RPG-Blog-O-Quest #061: Zwischenbilanz Coronakrise

Und schon wieder ist es Zeit für eine neue Blog-O-Queste! In diesem Monat nimmt sich der Ackerknecht der Queste an und stellt Fragen rund um DAS dominierende Thema des Jahres: CORONA und unser Umgang damit. Ich bin des Themas zwar eigentlich reichlich müde, doch hey: keine Blog-O-Queste ohne mich! Mal schauen, wo uns das Ganze hinführt!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1) In der Summe bisher, war der Einfluss von Corona in Bezug auf Euer Hobby Rollenspiel negativ, irrelevant oder sogar positiv?

In Summe: irrelevant. Ja, es hat meine regelmäßige Spielgruppe arg ins Stolpern gebracht. Oder eher gesagt: bisher haben wir uns immer nur Grüppchenweise getroffen. Aber in Summe – ich habe in diesem Jahr reichlich Zeit gehabt, um Material zu schreiben, habe eine deProfundis-Runde gestartet und English Eerie gespielt, habe sogar meine ersten Online-Gehversuche hinter mir UND ich habe wieder reichlich Rezensionen bei den Ringboten platziert. Nein, Corona hält mich nicht auf, auch, wenn mein Rollenspielkeller ein wenig eingestaubt ist.

2) Was war denn die gravierendste Auswirkung der Situation aufs Hobby?

Ja, in erster Linie die Tatsache, dass wir uns eine ganze Zeit lang nicht mit allen treffen DURFTEN (zu viele Haushalte…). Daher pausiert auch gerade meine Kampagne.

3) Glaubt Ihr, dass das Hobby wird irgendwann wieder „normal“ werden wird? Mit dichtem Gedränge an der Con-Rundenliste und nächtelangem Zocken mit Personen aus fünf verschiedenen Haushalten in einem schlecht belüfteten Keller? 

Selbstverständlich, ja.

4) Habt Ihr ein geiles Hobby-Projekt für „die Zeit danach“ in Arbeit? Ein nie dagewesenes Roll20-Skript? Eine neu bemalte WH40K-Armee? Ein episches LARP Kostüm?

Nun, natürlich habe ich ein wenig Vorarbeit in Bezug auf meine Kampagne geleistet. Aber das ist ja ohnehin unabhängig vom Spielrhythmus immer mal wieder fällig. Das ich aber etwas episches neues gebastelt hätte, das jetzt in meiner Schublade liegt und darauf wartet, auf die Menschenmassen losgelassen zu werden: nein, das habe ich nicht.

5) Habt Ihr die Situation schon einmal im Spiel aufgenommen? Habt Ihr den lang geplanten Seuchenplot endlich ausgespielt? Oder habt Ihr den lang geplanten Seuchenplot endgültig zu den Akten gelegt? Versteht Ihr jetzt besser, was VITAS für die Welt von Shadowrun bedeutet?

Nein, nichts dergleichen. Aber meine Rollenspielrunden haben ohnehin selten irgendwas mit Tagesgeschehen zu tun.

Rezension: Petersens Abscheulichkeiten

Sandy Petersen ist einer der „Großen Alten“ des cthuloiden Rollenspiels. Immerhin ist er einer der Autoren des lovecraftschen Rollenspiels Nummer 1, „Cthulhu“. Nun hat er einige seiner neuesten Abenteuer zu Papier gebracht. Was uns da wohl erwartet?

Das Vorwort zu „Petersens Abscheulichkeiten“ liest sich denn auch reichlich interessant, plaudert doch der „Große Alte“ höchstselbst ein wenig aus dem Nähkästchen. Alle Szenarien aus dem Band – insgesamt fünf an der Zahl – stammen aus seinen Überlegungen vor Conventions. Die meisten dieser Abenteuer bestanden also – bis die Arbeit an diesem Band begann – eher aus Notizen, Schmierzetteln und den Vorstellungen in Sandys Kopf. Mike Mason, den cthuloiden Spielern sicher bekannt als Herausgeber bei Chaosium und federführend an der aktuellen, siebten Edition von „Cthulhu“ beteiligt, hat diese Notizen sortiert, gesammelt und gemeinsam mit Sandy Petersen in die vorliegende Form gebracht. Und die Szenarien haben es in sich: Sandy stellt im Vorwort die These auf, dass die Leute auf Conventions wohl erwarten, dass „Sandy sie bei Cthulhu umbringt“. Daher sind die Szenarien alles andere als zimperlich.

An dieser Stelle folgt die obligatorische Spoilerwarnung: Spieler, die die Szenarien noch erleben wollen, sollten die Inhaltsangabe überspringen! Alle Szenarien sind als One-Shots mit vorgefertigten Charakteren angelegt. Im ersten Szenario, „Hotel zur Hölle“, erben die Charaktere ein altes Hotel in der Wildnis Kanadas. Während den Renovierungsarbeiten stoßen die Investigatoren nicht nur auf seltsame Spuren aus alter Zeit, sondern die Arbeiter öffnen versehentlich ein Tor zur Hölle. Bald schon bricht rund auf dem Erdkreis das Chaos aus und auch in der kanadischen Wildnis bahnt sich der Weltuntergang an … Im Szenario „Das Wrack“ finden die Investigatoren – allesamt vergnügungssüchtige VIPs an Bord einer Vergnügungsjacht – ein altes Containerschiff auf einem Eisberg. Bei der Untersuchung stellt sich heraus, dass hier Schreckliches vorgefallen sein muss – und die Kreatur, die hier gewütet hat, ist immer noch an Bord! Weiter geht es mit „Panákeia“, einem Szenario, das medizinische Forschungen zum Mittelpunkt hat. Hier experimentiert eine junge Medikamentenfirma mit der Milch Shub-Nigguraths und erschafft so willenlose Sklaven und Monstren, die für reichlich Unheil sorgen. Es liegt an den Investigatoren, in die Eingeweide des Firmenkomplexes einzusteigen und hier für ein Ende der Experimente zu sorgen.

