Nachruf: Ingo „Greifenklaue“ Schulze verstorben

Tief bestürzt musste ich vom plötzlichen Tode von Ingo „Greifenklaue“ Schulze erfahren. Ingo verstarb – viel zu früh – am 26.11.2021 im Alter von 44 Jahren.

Ingo – den meisten wohl unter seinem Nick Greifenklaue bekannt – war ein echtes Energiebündel, wenn es um seine Leidenschaft – das Rollenspiel – ging. Er war nicht nur Rollenspiel-Fanziner – der nicht nur seine „Greifenklaue“ aufgelegt hat, sondern auch das „Slay“-Magazin aus der Taufe hob und mit dem „Zine of High Adventure“ den System-Matters-Fanzine-Wettbewerb aufmischte – sondern auch Blogger, Podcaster, Rollenspieler, Händler und darüber hinaus auch Kreativler. Er war einer der führenden Köpfe hinter Aktionen wie dem Winter One Page Contest (Winter OPC) und der RPG-Blog-O-Quest.

Ingo betrieb auch sein eigenes Forum, in dem er Rollenspielnachrichten aus aller Welt sammelte und besprach. Doch auch darüber hinaus tummelte er sich in zahlreichen Foren und war durch seine ruhige, präzise und selten aufgeregte Art immer ein angenehmer Gesprächspartner.

Als Händler und Spieler war seine Teilnahme bei zahlreichen Conventions war sehr geschätzt. Auch hier wird er eine Lücke hinterlassen.

Es gibt einige Threads (http://s176520660.online.de/dungeonslayers/forum/index.php?topic=10983.msg185520#msg185520 oder https://forum.greifenklaue.de/index.php?topic=12695.msg178716), in denen Ihr Kondolenzbekundungen, Annekdoten oder einen letzten Gruß hinterlassen könnt. Diese werden später sicher von seiner Familie gelesen, der ich an dieser Stelle alle Kraft wünschen möchte.

Zum Abschluss dieses eher nüchternen Nachrufs erlaube ich mir noch ein persönliches Wort. Ich kannte Ingo kaum persönlich – vielleicht haben wir zwei oder drei Mal per Discord konferiert – habe aber in den letzten Jahren sehr gerne und auch sehr erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet. Gemeinsam haben wir den letzten Winter-OPC organisiert, wir haben Pläne rund um den GRT-Abenteuerwettbewerb geschmiedet, wir haben Fanzine-Ideen und -ausgaben getauscht, haben über die RPG-Blog-O-Quest gefachsimpelt und auch gemeinsam an einem Erzählspiel gearbeitet. Ingo hatte ein Händchen dafür, die Kreativität der Leute mit tollen Ideen und Aktionen zu befeuern, etwas, dass ich immer bewundert habe. Auch, wenn wir uns „nur“ online kannten, macht mich die Nachricht von seinem Tod unfassbar traurig.

Ruhe in Frieden Ingo. Nice dice.

RPG-Blog-O-Quest #072 – Space Greeks

Für die diesmonatige RPG-Blog-O-Quest ließ sich Organisator Greifenklaue von einer aktuell laufenden Convention, genauer gesagt ihrem Untertitel, inspirieren. „Space Greeks“ – das klingt verrückt und zugegebenermaßen auch ein wenig nach Rechtschreibfehler :-). Denn mit „Geeks“ hätten wir alle vielleicht ein wenig mehr anfangen können… Macht aber nix! Greifenklaue hat sich ein paar hübsche Fragen einfallen lassen – mal sehen, was ich zu antworten habe…

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. So, nun aber auf an die Fragen!

1.) Wie würdest Du das Setting ausgestalten? Griechisches Sternenreich, Halbgötter zwischen den Sternen auf Prügeltour, eine Space Odyssey, Spacephilosophen, 300 Spartaner … ?

Ich könnte mir vorstellen, eine Art „Fading Sun“ basierend auf griechischem Altertum zu gestalten. Während bei FS ja eher mittelalterliche Strukturen verwendet werden, um die Gesellschaft zu umschreiben, würden sich für eine griechisch geprägte Variante einige interessante Änderungen ergeben.

Zunächst einmal wäre die Gesellschaft deutlich offener – demokratischer, möchte ich sagen. Auch individuellen Neigungen dürfte ohne viel gesellschaftlichen Aufschrei nachgegangen werden. Gerade die kirchlichen Aspekte von FS würde ich in der vorhandenen Form über Bord werfen – Fortschritt ist gewollt!

Während das zwar das Setting schon stark verändert, ist das alles noch nicht unbedingt „griechisch“. Natürlich müsste man nun einen gesunden Schuss griechischer Mythologie hinzugeben. Die Alienvölker könnten umgeschrieben werden (hin zu Nymphen und Satyrn beispielsweise), die untergegangenen Annunaki könnten sich mehr an griechischen Göttern orientieren… und die Space-Barbaren müssten natürlich in Space-Spartaner umgeschrieben werden :-).

2.) Welches System würdest Du dafür warum nutzen?

„Fading Suns“ würde sich natürlich anbieten, wenn ich schon auf dem Setting aufsetze. „Coriolis“ ginge natürlich auch.

3.) SciFi kreuzen ist ja recht beliebt, egal ob Western, Römer oder Plüschtiere (Bäronaut …) – womit möchtest Du einmal SciFi kreuzen?

