RPG-Blog-O-Quest Oktober 2018: No-Gos

Mir fehlt die Zeit für lange Einleitungen in diesem Monat. Überhaupt missfällt mir die aktuelle Taktfrequenz, mit der ich mich dem Blog widme. Es kommen wieder „bessere“ Zeiten, dessen bin ich sicher. Aber im Moment ist es, wie es ist :-). Immerhin hat Michael von jaegers.net die neue Blog-O-Quest noch kurzfristig ausgerichtet – meinen Dank dafür! Ein guter Grund, mich noch einmal vor den Bildschirm zu schwingen!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. In Zukunft sollen wir sogar alle fleißig mitgestalten! Nun aber auf an die aktuellen Fragen, die sich in diesem Monat mit No-Gos beschäftigen!

1. Gibt es Menschen, mit denen Du nicht gemeinsam an einem Spieltisch (egal ob physisch oder virtuell) sitzen möchtest? Welche sind das und wie gehst Du damit um? (Keine Namensnennung …)
Ich bin rollenspielgruppentechnisch bisher noch gar nicht so wahnsinnig viel herumgekommen. Im Laufe meiner „Karriere“ kann ich auf vier feste Gruppen und ein paar Sidekicks zurückblicken. Die festen Gruppen hatten dabei meist über Jahre Bestand. In dieser Zeit konnte ich mich mit allen Typen arrangieren, schlicht, weil wir das gleiche Hobby betrieben haben. Ich kann durchaus behaupten, dass ich nicht zu jedem dieser Spieler enge „outgame“-Freundschaften pflegte. Aber am Spieltisch haben wir uns immer zusammengerissen und im Gruppenkonsens „verstanden“. Nein, bislang kann ich mir nicht vorstellen, mit jemandem „nicht“ am Tisch zu sitzen und zu spielen.

2. Was geht für Dich am Spieltisch (out-game) nicht? Alkohol, fettige Pommes, lautstarkes Rülpsen oder Körperkontakt? Wie ist das vereinbart?
Out-Game bin ich tiefenentspannt. Ich lege natürlich wert auf eine gewisse Nettikette – aber die kann durchaus divers in den verschiedenen Gruppen sein. Wenn ich mit „meinen Jungs“ zocke, mit denen ich beispielsweise auch Metal-Festivals heimsuche oder nächtelang durchquatsche, dann ist eine Flasche Bier und ein derber Spaß auf Kosten der Stimmung völlig in Ordnung; spiele ich mit „Fremden“ oder schlicht Leuten, bei denen ich das weniger gut einschätzen kann, dann benehmen wir/ich uns etwas steifer. Eben fast wie im richtigen Leben :-).

3. Was geht für Dich in-game nicht? Gibt es Tabus zu Themen oder Handlungen? Und wie kommunizierst Du das?
Ich bin üblicherweise Spielleiter, d. h., No-Go-Themen müssten an mich kommuniziert werden. Bislang ist das – trotz einer ganzen Reihe cthuloider Ausflüge – noch nicht passiert. Ich selbst tue mich immer etwas schwer mit Gewalt gegen Kinder. Und damit meine ich explizit „Kinder“ und nicht „Monstren die aus Schock-Gründen Kindern ähneln“ oder sowas – „Kleine Völker“ wäre also für mich kein Problem. Seit ich Vater bin reagiere ich auf dieses Thema etwas dünnhäutiger. Darüber hinaus gibt es Themen im menschlichen Miteinander, die schon so No-Gos sind, die muss ich jetzt nicht am Rollenspieltisch ausleben.

4. Wie reagierst Du, wenn ein Spieler sich in- oder out-game in deine persönliche No-Go-Area begibt, vielleicht sogar nachhaltig oder gezielt?
Bislang ist das nicht vorgekommen und ich habe auch keine Vorstellung davon, wie ich reagieren würde. Wahrscheinlich würde ich darum bitten, den Detailgrad herunterzufahren, weil ich mir gewisse Vorstellungen nicht geben wollen würde. Aber mehr müsste es dann auch nicht sein.