Auch das Szenario „Mohole“ ist ein klassisches „Closed Room“-Szenario. Die Investigatoren stellen ein Inspektorenteam dar, das die Arbeiten auf einer Ölbohrinsel inspizieren soll. Leider haben die Bohrungen einen Zugang in das finstere N’Kai geöffnet, sodass der Geist Tsathogguas beginnt, die Leiter der Bohrung in den Wahnsinn zu treiben. Just als die Investigatoren vor Ort sind, bricht nicht nur ein Sturm los, nein, auch die Wesenheiten aus der Tiefe, gemischt mit den wahnsinnigen Handlungen der Menschen an Bord der Bohrinsel, sorgen für Chaos und Tod. Das letzte Szenario, „Die Stimme am Telefon“, greift das klassische Motiv des Untoten im Stile eines Herbert West auf. Der verrückte Dr. Juan Lopez hat die Köpfe einiger Gangmitglieder in eine lebenserhaltene Maschine transferiert. Nun sorgen diese wahnsinnigen Köpfe, die mit Nyarlathoteps Stimme sprechen, dafür, dass die Gang nicht nur immer mehr dem Wahnsinn anheimfällt, sondern auch die Straßen der Stadt reichlich aufmischt. Die Investigatoren sollen herausfinden, was die Gang so erfolgreich macht und werden damit zum Ziel der Köpfe.

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig enttäuscht bin von der Sammlung. Drei der fünf Szenarien sind klassische „Closed-Room“-Szenarien: Die Investigatoren werden gemeinsam mit cthuloidem Ärger auf engstem Raum zusammengesperrt. Das ist wenig innovativ und nur in „Das Wrack“ ist der Gegner so innovativ, dass ich mich näher mit diesem Szenario beschäftigen wollen würde. „Panákeia“ ist eher solide Standard-Kost, womit „Die Stimme am Telefon“ als Höhepunkt des Bandes übrigbleibt. Schlussendlich hat auch die Überarbeitung von Mike Mason den Szenarien nicht unbedingt gutgetan. Ich kann mir vorstellen, dass Sandy Petersen mithilfe einiger Notizen locker durch die Szenarien leiten konnte. Nun sind die Szenarien allerdings durch die schriftlich festgehaltenen Informationen so aufgebläht, dass sie kaum noch als One-Shot funktionieren. Ich gehe sogar so weit, dass einige der Szenarien nahezu an den Rand der Unspielbarkeit gebracht wurden: Immerhin sind im Szenario „Mohole“ nun über vierzig Mitglieder der Bohrmannschaft mehr oder weniger detailliert beschrieben. Ich ziehe meinen Hut vor dem Spielleiter, der das plausibel darstellen will. Schlussendlich sind viele der hier versammelten Informationen dann auch schlicht überflüssig.

„Petersens Abscheulichkeiten“ erscheint als vollfarbiger Hardcoverband mit gleich zwei Lesebändchen und beschlagenen Ecken. Die Illustrationen sind – wie in mancher Publikation – nur teilweise wirklich sehr gut gelungen. Die vorgefertigten Investigatoren sind allesamt gut bebildert und versprechen interessante Konstellationen. Karten und Handouts sind auf dem gewohnt hohen Niveau angesiedelt und reichlich vorhanden. Lektorat und Korrektorat haben einen gewohnt guten Job gemacht. Technisch gibt es damit fast nichts zu meckern.

Fazit: Fünf grausige Ausflüge in cthuloide Gefilde, davon wenig wirklich innovativ und teilweise bis zur Unspielbarkeit aufgebläht. Ich bin nicht wirklich überzeugt von dieser Sammlung. Wer allerdings ein paar beinharte Closed-Room-Szenarien sucht, der wird hier fündig.

RPG-Blog-O-Quest #060: 5 Jahre – Geburtstage und Jubiläen

Die Blog-O-Queste feiert ihren fünften Geburtstag! Und damit gebührt es wieder einem der ursprünglichen Ausrichter, dem guten Würfelhelden, die Fragen zu stellen! Mal schauen, welche feierlichen Fragen uns erwarten!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1. Wie feiern Deine Charaktere Geburtstag?
Überhaupt nicht. Selbst die wenigen Charaktere, die ich über einen längeren Zeitraum führen konnte, haben auch nur einmal ihren Geburtstag gefeiert. Ich weiß nicht mal recht warum, wahrscheinlich waren wir immer zu beschäftigt.

2. Wie werden Jahrestage/Jubiläen in Deiner Runde gewürdigt/begangen?
Ach, eigentlich kaum. Ich habe ja mittlerweile schon ein paar Runden durch und große Jahrestage haben wir uns nie gemerkt. Und InGame gibt es natürlich mal Feierlichkeiten, aber keine Jahrestage/Jubiläen…

3. Findest Du das dieses Thema genügend Platz beim spielen findet?
Ach, eigentlich schon, denn ich vermisse nichts :-).

4. Was ist das einprägsamstes Ereignis welches während einer Feier passiert ist?
Die – oft gescholtene, aber von uns als epische Queste empfundene – Kampagne „Jahr des Feuers“ für DSA beginnt mit dem Turnier von Gareth nebst großem Stadtfest… gleichzeitig beginnen auch die Ereignisse der Kampagne ihre Schatten vorauszuwerfen. Das war wahrscheinlich InGame das einprägsamste Fest, das wir erlebt haben.