Gute Frage. Ich bin kein wahnsinnig großer SF-Fan und genieße hier sogar eher die Mischgenres… „Shadowrun“ wegen dem Fantasy-Einfluß, „Warhammer 40k“ wg. der überbordenden Ironie und „Fading Suns“ wegen seiner mittelalterlichen Strukturen. Ich finde es schwer, hier noch Themen zu finden, die NICHT bereits abgegrast sind…. Als alter CTHULHU-Spieler habe ich natürlich ein Faible für die Gaslicht-Ära und die Goldenen Zwanziger. Vielleicht wäre es interessant, eine zukünftige Gesellschaft abzubilden, die in ihren Grundzügen der Gesellschaft unserer jüngeren Vergangenheit entspricht? Verrauchte Herrensalons auf Raumstationen, Debatier-Clubs, Emanzipation und Flapper auf Raumflügen, aufregende Expeditionen in kaum erforschte Asteroidengürtel nebst „Lost Worlds“, Regierungsintrigen…

4.) Auf der Gegenseite die Griechen: in welchem Setting würdest Du die mal bespielen möchten?

Definitiv eher in einem Fantasy-Setting. Ist mir auf meinem persönlichen Spieltisch auch noch nicht untergekommen.

5.) Con: Was war Dein letzter, was wird dein nächster Con?

Gerade gestern war ich auf der SPIEL 20201, wenn man die mitzählen kann. Die letzte echte „Con“ war die „Niederrhein-Con“ im August 2019. Wenn man von kurzen Ausflügen auf die verschiedenen „ConSpiracys“ absieht. Die findet übrigens im Dezember wieder statt und voraussichtlich werde ich auch hier wieder dem einen oder anderen Panel folgen.

Bonusfrage: Wie groß ist nach überwundener Coronapandemie* der Hunger nach Rollenspielen, Cons und Leuten am Tisch?
(*noch ist sie es nicht!)

Sehr groß. Online hat viele Vorteile und wird auch nach Corona fester Bestandteil des Programms bleiben. Ich will dennoch wieder in den Keller.

RPG-Blog-O-Quest #071 – Zufallstabellen

Nachdem sich Ausrichter Greifenklaue im vergangenen Monat vom #RPGaDay inspirieren ließ, steht nun der aktuelle Karneval der Rollenspielblogs Pate für das Questen-Thema. Und es lautet: Zufallstabellen! Den Opener-Beitrag gibt’s hier, meine Antworten hier!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. So, nun aber auf an die Fragen!

1.) Welche Zufallsbegegnung ist Dir im Gedächtnis geblieben?

Sorry, da muss ich gleich bei der ersten Frage passen. Ich bin zu Zeiten von DSA2 sozialisiert worden – wer sich noch an die „genialen“ Zufallsbegegnungen aus dem damaligen Kreaturenband erinnert, wird vielleicht verstehen, wieso wir in unserer „wilden Phase“ keine Zufallsbegegnungen genutzt haben. Mittlerweile habe ich ein deutlich besseres Verhältnis zu Zufallstabellen, kann hier aber dennoch keine nette Plauderei aus dem Hut zaubern.

2.) Welches war die letzte Zufallstabelle, die Du genutzt hast?

Der Abenteuergenerator im „Dungeon Masters Guide“ für „Dungeons&Dragons 5E“.

3.) Zu welchem Thema könntest Du eine Zufallstabelle gebrauchen?

Hm. Ich könnte mir vorstellen, dass man für ein cthuloides Rollenspiel einen ähnlich guten Abenteuergenerator wie für die DnD5E schreiben könnte. Ich habe mal einen gefunden (damals, als es die „Cthuloiden Welten“ noch gab), aber so 100%ig überzeugt hat der mich nicht.

4.) Krits und Patzer funktionieren ja auch oft mit Zufallstabellen. Gab es da unvergessliche Kills oder anderweitige Verletzungen?

Ach, wir haben schon viel gelacht, wenn mal wieder Waffen verloren oder sich selbst verletzt wurde. Unvergessliches passierte aber eher weniger.

5.) Dein Zufallstabellen-Tipp: entweder a) gratis im Netz, b) aus einem RPG-Buch oder c) ein Netzkauf – oder d) alle drei.

  1. Kauft Euch ALLE „Blaupausen“-Bände vom System-Matters-Verlag! Kreativität pur! (Alternativ könnt Ihr natürlich auf der Webseite vorbeischauen).
  2. Erstellt Eure „Cthulhu“-Kulte mit dem Kult-Generator aus „Von Unaussprechlichen Kulten“. Mit-Autorin Julia hat hier ganze Arbeit geleistet!
  3. Siehe oben – der Abenteuergenerator aus dem „DMG“ gefällt mir sehr gut!
  4. Seht Euch auch die Tabellen des Rorschachhamsters an!

Bonus: Hast Du auch eine Zufallstabelle am Start? Verrate es uns.

Es tut mir leid: Wieder nichts. Ich gelobe Besserung.

Endlich erschienen: Lovecrafter 7+8

Zugegeben: die Erstellung der nun als Doppelausgabe kommenden „Lovecrafter“ Nummero 7 und 8 stand unter einem denkbar ungünstigen Stern. Nachdem zunächst die Corona-Pandemie unsere gewohnten Arbeits- und damit Freizeit-Zeiten durcheinander geworfen hatte, hat sich von der Fertigstellung der Texte über das Layout bis hin zum Druck alles verzögert, was irgendwie möglich war. Zuletzt war es die Druckerei, die uns rund drei Wochen länger hat warten lassen, als sie es ursprünglich geplant hatte. Nun aber ist er endlich zu haben – und da wir so verzögert dran sind, haben wir entschieden, eine wuchtige Doppelausgabe vorzulegen.