5. Als dezenter, die Immersion nicht störenden Hinweis auf das Überschreiten einer roten Linie wird gerne auf das Konzept der X-Card verwiesen. Nutzt Du dies? Wie sind Deine Erfahrungen damit, oder warum verwendest Du sie nicht?
Ich habe dieses Konzept nie benutzt. Es ist bei uns nicht notwendig. Und wenn wir wirklich einmal soweit die Grenzen unseres guten Geschmackes verlassen würden, dass wir uns gegenseitig in unseren Urängsten triggern, dann reden wir lieber drüber.

Bonusfrage(nkomplex): Auf einer zunehmenden Zahl an Veranstaltungen werden klare Regeln hinsichtlich des No-Gos von sexueller Belästigung und dem Umgang damit aufgestellt und propagiert. Wie ist Deine Meinung dazu, brauchen wir das explizit oder sollte das nicht in der Gesellschaft verankert sein? Ist das nur eine “modische” Folge des #meetoo-Hypes? Ist das im Rollenspielumfeld 2018 wirklich nötig? Fühlt ihr euch damit wirklich besser oder verkrampft das die Situation nur?
Ich kann das nicht beantworten, denn ich spiele nicht auf CONs. Ob es auf CONs regelmäßig – oder auch unregelmäßig – zu sexuellen Belästigungen kommt kann ich nicht abschätzen und daher auch wenig über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen sagen.

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Der Mann mit dem blutigen Bart

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 09. März 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Einer alten Aufzeichnung nach begab sich am 2. August 1590 Hans Ziller, ein Bauer von nahezu achtzig Jahren, in die “Waldner Etz” bei Adnet, um daselbst Holz zu schlagen. Da erblickte er in einer unergründlich tiefen Grube einen weißen Mann, der ihn an Größe weit überragte und der einen langen, blutigen Bart trug. Schrecken und Entsetzen erfaßte den Bauern ob dieser Erscheinung, und seine Angst steigerte sich, als der Geist zu sprechen anhub und dreimal mit Donnerstimme fragte: “Wird sich die Welt bekehren?” Dann fuhr er fort: “Wenn sich die Welt nicht bekehrt, dann werden die Friedhöfe der ganzen Christenheit durchwühlt werden wie die Waldner Etz!” Diese war nämlich von unzähligen Maulwurfshügeln übersät.

Hierauf befahl der Mann mit dem blutigen Bart dem Ziller, was er eben vernommen, dem Geistlichen seines Dorfes mitzuteilen, aber ja nicht früher als nach Ablauf von drei Tagen, wenn er nicht wolle, daß ihm Übles widerfahre. Damit verschwand die Erscheinung. Hans Ziller aber tat, wie ihm geheißen. Er meldete nach drei Tagen seinem Pfarrer alles, was er erlebt hatte, und dieser berichtete das seltsame Erlebnis an den Erzbischof Wolf Dietrich weiter.

Szenarioidee
Was der Erzbischof tat oder was in seiner Macht stand um das Unglück zu verhindern, ist nicht überliefert worden. Wahrscheinlich wusste der Erzbischof, von den Büchern der Kirche aufgeklärt, mit was für einer Gefahr er es zu hatte, als ihm von dem Mann mit dem blutigen Bart berichtet wurde. Es war sicherlich auch nicht die erste Sichtung dieser Art, wohl aber die bedrohlichste. Der Achtzigjährige Bauer, der dem Wesen begegnet ist, konnte nicht ahnen, dass er vor einer Brut des Yog-Sothoth stand und nicht vor einem Geist. Die Brut dieses Äußeren Gottes soll zwar menschliche Züge beibehalten haben, aber das ist auch alles was sie mit einem Menschen gemein haben. Sie nähren sich von blutigem, rohem Fleisch und dürsten nach dem Wissen des Mythos. Der Bart der Kreatur war also noch vom letzten Fraße besudelt und die enorme Größe, kann nur ein Hinweis auf die Abstammung zu Yog-Sothoth sein und die Drohung, dass sich die Toten erheben, könnte mit einem Zauberspruch zusammenhängen, den die Brut verinnerlicht hat.