5. Was wünscht Du der Queste?
Viele fleißige Ausrichter, viele interessante Fragen und ein langes, langes Leben :-).

Vorbestellung gestartet: Mythos World

Gutes will manchmal eben Weile haben. Und so hat es von der ersten Ankündigung von „Mythos World“ beim System-Matters-Verlag bis hin zum Beginn der Vorbestellungsaktion doch einige Zeit gedauert. Doch das macht nichts, denn „Mythos World“ läuft uns ja nicht davon und die Kollegen von System Matters haben bisher – nach allem was ich beurteilen kann – stets einwandfreie Arbeit abgeliefert.

Bei „Mythos World“ handelt es sich um die „Powered-by-the-apocalypse“-Variante eines cthuloiden Rollenspiels. Zum einen ist es damit deutlich flexibler und spieleraktionsfreudiger als das „große Alte“ „Cthulhu“, zum anderen ist es mit 17 Charakterbüchern, 8 Szenarien und zahlreichen deutschen Ergänzungen auch erfreulich komplett. Die kompletten Vorbestellmodalitäten findet ihr hier:

Mythos World Vorbestellung gestartet

Doch damit alleine noch nicht genug der Informationen. Wie man es von System Matters gewohnt sein darf, haben die zuständigen Mitarbeiter einen passenden Podcast vorbereitet um das System genauer vorzustellen. Den wiederum findet ihr hier:

Mythos World Podcast: Was ist Mythos World?

Und wer immer noch nicht genug Vorwissen gesammelt hat, um sich zu entscheiden, kann hier noch einmal die Prinzipien des Spiels nachlesen:

Mythos World: Prinzipien

RPG-Blog-o-Quest #059: Kompromisse

Nachdem ich im letzten Monat die Ehre hatte, die Blog-o-Queste auszurichten (…und wahrscheinlich erfolgreich die Queste mit den wenigsten Teilnehmern produziert habe :-)), übernimmt in diesem Monat der gute Ackerknecht einmal mehr das Steuer der HMS Blog-o-Quest. Seine Fragen gehen, wie er selber sagt, eher auf die Meta-Ebene – mal schauen, wo uns seine Vorlage und meine Antworten so hinführen!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

Vorab-Frage zur Positionsbestimmung. Bitte verteilt Euren Vorlieben gemäß 10 Punkte auf die drei Spielertypen der „klassischen“ Rollenspieltheorie:

Gamist*in (Rollenspiel ist für mich ein Spiel, das ich auf Sieg spiele): 1
Simulationist*in (Ich lege Wert auf eine konsistente, bestenfalls realistische Welt): 5
Erzähler*in (Das wichtigste ist eine gute Geschichte): 4

Erste Frage: Wie kompromissbereit seid Ihr als Spielerinnen und Spieler mit Eurer Gruppe? Wie weit nehmt Ihr Euch mit Euren Vorlieben zurück, damit eine Spielgruppe zustande kommt? Wann sagt Ihr „Sorry, das wird so leider nix“?
Zumeist bin ich Spielleiter, und nicht Spieler. Ich bin auch selbst selten aktiv auf Gruppensuche, sondern eher auf Spielersuche. Normalerweise lade ich ein und es kommt, wer Zeit und Lust hat. Eigentlich habe ich aus Teilen diesen Gelegenheitsspielern auch bereits eine feste Gruppe geformt, die allerdings coronabedingt pausiert. Da sich also seltenst jemand aufdrängt, eine Spielrunde zu leiten, bin ich auch seltenst gezwungen, Kompromisse einzugehen. Zumeist spielen wir halt, was ich vorbereitet habe. Wenn es um längere Themen geht – ein Few-Shot oder eine kurze Kampagne – versuche ich aber, mehrere Auswahlmöglichkeiten bereitzuhalten, um hier nicht den Alleinherrscher zu geben.
Sofern tatsächlich mal ein Freund in die SL-Rolle schlüpfen will, bin ich 100%ig kompromissbereit. Dann wird gespielt, worauf derjenige Lust hat und was vorbereitet ist.
Diese Herangehensweise schließt damit natürlich all die zwischenmenschlichen Dinge aus, die in einer Gruppenfindung schieflaufen können. Denn ich kenne meine Spieler jetzt schon seit Jahren und wir harmonieren charakterlich gut miteinander – ja, wir verbringen auch abseits des Spieltisches Zeit miteinander. Auch die Verhaltensregeln am Tisch (Rauchen? Pausen? etc.) sind abgesteckt und klar. WENN ich einmal wieder in die „freie Wildbahn“ gehen würde, dann gäbe es glaube ich wenige Dinge, auf die ich nicht einsteigen würde. Vergewaltigende Mörder-Hobo-Kampagnen, darauf kann ich verzichten, aber wer spielt so etwas denn ernsthaft über einen längeren Zeitraum…?

Zweite Frage: Wie sieht es mit Kompromissen gegenüber der Spielleitung aus? Nehmt Ihr auch mal einen Abend Erzählspiel in Kauf, wenn Ihr eigentlich einen Dungeon ausräuchern wolltet? Wie allergisch reagiert Ihr z. B. auf „Fremdsteuerung“ eurer Figur durch die SL?
„Fremdsteuerung“ geht gar nicht, da reagiere ich allergisch. Ansonsten ist mir als Dauer-SL der Vorbereitungsaufwand einer Rollenspielrunde durchaus bewußt – da nehme ich, worauf der SL Lust hat. Der nächste Dungeon zum ausräuchern kommt bestimmt. Problematisch wäre es eher, wenn ich STÄNDIG etwas spielen sollte, worauf ich eigentlich keine Lust habe. Aber das ist sehr unwahrscheinlich.

