RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster (Die Antworten)

So, der Monat ist (fast) rum, da ist es natürlich Zeit, dass ich meine eigene Queste auch brav beantworte. Ich habe mich sehr über Eure verhältnismäßig zahlreichen Beiträge zur diesmonatigen Queste gefreut! Danke dafür. So, nun aber ab in die Vollen:

1.Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?

Eine echte „Geistergeschichte“ leider bislang noch nicht. Ein Umstand, den ich beizeiten ändern möchte. Wir haben einmal das ABOREA-Kurzabenteuer „Die weiße Maid“ gespielt. Dabei nutzt eine Gruppe von Schmugglern den Deckmantel einer Geistergeschichte, welche sich die Dörfler untereinander erzählen. Und tatsächlich war die Gruppe bei der ersten Sichtnahme der Location vorsichtiger als nötig. Aber das Finale war dann schlussendlich doch sehr weltlich und vollkommen geisterlos ;-).

2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?

Ich überlege, ob es in meiner langen Fantasy-Karriere bereits Begegnungen mit „toten“ Auftraggebern oder so etwas gehabt hätte… aber ich fürchte, meine Geistererfahrungen beschränken sich auf Cthulhu&Co im Horrorgenre.

3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?

Ich ordne mich hier einmal als Spielleiter ein und muss zugeben: Eine echte Gruselatmosphäre zu erzeugen, gehört zu den schwierigsten Übungen überhaupt. Wenn das Abenteuer einen da nicht mit tollen Szenen unterstützt, dann kann man das fast vergessen. Ich bin kein Freund von „jetzt die Musik“ und „dann der Soundeffekt“, sondern lasse lieber Hintergrundmusik laufen; insofern muss ich mich auf meine Stimme und die Beschreibungen verlassen. Dabei ist es halt wichtig, nichts zu verraten und das Kopfkino bei den Spielern in Gang zu bringen. Ich selbst kriege nur selten diese Atmosphäre aufgebaut – bei „Das Sanatorium“ war die Luft aber z. B. zum Schneiden dick und auch „Begraben“ funktioniert immer wieder ganz gut.

4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Ha! Als Fragensteller habe ich ja soeben meine liebsten Geisterregeln geteilt. Der Baukasten in DSK ist aber auch wirklich großes Kino.

5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?

Klar, einige. Der „Cthulhus Ruf“ lag einmal ein Archivheft von mir bei, „Das Geisterhaus-Projekt“. Da sind viele dieser Ideen eingeflossen.

GRT-Abenteuerwettbewerb 2021/22: Ein paar Inspirationen

Wie Ihr alle sicherlich wisst, läuft gerade unser Abenteuerwettbewerb für den nächsten Gratis-Rollenspieltag! Noch bis zum 30.06.2021 habt Ihr Zeit, auf genau vier Seiten (na gut, Bilder und Karten zählen extra) Euer Abenteuermaterial zu präsentieren.

Um Euch noch ein paar Denkanstöße und kreative Ideen mit auf den Weg zu geben, haben wir uns gedacht dass es eine gute Idee wäre, Euch ein paar Vierseiter zu zeigen, die andere Autoren zu verschiedenen Anlässen geschrieben haben. Da ist es natürlich ein glücklicher Zufall, dass Organisator Greifenklaue vor rund zweieinhalb Jahren den WTSC ins Leben gerufen hat – denn Winter-Two-Sheet-Contest. Auch bei diesem Wettbewerb ging es darum, Abenteuer auf genau vier Seiten unterzubringen.

Insgesamt gab es damals vier Einsendungen, die sehr unterschiedliche Herangehensweisen an die vier Seiten wählten und auch unterschiedlichste Genres abdeckten. Alle vier Beiträge könnt Ihr HIER immer noch zum Download finden.

Doch auch bei Organisatoren-Kollege Seanchui finden sich waschechte Vierseiter. So zum Beispiel DAGONJI, ein Abenteuer, dass seinen Werdegang als Einseiter für den OPC begann, später jedoch für das Pegasus-Marketing deutlich aufgebohrt wurde. Ebenso gibt es zwei „Szenen des Schreckens“, die einmal als Testballon für den Support gedacht waren, jedoch nie dort verwendet wurden. Sie stellen klassische Lovecraft-Geschichten – bzw. wichtige Szenen daraus – nach und zeigen ebenfalls, wie vier Seiten genutzt werden könnten. Da gäbe es „Das Buch im Haus“ und „Flucht aus Innsmouth„.

Ihr seht: Vier Seiten sind eine Menge Platz, um Eurer kreativen Energie freien Lauf zu lassen. Wir sind schon sehr gespannt auf Eure Einsendungen!

Viele Grüße

Greifenklaue & Seanchui

RPG-Blog-o-Quest #067: Zeit und Zeitmanagement (Die Antworten)

Da habe ich doch diese Not-Quest viel zu spät an den Start gebracht… genauso spät (aber knapp pünktlich) hier noch meine Antworten dazu 🙂

  1. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr durchschnittlich am Rollenspieltisch, egal ob virtuell oder live?

Das ist in den letzten Monaten und Jahren etwas besser geworden. Vor knapp vier Jahren gründete ich eine Neueinsteigerrunde, die sich konstant bis in die Corona-Krise gehalten hat. Wir stehen noch in Kontakt und hatten einen einzelnen Online-Gehversuch, aber das wird wieder, wenn die Krise vorbei ist. Dazu hat sich eine neue Online-Runde gegründet – wir sind alle sehr cthuloid unterwegs und spielen daher (natürlich) Cthulhu. Dazu kommen die seltenen Runden mit den Veteranen (aktuell auch wegen Covid auf Eis liegend), aber Summa Summarum dürften es mittlerweile so 6 bis 10 Stunden im Monat sein. Im Schnitt. Manchmal ist es nur eine Runde, ganz selten auch mal drei im Monat.

2. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit der Vorbereitung eurer aktiven Rollenspielzeit?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Gruppe ab. Ich würde aber schätzen, dass ich für die 6 bis 10 Stunden Spielzeit im Schnitt 2 bis 4 Stunden DIREKT mit der Vorbereitung verbringe.

3. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit dem Thema „Rollenspiel“, ohne dass es sich um eine direkte spielerische Aktivität oder deren Vorbereitung handelt – also News oder Rezensionen lesen, Crowdfundings kommentieren, in Foren lesen/schreiben, bloggen, Regelwerke und Abenteuer „zu Studienzwecken“ lesen…

Ja, jetzt wird’s ein bißchen peinlich… ich tippe auf rund 60 – 75 Stunden. Bloggen, Redaktionsarbeit, Rezensionen verfassen, Abenteuer schreiben, in Foren stöbern, News- und Shopseiten durchstöbern… dazu kommt das Durchlesen von Rezensions- und anderem Material. Doch, ich denke das ich jeden Abend irgendwas mit dem Hobby zu tun habe.

4. Seid ihr mit dem Verhältnis der drei obigen Zeiten zufrieden, oder würdet Ihr gerne etwas ändern? Falls ja, was und wie?

Der „kreative“ Teil des Hobbies, also Bloggen, Abenteuer/Rezis verfassen, Sachen layouten, Texte redaktionell betreuen… macht mir unglaublich viel Spaß. Ja, ich würde gerne ein bißchen mehr spielen. Aber wirklich viel würde ich nicht ändern wollen.

5. Kurzfristige Absagen oder zu spät kommende Spieler sind Frustgarantien. Mithilfe welcher Hilfsmittel organisiert Ihr Eure Spielgruppe und haltet alle „up-to-date“?

Nichts besonderes. Wir organisieren uns per WhatsApp oder E-Mail. Die niedrige Rundenfrequenz sorgt dafür, dass die Leute den Termin dann aber auch ernst nehmen. Passieren kann immer mal was – von Krankheit bis zur Mehrarbeit – aber das passiert so selten, dass ich noch nicht genervt bin.

DIE REGELN

  • An jedem Monatsersten werden die Fragen/Lückentexte gestellt. Der Starter wird im rsp-blogs-Forum festgelegt. Wir bitten um Beantwortung auf euren Blogs, Vlogs oder im Forum
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um den sich die Fragen drehen
  • Über die Zusendung eurer Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen wir uns
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, unsere Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in Euren Beiträgen benutzt werden. (alle drei, welches besser gefällt.)

RPG-Blog-O-Quest #065: Produktives

Und schon wieder ist es Zeit für eine neue Blog-O-Queste! Dieses Mal hat sich Mastermind Greifenklaue allerdings etwas Neues einfallen lassen. Statt Fragen als bloggende Volk zu stellen hat er dieses mal ein paar zu kombinierende Schlagworte eingeworfen. Eigentlich wollte ich – ganz oldschool – den Zufall entscheiden lassen, welches Genre ich mit welchem Spielzusatz verbinde. Doch ein paar der Kombinationen liegen nun schon länger in einem offensichtlich brachliegenden Teil meines Gehirns, ohne dass ich jetzt auf tolle Ideen gekommen wäre. Also suche ich mir meine Kombinationen einfach aus! Wie auf diesen Seiten üblich alles mit leicht cthuloidem Touch :-).

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk!

1. Cyberpunk-Ausrüstung

Die Großen Alten interessieren sich schlussendlich nicht für die Menschheit. Zwar können sie über cthuloide Ritual-Magie beschworen werden, doch einmal vor Ort nehmen sie die Zaubernden kaum wahr. Dennoch verbleiben sie manchmal an Ort und Stelle, um ihre eigenen Pläne zu verfolgen oder sich für die Weiterreise vorzubereiten.

Es gab und gibt immer wieder Szenarien, in denen verrückte Wissenschaftler und größenwahnsinnige Okkultisten den Großen Alten Substanzen entnommen haben. Die Milch Shub-Nigguraths ist nur ein Beispiel, wenn auch ein sehr gängiges.

Im Zeitalter des Cyberpunk gibt es das ganze natürlich als schicke Designerdroge, die hochgradig süchtig macht. Dazu gibt es eine ganze Reihe positiver Nebeneffekte wie plötzliche Hellsicht, verbesserte Muskulatur oder Einsicht in kosmische Geheimnisse. Doch das ganze hat natürlich seinen Preis: Entmenschlichung, schleichender Wahnsinn und körperliche Degeneration. Die Droge steht sowohl den SC als Ausrüstung zur Verfügung, kann aber auch als Szenarien-Aufhänger dienen.

2. Western-NSC

„Western“ ist natürlich ein tolles Thema, denn ich habe ja schon mein eigenes Wester-Rollenspiel geschrieben („Desperados“: https://www.pegasusdigital.de/product/316117/Desperados-Ein-Pen-and-Paper-Rollenspiel ). Da bietet es sich natürlich an, einen cthuloid angehauchten NSC für eben jenes System anzubieten:

Ithaqua-Schamane
Typ: Boss
Schwierigkeitsgrad: 18 (schwierig)
Fertigkeiten
Entrückte Konzentration: Die Blickrichtung des Ithaqua-Schamanen kann nicht durch spezielle Fertigkeiten verändert werden.
Herr der Winde: Der Ithaqua-Schamane kann einmal pro Kampfrunde die Blickrichtung eines beliebigen Spielercharakters verändern.
Wendigo: Der Ithaqua-Schamane kann einmal pro Kampf einen Wendigo herbeibeschwören.

