RPG-Blog-O-Quest #060: 5 Jahre – Geburtstage und Jubiläen

Die Blog-O-Queste feiert ihren fünften Geburtstag! Und damit gebührt es wieder einem der ursprünglichen Ausrichter, dem guten Würfelhelden, die Fragen zu stellen! Mal schauen, welche feierlichen Fragen uns erwarten!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1. Wie feiern Deine Charaktere Geburtstag?
Überhaupt nicht. Selbst die wenigen Charaktere, die ich über einen längeren Zeitraum führen konnte, haben auch nur einmal ihren Geburtstag gefeiert. Ich weiß nicht mal recht warum, wahrscheinlich waren wir immer zu beschäftigt.

2. Wie werden Jahrestage/Jubiläen in Deiner Runde gewürdigt/begangen?
Ach, eigentlich kaum. Ich habe ja mittlerweile schon ein paar Runden durch und große Jahrestage haben wir uns nie gemerkt. Und InGame gibt es natürlich mal Feierlichkeiten, aber keine Jahrestage/Jubiläen…

3. Findest Du das dieses Thema genügend Platz beim spielen findet?
Ach, eigentlich schon, denn ich vermisse nichts :-).

4. Was ist das einprägsamstes Ereignis welches während einer Feier passiert ist?
Die – oft gescholtene, aber von uns als epische Queste empfundene – Kampagne „Jahr des Feuers“ für DSA beginnt mit dem Turnier von Gareth nebst großem Stadtfest… gleichzeitig beginnen auch die Ereignisse der Kampagne ihre Schatten vorauszuwerfen. Das war wahrscheinlich InGame das einprägsamste Fest, das wir erlebt haben.

5. Was wünscht Du der Queste?
Viele fleißige Ausrichter, viele interessante Fragen und ein langes, langes Leben :-).

RPG-Blog-o-Quest #059: Kompromisse

Nachdem ich im letzten Monat die Ehre hatte, die Blog-o-Queste auszurichten (…und wahrscheinlich erfolgreich die Queste mit den wenigsten Teilnehmern produziert habe :-)), übernimmt in diesem Monat der gute Ackerknecht einmal mehr das Steuer der HMS Blog-o-Quest. Seine Fragen gehen, wie er selber sagt, eher auf die Meta-Ebene – mal schauen, wo uns seine Vorlage und meine Antworten so hinführen!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

Vorab-Frage zur Positionsbestimmung. Bitte verteilt Euren Vorlieben gemäß 10 Punkte auf die drei Spielertypen der „klassischen“ Rollenspieltheorie:

Gamist*in (Rollenspiel ist für mich ein Spiel, das ich auf Sieg spiele): 1
Simulationist*in (Ich lege Wert auf eine konsistente, bestenfalls realistische Welt): 5
Erzähler*in (Das wichtigste ist eine gute Geschichte): 4

Erste Frage: Wie kompromissbereit seid Ihr als Spielerinnen und Spieler mit Eurer Gruppe? Wie weit nehmt Ihr Euch mit Euren Vorlieben zurück, damit eine Spielgruppe zustande kommt? Wann sagt Ihr „Sorry, das wird so leider nix“?
Zumeist bin ich Spielleiter, und nicht Spieler. Ich bin auch selbst selten aktiv auf Gruppensuche, sondern eher auf Spielersuche. Normalerweise lade ich ein und es kommt, wer Zeit und Lust hat. Eigentlich habe ich aus Teilen diesen Gelegenheitsspielern auch bereits eine feste Gruppe geformt, die allerdings coronabedingt pausiert. Da sich also seltenst jemand aufdrängt, eine Spielrunde zu leiten, bin ich auch seltenst gezwungen, Kompromisse einzugehen. Zumeist spielen wir halt, was ich vorbereitet habe. Wenn es um längere Themen geht – ein Few-Shot oder eine kurze Kampagne – versuche ich aber, mehrere Auswahlmöglichkeiten bereitzuhalten, um hier nicht den Alleinherrscher zu geben.
Sofern tatsächlich mal ein Freund in die SL-Rolle schlüpfen will, bin ich 100%ig kompromissbereit. Dann wird gespielt, worauf derjenige Lust hat und was vorbereitet ist.
Diese Herangehensweise schließt damit natürlich all die zwischenmenschlichen Dinge aus, die in einer Gruppenfindung schieflaufen können. Denn ich kenne meine Spieler jetzt schon seit Jahren und wir harmonieren charakterlich gut miteinander – ja, wir verbringen auch abseits des Spieltisches Zeit miteinander. Auch die Verhaltensregeln am Tisch (Rauchen? Pausen? etc.) sind abgesteckt und klar. WENN ich einmal wieder in die „freie Wildbahn“ gehen würde, dann gäbe es glaube ich wenige Dinge, auf die ich nicht einsteigen würde. Vergewaltigende Mörder-Hobo-Kampagnen, darauf kann ich verzichten, aber wer spielt so etwas denn ernsthaft über einen längeren Zeitraum…?

