RPG-Blog-O-Quest #069 – Einsteigerboxen

Es ist mal wieder Questen-Zeit! Nachdem ich in den vergangenen Monaten mehrfach ausrichten durfte, kann ich mich in diesem Monat entspannt zurücklehnen und Greifenklaues Fragen zu Einsteigerboxen beantworten. Schön! Und doppelt schön: Das diesmonatige Thema dreht sich um Einsteigerboxen, eine Thematik, die ich sehr gerne mag.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. So, nun aber auf an die Fragen!

1.) Welche Einsteigerboxen kennst Du, welche davon hälst Du warum für die beste? Einsteigerboxen können auch denkwürdige Ereignisse liefern: womit hast Du tolle Abenteuer erlebt?

Also, Einsteigerboxen kenne ich tatsächlich einige. Tatsächlich in meinem Schrank steht allerdings nur die noch recht frische „Drachenritter“-Einsteigerbox für „Das Schwarze Auge“, die „Entfesselt“-Einsteigerbox (…ehrlicherweise nur als Materialklauquelle…) sowie die „Splittermond“-Einsteigerbox. Ach ja, und die DnD5E-Einsteigerbox. Fasst man den Begriff – wie Greifenklaue es unten bereits tut – etwas weiter und zählt „Dungeon Slayer“ und „ABOREA“ mit dazu, dann sind noch diese beiden Boxen mit dabei.

Erweitert man wiederum in die etwas andere Richtung und zählt „Schnellstarter“ mit hinzu, so sind noch einmal einige Exemplare zu nennen: HEX, Space 1889, wieder Splittermond, CTHULHU, FHTAGN…

Die DSA-Box ist didaktisch toll gemacht und gerade die ultrakurzen Einsteiger-Solo-Abenteuer haben mir wirklich Spaß gemacht. Auch haptisch ist ja einiges mit dabei. Was mich allerdings wirklich gestört hat ist das Fehlen von Generierungsregeln für eigene Charaktere. Gleiches gilt für die DND5E-Box. Die Kampagne ist toll, aber keine SC generieren zu können, nimmt einfach enorm viel Spielspaß raus. Das kompletteste Bild bietet für mich daher die „Splittermond“-Einsteigerbox.

Viel gespielt habe ich allerdings – von den Boxen – am meisten mit ABOREA. Das Ganze sogar als jahrelange Kampagne mit meiner Einsteigerrunde. Das hat Spaß gemacht, auch wenn das System seine Grenzen hat. Aber da das Regelwerk komplett in der Box ist, ist dieser Vergleich vielleicht ein wenig unfair. Als Einsteigermaterial ungeschlagen ist der CTHULHU-Schnellstarter, insbesondere vor der 7. Edition. Er enthielt alles, was man für jahrelangen Spielspaß mit dem System wirklich brauchte.

2.) Charakterentwicklung: Eigene Charaktere, vorgefertigte Charaktere oder wie sollte die Mischung aussehen.

Ich kann die Entscheidung, die Charaktererstellung NICHT in Einsteigerregeln mit aufzunehmen, zwar nachvollziehen. Für mich sind eigene Charaktere aber essentieller Bestandteil des Rollenspiels und gehören damit natürlich auch in eine Einsteigerbox. Vorgefertigte Charaktere für den sofortigen Einstieg beizulegen ist natürlich trotzdem ein schönes Gimmick. Aber ein Ersatz für Generierungsregeln können sie nicht sein.

3.) Haptik: Was sollte dazugehören? Würfel, Minis, Pawns, Battlemap, Weltkarte, SL-Schirm etc.

Als ich damals anfing (DSA 2. Edition) hatten wir nichts außer zwei labbrigen Büchlein, einem W20 und einer überdimensionierten Karte. Den Rest hat die Fantasie erledigt. Aber: das beiliegende Spielmaterial wirkt natürlich prägend für das spätere Spiel. Ich spiele bis heute kaum mit Battlemap und Figuren, einfach, weil es mir damals gar nicht in den Sinn gekommen wäre. Ein mehr auf Taktik ausgelegtes Spiel profitiert natürlich davon, wenn direkt Maps und Token/Pawns mitgeliefert werden und die Spieler damit „sozialisiert“ werden.

4.) „Nutzen“ für später – kann man sie noch weiter gebrauchen? Eingedampfte Regeln vs Vollbox (a la Aborea oder Dungeonslayers)?

Ich denke, eingedampfte Regeln sind prinzipiell kein Problem – wenn man nicht auf so dumme Ideen kommt wie die „Pathfinder“-Einsteigerbox und den Stufenaufstieg beschränkt. Ein simples System und den Rest den Spielern überlassen – das trägt doch prinzipiell für alle Zeiten. Ich könnte mir z.B. problemlos vorstellen, mit meiner „Splittermond“-Box auch dauerhaft zu spielen. Ich bin ja ohnehin kein Freund von Regelschwergewichten.

5.) Du darfst Deine eigene Einsteigerbox zusammenstellen: Welches System, welcher Inhalt, welche Besonderheiten?

Oha, gar nicht so einfach. Ich habe sehr intensiv am Schnellstarter für FHTAGN mitgewirkt und außerdem schon zwei kurze Rollenspielsysteme („Sinking City“ und „Desperados“) geschrieben – daher habe ich schon recht starre Vorstellungen, was ich Neuspielern mit auf den Weg geben wollte. Allerdings war das immer ein einzelnes Büchlein, nie eine Box. Wie würde ich also eine Box aufbauen?

