Rezension: Halloween

„Cthulhu“ ist ein Horror-Rollenspiel, Halloween ein ganz klassischer Feiertag mit Gruselattitüde. Was scheint näherliegend, als beides zu verbinden? Der vorliegende Band versammelt gleich drei Abenteuer, die sich der Nacht vor Allerheiligen auf ihre eigene Art annehmen.

Im Laufe der langjährigen Geschichte des „Cthulhu“-Rollenspiels gab es bereits zahlreiche Versuche, den Mythos mit eher klassischem oder überdrehtem Horror – wie er eben an Halloween üblich ist – zu verbinden. Gleich zwei Anthologien – mit dem schönen Titel „Blood Brothers“ 1 und 2 – wurden schon früh von Chaosium verlegt. Nun entdeckt auch die deutsche Redaktion Halloween für sich und legt drei Übersetzungen vor, um auch Spielern hierzulande den besonderen Zauber des 31. Oktober am Spieltisch erleben zu lassen.

Eröffnet wird der Reigen mit „Halloween in Dunwich“ von Oscar Rios. Dieses erstmals 2005 erschienene Szenario mischt viele klassisch-cthuloide Motive mit Halloween. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Kindern, die an einer Halloweenfeier bei ihrem Urgroßvater teilnehmen – natürlich stilecht in Dunwich. Doch was heiter beginnt, wird zu einem Spießrutenlauf, denn die Familie umgibt ein uralter Fluch. Eine Hexe, auf die sich die Blutlinie der Familie zurückverfolgen lässt, treibt in der Nacht ihr Unwesen und droht, das Leben aller Mitglieder der Familie zu nehmen. Können die Kinder ihr finsteres Ritual stören?

Auch im zweiten Abenteuer stehen junge Charaktere im Fokus, auch wenn die Spieler hier Teenager mimen dürfen. „Schule der Toten“ stammt aus der Feder von Paul Hebron. Die Charaktere erleben das blutige Ende einer Halloween-Party an ihrer Schule und werden unversehens in das Totenreich gezogen. Hier müssen sie verschiedene Aufgaben meistern, um mit Baron Samedi, Herr über die Toten, über ihre Leben verhandeln zu dürfen. Ein irrer Trip aus Albtraum und Voodoo erwartet die Charaktere.

Und auch das dritte Abenteuer, „Süßes oder Saures“ von Scott David Aniolowski, geizt nicht mit Halloween-Momenten. Immerhin geht eine lebende Vogelscheuche um, die scheinbar wahllos junge Leute umbringt. Doch entpuppt sich das nicht einmal als das größte Problem für die Charaktere …

Allen Abenteuern ist gemein, dass sie kurz und knackig präsentiert werden und problemlos an einem Abend durchgespielt werden können. Damit eignen sie sich hervorragend, um tatsächlich am namensgebenden Tag als Event-One-Shot angeboten zu werden. Und tatsächlich unterscheiden sie sich hinreichend von den oft gediegenen Recherche-Abenteuern, die man sonst oft für „Cthulhu“ findet. Dabei arbeiten alle Abenteuer mit Schock-Momenten, blutigem Horror und klassischen Halloween-Motiven wie Untote und Kürbisköpfen, um ihr besonderes Flair zu verbreiten. Das muss man mögen und ist vielleicht nichts für jede Gruppe. Doch immerhin hält der Inhalt, was der Titel verspricht!

„Halloween“ erscheint als Softcover-Band in Schwarz-Weiß. Wie die übrigen „Cthulhu“-Publikationen ist er mit zeitgenössischen Fotografien bebildert, sauber gelayoutet und übersichtlich gestaltet. Die Verwendung von altertümlichen Halloween-Postkartenmotiven tut sein Übriges, um ein stimmiges Bild des Bandes zu erzeugen. Bis auf einen kleinen Lektoratsfehler – im Zuge der Charaktererschaffung in „Schule der Toten“ wird auf einen nicht vorhandenen, vierten Schritt Bezug genommen – haben auch Korrektorat und Lektorat saubere Arbeit geleistet. Die Handouts sind wieder eine kleine Augenweide. Damit gibt es technisch nur Meckern auf hohem Niveau.