Was also findet Ihr nun im neuesten Magazin der Deutschen Lovecraft Gesellschaft?

Die Nr. 7 setzt den Schwerpunkt auf das Thema „Hexen und Hexerei“. Wie sich schwarze Magie und ihre Anwendung in Lovecrafts Umfeld niederschlug, untersucht der zentrale Artikel „Zwischen Wahn und Wirklichkeit“ (verfasst von 5 Autor*innen). Magisch geht es auch in dem 18-seitigen FHTAGN-Szenario „Nun-Nus Fluch“ zu, in welchem das Alte Ägypten zu neuem Leben erwacht.

  • Vorwort – Blasphemisches vom Chefredakteur
  • Vereinsseite – Wortgeflüster aus dem Vorstand
  • Tod in vielen Schattierungen: Die Pest im Werk H. P. Lovecrafts und in der unheimlich-phantastischen Literatur seiner Zeit
  • Zwischen Wahn und Wirklichkeit: Das Hexen-Thema in Lovecrafts literarischem Dunstkreis
  • Unter den Beschwörungen der Schwarzen Magie: Über Lovecrafts sogenanntes „Black-Magic-Zitat“
  • Das nihilistische Eigenheim: „I am Providence“ am Staatstheater Kassel
  • Nun-Nus Fluch: Ein FHTAGN-Szenario im Alten Ägypten
  • Rezension: Arkham Horror: Das Kartenspiel
  • Systemvorstellung: English Eerie aus dem System Matters Verlag
  • Dem Mythos auf der Spur: von Wien bis Berlin. Eine kleine Reise durch cthuloide Schauplätze in Europa

Lovecrafter 8 steht ganz im Zeichen diverser „Crossover“. Damit sind Comic-Adaptionen, Kreuzungen zwischen cthuloiden und anderen Spielwelten oder die literarische Neubelebung von lovecraftschen Versatzstücken gemeint. Auch der Austausch mit anderen Ländern fällt darunter: So fand eine fruchtbare Interaktion zwischen der deutschen Lovecraft Gesellschaft und dem mexikanischen Círculo Lovecraftiano & Horror statt – nachzulesen im entsprechenden Interview.
Das FHTAGN-Szenario heißt diesmal „Das Juwel des Nil“ und spiel im Ägypten der 1920er Jahre.

  • Vorwort – Blasphemisches vom Chefredakteur
  • Vereinsseite – Wortgeflüster aus dem Vorstand
  • Unaussprechliche Kulte. Globales und Gemeinsames. Im Gespräch mit dem Círculo Lovecraftiano & Horror
  • Ein Barbar blickt zu den Sternen: Robert E. Howards „Der Turm des Elefanten“
  • Filmrezension: „The Last Lovecraft: Relic of Cthulhu“
  • Vom Dark Prose Award zur Roten Kammer: Der Erzählband Dhormenghruul von Malte S. Sembten
  • Buchrezension: Steampunk Cthulhu
  • Das Heldenbrevier der Noioniten: Ein Hörbuch, das Fantasy und Horror verknüpft
  • Comicrezension: Herald: Lovecraft and Tesla
  • FHTAGN: Das Juwel des Nil. Ein Szenario im Ägypten der 1920er
  • Hintergrundartikel: Der Mythos trifft Das Schwarze Auge (DSA)
  • Die Hunde von Tindalos: Arkham Horror Fiction: Ire of the Void
  • Geschichten aus dem Sanatorium: Das Erzählspiel Cthulhu Tales

137 Seiten, Softcover, Fadenheftung mit Rückenbindung: Und zu erstehen gibt es das Ganze – wie gewohnt – im Cthulhu-Webshop!

RPG-Blog-O-Quest #070 – #RPGaDay meets Blog-O-Quest

Es ist mal wieder Questen-Zeit! Nachdem die Queste im Juli einen Monat kreative Pause eingelegt hat, hat Questen-Mitschöpfer Ingo „Greifenklaue“ Schulze nun im August zu einer besonderen Queste aufgerufen. Denn nun gilt es, die jährlich stattfindende #RPGaDay-Aktion mit der Blog-o-Queste zu verknüpfen. Wie gut mir das gelingt und ob mir das Experiment überhaupt Spaß macht – das erfahren wir gemeinsam in den folgenden Zeilen.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. So, nun aber auf an die Fragen!

1.) Über [Szenarien] wollte ich Euch schon immer berichten:

Wie aufmerksame Leser diese Blogs wissen, habe ich mit recht jungen Jahren das Rollenspiel für mich entdeckt – damals war ich ein zehnjähriger Knirps. Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, meine eigenen Abenteuer und Szenarien zu schreiben. Tatsächlich hatte ich zu dieser Zeit deutlich mehr Freizeit, als ich es heute für solche hehren Tätigkeiten aufbringen kann :-).

Nun, tatsächlich betreibe ich dieses Thema auch heutzutage „etwas“ professioneller. Immerhin veröffentliche ich ja mittlerweile Texte im CTHULHU-Team, für den Ringboten oder im Rahmen des „Lovecrafters“. Doch unlängst sind mir einige meiner ersten Gehversuche in die Finger gefallen – „Schreibhefte“ aus der Schule, vollgekritzelt mit DSA-Abenteuern. Ich habe versucht, die Texte mal zu scannen, aber dank der vielen Jahre und der Tatsache, dass ich damals offensichtlich gerne mit einem Bleistift schrieb, ist die Qualität der Scans sehr mäßig. Am Besten erhalten geblieben ist ein kurzes Szenario rund um die Jagd auf einen großen, weißen Hai. Was ich Euch also schon immer einmal über Szenarien berichten wollte: Auch ich habe Jugendsünden und lasse Euch nun gerne daran teilhaben!