Dritte Frage: Lasst uns einmal in-time gehen. Lassen sich Eure Figuren auf Kompromisse ein? Spielt Ihr eher flexible Charaktere, oder lieber moralkodexgebundene Hardliner? (Ich meine hier innerweltliche Kompromisse, keine out-time „damit-es-halt-weitergeht“-Kompromisse.)
Ich bin der Spieler des „moralisch flexiblen“ Charakters :-). Meine Figuren sind kompromissbereit. Aber den letzten langzeitgeführten Charakter den ich hatte, liegt Jahre zurück.

Vierte Frage: Musstet Ihr schon rein „weltliche“, also organisatorische bedingte Kompromisse am Spieltisch eingehen? Stellt Euch vor, der Rollenspielabend muss kurzfristig ausfallen. Seid Ihr auch bei einer Runde Carcasonne oder Netflix&Chill dabei, oder freut Ihr Euch über die Gelegenheit für einen WoW-Classic-Raid oder die Steuererklärung?
Klar mussten wir schon weltliche Kompromisse in Kauf nehmen. Dabei versuche ich aber tatsächlich, etwas rollenspielerisches als Ersatz anzubieten. Dann wird halt mal mit „In die Ferne“ ein Setting gebastelt oder eine Runde „Winterwald“ (…die Abenteuer kann man in 20 Minuten lesen) gespielt… und wenn wir genug sind, improvisiere ich einen „Dirty Dungeon“. Wenn einige Leute zum Rollenspiel bei mir aufschlagen, dann WILL ich auch etwas in dieser Richtung machen. Und wenn es nicht die komplette Runde schafft, ja gut – aber auf Brettspiele ausweichen mag ich dann nicht. Brettspielabende kann ich anderweitig organisieren.

Fünfte Frage: Erzählt mal einen Schwank aus Eurer Jugend! Wann hättet Ihr einen Kompromiss eingehen sollen? Wann habt Ihr es bereut, einen Kompromiss eingegangen zu sein?
Bezieht sich die Frage auf ingame oder outgame? Wie auch immer… ich kann mich nicht entsinnen, mit einem Kompromiss einmal wirklich schlecht gefahren zu sein. Schlussendlich haben wir früher aber auch IMMER DSA gespielt, da gab es dann höchstens in Detailfragen Kompromisse. Und – wie oben erklärt – in den letzten Jahren gebe ich zumeist Art und Thema vor.

Bonusfrage! Meine Discord-Runde geht nach einem intensiven ersten Halbjahr 2020 jetzt in die Sommerpause. Rollenspiel ist für mich immer eher ein „Winterhobby“ gewesen. Auch wenn ich selber gerne draußen spiele, die zeitlichen Bedingungen (und auch die Stimmung) passen im Winter immer besser. Wie haltet Ihr den rollenspielerischen Sommer?
Da ich nicht online spiele, sondern ausschließlich im RL (ein Umstand, der sich mglw. bald ändert…), gibt es auch klare Räumlichkeiten zum Spiel. Nämlich meinen Rollenspielkeller, mit Spieltisch, technischer Ausstattung, Bücherregalen, Würfelvorräten, passender Deko und, und und. Der Keller ist im Sommer angenehm kühl und im Winter – dank Heizlüfter – angenehm warm, da ist die Jahreszeit völlig egal. DIESEN Sommer ist halt alles anders, danke COVID. Aber davon wollen wir jetzt mal nicht eine neue Normalität ableiten :-).

Bonusfrage 2! Nach der Sommerpause wollen wir mal Cthulhu in Angriff nehmen. Neben dem klassischen, auf dem „Basic Role Play“-System basierenden Cthulhu in unterschiedlichen Versionen gibt es mittlerweile viele andere Mythos-Rollenspiele: Fhtagn, Fate of Cthulhu, zwei Spiele mit Katzen, Achtung Cthulhu!, sogar ein DSA-Mythos-Spiel… Habt Ihr eine Empfehlung für einen Einsteiger?
…ich habe da mal ein Rollenspiel geschrieben :-): https://www.bigben-interactive.de/wp-content/uploads/sites/4/2019/07/The-Sinking-City_Death-may-die-mobile.pdf
Wirklich sehr einfach in der Handhabung. Um mal ein bißchen in cthuloide Gefilde zu schnuppern, reicht das. Ansonsten würde ich tatsächlich FHTAGN oder CTHULHU empfehlen; bei beiden ist der Grundregelmechanismus simpel und FHTAGN ist bis zur 6. Edition recht kompatibel mit CTHULHU… da kann man aus einem gigantischen Backkatalog genialer Abenteuer schöpfen.

„Die Masken des Nyarlathotep“-Crowdfunding angekündigt

Zugegeben, ich bin hier ja selten pünktlich mit meinen News-Meldungen. Ich habe in letzter Zeit schon das Gefühl, dass es dafür einfach spezialisiertere Blogs als diesen gibt. Und ich blogge auch meist nicht mehr häufig genug, um hier regelmäßig den neuesten Nachrichten hinterherzuhecheln.

Aber wenn Pegasus und die CTHULHU-Redaktion schon einmal ein Crowdfunding ankündigen UND es dann auch noch um die Neuauflage der beliebten Kampagne „Die Masken des Nyarlathotep“ geht… ja, dann ist mir das doch mal eine News-Meldung wert! So wurde im Livestream auf der letzten ConSpiracy am Wochenende folgendes angekündigt:

Was ihr hier seht, ist groß!
Was ihr hier seht, ist großartig!
Was ihr hier seht, ist erst die Spitze des Eisberges!