Fazit: Drei kurze, knackige One-Shots, die das Titel-Thema „Halloween“ gekonnt umsetzen. Wer auf der Suche nach gediegenem, cthuloiden Grusel ist, wird hier nicht fündig. Wer aber etwas Abwechslung sucht und auch vor dem einen oder anderen Splatter-Moment nicht zurückschreckt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

RPG-Blog-O-Quest Oktober 2017: Finsteres & Finsterlinge

Schon wieder ein neuer Monat! Schön, dass die Tradition der RPG-Blog-O-Quest fortgeführt wird! Zum wiederholten Male richten weder die Greifenklaue noch der Würfelheld die aktuelle Blog-O-Quest aus. Stattdessen haben „Nerd-Gedanken“ die Initiative ergriffen und stellen in diesem Monat der versammelten Blog-O-Sphäre fünf Fragen.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. In Zukunft sollen wir sogar alle fleißig mitgestalten!

Nachdem die Formalitäten wieder einmal geklärt wären, nun auf auf an die Oktober-Fragen. Wie es die Tradition will sind die Fragen im Oktober wieder etwas finsterer geworden, immerhin naht das Halloween-Fest!

1. Was war die bösartigste Intrige gegen die Heldengruppe Deines Charakters/Deinen Charakter, die Du bisher im Spiel erlebt hast – und wie ging die Sache aus?
Hm, wie ich hier bereits mehrfach lamentierte, komme ich selbst ja kaum noch zum Spielen. Meine letzten Erfahrungen als Spieler durfte ich in unserer aufgelösten DSA-Gruppe machen; damals spielten wir die „Das Jahr des Feuers“-Kampagne, und hier finden sich einige Gruppierungen, die es nicht gut mit unseren Helden meinten. Die bösartigste Intrige ist mir jetzt nicht mehr wirklich geläufig, ich kann mich aber daran erinnern, dass uns mehrfach übel mitgespielt wurde. Wie die Sache ausging? Nun, wir sind stolze Lehnsherren der Baronie Retogau und Rhazazor tummelt sich nicht mehr auf Aventurien… genügt das? 🙂

2. Gefährliche Augenblicke bei Rollenspielszenen wollen passend untermalt werden. Was bringt Dich in Spannungs-Stimmung, wenn Du Spieler bist? Welche spielexternen Mittel nutzt Du als Spielleiter, um deine Spieler das Fürchten zu lehren?
Als Spielleiter nutze ich meine wohlgeschulte Stimmgewalt (…zugegeben, das ist maßlos übertrieben…), um unterschiedliche Stimmungen zu unterstreichen. Ich versuche, über Tempo, Lautstärke und Stimmlage klarzumachen, dass die Lage langsam brenzlig wird. Natürlich versuche ich auch, vor dem Spiel einen passenden Soundtrack für den Abend zu wählen – da der aber zumeist in Endlosschleife im Hintergrund läuft, und ich viel zu verpeilt bin um ständig die richtigen Stücke rauszusuchen, ist es Zufall, wenn hier mal wirklich dramatische Musik an der richtigen Stelle läuft :-).

3. Hast Du schon einmal einen Charakter in einer ‚böse‘ gesinnten Heldengruppe gespielt? Wenn ja, wie erfolgreich waren die Heldencharaktere beim Lösen ihrer Aufgaben? Wenn nein, hättest Du Lust, es auszuprobieren? Wenn Du keine Lust darauf hast, wieso nicht?
Ich habe das tatsächlich einmal getestet, aber die Gruppe hatte bereits nach einer Session keine echte Lust mehr. Wir hatten zwar einen ziemlich harten Haufen Halsabschneider, aber irgendwie wollte der Funkte nicht recht überspringen. Das Experiment haben wir nie wieder wiederholt. Bei Cthulhu könnte ich mir die Kultistenseite als Ausflug mal ganz gut vorstellen, aber auch hier wäre der Wiederspielwert wohl nicht wahnsinnig hoch. Es macht mir einfach mehr Spaß, die Welt zu retten – wohl auch ein Grund, warum ich bei Warhammer nie wirklich bei den Chaostruppen gelandet bin :-).