2.) Zu [System] hab ich einen Link- oder Lesetipp, nämlich:

https://podcast.system-matters.de/category/podcast/. Kurz beschrieben findet sich dort: Eine sehr lange Podcastreihe, deren Titel tatsächlich Programm ist. Denn „System matters“, d.h., das System hat eine Bedeutung. Und in den frühen Episoden ist das tatsächlich noch Thema. Später, spätestens nach der Verlagsgründung, verwässert das Thema zusehends. Aber gerade die frühen Episoden sind rollenspieltheoretisch immer noch interessant.

3.) Ein kritisches/denkwürdiges Erlebnis hatte ich mit [Wahrheit] und das verhielt sich so:

In meiner abgelaufenen Aborea-Kampagne waren wir mit vier Helden unterwegs. Dabei waren ein Priester, eine Elfenpriesterin, ein Schurke und eine Magierin. Während die Kampagne ein wenig sehr zentriert um den Priester gebaut war, versuchte ich immer, auch den anderen Charakteren hin und wieder ihr Spotlight zu verschaffen. Besonders gut gelungen ist das bei meiner Adaption des Splittermond-Abenteuers „Jagdfieber“, entnommen aus einer Ausgabe der Mephisto. Dort gelang es unserem Schurken mit einem kritischen Wurf kurz vor Ende des Abenteuers dem geheimen Antagonisten des Abenteuers – dem Anführer der Dorfbüttel – einen Zettel zu entreißen, der ihn entlarvte, die Wahrheit ans Tageslicht brachte und so das Abenteuer löste. Das war wirklich einer seiner großen Momente in der Kampagne und es hat viel Spaß gemacht.

4.) Beim Rollenspielsystem Das Schwarze Auge (2. Edition) gibt es eine interessante Auseinandersetzung mit [Voraussetzungen], nämlich:

Um bestimmte Charakterklassen spielen zu können, muss man oft bestimmte Attributswerte als Voraussetzung aufweisen können. Das Problem: Die Attribute werden zu Beginn der Charaktererschaffung ausgewürfelt. Das wiederum hat zur Folge, dass man oft gar nicht den Charakter spielen kann, den man eigentlich spielen wollte. Ein Krieger reizt Dich? Schade, mit der Körperkraft – keine Chance.

Damals führte das sehr schnell dazu, dass wir Hausregeln für die Würfelreihenfolge entwarfen. Heute frage ich mich, welche interessanten Charaktere, welche mir der Zufall beschert hätte, dadurch verwehrt geblieben sind…

5.) Zu [Erwähnung] wollt ich Euch schon immer etwas mitteilen, nämlich:

Erwähnungen sind das Brot des Autoren. Als Musiker kann ich mich an direkter Publikumsresonanz erfreuen. Als Autor ist das deutlich schwieriger. Ich freue mich immer wie verrückt, wenn ein Buch, an dem ich beteiligt war, besprochen wird. Wenn ein Spielbericht eines meiner Abenteuer irgendwo auftaucht. Wenn sich ein Feedbackkommentar hier auf diesen Blog verirrt. Leute, das ist großartig. Dabei ist positive wie negative Resonanz gerne gesehen – ich freue mich, wenn ihr euch mit meinen Texten beschäftigt und sie euch sogar dazu bringen, etwas darüber zu schreiben. Das ist großartig und ich freue mich über jede Art des Feedbacks!

Spielbericht: Der Preuße

Achtung, Spoiler! Da wir bei unserem letzten Spieltermin bereits die Ferienzeit angekratzt hatten, waren nicht alle Spieler zugegen. Schlussendlich würden wir uns nur zu dritt im ZOOM-Channel treffen, so dass ich spontan entschied, ein kurzes Intermezzo zu spielen. Meine Wahl fiel auf „Der Preuße“, welches nach wie vor gratis bei pegasusdigital.de zu beziehen ist.

Die Charaktere

Ludwig Müller, Polizeikommissar a.D.
Berthold Kuhn, Architekt

Die Janus-Gesellschaft

Zunächst gab ich eine kurze Einführung in die Janus-Gesellschaft – das war tatsächlich noch nötig, da meine Spieler zwar auf ihre Art CTHULHU-Veteranen sind, aber nicht so eng am deutschen Produktportfolio kleben wie ich 🙂

Die Handlung

Das Abenteuer begann wie geplant mit einem Gespräch bei Magister Arthur von Witteburg in Potsdam. Dieser machte die Spieler mit den Hintergründen ihres Auftrags vertraut – sie sollten nach Rastatt reisen um Unterlagen von Carl Schurz zu bergen. Dieser war in seiner Zeit in Rastatt als Revolutionär auffällig geworden, später in die Vereinigten Staaten emigriert und tatsächlich Janobit. Da unklar war, welcher Art seine in Rastatt hinterlassenen Unterlagen waren und Magister Witteburg um Geheimnisse der Gesellschaft fürchtete, mussten Ludwig und Berthold rasch aufbrechen.

Mit auf den Weg gab ihnen der Magister einen kryptischen Hinweis: Das Versteck der Unterlagen sei dort im Haus, wo „der abendliche Weg nach Damaskus vor einem liegt“. Was auch immer das heißen mag. 