  • Ein dünner Flyer – vielleicht vier Seiten – mit einem „Willkommen“, einer „Was ist Rollenspiel“-Abhandlung und einem Spielbeispiel
  • Ein Buch mit Grundregeln. Hierzu gehören für mich der grundsätzliche Probenmechanismus, die Charaktergenerierung, Kampfregeln und ein paar besondere Situationen (Schwimmen / Gift / Stürze / Flammen…). Spiel- und Settingspezifika sollten in einem interessanten, ausreichenden Maß abgedeckt sein. Damit meine ich in einem Fantasy-Setting mal wenigstens drei oder vier spielbare Völker, zwanzig-dreißig Zaubersprüche und ebenso viele magische Gegenstände. Bei Cthulhu dürften es ausreichend (15?) Berufe, fünf-sechs finstere Folianten und zehn Zauber sein.
  • Ein Buch mit Spielleiterwerkzeugen. Dazu gehören Kreaturen, ein paar beispielhafte NSC, Settingspezifika (also Fallen und Rätsel für Dungeon-Fantasy, Kulte und Mythosgottheiten für Cthulhu…), Abenteuerideen und/oder -generatoren, Zufallstabellen und natürlich wenigstens ein erstes, ausgearbeitetes Abenteuer. Außerdem enthält das Buch ein grundlegendes Kapitel über das Spielleiten.
  • Ein Buch mit Setting-Informationen. Ist bei einem Fantasy- oder SF-Setting immer schön, bei Horror vielleicht direkt bei den Grundregeln zu implementieren (je nachdem, wie intensiv man es beschreiben muss. Ist es „nur“ „Heute mit Zombies“, dann braucht es dafür kein Buch).
  • Regelspezifisches Zusatzmaterial – also Pawns, Battlemats, Spezialwürfel, Karten – gibt es nur, wenn es für das Spielgefühl unabdingbar ist.

Und zack! Fertig ist die Einsteigerbox.

RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster (Die Antworten)

So, der Monat ist (fast) rum, da ist es natürlich Zeit, dass ich meine eigene Queste auch brav beantworte. Ich habe mich sehr über Eure verhältnismäßig zahlreichen Beiträge zur diesmonatigen Queste gefreut! Danke dafür. So, nun aber ab in die Vollen:

1.Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?

Eine echte „Geistergeschichte“ leider bislang noch nicht. Ein Umstand, den ich beizeiten ändern möchte. Wir haben einmal das ABOREA-Kurzabenteuer „Die weiße Maid“ gespielt. Dabei nutzt eine Gruppe von Schmugglern den Deckmantel einer Geistergeschichte, welche sich die Dörfler untereinander erzählen. Und tatsächlich war die Gruppe bei der ersten Sichtnahme der Location vorsichtiger als nötig. Aber das Finale war dann schlussendlich doch sehr weltlich und vollkommen geisterlos ;-).

2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?

Ich überlege, ob es in meiner langen Fantasy-Karriere bereits Begegnungen mit „toten“ Auftraggebern oder so etwas gehabt hätte… aber ich fürchte, meine Geistererfahrungen beschränken sich auf Cthulhu&Co im Horrorgenre.

3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?

Ich ordne mich hier einmal als Spielleiter ein und muss zugeben: Eine echte Gruselatmosphäre zu erzeugen, gehört zu den schwierigsten Übungen überhaupt. Wenn das Abenteuer einen da nicht mit tollen Szenen unterstützt, dann kann man das fast vergessen. Ich bin kein Freund von „jetzt die Musik“ und „dann der Soundeffekt“, sondern lasse lieber Hintergrundmusik laufen; insofern muss ich mich auf meine Stimme und die Beschreibungen verlassen. Dabei ist es halt wichtig, nichts zu verraten und das Kopfkino bei den Spielern in Gang zu bringen. Ich selbst kriege nur selten diese Atmosphäre aufgebaut – bei „Das Sanatorium“ war die Luft aber z. B. zum Schneiden dick und auch „Begraben“ funktioniert immer wieder ganz gut.

4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Ha! Als Fragensteller habe ich ja soeben meine liebsten Geisterregeln geteilt. Der Baukasten in DSK ist aber auch wirklich großes Kino.

5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?

Klar, einige. Der „Cthulhus Ruf“ lag einmal ein Archivheft von mir bei, „Das Geisterhaus-Projekt“. Da sind viele dieser Ideen eingeflossen.

GRT-Abenteuerwettbewerb 2021/22: Ein paar Inspirationen

Wie Ihr alle sicherlich wisst, läuft gerade unser Abenteuerwettbewerb für den nächsten Gratis-Rollenspieltag! Noch bis zum 30.06.2021 habt Ihr Zeit, auf genau vier Seiten (na gut, Bilder und Karten zählen extra) Euer Abenteuermaterial zu präsentieren.

Um Euch noch ein paar Denkanstöße und kreative Ideen mit auf den Weg zu geben, haben wir uns gedacht dass es eine gute Idee wäre, Euch ein paar Vierseiter zu zeigen, die andere Autoren zu verschiedenen Anlässen geschrieben haben. Da ist es natürlich ein glücklicher Zufall, dass Organisator Greifenklaue vor rund zweieinhalb Jahren den WTSC ins Leben gerufen hat – denn Winter-Two-Sheet-Contest. Auch bei diesem Wettbewerb ging es darum, Abenteuer auf genau vier Seiten unterzubringen.

Insgesamt gab es damals vier Einsendungen, die sehr unterschiedliche Herangehensweisen an die vier Seiten wählten und auch unterschiedlichste Genres abdeckten. Alle vier Beiträge könnt Ihr HIER immer noch zum Download finden.