4. Was macht Deiner Meinung nach einen gelungenen, schurkischen Bossgegner aus, damit er mehr als gesichtslose Metzelmasse mit vielen Lebenspunkten ist?
Das kommt sehr auf’s System an. Bei Fantasy-Systemen spiele ich gerne mit der Umgebung: ein untoter Mumienfürst in seiner Pyramide/Grabkammer sollte sich anders anfühlen als ein Drache in seinem Hort, auch, wenn die Attacke-Werte oder Lebenspunkte ähnlich sind. Die Umgebung darf gerne eine Rolle beim Kampf spielen. Aber hier reden wir nur vom „Bossfight“. Davon ab: Gerade bei menschlichen Gegenspielern ist es doppelt schön, wenn man sich ein paar Abende Zeit nehmen kann, um diese aufzubauen und ihnen einen hassenswerten Charakter zu verleihen. Da freuen sich die Helden dann richtig, wenn sie dem Kerl endlich habhaft werden.

Bei Horrorsystemen – und Cthulhu im speziellen – fällt es mir leicht, den „Bossgegner“ etwas besonderer zu machen. Immerhin ist die Menagerie cthuloider Kreaturen reichhaltig UND ungewöhnlich; dazu kommt, dass die menschlichen Kultisten oft eher zufällig, unwissend oder auch ihre eigenen Fähigkeiten maßlos überschätzend in ihrer Rolle gelandet sind. Das zu präsentieren macht mir deutlich mehr Spaß, als nur einen finsteren Zauberer, den der eigene Machthunger antreibt.

5. Welches Schurkenklischee kannst Du gar nicht leiden, wenn es Dir bei einem Plot begegnet – und warum?
Ich bin ein Freund von Klischees. Daher gibt es auch kein Schurkenklischee, dass meine Zehennägel aufrollen lässt.

Bonusfrage: Richtig düster wird es für mich beim Rollenspiel, wenn ______________ .
Richtig düster wird es für mich beim Rollenspiel, wenn das Licht ausgeht :-). Nein, im Ernst: wir sind trotz unseres cthuloiden Faibles keine wahnsinnig immersiven Spielen. „Düster“ wird es für mich eher durch Situationen, die nichts mit dem Spiel an sich zu tun haben: ein Spieler, der schummelt; oder ein Spieler, der die Runde mit Nörgeleien und/oder schlechten Witzen torpediert…

Halloween Special – 10 kleine Schritte…

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2008
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller10 kleine Schritte hinein ins Grauen präsentieren wir euch heute an Halloween. 10 kleine Szenarioideen oder unheimliche Situationen in denen sich eure Charaktere wieder finden könnten. 10 kleine Wege in den Wahnsinn…

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1.
Herrmann Gottfried Keller ist die neuste Entdeckung auf dem Kunstmarkt. Gemeinsam mit deinen Freunden bist du bei der Ausstellungseröffnung und auch wenn die Bilder deinen Geschmack nicht unbedingt treffen, Keller hat Talent. Nur einem scheint das Ganze so gar nicht zu gefallen. Jonas Hellman glotzt die Bilder aus allen verschiedenen Winkeln an. Oft müssen die Wachmänner den jungen Mann zur Seite nehmen, damit er die Kunstwerke nicht berührt. Das hält ihn nicht davon ab, sich auf den Boden zu legen und die Bilder von unten anzustarren. Die anderen Gäste amüsiert es zunächst, aber als Hellman dann irgendwas von einem gelben Zeichen murmelt und völlig wahnsinnig durch die Gänge springt, hat der Spaß ein Ende. Noch bevor ihn die Wachmänner zu fassen bekommen, wirft sich Hellman gegen ein Fenster und reißt sich am Glas die Pulsadern auf, bis das Blut heftig aus seinen Armen sprudelt. Er ist tot. Ein schrecklicher Anblick und du und deine Freunde müssen psychiatrisch versorgt werden. In einer Therapiesitzung beginnt man über den armen Hellman zu reden und auch über das Gelbe Zeichen, das sich wirklich irgendwie in die Bilder geschlichen zu haben scheint oder ist Keller klar was er da tut?

