Rezension: Gruselkabinett 24+25: Der Fall Charles Dexter Ward

„Die berühmte Erzählung aus der Feder des Kult-Horror-Autoren H. P. Lovecraft (1890-1937) als aufwendige, atmosphärische Hörspiel-Vertonung im Rahmen der preisgekrönten Reihe Gruselkabinett.“ So führt uns der Klappentext der CD in diese Vertonung von Lovecrafts „Der Fall Charles Dexter Ward“ ein. Ist die Umsetzung gut gelungen?

gruselkabinett_24Die Geschichte des jungen Charles Dexter Ward beginnt mit seinem Verschwinden aus der Nervenheilanstalt. In einem ausführlichen Rückblick führt uns nun der Erzähler der Geschichte, der Hausarzt der Familie Ward Dr. Marinus Willet durch die Geschehnisse. Als der junge, sehr exzentrische Ward beginnt, in seiner Familiengeschichte zu recherchieren stößt er auf die Spuren von Joseph Curwen – einem berüchtigten Hexer, der vor Jahrhunderten gelebt haben soll. Die Neugier des jungen Ward ist geweckt. Und schon bald berichten seine verzweifelten Eltern von den seltsamen Experimenten des Jungen – und von einer unheilvollen Wandlung seines Gemütszustandes…

„Der Fall Charles Dexter Ward“ ist unter Lovecrafts Erzählungen ein echter Klassiker. Viele Motive, die sich insbesondere in der Rollenspiellandschaft wiederfinden, finden sich hier wieder. Sei es der Zirkel schwarzer Magier, der Wahnsinn und Niedergang des jungen Protagonisten, die finsteren Umtriebe Curwens oder seine gotteslästerlichen Laboratorien, denen Ward senior und Dr. Willet einen Besuch abstatten werden – „Der Fall Charles Dexter Ward“ gleicht einem CTHULHU-Szenario. Leider macht gerade das die Geschichte auch für einen versierten Kenner des Grauens auch sehr vorhersehbar – und spätestens zur Mitte der ersten CD ist auch dem letzten Hörer klar, was hier tatsächlich gespielt wird. Damit verbringt man noch weit über eine Stunde damit, Vater und Hausarzt dabei zuzuhören, wie sie offensichtliche Hinweise ignorieren und einfach nicht wahrhaben wollen, was wirklich mit Charles Dexter Ward geschehen ist.

Das ist allerdings nicht die Schuld der wirklich hervorragend gelungenen Hörspielumsetzung. Wie so oft hat der Titania Medien Verlag einige bekannte Stimmen – z. B. Ernst Meincke, die deutsche Synchronstimme von Patrick Stewart oder Thorsten Michaelis (der u. a. Wesley Snipes synchronisiert) – zusammengetrommelt. Diese Profis verleihen der Geschichte viel Tiefe und Farbe, schaffen es, den Hörer an den Gefühlen der Charaktere teilhaben zu lassen. Einige gute Sound- und Musikeffekte runden die technische Seite des Hörspiels angenehm ab.

Fazit: Der Fall Charles Dexter Ward wurde vom Titania Medien Verlag hervorragend umgesetzt und setzt die Reihe des „Gruselkabinetts“ auf dem gewohnt hohen Niveau fort. Die Geschichte ist ein wahrer Lovecraft-Klassiker und auch, wenn sie dem versierten Hörer kaum mehr einen Überraschungseffekt bieten mag, lohnt sich das Zuhören allemal!

Talk-like-a-Pirate-Day: Die Barone des Todes

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Piraten können ihre Beute ja verschleudern,
Freunde kaufen, Kurtisanen beschenken
Und wie die Herren schwelgen, bis nichts mehr übrig ist…

– Heinrich VI, Akt I, Szene 1

Arrrr! Heute ist wieder „Talk-like-a-Pirate-Day„! Während die eine oder andere Landratte noch hinter dem Link studieren muß, wovon ich hier eigentlich spreche nutze ich diese absolut großartige Gelegenheit, um Euch noch einmal einen cthulhu.de-Bestseller zu präsentieren!

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 23. November 2011
Autor: Stefan Droste

cthulhu de stempel bestseller(…) wir wollen euch heute fünf besonders blutrünstige Piraten der Karibik vorstellen, die ihr euch für den Rest des Jahres zum Vorbild nehmen könnt – und natürlich haben sie auch cthuloide Szenarioideen im Schlepptau! Macht euch bereit geentert zu werden.