Denn dies ist das angestrebte Standardprodukt … und natürlich gibt es dazu noch Steigerungen und diverse Zusätze!
Also Crowd: Funde die MASKEN DES NYARLATHOTEP!

Mehr Infos folgen in den kommenden Wochen. Abonniert am besten unseren Newsletter, um kein Update zu dem kommenden Crowdfunding zu verpassen.

Na, ich denke, da dürfen wir ja mal gespannt sein!

RPG-Blog-o-Quest #058: PULP-Abenteuer (Die Antworten)

Hallo zusammen,

ja, in diesem Monat bin ich selbst Ausrichter der Blog-O-Queste. Natürlich will ich es mir da nicht nehmen lassen, mit gutem Beispiel voran zu gehen und selbst auch meine Fragen zu beantworten!

1. Die Bedrohung! Pulp lebt von überlebensgroßen Gegnern mit größenwahnsinnigen Plänen, klarer Schwarz-Weiß-Zeichnung und reichlich Action! Egal ob Kultoberhaupt, verrückter Wissenschaftler oder Superbösewicht: Was war der faszinierendste Gegner, dem ihr im Rollenspiel gegenüberstandet, den ihr als Spielleiter geführt habt oder den ihr Euch noch nie einzusetzen getraut habt?
Zugegeben, wirklich „pulpig“ war er nicht, aber der Superbösewicht, der mir wohl am meisten ans Herz gewachsen ist, war ein gefallener Esthions-Priester aus meiner langjährigen ABOREA-Kampagne, den ich zum ultimativen Gegenspieler aufgebaut habe. Nur im absolut epischen Finale, in dem jeder meiner Spieler seinen großen Moment haben durfte, konnte er besiegt werden. Das hat Spaß gemacht. Pulpiger und mir ebenfalls ans Herz gewachsen ist Dr. Jonathan Black, der Antagonist meiner bislang einzigen selbstgeschriebenen Pulp-Kampagne „Geheimnisvoller Krakatau“. Der ist so richtig die Marke „verrückter Wissenschaftler“, wie ich ihn mir vorstelle.

2. Komplikationen! All die Dinge, welche unsere Pulp-Helden von der eigentlich wichtigen Aufgabe ablenken können. Der zufällig aus dem Zoo entlaufene Tiger, die vom Dinosaurier entführte Jungfrau in Nöten oder ein außer Kontrolle geratener Zug, den es zu stoppen gilt: Welche rasanten Actionszenen habt Ihr bereits erlebt, habt Ihr Euren Spielern bereits als Zwischenspiel geboten oder geistern Euch schon lange im Kopf herum?
Tja, ich habe ein Faible für Luftschiffe. Die kann man wunderbar von Kanonenfutter angreifen lassen, sie können abstürzen, vom Kurs abkommen, technische Defekte aufweisen und, und und. Nicht nur, dass man hier ständig dann auch noch an der Außenhülle herumklettern kann oder unter der Kabine herumhängt, nein, ein Luftschiff bringt auch ganz von selbst exotischen Flair mit.

3. Die Todesfalle! Kein Pulp-Abenteuer ohne Todesfalle, die nach allen Maßstäben des gesunden Menschenverstandes das Ende für unsere tapferen Helden bedeuten muss! Das vergitterte Haifischbecken, die mit Sand voll laufende Grabkammer, die Explosion am Mineneingang: Welcher dramatischen Todesfalle sind Eure Helden bereits entkommen, wie habt Ihr das Adrenalin Eurer Spieler zum Kochen gebracht oder welche finsteren Pläne habt Ihr bislang nur geschmiedet, aber nicht in die Tat umgesetzt?
Wir hatten mal einen wirklich tollen Abend mit einem „Dirty Dungeon“. Hier war die klassische „Indiana Jones“-Falle – die gigantische Steinkugel, die von einem einfachen Mechanismus ausgelöst hinter den Spielern herrollt – von einem Spieler ins Spiel gebracht worden. Das war ein toller Spaß. Ebenfalls erstaunlich pulpig entwickelte sich das CTHULHU-Szenario „Ultima Ratio“ – wobei, so erstaunlich ist das gar nicht. Eingesperrt auf einem Zeppelin zwischen Bombe und Shoggote…

4. Der Showdown! Das große Finale des Abenteuers steht bevor, der Bösewicht hat seinen Plan in all seiner boshaften Herrlichkeit dargelegt, die Waffen zahlloser Schergen sind auf unsere Helden gerichtet. Worauf legt Ihr wert, um ein spannend-pulpiges Finale zu gestalten? Exotische Örtlichkeiten, äußere (Umwelt-)Einflüße, vielleicht sogar eine Deus ex Machina? Oder liegt alles einzig in der Hand der Spieler?
Zunächst: Natürlich liegt die Handlungshoheit immer in der Hand der Spieler. „Deus ex Machina“ habe ich sicherlich auch schon einmal gebracht, aber das versuche ich tunlichst zu vermeiden. Ansonsten versuche ich tatsächlich, für das „Finale“ auch der Umgebung eine Bedeutung zu geben. Sei es, weil sie sich als gefährlich erweist (…weil die Höhle einstürzt, der Vulkan ausbricht oder die Flut steigt) oder weil sie nützlich ist (als Deckung oder Waffe). Ich denke, das ist kreativer als eine simple Schießerei.

5. Die gefährliche Flucht! Einstürzende Höhlen, plötzlich klaffende Erdspalten, abstürzende Flugsaurier – nun gilt es, das Hasenpanier zu ergreifen! Aber zugegeben: der Höhepunkt ist vorbei, am Spieltisch werden nur noch lustlos ein paar Würfel gerollt. Oder? Wie gestaltet Ihr eine Flucht über den dramatischen Würfelwurf hinaus spannend?
Erwischt! Auf die Antworten zu dieser Frage bin ich wirklich gespannt!

