügend verinnerlicht habe. Im Moment wären das DSA (Welt), CTHULHU (Setting und Regeln) sowie ABOREA (MEIN Setting, die Regeln kommen langsam im Langzeitgedächtnis an :-)).

23. Welches Layout eines Rollenspiels lässt Dir die Kinnlade am weitesten herunterklappen?
Habe ich hier nicht vor ein paar Tagen schon einmal Symbaroum erwähnt…? Ich finde aber auch DnD5E großartig designt. Ach ja, und die deutsche Version von „Geh nicht in den Winterwald“. So stimmig, so schlicht, so elegant…

24. Benenne einen Zahle-soviel-Du-willst Verlag, der mehr verlangen sollte.
Da muss ich leider passen. Nicht, weil ich nicht finde, dass es viele gute Verlage da draußen gibt, die Geld verdienen sollten. Ich kenne schlicht keinen PWYW-Verlag.

25. Was ist der beste Weg um sich bei Deinem Spielleiter zu bedanken?
Ich habe keinen Spielleiter sondern muss das selbst erledigen :-).

26. Welches Rollenspielsystem liefert die nützlichsten Hilfsmittel?
Ähm, die Frage erschließt sich mir nicht. Geht es um die Produktpalette im Sinne von „SL-Schirm, Soundtracks, Würfel, Karten“? Dann hätte ich hier keinen Kandidaten, denn ich mag es „normale“ Würfel zu nutzen und brauche den ganzen Schnickschnack nicht. Oder geht es um Regelteile, die ich als nützlich für das RPG erachte?

27. Welches sind Deine unverzichtbaren Werkzeuge für ein gutes Spiel?
1. Mehrere Erdenstern-CDs mit Randomizer und Endlosschleife (die Musik ist großartig, aber ich bin einfach zu verpeilt für eine ausgefeilte Playlist – entschuldigt)
2. Knabberkram
Wenn ich recht überlege, dann war es das auch schon.

28. Welcher Film/welche Fernsehserie ist die größte Quelle für Zitate in Deiner Gruppe?
Oh, wir haben da sehr unterschiedliche Geschmäcker. Einer der wenigen gemeinsamen Nenner dürfte wohl die klassische Star-Wars-Trilogie sein.

29. Welches war der am besten gelaufene Kickstarter für ein Rollenspiel, bei dem Du Dich finanziell beteiligt hast?
Ich beziehe diese Antwort einmal auf „Crowdfunding allgemein“: da ich bislang sehr wenige Crowdfunder mitgemacht habe, dürfte das die deutsche Version von Numenera gewesen sein.

30. Welchen Rollenspiel Genre-Mix würdest Du am liebsten sehen wollen?
Ich mag ja CTHULHU, aber das gibt es schon für alle möglichen Genres und Epochen. Will sagen: ich bin da wunschlos.

31. Was erwartest Du am meisten für die Spielsaison 2018?
Für meine persönliche Spielsaison? Den Abschluss meiner „Einsteigerkampagne“ mit ABOREA, das Ausprobieren von ein-zwei Systemen, ein paar gute cthuloide OneShot-Abende und das Starten einer neuen Fantasy-Kampagne. Wenn alles klappt.

Noch eine kurze Erinnerung: Der FHTAGN-Abenteuerwettbewerb läuft!

Noch ziemlich genau ein Monat, dann endet die Abgabefrist für den laufenden FHTAGN-Abenteuerwettbewerb!

In diesem Jahr ruft die Deutsche Lovecraft Gesellschaft ihren 1. Abenteuerwettbewerb aus.

Es handelt sich dabei um einen Abenteuerwettbewerb für Kurzabenteuer, die in einem beliebigen Lovecraft’schen Universum angesiedelt und als Oneshot innerhalb eines 3-stündigen Slots auf der anRUFung 2017 spielbar sind. Epoche und Setting sind frei wählbar.

Der Abenteuerwettbewerb ist grundsätzlich systemgebunden, lässt alternativ aber auch Abenteuer zu, die völlig ohne Regelbezug auskommen. Als Basissystem für den Wettbewerb dient das von der dLG veröffentlichte Regelwerk FHTAGN.