2.
Was für eine Nacht! Dein Kopf brummt unheimlich. Stockdunkel hier im Zimmer. Du willst aufstehen und stößt dir den Schädel. Du liegst nicht im Bett, du liegst in einem engen, kleinen Raum… Du bist in der Leichenhalle, in einem der Schubfächer. Und du bist nicht der einzige, da sind noch andere die hier aufgewacht sind…

3.
JUHU! Endlich kannst du deinem Studium den beliebten Auslandsaufenthalt hinzufügen. Die Miskatonic University in Arkham erwartet dich bereits. Die Uni zahlt auch noch die Unterkunft! Sie sind ganz begierig darauf dich kennen zu lernen.

4.
Dein Großvater war ein besessener Ahnenforscher. Er starb vergangenes Wochenende und nun liegt es an dir seine Besitztümer zu sichten. Darunter findet sich auch der vollständigste Stammbaum deiner Familie. Peinlich genau sind die Geburtsdaten eingetragen und auch die Sterbe… Nein, da stimmt irgendwie etwas nicht. Die Sterbedaten stehen nicht bei allen Familienmitgliedern. Nur selten hat Großvater diese Daten eingetragen. Wusste er sie nicht oder gab es vielleicht keinen Grund die Daten einzutragen? Ihr seid eine schrecklich alte Familie, viele Generationen lang reichen eure Wurzeln zurück bis nach Europa. Als du auf deinen Familienzweig blickst, fällt dir etwas sehr Seltsames auf: Übermorgen ist dein Todestag.

5.
Feierabend! Die beste Zeit des Tages. Mit deinem Wagen fährst du nach Hause, eine kleine Siedlung außerhalb der Großstadt. Als du auf die Parkstreet einbiegst stellst du mit Freude fest, das Jimmy endlich sein Fahrrad weggeräumt hat. Die Jeffersons haben es geschafft ihren Laubhaufen zu entsorgen und sogar den Zaun gestrichen. Die Häuser hier sehen alle so sauber aus und so ähnlich. Da hinten ist auch schon dein Häuschen, deine Nachbarn erwarten dich. Sie lächeln. Doch einige wirken seltsam abwesend und bewegen sie sich nicht wie Marionetten…

6.
Du wartest am Postschalter um ein Telegram aufzugeben. Überraschend begrüßt dich ein guter Bekannter, der gerade durch die Tür kommt. Er fragt dich wie es dir geht, was die Familie macht, die Arbeit usw. Er wirft nur kurz einen Brief ab und dann wünscht man sich einen schönen Tag. Du wartetest weiter. Überraschend begrüßt dich ein guter Bekannter, der gerade durch die Tür kommt. Er fragt dich wie es dir geht, was die Familie macht, die Arbeit usw. Irgendetwas stimmt hier nicht… Darauf angesprochen lacht der Bekannte nur: Eine tolle Geschichte! Aber das Ganze geht dir nicht aus dem Kopf und es sollte nicht zum letzten Mal passieren.

7.
Du sitzt gemeinsam mit einigen Freunden im Restaurant. Es ist laut, die Gäste unterhalten sich, der Kellner kommt und nimmt die Bestellung auf und gibt Hinweise für die Weinkarte. Immer wieder dringen Gesprächsfetzen an dein Ohr und sie ergeben zusammengesetzt einen Sinn: Sie scheinen dich vor etwas oder jemanden zu warnen. Dann plötzlich um Punkt 21:37 halten alle Personen im Restaurant inne und starren zu dir hinüber. Es dauert vielleicht drei Sekunden. Dann nimmt jeder wieder sein Gespräch auf und die Unterhaltungen sind völlig normal. Vielleicht hättest du das alte Buch doch nicht lesen sollen.