Wendigo
Typ: Scherge
Schwierigkeitsgrad: 20 (sehr hart)
Fertigkeiten
Hart im Nehmen: Der Wendigo verfügt über zwei Lebenspunkte.
Eisenfaust: Im Falle eines Misserfolgs oder Erfolgs im Kampf verursacht der Wendigo 2 statt 1 automatischen Schadenspunkt. Diese Fertigkeit gilt nur im Nahkampf.

3. Fantasy-Monster

Mein aktuelles Leib-und-Magen-Fantasysystem ist ohne Zweifel „Fantasy AGE“. Die letzte große Kampagne, die ich vor der einsetzenden Corona-Pandemie startete und die seitdem sträflich ruht, habe ich auf dieses System ausgerichtet. Insbesondere die schmalen aber praxisfreundlichen Regeln und die genialen Stunt-Manöver haben es mir angetan. Klar, dass ich nun auch einen cthuloiden Schrecken für F-AGE aufbereite, oder?

Dunkeldürrer
Geschicklichkeit 2, Intelligenz 1, Kämpfen (Klauen) 2, Kommunikation 0, Konstitution 4, Präzision 1, Stärke (Körperkraft) 4, Wahrnehmung 3, Willenskraft 3
Geschwindigkeit 10 (15 Flug)
LP 40
Verteidigung 11
Rüstungsschutz 4
Waffe: Klaue, +3, 1W6+6 Schaden
Dunkelsicht: Der Dunkeldürre kann in völliger Dunkelheit perfekt sehen
Stunt: Hochheben (3 SP): Der Dunkeldürre hebt ein Opfer (von maximal humanoider Größe) hoch in die Luft. Das Opfer wird durch den Schwanz der Kreatur in Starre gehalten. Der Dunkeldürre kann entscheiden, wann und ob er sein Opfer fallen lässt, was eventuell Sturzschaden nach sich zieht.

4. Science-Fiction-Fahrzeug

Science-Fiction ist nun ehrlicherweise so gar nicht mein Thema. Space Opera, gut, wer mag „Star Wars“ nicht? Aber echte Science-Fiction liegt mir nicht wirklich. Ich hatte überlegt an dieser Stelle einen „Engel“ für „CthulhuTech“ zu posten, aber (a) sind mir die Regeln nicht geläufig genug und (b) spielt das wahrscheinlich ohnehin niemand mehr :-).

5. Steampunk-Szenario

Da Ingo als Ausrichter ein wenig spät dran war, und ich unbedingt noch im Februar die Antworten raushauen will, bleibt es hier bei einer groben Skizze anhand der 6W-Fragen. Sorry, mehr gibt es dann vorläufig doch nicht :-).

Die Charaktere sind Gäste einer Ausstellung und Podiumsdiskussion über archäologische Funde Südamerikas, als ein Streit zwischen zwei Professoren entbrennt. Natürlich geht es um El Dorado, dessen Existenz immer noch nicht bewiesen wurde. Eine Luftschiff-Expedition an den Amazonas soll nun endlich Klarheit verschaffen – doch wartet im finsteren Dschungel natürlich mehr, als sich die beiden Herren ausmalen können…

1. Wer?
(Wer ist der Bösewicht in Eurer Geschichte, so es einen gibt? Wer führt die Charaktere in das Abenteuer? Und wer spielt noch eine wichtige Rolle?)
Professor Winston, älterer Feldforscher, stellt die Expeditionsgruppe zusammen und endlich El Dorado zu finden.
Professor Clarke, spöttischer Zweifler, wird die Expedition begleiten um die Niederlage seines Kollegen genüsslich auszukosten.
Pater Black, wahnsinnig gewordener Missionar, wird sich vor Ort der Expedition anschließen um das Geheimnis von El Dorado zu wahren und die Expedition zu sabotieren.
Degenerierte Kultisten, die das Hochplateau bewohnen und die Expedition angreifen werden.

2. Was?
(Was müssen die Charaktere erreichen, um das Abenteuer abzuschließen? Gibt es spezielle Gegenstände oder spezielles Wissen, das sie dafür brauchen?)
Auffinden von El Dorado. Professor Winston verfügt natürlich über das alte Tagebuch eines längst verstorbenen Conquistadors.
Einmal auf dem Plateau geht es ums nackte Überleben.
Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, dem Kult eine kleine, häßliche Statue eines mit Tentakeln bewehrten Wesens (Cthulhu) zu stehlen und später weitere Nachforschungen anzustellen?

3. Wann?
(Zu welcher Jahreszeit spielt das Abenteuer? Spielt Zeit noch eine größere Rolle – gibt es zum Beispiel einen Wettlauf gegen die Uhr?)
Im Sommer.

4. Wo?
(In welcher Umgebung spielt das Abenteuer: Stadt, Wildnis oder Dungeon? Ist das Land, der Planet oder die Region wichtig für den Plot und verdient Erwähnung? Welche besonderen Locations werden die Charaktere besuchen?)
Südamerikanischer Dschungel, Amazonasbecken.
Eine versunkene Ruinenstadt auf einem Hochplateau. Allerdings finden die Charaktere hier kein Gold sondern die Hinterlassenschaften eines Cthulhu-Kultes.

5. Warum?
(Was ist die Motivation der Charaktere? Wie sieht die Belohnung für einen Erfolg aus, bzw. die Konsequenz eines Mißerfolges?)
Die Charaktere werden mit der Aussicht auf Reichtum, Ehre und Ruhm von Professor Winston angeheuert.

6. Wie?
(Wie gehen die Charaktere idealerweise vor? Welche Stolpersteine für die Spieler erwartest Du und wie kann der Spielleiter sie umgehen?)
Die Charaktere begleiten die Expedition.
im Amazonas-Becken müssen sie in einem Indio-Dorf Vorräte auffrischen, wo die Expedition auf Pater Black trifft. Dieser hatte bereits Kontakt mit dem Kult und darüber seinen Verstand verloren. Er sabotiert das Luftschiff der Expedition.
Vielleicht ergibt sich mit einem abstürzenden Luftschiff die klassische Situation der „Todesfalle“.
Vor Ort werden Teile der Expedition – vielleicht einer der Professoren – von dem Kult gefangen genommen.
Organisation der Flucht.