Rahmenbedingung
Die Einsendung muss innerhalb des Wettbewerbszeitraums (Abgabe 30. September 2017) in elektronischer Form als .doc oder .docx Dokument an folgende E-Mail-Adresse gesendet werden: ruf17@deutschelovecraftgesellschaft.de. Das Textdokument sollte hierbei das vollständige Abenteuer enthalten. Eventuelle Zusatzdateien sind in der gleichen Mail einzureichen, als Archivformat soll ausschließlich .zip verwendet werden.

  • Das eingereichte Abenteuer darf nicht bereits veröffentlicht oder bei einem anderen Wettbewerb eingereicht worden sein.
  • Das Abenteuer darf eine Länge von 15.000 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht überschreiten. Bitte beachten: Diese Zeichen-Angabe benennt den Maximalwert und keinen Richtwert! Es ist völlig in Ordnung, kürzere Abenteuer einzureichen.
  • Das Abenteuer soll so konzipiert sein, dass es im Rahmen einer Convention in 1-3 Stunden spielbar ist.
  • Das Setting des Abenteuers ist nicht festgelegt, eventuell benötigte Zusatzregeln müssen sich im Textdokument befinden.
  • Dem Abenteuer muss ein Deckblatt vorangestellt sein, dem folgende Informationen zu entnehmen sind: Titel des Abenteuers, Spielwelt und -region und Name/Pseudonym des Autors. Ein kurzer Klappentext (1-2 Sätze), der die wesentlichen Inhalte des Abenteuers kurz zusammenfasst, soll ebenfalls enthalten sein.
  • Es ist möglich, als Autorenteam am Wettbewerb teilzunehmen. In diesem Fall müssen die Daten aller Mitglieder des Autorenteams in der E-Mail angegeben werden.
  • Ein Autor oder Autorenteam darf auch mehr als ein Abenteuer einreichen.
  • Das Abenteuer darf keine Mythosbegriffe, Wesen oder Spielregeln (eingeschlossen Spielbegriffe!) enthalten, die urheberrechtlich geschützt sind.

Alle wichtigen Infos findet Ihr HIER.

#RPGaDAY 2017 // Teil 2

Hallo zusammen,

es ist mal wieder August und damit wieder Zeit für den von Autocratik ins Leben gerufene „RPGaDAY“-Marathon. Im vergangenen Jahr nahm ich tatsächlich täglich teil, doch waren mir die Fragen den Aufwand eigentlich gar nicht wert. Und ehrlich gesagt nervte es nach einigen Tagen auch, mit hunderten Kurz-Blogposts zugeschüttet zu werden. In diesem Jahr will ich mich also vielen deutschen Bloggern anschließen und Sammelbeiträge verfassen. Bevor ich es vergesse – mein Dank gilt natürlich jaegers.net; der gute Michael hat – wie im letzten Jahr auch schon – für die deutsche Übersetzung der Fragen gesorgt.

Hier die nächsten zehn Fragen und die dazugehörigen Antworten:

11. Welches “tote Spiel” würdest Du gerne wiedergeboren sehen?
Fading Suns. Die Sterne stehen dafür ja recht günstig, auch, wenn ich seit der Ankündigung von Ulisses nichts mehr gehört habe.

12. Welches Rollenspiel hat die inspirierendste Grafik im Buch?
Tja, ich mag ja eigentlich gar nicht auf irgendwelche „Hypes“ anspringen, aber „Symbaroum“ ist schon ganz, ganz großartig designt, oder?

13. Beschreibe eine Spielerfahrung, die Deine Art und Weise zu spielen verändert hat.
Seit meine regelmäßige DSA-Runde sich vor Jahren in alle Winde verstreut hat, leite ich nur noch. Ärgerlicherweise war das aber auch der Zeitpunkt, zu dem das Hobby mich WIRKLICH angefixt hat – daher gibt es hier keine befriedigende Antwort.

14. Welches Rollenspielsystem bevorzugst Du für eine Kampagne mit offenem Ende?
Dafür eignet sich in meinen Augen jedes Rollenspielsystem, mit dem die Spielgruppe entsprechenden Langzeitspaß hat. Bei mir trifft das am Ehesten auf Fantasy-Systeme zu, da ist mir aber jedes gleich.