In Rastatt eingetroffen machten die beiden die angenehme Bekanntschaft von Candidata Charlotte Erbschenk. Diese war vertretungsweise für ihren krank darniederliegenden Großvater zum Bahnhof gekommen, um die beiden in Empfang zu nehmen. Der Studentus Julius Erbschenk empfing die beiden dann auf dem Krankenbett, händigte ihnen die – auf Umwegen zu ihm gelangten – Schlüssel von Schurz‘ Haus aus und bot ihnen ein Zimmer für die Nacht an. Keiner der Investigatoren nahm sich Erbschenks Krankheit näher an, was sich später noch rächen sollte.

Am nächsten Morgen machten sich Ludwig und Berthold dann auf, um das abbruchreife Haus von Schurz zu untersuchen. Ich nutzte die Gelegenheit, kleine Poltergeisteffekte unterzubringen, da sich im Keller ja „Der Preuße“ in seinem flachen Grab befand. Leider waren die beiden Janobiten zur Unzeit im Haus – denn auch, wenn sie das Rätsel um den abendlichen Weg nach Damaskus lösen konnten (es ging natürlich um die biblische Figur des Saulus/Paulus, der auf einem Fensterrahmen dargestellt war), so hätten sie eben zur Abendzeit vor Ort sein müssen. So suchten sie zwar im passenden Raum, aber ohne Ergebnis.

Da beiden Spielern klar war, dass die Abendzeit eine gewisse Rolle spielte, kehrte man abends wieder. Sie fanden die Unterlagen von Schurz, erweckten so unwissend und unfreiwillig den „Preußen“ und nahmen die Unterlagen an sich. Hier fanden sie einen Brief von Schurz, die persönliche Habe des von Schurz umgebrachten Preußen, eine Zinnfigur und einen Hinweis auf ein „Buch des Blutes“. Dann machten sie sich auf den Rückweg zu den Erbschenks, um am nächsten Morgen abzureisen…

…doch der Preuße kam diesen Plänen zuvor. In der folgenden Nacht starb Julius Erbschenk einen grauenhaften Tod. Zum einen konnte er den Investigatoren dank seines angeschlagenen Gesundheitszustandes nicht bei der Suche nach dem „Buch des Blutes“ in seinem okkulten Bestand helfen, zum anderen hatten die SC auch enorme Verständnisschwierigkeiten mit dem Buch. So konnte der Preuße ungehindert sein blutiges Werk verrichten und einen weiteren Janobiten in den Tod reißen. Gemeinsam mit Charlotte Erbschenk gelang es den fiebrig arbeitenden Investigatoren dann endlich, das „Buch des Blutes“ zu interpretieren. Sie schmolzen die Zinnfigur zu einer Kugel um – die perfekte Waffe gegen den umgehenden Preußen – und entschieden, dem Wesen im Haus von Carl Schurz aufzulauern.

Charlotte Erbschenk musste die beiden als Köder begleiten. Das Finale ging dann aber gnädigerweise schnell und schmerzlos: Polizeikommissar Müller erwies sich als kompetenter Schütze und erledigte den Preußen beim Betreten des Hauses mit einem Volltreffer.

Das Szenario war bei uns nach ca. 3 Stunden Nettospielzeit beendet.

Pro:

+ Toller Einstieg in die Janus-Gesellschaft
+ Gelungene Einbindung von historischen Begebenheiten in cthuloide Umtriebe – so muss es sein!
+ Netter Rätsel- und Rechercheteil – nicht zu lang, aber auch nicht langweilig kurz
+ „Der Preuße“ ist ein beeindruckender Gegenspieler mit tollen Szenen

Contra:

– Mit mehr Spielern wäre das Abenteuer wahrscheinlich zu einfach gewesen

Fazit: Ein tolles Abenteuer, gerade für kleinere Gruppen. Gerade die Verknüpfung der „typischen“ Elemente – Historische Authentizität, Recherche-Elemente, Unbekannte Wesenheit, Mythos-Buch – ist hier sehr gut gelungen! 

RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster (Die Antworten)

So, der Monat ist (fast) rum, da ist es natürlich Zeit, dass ich meine eigene Queste auch brav beantworte. Ich habe mich sehr über Eure verhältnismäßig zahlreichen Beiträge zur diesmonatigen Queste gefreut! Danke dafür. So, nun aber ab in die Vollen:

1.Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?

Eine echte „Geistergeschichte“ leider bislang noch nicht. Ein Umstand, den ich beizeiten ändern möchte. Wir haben einmal das ABOREA-Kurzabenteuer „Die weiße Maid“ gespielt. Dabei nutzt eine Gruppe von Schmugglern den Deckmantel einer Geistergeschichte, welche sich die Dörfler untereinander erzählen. Und tatsächlich war die Gruppe bei der ersten Sichtnahme der Location vorsichtiger als nötig. Aber das Finale war dann schlussendlich doch sehr weltlich und vollkommen geisterlos ;-).

2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?

Ich überlege, ob es in meiner langen Fantasy-Karriere bereits Begegnungen mit „toten“ Auftraggebern oder so etwas gehabt hätte… aber ich fürchte, meine Geistererfahrungen beschränken sich auf Cthulhu&Co im Horrorgenre.

3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?