BonusQuest: Kennt Ihr ein gutes Pulp-Abenteuer? Dann immer her damit, lasst uns an Euren Erfahrungen und Einschätzungen teilhaben!
Ich verlinke an dieser Stelle gerne einmal die Teilzeithelden mit „Die Statue von den Sternen“: https://www.teilzeithelden.de/2012/12/02/it-is-done-veroeffentlichung-die-statue-von-den-sternen/

English Eerie: Ein Erfahrungsbericht

Es gibt mittlerweile eine Menge Spiele am Markt, die sich dem cthuloiden Horror im Stile eines H.P. Lovecrafts und seiner vielen Nacheiferer bedienen. Allerdings gab es zu jener Zeit eine Menge Autoren, die gruselige oder schauerliche Geschichten verfassten. „English Eerie“ möchte Geschichten die aus der Feder eines Arthur Machens, eines Algernon Blackwoods oder eines M.R. James stammen könnten, für den Spieler erlebbar machen. Ganz stilecht wird als Setting das ländliche England vorgeschlagen, ein wilder und ungeschliffener Landstrich, der von jeher von Feenwesen bewohnt scheint und dessen herrschaftlichen Landhäuser ohnehin jeder seinen eigenen Spuk beherbergt.

Ein kurzer Blick auf die Regeln
Scott Malthouse hat mit „Quill“ bereits ein interessantes Solo-Spielkonzept vorgelegt. Bei „English Eerie“ sind wiederum Stift und Papier die Hauptwerkzeuge des Spielers. Dieses Mal werden allerdings kurze Tagebucheinträge eine gruselige Geschichte ergeben, während wir bei „Quill“ noch Briefe verfasst haben. Eine einfache Mechanik sorgt dafür, dass die Geschichten uns als Autoren auch immer wieder aufs Neue überraschen. Vor Beginn des Spiels werden einige Karten gemischt. Mithilfe dieser Karten wird dann eine Liste von Spuren, Hinweisen und Ereignissen, die in einem „English Eerie“-Abenteuer vorgegeben sind, zufällig bearbeitet. So gibt es zum Beispiel Hindernisse – wie z. B., dass ein NSC versucht, ein Vorhaben zu unterbinden. Ein Hindernis wird dann ausgelöst, wenn eine bestimmte Kartenfarbe gezogen wird. So muss der Spieler in seiner Geschichte dann auf immer neue Unwägbarkeiten reagieren. Die Geschichte endet immer nach 19 Tagebucheinträgen, denn die letzte Karte führt ein abschließendes Ereignis ein, welches der Spieler in sein Ende einbauen muss. Ein simpler Punkte- und Wurfmechanismus lässt dabei unterschiedliche Reaktionen auf Hindernisse zu.

Ein erster Erfahrungsbericht
Insgesamt schlägt das Büchlein fünf verschiedene Abenteuerszenarien vor. Ich entschied mich für „Kettenrasseln“, und damit für eine ganz klassische Geistergeschichte, um meine ersten Schritte mit dem System zu wagen. In „Kettenrasseln“ treten wir eine unerwartete Erbschaft an. Ein altes, englisches Herrenhaus auf dem Lande soll nun unsere neue Wohnstatt werden. Neben wenigen Angestellten gibt es noch ein verschlafenes Dörfchen in der Nähe – und natürlich den Familienfluch, der uns absolut unvermittelt heimsucht…

Auf dem Bild oben seht ihr die notwendige Ausrüstung: ein Notizbuch, eine flackernde Kerze und ein paar Karten und Würfel. Tatsächlich hatte ich eine Menge Spaß mit dem System und richtig gespielt – des nächtens, einzig im Lichte einer einsamen Kerze – stellt sich auch tatsächlich ein angenehmer Gruselfaktor ein, während man die Geschichte weiter- und weiterspinnt. Klar, der Kartenmechanismus sorgt dafür, dass die Geschichte nicht 100%ig „organisch“ wächst. Ich hatte beispielsweise das Problem, dass ich eine ganze Häufung von „einer Person in deiner Geschichte geschieht etwas Schlimmes“-Karten auf einem Haufen gezogen habe. So musste ich mit den Nebencharakteren noch vor dem Finale mächtig aufräumen. Doch das ist halt die Art von Geschichte, die „English Eerie“ bei mir ergeben hat, und es macht Spaß, auf die Unvorhergesehenheiten zu reagieren. Ich habe auf jeden Fall ein Tagebuch erhalten, dass ich gerne noch ein zweites und drittes Mal gelesen habe.

Ein erstes Fazit?
Wer auf der Suche nach einem interessanten Solo-Spielprinzip ist wird mit „English Eerie“ fündig. Das Ergebnis einer Spielrunde kann sich mit Sicherheit sehen lassen. Zu erstehen gibt es das Ganze bei System Matters.

RPG-Blog-o-Quest #058: PULP-Abenteuer (Die Fragen)

Hallo zusammen,

in diesem Monat habe ich bereits zum dritten Mal die besondere Ehre, die diesmonatige RPG-Blog-O-Quest auszurichten. Als ich Anfang Juni feststellte, dass es noch keinen Organisator für den Juli gab, meldete ich mich kurzentschlossen – allerdings, ohne einen Fragenkatalog im Kopf zu haben. Nach über 50 Ausgaben der Blog-O-Queste ist es natürlich auch schwierig, hier noch etwas „neues“ zu finden. Ich wühlte mich also durch das Archiv der bisherigen Questen und stellte fest, dass zu Beginn der Queste oft und gerne „Setting“-Fragen gestellt wurden. Irgendwann schlief dieses Thema ein, ohne jemals eines meiner liebsten Genres gestreift zu haben: Pulp.