1W100 – Random Blog Encounters: meine September-Antworten

Anfang des Jahres stellte Sorben von den „Gelben Zeichen“ gleich einhundert Fragen – genauer: 1W100 Random Blog- Encounters – auf seinen Blog. Eine nette Idee, die ich gerne aufgreifen möchte. Zu jedem Monatsletzen greife ich zu meinem W100 – als CTHULHU-Spieler ja ohnehin ein Pflichtutensil auf meinem Schreibtisch – und werde 3 Fragen beantworten. Mal schauen, welche Fragen die Würfel mir zuweisen:

36. PDF oder Totholz?
Schwierige Frage, ganz schwierige Frage. Also, wenn ich ein Buch „nur“ mal lesen möchte, dann bevorzuge ich PDF. Schlicht und ergreifend, weil ich es dann jederzeit und überall lesen kann (sogar im Dunkeln :-)). Viele Bücher möchte ich aber gerne „haben“, dann muss es Totholz sein. Und zum Leiten sowieso, ich mag es nicht, beim Leiten das Handy/Tablett vor mir liegen zu haben.

92. Dein Lieblingssystem wird eingestampft. Bleibst du trotzdem dabei oder suchst du Ersatz, immerhin wird es keine neuen Sachen mehr geben?
Ich spiele es weiterhin, werde meiner Sammelleidenschaft aber ein neues „Objekt der Begierde“ gönnen. Bestimmt. So ganz ohne „Sammeln und Jagen“ kommt Rollenspiel bei mir nicht aus, fürchte ich…

88. Du bekommst 2 Millionen Euro, wie würdest du sie ausgeben? Spenden und verschenken ausgenommen.
Hu, wieso denn genau 2 Millionen? Ich bezahle das Haus ab, kaufe mir einen vernünftigen Neuwagen, spare einen Haufen Geld weg für das mögliche Studium meiner Kinder, gönne mir und meiner Frau einige aufgeschobene Wünsche und lebe ansonsten eigentlich so weiter wie bisher. Um von den Zinsen leben zu können reichen die 2 Millionen heutzutage nämlich leider nicht :-).

Meinen Dank an Sorben für’s fleißige Fragenstellen!

Das Findelkind aus Ungarn

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 09. März 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Es dürfte euch nicht schwer fallen das Mythoswesen schnell zuzuordnen:

Das Findelkind aus Ungarn
Den 15. März 1746 haben die zwei Fischer Franz Nagy und Michael Molnár (der erste lebte noch 1797) einen Knaben in die Kapuvárer Kastelle gebracht, der zwar mehr Ähnlichkeit mit einem wilden Tier hatte, aber in seinem übrigen Bau einen Knaben von beiläufig zehn Jahren andeutete; da er nicht sprechen konnte, so wurde er mit dem Namen Hany Istóc getauft. Dieses Kind war entblößt, der Kopf war sehr rund, hatte kleine Augen, eine platte Nase, breiten Mund, der ganze Leib und der Kopf war mit fischartigen Schuppen bewachsen. Die Finger sowohl als auch die Zehen waren zweimal länger als gewöhnlich; außer Gras, Heu und Stroh aß er nichts, und wenn er niemanden gewahrte, sprang er in die Runde des Grabens und schwamm wie ein Fisch. Fast ein Jahr blieb er ruhig in dem Kastell und fing an, gekochte Speisen zu genießen, auch zeigte er Anlagen, ein ganzer Mensch zu werden, weswegen die Hayducken ihn nicht mehr mit so wachsamem Auge bewachten. Auf einmal verschwand das Kind! Vermutlich sprang es in die nahe am Schloß vorüberfließende Rábcza.

