RPG-Blog-O-Quest #48: Planung

Wieder ein Monat rum, wieder eine neue Blog-O-Queste. Man, dieses Jahr rast ja nur so dahin. Immerhin bringt mich die Queste dazu, hier hin und wieder auch mal in die Tasten zu hauen :-). Die Fragen in diesem Monat stammen von Timberwere und ich bin selbst schon gespannt darauf, was mir hierzu so einfällt :-)!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Nun aber auf an die aktuellen Fragen!

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie in einer Runde zum ersten Mal spielst?
Kaum. Also, um das ein bißchen auszuführen: Grundsätzlich bin ich so gut wie immer der Spielleiter. D. h., ich plane meine Charaktere nicht im klassischen Spieler-Sinne. Als SL lege ich mir auch nur das absolut Notwendigste zurecht – Name, Rolle, grober Charakterzug – und den Rest lasse ich auf mich zukommen. Wenn ich dann mal wirklich Spieler bin, drückt man mir meistens einen vorgefertigten SC in die Hand :-).

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z.B. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?
Das überlasse ich zunächst einmal grundsätzlich meinen Spielern. Ich bin allerdings ein SL, der eher auf die Tube drückt. Ich mag es, an einem Abend eine runde Geschichte zu erleben und bringe daher auch ausladendere Abenteuer normalerweise in komprimierter Form unter. Solange die Spieler Spaß an Planungen haben, ist es okay, aber ich lasse es nicht ausufern.

3. Planst du manchmal zwischen Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du es dir ausgemalt hast?
Nein, wie gesagt spiele ich nicht mit einem Charakter in einer regelmäßigen Runde. Als SL lege ich mir im Kopf manchmal Dialoge von wiederkehrenden NSC zurecht, aber auch das eher selten. Wenn, dann bringe ich meine Textzeilen aber auch an :-).

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?
Das kann ich kaum beantworten, und das, obwohl wir früher auch Shadowrun gespielt haben :-). Normalerweise legen sich meine Spieler ihren Plan recht rasch zurecht… ich glaube, wir haben nie mehr als eine halbe oder ganze Stunde mit reiner Planung verbracht…

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?
Nein, leider nicht :-(. Ich möchte nicht ausschließen, dass es so etwas gab, aber seit ich Dauer-SL bin (was nun schon recht lange ist) versuche ich normalerweise einfach flexibel auf meine Spieler zu reagieren. Solange ihr Plan gut ist darf er doch auch funktionieren :-).

Bonusfrage: Wie detailliert planst du deine Runden vor, was deren RL-Umfeld betrifft (also alles, was nicht direkt mit dem Spiel selbst zu tun hat)?
Nun, wir sind alle erwachsen und haben alle unsere Termine. Vom Behördengang über Arzttermine bis zur Familienzeit. Daher schicke ich meist drei Alternativvorschläge für den nächsten Spielabend in die Runde und einer davon wird es dann üblicherweise. Wir richten uns nach Arbeitszeiten, spielen daher meist freitags oder samstags Abends. Das klappt ganz gut bislang.

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[#RPGaDay2019] #25 – „Katastrophe“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Die meisten CTHULHU-Abenteuer nutzen unsere gute, alte Erde als Hintergrund. Natürlich wird dem kosmischen Horror Lovecrafts ein ums andere Mal Tür und Tor geöffnet, dennoch sind es zuvorderst die „Roaming Twenties“, die einen besonderen Reiz des Settings ausmachen. Ebenso macht es viel Spaß, historische Ereignisse eben mit einem cthuloiden Hintergrund zu versehen und so vielleicht sogar spielbar zu machen.