Ich ordne mich hier einmal als Spielleiter ein und muss zugeben: Eine echte Gruselatmosphäre zu erzeugen, gehört zu den schwierigsten Übungen überhaupt. Wenn das Abenteuer einen da nicht mit tollen Szenen unterstützt, dann kann man das fast vergessen. Ich bin kein Freund von „jetzt die Musik“ und „dann der Soundeffekt“, sondern lasse lieber Hintergrundmusik laufen; insofern muss ich mich auf meine Stimme und die Beschreibungen verlassen. Dabei ist es halt wichtig, nichts zu verraten und das Kopfkino bei den Spielern in Gang zu bringen. Ich selbst kriege nur selten diese Atmosphäre aufgebaut – bei „Das Sanatorium“ war die Luft aber z. B. zum Schneiden dick und auch „Begraben“ funktioniert immer wieder ganz gut.

4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?

Ha! Als Fragensteller habe ich ja soeben meine liebsten Geisterregeln geteilt. Der Baukasten in DSK ist aber auch wirklich großes Kino.

5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?

Klar, einige. Der „Cthulhus Ruf“ lag einmal ein Archivheft von mir bei, „Das Geisterhaus-Projekt“. Da sind viele dieser Ideen eingeflossen.

GRT-Abenteuerwettbewerb 2021/22: Ein paar Inspirationen

Wie Ihr alle sicherlich wisst, läuft gerade unser Abenteuerwettbewerb für den nächsten Gratis-Rollenspieltag! Noch bis zum 30.06.2021 habt Ihr Zeit, auf genau vier Seiten (na gut, Bilder und Karten zählen extra) Euer Abenteuermaterial zu präsentieren.

Um Euch noch ein paar Denkanstöße und kreative Ideen mit auf den Weg zu geben, haben wir uns gedacht dass es eine gute Idee wäre, Euch ein paar Vierseiter zu zeigen, die andere Autoren zu verschiedenen Anlässen geschrieben haben. Da ist es natürlich ein glücklicher Zufall, dass Organisator Greifenklaue vor rund zweieinhalb Jahren den WTSC ins Leben gerufen hat – denn Winter-Two-Sheet-Contest. Auch bei diesem Wettbewerb ging es darum, Abenteuer auf genau vier Seiten unterzubringen.

Insgesamt gab es damals vier Einsendungen, die sehr unterschiedliche Herangehensweisen an die vier Seiten wählten und auch unterschiedlichste Genres abdeckten. Alle vier Beiträge könnt Ihr HIER immer noch zum Download finden.

Doch auch bei Organisatoren-Kollege Seanchui finden sich waschechte Vierseiter. So zum Beispiel DAGONJI, ein Abenteuer, dass seinen Werdegang als Einseiter für den OPC begann, später jedoch für das Pegasus-Marketing deutlich aufgebohrt wurde. Ebenso gibt es zwei „Szenen des Schreckens“, die einmal als Testballon für den Support gedacht waren, jedoch nie dort verwendet wurden. Sie stellen klassische Lovecraft-Geschichten – bzw. wichtige Szenen daraus – nach und zeigen ebenfalls, wie vier Seiten genutzt werden könnten. Da gäbe es „Das Buch im Haus“ und „Flucht aus Innsmouth„.

Ihr seht: Vier Seiten sind eine Menge Platz, um Eurer kreativen Energie freien Lauf zu lassen. Wir sind schon sehr gespannt auf Eure Einsendungen!

Viele Grüße

Greifenklaue & Seanchui

RPG-Blog-o-Quest #067: Zeit und Zeitmanagement (Die Antworten)

Da habe ich doch diese Not-Quest viel zu spät an den Start gebracht… genauso spät (aber knapp pünktlich) hier noch meine Antworten dazu 🙂

  1. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr durchschnittlich am Rollenspieltisch, egal ob virtuell oder live?

Das ist in den letzten Monaten und Jahren etwas besser geworden. Vor knapp vier Jahren gründete ich eine Neueinsteigerrunde, die sich konstant bis in die Corona-Krise gehalten hat. Wir stehen noch in Kontakt und hatten einen einzelnen Online-Gehversuch, aber das wird wieder, wenn die Krise vorbei ist. Dazu hat sich eine neue Online-Runde gegründet – wir sind alle sehr cthuloid unterwegs und spielen daher (natürlich) Cthulhu. Dazu kommen die seltenen Runden mit den Veteranen (aktuell auch wegen Covid auf Eis liegend), aber Summa Summarum dürften es mittlerweile so 6 bis 10 Stunden im Monat sein. Im Schnitt. Manchmal ist es nur eine Runde, ganz selten auch mal drei im Monat.

2. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit der Vorbereitung eurer aktiven Rollenspielzeit?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von der Gruppe ab. Ich würde aber schätzen, dass ich für die 6 bis 10 Stunden Spielzeit im Schnitt 2 bis 4 Stunden DIREKT mit der Vorbereitung verbringe.

3. Wieviel Zeit im Monat verbringt Ihr mit dem Thema „Rollenspiel“, ohne dass es sich um eine direkte spielerische Aktivität oder deren Vorbereitung handelt – also News oder Rezensionen lesen, Crowdfundings kommentieren, in Foren lesen/schreiben, bloggen, Regelwerke und Abenteuer „zu Studienzwecken“ lesen…

Ja, jetzt wird’s ein bißchen peinlich… ich tippe auf rund 60 – 75 Stunden. Bloggen, Redaktionsarbeit, Rezensionen verfassen, Abenteuer schreiben, in Foren stöbern, News- und Shopseiten durchstöbern… dazu kommt das Durchlesen von Rezensions- und anderem Material. Doch, ich denke das ich jeden Abend irgendwas mit dem Hobby zu tun habe.