Piraten haftet etwas magisches an. Es ist ihre Freiheit und Wildheit welche sie faszinierend, und über ihren Tod hinaus zu Ikonen, Helden, Dämonen macht. Doch warum bleiben manche von ihnen zeitlebens nichts mehr als seefahrende Strauchdiebe und andere brennen sich mit ihren Taten unauslöschlich als überlebensgroße Kapitäne in das Gedächtnis der Nachwelt ein? In einer Welt des CTHULHU-Rollenspiels ist die Antwort klar: Diesen Piraten haftet in der Tat etwas magisches an.

Die Karbik, auf vielerlei Weise Schmelztigel der Alten mit der Neuen Welt und spätestens durch die massenweise eingeführten und angesiedelten Sklaven ein düsteres, blutiges und exotisches Bindeglied Afrikas mit Amerika. Und die Piraten, welche die Karibik so scheinbar ungebändigt durchkreuzen, sind der ultimative Ausdruck dieser ganz besonderen Verbindung. Denn in ihnen manifestieren sich die Loa, die Geister und gottgleichen Wesen des Voodoo, welcher sich dort etwa zur selben Zeit formt.

Es sind die verschiedenen Aspekte Ghedes, des Herrn über Leben und Tod, welche ihnen innewohnen; auch bekannt als “Die Barone”. Sie sind teils impulsiv, grausam, leidenschaftlich, exzentrisch, bösartig. Im Leben jeder dieser Piraten gibt es ein Ereignis, in dem sich diese Verbindung manifestiert – und sie vervollständigt sich erst mit dem Sterben des Leibs. Die Spielercharaktere haben sicher Legenden über die folgenden Piraten gehört – Legenden die mit gutem Grund über das Grab hinaus reichen…

Francois L’Olonnais (1635-1667)

In Frankreich als Jean David Nau geboren erging sich dieser Seeräuber mit einer geradezu teuflischen Lust an Foltern und der Furcht seiner Feinde. Von der Verwüstung und den Schrecken, den er und seine Spießgesellen in die blühende Stadt Maracaibo brachten, erholte sich diese nie wieder. Sein Hass richtete sich besonders gegen Spanier, gegenüber denen, so schwor er, niemals Gnade zeigte. In diesen blutrünstigen Taten offenbarte sich in ihm der gefürchtete Geist des sadistischen Baron Kriminel.

Es war im Dschungel bei Puerto Cabello als sich dieser Loa in L’Olonnais zeigte. Um Informationen aus zwei gefangenen Soldaten zu pressen, brach der Bukanier dem ersten von beiden die Brust auf, riss das Herz hinaus und begann es, zum Entsetzen des Kameraden, zu verspeisen. L’Olonnois Ende als Mensch ließ nicht lange auf sich warten: Vor der Küste Panamas gestrandet geriet er in die Hände von Eingeborenen. Diese rissen ihn in Stücke, verbrannten die Teile und streuten die Asche in den Wind.

Plot Hook: Ob es den Eingeborenen bewusst war oder nicht: Auf diese Weise verseuchten sie ihre gesamte Insel mit dem hasserfüllten Einfluss des Loa. Das Wasser, der Boden, die Pflanzen die darauf wuchsen, alles trug nun den Geist des Piratenbarons in sich. Und mit der Zeit nahmen die Menschen ihn auf – und es veränderte sie. Die Charaktere stranden unglücklicherwise auf eben dieser Insel und sehen sich plötzlich mit heimtückischen Fallen und einem Kollektiv von willenlosen Eingeborenen konfrontiert, über denen der grausamste Häuptling ihres Volkes thront – doch warum spricht dieser perfekt Französisch?

Henry Morgan (1635-1688)

Eine erfolgreichere Karriere war dem Waliser Henry Morgan beschieden, der als starke Führungspersönlichkeit stets wusste, wie er seine Position verbessern und sichern konnte. Der selbsternannte “Chefadmiral aller Bukaniersflotten und Generalissimo der vereinigten Freibeuter von Amerika“ vereinigte 1.800 Piraten und 36 Schiffe unter sich und stellte den legendären Piratenkodex auf (auch wenn dieser eher eine Richtline war). In dem Stolz, mit der er seinen Titel trug zeigt sich der wachende Baron Cimetière.

1672 wurde Morgan festgenommen und vor Gericht gestellt. Nun mischte sich der Baron ein und rettete Morgan vor der Verurteilung. Damit nicht genug, er wurde sogar zum Ritter geschlagen und zum Vizegouverneur von Port Royal ernannt. Er befestigte die Stadt mit den Kanonen gesunkener Schiffe und brachte fortan seine ehemaligen Kumpanen an den Galgen. Im Tod aber fand er durch die Hand der Loa zurück in die See: Sein Grab versank mitsamt Port Royal beim großen Erdbeben 1692.