Das funktioniert natürlich auch mit Katastrophen. Am 18. März 1925 tobt im mittleren Westen der USA ein Tornado der Stärke F5, der höchsten Stufe dieser Skala. Er ist gigantische 1,6 km breit, bewegt sich mit 100 km/h und erreicht innere Geschwindigkeiten von bis zu 482 km/h. Er beginnt seinen Marsch der Zerstörung in Ellington, Missouri und verwüstet auf seinem Weg die Bundesstaaten Missouri, Illinois und Indiana. Nachdem er rund 3,5 Stunden gewütet hat, löst er sich bei Petersburg auf. 695 Menschen kommen ums Leben, Tausende werden verletzt, Schäden in Millionenhöhe sind entstanden.

Nun sind Tornados im mittleren Westen der USA keine Seltenheit. Und auch, wenn wir es hier mit einem besonders großen und zerstörerischen Exemplar zu tun haben – so lässt sich die Entstehung dennoch mit dem Aufeinandertreffen milder Frühlingsluft mit einer Kaltfront aus dem Golf von Mexiko erklären. Doch was, wenn das nur die vordergründige Erklärung ist? Was, wenn der Tornado das Ergebnis eines Ithaqua-Rituals war? Dazu gesellen sich neue Fragen: war das Ritual erfolgreich oder ein furchtbarer Fehlschlag – was bezweckten die Kultisten tatsächlich? Und hätte es eine Gruppe tapferer Investigatoren geschafft, diesen Tornado zu verhindern? Vielleicht ist der Tornado tatsächlich natürlichen Ursprungs, doch welche Wesenheiten oder menschlichen Abscheulichkeiten hat er auf seinem Weg aufgedeckt? Was ist das für ein seltsam deformierter Kerl, in dessen Keller die Investigatoren Schutz vor dem Sturm suchen? Oder hängt das vielleicht sogar alles zusammen?

Wie sehen Eure Ideen dazu aus? Und habt Ihr schon einmal aus einer realen Katastrophe ein cthuloides Abenteuer gestrickt?

[#RPGaDay2019] #19 – „Gruselig“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Gruselig – na, das passt doch zum Thema dieses Blogs wie die Faust aufs Auge. Dennoch: Heute gibt es mal wieder eine kleine „Wiederveröffentlichung“, denn die nun folgende Liste gruseliger Adjektive – die im Original aus der Feder von Daniel Neugebauer stammt, ursprünglich auf dem verschollenen cthulhu.de-Blog veröffentlicht wurde und von mir im Rahmen der „Cthulhu.de-Bestseller“ neu aufgelegt wurde – ist immer einen Blick wert. Empfehlenswert: Druckt sie Euch aus und hängt sie hinter den Spielleiterschirm. So habt ihr immer mal ein passendes Wort zur Hand, um eine trockene Beschreibung anzureichern!

  • Abgrundtief
  • Abnorm
  • Abscheulich
  • Absonderlich
  • Abstoßend
  • Absurd
  • Alptraumhaft
  • Angsterfüllt
  • Bizarr
  • Blasphemisch
  • Dämonisch
  • Degeneriert
  • Düster murmelnd
  • Egelartig
  • Ekelig
  • Entsetzlich
  • Faulig
  • Finster
  • Formlos
  • Furchtbar
  • Geifernd
  • Geisterhaft
  • Gespenstisch
  • Glimmend
  • Glubschend
  • Glucksend
  • Gotteslästerlich
  • Grässlich
  • Grauenhaft
  • Grauenvoll
  • Gräulich
  • Grollend
  • Grotesk
  • Gruselig
  • Hypnotisch
  • Irremachend
  • Kakophonisch (Kakophonie=Missklang)
  • Körperlos
  • Krankhaft
  • Linkisch
  • Miasmatisch (kränklich)
  • Modernd
  • Morbide
  • Pervers
  • Rauschend
  • Rhythmisch wellend
  • Sardonisch (boshaft verzerrt)
  • Schauderhaft
  • Schleimig
  • Schmatzend
  • Schmierig
  • Schrecklich
  • Schwammig
  • Schwarz glänzend
  • Schwärzlich
  • Sinister
  • Sonderbar
  • Surreal
  • Triefend
  • Übernatürlich
  • Unaussprechlich
  • Unbeschreiblich
  • Unbestimmbar
  • Unchristlich
  • Undurchdringlich
  • Unfassbar
  • Unförmig
  • Ungeahnte Schwärze
  • Ungeheuerlich
  • Unheimlich
  • Unnatürlich
  • Verfallend
  • Vermodert
  • Verpestet
  • Verstörend
  • Verzerrt
  • Wahnsinnig
  • Wälzend
  • Wunderlich
  • Wurmstichig
  • Zerbröckelnd
  • Zerreißend
  • Zerrüttend