15. Für welches Rollenspiel machst Du am liebsten Anpassungen (z.B. Hausregeln)?
CTHULHU. Die Regelbasis hält einiges aus.

16. Welches Rollenspiel spielst Du am liebsten so, wie es ist?
ABOREA, denn es ist simpel genug, um nicht ständiges Nachschlagen notwendig zu machen aber komplex genug, um es genießen zu können :-). Wobei… beim nächsten Mal würde ich wohl ein wenig die Zauberlisten aufpeppen :-).

17. Welches Rollenspiel besitzt Du am längsten, hast es aber noch nie gespielt?
Von den ganz alten Sachen, die in meinem RPG-Keller ihr tristes Dasein fristen, haben erstaunlich viele Systeme auch tatsächlich den Spieltisch gesehen… ja, früher… als die Welt noch in Ordnung war… von den Anschaffungen der zweiten Welle wüsste ich spontan gar nicht, welches System ich am längsten besitze… ich tippe jetzt mal auf Hero Wars…

18. Welches Rollenspiel hast Du in Deinem Leben am häufigsten gespielt?
Das müsste – aus meiner Historie heraus – Das Schwarze Auge sein, wobei CTHULHU der Sache langsam näher kommt.

19. Welches Rollenspiel ist am besten geschrieben?
Pffft, keine Ahnung. Die wenigsten Rollenspiele eignen sich als Prosa, oder?

20. Was ist die beste Quelle für vergriffenes Rollenspielmaterial?
Ebay und das Tanelorn.

#RPGaDAY 2017 // Teil 1

Hallo zusammen,

es ist mal wieder August und damit wieder Zeit für den von Autocratik ins Leben gerufene „RPGaDAY“-Marathon. Im vergangenen Jahr nahm ich tatsächlich täglich teil, doch waren mir die Fragen den Aufwand eigentlich gar nicht wert. Und ehrlich gesagt nervte es nach einigen Tagen auch, mit hunderten Kurz-Blogposts zugeschüttet zu werden. In diesem Jahr will ich mich also vielen deutschen Bloggern anschließen und Sammelbeiträge verfassen. Bevor ich es vergesse – mein Dank gilt natürlich jaegers.net; der gute Michael hat – wie im letzten Jahr auch schon – für die deutsche Übersetzung der Fragen gesorgt.

Hier die ersten zehn Fragen und die dazugehörigen Antworten:

1. Welches Rollenspiel würdest Du gerne in diesem Moment spielen?
Am liebsten spiele ich tatsächlich nach wie vor CTHULHU. Auch in diesem Moment.

2. Was wäre ein Rollenspiel, das Du gerne veröffentlicht sehen würdest?
Ich nehme an, diese Frage ziel auf ein bestimmtes Setting ab? Nun, da ich was Fernsehserien, Blockbuster oder Romanneuheiten angeht ja sowas von raus bin (ich bin – was das angeht – ewiger Nostalgiker), muss ich mich wohl anderweitig umsehen… und da ich bereits seit einiger Zeit ein gewisses Faible für Kharadron Overlords entwickelt habe, muss ich wohl zugeben, dass mich ein gutes „Age of Sigmar“-RPG durchaus fesseln könnte :-).

3. Auf welchem Weg erfährst Du von neuen Rollenspielen?
Üblicherweise wahlweise auf rsp-blogs.de oder im Tanelorn-Forum. Die neuen sozialen Medien liegen mir nicht sonderlich.

4. Welches Rollenspiel hast Du seit August 2016 am häufigsten gespielt?
Das dürfte tatsächlich ABOREA gewesen sein, da sich meine Einsteigergruppe halbwegs regelmäßig trifft.

5. Welche Umschlaggestaltung eines Rollenspiels fängt den Geist des Spiels am besten ein?
Oh, es gibt einige großartige RPG-Cover dort draußen. Aber ich denke, dass die Cover der drei Grundbücher für die fünfte Inkarnation von „Dungeons & Dragons“ ihren Job schon sehr, sehr gut machen.