8.
In der Nacht träumst du von einer alten Kultstätte. Zwölf kleine Obelisken umgeben einen steinernen Altar, an dessen Fuß eine Treppe hinab in die Eingeweide der Erde führt. Du tanzt ekstatisch um den Altar gemeinsam mit deinen Freunden und Fremden und ihr betet zu etwas, das der menschliche Geist nicht begreifen kann. Ihr steigt hinab in die Finsternis und dann endlich begreift ihr alles… Als du aufwachst bist du völlig verschwitzt. Als du von deinem Traum erzählst, berichten auch deine Freund davon, dass sie einen ziemlich ähnlichen Traum hatten. Auch andere Menschen die du im Traum gesehen hast, begegnen dir in der Realität und was noch sonderbarer ist, ist die Tatsache dass sie dich ebenfalls erkennen. Als dann in den Nachrichten noch von einem sensationellen Fund in der Innenstadt berichtet wird, nimmt das Grauen Gestalt an. Auf dem alten Marktplatz werden Zwölf kleinen Obelisken gefunden und ein Schacht der wohl nach unten in die Eingeweide der Erde führt.

9.
Du nimmst die letzte U-Bahn nach hause. Während der Waggon schaukelt und rollt döst du ganz langsam ein… du darfst die Haltestelle nicht verpassen! Du schreckst hoch und siehst gerade noch wie die U-Bahn an einer Haltestelle vorbeifährt. Durch die schmierige Scheibe siehst du wie sich zwei dünne Kreaturen auf einen Mann im Anzug stürzen. Sie zerreißen seine Kleider, seine Haut und ziehen ihn hinab in den dunklen Tunnel. Hast du dir das nur eingebildet? Der U-Bahnfahrer denkt ja, aber zur Sicherheit schickt er einen Wachmann über Funk hin. Du steigst mit einem mulmigen Gefühl an deiner Haltestelle aus. Hat sich da gerade etwas im Schatten bewegt?

10.
Ach diese kleine Ortschaft kam genau richtig. Die Autofahrt war lang und anstrengend, warum also nicht in einem Hotel halten und morgen weiterfahren? Der Ort selbst ist urig und friedlich. Die Hotelzimmer gemütlich und das Abendessen wirklich köstlich. Danach schläft man umso fester. Der Morgen hält dagegen eine unangenehme Überraschung parat: Alle Bewohner des Ortes sind tot! Was ist hier geschehen? Was hat die Bewohner getötet und wieso kann man das Dorf nicht verlassen? Es scheint so als wäre eine Art Zauber aktiv… Als sich die Leichen dann noch bewegen erwacht der Überlebenswille!

Halloween Special – Szenarioidee

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Ende des Monats nähert sich wieder einmal die gruseligste Nacht des Jahres, Halloween. Wer noch eine zünftige Rollenspielrunde zu diesem Termin plant, mag vielleicht mit der folgenden Szenario-Idee aus dem cthulhu.de-Bestseller-Archiv etwas anfangen können:

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2007
Autor: Daniel Neugebauer

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Der Alte ist tot. Er konnte es gar nicht glauben, dabei machte der Mann in der Pickman Street doch so einen robusten Eindruck. Tränen rinnen sein Gesicht herab. Sein Mund ist ganz trocken, er kann kaum schlucken. “Ach, wieso musste er nur von uns gehen?” „Meine Damen und Herren, ich eröffne nun das Erbe.“ Er wird nervös als ihn der kleine Notar streng anschaut. „Sie sind der Alleinerbe.“ Gemurmel unter den Anwesenden. „Das Anwesen ist bezugsfertig. Möge Gott sie schützen.“ Das Haus ist groß, alt und voller Erinnerungen. Was hier schon alles passiert ist? Er tritt das Erbe an und ahnt nicht was dies auslösen wird und schon ausgelöst hat.