[#RPGaDay2019] #11 – „Untersuchen“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Untersuchungen gehören zu einem CTHULHU-Abenteuer oft einfach dazu. Wie bereits geschrieben – immerhin spielen wir hier „Investigatoren“, da sollte es ja doch das ein oder andere zu ermitteln geben. Nun basiert CTHULHU auf dem BRP-System, dass zwar in seiner Simplizität einige Vorteile bietet, aber nun einmal nicht explizit für Ermittlungsabenteuer geschrieben wurde. Die Folge sind oft probenabhängige Nadelöhre in der Story – wenn „Verborgenes Erkennen“ bei niemandem klappen will, gehen den Investigatoren wertvolle Hinweise durch die Lappen. Es gibt einige Regelsysteme – allen voran wohl das Gumshoe-System, auf dem bspw. „Trail of Cthulhu“ basiert – die hier deutlich eleganter zu Werke gehen.

Umso schöner, dass dieser Umstand mittlerweile auch im deutschen CTHULHU-Team Beachtung gefunden hat. So findet sich im Abenteuerband „Königsgambit in Kamborn“ eine schöne Alternative, die mithilfe der einfachen CoC-Regeln die Nadelöhr-Regelung umschifft. Ein „Misserfolg“ bei der berühmten Probe fördert nämlich in jedem Fall den grundlegenden Hinweis zu Tage; ein Erfolg, ein schwieriger oder mehrere schwierige Erfolge fördern entsprechende Zusatzinformationen an das Licht der Ermittlungen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass zugleich die Qualität des Erfolges mitgemessen wird.

Mir ist bewußt, dass es für einen Autoren mehr Arbeit bedeutet, die Hinweise für die Investigatoren in dieser Form aufzuarbeiten. Ich hoffe dennoch, dass es Schule macht!

[#RPGaDay2019] #8 – „Obskur“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

„Obskur“, das ist bei CTHULHU ja so einiges. Allen voran sicherlich die widernatürlichen Wesenheiten, mit denen sich Investigatoren ein ums andere mal konfrontiert sehen. Doch eben diese Wesenheiten fertigen oft Artefakte an, deren Sinn und Gebrauch sich dem Menschen nicht erschließen mag. Eine sehr schöne Quelle zur Beschreibung solcher Artefakte bietet „Der nicht-euklidische Artefakt-Generator“ auf Chaotisch-Neutral (beim Link noch ein bißchen nach unten scrollen).

Ein Beispiel? Ein Beispiel. Den W10 zur Hand und auf geht’s:

Zunächst einmal fällt dem Betrachter auf, dass es sich um einen Gegenstand bestehend aus einer einzigen Komponente handelt. Das Material selbst lässt sich am besten beschreiben als organisch, jedenfalls kann man aus den Augenwinkeln manchmal obszöne Veränderungen an der Struktur erkennen, die einen lieber schnell den Blick abwenden lassen wollen. Setzt man das Objekt in Relation zu anderen, sicherlich weitaus weniger verstörenden Dingen des Alltags, so kann es am Besten als unbeschreiblich groß bezeichnet werden. Dabei entspricht die Form am ehesten einem Kegel, wobei eine solche Feststellung vermutlich von gewissen Gelehrten entschieden zurückgewiesen werden und die allgemeine Lehrmeinung über die Geometrie auf eine harte Probe stellen würde. Wollte man sein Alter schätzen, so käme man zu dem Schluss, dass es so gut wie neu aussieht. Beschäftigt man sich eingehender mit dem Artefakt, so kommt man nicht umhin festzustellen, dass es überraschend leicht zu sein scheint. Allerdings sind auch hier die Grenzen der bekannten wissenschaftlichen Methoden schnell erreicht und hinterlassen den geneigten Betrachter eher hilflos und aufgewühlt.