Aus dem von Holz ausgehauenen Ebenbild des Hany Istók, welches heute noch in dem fürstlich Esterházyschen Schloß Esterház aufbewahrt ist, kann man schließen, daß die Zeichen, nämlich der nicht ganz kahle Kopf, die runzlige Stirn, der allzu schüttere Backen- und Knebelbart, der zu den Armen, Schenkeln und Waden verhältnismäßig zu große Bauch keinem jungen, vielmehr einem bejahrten Geschöpf angehörten.

Nach dem Verschwinden sah man das Wunderding in dem Hanság nur noch einige Male, seither nimmer.

Szenarioideen
Oftmals fragt man sich wirklich, wie viel überhaupt vom Cthulhu-Mythos erfunden wurde. Die Sage von Hany Istóc muss eigentlich kaum mehr überarbeitet werden für ein Szenario, es dürfte wohl klar sein, dass die beiden Fischer da ein Wesen aus der Tiefe gefunden haben. Doch was wollte das Wesen? Vielleicht war es auf der Suche nach Informationen über die Menschen oder suchte nach einer Braut um widerliche Mischwesen zu erschaffen. Es könnte auch sein das sich die Kreatur verirrt hatte oder aus Neugier bei den Menschen wohnte. Vielleicht brachte es gar einigen die Kunst der Zauberei bei und die Fischer konnten sich nie mehr über einen schlechten Fang beklagen. Wenn Hany Istóc aber ein Vorbote für eine Invasion war, was hinderte die Wesen daran bisher zuzuschlagen?

FHTAGN: Der Schnellstarter ist da!

Auf diesen Seiten berichtete ich bereits das eine oder andere Mal über „FHTAGN„, das lovecraftsche Rollenspiel der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft. Sogar ein bißchen Spielmaterial hat sich auf diesen Seiten bereits eingefunden.

Mittlerweile hat die – weiterhin offen zu diskutierende – Regelversion im Internet die Version 1.0 erreicht, was also einem vollständigen Regelwerk entspricht. Und passend dazu ist nun auch der Schnellstarter erschienen, den ihr – tatsächlich kostenlos – im „CTHULHU Webshop“ beziehen könnt:

https://www.cthulhu-webshop.de/fhtagn_fhtagn-schnellstarter.html

Schaut doch mal rein, und wenn es Euch gefällt, lasst Feedback im dLG-Forum da!

Karneval der Archive: Edition Seanchui

Hallo zusammen,

der Karneval der Rollenspielblogs steht in diesem Monat unter dem Motto „Piraten“. Die Organisation übernimmt dankenswerterweise Klaus von Spiele im Kopf. Und diskutiert werden darf über das Ganze dann auch noch HIER. Im Moment will mir die Bloggerei aus Zeitgründen nicht so recht von der Hand gehen, aber das Piratenthema liegt mir nun einmal viel zu sehr am Herzen (also – zumindest rollenspieltechnisch), als dass ich das Thema völlig ungenutzt verstreichen lassen könnte. Passend zum heutigen „Talk-like-a-pirate-Day“ (Arrrr!) will ich es also d6ideas gleich tun und einmal in meinen Archiven nach passenden Piratenartikeln wühlen.

Zunächst einmal gleitet mein Blick auf die cthulhu.de-Beststeller. Gerade Autor Stefan Droste hatten es die Piraten einst angetan und er hat einige hervorragende Szenario-Ideen und Hintergrundinformationen verfasst, die – gerade heute – absolut lesenswert sind:

Aber auch ich war piratentechnisch nicht völlig untätig während meiner aktiven Bloggerkarriere. Für meinen Sonderband „Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos“ schrieb ich einen NSC für CTHULHU Piraten, den ich hier gerne noch einmal wiederveröffentliche:

Sir Archibald Sinclair

Hintergrund: Sir Archibald Sinclair war einst der Kapitän eines stolzen Dreimasters der königlich-britischen Marine, der Lucille. Doch während einer normalen Patrouillenfahrt entlang der üblichen Handelsrouten durch den Atlantik, bei der sein Schiff nach Piraten Ausschau hielt, sollte sich sein Leben entscheidend verändern.

