Es ist wieder Winter-OPC!!!

6wopcEs ist wieder soweit – der Winter-OPC ist gestartet. Diese großartige Neuigkeit möchte ich allen Lesern meines Blogs natürlich nicht vorenthalten!

Was ist ein OPC? Nun – ein OnePageContest. Bringt interessantes Spielmaterial auf einer einzelnen A4-Seite unter! Nach den Mottos der ersten Jahre “Winter”, “Frühling” und “Silvester/Jahreswechsel” sind nun wieder verschiedene Stichworte vorgegeben…

Es gibt wie immer einen Haufen Preise zu gewinnen – und da haben sich die beiden Veranstalter Greifenklaue und Würfelheld wieder mächtig ins Zeug gelegt! Alles interessante (wie den Blitzpreis für Eiligschreiber) rund um die Teilnahmebedingungen gibt’s HIER, eine Preisübersicht HIER.

Mitmachen lohnt sich damit wieder auf jeden Fall, und ich will wie in den letzten Jahren alles versuchen, wieder mit dabei zu sein!

Was habe ich getan?!?

Hallo zusammen,

nun ist es ja doch ein wenig her, seit ich auf diesen Seiten den letzten Artikel veröffentlicht habe. Doch das hat einen guten Grund, denn: Ich genieße gerade in vollen Zügen meinen Urlaub. Na ja, eigentlich nutze ich den Urlaub dazu, einige liegengebliebene Arbeiten im Haus zu erledigen. Warum erzähle ich Euch nun aber davon?

Wer meinen Blog regelmäßig liest wird sich vielleicht daran erinnern, dass mein Rollenspielkeller bei den sintflutartigen Regenfällen im Frühjahr plötzlich unter Wasser stand. Aufwändige Sanierungsarbeiten, Rohrverlegungen und Renovierungen haben daraufhin den Sommer begleitet. Nachdem ich Anfang des Monats dann endlich den Schutt aus dem Keller getragen hatte, der bei den Sanierungen anfiel, konnte ich mich nun der Wiederherstellung meines Rollenspielkellers widmen. Das ist nun so gut wie abgeschlossen und natürlich möchte ich Euch mit ein paar Bildern an meinem neuen Reich teilhaben lassen. Leider habe ich keine wirklich gute Kamera, aber für einen Eindruck sollte es reichen.

Fangen wir mit einem ersten Rundumblick an:

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Neben dem offensichtlich notwendigen – einem ausreichend großen Tisch nebst genügend Sitzgelegenheiten – wollte ich den Raum auch ein wenig thematisch gestalten. Da wir hier hauptsächlich CTHULHU spielen werden, wollte ich auch den Raum leicht cthuloid anhauchen und entschied mich daher bewusst für ein maritimes Thema (Kingsport und Innsmouth lassen grüßen). Der weitere Vorteil ist, dass man maritime Deko zum Schleuderpreis in allen Discountern nachgeworfen kriegt🙂. Hier nun ein kleiner Detailblick:

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Im Fotorahmen im Hintergund und auch im großen Fotorahmen finden sich auch einige cthuloide Motive – vom Tiefen Wesen bis zum Lovecraftportrait – wieder. Außerdem – schlecht zu sehen, aber da – sind einige balinesische Holzfiguren aufgestellt, die Fruchtbarkeitsgötter darstellen sollen. Wer denkt da nicht gleich an Shubb-Niggurath? Außerdem hat meine Urkunde für den zweiten Platz beim letzten Abenteuerwettbewerb einen Ehrenplatz bekommen🙂.

img_20161128_195626 Ebenso sind nun auch einige meiner Rollenspielbücher in den Keller eingezogen. Das betrifft eigentlich fast alles, außer meine umfangreiche CTHULHU-Sammlung (die ich in der Nähe meines Computers im Büro behalten habe) sowie meine Sammlung von „Das Schwarze Auge“, die ebenfalls im Büro verblieben ist. Nicht, dass die Sammlung so groß oder vollständig oder auch nur schön anzusehen wäre (es sind viele Softcover dabei), aber ich wollte sie schlicht stets in meiner Nähe wissen🙂. Alle übrigen Bücher und Boxen sind nun in den Keller gewandert:

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So, zum guten Schluß habe ich noch versucht ein paar „Stimmungsbilder“ zu schießen – heißt ohne große Beleuchtung und mit ein paar Kerzen auf dem Tisch. Die Fotos sind noch ein wenig schlechter geworden, aber natürlich will ich sie Euch nicht vorenthalten :-):

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So, nachdem dieses Kapitel endlich abgeschlossen ist, freue ich mich einfach nur noch auf ein paar schöne Spieleabende und angenehme Rollenspielstunden in meinem Räumchen!

PS: im Zuge der Neusortierung sind mir einige RPG-Bücher untergekommen, die ich nun wirklich nicht mehr brauche. Ich habe einen „Biete“-Thread dazu im Tanelorn erstellt: http://www.tanelorn.net/index.php/topic,100719.0.html

Vielleicht ist ja für jemanden etwas dabei!