Zweite Frage: Wie sieht es mit Kompromissen gegenüber der Spielleitung aus? Nehmt Ihr auch mal einen Abend Erzählspiel in Kauf, wenn Ihr eigentlich einen Dungeon ausräuchern wolltet? Wie allergisch reagiert Ihr z. B. auf „Fremdsteuerung“ eurer Figur durch die SL?
„Fremdsteuerung“ geht gar nicht, da reagiere ich allergisch. Ansonsten ist mir als Dauer-SL der Vorbereitungsaufwand einer Rollenspielrunde durchaus bewußt – da nehme ich, worauf der SL Lust hat. Der nächste Dungeon zum ausräuchern kommt bestimmt. Problematisch wäre es eher, wenn ich STÄNDIG etwas spielen sollte, worauf ich eigentlich keine Lust habe. Aber das ist sehr unwahrscheinlich.

Dritte Frage: Lasst uns einmal in-time gehen. Lassen sich Eure Figuren auf Kompromisse ein? Spielt Ihr eher flexible Charaktere, oder lieber moralkodexgebundene Hardliner? (Ich meine hier innerweltliche Kompromisse, keine out-time „damit-es-halt-weitergeht“-Kompromisse.)
Ich bin der Spieler des „moralisch flexiblen“ Charakters :-). Meine Figuren sind kompromissbereit. Aber den letzten langzeitgeführten Charakter den ich hatte, liegt Jahre zurück.

Vierte Frage: Musstet Ihr schon rein „weltliche“, also organisatorische bedingte Kompromisse am Spieltisch eingehen? Stellt Euch vor, der Rollenspielabend muss kurzfristig ausfallen. Seid Ihr auch bei einer Runde Carcasonne oder Netflix&Chill dabei, oder freut Ihr Euch über die Gelegenheit für einen WoW-Classic-Raid oder die Steuererklärung?
Klar mussten wir schon weltliche Kompromisse in Kauf nehmen. Dabei versuche ich aber tatsächlich, etwas rollenspielerisches als Ersatz anzubieten. Dann wird halt mal mit „In die Ferne“ ein Setting gebastelt oder eine Runde „Winterwald“ (…die Abenteuer kann man in 20 Minuten lesen) gespielt… und wenn wir genug sind, improvisiere ich einen „Dirty Dungeon“. Wenn einige Leute zum Rollenspiel bei mir aufschlagen, dann WILL ich auch etwas in dieser Richtung machen. Und wenn es nicht die komplette Runde schafft, ja gut – aber auf Brettspiele ausweichen mag ich dann nicht. Brettspielabende kann ich anderweitig organisieren.

Fünfte Frage: Erzählt mal einen Schwank aus Eurer Jugend! Wann hättet Ihr einen Kompromiss eingehen sollen? Wann habt Ihr es bereut, einen Kompromiss eingegangen zu sein?
Bezieht sich die Frage auf ingame oder outgame? Wie auch immer… ich kann mich nicht entsinnen, mit einem Kompromiss einmal wirklich schlecht gefahren zu sein. Schlussendlich haben wir früher aber auch IMMER DSA gespielt, da gab es dann höchstens in Detailfragen Kompromisse. Und – wie oben erklärt – in den letzten Jahren gebe ich zumeist Art und Thema vor.

Bonusfrage! Meine Discord-Runde geht nach einem intensiven ersten Halbjahr 2020 jetzt in die Sommerpause. Rollenspiel ist für mich immer eher ein „Winterhobby“ gewesen. Auch wenn ich selber gerne draußen spiele, die zeitlichen Bedingungen (und auch die Stimmung) passen im Winter immer besser. Wie haltet Ihr den rollenspielerischen Sommer?
Da ich nicht online spiele, sondern ausschließlich im RL (ein Umstand, der sich mglw. bald ändert…), gibt es auch klare Räumlichkeiten zum Spiel. Nämlich meinen Rollenspielkeller, mit Spieltisch, technischer Ausstattung, Bücherregalen, Würfelvorräten, passender Deko und, und und. Der Keller ist im Sommer angenehm kühl und im Winter – dank Heizlüfter – angenehm warm, da ist die Jahreszeit völlig egal. DIESEN Sommer ist halt alles anders, danke COVID. Aber davon wollen wir jetzt mal nicht eine neue Normalität ableiten :-).