4. Seid ihr mit dem Verhältnis der drei obigen Zeiten zufrieden, oder würdet Ihr gerne etwas ändern? Falls ja, was und wie?

Der „kreative“ Teil des Hobbies, also Bloggen, Abenteuer/Rezis verfassen, Sachen layouten, Texte redaktionell betreuen… macht mir unglaublich viel Spaß. Ja, ich würde gerne ein bißchen mehr spielen. Aber wirklich viel würde ich nicht ändern wollen.

5. Kurzfristige Absagen oder zu spät kommende Spieler sind Frustgarantien. Mithilfe welcher Hilfsmittel organisiert Ihr Eure Spielgruppe und haltet alle „up-to-date“?

Nichts besonderes. Wir organisieren uns per WhatsApp oder E-Mail. Die niedrige Rundenfrequenz sorgt dafür, dass die Leute den Termin dann aber auch ernst nehmen. Passieren kann immer mal was – von Krankheit bis zur Mehrarbeit – aber das passiert so selten, dass ich noch nicht genervt bin.

DIE REGELN

  • An jedem Monatsersten werden die Fragen/Lückentexte gestellt. Der Starter wird im rsp-blogs-Forum festgelegt. Wir bitten um Beantwortung auf euren Blogs, Vlogs oder im Forum
  • Jeder Monat erhält ein Hauptthema, um den sich die Fragen drehen
  • Über die Zusendung eurer Links, per Mail, Kommentar, usw. freuen wir uns
  • Jeder, der sich die Zeit nimmt, unsere Fragen zu beantworten ist herzlich Willkommen
  • Die “RPG-Blog-O–Quest” Logos dürfen selbstverständlich in Euren Beiträgen benutzt werden. (alle drei, welches besser gefällt.)

RPG-Blog-O-Quest #065: Produktives

Und schon wieder ist es Zeit für eine neue Blog-O-Queste! Dieses Mal hat sich Mastermind Greifenklaue allerdings etwas Neues einfallen lassen. Statt Fragen als bloggende Volk zu stellen hat er dieses mal ein paar zu kombinierende Schlagworte eingeworfen. Eigentlich wollte ich – ganz oldschool – den Zufall entscheiden lassen, welches Genre ich mit welchem Spielzusatz verbinde. Doch ein paar der Kombinationen liegen nun schon länger in einem offensichtlich brachliegenden Teil meines Gehirns, ohne dass ich jetzt auf tolle Ideen gekommen wäre. Also suche ich mir meine Kombinationen einfach aus! Wie auf diesen Seiten üblich alles mit leicht cthuloidem Touch :-).

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk!

1. Cyberpunk-Ausrüstung

Die Großen Alten interessieren sich schlussendlich nicht für die Menschheit. Zwar können sie über cthuloide Ritual-Magie beschworen werden, doch einmal vor Ort nehmen sie die Zaubernden kaum wahr. Dennoch verbleiben sie manchmal an Ort und Stelle, um ihre eigenen Pläne zu verfolgen oder sich für die Weiterreise vorzubereiten.

Es gab und gibt immer wieder Szenarien, in denen verrückte Wissenschaftler und größenwahnsinnige Okkultisten den Großen Alten Substanzen entnommen haben. Die Milch Shub-Nigguraths ist nur ein Beispiel, wenn auch ein sehr gängiges.

Im Zeitalter des Cyberpunk gibt es das ganze natürlich als schicke Designerdroge, die hochgradig süchtig macht. Dazu gibt es eine ganze Reihe positiver Nebeneffekte wie plötzliche Hellsicht, verbesserte Muskulatur oder Einsicht in kosmische Geheimnisse. Doch das ganze hat natürlich seinen Preis: Entmenschlichung, schleichender Wahnsinn und körperliche Degeneration. Die Droge steht sowohl den SC als Ausrüstung zur Verfügung, kann aber auch als Szenarien-Aufhänger dienen.

2. Western-NSC

„Western“ ist natürlich ein tolles Thema, denn ich habe ja schon mein eigenes Wester-Rollenspiel geschrieben („Desperados“: https://www.pegasusdigital.de/product/316117/Desperados-Ein-Pen-and-Paper-Rollenspiel ). Da bietet es sich natürlich an, einen cthuloid angehauchten NSC für eben jenes System anzubieten:

Ithaqua-Schamane
Typ: Boss
Schwierigkeitsgrad: 18 (schwierig)
Fertigkeiten
Entrückte Konzentration: Die Blickrichtung des Ithaqua-Schamanen kann nicht durch spezielle Fertigkeiten verändert werden.
Herr der Winde: Der Ithaqua-Schamane kann einmal pro Kampfrunde die Blickrichtung eines beliebigen Spielercharakters verändern.
Wendigo: Der Ithaqua-Schamane kann einmal pro Kampf einen Wendigo herbeibeschwören.

Wendigo
Typ: Scherge
Schwierigkeitsgrad: 20 (sehr hart)
Fertigkeiten
Hart im Nehmen: Der Wendigo verfügt über zwei Lebenspunkte.
Eisenfaust: Im Falle eines Misserfolgs oder Erfolgs im Kampf verursacht der Wendigo 2 statt 1 automatischen Schadenspunkt. Diese Fertigkeit gilt nur im Nahkampf.

3. Fantasy-Monster

Mein aktuelles Leib-und-Magen-Fantasysystem ist ohne Zweifel „Fantasy AGE“. Die letzte große Kampagne, die ich vor der einsetzenden Corona-Pandemie startete und die seitdem sträflich ruht, habe ich auf dieses System ausgerichtet. Insbesondere die schmalen aber praxisfreundlichen Regeln und die genialen Stunt-Manöver haben es mir angetan. Klar, dass ich nun auch einen cthuloiden Schrecken für F-AGE aufbereite, oder?