Doch auch bei Organisatoren-Kollege Seanchui finden sich waschechte Vierseiter. So zum Beispiel DAGONJI, ein Abenteuer, dass seinen Werdegang als Einseiter für den OPC begann, später jedoch für das Pegasus-Marketing deutlich aufgebohrt wurde. Ebenso gibt es zwei „Szenen des Schreckens“, die einmal als Testballon für den Support gedacht waren, jedoch nie dort verwendet wurden. Sie stellen klassische Lovecraft-Geschichten – bzw. wichtige Szenen daraus – nach und zeigen ebenfalls, wie vier Seiten genutzt werden könnten. Da gäbe es „Das Buch im Haus“ und „Flucht aus Innsmouth„.

Ihr seht: Vier Seiten sind eine Menge Platz, um Eurer kreativen Energie freien Lauf zu lassen. Wir sind schon sehr gespannt auf Eure Einsendungen!

Viele Grüße

Greifenklaue & Seanchui

RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster (Die Fragen)

Schon wieder eine Blog-o-Queste? Schon wieder organisiert von Seanchui? Was ist denn da los? Tja, gute Frage. Im letzten Monat fand sich einfach kein Ausrichter, so dass ich kurzentschlossen – nach kurzer Rücksprache mit „Mastermind“ Greifenklaue – eingesprungen bin. Die Fragen hatten dann passend zum verpatzten Start auch ganz kurzfristig mit Zeiten und Zeitmanagement zu tun. Die diesmonatige Queste hatte ich mir allerdings schon vor Monaten gesichert, und das Thema ist auch wieder ein wenig spielbezogener: Es geht um Geister und Gespenster.

Die Blog-o-Queste hat in ihrer langjährigen Geschichte schon einige Genre-Fragen gestellt und sie wurden zahllos beantwortet. So gab es Fragen zu Genres wie „Fantasy“, „Science-Fiction“ und eben auch „Horror“. Wenn Horror durch ist – warum dann noch einmal die Geister und Gespenster aufwärmen? Nun, zum einen weil ich in der letzten Zeit einige wunderbare Regeln und Setting-Elemente gelesen habe, die mich wirklich inspiriert haben und ich nun von euch wissen möchte, was es da draußen noch so gibt. Zum anderen, weil Geister und Gespenster nun einmal kein reiner Horror-Trope sind, sondern in allen möglichen Settings eine Rolle spiele können. Doch genug der Vorrede: Frisch ans Werk! Hier sind die diesmonatigen Fragen:

  1. Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?
  2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?
  3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
    b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?
  4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?
  5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?

DIE REGELN

  • An jedem Monatsersten werden die Fragen/Lückentexte gestellt. Der Starter wird im rsp-blogs-Forum festgelegt. Wir bitten um Beantwortung auf euren Blogs, Vlogs oder im Forum
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um den sich die Fragen drehen
  • Über die Zusendung eurer Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen wir uns
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, unsere Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in Euren Beiträgen benutzt werden. (alle drei, welches besser gefällt.)

Ich bin sehr auf eure Antworten gespannt und freue mich, diese zu lesen.

Ich würde mich wie immer über Eure Teilnahme freuen – auch und besonders, da die letzten Questen eher mäßig besucht waren!

Beste Grüße
Seanchui

PS: Über den mäßigen Erfolg der letzten Questen wird übrigens HIER diskutiert: https://forum.rsp-blogs.de/index.php?topic=3033.0

RPG-Blog-o-Quest #067: Zeit und Zeitmanagement (Die Antworten)

Da habe ich doch diese Not-Quest viel zu spät an den Start gebracht… genauso spät (aber knapp pünktlich) hier noch meine Antworten dazu 🙂

  1. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr durchschnittlich am Rollenspieltisch, egal ob virtuell oder live?

Das ist in den letzten Monaten und Jahren etwas besser geworden. Vor knapp vier Jahren gründete ich eine Neueinsteigerrunde, die sich konstant bis in die Corona-Krise gehalten hat. Wir stehen noch in Kontakt und hatten einen einzelnen Online-Gehversuch, aber das wird wieder, wenn die Krise vorbei ist. Dazu hat sich eine neue Online-Runde gegründet – wir sind alle sehr cthuloid unterwegs und spielen daher (natürlich) Cthulhu. Dazu kommen die seltenen Runden mit den Veteranen (aktuell auch wegen Covid auf Eis liegend), aber Summa Summarum dürften es mittlerweile so 6 bis 10 Stunden im Monat sein. Im Schnitt. Manchmal ist es nur eine Runde, ganz selten auch mal drei im Monat.

2. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit der Vorbereitung eurer aktiven Rollenspielzeit?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Gruppe ab. Ich würde aber schätzen, dass ich für die 6 bis 10 Stunden Spielzeit im Schnitt 2 bis 4 Stunden DIREKT mit der Vorbereitung verbringe.

3. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit dem Thema „Rollenspiel“, ohne dass es sich um eine direkte spielerische Aktivität oder deren Vorbereitung handelt – also News oder Rezensionen lesen, Crowdfundings kommentieren, in Foren lesen/schreiben, bloggen, Regelwerke und Abenteuer „zu Studienzwecken“ lesen…

Ja, jetzt wird’s ein bißchen peinlich… ich tippe auf rund 60 – 75 Stunden. Bloggen, Redaktionsarbeit, Rezensionen verfassen, Abenteuer schreiben, in Foren stöbern, News- und Shopseiten durchstöbern… dazu kommt das Durchlesen von Rezensions- und anderem Material. Doch, ich denke das ich jeden Abend irgendwas mit dem Hobby zu tun habe.