Plot Hook: Ein erneutes Seebeben mit anschließender Flutwelle erschüttert Jamaika. Unzählige Schiffe wurden an Land geworfen, ganze Ortschaften zerschmettert. Als die Katastrophe vorbei ist trauen die Menschen ihren Augen nicht: Die untergegange Stadt – von Gott selbst als Strafe für ihre Sittenlosigkeit versenkt – ist wieder an die Oberfläche getreten, behangen mit grünem Seetang und Muscheln. Welcher Kapitän getraut es sich hinüberzufahren und die angehäuften Schätze der ertrunkenen Toten zu bergen? Und in seinem Grab in Port Royal wartet träumend der große Baron der Freibeuter.

Blackbeard (1680 – 1718)

Dieser vielleicht berühmteste Pirate hieß mit “bürgerlichem” Namen Edward Teach und suchte besonders die amerikanische Südostküste heim. Sein Schiff war groß, schlagkräftig bewaffnet und die Mannschaft zahlreich. Trotz des Schreckens den er verbreitete war er nicht so gewalttätig wie andere Kapitäne, stattdessen setzte er ganz auf seinen diabolischen Ruf, den er sich bewusst erarbeitete und geschickt in Szene zu setzen verstand. Diese exzentrische Selbstdarstellung ist typisch für Baron Samedi.

Er war sehr groß, trug einen schwarzen, geflochtenen Bart und unzählige Waffen bei sich sowie brennende Lunten am Hut, was ihn stets mit einer furchterregende Aura aus Feuer und Rauch umgab. Wie sehr er tatsächlich bereits vom Herrn des Todes erfüllt war zeigt sein letztes Gefecht: Es brauchte fünf Schuss- und zwanzig Hiebwunden, ehe er sein Leben aushauchte. Man schlug Blackbeard den Kopf ab und warf den Leichnam über Bord – wo dieser angeblich spöttisch noch mehrere Runden um das Schiff schwamm.

Plot Hook: Angeblich ließ Blackbeards Bezwinger, der junge Lieutenant Robert Maynard, dessen Schädel mit Silber auskleiden und so zu einem morbiden Trinkgefäß umgestalten. Dieses grausige Relikt ging seitdem durch unzählige Hände, brachte aber keinem seiner Besitzer Glück. Man erzählt sich, dass der Geist des Piraten noch immer in seinem Schädel haust, und nach Blut dürstet. Und dass er jene, die davon trinken, als kopfloser Schrecken heimsuchen und mit sich in die Hölle zerren wird, wo er über eine Crew von Verdammten herrscht. Was wird auf dem Schiff der Charaktere geschehen, wenn der Kelch dorthin gelangt?

Anne Bonny (1682 – nach 1720)

Der Ruf der Loa lockte aber nicht nur Männer zur See: Auch die irischstämmige Anne Bonny, eine verwegene und rauflustige junge Frau, heuerte – ihr wahres Geschlecht verschleiernd – auf einem Piratenschiff an. Sie segelte unter der berüchtigten Flagge Calico Jack Rackhams, mit welchem sie sehr bald eine sexuelle Affäre verband und dem sie auf Kuba ein Kind gebar. Im Kampf war sie jedem Mann gewachsen. In Annes feurigem Wesen offenbart sich die rothaarige Maman Brigitte, Gemahlin des Baron Samedi.

Nur so ist auch der folgende unwahrscheinliche Zufall zu erklären: Anne verliebte sich in einen Schiffskameraden, nur um herauszufinden, dass auch dieser eine Frau war: Mary Read. Das Dreiecksgespann Bonny, Read und Rackham machte fortan gemeinsam die Meere unsicher, ehe sie von der Navy gestellt wurden. Read starb im Kerker und Rackham landete am Galgen – nur die schwangere Anne Bonny blieb verschont. Manche sagen sie wurde Nonne, andere, dass sie als der Pirat Roberts zurückkehrte.

Plot Hook: Es ist die Nacht vor der Hinrichtung für die schurkischen Spielercharaktere. Im Kerker bekommen sie ein letztes Mal Besuch, der ihnen die Beichte abnehmen und ihnen so zumindest die Gelegenheit auf Erlösung einräumen will. Der Besucher entpuppt sich als Nonne, welche den Piraten in aller Heimlichkeit anbietet, sie zu befreien und vor dem Galgen zu bewahren. Im Gegenzug fordert sie seltsamerweise, dass diese – anders als Calico Jacks feige Crew – ihre Mannbarkeit unter Beweis stellen und sich auf die Suche nach einem Kind machen, welches sich irgendwo auf Kuba aufhalten soll. Wo sollte da der Haken sein?