6. Du kannst eine Woche lang jeden Tag spielen. Beschreibe, was Du machen würdest!
Aktuell arbeite ich gedanklich und auch schon ein wenig konkreter an zwei Kurzkampagnen, die ich gerne spielen möchte. Beide sind auf einen relativ knappen Zeitraum ausgelegt und bei monatlichen Treffen nach ca. 9 – 12 Monaten zu bewältigen. Die eine spielt in einem Piratensetting sehr ähnlich zu den Fesselinseln (auf Golarion/Pathfinder), aber mit ein paar kleinen Änderungen in der Mixtur, und soll eine ganz klassische Piratenkampagne werden – mit der Eroberung eines eigenen Schiffes, Geisterschiffen, Schatzsuchen etc.
Die andere Kampagne wird auf Kaladesh (einer MtG-Welt) angesiedelt sein, intrigenlastiger werden und vor allem mit der unglaublichen Magie-Technik spielen, die Kaladesh hervorgebracht hat. Hier geht es vor allem darum, grandiose Schauplätze vorzustellen und dafür zu sorgen, dass Kaladesh genauso bleibt, wie es ist (also schon ein bißchen epischer).
Wenn ich nun die Möglichkeit hätte, eine gute Truppe tapferer Spieler für eine Woche am Stück zu bespaßen, dann würde ich genau so eine Kurzkampagne anbieten. Bei CTHULHU bin ich OneShot-Fan, aber 14 von den Dingern hintereinander verlieren dann doch ihren Reiz :-).

7. Was war Deine Rollenspielsitzung mit den größten Auswirkungen?
Ein vom damaligen Meister selbstgebrautes Horror-Abenteuer auf Aventurien. Nicht wegen dem Gruselfaktor, sondern wegen dem legendären „Bernd“ – dem offensichtlich namenlosen Kutscher der schwarzen Kutsche, dessen improvisierter Name uns auf ewig im Gedächtnis bleiben wird.

8. Welches ist ein gutes Rollenspiel für Runden mit einer Dauer von 2 Stunden und weniger?
Puh, davon habe ich nicht viele im Schrank. CTHULHU kann das (hallo, POWAQQATSI, tolle Abenteuer!), aber ich schätze, kleine Erzählspiele wie „Geh nicht in den Winterwald“ füllen diese Nische besser.

9. Welches Rollenspiel ist gut geeignet um es 10 Sitzungen zu spielen?
Ich schätze, ein Rollenspiel, das per Meilensteilregelung Stufenanstiege erlaubt und so eine rasante Kurve bis hin zu einem großen Finale ermöglicht? Fantasy AGE? Aber eigentlich ist mir die Frage zu abstrakt…

10. Wo schaust Du Dir Berichte und Rezensionen zu Rollenspielen an?
1. http://www.ringbote.de (wobei ich dort auch viel selbst schreibe, aber ich halte auch davon ab viel auf die Meinung der Ringboten)
2. rsp-blogs.de
3. Teilzeithelden (meist aber via rsp-blogs.de) – ich mag ihre Auswahl, aber oft sind mir die Texte schlicht zu lang
4. Tanelorn-Forum (die Rezifunktion gefällt mir eigentlich sehr gut, aber es gibt leider – wie immer – „Hass“- und „Like“-Klicker, die die Endnote durcheinander bringen)

So, das wars für’s erste!

Rezension: Mystiker & Magier

Auch nach über dreißig Jahren lassen sich die Macher von „Cthulhu“ immer noch einmal etwas Neues einfallen. Seit dem Erscheinen der 7. Edition gibt es zum Beispiel immer mehr Bücher, die sich explizit an Spieler richten. So auch der neueste Band, „Mystiker & Magier“. Wie gelungen ist das neue Konzept?

„Mystiker & Magier“ ist ein Testballon einer neuen, geplanten Bändereihe, der sogenannten „Berufe-Bände“. In diesen Bänden sollen spezielle Berufsgebiete für Investigatoren – also Spielercharaktere – vorgestellt, vertieft und näher beleuchtet werden. Als ersten Band entschied man sich für die geheimnisvollen Mystiker und Magier, die – neben dem Privatdetektiv oder Universitätsprofessor – prädestiniert scheinen, um unversehens auf die Spuren des Mythos zu gelangen.