4. Seid ihr mit dem Verhältnis der drei obigen Zeiten zufrieden, oder würdet Ihr gerne etwas ändern? Falls ja, was und wie?

Der „kreative“ Teil des Hobbies, also Bloggen, Abenteuer/Rezis verfassen, Sachen layouten, Texte redaktionell betreuen… macht mir unglaublich viel Spaß. Ja, ich würde gerne ein bißchen mehr spielen. Aber wirklich viel würde ich nicht ändern wollen.

5. Kurzfristige Absagen oder zu spät kommende Spieler sind Frustgarantien. Mithilfe welcher Hilfsmittel organisiert Ihr Eure Spielgruppe und haltet alle „up-to-date“?

Nichts besonderes. Wir organisieren uns per WhatsApp oder E-Mail. Die niedrige Rundenfrequenz sorgt dafür, dass die Leute den Termin dann aber auch ernst nehmen. Passieren kann immer mal was – von Krankheit bis zur Mehrarbeit – aber das passiert so selten, dass ich noch nicht genervt bin.

DIE REGELN

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Fast vorbei: Crowdfunding zu „Die Masken des Nyarlathotep“

Uh. Ich hatte es zwar vor einiger Zeit – ungefähr parallel zum Chefredakteur Heiko Gill – mal angeteasert, aber zum eigentlichen Start der Crowdfunding-Kampagne keinen Ton mehr verlauten lassen. Immerhin nutze ich jetzt – kurz vor Ende der Kampagne – noch rasch die Gelegenheit, um Euch alle auf das laufende „Cthulhu“-Crowdfunding aufmerksam zu machen!

Natürlich gibt es alle Infos dazu hier: https://www.startnext.com/cthulhu-nyarlathotep

Aber kurz zusammengefasst auch hier ein paar Infos:

Diese klassische Serie von miteinander verknüpften Abenteuern bildet eine unvergessliche Abenteuer-Kampagne. In dem 1921 in Peru angesiedelten Prolog werden die Investigatoren mit Jackson Elias bekanntgemacht, einem charmanten Autor, dessen Untersuchungen ein finsteres Komplott aufdecken. Letzen Endes folgen die Investigatoren den Spuren der mysteriösen Carlyle-Expedition, indem sie 1925 in New York auf Hinweise stoßen, welche sie nach Übersee führen – über England, Ägypten, Kenia und Westaustralien bis nach China. Feinde, Gefahren und das kriechende Chaos selbst in seinen unzähligen Gestalten lauern!

So umschreibt die Webseite zum Crowdfunding die Kampagne. Tatsächlich ist „Masks“ eine der ältesten Chaosium-Kampagnen und lag auch vor Jahren bereits in deutscher Übersetzung – damals noch als Box (seufz) erhältlich – vor. Doch nun wurde das ganze Ding erweitert, überarbeitet, verlängert und überhaupt. Mike Mason und Paul Fricker gehören zu den namhaften Überarbeitern.

Ich selbst bin da tatsächlich ein bißchen skeptisch: länger und mehr ist nicht immer besser. Gerade Mike Mason ist mir noch aus „Petersens Abscheulichkeiten“ als ein wenig ausufernd im Gedächtnis geblieben. Aber das ändert schlussendlich nichts daran, dass die laufende CF-Kampagne eine tolle Gelegenheit ist, sich diesen Klassiker cthuloiden Spielmaterials noch einmal in chic zu besorgen.

Mittlerweile sind auch alle Stretchgoals zur Kampagne freigeschaltet. Dazu gehören Handouts, Hearouts, spezielle Charakterbögen, Landkarten und ein NSC-Kartendeck. Die meisten Stretchgoals gibt es dabei auch in digitaler Form, so dass sich schon ein kleiner Pledge lohnen kann.

Mittlerweile hat die Kampagne die 200.000-Euro-Marke geknackt und über 1000 Unterstützer versammelt. Und dass, obwohl die Stretchgoal-Anzahl überschaubar, Startnext eine furchtbar unübersichtliche Plattform und „Die Masken des Nyarlathotep“ „nur“ eine Neuauflage darstellt. Beeindruckend.

Und? Steigt noch wer ein?

GRT-Abenteuerwettbewerb 2021/22

Willkommen zum GRT-Abenteuerwettbewerb!!!

Seit Jahren liefern wir vom WinterOPC zum Gatis-Rollenspiel-Tag immer das Gesamtdokument unseres OnePage-Wettbewerbs ab (aktuell/Archiv), welches Dutzende Abenteuer und anderes Spielmaterial unter die Spielerschaft bringt. Nun wurde das diesjährige Orgateam – Ingo „Greifenklaue“ Schulze (Blog) und André „Seanchui“ Frenzer (Blog) – gebeten, auch für den Gratis-Rollenspiel-Tag einen Abenteuerwettbewerb zu veranstalten, dessen Ergebnisse sich in dem für Spieler kostenlosen Almanach wiederfinden – genau das ist der Lohn für die ersten drei Plätze. Auf Twitch stellten Ingo und Moritz Mehlem vom GRT-Orgateam die Bedingungen im Groben vor, heute nochmal alles Schwarz auf Weiß.

Ihr erstellt ein Abenteuer zu einem System der GRT-Verläge auf max. 4 Seiten im .doc/.odt-Format, welches drei der 5 folgenden Themen verarbeitet:
Gratis – Geschäft – Technologie – Spiel – Schwert
EINREICHUNG4 Seiten A4 Schriftgröße 12 in Times New Roman im Einfachstlayout mit Überschriften und Absätzen, aber keine Spalten, Bilder oder Karten.