Bartholomew Roberts (1682-1722)

Roberts wurde erst recht spät Pirat, machte dies aber durch eine geradezu wahnwitzige Serie an Kaperfahrten wett: Innerhalb von vier Jahren enterte er über 400 Schiffe. Mitgefühl war ihm fremd, er massakrierte Gefangene willkürlich um seinen Ruf zu verbeiten. Sich selbst sah er als einen Gentleman unter den Piraten, kleidete sich in prächtigster Kleidung, verabscheute Rum und hielt ein Orchester sowie Gottesdienste an Bord. Seine elegante Kultiviertheit ist der Ausdruck des dandyhaften Baron LaCroix.

Diese Haltung eines übermenschlichen Kavaliers legte er auch in seiner letzten Schlacht nicht ab. Als klar wurde dass es kein Entkommen mehr gab, beendete Roberts erst sein Frühstück, kleidete sich in einen roten Gehrock aus Damast, legte neben seinen Waffen Gold- und Diamantschmuck an und übernahm wie selsbtverständlich das Kommando. Dieses verstummte erst als ihm, in heroischer Pose auf einer Kanone stehend, ein Schrapnell die Kehle aufschlitzte. Seine Crew versenkte die Leiche sofort im Meer.

Plot Hook: Ein reicher, aber vollständig stummer Gentleman bietet den Charakteren mithilfe eines scheinbar intuitiv dolmetschenden Sklaven eine königliche Belohnung, wenn sie ihn ein Jahr lang transportieren und eskortieren wohin er wünscht. Er sichert zu, dass er das Schiff dabei keiner Gefahr aussetzen, und sich nur innerhalb der Karibik bewegen wolle. Und tatsächlich: Er befiehlt an verschiedenen Inseln anzulegen und geht dort allein an Land. Und stets, am Tage seiner Rückkehr folgt ein weiteres Schiff dem der Charaktere, besetzt mit einer stummen Mannschaft. Für welchen Feldzug benötigt der Edelmann diese Armada?

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Spielleiterhinweise: Der Kniff, die berühmten Seeräuber der Geschichte auf diese Weise, also erst nach ihrem Tod, in die Spielrunde einzubringen, schlägt gleich mehrere Klabautermänner mit einem Paddel: Zunächst ermöglicht es den Spielern, auf diese Legenden der Karibik zu treffen und sich mit ihnen zu messen – ein Element, welches sicher in vielen Runden auf Gegenliebe stoßen wird. Gleichzeitig aber vermeidet der Spielleiter so den gern gemachten Fauxpax, die Spielercharaktere zu reinen Nebenfiguren zu degradieren. Zu guter Letzt verhilft dieser Ansatz zu einer ordentlichen Portion Seemannsgarn und gruselig-karibischer Voodoo-Atmosphäre.

(…)

Talk-like-a-Pirate-Day: ein kurzer Blick zurück…

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Welch ein Tag! Rum ist alle! Unsere Gesellschaft einigermaßen nüchtern! Ein verdammtes Durcheinander zwischen uns!
Großes Gerede darüber, sich zu trennen. Also hielt ich kräftig nach einer Prise Ausschau – nahm eine mit einer Menge Schnaps an Bord, machte die Gesellschaft damit heiß, verdammt heiß; danach lief wieder alles gut.

-aus Blackbeards Logbuch

Arrrr! Heute ist wieder „Talk-like-a-Pirate-Day„! Während die eine oder andere Landratte noch hinter dem Link studieren muß, wovon ich hier eigentlich spreche nutze ich diese absolut großartige Gelegenheit, um Euch noch einmal auf ein paar cthuloide Piratenartikel aufmerksam zu machen.

Da wäre zunächst einmal die absolut großartige Neuauflage von Frank Hellers „CTHULHU: Piraten“, die als Beilage zur dritten Ausgabe von Cthulhus Ruf veröffentlicht wurde. Glücklich, wer bereits zu diesen Zeiten die längst ausverkaufte CR-Ausgabe erstand. Doch auch alle anderen können dank Download-Version in den Genuss von absolut cthuloiden Piratenabenteuern kommen:

Damit aber noch nicht genug! Denn auch, als die fleißige „Cthulhus Ruf“-Redaktion noch auf dem alten Blog cthulhu.de unterwegs war, widmete sich Stefan ein ums andere Mal dem Thema Piraten. Zwei seiner Artikel habe ich auf diesen Seiten als cthulhu.de-Bestseller bereits wieder veröffentlicht, aus gegebenem Anlass verlinke ich sie gleich noch einmal! Wer sich also nach der Lektüre des Regelwerkes gleich mit seinen Bukkanieren auf cthuloide Schrecken stürzen mag, der findet hier spannende Anregungen:

So, und nun weiter im Text!