An einem heißen Sommertag erspähte der Ausguck der Lucille einige hundert Yards nördlich die treibenden Trümmer eines Schiffes. Sir Archibald Sinclair gab sofort den Befehl beizudrehen. Ein Beiboot wurde zu Wasser gelassen, und drei Matrosen untersuchten die Wrackteile. Den Landesinsignien nach zu urteilen, war hier ein niederländisches Handelsschiff gesunken, doch sie konnten keine Leichen zwischen den Wrackteilen entdecken. Sir Archibald ließ an Bord bringen, was zu gebrauchen war, und ordnete an, bei den Wrackteilen zu verweilen, bis er die Fundstücke inspiziert hatte.

In seiner Kapitänskajüte fand er unter den geborgenen Gegenständen eine kleine Kiste, die einen grünen Speckstein aus einem seltsam fremdartigen Material enthielt. Ein fünfzackiger Stern, der Sir Archibald völlig unbekannt war, war darauf eingraviert. Kaum dass er seinen Fund in Augenschein genommen hatte, wurde er von den Schreien seiner Männer wieder an Bord gelockt. Was er sah, ließ seinen Verstand bersten. Gigantische Tentakel hatten sich um die Lucille geschlungen, zerfetzten Takelage und Segel, brachen Maste und schlugen nach seinen Männern. Sir Archibald war ein tapferer Mann, zog seinen Säbel und begann, auf die gummiartigen Greifarme einzuschlagen. Doch bald war er alleine an Bord. Alle seine Männer waren tot und auch die Lucille war den Hieben der Kreatur nicht mehr lange gewachsen. Es war dieser Moment, in dem Sir Archibald entdeckte, dass die Kreatur vor dem grünen Speckstein zurückschreckte, ja, sogar seinen Träger verschonte. Alleine, hilflos und mit gebrochenem Verstand stieg der Mann, der Sir Archibald Sinclair gewesen war, in ein leeres Holzfass und wartete wimmernd auf den Untergang der Lucille.

Seit diesem Tag treibt er, scheinbar befreit von der Last des Essens und Trinkens, durch den Atlantik. In seinen Händen hält er krampfhaft den grünen Stein. Was er nicht weiß, sehr wohl aber ahnt: das abscheuliche Wesen, das wohl das Handelsschiff in den Tod gezogen haben musste und auch die Lucille und seine Männer vernichtet hat, folgt ihm.

Verwendbarkeit im Spiel: Sir Archibald Sinclair ist ein wahrer Unglücksbringer. Wo immer er an Land gespült oder an Bord genommen wird, das gigantische Tentakelwesen, dass ihm folgt, wird weiterhin auf seinen Fersen bleiben. Dabei ist es ebenso denkbar, dass es den Hafen eines abgelegenen Piratennestes attackiert, wie ein Schiff auf hoher See.

Aussehen: Sir Archibald Sinclair war ein hochgewachsener, aristokratisch steifer Mann, dessen Haltung, Gang und stoische Ruhe geradezu sinnbildlich für die britischen Marineoffiziere standen. Heute ist er nicht einmal ein Schatten seiner selbst: das Haar verfilzt, die Wangenknochen hohl und die Augen eingefallen. Sein ganzer Körper wirkt ausgezehrt und ausgemergelt. Dabei trägt er immer noch seine Marineuniform, die aber längst völlig verdreckt und zerrissen ist.

Darstellung: Sir Archibald Sinclair spricht kaum, wenn er auf menschliches Leben trifft. Er weiß, dass eine Warnung nichts bringen würde. Er wimmert leise alte Kinderlieder vor sich hin und ist auch kaum dazu zu bewegen, sein Holzfass zu verlassen. Eine echte Reaktion erhält man nur auf den Versuch hin, ihm den grünen Speckstein zu entwenden, den er unentwegt in seinen verkrampften Händen hält. Dann schlägt er wild mit seinem Säbel um sich und brüllt derbe, englische Flüche, die manchem Seebären die Schamesröte ins Gesicht treiben würden.