Zusätzlich dürft ihr eine weitere Seite mit Bildern einreichen, die im Almanach benutzt werden dürfen: daher hast Du oder einer Deiner Freunde etwas gezeichnet und erlaubt die VÖ oder es unterliegt einer allgemeingültigen, auch kommerziell nutzbaren Lizenz (Daher z.B. eine CC-Lizenz ohne NC). Was nix bringt, sind Bilder die Du kaufst und nur Du nutzen darfst (typische Stockart). Bilder fließen nicht in die Wertung ein und sollen Dir nur die Möglichkeit geben, mal ein Bild zu veröffentlichen – ansonsten lass dich einfach überraschen, was die Leute vom Almanach zaubern.

Eine sechste Seite mit Kartenmaterial darf auch eingereicht werden, je nach Qualität kann die Karte übernommen werden oder wird dann neu gezeichnet, dass entscheidet das Team des Almanachs. Die Karte selbst ist im Wettbewerb insofern relevant, wie sie Dinge in Eurem Abenteuer gut erklärt. Euer Abenteuer muss natürlich keine Karten enthalten.

Also Einreichung zusammengefasst: bis zu 4 Seiten Abenteuer in rudimentären Layout, optional 1 Seite mit Bildern und 1 Seite mit Kartenmaterial.

Einsendungen gehen ab sofort bis zum 30.6.2021 um Mitternacht an die Adresse seanchui_at_ gmx.de. Bestätigungen kommen üblicherweise innerhalb von drei Tagen. Fragen könnt ihr gerne dort oder hier im Blog stellen.

ERLAUBTE SYSTEME: Um es so einfach wie möglich zu machen, haben wir eine System positiv“-Liste gemacht aus allen Systemen, die von Verlägen sind, die den aktuellen GRT unterstützen – durch Beiträge im Almanach oder als Teil des Goodie-Bags:

Shadowrun (Pegasus)
Cthulhu (Pegasus)
Talisman (Pegasus)
Midgard
Beyond the Wall (System Matters)
Geh nicht in den Winterwald (System Matters)
DCC (System Matters)
Im Schatten des Dämonenfürsten (System Matters)
Swords&Wizardry (System Matters)
Mythos World (System Matters)
Dungeon World (System Matters)
FHTAGN (Deutsche Lovecraft Gesellschaft)
Splittermond (Uhrwerk)
Coriolis (Uhrwerk)
Mutant: Year Zero (und Ableger) (Uhrwerk)
Star Trek (Uhrwerk)
FATE (und Ableger wie Malmsturm) (Uhrwerk)
Achtung!Cthulhu (mit Cthuhu 7; Uhrwerk)
NIP’AJIN (Ludus Leonis)
Dieseldrachen
New Hong Kong Story
Fallen Worlds
Lemna (Orkenspalter TV)
Private Eye (Redaktion Phantastik)
Seelenfänger (Redaktion Phantastik)
Finsterland (Redaktion Phantastik)

DIE JURY: Wie beim WOPC erstellt die Jury eine jeweilige TOP-Liste in etwa der Länge von 1/3-tel der Einreichungen (Beispiel: 20 Einreichungen, TOP 6-Liste), die dann zusammengezogen und von der Orga ausgewertet werden. Die Juroren sind alles erfahrende Winter-OPC-Juroren: Ron Müller (Ausgespielt-Podcast), Elea Brandt (Nerdigen Trashtalk) und André Skora (Würfelheld).

DER PREIS: Die ersten drei Plätze erscheinen im nächstjährigen Almanach abgedruckt, ihr erhaltet natürlich ein Belegexemplar. Für den Rest behalten wir uns auch einen Abdruck vor, z.B. in einem Fanzine. Wir bitten darum, dass der Autor im Veröffentlichungsjahr nix mit der Einreichung macht bis zum nächsten GRT, dann ist er herzlich eingeladen, sein Material auch anderweitig zu nutzen. Bildrechte oder Layout aus dem Almanach gehen aber natürlich nicht an ihn über.

SONSTIGES: Mit der Teilnahme sichert Ihr zu, dass Ihr der Urheber der Einsendung seid.

Wenn ihr mögt, schreibt die Adresse für Euer Belegexemplar mit rein, ansonsten fragen wir nach. De Daten dienen allein der Zusendung des Belegexemplars und wird danach vernichtet. 

Für Fragen stehen wir unter der o.g. eMail-Adresse zur Verfügung.

Verlinkungen auf den “GRT-Abenteuerwettbewerb” sind ausdrücklich erwünscht.

Eine Einreichung pro Person.

Teilnehmen darf jeder außer den beiden Veranstaltern (Greifenklaue, Seanchui), den GRT-Machern und der Jury.

Mehr-Personen-Einreichungen: Sind erlaubt und möglich. Macht bitte deutlich, wer der Einsender ist, damit wir einen Ansprechpartner haben.

Auch beim Lektorat kannst Du Dich unterstützen lassen. Lektoren freuen sich über Erwähnung.

Deine Einreichung sollte bisher unveröffentlicht sein und sollte deutlich machen, welche drei Stichworte genutzt wurden.

Bei Fragen schreibt uns an!

…UND AUF GEHT`S

Wir wünschen Euch viel Spaß und viel Erfolg, beim Schreiben, beim Überlegen und beim Testen, nice dice … Seanchui und Greifenklaue

RPG-Blog-o-Quest #067: Zeit und Zeitmanagement (Die Fragen)

Hallo zusammen,

in diesem Monat habe ich abermals die besondere Ehre, die diesmonatige RPG-Blog-O-Quest auszurichten. Und das sogar äußerst plötzlich – denn gerade, als ich mich auf die Suche nach den diesmonatigen Fragen machen wollte, fiel mir auf, dass noch gar niemand Fragen gestellt hatte! Also, kurzentschlossen, ran ans Werk! Da wir offensichtlich alle die Queste irgendwie vergessen haben, empfinde ich „Zeitmanagement“ als ein sehr passendes Thema :-).