Arrrr!

RPG-Blog-O-Quest September 2016: GELD

Neuer Monat, neues Glück, neue RPG-Blog-O-Quest. Was mache ich bloß, wenn die findigen Erfinder die Sache irgendwann einstellen…?

rpg-blog-o-quest_logo3RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolgen, Würfelheld oder Greifenklaue dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres HIER.

Wie auch im letzten Monat erscheinen die Fragen eigentlich ein paar Tage zu spät, hätten sie doch wunderbar den letztmonatigen Blog-Karneval flankiert. Aber das schadet ja nicht. Widmen wir uns dem lieben Thema Geld!

1. Wie groß ist Dein durchschnittliches monatliches Rollenspielbudget {z.B. bezogen auf ein Jahr geteilt durch zwölf}?
Gott sei Dank habe ich kein „fixes“ Budget. Denn dann müsste ich mir ja manchen Schnapper entgehen lassen oder könnte manch größere Anschaffung NICHT tätigen. Im Schnitt aber, ja im Schnitt, lege ich wohl rund 40 – 50 EUR im Monat für Rollenspielmaterial aus. Manche Monate geht das aber auch gegen den Nullpunkt, wenn ich mit dem Lesen nicht nachgekommen bin zum Beispiel.

Das Thema des Monats

Das Thema des Monats

2. Wieviel gibst Du typischerweise für eine Sitzung aus und wo ist Deine Schmerzgrenze {z.B. für Essen, Knabbereien, Trinken, Anfahrt, Material, … – ich komm da mit Anfahrt und ggf. einer größeren Essensbestellung öfter mal auf 20 Euro.}?
Das ist völlig unterschiedlich und dort gibt es auch keine echte Schmerzgrenze. Wir spielen im Moment leider viel zu selten. Wenn ich dann als Gastgeber auftrete, spendiere ich auch gerne mal die Käseplatte zum Abendessen (ich berichtete🙂). Das wird dann natürlich etwas teurer – dafür entfallen natürlich eventuelle Spritkosten. Aber die ganze Rumrechnerei ist wie gesagt müßig – wir treffen uns nur selten, und wenn der Abend was teurer wird, ist das nicht schlimm.

3. Für welche Art von RPG-Gimmicks würdest Du Geld ausgeben {z.B. im Rahmen eines Kickstarts, vielleicht magst Du aber auch die DSA-Notizbücher oder Cthulhu-Plüschies}?
Würdest? WÜRDEST? Ich HABE schon echt unnützen Kram im Regal. Von der „Uhrwerk-Heinz-Tabletop-Miniatur“ über den „Plüschie-Cthulhu“ bis hin zum „DSA-Postkartenset“. Tatsächlich gäbe es noch mehr, was mich reizen würde (vom „All-rolled-up“ bis zum bedruckten Würfelbeutel), allerdings bin ich schlicht meist zu geizig.

4. Bei DSA oder Earthdawn gab es zuletzt drei unterschiedliche Ausgaben: die saugünstigen Sparausgaben mit wenig Illus, die Normalausgabe und die teurere Sammlerausgabe, z.B. in {Pseudo}-Schlangenleder für Earthdawn. Welche Art Ausgabe bevorzugst Du für Dein Lieblingssystem, welche für ein System, welches Du mal eben ausprobieren möchtest? Und wo wir gerade dabei sind: Numenera hat es vorgemacht … Box oder Hardcover? Oder ganz anders?
Ich mag die Standardausgaben. Bebildert sollte es sein (ich bin da mehr so der visuelle Typ…), kunstlederne Schrankware brauche ich nicht. Interessanterweise habe ich einige „limitierte“ Exemplare von Rollenspielbüchern hier, die ich allesamt nicht selbst gekauft habe🙂. Sie stehen aber eingeschweißt im Regal, und da gehören Rollenspielbücher eigentlich nicht hin. Und wo wir gerade dabei sind: ich habe mir von „Numenera“ aus nostalgischen „DSA“-Gründen die Box gegönnt – und wünsche mir nun eigentlich, doch auf das Hardcover gegangen zu sein. Hardcover machen schlicht mehr her und ich empfinde sie als praktischer. Naja.