Bonusfrage 2! Nach der Sommerpause wollen wir mal Cthulhu in Angriff nehmen. Neben dem klassischen, auf dem „Basic Role Play“-System basierenden Cthulhu in unterschiedlichen Versionen gibt es mittlerweile viele andere Mythos-Rollenspiele: Fhtagn, Fate of Cthulhu, zwei Spiele mit Katzen, Achtung Cthulhu!, sogar ein DSA-Mythos-Spiel… Habt Ihr eine Empfehlung für einen Einsteiger?
…ich habe da mal ein Rollenspiel geschrieben :-): https://www.bigben-interactive.de/wp-content/uploads/sites/4/2019/07/The-Sinking-City_Death-may-die-mobile.pdf
Wirklich sehr einfach in der Handhabung. Um mal ein bißchen in cthuloide Gefilde zu schnuppern, reicht das. Ansonsten würde ich tatsächlich FHTAGN oder CTHULHU empfehlen; bei beiden ist der Grundregelmechanismus simpel und FHTAGN ist bis zur 6. Edition recht kompatibel mit CTHULHU… da kann man aus einem gigantischen Backkatalog genialer Abenteuer schöpfen.

RPG-Blog-o-Quest #058: PULP-Abenteuer (Die Antworten)

Hallo zusammen,

ja, in diesem Monat bin ich selbst Ausrichter der Blog-O-Queste. Natürlich will ich es mir da nicht nehmen lassen, mit gutem Beispiel voran zu gehen und selbst auch meine Fragen zu beantworten!

1. Die Bedrohung! Pulp lebt von überlebensgroßen Gegnern mit größenwahnsinnigen Plänen, klarer Schwarz-Weiß-Zeichnung und reichlich Action! Egal ob Kultoberhaupt, verrückter Wissenschaftler oder Superbösewicht: Was war der faszinierendste Gegner, dem ihr im Rollenspiel gegenüberstandet, den ihr als Spielleiter geführt habt oder den ihr Euch noch nie einzusetzen getraut habt?
Zugegeben, wirklich „pulpig“ war er nicht, aber der Superbösewicht, der mir wohl am meisten ans Herz gewachsen ist, war ein gefallener Esthions-Priester aus meiner langjährigen ABOREA-Kampagne, den ich zum ultimativen Gegenspieler aufgebaut habe. Nur im absolut epischen Finale, in dem jeder meiner Spieler seinen großen Moment haben durfte, konnte er besiegt werden. Das hat Spaß gemacht. Pulpiger und mir ebenfalls ans Herz gewachsen ist Dr. Jonathan Black, der Antagonist meiner bislang einzigen selbstgeschriebenen Pulp-Kampagne „Geheimnisvoller Krakatau“. Der ist so richtig die Marke „verrückter Wissenschaftler“, wie ich ihn mir vorstelle.

2. Komplikationen! All die Dinge, welche unsere Pulp-Helden von der eigentlich wichtigen Aufgabe ablenken können. Der zufällig aus dem Zoo entlaufene Tiger, die vom Dinosaurier entführte Jungfrau in Nöten oder ein außer Kontrolle geratener Zug, den es zu stoppen gilt: Welche rasanten Actionszenen habt Ihr bereits erlebt, habt Ihr Euren Spielern bereits als Zwischenspiel geboten oder geistern Euch schon lange im Kopf herum?
Tja, ich habe ein Faible für Luftschiffe. Die kann man wunderbar von Kanonenfutter angreifen lassen, sie können abstürzen, vom Kurs abkommen, technische Defekte aufweisen und, und und. Nicht nur, dass man hier ständig dann auch noch an der Außenhülle herumklettern kann oder unter der Kabine herumhängt, nein, ein Luftschiff bringt auch ganz von selbst exotischen Flair mit.