Arkham. Diese hexenverseuchte Stadt hat so manches Geheimnis zu bieten, man muss es nur zu finden wissen. Doch was ist wenn das Geheimnis dich findet? Einer der Spielercharaktere hatte in der Nacht diesen verrückten Traum von einem Erbe in Arkham. Arkham? Er weiß weder wo diese Stadt liegt, noch kennt er jemanden der dort wohnt. Verrückt was Träume mit einem anstellen können. Als ihn dann jedoch ein Brief des Notars Edward Pellington erreicht, indem von einem reichen Großonkel namens Garland James berichtet wird, wird die Sache langsam komisch. Der betroffene Spielercharakter soll der Alleinerbe von James´s Anwesen in der Pickman Street sein und der Notar bittet ihn zu sich nach Boston. Dieser entpuppt sich als ein kleiner, strenger Mann, der dem Traum-Notar unfassbar ähnlich sieht. In dem Testament von Garland James, steht tatsächlich der Name des Charakters und alles scheint wirklich einwandfrei zu sein. Was spricht also dagegen sich das Anwesen mal anzusehen? Schnell werden die Freunde zusammengetrommelt und dann rauscht der Wagen auch schon in Richtung Arkham.

3450662830_42f51222db_oDiese alten, georgianischen Gebäude strahlen eine unheimliche Atmosphäre aus. Mit ihren hohen Fenstern und ihren schiefen Walmdächern, scheinen sie sich in mehr als drei Dimensionen zu erstrecken. Gerade als der Wagen der Spielercharaktere zum stehen kommt und sie aussteigen, winkt ihnen eine freundliche junge Dame vom Nachbarhaus zu. „Ah hallo, schön das sie wieder da sind!“ Die Frau ist der festen Überzeugung, dass der Spielercharakter hier schon seit über zehn Jahren wohnt. Spätestens jetzt wird klar, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Im Haus selbst findet man einige Hinweise darauf, dass sich Garland James wohl nicht nur mit dem Mythos sondern auch mit Hexerei beschäftigt hat. Doch irgendwie scheint etwas bei einem Ritual durcheinander geraten zu sein und nun überlappen sich innerhalb des Hauses mehrere Zeitebenen. Immer wieder kommt es zu „Geistererscheinungen“ und Geräuschen, die aus der Vergangenheit und der Zukunft stammen. Was die ganze Situation noch verkompliziert ist die Tatsache, dass diese Zeitanomalie irgendwie die Große Rasse von Yith interessiert, die nun versucht sämtliche Zeitebenen auszutilgen, damit alles wieder völlig normal wird. Nur was passiert, wenn die Charaktere in der falschen Zeitebene sind? Können sie vielleicht mit einem Ritual aus dem Necronomicon wieder in ihre Zeit zurückkehren? Vielleicht war das jedoch auch der Grund, warum es zu dieser Zeitverzerrung kam und am Ende ist der Charakter selbst Garland James gewesen und erbt sein eigenes Haus!

RPG-Blog-O-Quest Oktober 2016: „Im Zeichen des Kürbis“ oder: Vampire, Werwölfe & Zombies

Gruselig wird es in der diesmonatigen RPG-Blog-O-Quest. Vielleicht war es nach den Science-Fiction- und Fantasy-Questen nur eine Frage der Zeit, bis wir auch das Horror-Genre ein wenig näher beleuchten. Allerdings wählt der ausrichtende Würfelheld mit dem nahenden Halloween-Feste einen hübschen Aufhänger – und auch die Fragen sind nicht unkreative Genrefragen. Schauen wir mal, was mir dazu alles einfällt – aber zunächst einmal das Wichtigste:

rpg-blog-o-quest_logo3RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolgen, Würfelheld oder Greifenklaue dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres HIER.

1. Zockt Deine Spielrunde zu Halloween und wenn ja, gibt es dann ein spezielle Rituale?
Wir haben tatsächlich noch nie – in all den Jahren – eine feste „Halloweenrunde“ gehabt. Ich bin mir ziemlich sicher, wenigstens einmal auf diesem Feiertag einen Rollenspielabend gehabt zu haben – sogar inklusive zünftiger Ausrichtung. Allerdings kann man wohl nicht von „speziellen Ritualen“ sprechen, da wir hier schlicht keine Regelmäßigkeit haben. Wenn mein Keller allerdings rechtzeitig fertig renoviert ist – die Arbeiten beginnen bereits nächste Woche – könnte ich mir allerdings vorstellen, in diesem Jahr eine kleine Runde anzubieten. Mal schauen.