Der Lovecrafter ist da!

Hallo zusammen,

heute möchte ich Euch auf ein neues, cthuloides Magazin aufmerksam machen: den Lovecrafter! Der Lovecrafter ist das neue Vereinsmagazin der „deutschen Lovecraft Gesellschaft“ und tritt die Nachfolge des – leider eingestellten – Magazins „Cthulhus Ruf“ an. Entgegen der streng rollenspielerischen Ausrichtung von Cthulhus Ruf möchte der Lovecrafter allerdings Lovecraft und sein Werk in Gänze präsentieren. Das bedeutet: Es wird weiterhin Rollenspielmaterial auf den Seiten des Lovecrafters publiziert, allerdings werden sich auch andere Texte – Interviews mit Verlagen und Autoren, Essays, Buchbesprechungen, Blicke auf populär-kulturelle Veröffentlichungen und so weiter und so fort auf seinen Seiten wiederfinden. Erschienen ist im September die „Null“-Nummer, eine Art Testballon vor der ersten regulären Veröffentlichung, die im nächsten Jahr angestrebt wird.

lovecrafter_nr-0Ich muß zugeben, die Meldung ist nicht ganz neu. Ich habe auch ein wenig mit mir gerungen, in welcher Form ich Euch heute den Lovecrafter vorstelle. Denn ich persönlich bin zwar an dieser Ausgabe nicht beteiligt, allerdings werde ich die weitere Zukunft des Lovecrafters mitgestalten. Denn nach dem Ende von Cthulhus Ruf und dem Elan, den der junge System Matters-Verlag an den Tag legt, hat sich das bisherige CR-Team dazu entschlossen, dem Lovecrafter nicht mehr in der gewohnten Form zur Verfügung zu stehen. Verantwortlicher für den Rollenspielteil des Lovecrafters wird in zukünftigen Ausgaben meine Wenigkeit sein. Es wäre falsch zu behaupten, ich hätte mich um diese Aufgabe gerissen; mir ist bewußt, welch große Fußstapfen die CR und das dahinterstehende Team hinterlassen hat. Ich bin allerdings bereit, mich der Aufgabe zu stellen und will stets versuchen, das Bestmögliche aus dem Ressort Rollenspiel herauszuholen.

Als neuer Redakteur möchte ich allerdings natürlich nicht die Arbeit meiner Kollegen rezensierend bewerten (das halte ich für schlechten Stil, egal wie positiv die Kritik ausfallen würde), noch diese Vorstellung wie einen Werbetext wirken lassen. Ich beschränke mich also auf eine kurze Inhaltsangabe.

Vorwort
Der neue Chefredakteur des Lovecrafters, Axel Weiß – manchem vielleicht durch den Podcast Arkham Insiders bereits bekannt – eröffnet mit seinem Vorwort die erste Ausgabe.

Vereinsseite
Der neue amtierende erste Vorsitzende der deutschen Lovecraftgesellschaft Volker Rattel gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Vereinsaktivitäten und die vielen Möglichkeiten, mit denen Lovecraft-Fans sich bereits organisieren und vernetzen können.

dLG-Support: Encyclopaedia Necronomica
Clemens Williges interviewt Philipp Hermann, der mit einem sehr erfolgreichen Kickstarter für seine Encyclopaedia Necronomica auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Encyclopaedia ist außerdem eines der Support-Projekte der dLG. Philipp spricht über die Ursprünge des Projektes, die Unterstützung durch die Deutsche Lovecraft Gesellschaft und seine persönliche Beziehung zu Lovecraft. Hierbei werden auch die Schattenseiten des Autors nicht ausgeklammert.

dLG-Events: Rückblick „Gatsby-Party“ 2016
Mit zahlreichen Fotos und leicht wirren Texten berichten Frank Bartsch, Tina Wessel und Marc Meiburg – garantiert spoilerfrei – von der Gatsy-Party, die am Jahresanfang stattfand.

Lovecrafter-Play: Jahreswechsel im Hansen-Haus
Das letzte von Stefan Droste redaktionell betreute Abenteuer stammt aus der Feder von Simone Bischoff. „Jahreswechsel im Hansen-Haus“ ist ein cthuloides Kammerspiel voll menschlicher Tragik und übermenschlicher Ereignisse, die auf ein tragisches Finale hinauslaufen. Das Abenteuer ist hübsch bebildert, mit zahlreichen Handouts versehen und mit vorgefertigten Charakteren für einen gediegenen One-Shot.

Lovecrafter-Interview: Golkonda Verlag
Der Golkonda-Verlag hat durch Neuveröffentlichungen von kommentierten Lovecraft-Ausgaben auf sich aufmerksam gemacht. Nils Gampert fühlt Verlagschef Hannes Riffel und den Übersetzern Alexander Pechmann und Andreas Fliedner in einem ausführlichen Interview auf den Zahn und spricht über Geplantes und Geschafftes.