Ein Oberthema war also gefunden, nun ging es an die Fragen. Und da ich mich ja gerne und stets darum bemühe, die Blog-O-Queste ein wenig „anders“ zu gestalten, wollte ich wieder Fragen stellen, deren Antworten der eine oder andere vielleicht direkt in Spielmaterial ummünzen könnte. Spielmaterial matters, sozusagen. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an meine „6W-Queste“ von vor zwei Jahren (Junge, wie die Zeit vergeht…). Und wie damals erinnerte ich mich an eine alte Episode der Jungs von „System Matters“, namentlich die 61. Episode. In dieser Episode stellen Stefan und Daniel eine Methode aus „Spirit of the Century“ vor, mit der man nach einem einfachen Schema Pulp-Abenteuer designen kann – die ABCDEF(G)-Methode:

  • Anfang – Bring die Charaktere in Gefahr
  • Bedrohung – Enthülle die eigentliche Gefahr
  • Complikation – Noch mehr Probleme…
  • Deathtrap – Die Todesfalle
  • Ereignis – Der Twist, das letzte Puzzleteil
  • Finale – Der große Showdown
  • Gefährliche Flucht (optional)

Nun, der ein oder andere ahnt natürlich, was jetzt kommt. Ich bin so durchschaubar :-). Die Fragen der diesmonatigen Blog-O-Quest sollen sich damit um Eure coolsten und abgedrehtesten Pulp-Erlebnisse drehen und möglichst viele Elemente der obigen Struktur abdecken, damit geneigte Pulp-Spielleiter einen Haufen Inspiration mit auf den Weg kriegen. Also, legen wir los:

1. Die Bedrohung! Pulp lebt von überlebensgroßen Gegnern mit größenwahnsinnigen Plänen, klarer Schwarz-Weiß-Zeichnung und reichlich Action! Egal ob Kultoberhaupt, verrückter Wissenschaftler oder Superbösewicht: Was war der faszinierendste Gegner, dem ihr im Rollenspiel gegenüberstandet, den ihr als Spielleiter geführt habt oder den ihr Euch noch nie einzusetzen getraut habt?

2. Komplikationen! All die Dinge, welche unsere Pulp-Helden von der eigentlich wichtigen Aufgabe ablenken können. Der zufällig aus dem Zoo entlaufene Tiger, die vom Dinosaurier entführte Jungfrau in Nöten oder ein außer Kontrolle geratener Zug, den es zu stoppen gilt: Welche rasanten Actionszenen habt Ihr bereits erlebt, habt Ihr Euren Spielern bereits als Zwischenspiel geboten oder geistern Euch schon lange im Kopf herum?

3. Die Todesfalle! Kein Pulp-Abenteuer ohne Todesfalle, die nach allen Maßstäben des gesunden Menschenverstandes das Ende für unsere tapferen Helden bedeuten muss! Das vergitterte Haifischbecken, die mit Sand voll laufende Grabkammer, die Explosion am Mineneingang: Welcher dramatischen Todesfalle sind Eure Helden bereits entkommen, wie habt Ihr das Adrenalin Eurer Spieler zum Kochen gebracht oder welche finsteren Pläne habt Ihr bislang nur geschmiedet, aber nicht in die Tat umgesetzt?

4. Der Showdown! Das große Finale des Abenteuers steht bevor, der Bösewicht hat seinen Plan in all seiner boshaften Herrlichkeit dargelegt, die Waffen zahlloser Schergen sind auf unsere Helden gerichtet. Worauf legt Ihr wert, um ein spannend-pulpiges Finale zu gestalten? Exotische Örtlichkeiten, äußere (Umwelt-)Einflüße, vielleicht sogar eine Deus ex Machina? Oder liegt alles einzig in der Hand der Spieler?

5. Die gefährliche Flucht! Einstürzende Höhlen, plötzlich klaffende Erdspalten, abstürzende Flugsaurier – nun gilt es, das Hasenpanier zu ergreifen! Aber zugegeben: der Höhepunkt ist vorbei, am Spieltisch werden nur noch lustlos ein paar Würfel gerollt. Oder? Wie gestaltet Ihr eine Flucht über den dramatischen Würfelwurf hinaus spannend?

BonusQuest: Kennt Ihr ein gutes Pulp-Abenteuer? Dann immer her damit, lasst uns an Euren Erfahrungen und Einschätzungen teilhaben!

DIE REGELN

  • An jedem Monatsersten werden die Fragen/Lückentexte gestellt. Der Starter wird im rsp-blogs-Forum festgelegt. Wir bitten um Beantwortung auf euren Blogs, Vlogs oder im Forum
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um den sich die Fragen drehen
  • Über die Zusendung eurer Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen wir uns
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, unsere Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in Euren Beiträgen benutzt werden. (alle drei, welches besser gefällt.)

Ich bin sehr auf eure Antworten gespannt und freue mich diese zu lesen.