3. Die Todesfalle! Kein Pulp-Abenteuer ohne Todesfalle, die nach allen Maßstäben des gesunden Menschenverstandes das Ende für unsere tapferen Helden bedeuten muss! Das vergitterte Haifischbecken, die mit Sand voll laufende Grabkammer, die Explosion am Mineneingang: Welcher dramatischen Todesfalle sind Eure Helden bereits entkommen, wie habt Ihr das Adrenalin Eurer Spieler zum Kochen gebracht oder welche finsteren Pläne habt Ihr bislang nur geschmiedet, aber nicht in die Tat umgesetzt?
Wir hatten mal einen wirklich tollen Abend mit einem „Dirty Dungeon“. Hier war die klassische „Indiana Jones“-Falle – die gigantische Steinkugel, die von einem einfachen Mechanismus ausgelöst hinter den Spielern herrollt – von einem Spieler ins Spiel gebracht worden. Das war ein toller Spaß. Ebenfalls erstaunlich pulpig entwickelte sich das CTHULHU-Szenario „Ultima Ratio“ – wobei, so erstaunlich ist das gar nicht. Eingesperrt auf einem Zeppelin zwischen Bombe und Shoggote…

4. Der Showdown! Das große Finale des Abenteuers steht bevor, der Bösewicht hat seinen Plan in all seiner boshaften Herrlichkeit dargelegt, die Waffen zahlloser Schergen sind auf unsere Helden gerichtet. Worauf legt Ihr wert, um ein spannend-pulpiges Finale zu gestalten? Exotische Örtlichkeiten, äußere (Umwelt-)Einflüße, vielleicht sogar eine Deus ex Machina? Oder liegt alles einzig in der Hand der Spieler?
Zunächst: Natürlich liegt die Handlungshoheit immer in der Hand der Spieler. „Deus ex Machina“ habe ich sicherlich auch schon einmal gebracht, aber das versuche ich tunlichst zu vermeiden. Ansonsten versuche ich tatsächlich, für das „Finale“ auch der Umgebung eine Bedeutung zu geben. Sei es, weil sie sich als gefährlich erweist (…weil die Höhle einstürzt, der Vulkan ausbricht oder die Flut steigt) oder weil sie nützlich ist (als Deckung oder Waffe). Ich denke, das ist kreativer als eine simple Schießerei.

5. Die gefährliche Flucht! Einstürzende Höhlen, plötzlich klaffende Erdspalten, abstürzende Flugsaurier – nun gilt es, das Hasenpanier zu ergreifen! Aber zugegeben: der Höhepunkt ist vorbei, am Spieltisch werden nur noch lustlos ein paar Würfel gerollt. Oder? Wie gestaltet Ihr eine Flucht über den dramatischen Würfelwurf hinaus spannend?
Erwischt! Auf die Antworten zu dieser Frage bin ich wirklich gespannt!

BonusQuest: Kennt Ihr ein gutes Pulp-Abenteuer? Dann immer her damit, lasst uns an Euren Erfahrungen und Einschätzungen teilhaben!
Ich verlinke an dieser Stelle gerne einmal die Teilzeithelden mit „Die Statue von den Sternen“: https://www.teilzeithelden.de/2012/12/02/it-is-done-veroeffentlichung-die-statue-von-den-sternen/

English Eerie: Ein Erfahrungsbericht

Es gibt mittlerweile eine Menge Spiele am Markt, die sich dem cthuloiden Horror im Stile eines H.P. Lovecrafts und seiner vielen Nacheiferer bedienen. Allerdings gab es zu jener Zeit eine Menge Autoren, die gruselige oder schauerliche Geschichten verfassten. „English Eerie“ möchte Geschichten die aus der Feder eines Arthur Machens, eines Algernon Blackwoods oder eines M.R. James stammen könnten, für den Spieler erlebbar machen. Ganz stilecht wird als Setting das ländliche England vorgeschlagen, ein wilder und ungeschliffener Landstrich, der von jeher von Feenwesen bewohnt scheint und dessen herrschaftlichen Landhäuser ohnehin jeder seinen eigenen Spuk beherbergt.

Ein kurzer Blick auf die Regeln
Scott Malthouse hat mit „Quill“ bereits ein interessantes Solo-Spielkonzept vorgelegt. Bei „English Eerie“ sind wiederum Stift und Papier die Hauptwerkzeuge des Spielers. Dieses Mal werden allerdings kurze Tagebucheinträge eine gruselige Geschichte ergeben, während wir bei „Quill“ noch Briefe verfasst haben. Eine einfache Mechanik sorgt dafür, dass die Geschichten uns als Autoren auch immer wieder aufs Neue überraschen. Vor Beginn des Spiels werden einige Karten gemischt. Mithilfe dieser Karten wird dann eine Liste von Spuren, Hinweisen und Ereignissen, die in einem „English Eerie“-Abenteuer vorgegeben sind, zufällig bearbeitet. So gibt es zum Beispiel Hindernisse – wie z. B., dass ein NSC versucht, ein Vorhaben zu unterbinden. Ein Hindernis wird dann ausgelöst, wenn eine bestimmte Kartenfarbe gezogen wird. So muss der Spieler in seiner Geschichte dann auf immer neue Unwägbarkeiten reagieren. Die Geschichte endet immer nach 19 Tagebucheinträgen, denn die letzte Karte führt ein abschließendes Ereignis ein, welches der Spieler in sein Ende einbauen muss. Ein simpler Punkte- und Wurfmechanismus lässt dabei unterschiedliche Reaktionen auf Hindernisse zu.