Lovecrafter-Background: Lovecraft – Autor verstaubter Horrorgeschichten?
Steffen Waschul widmet sich der Frage, ob Lovecrafts Horror überhaupt noch zeitgemäß oder bereits von den modernen Entwicklungen des Horror-Genres überholt wurde.

Eine deutlich ausführlichere Auseinandersetzung mit dem Inhalt führt übrigens Blackdiablo im Cthulhu-Wiki. Und wer jetzt neugierig geworden ist: Auch Nichtmitglieder haben die Möglichkeit, den Lovecrafter im Cthulhu Webshop zu erstehen!

H.P. Lovecrafts Neuengland – Providence/Rhode Island

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 18. November 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Wo Bucht und stiller Fluss sich einen
Und laubbedeckte Hügel stehen,
Die Türme von Providence scheinen
Zum alten Himmel aufzusehen

Und auf den engen, verschlungenen Wegen,
Die über Hang und Berg sich winden,
Mag man der alten Tage magischen Segen
Vielleicht noch immer ruhend finden.

– H.P. Lovecraft
Fungi from Yuggoth
(Nachgedichtet von Andreas Diesel)

Rhode Island

Neuengland. Mein Geburtsort, meine Heimat und doch die große Unbekannte. Ich verließ Neuengland mit acht Jahren, als meine Eltern sich dazu entschlossen in Chicago ein neues Leben anzufangen. Dort, an der Universität von Chicago, studierte ich Geschichte mit einem gewissen Erfolg, auf den ich recht Stolz bin, doch je mehr ich von den ersten Siedlern hörte, umso größer wurde mein Verlangen an die schroffe Ostküste meines Geburtsortes zurückzukehren. Um mein gerade erfolgreich abgeschlossenes Studium zu feiern, fasste ich daher den Entschluss, Neuengland alsbald zu besuchen. Ich wollte mir dabei Zeit lassen und die Eisenbahn, Autobusse und meine eignen Füße nutzen, umso viel wie möglich zu sehen. Das ich kein Automobil besaß, kam daher meinem Plan nur gelegen. Ich hatte mir einen kleinen Geldbetrag angespart und meine Eltern ließen es sich nicht nehmen, mir noch ein großzügiges Taschengeld zukommen zu lassen, so dass ich mich im frühen Herbst, denn zu dieser Jahreszeit soll es an der Ostküste am schönsten sein, aufmachte zu einer ausgedehnten Reise, die in dem kleinsten Staat unseres großen Landes beginnen sollte: Rhode Island.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Rhode Island wurde von religiösen Andersdenkenden besiedelt, nachdem sie von den Puritanern aus Massachusetts vertrieben wurden. Roger Williams war es, der 1630 den Grundstein der Stadt Providence (zurückgehend auf „Gottes gnädiger Vorsehung“ – „God´s merciful Providence“) am nördlichen Arm der Narragansett Bay legte. Mit dem Hafen in Providence und den weiteren Häfen in Newport, Bristol, Warren und den anderen Siedlungen, wurde das kleine Rhode Island zu einem wichtigen Mittelpunkt für den florierenden Seehandel. Und während die Schiffe in Providence mit Butter, feinem Mobiliar, Rindfleisch, Mehl und Wolle beladen wurden, kamen die weitgereisten Schiffe aus der Karibik, beladen mit Zucker, edlen Gewürzen und Sklaven zurück. Die Seeleute brachten Gerüchte und Geschichten aus aller Herren Länder mit und nicht selten fanden kostbare Schmuckstücke, die den Amerikanern so gänzlich fremd erschienen, einen Weg hierher nach Providence.

Providence

Die Anreise nach ProvidenceDer Zug schnaufte schwer als sich die Strecke in Richtung Providence dem Ende zuneigte. Auf der Fahrt hierher, schweifte mein Blick über die herbstlichen Wälder Neuenglands, die ihr rötliches Gold bereits trugen. Mein Herz klopfte als der Zug die hügelige Landschaft passierte und endlich in den Bahnhof der Union Station einfuhr. Meine Reise, von der ich bereits so lange träumte, sollte endlich beginnen.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Wer durch die kleinen Gassen von Providence schlendert und dabei den murmelnden Fluss überschreitet, der kann sich mit ein wenig Phantasie zurückversetzen lassen in das 18. Jahrhundert. Brown UniversityDer Fluss trennt auf beinahe märchenhafte Art das westliche Geschäftsviertel von den schiefwinkligen Gebäuden des historischen Viertels im Osten der Stadt. Hier auf dieser Seite befindet sich die geschichtsträchtige Brown Universität, die 7. älteste Universität der USA. Gegründet von einem Baptistenpastor und dann später zu Ehren von Nicholas Brown, Jr., einem 1768er Absolventen der Institution, der im Anschluss an seinen Dienst als Schatzmeister dem College die finanziellen Mittel zur Einrichtung weiterer Professuren vermacht hatte, in Brown University umbenannt. Das älteste Gebäude auf dem Campus, ist die University Hall, die bereits 1770 errichtet wurde. Während der Revolution, diente dieses Gebäude übrigens als Kaserne für die französischen und amerikanischen Truppen. Die pittoreske Bibliothek der Universität im Beaux-Art Stil gehalten, besitzt zudem eine sehr große Sammlung an Amerikana, also an amerikanischer Folklore und Kulturgeschichte und man munkelt sogar, dass sich hier Bücher befinden sollen, die in menschliche Haut gebunden wurden, doch wahrscheinlich sind das nur dumme Gerüchte.