Ich würde mich diebisch über Eure Teilnahme freuen!
Beste Grüße
Seanchui

RPG-Blog-o-Quest #057: Besondere Abenteuerformen

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest. In diesem Monat springt der gute Greifenklaue noch einmal als Questgeber ein und hat wieder einen bunten Blumenstrauß unterschiedlicher Fragen parat, die sich allesamt um besondere Abenteuerformen und -formate drehen.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1.) Warst Du schon in einem Trichter? Hattest Du Spaß und was hältst Du von dem Konzept?
(Trichter? Jeder SC führt vier SC, es herrscht eine relativ hohe Sterblichkeit, wer übrig bleibt, steigt auf Stufe 1 auf, System matters bespricht den Trichter hier, welcher hauptsächlich im RPG DCC vorkommt)

Nein, leider war ich bislang noch in keinem Trichter unterwegs. Ich habe schon einiges darüber gelesen und ich wollte (und werde) mir bald ein oder zwei „Trichter“-Abenteuer besorgen, um das Konzept auch einmal für meine Gruppe zu durchleuchten. Ich finde die Idee sehr charmant und witzig und würde das sehr gerne einmal austesten.

2.) 1:1-Abenteuer? Schon erlebt? War es eine andere Erfahrung?
(1:1-Abenteuer gab es schon recht früh, z.B. bei AD&D 2: Abenteuer für den Paladin etc., aber auch die aktuelle D&D-Edition geht im Essential Kit auf das Thema ein.)

Auch hier muss ich leider passen. Ich habe tatsächlich schon einmal ein 1:1-Abenteuer verfasst (…es hat sogar etwas gewonnen :-)), allerdings basierte das eher auf theoretischen Annahmen. Ich habe mit großer Freude die Artikel in „Cthulhus Ruf“ zu dem Thema gelesen und mir einige Grundsätzlichkeiten zu Herzen genommen. Und ich finde, dass es für CTHULHU ganz tolle 1:1-Abenteuer gibt. Aber ich habe mich da praktisch tatsächlich noch nicht rangetraut. Das ist allerdings einer Mischung aus Organisation und „Traute“ geschuldet, die ich schlecht gewichten kann :-).

3.) Rollenspiel an besonderen Orten oder besonderen Ereignissen: ein Zugabenteuer im Zug, Abenteuer auf einer Burg oder mitten im Wald – habt ihr sowas erlebt? Gibt es besonders intensive Erlebnisse? Rollenspiel zum Kindergeburtstag, zu Halloween oder als Prä-Weihnachtsrunde? Machst Du sowas, wie sind Deine Erfahrungen?
Wir hatten mal einen Rollenspielversuch auf einem Festival, leicht bierseelig und schwer improvisiert. Wir sind allerdings nicht sonderlich weit damit gekommen, zugegebenermaßen :-). Ansonsten habe ich zwar schon an ein paar hübschen Orten gespielt (…von der Gartenlaube bis zum Keller), allerdings nie gesondert auf das Abenteuer zugeschnitten.
Seit einigen Jahren gestalte ich zwischen Weihnachten und Neujahr („wenn alle frei haben :-)“) eine „Raunächte“-Runde, in der wir normalerweise gruselig/cthuloid spielen. Ansonsten treffen wir uns mittlerweile so, wie es der Terminkalender halt zuläßt. Ich möchte da allerdings gerne noch einmal mehr in den Event-Charakter gehen, wenn unsere Kinder etwas älter und weniger intensiv in der Betreuung sind. Sommer-Event (mit „Grill und Pulp“-Nachmittag), Anmieten einer Rollenspielhütte fürs Wochenende, Halloween-Event… solche Geschichten. Doch, da hätte ich Spaß dran.

4.) Rollenspiel im „festen Format“: D&D Adventures League oder Pathfinder Society. Ein SC kann weltweit gespielt werden, immer zu den selben Regeln, immer mit unterschiedlichsten Gruppen. Hast Du sowas schon gemacht oder fändest Du das reizvoll? Hast Du vielleicht schonmal selbst eine Gilde organisiert wie Nordana (Link) oder die ADDKON (Link)? Wie steht es mit Rollenspielturnieren? Oder Multiparallelabenteuern? Habt ihr an so was schonmal teilgenommen oder würdet es gerne?
Nein, auch hier kann ich nicht wirklich mitreden. Ich kenne einige dieser „besonderen“ Abenteuer, konnte dazu aber bislang nichts organisieren. Dafür kenne ich auch gar nicht genug Spieler :-). Und für eine regelmäßige Rundenreihe fehlt mir schlicht die Zeit… „Organized Play“ kenne ich noch von Magic:the Gathering, und selbst da habe ich es nur sehr, sehr sporadisch geschafft teilzunehmen (und war auch immer, immer sehr schlecht :-)).

5.) Rollenspiele oder Erzählspiele ohne Spielleiter: von Western City bis hin zu Fiasko? Habt ihr hier Erfahrungen sammeln können und könnt ggf. gar einige Systeme empfehlen?
Bislang habe ich in dieser Richtung keine Erfahrung sammeln können oder wollen. Ich fürchte, so wie ich meine Gruppe einschätze, braucht es die leitende Hand. Einige in der Gruppe sind nicht so „erzählfreudig“, so dass ich die Befürchtung hätte, diese Spieler mit so einem Spiel zu überfordern oder dass es ihnen schlicht keinen Spaß machen könnte. Mal gucken, mit den richtigen Leuten hätte ich an „Die Gesellschaft der Träumer“ meine Freude. Oder an „Ein ruhiges Jahr“. Letzteres probieren wir vielleicht bald mal aus, mal gucken wie es wird.

BonusQuest: Kennt ihr noch weitere „Sonderformen“ von RSPs (abseits von Online- und Foren-RPGs, die waren Thema im letzten Monat)?
Soloabenteuer oder gar ganze Solo-Spiele natürlich. Ein Tipp: Seht Euch „English Eerie“ von System Matters an. Super-Teil. Und dazu: Brief-Rollenspiel. Ein paar Artikel zu „de Profundis“ sind hier auf dem Blog verstreut.