Verlässt man die Ebene der klassischen Wissenschaften und wendet sein Wissen um die verborgenen Mythen dieser Welt an, so offenbart sich vielleicht der folgende Effekt des Artefakts, wenngleich zuvor möglicherweise noch Rituale oder andere blasphemische Handlungen durchzuführen sind. Es beherbergt etwas, was alles daran setzt, um frei zu kommen.

Probiert es doch selbst einmal aus, eine wirklich schöne Zufallstabelle!

RPG-Blog-O-Quest #47: genderswapping

Wieder ein Monat rum, wieder eine neue Blog-O-Queste. Die Fragen stammen von runway61. Auf ins Gefecht.

1. Zu genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich _______________________________ weil …
Genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich offen gegenüber, da ich gerne OneShots mit vorgefertigten Charakteren spiele und ich oft nicht die gleiche Anzahl passend geschlechtlicher Mitspieler am Spieltisch habe. Daher müssen meine Spieler auch schon mal in die Rolle des anderen Geschlechtes schlüpfen, was im Angesicht meist cthuloider Schrecken aber ohnehin kaum eine Rolle spielt.

2. Bestimmte NSC Archetypen haben fast immer das gleiche Geschlecht: die Torwache ist männlich, die Bedienung in der Taverne weiblich. Der zerstreute, weißhaarige Professor ist stets ein Mann, während das Verhältnis von Callboys zu Callgirls gefühlt bei eins zu einer Million liegt. Egal, ob als Spieler oder Spielleiterin: hast du Erfahrung mit Neben-NSCs, die diese Geschlechtsstereotypen durchbrechen?
Klar. Denn mir sind viele Abenteuer bekannt, in denen hier bewußt die Rollen getauscht sind.

3. Hast du schon mal eine Figur aus Literatur, Film oder Videospielen zum Vorbild für deinen Charakter genommen und das Geschlecht getauscht? Oder hast du das bei einer deiner Mitspielerinnen schon mal erlebt? Hat das Konzept funktioniert?
Nein, ist mir nie untergekommen.

4. Hast du Erfahrung mit Spielercharakteren oder wichtigen NSCs, die weder weiblich noch männlich sind? Zum Beispiel Hermaphroditen, geschlechtlich Unentschlossene oder Rassen, die keine Geschlechter kennen?
Nicht bewußt, sieht man einmal von Mythosmonstern ab.

5. Hast du es schon mal erlebt, dass ein Spielercharakter während der Kampagne für längere Zeit das Geschlecht gewechselt hat? In DnD und Konsorten gibt es dafür ja eigene Zaubersprüche, in moderneren Settings kann man sich umoperieren lassen, vielleicht ist aber auch einfach nur die Seele des SCs durch die Intervention eines Gottes oder eines Dämons in einem andersgeschlechtlichen Körper gefangen. Hat der Geschlechtswechsel zu interessantem Rollenspiel geführt?
Nein, das ist nie passiert.

Bonusfrage: für jeden von einem Mann gespielten weiblichen SC, der bildhübsch, spärlich bekleidet, mega-tough und entweder lesbisch oder nymphoman war, den du je gespielt oder erlebt hast, schuldest du mir ein Bier. Wie schlimm wird mein Rausch?
Guten Durst, ich schulde Dir ein Bier!

[#RPGaDay2019] #5 – „Raum“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Heute gibt es hier einmal nicht viel Text, dafür einen tollen Link-Tipp: Vor Jahren beschrieben engagierte Spielleiter und Spieler im damaligen CTHULHU-Forum unheimliche Räume. Schaut mal drüber, es lohnt sich:

https://foren.pegasus.de/foren/topic/17574-räume