Sich in die alten Bücher der Brown Universität zu vertiefen war mir ein herrlicher Zeitvertreib. Das Rascheln des Papiers, der Geruch von alten Folianten und die gemütlichen Leseecken die allerorten zum Verweilen einluden, begeisterten mich nachdrücklich. Ich machte es mir gleich mehrere Stunden bequem und da mein Interesse an lokalen Gerüchten geweckt war, vertiefte ich mich in die örtliche Geschichte und förderte wirklich faszinierendes zutage. Ich wünschte ich hätte mehr Zeit, doch es gilt auch den Rest der Stadt zu erforschen!

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Auf der östliche Seite bleibend, findet der geneigte Reisende weitere Orte von Interesse. So zum Beispiel den Providence Art Club, der 1880 gegründet wurde und die Werke örtlicher Künstler ausstellt. Unter anderem soll sich hier ein gewisser Wilcox einen nicht unbedeutenden Ruf erworben haben (dessen Haus, das so genannte Fleur-de-Lys Gebäude, findet sich nur wenige Schritte weit entfernt). In den Jahren 1789 und 1791 wurde das Gebäude sogar erweitert um all den Gemälden und Plastiken einen Raum Providence Art Clubbieten zu können. Biegt man auf die Benefit Street ein, findet man sich in Mitten der ältesten Gebäude wieder, deren labyrinthische Giebel sich überkreuzen und so eine eigenartige Atmosphäre einer längst vergangenen Zeit erzeugen. Hier kann man die historische Entwicklung von Providence anhand der unterschiedlichen Baustile leicht nachvollziehen, die sich vom 18. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert erstrecken. Auf eben jener Straße, findet sich auch das alte John Brown Haus, dass wohl im ganzen Land das schönste Gebäude des 18. Jahrhunderts ist. Dieses Haus wurde 1786 von Joseph Brown für seinen Bruder John gebaut. Heute trifft sich hier, in den exquisiten Räumlichkeiten deren Wohnlichkeit seines gleichen sucht, die Rhode Island Historical Society. Dieser Club ausgesuchter Bürger der Stadt, die mehr als einen Faible für Geschichte und Heimatkunde haben, unterhalten zudem ein Museum (Museum of Rhode Island History) im alten Aldrich Haus (Aldrich war ein einflussreicher US-Senator), auf der Benevolent Street. Dort werden in regelmäßigen Abständen Ausstellungen präsentiert, welche die Geschichte des Staates, seiner Architekturen und Künste zeigen.

Ich wandelte tief bewegt durch die Benefit Street, für mich mehr einem Museum gleich, als einer einfachen Straße, die achtlos von Passanten durchquert und von Automobilen durchfuhren wurde. Die Menschen hier mussten sich glücklich schätzen in einem solch historischen Herz wohnen zu können, Tür an Tür mit Künstlern und Historikern. Was hätte ich dafür gegeben länger hier bleiben zu können und als ich einen Mann fragte, der achtlos an den Bauwerken vorbeiging, wo sich solch Schönheit wohl noch finden ließ, sagte er nur knapp (er bemerkte wohl das ich ein Tourist auf Entdeckungsreise war), dass kein Besuch von Providence vollkommen wäre, hätte man nicht seine Kirchen gesehen.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Auf dem Federal Hill liegt wohl die verrufenste Kirche, die heute jedoch nur noch eine schimmlige Ruine ist. Niemand der bei Verstand ist, würde sich dorthin wagen, vor allem nicht wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Dagegen ist die First Baptist Church, allein von ihrer Größe her schon sehenswert. Die wunderschöne georgianische Kirche wurde 1775 von Joseph Brown entworfen und die bereits 1639 gegründete Baptistengemeinde, war die erste in ganz Amerika. Ebenfalls architektonisch ansprechend entworfen, ist die First Unitarian Church, die sich auf der Benefit Street finden lässt und gotische wie klassische Motive in sich vereint. Sie wurde von John Holden Greene gebaut und 1816 vollendet. Viele weitere Kirchen laden den Interessierten dazu ein, besichtigt zu werden (Grace Church – Eine Kirche im Stil des Gothic Revival; Die Beneficent Congregational Church – Der älteste Teil dieses Bauwerkes lässt sich auf das Jahr 1809 datieren und sie wurde 1836 erweitert & die Cathedral of Saint John, ebenfalls von John Holden Greene entworfen), doch man sollte auch nicht das State Capitol vergessen, welches die Stadt auf einem Hügel überragt.