9. Winter-OPC: Die Schnellstarter-Preise sind verlost und unterwegs

Bis Anfang Januar hattet Ihr Gelegenheit, Beiträge zu unserem diesjährigen Winter-OPC einzureichen. Und wer dabei besonders schnell war, hatte die Chance einen unserer Schnellstarter-Preise zu ergattern! Mittlerweile haben Ingo und Seanchui die vier glücklichen Gewinner erwürfelt: Jonas, Rorschachhamster, Kaid und Robin sind bereits informiert und die Preise – ein Fanzinepaket bestehend aus dem Zine of High Adventure und  einer Ausgabe des englischsprachigen OSR-Zine Undercroft – unterwegs zu ihren neuen Besitzern.

Für alle anderen gilt es, noch ein wenig zu warten. Unsere Jury – bestehend aus den beiden bekannten Podcastern vom nerdigen Trashtalk Philipp (als erfahrener Blogger, Rezensent und Gamist) und Elea (als Autorin und Geschichtenschreiberin) und dem Autoren und Illustrator Christian Günther – hat sich bereits fleißig gezeigt und die ersten Ergebnisse liegen vor. Wir sind damit voll im Zeitplan, um pünktlich zum Gratis-Rollenspiel-Tag das Komplettpaket präsentieren zu können!

Also, es bleibt spannend!
Viele Grüße
Greifenklaue & Seanchui

Unboxing: Die GKshop „Corona-Lootbox“

Seit knapp zwei Wochen bietet der GKshop – sozusagen die „physische Inkarnation“ des in der Bloggosphäre nicht unbekannten Kollegen „Greifenklaue“ – eine sogenannte „Corona-Lootbox“ an. Ingo hat die Läger leergeräumt und braucht endlich mal wieder Platz! Und da es gerade – wie wir alle wissen – an Conventions mangelt, die er mit seinem Shop besuchen kann, wird das Zeug nun per „Lootbox“ unters Volk gebracht. Dazu heißt es:

Dadrin ist (min.) ein Brett- oder Kartenspiel, ein Rollenspiel, eine DVD, ein Buch/Comic und etwas Nerdiges mit einem Neupreis von min. des doppelten des Betrags. Jedes Set ist individuell zusammengestellt und für jeden was dabei!

https://greifenklaue.wordpress.com/2021/01/21/gkshop-die-corona-lootbox/

Mehr Infos zu dem Ganzen findet ihr HIER. Ich liebe solche Überraschungspakete und habe es mir daher nicht nehmen lassen, gleich zu Beginn eine solche Lootbox (in der 30 Euronen-Variante) zu bestellen. Und heute ist das gute Stück bei mir eingetrudelt! Damit ihr sehen könnt, ob sich eine Bestellung beim Ingo auch für euch lohnen könnte und ich ein wenig mit meinem Loot-Glück angeben kann, habe ich mich entschieden gleich einen kleinen „Unboxing“-Artikel zu verfassen.

Der Bilderflut wollen wir nun auch gleich noch ein paar Worte folgen lassen.

Zunächst einmal fällt die professionell-liebevolle Verpackung ins Auge. Stabiler Karton, gut verklebt und genügend Füllmaterial drin, damit auch ja nichts verrutschen kann.

Als Lesestoff haben wir einen „Space-Marine-Battles“-Roman aus dem „Warhammer 40.000“-Universum sowie das Comic „Hack/Slash: Die dunkle Seite“. Gerade die „Space-Marine-Battles“ sind gute Lückenfüller, wenn mal wieder ein wenig Leselangeweile herrscht, denn hier geht’s meist ohne viel Umschweife acionreich zur Sache. Auf „Hack/Slash“ bin ich schon sehr gespannt, das Cover verspricht reichlich morbide Unterhaltung.

Rollenspielerisch hat Greifenklaue den schönen Band „Sundered Skies“ für „Savage Worlds“ beigelegt. Zugegeben, ich habe den Band schon, aber das beweist ja nur, dass die Box meinen Geschmack getroffen hat :-). Und schlussendlich gehört so etwas bei einer Lootbox nun einmal zum Risiko dazu. Daneben gibt es neue Schicksalspunkte für „Die Schwarze Katze“. Da hat Ingo aufgepasst, habe ich doch über seinen Shop bereits „DSK“-Material bestellt.

Brettspielig hat sich „Drakon“ hinzugesellt. Das Spiel sagt mir erst einmal überhaupt nichts, scheint aber ein kleiner Dungeoncrawler mit angenehm kurzer Spieldauer zu sein. Besonders hübsch sind die hier enthaltenen Miniaturen – selbst, wenn ich „Drakon“ niemals spielen sollte, wird sich für die Minis sicher eine gute Verwendung (nicht zuletzt am Rollenspieltisch) finden lassen. Zu guter Letzt hat Ingo mir noch ein paar GCT-Comics in die Box gelegt. Hier wird es nun aber individuell, da ich an Ingos Comic-Reading-Challenge teilgenommen habe und er daher ein paar Bände mehr in die Box gelegt hat.

Und? Hat es sich gelohnt? Aber hallo! Neben der Tatsache, dass ich hier deutlich mehr Gegenwert für mein Geld erhalten habe, ist vor allem die Vorfreude auf so eine Überraschungskiste nicht zu unterschätzen. Und man kriegt auch einmal Kram zu Gesicht, den man nicht auf dem eigenen Radar hatte. Wer nun Interesse hat – Greifenklaue freut sich sich über eure Mail!