Also, frisch ans Werk!

  1. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr durchschnittlich am Rollenspieltisch, egal ob virtuell oder live?
  2. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit der Vorbereitung eurer aktiven Rollenspielzeit?
  3. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit dem Thema „Rollenspiel“, ohne dass es sich um eine direkte spielerische Aktivität oder deren Vorbereitung handelt – also News oder Rezensionen lesen, Crowdfundings kommentieren, in Foren lesen/schreiben, bloggen, Regelwerke und Abenteuer „zu Studienzwecken“ lesen…
  4. Seid ihr mit dem Verhältnis der drei obigen Zeiten zufrieden, oder würdet Ihr gerne etwas ändern? Falls ja, was und wie?
  5. Kurzfristige Absagen oder zu spät kommende Spieler sind Frustgarantien. Mithilfe welcher Hilfsmittel organisiert Ihr Eure Spielgruppe und haltet alle „up-to-date“?

DIE REGELN

  • An jedem Monatsersten werden die Fragen/Lückentexte gestellt. Der Starter wird im rsp-blogs-Forum festgelegt. Wir bitten um Beantwortung auf euren Blogs, Vlogs oder im Forum
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um den sich die Fragen drehen
  • Über die Zusendung eurer Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen wir uns
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, unsere Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in Euren Beiträgen benutzt werden. (alle drei, welches besser gefällt.)

Ich bin sehr auf eure Antworten gespannt und freue mich diese zu lesen.

Ich würde mich wie immer über Eure Teilnahme freuen!
Beste Grüße
Seanchui

Rezension: Unaussprechliche Kulte

„Einmal den Großen Alten huldigen…“ So oder ähnlich muss der Gedankengang der Entwickler der spanischen Spieleschmiede Nosolorol gelautet haben, als sie das Rollenspiel „Unaussprechliche Kulte“ entwarfen. Nun liegt die deutsche Übersetzung durch den TRUANT-Verlag vor. Wir riskieren einen Blick.

Es gibt gefühlt einhundert Rollenspiele, die sich mit dem Cthulhu-Mythos beschäftigen. Neben dem Platzhirsch, dem von Chaosium und Pegasus verlegten „Cthulhus Ruf“ gibt es mit „Realms of Cthulhu“ eine „Savage Worlds“-Adaption, mit „Trail of Cthulhu“ die „Gumshoe“-Variante, „Apocthulhu“ führt in die cthuloide Apokalypse und auch an regelarmen Varianten – von „Cthulhu Dark“ bis zu „Azathoths Antwort“ mangelt es nicht. Einzig die Prämisse dieser Rollenspiele ist irgendwie gleich: die Charaktere stehen gegen den Mythos und die finsteren Kreaturen, die ihn bevölkern. „Unaussprechliche Kulte“ dreht hier den Spieß einmal um: als Kultisten wollen wir den Großen Alten ein Tor in unsere Welt öffnen.

Die Regeln

Doch wenden wir uns zuerst den Regeln zu. Diese nehmen nämlich auch die ersten zwei Kapitel des Bandes in Anspruch. Charaktere bestehen aus gerade einmal vier Attributen – Stärke, Reflexe, Willenskraft und Intelligenz – sowie wenigen Fertigkeiten zusammen. Die Höhe der Attribute und Fertigkeiten wird über ein einfaches Punktkaufsystem ermittelt, einige abgeleitete Werte wie Entschlossenheit und Gesundheit im Anschluss ermittelt. So weit, so simpel. Ein wenig mehr Gedanken um den eigenen Charakter darf man sich machen, da jedem Attribut und jeder Fertigkeit ein sogenannter „Aspekt“, ein kurzes Schlagwort zugeteilt wird. So haben Charaktere nicht nur „Heimlichkeit 4“, sondern „Schleichen wie eine Katze“ oder sind „Meister der Masken“.

Diese Aspekte treffen wir dann im eigentlichen Regelkapitel wieder. Der Probenmechanismus selbst ist recht elegant. Bei jeder Probe werden 3W10 geworfen und das mittlere Wurfergebnis gewählt. Anschließend werden ein passendes Attribut und die passende Fertigkeit hinzuaddiert. Das so erreichte Ergebnis sollte gleich oder höher einem vom Spielleiter festgelegten Schwierigkeitsgrad sein. Boni oder Mali lassen sich so sehr einfach verteilen, indem das schlechteste Wurfergebnis – oder eben das Beste – verwendet werden kann. Hier kommen nun wieder die Aspekte ins Spiel. Denn zum einen kann man die (zur Situation passenden) Aspekte nutzen, um spielmechanische Effekte wie Wiederholungswürfe zu generieren, zum anderen kann man sie „erschöpfen“ um eine als „Dramapunkte“ bezeichnete Meta-Währung zu erhalten, die weitere Aspekt-Einsätze erlaubt. Selbstverständlich kann man nicht nur eigene Aspekte auf diese Art nutzen, sondern auch Umgebungsaspekte. Ihr merkt schon, „FATE“ stand hier für viele Ideen Pate.