Die Sonne ging bereits unter und verzauberte das Rhode Island Capitol in einen märchenhaften Tempel aus längst vergessenen Tagen, gekrönt vom aufrechten „Independent Man“. Ich hörte von einer Serviererin unten in einem kleinen Diner (vorzügliche Bohnen!), dass sich eine bezaubernde Ausstellung dort befinden sollte, die einige Schätze Rhode Islands präsentiert. Leider sagte mir der glatzköpfige Pförtner, dass ich zu spät sei. Das Haus hätte bereits geschlossen, doch ich könne gerne morgen zurückkommen. Der pflichtbewusste Mann konnte ja nicht ahnen, dass mein Zug bereits am Morgen in aller Frühe ging und so suchte ich mir ein Hotel für die Nacht und ließ am nächsten Morgen Providence hinter mir. Der Zug brachte mich nach Südosten, in das Städtchen Bristol.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

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Ich entdeckte das Buch erst nach einer recht mühsamen Suche, denn auch das ansonsten freundliche Personal in der Bibliothek legte eher ein Interesse daran, mich von der Suche abzubringen als mir tatsächlich zu helfen. Doch da ich so viele Verweise auf dieses seltsame Buch entdeckte, musste ich einfach weitermachen und als sich dann das Gerücht bewahrheitete und ich das Buch tatsächlich fand, frohlockte ich und zitterte doch gleichzeitig vor Abscheu: Das Buch war wahrhaftig in menschliche Haut eingebunden! Ein süßlicher Duft umfing mich als ich flüchtig die Seiten umblätterte bis zum Titel: Cultes des Goules. Mein Französisch ist nicht sehr gut, doch ich konnte zumindest soviel verstehen, dass ich das Buch angewidert fort schob, nachdem ich nur eine Seite las, die wohl nachträglich in das Buch eingebunden wurde und über die Zustände während der Revolution berichtete…

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Nur wenige wissen, dass zwischen den staubigen Lehrbüchern der Brown Universität auch einige Bücher lagern, die nicht für jedermanns Augen bestimmt sind. Einige der Bücher sind schlicht Kunstobjekte die sehr sorgsam behandelt werden müssen und daher dem üblichen Leser vorenthalten werden, andere dagegen sind einfach von solch schockierendem Inhalt, das man den unbedarften Leser davor schützen muss. Unter diese Bücher fallen weiterhin noch einige besondere Werke. Was nur wenige wissen ist die Tatsache, dass sich unter diesen Bänden auch solche befinden, die in menschlicher Haut eingebunden wurden und es gibt neben dem harmlosen „Totentanz“ (auch bekannt als Danse Macabre), weitaus andere Folianten, die wesentlich verstörender und beängstigender sind. Das Cultes des Goules ist eines dieser Werke und Nathaniel Evelith konnte einen Blick hinein werfen.

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Providence ist eine alte Stadt. Gegründet von religiösen Abweichlern, schufen sich die Siedler aus Massachusetts eine neue Heimat am nördlichen Ausläufer der kalten Narragansett Bay. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Siedlung und mehr Menschen ließen sich in Providence nieder. Niemand von ihnen ahnte, das auch eine Kolonie der leichenfressenden Ghoule unter der Stadt wuchs und erst als ein französischer Siedler, fortgejagt aus Massachusetts wegen seines abstoßenden Gehabes und seiner fremdartigen Gelüste, das verschriene Cultes des Goules mit sich brachte, machten sich die monströsen Geschöpfe bemerkbar. Angelockt von dem Geruch des Buches nahmen sie Kontakt mit dem Franzosen auf, den sie in eine Knechtschaft zwangen: Fortan sollte er ihnen frische Leichen beschaffen und dies war der Beginn eines unmenschlichen Ritus, der bis heute Jahr um Jahr fortgeführt wird. An einem Tag im Jahr, meist um das Julfest herum, wird den Ghoulen geopfert und die Stadtväter nehmen dies freiwillig in Kauf, denn was die Ghoule als Austausch anbieten, hat die Stadt heute zu dem gemacht was sie ist.

RPG-Blog-O-Quest November 2016: OnePages

Die wohl großartigste Nachricht des Tages – und an diesem Tag gab es eine Menge großartiger Nachrichten, wie z. B. die Wiederveröffentlichung von Fading Suns durch Ulisses – lieferte Kollege Greifenklaue ganz beiläufig mit der Einleitung seiner neuesten RPG-Blog-O-Quest:

Der WOPC steht vor der Tür.

Da freu ich mich in jedem Jahr drauf! Und da ist es doch eine nette Idee, die diesmonatigen RPG-Blog-O-Quest-Fragen auch gleich dem Thema OnePager zu widmen! Schauen wir mal, was mir dazu alles einfällt – aber zunächst einmal das Wichtigste:

rpg-blog-o-quest_logo3RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolgen, Würfelheld oder Greifenklaue dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres HIER.