Zunächst gibt der Band einen groben Überblick über die Berufe, die näher vorgestellt werden sollen. Dabei werden „echte“ Magier ebenso berücksichtigt wie Jahrmarktszauberer, Wahrsager, Medien, Geisterjäger oder heidnische Druiden. Das verspricht schon einmal eine interessante Mischung. Als zweites wird ein Konzept vorgestellt, um die Verstrickung des jeweiligen Charakters in den Mythos zu klassifizieren – unabhängig vom Beruf könnte der Charakter ein versierter Okkultist sein, der bereits Kontakt mit dem Mythos hatte, oder aber auch ein Skeptiker, der wohl weiß, dass es „so etwas wie Magie nicht gibt“. Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Magie und die gängigsten „Zaubertricks“ runden die Einleitung ab.

Die nächsten Kapitel wenden sich dann direkt an die Spieler und geben Tipps zum Spielen mystischer Investigatoren. Diese Tipps sind recht umfangreich und geben verschiedene Hilfestellungen zum Erschaffen magischer Investigatoren. Außerdem werden Ermittlungsmethoden mithilfe von Magie näher beleuchtet, mysteriöse Gruppierungen vorgestellt sowie einige optionale Berufspakete (wie man sie bereits aus dem „Investigatoren-Kompendium“ kennt) eingeführt, um die verschiedenen Charaktere zu individualisieren.

Im letzten Kapitel finden sich dann ausführliche Berufsbeschreibungen der in der Einleitung grob vorgestellten Berufe (inklusive den entsprechenden Wertepaketen für die Charaktererschaffung) sowie einige vorgefertigte Investigatoren, die für den direkten Einsatz am Spieltisch geeignet sind. Diese werden dann direkt mit Charakterbögen versehen, welche den Band dann auch beschließen.

„Mystiker & Magier“ ist ein Experiment, ein Testballon. Und so sehr mich auch weitere Bände in dieser Reihe interessieren würden – in meinen Augen ist das erste Experiment gescheitert. Ich möchte ausführen, woran das liegt: Zunächst finde ich es sehr irritierend, dass so gut wie alle vorgestellten Regeln als „Vorschläge“ oder „Optionen“ eingeführt werden – das ist natürlich der besonderen Lizenzsituation mit Chaosium geschuldet, macht diesen Band aber zu einer rechten Hausregelsammlung. Dann finden sich sehr viele ähnliche Informationen in der Einleitung, der Beschreibung der Hintergründe und der anschließenden Berufsbeschreibung wieder, sodass man ständig das Gefühl hat, redundante Informationen zu erhalten. Zu guter Letzt finde ich es höchst irritierend, dass bei den „Initiationsgraden“ (dem Konzept, mit dem Mythoswissen klassifiziert wird) ständig Bezeichnungen verwendet werden, die auch bei den Berufen Verwendung finden. So wirkt das Ganze leider wenig durchdacht. Dass insbesondere die „magischen Ermittlungsmethoden“ spätestens mit dem nahenden Erscheinen des „Grimoires“, das für Ende des Jahres angedacht ist, eine deutliche Überarbeitung erfahren müssten und das Kapitel damit eher wenig nützlich ist, ist da nur ein weiterer Mosaikstein.

Auch auf der technischen Seite haben sich dieses Mal gröbere Schnitzer ergeben. So sind mir mehr Rechtschreibfehler als für „Cthulhu“-Publikationen üblich begegnet. Die Bebilderung, größtenteils wieder mit Photographien, ist meistenteils recht gelungen; einige Bilder haben jedoch eine schlechte Druckqualität, was den Gesamteindruck weiter schmälert.

Fazit: Ja, wer einen magischen Investigatoren bei „Cthulhu“ spielen möchte, findet hier die eine oder andere nette Anregung. Letzten Endes bietet „Mystiker & Magier“ in meinen Augen aber zu viel Text für zu wenig Informationen.