Neben diesen Grundmechanismen gibt es natürlich auch noch die üblichen Regeln, um Stabilität und Wahnsinn darzustellen. In „Unaussprechliche Kulte“ wird das als „Entschlossenheit“ bezeichnet – immerhin sucht man ja geradezu nach dem Kontakt mit dem Mythos. Wer das zu oft tut, erhält allerdings „Degenerationspunkte“. Wer davon fünf gesammelt hat, tut sich bereits schwer unentdeckt unter Menschen zu bleiben und wer gar zehn beisammenhat, der verwandelt sich in eine cthuloide Monstrosität.

Hintergrund

Den Großteil des Buches machen dankenswerterweise Hintergrundkapitel aus. Denn immerhin ist es das erklärte Ziel der Entwickler, den Cthulhu-Mythos einmal aus einer ganz anderen Warte zu betrachten. Ich nehme vorweg, dass dies allerdings nicht wirklich gelingt.

Zunächst einmal wird mit einer Vorstellung des Autoren H.P. Lovecraft und seiner Idee des kosmischen Horrors begonnen. Ein umfangreiches Hintergrundkapitel überführt den Mythos dann in die Gegenwart unserer Zeit. Dieses Kapitel ist durchaus gelungen und zeigt auch, hinter welchen Ecken unserer hochtechnisierten Welt immer noch finstere Kreaturen lauern könnten. Selbst Mythosbücher im Internet werden thematisiert, was ich eine spannende Idee finde. Das nächste Kapitel stellt dann einige cthuloide Gottheiten, Große Alte oder niedere Kreaturen vor, welche der Spielleiter auf seine Gruppe loslassen kann – oder die dem eigenen Kult als Anbetungsobjekt zur Verfügung stehen. Ebenso gibt es ein Kapitel über „Spielleitung“, in dem verschiedene Kampagnenansätze, die Einbindung des Mythos in unsere Welt und einige Grundsätze für die Spielleitung beschrieben sind.

Crunchiger wird es wieder in den Kapiteln „Kulte“ und „Magie“. Denn das Kulte-Kapitel enthält nicht nur eine umfangreiche Sammlung von modernen Mythos-Kulten rund um den Erdball, sondern auch Regeln zur Erschaffung des eigenen Kultes. Dieser erhält nämlich ebenfalls Punkte für Fertigkeiten – wie „Größe“ oder „Ressourcen“ sowie eigene Aspekte, die man wiederum im Spiel benutzen kann. Und das Magie-Kapitel liefert eben nicht „nur“ ein umfangreiches Grimoire und die Beschreibung von spannenden Artefakten, sondern enthält auch die Magie-Regeln und eine ganze Liste von Zaubersprüchen, welche die Charaktere erlernen können. Natürlich hat auch hier wieder die Degeneration ihre Finger im Spiel – wie es eben so ist, wenn man sich mit dem Mythos einlässt.

Leider lassen mich die Hintergrundkapitel ein wenig unbefriedigt zurück. Denn ich entdeckte zwar viele Materialien, die ich spannend und lesenswert fand aber keinen rechten Hinweis darauf, wie ich das jetzt in eine „Kultisten-Kampagne“ verwandele. Im Hintergrundkapitel stecken viele gute Ideen für moderne Mythos-Szenarien. Seien es moderne Kulte, andere Mythosbücher oder seltsame Artefakte – für eine „Cthulhu NOW“-Kampagne ist das eine echte Ideenfundgrube. Wie und warum man das Ganze jetzt als Kult aufgreifen sollte, erklären die Kapitel allerdings nicht.

Abenteuer

Abgerundet wird das Grundregelwerk mit gleich zwei Einstiegsabenteuern. Während das erste Abenteuer noch davon ausgeht, dass die Charaktere überhaupt keine Ahnung davon haben, was sie in diesem Spiel erwartet, wirft das zweite Abenteuer sie bereits direkt in die Konfrontation von zwei Kulten. Beide Abenteuer haben ihren Reiz und gerade das zweite Abenteuer zeigt, wie „Unaussprechliche Kulte“ funktionieren könnte. Allerdings stehen hier ganz klar die Interessen der Charaktere im Mittelpunkt – es geht nicht darum, etwas Schlimmes zu verhindern, sondern darum, den größten Nutzen aus der Situation zu ziehen. Ob das auf Dauer eine Kampagne trägt, wage ich zu bezweifeln.

Aufmachung

„Unaussprechliche Kulte“ ist ein vollfarbiger Hardcoverband mit Lesezeichen. Die knapp 290 Seiten sind großzügig und auf einem hohen Niveau bebildert. Die verwendete Seitenhintergrundgrafik, die Schriften und die Bebilderung transportieren gut die angestrebte Stimmung. Gut gefallen hat mir auch die Bebilderung des Kreaturen-Kapitels, da hier einmal neue Interpretationen für manche altbekannte Wesenheit gefunden wurden.

Neben der optisch imposanten Aufmachung gibt es noch eine Reihe von Kurzgeschichten zu erwähnen, welche die jeweiligen Kapitel einleiten. Ich hätte gedacht, dass diese Unart mit den 1990ern aus den Rollenspielbüchern wieder verschwunden wäre. Doch hier haben wir wieder die typischen Vierseiter, die abwechselnd nichtssagendes Mythos-Geschwurbel oder sehr dünne Lovecraft-Pastiches liefern. Ich empfehle, die Lektüre dieser Seiten schlicht zu überspringen.

Davon abgesehen ist die Aufmachung des Bandes rundum gelungen. In der deutschen Übersetzung sind mir keine groben Fehler aufgefallen – einzig im letzten Abenteuer sind Kleinigkeiten im Lektorat offengeblieben. Technisch kann ich damit eine gute Note vergeben.