1. Spielst Du OnePage-Abenteuer? Was magst Du an ihnen, wo siehst Du ihre Vor- und Nachteile? {Alternativ: Warum spielst Du keine OnePages?}
Tja, de fakto spiele ich keine OnePage-Abenteuer. Doch ich würde wirklich gerne. Ich sehe eine Menge Vorteile in dem Format – geringe Vorbereitungszeit, kreative Ideen, Möglichkeiten etwas „Verrücktes“ zu tun… leider spiele ich schlicht zu selten, um all‘ diese Dinge dann auch mal wirklich auszuprobieren.

2. Mein liebster Onepage ist wohl der Siegerbeitrag des Winter-OPC von 2013/2014, das CTHULHU-Abenteuer „Same Procedure“. {Link} Eine sehr schöne Prämisse, gut ausgearbeitet und es bietet sich wirklich als Silvester-Party an. Sehr schön.

3. Neben Abenteuern würde ich gerne mehr Kreaturen und Monstren als Rollenspielmaterial auf einer Seite sehen, weil sich auch nichts so einfach ein interessanter Plot stricken läßt, wie aus einer guten und ideenreichen Kreaturenbeschreibung.

4. Wenn ich einen Onepage schreiben würde, müsste unbedingt die eine oder andere %-Angabe mit rein, weil ich garantiert wieder etwas für CTHULHU mache🙂. Nein, im Ernst, bisher habe ich seit dem zweiten OPC in jedem Jahr 2-3 Einträge eingereicht und sogar hier noch eigene OnePager veröffentlicht. Die Frage nach „schreiben würde“ stellt sich damit für mich kaum mehr.

5. Als Thema würde ich mir kein Oberthema für den WOPC wünschen, weil ich mich in der Vergangenheit oft reichlich verbiegen musste, um das Thema zu kratzen. Ich empfinde das ehrlich gesagt als einschränkend.

Die unabhängige Bonusfrage: In letzter Zeit sprießen Neuankündigungen deutschsprachiger RPGs aus dem Boden. Welches sehnst Du am meisten her?
Es gibt einige, die ich wirklich gerne in meinem Bücherregal hätte. Im Moment wünsche ich mir aber am ehesten Symbaroum, denn ich habe wider besseren Wissens am Crowdfunder teilgenommen und verfolge nun mit Schrecken eine Verzögerung nach der anderen. Ich bin froh, wenn ich es aus dem Postkasten gefischt habe.

Halloween Special – 10 kleine Schritte…

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2008
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller10 kleine Schritte hinein ins Grauen präsentieren wir euch heute an Halloween. 10 kleine Szenarioideen oder unheimliche Situationen in denen sich eure Charaktere wieder finden könnten. 10 kleine Wege in den Wahnsinn…

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1.
Herrmann Gottfried Keller ist die neuste Entdeckung auf dem Kunstmarkt. Gemeinsam mit deinen Freunden bist du bei der Ausstellungseröffnung und auch wenn die Bilder deinen Geschmack nicht unbedingt treffen, Keller hat Talent. Nur einem scheint das Ganze so gar nicht zu gefallen. Jonas Hellman glotzt die Bilder aus allen verschiedenen Winkeln an. Oft müssen die Wachmänner den jungen Mann zur Seite nehmen, damit er die Kunstwerke nicht berührt. Das hält ihn nicht davon ab, sich auf den Boden zu legen und die Bilder von unten anzustarren. Die anderen Gäste amüsiert es zunächst, aber als Hellman dann irgendwas von einem gelben Zeichen murmelt und völlig wahnsinnig durch die Gänge springt, hat der Spaß ein Ende. Noch bevor ihn die Wachmänner zu fassen bekommen, wirft sich Hellman gegen ein Fenster und reißt sich am Glas die Pulsadern auf, bis das Blut heftig aus seinen Armen sprudelt. Er ist tot. Ein schrecklicher Anblick und du und deine Freunde müssen psychiatrisch versorgt werden. In einer Therapiesitzung beginnt man über den armen Hellman zu reden und auch über das Gelbe Zeichen, das sich wirklich irgendwie in die Bilder geschlichen zu haben scheint oder ist Keller klar was er da tut?

2.
Was für eine Nacht! Dein Kopf brummt unheimlich. Stockdunkel hier im Zimmer. Du willst aufstehen und stößt dir den Schädel. Du liegst nicht im Bett, du liegst in einem engen, kleinen Raum… Du bist in der Leichenhalle, in einem der Schubfächer. Und du bist nicht der einzige, da sind noch andere die hier aufgewacht sind…

3.
JUHU! Endlich kannst du deinem Studium den beliebten Auslandsaufenthalt hinzufügen. Die Miskatonic University in Arkham erwartet dich bereits. Die Uni zahlt auch noch die Unterkunft! Sie sind ganz begierig darauf dich kennen zu lernen.