2. Welches ist Dein Lieblings-Horror-Abenteuer (und warum)?
Aiaiai. Ich bin ja ein bekennender „CTHULHU“-Fan. Als eben solcher habe ich ein paar dutzend Horrorabenteuer gelesen und/oder geleitet. Und das auch insbesondere in den letzten Jahren, denn die Beschäftigung mit diesem Blog hier hat natürlich auch dazu geführt, dass ich mich tief in die Materie eingelesen habe… Aus all diesen vielen Texten nun einen Liebling zu küren, fällt mir reichlich schwer, aber wenn ich mich entscheiden muß:
Das Abenteuer, mit dem ich am ehesten wirkliches „Horror“-Gefühl am Spieltisch heraufbeschwören konnte war „Das Sanatorium“ aus „Dementophobia“. Insbesondere die ersten Erkundungen der verlassenen Räumlichkeiten waren ECHT unheimlich. Das macht es aber nicht zu meinem „Liebling“ (erwähnenswert fand ich es dennoch), denn dieser Platz ist wohl dauerhaft „Last Men Standing“ aus „Zeitlose Ängste“ reserviert. Ein Feuerwerk grandioser Ideen, aber halt eine Prise mehr Pulp als Horror :-).

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3. Welche Untoten kommen deiner Meinung nach zu schlecht weg und warum?
Es gibt doch kaum eine Untotenart, die noch nicht von zig Seiten beleuchtet wurde, oder täusche ich mich da? Vampire sind böse, gut, sexy, die Weltherrschaft anstrebend oder krampfhaft angepasst… Zombies sind langsam, schnell, gefühllos, verliebt, urkomisch oder satanisch… Werwölfe sind triebhaft, durchtrieben, brutal oder verzweifelt… Ghoule sind hirnlose Leichenfresser oder kulturschaffende Hilfesuchende… Geister sind rachsüchtig, traurig, verspielt, klein und niedlich… ach je.
Ich persönlich finde, dass die Banshee maßlos unterrepräsentiert ist. In eigentlich allen Settings tauchen sie irgendwie auf, aber Varianten sind selten und üblicherweise halten sie als „Encounter am Wegesrand“ her. Da könnte man mehr draus machen, finde ich.

4. Welches ist das schlimmste Phantastik-Werk zu diesem Thema?
Das kann ich wohl kaum beurteilen. Dafür ist meine Lese-Horizont wohl nicht breit genug gefächert. Was mir allerdings nicht gefallen hat, ist der Hype rund um Twilight. Nicht, dass ich mich überbordend mit dem Thema beschäftigt hätte. Aber bei glitzernden Vampiren muß ich das wohl auch nicht.

5. Welches Rollenspiel bildet, deiner Meinung nach, den Halloween-Horror am besten ab?
Man kann mit jedem Rollenspiel, das Horror zulässt, Halloween-Horror nachstellen. Damit scheiden in meiner Wahrnehmung die meisten Fantasy-Systeme aus, denn diese statten die Charaktere normalerweise mit Fähigkeiten aus, die den Furchtfaktor deutlich herunterfahren. „Cthulhu“ erledigt diese Aufgabe – wenn auch eher instinktiv – allerdings ganz gut und es gibt auch einige Abenteuer, die genau diesen Horror darstellen wollen. In meinen Augen eignet sich aber „Kleine Ängste“ – vom simplem Regelwerk bis zum gewählten Setting – wohl am ehesten.

Die Bonusfrage: 6. Welches kostenlose Download/Online-Abenteuer würdest Du zu Halloween empfehlen? (Link nicht vergessen)
Ich denke, das Cthulhu-Abenteuer „Block B“ (nicht von mir, aber dennoch hier auf diesem Blog zu finden: https://seanchuigoesrlyeh.wordpress.com/szenarien/) ist für einen Halloween-Abend recht passend. Wer eine klassischere cthuloide Geschichte erleben möchte, dem würde ich „Das Grauen von den Sternen (http://www.pegasus.de/cthulhu/fuer-einsteiger/) empfehlen wollen.