Ein erster Erfahrungsbericht
Insgesamt schlägt das Büchlein fünf verschiedene Abenteuerszenarien vor. Ich entschied mich für „Kettenrasseln“, und damit für eine ganz klassische Geistergeschichte, um meine ersten Schritte mit dem System zu wagen. In „Kettenrasseln“ treten wir eine unerwartete Erbschaft an. Ein altes, englisches Herrenhaus auf dem Lande soll nun unsere neue Wohnstatt werden. Neben wenigen Angestellten gibt es noch ein verschlafenes Dörfchen in der Nähe – und natürlich den Familienfluch, der uns absolut unvermittelt heimsucht…

Auf dem Bild oben seht ihr die notwendige Ausrüstung: ein Notizbuch, eine flackernde Kerze und ein paar Karten und Würfel. Tatsächlich hatte ich eine Menge Spaß mit dem System und richtig gespielt – des nächtens, einzig im Lichte einer einsamen Kerze – stellt sich auch tatsächlich ein angenehmer Gruselfaktor ein, während man die Geschichte weiter- und weiterspinnt. Klar, der Kartenmechanismus sorgt dafür, dass die Geschichte nicht 100%ig „organisch“ wächst. Ich hatte beispielsweise das Problem, dass ich eine ganze Häufung von „einer Person in deiner Geschichte geschieht etwas Schlimmes“-Karten auf einem Haufen gezogen habe. So musste ich mit den Nebencharakteren noch vor dem Finale mächtig aufräumen. Doch das ist halt die Art von Geschichte, die „English Eerie“ bei mir ergeben hat, und es macht Spaß, auf die Unvorhergesehenheiten zu reagieren. Ich habe auf jeden Fall ein Tagebuch erhalten, dass ich gerne noch ein zweites und drittes Mal gelesen habe.

Ein erstes Fazit?
Wer auf der Suche nach einem interessanten Solo-Spielprinzip ist wird mit „English Eerie“ fündig. Das Ergebnis einer Spielrunde kann sich mit Sicherheit sehen lassen. Zu erstehen gibt es das Ganze bei System Matters.

RPG-Blog-o-Quest #057: Besondere Abenteuerformen

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest. In diesem Monat springt der gute Greifenklaue noch einmal als Questgeber ein und hat wieder einen bunten Blumenstrauß unterschiedlicher Fragen parat, die sich allesamt um besondere Abenteuerformen und -formate drehen.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1.) Warst Du schon in einem Trichter? Hattest Du Spaß und was hältst Du von dem Konzept?
(Trichter? Jeder SC führt vier SC, es herrscht eine relativ hohe Sterblichkeit, wer übrig bleibt, steigt auf Stufe 1 auf, System matters bespricht den Trichter hier, welcher hauptsächlich im RPG DCC vorkommt)

Nein, leider war ich bislang noch in keinem Trichter unterwegs. Ich habe schon einiges darüber gelesen und ich wollte (und werde) mir bald ein oder zwei „Trichter“-Abenteuer besorgen, um das Konzept auch einmal für meine Gruppe zu durchleuchten. Ich finde die Idee sehr charmant und witzig und würde das sehr gerne einmal austesten.

2.) 1:1-Abenteuer? Schon erlebt? War es eine andere Erfahrung?
(1:1-Abenteuer gab es schon recht früh, z.B. bei AD&D 2: Abenteuer für den Paladin etc., aber auch die aktuelle D&D-Edition geht im Essential Kit auf das Thema ein.)

Auch hier muss ich leider passen. Ich habe tatsächlich schon einmal ein 1:1-Abenteuer verfasst (…es hat sogar etwas gewonnen :-)), allerdings basierte das eher auf theoretischen Annahmen. Ich habe mit großer Freude die Artikel in „Cthulhus Ruf“ zu dem Thema gelesen und mir einige Grundsätzlichkeiten zu Herzen genommen. Und ich finde, dass es für CTHULHU ganz tolle 1:1-Abenteuer gibt. Aber ich habe mich da praktisch tatsächlich noch nicht rangetraut. Das ist allerdings einer Mischung aus Organisation und „Traute“ geschuldet, die ich schlecht gewichten kann :-).