Spielbericht: Summ, Bienchen, summ

Es hat Tradition, dass wir in der dunklen Zeit „zwischen den Jahren“ einen cthuloiden One-Shot einschieben. In diesem Jahr entschied ich mich (endlich) für das von Mirko Bader vorbildlich niedergeschriebene Szenario „Summ, Bienchen, summ“ aus der Cthulhus Ruf #08. Und wer es sich nicht denken kann: der Spielbericht enthält zahllose Spoiler!

Inhalt des Szenarios

Die Spieler schlüpfen in die Haut von Büroangestellten, die urplötzlich unter Summgeräuschen zu leiden beginnen. Irgendwann müssen die SC entnervt feststellen, dass die Geräusche in ihrem Kopf zu sein scheinen. Tatsächlich sind sie unabsichtlich Opfer eines Experimentes der neuen Firmenleitung geworden – aufgrund eines Versehenes haben sie Kaffee konsumiert, der mit einem experimentellen Wirkstoff versetzt war. Während Führungskräfte und Betriebsarzt versuchen, die SC zu beruhigen, müssen diese so unauffällig wie möglich die Hintergründe aufdecken…

Vorbereitung

– Das Szenario war rasch vorzubereiten. Ich habe es einmal im Vorfeld durchgelesen und mir bei einem zweiten Durchgang wenige Notizen gemacht. Das hat völlig gereicht.

– Zur Unterstreichung der Atmosphäre habe ich ein paar Fotos rausgesucht von Großraumbüros. Das aber auch nur, weil wir online gespielt haben und ich daher nicht einfach das bebilderte Heft herumreichen konnte.

– Ebenfalls dem Online-Spiel geschuldet war das Übertragen der SC-Werte auf den ausfüllbaren Charakter-Bogen. Dazu habe ich folgende Infos an die Spieler ausgegeben:

Ihr werdet am Mittwoch in die Rolle eines Büro-Angestellten der „FlatDeal“-Corporation schlüpfen. Die FlatDeal-Corporation verdient ihr Geld mit Telefonverkäufen und Ihr seid eben genau das: Telefonverkäufer. Ihr arbeitet in einem großen Bürokomplex, dessen 5.-7. Etage von der „FlatDeal“ angemietet worden sind; ansonsten gibt es hier noch Immobilien- und Versicherungsmakler, Consulting, Steuerberatung, Qualitätsmanagement, mehrere Marketing-Agenturen, eine Personaldienstleistung etc., die jedoch allesamt mit „FlatDeal“ nichts zu tun haben.

  • In der fünften Etage arbeiten freiberufliche Mitarbeiter (Studenten, Halbtagskräfte), die niedrigpreisige Waren wie Zeitschriftenabos oder billige Gartengeräte verkaufen.
  • In der sechsten Etage (hier arbeitet Ihr) arbeiten Vollzeit-Mitarbeiter (kleines Grundgehalt, Verkaufsprovision); hier werden Unterhaltungselektronik, Haushaltswaren, Bücher etc. verkauft. (Buchreihe: Der große Hausdoktor, CD-Box: Vergessene Country-Songs aus Montana, Ratgeber: Werden Sie ein Star (in drei Bänden), Reinigungsmittel SIFF…)
  • In der siebten Etage arbeiten Kollegen, die besonderes Verkaufstalent bewiesen haben. Das Grundgehalt ist höher und es werden hochpreisige Waren (=hohe Provisionen) verkauft: Autos, Reisen, aber auch Versicherungen. Jeder kann in die siebte Etage befördert werden, wenn er sich geschickt genug anstellt.
    Ansonsten ist „FlatDeal“ ein ganz normales Büro. Großraumbüro. Ihr arbeitet in recht kleinen „Boxen“. Es gibt einen Aufzug im Gebäude, Kaffee gratis, eine Kantine im Erdgeschoss… euer Boss heißt Winston Clark, einige andere Büroangestellte sind Jimmy Trebbiano (Sunnyboy und Verkaufstalent), Louise May Heiderberger (die schönste Frau im Büro), Sue Parker (pummelige Tratschtante), Deborah Schaefer (Sekretärin von Winston Clark) – um nur einige Beispiele zu nennen. Insgesamt arbeiten auf jeder Etage rund 40 Mitarbeiter.

Mit diesem Vorwissen ausgestattet, machten sich meine drei Spieler dann auf in die Ereignisse, die vor ihnen lagen.

Charaktere

Charles, Michael und Hal – drei bereits seit Jahren in der 6. Etage angestellte Schreibtischtäter. Wenigstens Charles hat die Hoffnung auf die 7. Etage noch nicht aufgegeben.

Verlauf

Die Charaktere erwachen an einem ganz normalen Morgen in ihrem Haus. Die üblichen Handgriffe und Morgenrituale später werfen sie sich aufs Fahrrad oder stürzen sich in die U-Bahn um ihren Arbeitsplatz, die FlatDeal-Corporation zu erreichen. Ein freundliches Nicken im Aufzug, ein kurzer Plausch am Kaffee-Automaten, dann beginnt der nächste, eintönige Arbeitstag.

Zunächst wenden sich alle ihren Telefonverkäufen zu. Michael verkauft einem alten Veteranen einen Zwei-Jahresvorrat SIFF (DAS Reinigungspräparat), Charles schafft es einer genervten Hausfrau eine CD-Box mit den schönsten Country-Songs aus Montana anzudrehen. Noch während Hal versucht, mit allen Tricks, die zwölfbändige Buchreiche „Der Hausdoktor“ an den Mann zu bringen, wird Michael darauf aufmerksam, dass es seiner Kollegin Louise nicht gutzugehen scheint. Sie ist auf der Suche nach einem Insekt, dass sie stört. Ganz Gentleman beteiligt sich Michael an der Suche – auch, wenn er das angebliche Summen nicht hören kann. Schließlich entscheidet sich Louise, den Betriebsarzt aufzusuchen.