4.
Dein Großvater war ein besessener Ahnenforscher. Er starb vergangenes Wochenende und nun liegt es an dir seine Besitztümer zu sichten. Darunter findet sich auch der vollständigste Stammbaum deiner Familie. Peinlich genau sind die Geburtsdaten eingetragen und auch die Sterbe… Nein, da stimmt irgendwie etwas nicht. Die Sterbedaten stehen nicht bei allen Familienmitgliedern. Nur selten hat Großvater diese Daten eingetragen. Wusste er sie nicht oder gab es vielleicht keinen Grund die Daten einzutragen? Ihr seid eine schrecklich alte Familie, viele Generationen lang reichen eure Wurzeln zurück bis nach Europa. Als du auf deinen Familienzweig blickst, fällt dir etwas sehr Seltsames auf: Übermorgen ist dein Todestag.

5.
Feierabend! Die beste Zeit des Tages. Mit deinem Wagen fährst du nach Hause, eine kleine Siedlung außerhalb der Großstadt. Als du auf die Parkstreet einbiegst stellst du mit Freude fest, das Jimmy endlich sein Fahrrad weggeräumt hat. Die Jeffersons haben es geschafft ihren Laubhaufen zu entsorgen und sogar den Zaun gestrichen. Die Häuser hier sehen alle so sauber aus und so ähnlich. Da hinten ist auch schon dein Häuschen, deine Nachbarn erwarten dich. Sie lächeln. Doch einige wirken seltsam abwesend und bewegen sie sich nicht wie Marionetten…

6.
Du wartest am Postschalter um ein Telegram aufzugeben. Überraschend begrüßt dich ein guter Bekannter, der gerade durch die Tür kommt. Er fragt dich wie es dir geht, was die Familie macht, die Arbeit usw. Er wirft nur kurz einen Brief ab und dann wünscht man sich einen schönen Tag. Du wartetest weiter. Überraschend begrüßt dich ein guter Bekannter, der gerade durch die Tür kommt. Er fragt dich wie es dir geht, was die Familie macht, die Arbeit usw. Irgendetwas stimmt hier nicht… Darauf angesprochen lacht der Bekannte nur: Eine tolle Geschichte! Aber das Ganze geht dir nicht aus dem Kopf und es sollte nicht zum letzten Mal passieren.

7.
Du sitzt gemeinsam mit einigen Freunden im Restaurant. Es ist laut, die Gäste unterhalten sich, der Kellner kommt und nimmt die Bestellung auf und gibt Hinweise für die Weinkarte. Immer wieder dringen Gesprächsfetzen an dein Ohr und sie ergeben zusammengesetzt einen Sinn: Sie scheinen dich vor etwas oder jemanden zu warnen. Dann plötzlich um Punkt 21:37 halten alle Personen im Restaurant inne und starren zu dir hinüber. Es dauert vielleicht drei Sekunden. Dann nimmt jeder wieder sein Gespräch auf und die Unterhaltungen sind völlig normal. Vielleicht hättest du das alte Buch doch nicht lesen sollen.

8.
In der Nacht träumst du von einer alten Kultstätte. Zwölf kleine Obelisken umgeben einen steinernen Altar, an dessen Fuß eine Treppe hinab in die Eingeweide der Erde führt. Du tanzt ekstatisch um den Altar gemeinsam mit deinen Freunden und Fremden und ihr betet zu etwas, das der menschliche Geist nicht begreifen kann. Ihr steigt hinab in die Finsternis und dann endlich begreift ihr alles… Als du aufwachst bist du völlig verschwitzt. Als du von deinem Traum erzählst, berichten auch deine Freund davon, dass sie einen ziemlich ähnlichen Traum hatten. Auch andere Menschen die du im Traum gesehen hast, begegnen dir in der Realität und was noch sonderbarer ist, ist die Tatsache dass sie dich ebenfalls erkennen. Als dann in den Nachrichten noch von einem sensationellen Fund in der Innenstadt berichtet wird, nimmt das Grauen Gestalt an. Auf dem alten Marktplatz werden Zwölf kleinen Obelisken gefunden und ein Schacht der wohl nach unten in die Eingeweide der Erde führt.

9.
Du nimmst die letzte U-Bahn nach hause. Während der Waggon schaukelt und rollt döst du ganz langsam ein… du darfst die Haltestelle nicht verpassen! Du schreckst hoch und siehst gerade noch wie die U-Bahn an einer Haltestelle vorbeifährt. Durch die schmierige Scheibe siehst du wie sich zwei dünne Kreaturen auf einen Mann im Anzug stürzen. Sie zerreißen seine Kleider, seine Haut und ziehen ihn hinab in den dunklen Tunnel. Hast du dir das nur eingebildet? Der U-Bahnfahrer denkt ja, aber zur Sicherheit schickt er einen Wachmann über Funk hin. Du steigst mit einem mulmigen Gefühl an deiner Haltestelle aus. Hat sich da gerade etwas im Schatten bewegt?