3.) Rollenspiel an besonderen Orten oder besonderen Ereignissen: ein Zugabenteuer im Zug, Abenteuer auf einer Burg oder mitten im Wald – habt ihr sowas erlebt? Gibt es besonders intensive Erlebnisse? Rollenspiel zum Kindergeburtstag, zu Halloween oder als Prä-Weihnachtsrunde? Machst Du sowas, wie sind Deine Erfahrungen?
Wir hatten mal einen Rollenspielversuch auf einem Festival, leicht bierseelig und schwer improvisiert. Wir sind allerdings nicht sonderlich weit damit gekommen, zugegebenermaßen :-). Ansonsten habe ich zwar schon an ein paar hübschen Orten gespielt (…von der Gartenlaube bis zum Keller), allerdings nie gesondert auf das Abenteuer zugeschnitten.
Seit einigen Jahren gestalte ich zwischen Weihnachten und Neujahr („wenn alle frei haben :-)“) eine „Raunächte“-Runde, in der wir normalerweise gruselig/cthuloid spielen. Ansonsten treffen wir uns mittlerweile so, wie es der Terminkalender halt zuläßt. Ich möchte da allerdings gerne noch einmal mehr in den Event-Charakter gehen, wenn unsere Kinder etwas älter und weniger intensiv in der Betreuung sind. Sommer-Event (mit „Grill und Pulp“-Nachmittag), Anmieten einer Rollenspielhütte fürs Wochenende, Halloween-Event… solche Geschichten. Doch, da hätte ich Spaß dran.

4.) Rollenspiel im „festen Format“: D&D Adventures League oder Pathfinder Society. Ein SC kann weltweit gespielt werden, immer zu den selben Regeln, immer mit unterschiedlichsten Gruppen. Hast Du sowas schon gemacht oder fändest Du das reizvoll? Hast Du vielleicht schonmal selbst eine Gilde organisiert wie Nordana (Link) oder die ADDKON (Link)? Wie steht es mit Rollenspielturnieren? Oder Multiparallelabenteuern? Habt ihr an so was schonmal teilgenommen oder würdet es gerne?
Nein, auch hier kann ich nicht wirklich mitreden. Ich kenne einige dieser „besonderen“ Abenteuer, konnte dazu aber bislang nichts organisieren. Dafür kenne ich auch gar nicht genug Spieler :-). Und für eine regelmäßige Rundenreihe fehlt mir schlicht die Zeit… „Organized Play“ kenne ich noch von Magic:the Gathering, und selbst da habe ich es nur sehr, sehr sporadisch geschafft teilzunehmen (und war auch immer, immer sehr schlecht :-)).

5.) Rollenspiele oder Erzählspiele ohne Spielleiter: von Western City bis hin zu Fiasko? Habt ihr hier Erfahrungen sammeln können und könnt ggf. gar einige Systeme empfehlen?
Bislang habe ich in dieser Richtung keine Erfahrung sammeln können oder wollen. Ich fürchte, so wie ich meine Gruppe einschätze, braucht es die leitende Hand. Einige in der Gruppe sind nicht so „erzählfreudig“, so dass ich die Befürchtung hätte, diese Spieler mit so einem Spiel zu überfordern oder dass es ihnen schlicht keinen Spaß machen könnte. Mal gucken, mit den richtigen Leuten hätte ich an „Die Gesellschaft der Träumer“ meine Freude. Oder an „Ein ruhiges Jahr“. Letzteres probieren wir vielleicht bald mal aus, mal gucken wie es wird.

BonusQuest: Kennt ihr noch weitere „Sonderformen“ von RSPs (abseits von Online- und Foren-RPGs, die waren Thema im letzten Monat)?
Soloabenteuer oder gar ganze Solo-Spiele natürlich. Ein Tipp: Seht Euch „English Eerie“ von System Matters an. Super-Teil. Und dazu: Brief-Rollenspiel. Ein paar Artikel zu „de Profundis“ sind hier auf dem Blog verstreut.

de Profundis: Die ersten Schritte

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich hier einen Artikel, in dem ich mich darüber ausließ, was ich – in Zeiten der Krise – als Alternativprogramm betreibe, um meine Lust aufs Rollenspiel ohne eine feste Runde zu befriedigen. Ein Ansatz dabei war es, endlich einmal eine Runde „de Profundis“ zu starten.

Was ist de Profundis?