5. Spendenaktionen im Rollenspiel, egal ob die Ulisses-Charity auf der Ratcon {via Nandurion}, das Bundle of Holding oder Spendenbundle bei DriveThru / RPG Now – wie stehst Du dazu?
Da habe ich keine Meinung zu. Mir war bislang nicht mal bewußt, dass das „Bundle of Holding“ eine Charity-Aktion ist…? Wie auch immer, wenn ein Teil meiner RPG-Ausgaben für gute Zwecke genutzt wird, ist das prima. Aber kein Muß. Ähm.

Bonusfrage: Welches ist Dein größter Rollenspielschatz {egal, ob Buch, Box oder ultraseltener Würfel etc.}?
Diese Frage ist interessanterweise schon einige Male mit „mein Lebensabschnittsgefährte“ beantwortet worden. Ich bin da unromantischer🙂. Versteht mich nicht falsch, ich finde es großartig, dass meine Frau meine ganzen Spleens mitmacht und noch nicht dazu übergegangen ist, die Kontenhoheit zu beantragen damit der stete Zustrom unnützer Bücher irgendwann versiegen möge. Aber sie ist nunmal kein „Rollenspielschatz“🙂.
„Schätze“ habe ich – zumindest in meinen Augen – aber ein paar in der Sammlung dabei. Monetär sind wohl einige der älteren „CTHULHU“-Bände im Moment recht hoch im Kurs (Auf den Inseln, Expeditionen, Geisterschiffe, Necronomicon, Malleus Monstrorum…), wobei da der Kurs dank Edition 7 ein wenig eingebrochen ist. Dann habe ich da noch ein wirklich altes „Knaurs Buch der Rollenspiele“, irgendwo aus den 80igern, das zwar furchtbar abgegriffen ist, aber mich trefflichst inspirierend durch die internetlose Zeit Mitte der Neunziger getragen hat. Mein größter „Rollenspielschatz“ aber ist wohl mein selbst publiziertes Buch „Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos“, denn es gibt kein RPG-Buch, mit dem ich mich intensiver beschäftigt habe.

Hallo. Ich bin Seanchui und ich bin Rezensent. – Hallo, Seanchui!

Tja, nun ist es raus.

Ja, ich schreibe Rezensionen. Nicht nur hier auf diesem Blog, sondern auch für den Ringboten. Während ich diesen schockierenden Offenbarungseid einer imaginären Selbsthilfegruppe gegenüber leiste, fragt sich der eine oder andere Leser, was ich hier eigentlich tue, nicht wahr?

Nun, dafür muss ich Euch wohl eine kleine Geschichte erzählen. Sie beginnt bei den Blognachbarn von „Neue Abenteuer“ mit einem Rant über DSA. In Folge dieses Rants hat der betroffene Verlag Ulisses Spiele beschlossen, diesen Blog nicht mehr mit kostenlosem Rezensionsmaterial zu versorgen. Eine entsprechende Erklärung seitens der Blogbetreiber findet sich HIER.

Nachdem sich – natürlich – zunächst ein Sturm der Entrüstung über den furchtbaren Finanzhai Ulisses anbahnte, die offensichtlich und ganz erheblich Einfluß auf die Rezensionen ihrer Produkte nehmen wollten (an dieser Stelle möchte ich meiner persönliche Meinung über den Vorgang nicht weiter vertiefen, da sie für den weiteren Artikel irrelevant ist), schlich sich alsbald in die verschiedenen Diskussionen – sei es bei den Blogbeiträgen oder später auch im Tanelorn – mehr und mehr ein Vorwurf vieler Beteiligten an die Rezensenten ein.

Wer Rezensionsexemplare nimmt, macht sich abhängig. Wer Rezensionsexemplare nimmt, schreibt viel zu freundlich über die jeweiligen Produkte, denn er kann nicht mehr neutral sein. Niemand beißt die Hand, die einen füttert. Nur, wer unabhängig und selbstkäuferisch tätig bleibt, kann WIRKLICH eine objektive Meinung zu einem Produkt fassen. Dazu kommt, dass sich Hinz und Kunz als Rezensenten bezeichnen, egal ob sie journalistisch geschult sind oder nur gerade mal zwei Sätze gradeaus schreiben können. Es ist ein Trauerspiel mit den deutschen Rollenspielrezensionen, ein Trauerspiel. Und vor allem gibt es einige von Euch da draußen, die Gott sei Dank den Absprung geschafft haben und NICHT mehr rezensieren.

Ich aber bin mittendrin. Was tue ich damit nun? Am Besten, ich teile Euch MEINE Sicht der Dinge mit, damit Ihr wisst, was Euch erwartet, wenn Ihr eine Rezension auf diesem Blog lest.