10.
Ach diese kleine Ortschaft kam genau richtig. Die Autofahrt war lang und anstrengend, warum also nicht in einem Hotel halten und morgen weiterfahren? Der Ort selbst ist urig und friedlich. Die Hotelzimmer gemütlich und das Abendessen wirklich köstlich. Danach schläft man umso fester. Der Morgen hält dagegen eine unangenehme Überraschung parat: Alle Bewohner des Ortes sind tot! Was ist hier geschehen? Was hat die Bewohner getötet und wieso kann man das Dorf nicht verlassen? Es scheint so als wäre eine Art Zauber aktiv… Als sich die Leichen dann noch bewegen erwacht der Überlebenswille!

Rezension: Königsdämmerung – Kampagnen-Tagebuch

„Was bitte ist ein Kampagnen-Tagebuch?“ Die Worte, mit denen Chefredakteur Heiko Gill eben dieses Kampagnen-Tagebuch im Vorwort eröffnet, schossen auch mir durch den Kopf als ich das Produkt betrachtete. Schauen wir doch einmal nach!

rezension-koenigsdaemmerung-kampagnen-tagebuch„Königsdämmerung“, die Übersetzung der amerikanischen Kampagne „Tatters of the King“ aus dem Jahr 2008, ist die neueste Kampagnen-Veröffentlichung aus dem Hause Pegasus für „Cthulhu“. Neben der eigentlichen Kampagne, die ja vorrangig von Spielleitern gekauft werden wird, haben Verlag und Redaktion eine Möglichkeit gesucht, um auch Spielern Material an die Hand zu geben. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist das „Kampagnen-Tagebuch“. Doch worum handelt es sich genau?

Im Laufe der Kampagne „Königsdämmerung“ können die Investigatoren – und damit natürlich auch ihre Spieler – auf eine Vielzahl verschiedener Handouts stoßen. Während Handouts ohnehin für „Cthulhu“ – und insbesondere für die deutsche Pegasus-Ausgabe des Horror-Klassikers – ein Markenzeichen sind, ist die Vielzahl und der Abwechslungsreichtum bei „Königsdämmerung“ recht hoch. Neben den obligatorischen Buchauszügen hinterlassen Photographien, Tagebucheinträge, Briefe, Einladungskarten und noch einiges mehr wichtige Hinweise für die Investigatoren.

Die Idee hinter dem „Kampagnen-Tagebuch“ ist es nun, diese Handouts in gebündelter Buchform zu präsentieren. Damit sollen zwei Ziele erreicht werden: Zum einen wird der Spielleiter von der lästigen Pflicht entbunden, alle Handouts gesondert vorzubereiten. Zum anderen soll es so für die Spieler einfacher werden, eine Art Tagebuch über den Verlauf der Kampagne zu führen, wie es in manchen Spielgruppen ohnehin üblich ist. Dabei wird bei den Spielern natürlich ein gewisses Maß an Selbstdisziplin vorausgesetzt, denn wer zu weit vorblättert, erhält bereits Informationen, die sein Investigator noch nicht kennt.

Ich muss sagen, dass mir die Idee hinter dem „Kampagnen-Tagebuch“ ausnehmend gut gefällt. Allerdings merkt man der tatsächlichen Ausführung den niedrigen Preis leider auch an. Versteht mich nicht falsch: Das Buch steht in Druck- und Papierqualität den übrigen, für die Edition 7 erschienen Softcoverbände in keiner Weise nach. Auch sind die Handouts liebevoll und aufwändig gestartet; das großzügige Layout mit ausreichend Platz für eigene Notizen wirkt durchdacht und sieht gut aus. Tatsächlich hätte ich mir für ein „Kampagnen-Tagebuch“ aber eine stimmungsvollere Aufbereitung gewünscht. Die Handouts nicht in Buchform, sondern als einzelne Ausdrucke zum Austeilen beizulegen und das Tagebuch als schick aufgemachtes, dem Thema angepasstes Notizbuch zu präsentieren hätte zu wesentlich mehr Individualität der eigenen Tagebücher beigetragen und würde deutlich stimmungsvoller wirken. So bleibt das „Kampagnen-Tagebuch“ in meinen Augen eine gute Idee, deren Möglichkeiten jedoch längst nicht ausgereizt sind.

Fazit: Ein Fazit zu ziehen fällt mir schwer. Das „Königsdämmerung – Kampagnen-Tagebuch“ ist eine nette Idee und für Gruppen, die gerne Tagebuch führen oder deren Spielleiter die Vorbereitungszeit reduzieren möchte, eine empfehlenswerte Anschaffung. Leider bleibt die Idee jedoch in der Ausführung hinter ihren Möglichkeiten zurück.

PS: Diese Rezension erschien ursprünglich bei Ringbote.de