Wenig später beginnen auch die drei SC unter dem Summgeräusch zu leiden. Weder die genaue Untersuchung des Headsets noch des Computers können hier Abhilfe schaffen. Auch die Kontrolle der Klimaanlage durch den herbeigerufenen Hausmeister Carl bleibt ergebnislos. Die drei wenden sich an ihren Chef, Clark Wilson, der sie zum Betriebsarzt schickt. Vom Chefbüro aus kriegen die Charaktere mit, dass zwei hünenhafte Männer in schwarz die Sekretärin, Miss Schaefer, befragen und mitnehmen. Von Tratschtante Sue erfahren sie, dass es wohl um Kaffee ging… Langsam macht sich ein mulmiges Gefühl breit.

In der siebten Etage bemerkt man verdutzt das seltsame Verhalten der Kollegen. Worte wie „Gehirnwäsche“ machen erstmals die Runde. Beim Betriebsarzt verläuft erst alles normal. Louise scheint es besser zu gehen, die drei SC werden untersucht und dann mit MRT-Aufnahmen konfrontiert die ihnen beweisen sollen, dass mit ihnen alles in Ordnung ist. Hal fällt auf, dass Dr. Bernard ihm eine falsche Aufnahme zeigt, was dieser jedoch rasch abwiegelt. Alle SC leiden wohl unter Überarbeitung und Verspannungen, sie sollen eine Pille nehmen und ein paar Tage ausspannen. Das Mißtrauen der SC überwiegt jedoch. Eine der Pillen wird genau untersucht, das Gelee Royale entdeckt. Ohne weitere Zusammenhänge können die SC jedoch keine weiteren Schlüsse ziehen. Also entschließt man sich, wenn schon nicht die Pille, dann wenigstens den Rat des Doktors anzunehmen und ein paar Tage frei zu machen. Da allerdings ist Chef Wilson überhaupt nicht einverstanden (Zitat aus dem Abenteuer: „Solange sie nicht tot sind, können sie auch arbeiten“) und erwartet gerade für heute noch ein paar Abschlüsse!

Die drei fügen sich in ihr Schicksal, sind nun gegenüber dem Kaffee allerdings mißtrauisch. Zunächst will Michael einen vom Straßenverkäufer gegenüber hohlen, wird jedoch von Sicherheitspersonal aufgehalten – er solle noch einmal dringend zu Mr. Wilson ins Büro kommen. Als nächstes versucht Hal sein Glück, doch ihm blüht das gleiche Schicksal. Michael wird indessen eine Beförderung in den 7. Stock in Aussicht gestellt, was dieser wiederum mit einem Kaffee zu feiern gedenkt. Eine weitere (diesmal fast eskalierte) Begegnung mit der Security später landen Hal und Michael in der Arrestzelle der Security.

Hal schreibt daraufhin von seinem Handy Charles an und lotst ihn in den Security-Bereich. Charles schlägt den einzelnen Wachmann mit einem Paket Kopierpapier nieder und befreit seine Kameraden. Dann entdecken sie die Treppe nach oben – seit wann gibt es hier einen achten Stock? Die Charaktere wanken nach oben, das Summen in ihren Köpfen wird lauter und lauter (und verursacht nun STA-Verluste)… in der achten Etage angekommen entdecken sie den Laborbereich. Michael hat dem niedergeschlagenen Sicherheitsmann seine Pistole abgenommen und stürmt nun den Bereich. Die fünf Wissenschaftler wehren sich nicht und Dr. Drews versucht noch, die Lage zu deeskalieren. Ja, er erklärt auch recht viel von dem Experiment, unter dem die siebte Etage steht, und dass es unbedenklich sei – sofern alle Rahmenbedingungen eingehalten werden… Die SC fesseln die Wissenschaftler und öffnen die letzte Tür. Hier treffen sie zunächst auf den Bildschirm mit Mr. Sakura, der alle Hintergründe erklärt, dann auf das riesenhafte Insekt, das Mr. Sakura ist… nur knapp entkommen sie dem Wesen, hechten aus der achten Etage heraus, nehmen das Treppenhaus, werden bald von zwei Seiten von der Security eingekreist und fliehen über die Feuerleiter des zweiten Stocks.

+Ende+

Nachbetrachtung

Das Szenario ist in seiner Entwicklung sehr frei angelegt und fordert vom SL ein gewisses Maß an Flexibilität und Improvisation. Zwar verhielten sich meine SC fast so, wie es vorbildlich gewesen ist, doch gab es durchaus kritische Stellen, an denen die Handlung auch völlig hätte entgleiten können. Darauf muss man gedanklich vorbereitet sein.

Davon abgesehen hatten wir einen sehr spaßigen Abend. Das Setting ist wirklich cool gewählt, die Verkaufsgespräche waren eine tolle Möglichkeit, um „warm zu werden“, die vielen kleinen und großen Klischees machen einfach einen Heidenspaß. Dazu ist das Szenario aber auch entnervend – der ständige Summton, das Gefühl des „Ausgeliefert-Sein“, das wachsende Misstrauen gegenüber Kollegen und Vorgesetzten und das Gefühl, im Dunkeln zu tappen – CTHULHU wie es sein soll 🙂

Pro

+ Kurze Vorbereitung

+ Gute Aufbereitung

+ Tolles Setting, tolle Ideen

Con

– Das Szenario bietet Möglichkeiten, um komplett zu entgleisen (…nicht im Sinne von „Railroading“ verstehen…) und braucht daher Improvisationsfreude und gewisse Zugeständnisse der Spieler, um einwandfrei zu funktionieren

RPG-Blog-O-Quest #064: Rückblick auf 2020

Und schon wieder ist es Zeit für eine neue Blog-O-Queste! Wie auch schon im Vormonat ist wieder einmal der Questenerfinder höchstpersönlich am Start, um dem Blogger-Volk ein paar Fragen im noch jungen Jahr zu stellen. Meinen Dank dafür! Diesmal blicken wir ein wenig zurück – zugegeben, nicht der erste Rückblick auf diesem Blog :-).