1. Ja, ich nehme Rezensionsexemplare
Längst nicht allen Rezensionen auf diesem Blog liegt ein Rezensionsexemplar zugrunde. Allerdings gilt das für die meisten für den Ringboten verfassten Rezensionen. Auch hier rezensiere ich gerne gekauftes Material, aber ich könnte es mir nie leisten, für den dort von mir gestemmten Artikeloutput auch tatsächlich eingekauft zu haben.
Wirkt sich das auf meine Rezensionen aus? Nein. Ich gebe zu, dass sicherlich der Aspekt des „Und-dafür-habe-ich-Geld-ausgegeben???“-Aufregens unter den Tisch fällt. Gar keine Frage. Aber ich war mir nie zu schade, Dinge die MICH wirklich störten auch anzusprechen. Ich erinnere mich an rege Diskussionen über Produktpolitik, über Design. Ich erinnere mich an harsche Kritik zu einzelnen Abenteuern, an mahnende Worte zu Produktplanungen und an Kritik zu gewählten Bildmotiven. Ich erinnere mich an Umfragen und meine Kritik an Ihnen und ich erinnere mich an einige Produkte, die in meinen Rezensionen nicht wirklich gut weggekommen sind.
Was hat das zur Folge? Natürlich nichts. Niemand schneidet mich, hasst mich, oder streicht mich von irgendwelchen Rezensionsexemplar-Listen, weil ich ein Produkt verrissen habe. Tatsächlich habe ich gerade im Bereich Cthulhu den regen Austausch mit der Redaktion gesucht und schätzen gelernt. Und viele Autoren oder andere Verantwortliche lechzen geradezu nach Feedback und nehmen auch negative Kritik entgegen. Doch auch abseits von CTHULHU habe ich durchaus negative Rezensionen verfassen müssen. Aber nie hat irgendein Verlag daraufhin die Freundschaft gekündigt. Nie.

2. Meine Rezensionen haben keinen Anspruch auf absolute Objektivität
Das ist vielleicht der wichtigste Punkt. Ich versuche, möglichst viele objektive Bewertungskriterien zu finden. War das Lektorat gut? Wie ist die Verarbeitung des Buches? Wie umfangreich ist das Hintergrundmaterial, wie spieltischnah ist es aufbereitet? Wie umfangreich ist das Regelwerk und/oder wie gut sind die Regeln beschrieben? Das sind alles Dinge, die man relativ objektiv betrachten kann. Und ich versuche, all diese Dinge in meinen Rezensionen zu berücksichtigen. Aber natürlich spielt der persönliche Geschmack in der Endnote immer eine Rolle.
Mir gefällt z. B. das düster-schwurbelige-Atmosphäre-Geblubber vieler deutscher CTHULHU-Abenteuer. Nicht unbedingt in der Aufbereitung (auch hier gab es manche Kritik), sehr wohl aber in seiner Herangehensweise an den Mythos. Ja, ich lese von vielen Usern, die gerade deswegen NICHT Cthulhu spielen. Aber mich spricht es an, es war der Grund für mich, diesen Blog anzulegen. Damit stehe ich vielen Publikationen natürlich mit einer gewissen „positiven Grundeinstellung“ gegenüber, die andere womöglich Kopfschütteln lässt. Aber: es ist schlicht das Ergebnis meines persönlichen Geschmacks und hat nichts mit Anbiederei an Verlage zu tun, um ja weiterhin Rezensionsexemplare zu erhalten!

3. Meine Rezensionen sind kurz und umfassen nur wenige Punkte
Ich versuche, meine Rezensionen kurz zu fassen. Ich ertappe mich selbst oft dabei, wie ich bei langen, langen, langen Rezensionen irgendwann den Faden verliere und dann doch zum Fazit scrolle – egal, wie interessant ich das zu besprechende Produkt eigentlich finde. Da ich fürchte, dass es manchem Leser so gehen könnte, möchte ich mich kürzer halten. Was findet Ihr aber in meinen Rezensionen?
Zunächst normalerweise eine kurze Einleitung über das Produkt. Wann und in welcher Konstellation ist es erschienen? War es ein Crowdfunding? Oder das Ergebnis eines Abenteuerwettbewerbs? Als nächstes folgt dann eine Inhaltsangabe. Im Falle eines Regelwerkes spreche ich auch grob darüber, WIE die Regeln überhaupt funktionieren und welche Aspekte „besonders“ sind – bei CTHULHU wären das z. B. die Regeln für Geistige Stabilität, bei SYMBAROUM z. B. der Umstand, dass der Spielleiter NIE würfelt. Nach der Inhaltsangabe formuliere ich normalerweise meine Meinung über das Produkt, welche Stärken und Schwächen in meinen Augen gegeben sind und wer vielleicht lieber die Finger davon lassen sollte. Zuletzt spreche ich meist kurz über Verarbeitung und Layout, lobe oder kritisiere die Bebilderung und lasse einen Satz über das Lektorat fallen. Ein abschließendes Fazit rundet die Rezension ab. All das zusammen kommt normalerweise auf ca. einer A4-Seite unter.