Kurz gesagt ist „de Profundis“ ein Briefrollenspiel. Man schlüpft in die Rolle eines Alter Ego und schreibt Briefe an einen ebenso imaginären Bekannten. Dieser wird von einem Mitspieler geführt, der wiederum – hoffentlich alsbald – eine Antwort verfasst. Bei „de Profundis“ geht es aber – natürlich – um eine cthuloide Geschichte, die sich aus den Briefen der beiden Freunde entspinnt. Einer der Teilnehmer erlebt etwas Grauenhaftes, während der andere den Weg in den Wahnsinn begleitet. Mehr dazu habe ich hier auf meinem Blog bereits veröffentlicht.

Unsere erste Runde

Ein Freund und ich haben bereits früh in Zeiten der Krise eigene Charaktere erstellt. Während mein Gegenüber in die Rolle eines evangelischen Pfarrers geschlüpft ist, der in eine neue Gemeinde versetzt wurde habe ich mich für den Klassiker entschieden und habe Ludwig, den Kurator eines Kölner Museums erschaffen. Während ich in meinem ersten Brief bereits vorsichtige Spuren auf die möglicherweise kommende Zeit auslegte (…denn Ludwig arbeitet gerade an einer Ausstellung über Kunstfundstücke aus der Südsee), war es mein Gegenüber, der zuerst die Initiative ergriff. Denn in dem beschaulichen Ort, den sein Pfarrer zur neuen Heimat gemacht hat, spielen sich, so scheint es, gar schauderliche Dinge ab. So passt es denn wohl auch gut, dass sein Vorgänger spurlos verschwunden ist…

Das Spiel macht Spaß, wirklich. Es fällt mir erstaunlich leicht, immer wieder in die Rolle von Ludwig hineinzufinden. Besonderen Spaß macht es, den bisher gesammelten Stapel einmal in Summe Revue passieren zu lassen. UND: Es sammelt sich tatsächlich ein toller Haufen cthuloiden Spielmaterials an:

Da klar ist, dass unsere Runde wohl nur so lange funkioniert, wie unser Alltag dank Corona auf eine Art Pause versetzt ist, halten wir das Tempo recht hoch. Das gilt sowohl für den Fortschritt der Geschichte als auch für das Tempo, in dem wir uns Briefe hin- und hersenden. Ich bin schon sehr gespannt, wie unsere erste Runde endet.

RPG-Blog-O-Quest #56: Online-Spiel

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest. In diesem Monat stellt die gute Timberwere einmal erneut die Fragen und hat sich ein ganz tagesaktuelles Thema ausgesucht: Online-Spiel. In Zeiten von Corona-Krisen und Ausgangssperren wohl DIE Alternative zum gemütlichen Rollenspielkeller.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

Die Eingangsfrage muss ich mit NEIN beantworten, so dass sich bei mir ein anderer Fragenkatalog als bei den meisten geschätzten Blog-Kollegen ergibt!

Hast du irgendwann schon einmal ausprobiert, online zu spielen, oder noch nie?
Nein, tatsächlich noch nie. Weder Forenrollenspiel, noch per Telefonkonferenz (oder Skype), noch tatsächlich mit all den technischen Möglichkeiten, die es heute dazu gibt.

Was hat dich zu der Entscheidung bewogen, nicht einmal jetzt in der Pandemie auf online umsteigen zu wollen?
Na, ich könnte jetzt sagen, dass ich der festen Überzeugung bin, dass Online-Spiel mit einer „Keller“-Runde nicht mithalten kann. Das es an Feeling und Flair fehlt. Das ich nicht sagen kann, ob ich meine Spieler erreiche oder langweile. Oder, oder oder. Aber das ist tatsächlich nicht der Hauptgrund. Wahrscheinlich stimmt das alles nicht einmal, ich weiß es ja gar nicht. Und Vorurteile sind mir dann doch zu albern.
Nein, der Hauptgrund, warum ich ich nicht einmal während der Pandemie umsteige, bin ich selbst. In Bezug auf das Thema „Rollenspiel“ bin ich in meinem Spielerkreis die am meisten treibende Kraft. Üblicherweise lade ICH ein, üblicherweise bin ICH der Spielleiter, üblicherweise habe ICH etwas vorbereitet. Um nun also weiterzumachen, müsste ICH auch etwas organisieren, um online zu spielen. Das würde zum einen bedeuten, Spieler OHNE die technische Ausrüstung zu beraten und auszurüsten, zum anderen SELBST ausgerüstet zu sein. Und mein Interesse an Technik ist einfach nicht groß genug, um mich hier bisher Geld investiert haben zu lassen. Nein, ich besitze weder Webcam noch Headset. Und nein, ich habe mich noch nie mit den „großen Plattformen“ wie Roll20 & Co. beschäftigt, nicht einmal „wirklich“ mit der Drachenzwinge.
Ja, es gibt Tutorials zum Lesen. Aber es gibt so vieles, was ich lesen möchte. Keine Techniktutorials. Um mich wirklich zum Online-Spiel zu bringen, müsste mich jemand an die Hand nehmen, mir das ganze vormachen und zeigen. Und das wird nicht passieren.