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk!

1. Welches Rollenspielereignis war für dich am prägnantesten/lustigsten/einprägsamsten in 2020?

Oha, wie auch bereits im Vorjahr ist das nicht ganz einfach. Immerhin konnte ich mit DESPERADOS wieder ein eigenes Rollenspiel entwerfen, schreiben, meinen Senf zum Layout dazugeben und hinterher bewerben. Das hat schon wieder sehr viel Spaß gemacht und eine eigene Publikation ist immer etwas Besonderes. Dazu kommen meine ersten Online-Gehversuche und die Tatsache, dass wir wieder ein paar tolle cthuloide One-Shots gespielt haben. Der Lockdown hat zu genügend Freizeit geführt, um endlich einmal eine Runde deProfundis zu spielen. Und zu guter Letzt durfte ich dieses Jahr erstmal den Winter-OPC mit ausrichten. Ihr seht, mein Jahr war wieder von besonderer Qualität, da gibt es kein Einzel-Ereignis.

2. Wie oft bist Du 2020 zum Spielen gekommen? Was wurde am meisten gespielt, welche Systeme hast Du neu kennengelernt? Wie hoch ist die Onlinequote?

Meine im Tanelorn veröffentlichte Statistik sagt:

Acht richtige Spieltermine, davon vier Online. Zwei der Offline-Termine habe ich ENGLISH EERIE gewidmet (welches ich unbedingt bald nochmal spielen möchte), einmal haben wir (im kleinen Kreis) EIN RUHIGES JAHR ausprobiert (hier ist der Funke allerdings nicht übergesprungen). Dazu kommen diverse Briefwechsel im Rahmen unserer deProfundis-Runde. Fast alles, was ich in diesem Jahr gespielt habe, war Neuland – dazu zählt auch die von Timber organisierte Online-Runde mit THROUGH THE BREACH.

3. Welches RPG-Produkt 2020 (aber nicht unbedingt aus 2020) ist Dein Produkt des Jahres?

Das ist fast so schwierig wie die erste Frage. Klar, DESPERADOS möchte ich hier aufführen. Das hat Spaß gemacht. ENGLISH EERIE ist ein ganz, ganz tolles Spiel und vor allem nicht mit so viel Eigenlob verbunden. Viel herumhantiert habe ich dieses Jahr allerdings mit dem „Dungeon Masters Guide“ für DUNGEONS & DRAGONS 5E, da mir die dort enthaltenen Zufallstabellen viel Langeweile vertrieben haben.

4. Welcher Blogartikel, welches Video, welcher Karneval Deiner RPG-Kollegen (also quasi der Blogosphäre) hat Dich 2020 am meisten geflasht?

Wie immer bin ich geflasht davon, wenn Leute ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Da ist im Rahmen des Winter-OPC wieder viel tolles Material zusammengekommen. Ja, ich denke es ist abermals der Winter-OPC, der hier eine Erwähnung verdient.

5. Welches sind die Medien 2020 für Dich? Bester Film, beste Serie, bestes Buch, bestes Comic etc.?

Oh, in diesem Jahr habe ich tatsächlich einiges konsumiert, das nicht nur reiner Rollenspielkram war. Die neue Freizeit lässt grüßen.

Bester Film: Hm, keine Ahnung. Ich habe mal wieder sehr wenig Filme geguckt. DIE UNFASSBAREN, rund um vier trickbetrügende Bühnenmagier, hat beim ersten Schauen Spaß gemacht. Ansonsten habe ich höchstens mit den Jungs ein paar Filme geguckt. Ich glaube, die ICH – EINFACH UNVERBESSERLICH -Reihe war hier der Höhepunkt. Toller Humor.

Beste Serie: Ich mag THE MANDALORIAN wirklich sehr gerne, aber der Titel geht an die Amazon-Produktion TALES FROM THE LOOP. Die hat mich wirklich völlig umgehauen und ich habe die acht Folgen in vier Wochen zwei Mal gesehen.

Bestes Buch: Oh, hier wird es diesmal etwas eng, denn abseits von Rollenspielmaterial habe ich nicht viele „echte“ Bücher gelesen. Nominieren wir doch ein Rollenspielbuch! Überraschend gut gefallen hat mir DAS HELDENBREVIER DER NOIONITEN, doch CTHULHU: HALLOWEEN ist seinem Titel wirklich total gerecht geworden.

Bestes Comic: HIER kann ich jetzt mal mitreden, denn ich habe im Jahr 2020 an der Greifenklaue-Comic-Reading-Challenge teilgenommen! Ha! Und ich habe einen ganzen Haufen ganz wunderbarer Comics gelesen und kennengelernt! Was hat mir hier besonders gut gefallen? DIE LEBENDE TOTE, END: ELISABETH, CONAN: JENSEITS DES SCHWARZEN FLUSSES, BROCELIANDE, MAGDA IKKLEPOTTS, DAS KONZIL DER BÄUME sowie die Lovecraft-Mangas von Gou Tanabe. Und ALLES von CALVIN AND HOBBES.

Zwischen den Jahren… Version 2020

Ein seltsames, nerviges, besonderes und meistenteils auch unschönes Jahr liegt hinter uns. Also fast. Denn es ist die besinnliche Zeit der Raunächte – jene namenlose Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, die traditionell von allen Autoren dazu genutzt wird, Vergangenes zu resümieren und auf Kommendes vorauszublicken. Von allen Autoren? Keine Ahnung. Aber auf diesem Blog hat es Tradition, also frisch auf ans Werk!