4. Ich rezensiere nichts, an dem ich beteiligt bin
Seit einiger Zeit versuche ich mich hin und wieder als Autor. Da gibt es einige Ausgaben von „Cthulhus Ruf“, in denen ich namentlich geführt werde. Und in irgendeiner Zukunft werden wohl die Siegerabenteuer des letzten Pegasus-Wettbewerbes (bei dem ich den zweiten Platz belegen konnte) veröffentlicht werden.
Ja, ich spreche auf diesem Blog auch über diese Produkte, stelle sie vor, plaudere aus meinem Nähkästchen. Aber ich werte sie nicht. Und die Artikel heißen auch nicht „Rezension“. Und natürlich weise ich in jedem dieser Artikel darauf hin, dass ich an der Publikation irgendwie beteiligt war oder bin. Ich hoffe, so möglichst transparent zu bleiben.

Irgendwann mag – zumindest in Bezug auf CTHULHU – der Punkt erreicht sein, an dem man mir meine Objektivität nicht mehr abkauft. Wenn z. B. mein Name erstmals in einer offiziellen Publikation auftaucht, wird man mir eine direkte Verlagsnähe attestieren, die meine Neutralität unbedingt untergraben muss. Wenn es soweit ist, werde auch ich meine Neutralität und meine Rezensionsfähigkeit für die Produktlinie „CTHULHU“ kritisch hinterfragen müssen. Aber seid versichert, dass ich bis dahin versuche so neutral, offen, ehrlich, kritisch oder lobhudelnd wie es mir MEINE Meinung gestattet, über Cthulhu-Publikationen zu berichten.

Ich hoffe, wir lesen uns
Seanchui

#RPGaDAY 31

RPGaDAY 2016

Wieder gibt es die Challenge „RPGaDay“ im August – und dieses Mal stelle auch ich mich der Herausforderung🙂. Dabei verwende ich – ganz dreist – die freundlicherweise von Jaegers.net vorgestellten, deutschen Übersetzungen der Fragen. Auf geht’s!

Best advice you were ever given for your game of choice?
Bester Rat den du erhalten hast für ein Spiel deiner Wahl?

…leider kann ich gerade die letzte Frage nicht beantworten. Ich habe es dieser Tage mal erwähnt – einen „Mentor“ gab es schlicht nicht🙂.

Da es sich um den letzten Beitrag zur diesjährigen Challenge handelt, sei mir ein kurzes Resümee erlaubt: Diese Challenge gefiel mir von ihren Fragen besser, als die letzte (die ich dann auch nur als Leser verfolgte). Aber ich denke, dass die Teilnahme ein einmaliges Experiment bleiben wird. Irgendwie sind durch die Vielzahl der Fragen die Antworten dann doch immer sehr kurz und sehr knapp – und irgendwie gibt es bei Manchem auch einfach nichts spannendes zu berichten. Danke an die Ausrichter, aber all‘ die kreative Energie könnte man in lohnendere Projekte stecken, oder?🙂

#RPGaDAY 30

RPGaDAY 2016

Wieder gibt es die Challenge „RPGaDay“ im August – und dieses Mal stelle auch ich mich der Herausforderung🙂. Dabei verwende ich – ganz dreist – die freundlicherweise von Jaegers.net vorgestellten, deutschen Übersetzungen der Fragen. Auf geht’s!

Describe the ideal game room if the budget were unlimited.
Beschreibe das idealen Spielzimmer wenn das zur Verfügung stehende Budget unbegrenzt wäre.

Dazu ein Link:

https://imgur.com/gallery/NUWOK

Was soll ich da noch Worte verlieren?

Da ich meinen Keller ohnehin renovieren muß, werde ich mich auch daran versuchen, etwas atmosphärisches auf die Beine zu stellen. Ich möchte allerdings den maritimen Aspekt Cthulhus mehr in den Vordergrund stellen. Wenn es fertig ist, poste ich ein paar Bilder🙂.