Kritik

Das Regelwerk, der SL-Teil und die integrierten Start-Abenteuer bieten so eine Art „Cthulhu verkehrt“ an. Man spielt also einen Kult, der auf den Mythos stößt, seine Macht erkennt, für eigene Zwecke einsetzt und dabei zusehends rücksichtsloser wird und degeneriert. Man intrigiert und kämpft dabei auch durchaus gegen andere Kulte – aber eben nicht, weil diese „böser“ sind oder „noch schlimmere“ Sachen wollen, sondern – ganz einfach – weil diese Kulte über Ressourcen verfügen, die man lieber selbst hätte. Artefakte oder Bücher zum Beispiel.

Mir fehlt die Idee und die Inspiration – trotz reichlich Hintergrundmaterial – wie ich das Spiel auf Dauer in eine Kampagne verwandeln wollen würde. Neben persönlichem Machtgewinn gibt es nämlich nichts zu gewinnen – und der hängt wiederum an der Entfremdung von der Menschheit und dem baldigen Ende der Kampagne. Das Hintergrundmaterial in Summe ist allerdings mehr als solide und wenigstens für andere Cthulhu-Rollenspiele brauchbar; immerhin gibt es neue Beispielkulte und Mythos-Artefakte, die sich in mancher „NOW“-Kampagne ganz gut machen würde.

Schlussendlich empfinde ich das Spiel nicht als tragfähig, um für eine längere Kampagne zu funktionieren. Denn persönlichen Machtgewinn auf Kosten nicht nur der eigenen Menschlichkeit, sondern auf Kosten aller Mitmenschen kann ich mir als One-Shot zur Abwechslung vom investigativen Alltag einmal ganz gut vorstellen. Auf Dauer empfinde ich das Konzept als ermüdend und frustrierend.

Fazit: „Unaussprechliche Kulte“ macht vieles richtig. Ein modernes System mit narrativen Elementen, umfangreiches Hintergrundmaterial und eine optisch opulente Aufbereitung. Gerade für das universell einsetzbare Quellenmaterial möchte ich ein Lob aussprechen. Allerdings fehlt mir bei dem Konzept des Spiels der Wiederspielwert, denn der moralische Kompass vieler Spieler dürfte auf Dauer anders ausschlagen, als vom Spiel vorgesehen.

Diese Rezension erschien ursprünglich auf http://www.ringbote.de

9. Winter-OPC: Auswertung & Download zum GRT!

Wie in jedem Jahr war es unser erklärtes Ziel, die Auswertung und den Gesamtdownload aller WOPC-Beiträge pünktlich zum www.GratisRollenspielTag.de anzubieten. Und wie in jedem Jahr haben wir es irgendwie geschafft.

Ein großer Dank gilt unseren Juroren Philipp und Elea vom Nerdigen Trashtalk (bzw. Nerds-gegen-Stephan) und Christan Günther, die wirklich in Rekord-Zeit die Beiträge gesichtet und bewertet haben! Ohne Euch wäre der WOPC nicht möglich! Ein zweiter Dank gilt unseren fantastischen Sponsoren, ohne deren großartige Unterstützung der WOPC sicherlich nicht so ein grandioses Spektakel wäre: Preise und Gewinner sind hier zu sehen!

Wie immer war es Aufgabe in jeder Kategorie eine TOP 6 zu erstellen nach eigenem Geschmack, die bekommen dann je nach Platz 10/7/5/4/3/2 Punkte und dann wird zusammengezählt. Und das sind die Ergebnisse der drei Kategorien:

Im Doppelpack
1) Der ungewollte Sozius von Cynthia, ein Szenario für Aces in Space
2) Im Märchenwald von Michael, ein Erzählspiel
3) Circuz Cabale von Marc, ein universeller Abenteuerschauplatz

Im Griff der Seuche
Diese Kategorie war hart umkämpft und sah gleich drei (!) erste Plätze:
1) Die Party People von Kaid, ein Szenario für Dread
1) Ein großes Unwohlsein von Rorschachhamster, OSR-Material
1) 10 Tage Krankenhaus von Tim, ein Erzählspiel
2) Nimbusseuche von Tobias, ein Szenario für Monster of the Week
3) Der Fluch der Pestilenz von Nick Dysen, ein Szenario für Deadlands

Verraten und Verkauft
1) Krähenmantel von Prospero, ein universelles Fantasy-Szenario
2) Die Duchess von Kaid, ein Szenario für Private Eye
3) Ein Keller voller Chimären von Philipp, ein Szenario für Das Schwarze Auge

Die Gewinner haben bereits ihre Preise ausgesucht, alle anderen Preise sind bereits unter den Teilnehmern verlost – größtenteils sollten sie sogar bereits zugestellt sein. Die Preisverteilung ist in unserer Preisliste ersichtlich.
Wir gratulieren herzlich allen Gewinnern und bedanken uns bei allen Teilnehmern – Ihr seid großartig! und übrigens hat JEDER letztlich etwas gewonnen- und laden Euch und Alle dazu ein, in unserem Gesamt-Download zu stöbern! Es lohnt sich:

DOWNLOAD

Damit ist der 9. WOPC zu Ende und noch bevor der 10. WOPC beginnt, wird es von uns zum GRT einen Abenteuerwettbewerb geben, welchen Greifenklaue auf der ConspiracyCon zusammen mit Moritz (Glgnfz) Mehlem vom GRT vorstellt. Los geht’s um 18 Uhr unter dem etwas missverständlichen Titel „Abenteuerworkshop“. Und schon um 17:15 geht es um das Thema Fanzines, wo Greifenklaue ebenfalls dabei ist.

Es grüßen
Greifenklaue & Seanchui