Fakten

Zunächst präsentiere ich Euch wieder ein paar Fakten zu diesem kleinen Cthulhu-Blog:

  • Ich durfte knapp 14.000 Leser im gerade vergehenden Jahr auf meinem Blog begrüßen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine kleine Steigerung, was mich sehr freut. Ich stelle fest, dass viele zeitlose Beiträge – insbesondere die hier veröffentlichten Abenteuer-Publikationen – immer mehr Verlinkungen erfahren, was mich sehr freut. Von diesen Orten tauchen dann auch immer mal wieder Neugierige auf diesen Seiten auf, auch, wenn ich gerade nicht so sehr aktiv war.
  • Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 36 Blogeinträge verfasst. Die Zahl der Einträge ist damit leider weiterhin rückläufig. Und: meine persönliche Zielsetzung, einmal wöchentlich zu bloggen, habe ich damit weiterhin deutlich verfehlt.
  • Wieder fand sich kaum Spielmaterial auf dem Blog ein – von einem Kult, der mittels der Kulttabelle aus „Von unaussprechlichen Kulten“ erstellt wurde, einmal abgesehen. Stattdessen wurde das mittlerweile „bewährte“ Portfolio aus Nähkästchenplaudereien, Rezensionen, News-Einträgen und Blog-O-Questen konsequent fortgeführt. Das ist sogar gar nicht mal so schlecht, wenn ich es Revue passieren lasse.

Abseits des Blogs war ich – wie auch schon in den Vorjahren – produktiver. Was da so alles zusammengekommen ist, habe ich im Rahmen des zehnjährigen Blog-Jubiläums schon einmal zusammengetragen. In diesem Jahr war es insbesondere die Arbeit an „Desperados“, dem Wild-West-Rollenspiel, die prägend war. Ein tolles Projekt. Aber auch mein eigenes DriveThru-Publisherkonto möchte ich nicht unerwähnt lassen. Ich hoffe, hier im nächsten Jahr noch weiteres Material präsentieren zu können. Bereits seit Jahren bin ich als PLAY-Redakteur mitverantwortlich für die Inhalte des „Lovecrafters“, dem Magazin der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft. Neu in diesem Jahr hinzugekommen ist die (Mit-)Betreuung des Lovecrafter online. Mein Kollege Thorsten und ich können im ersten Jahr auf eine erkleckliche Anzahl Publikationen in diesem Format zurückblicken und wir hoffen, dass wir das Online-Magazin auch in Zukunft mit Eurer Hilfe so interessant gestalten können. Der System-Matters-Fanzine-Wettbewerb brachte mich dazu, endlich mal wieder ein Fanzine zu gestalten. Weiterhin gab es viel von mir beim Ringboten zu lesen, auf cthulhu.de stammt so mancher Eintrag weiterhin von mir und am Jahresanfang erschien auch noch der sechste Lovecrafter. Und zum Jahresende erhielt ich die grandiose Gelegenheit, als Co-Koordinator des WOPC 2020 einzuspringen! Das freut mich wahnsinnig, denn der WOPC ist eine Institution und soll es bleiben!

Spielerisch war es ein unerwartetes, aber interessantes Jahr. Nachdem uns Corona die regelmäßige Tischrunde zerhagelte – und wir uns tatsächlich im sehr kleinen Kreis nur zu einem einzelnen OneShot „Ein ruhiges Jahr“ trafen – machte ich eine Menge Experimente, um der rollenspielerischen Langeweile zu entgehen. Neben Online-Gehversuchen (danke an alle Blogger-Kollegen, die hier geholfen haben) sind hier insbesondere Solo-Spiele zu nennen: „English Eerie“ macht mächtig Spaß. Aber auch eine lange Runde „De Profundis“ haben wir in diesem Jahr erstmals erfolgreich gespielt. Corona machte also nicht alles schlecht.

Geplantes für 2021

Um es kurz zu machen: Ich habe mit meiner Beschäftigung mit diesem Blog meinen inneren Frieden gemacht. Ich würde ihm gerne wieder mehr Aufmerksamkeit schenken, aber neben der ganzen Redaktions- und Autorentätigkeit abseits dieses Blogs ist das schlicht unrealistisch.

Geplant für 2021 ist immerhin die Veröffentlichung eines Gastabenteuers (der lang angekündigte und erwartete Nachfolger zu „Block B„, dass sich ebenfalls hier auf dem Blog findet), sowie die Übernahme der Patenschaft von wenigstens einer Blog-O-Queste. Es wird also nicht ganz still auf diesem Blog werden, auch, wenn ich mehr im Moment noch kaum absehen kann. Tatsächlich möchte ich Dinge, die ich in 2020 nicht geschafft habe – z. B. noch einmal ein eigenes Buch zu planen – in 2021 weiter vorantreiben. Mal sehen.

Für den Moment bleibt mir an dieser Stelle nur noch, Euch allen einen guten Übergang in das nächste Jahr und viele schaurig-cthuloide-grausige Momente für 2021 zu wünschen. Danke, dass ihr mir im vergangen Jahr die Lesetreue gehalten habt – und ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

Seanchui

Frohe Weihnachten!

Für manche wird es ein ungewöhnliches Weihnachtsfest. Für manche wird es ein Weihnachtsfest, wie sie es sich nie hätten vorstellen können. Für manche wird es ein einsameres Weihnachtsfest.

Doch das wichtigste ist doch: Es wird Weihnachtsfest. Ich wünsche Euch von Herzen ein paar schöne Tage im Rahmen des Möglichen. Feiert schön, genießt die Zeit und lasst Euch reich bescheren!

Seanchui