Sir Archibald Sinclairs Verstand ist auf ewig gebrochen. Selbst wenn das Tentakelwesen besiegt und vernichtet wird, wird er den Rest seiner Tage in einem dunklen Verlies verleben müssen, wo er sich und andere nicht verletzen kann.

Zitate: „…hush, little baby… don’t say… a word…“
„round thee… mother’s arms are… folding… in her… heart a mother’s… love…”

ST 12 GE 12 IN 13
KO 18 ER 8 MA 15
GR 14 gS 75 BI 1
Schadensbonus: +1W4

Stabilitätspunkte: 0 Magiepunkte: 0 Trefferpunkte: 16

Angriff: Faustschlag 55%, Schaden 1W3+Sb; Säbel 60%, Schaden 1W8+1+Sb
Fertigkeiten: Muttersprache (Englisch) 05%, Orientierung 90%,
Wimmern und stammeln 100%

Das Tentakelwesen

Das Tentakelwesen ist eine Larve der Anderen Götter, der Sternenmutter (siehe Malleus Monstrorum) in seinen körperlichen Eigenschaften nicht unähnlich, aber nicht mit ihrer Intelligenz oder zauberischer Macht ausgestattet.
ST 40 KO 30 GR 100
IN 15 MA 0 GE 15
Trefferpunkte: 65
Angriff: Tentakel 65%, Schaden 5W6
Panzerung: 5 Punkte Chitin
Zauber: keine
Stabilitätsverlust: 1W6/1W10 Stabilitätspunkte

Radio von gestern, noch heute!

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 19. April 2010
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

„Waldviech“ bekommt von mir einen Orden! Er hat im (ehemaligen, Anm. Seanchui) Hollow Earth Expedition Forum eine grandiose Sammlung von Radioprogrammen aus den 30er und 40er Jahren gepostet. Mit dabei sind Buck Rogers, Doc Savage, The Shadow (gefunden von Midir), Chandu the Magician und Flash Gordon. Mit dabei sind auch Werbespots für amerikanische Staatsanleihen und was weiß ich noch alles.

Ganz großes Ohrenkino! Ich zitiere aus dem Forum:

Chandu the Magician
Sozusagen der Urvater aller okkulten Ermittler des Pulp-Genres. Frank Chandler aka “Chandu the Magician” geht in dieser Serie mit detektivischem Spürsinn und okkultem Wissen aus dem Fernen Osten zahlreichen Mysterien auf den Grund.

Flash Gordon
Die Radioserie von 1935. Raketenschiffe ! Strahlenpistolen ! FLASH ! Weltraumpulp in Reinkultur….

Buck Rogers
Flash´s großer Rivale aus dem ungeheuerlich futuristischen 25. Jahrhundert….

Jungle Jim
Dschungel-Pulp in Reinkultur. Jungle-Jim war als Konkurenz-Serie zu Tarzan konzipiert (wobei Jungle Jim kein Fellschurzträger sondern ein Großwildjäger ist) und erreichte schnell vergleichbare Beliebtheit, konnte sich aber nicht dauerhaft gegen Tarzan behaupten…

Tarzan
Nach Jungle-Jim nun das “Original” mit seiner eigenen Radioserie von 1933. Mehr muss zu Tarzan wohl nicht erklärt werden.

The Air-Adventures of Jimmy Allen
Die Abenteuer eines heroischen Piloten und FBI-Agenten….

(…)

Captain Midnight
Eine weitere Pilotenserie. Hier spielen neben Fliegergeschichten auch Mad Science und Agentenplots eine wichtige Rolle

Secret Agent K-7
Wie man aus dem Titel schon schließen kann, handelt es sich bei Secret Agent K-7 um eine Agentenserie aus den 30igern – sozusagen einen pulpigen Vorläufer von James Bond…

(…)

Terry and the Pirates
Ebenfalls sehr sehr klassischer Pulp-Stoff !

Und schließlich doch gefunden: The Shadow

[edit] Und noch mehr Radiohörspiele gibt es bei den Old Time Radio Fans