Dunkeldürrer
Geschicklichkeit 2, Intelligenz 1, Kämpfen (Klauen) 2, Kommunikation 0, Konstitution 4, Präzision 1, Stärke (Körperkraft) 4, Wahrnehmung 3, Willenskraft 3
Geschwindigkeit 10 (15 Flug)
LP 40
Verteidigung 11
Rüstungsschutz 4
Waffe: Klaue, +3, 1W6+6 Schaden
Dunkelsicht: Der Dunkeldürre kann in völliger Dunkelheit perfekt sehen
Stunt: Hochheben (3 SP): Der Dunkeldürre hebt ein Opfer (von maximal humanoider Größe) hoch in die Luft. Das Opfer wird durch den Schwanz der Kreatur in Starre gehalten. Der Dunkeldürre kann entscheiden, wann und ob er sein Opfer fallen lässt, was eventuell Sturzschaden nach sich zieht.

4. Science-Fiction-Fahrzeug

Science-Fiction ist nun ehrlicherweise so gar nicht mein Thema. Space Opera, gut, wer mag „Star Wars“ nicht? Aber echte Science-Fiction liegt mir nicht wirklich. Ich hatte überlegt an dieser Stelle einen „Engel“ für „CthulhuTech“ zu posten, aber (a) sind mir die Regeln nicht geläufig genug und (b) spielt das wahrscheinlich ohnehin niemand mehr :-).

5. Steampunk-Szenario

Da Ingo als Ausrichter ein wenig spät dran war, und ich unbedingt noch im Februar die Antworten raushauen will, bleibt es hier bei einer groben Skizze anhand der 6W-Fragen. Sorry, mehr gibt es dann vorläufig doch nicht :-).

Die Charaktere sind Gäste einer Ausstellung und Podiumsdiskussion über archäologische Funde Südamerikas, als ein Streit zwischen zwei Professoren entbrennt. Natürlich geht es um El Dorado, dessen Existenz immer noch nicht bewiesen wurde. Eine Luftschiff-Expedition an den Amazonas soll nun endlich Klarheit verschaffen – doch wartet im finsteren Dschungel natürlich mehr, als sich die beiden Herren ausmalen können…

1. Wer?
(Wer ist der Bösewicht in Eurer Geschichte, so es einen gibt? Wer führt die Charaktere in das Abenteuer? Und wer spielt noch eine wichtige Rolle?)
Professor Winston, älterer Feldforscher, stellt die Expeditionsgruppe zusammen und endlich El Dorado zu finden.
Professor Clarke, spöttischer Zweifler, wird die Expedition begleiten um die Niederlage seines Kollegen genüsslich auszukosten.
Pater Black, wahnsinnig gewordener Missionar, wird sich vor Ort der Expedition anschließen um das Geheimnis von El Dorado zu wahren und die Expedition zu sabotieren.
Degenerierte Kultisten, die das Hochplateau bewohnen und die Expedition angreifen werden.

2. Was?
(Was müssen die Charaktere erreichen, um das Abenteuer abzuschließen? Gibt es spezielle Gegenstände oder spezielles Wissen, das sie dafür brauchen?)
Auffinden von El Dorado. Professor Winston verfügt natürlich über das alte Tagebuch eines längst verstorbenen Conquistadors.
Einmal auf dem Plateau geht es ums nackte Überleben.
Vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, dem Kult eine kleine, häßliche Statue eines mit Tentakeln bewehrten Wesens (Cthulhu) zu stehlen und später weitere Nachforschungen anzustellen?

3. Wann?
(Zu welcher Jahreszeit spielt das Abenteuer? Spielt Zeit noch eine größere Rolle – gibt es zum Beispiel einen Wettlauf gegen die Uhr?)
Im Sommer.

4. Wo?
(In welcher Umgebung spielt das Abenteuer: Stadt, Wildnis oder Dungeon? Ist das Land, der Planet oder die Region wichtig für den Plot und verdient Erwähnung? Welche besonderen Locations werden die Charaktere besuchen?)
Südamerikanischer Dschungel, Amazonasbecken.
Eine versunkene Ruinenstadt auf einem Hochplateau. Allerdings finden die Charaktere hier kein Gold sondern die Hinterlassenschaften eines Cthulhu-Kultes.

5. Warum?
(Was ist die Motivation der Charaktere? Wie sieht die Belohnung für einen Erfolg aus, bzw. die Konsequenz eines Mißerfolges?)
Die Charaktere werden mit der Aussicht auf Reichtum, Ehre und Ruhm von Professor Winston angeheuert.

6. Wie?
(Wie gehen die Charaktere idealerweise vor? Welche Stolpersteine für die Spieler erwartest Du und wie kann der Spielleiter sie umgehen?)
Die Charaktere begleiten die Expedition.
im Amazonas-Becken müssen sie in einem Indio-Dorf Vorräte auffrischen, wo die Expedition auf Pater Black trifft. Dieser hatte bereits Kontakt mit dem Kult und darüber seinen Verstand verloren. Er sabotiert das Luftschiff der Expedition.
Vielleicht ergibt sich mit einem abstürzenden Luftschiff die klassische Situation der „Todesfalle“.
Vor Ort werden Teile der Expedition – vielleicht einer der Professoren – von dem Kult gefangen genommen.
Organisation der Flucht.