Was ist jetzt in der Pandemie dein Ersatz für das Rollenspiel, wenn du keine Online-Runden hast?
Verschiedenes. Ich habe das in einem Artikel vor ein paar Wochen angeschnitten. Ich schreibe nach wie vor Rollenspieltexte. Ich bearbeite Zufallstabellen und bringe die Ergebnisse in Form. Ich lese Rollenspielmaterial. Ich rezensiere. Ich spiele ein Briefrollenspiel (de Profundis). Ich probiere Solo-Spiele unterzubringen (Quill). Solche Sachen.

Was müsste passieren, damit du das Online-Rollenspiel doch einmal ausprobierst?
Oh, das habe ich oben schon beantwortet. Jemand müsste vorbeikommen und mir das Ganze mal in Ruhe zeigen und erklären, mich beraten und ranführen. Mir fehlt schlicht die Motivation, mir das alles selber anzueignen.

Nutzt du überhaupt irgendwelche RPG-Materialien online, und wenn ja, welche, oder gar nicht?
Das kommt drauf an, was Du mit „Materialien“ meinst. Ich habe eine volle DriveThru-Bibliothek. Ich habe einige Blogs abonniert. Ich habe eine Würfel-App (aber eher als Spielerei). Ich lese in Foren. Klar, ich nutze Online-Medien und -Material.

Seanchui in Zeiten der Krise

Hallo zusammen,

Rollenspielen in Zeiten der Corona-Krise bedeutet für fast alle von uns viel Improvisation. Während immer mehr Rollenspieler den Weg ins Internet finden muss ich gestehen, dass ich über Online-Spiel noch immer nicht recht nachgedacht habe. Natürlich ist das eine echte Alternative und ich gönne jedem den Spaß, den er damit hat. Mir mangelt es jedoch sowohl an der Technik als auch an dem Willen, mich mit der Thematik mehr auseinanderzusetzen. Die ConSpiracy von Pegasus habe ich ein wenig per Stream verfolgt, aber der Discord-Channel hat mich in seiner wilden Kommentarflut ganz schnell abgehängt :-). Was tue ich also, um die Krisenzeit rollenspielerisch zu überbrücken?

Nun, zum Einen habe ich das Briefeschreiben neu für mich entdeckt. Auf der einen Seite habe ich mit einem langjährigen Freund und Rollenspielmitstreiter eine eigene „de Profundis“-Runde gestartet. Unsere Charaktere hat es an den Rhein in den 1920er verschlagen und die ersten Briefe haben bereits hin- und hergewechselt. Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, „de Profundis“ einmal die Chance auf einen Praxistest zu geben, bin bislang aber immer an der Vorstellung über den Zeitaufwand gescheitert. Nun, dank Kontaktverboten und Ausgangsbeschränkungen habe ich im Moment deutlich mehr freie Zeit zur Verfügung. Ich bin gespannt, wie sich unser Spiel weiter entwickeln wird.

Ebenfalls briefschriftlich habe ich den Kontakt zu meiner aktuellen Rollenspielgruppe gesucht. Als Spielleiter bin ich ja doch ein bißchen für meine Mädels und Jungs verantwortlich. Um nicht einfach nur ein bißchen Smalltalk zu betreiben, habe ich mir noch ein paar Gimmicks überlegt. Im ersten Brief fand jeder meiner Spieler ein eigenes, kleines Solo-Abenteuer, in das nächste Kuvert steckte ich einen selbst geschriebenen Dungeon-Generator. Ihre Aufgabe ist es nun, mir selbst erstellte Dungeons zurückzuschicken. Ich bin schon sehr auf ihre kreativen Ergebnisse gespannt. Und der Inhalt des nächsten Briefes steht auch bereits fest. Ich hoffe, so das Interesse an der Gruppe hochhalten zu können, bis wir uns wieder im heimischen Rollenspielkeller zum Spiel treffen können.

Doch damit nicht genug. Da ich nun deutlich mehr Zeit „alleine“ mit Rollenspiel verbringe, nutze ich diese Phase, um endlich einmal die zahllosen Zufallstabellen, die diverse Quellenbänder und Regelbücher mit sich bringen, auszuprobieren. Sei es der „Abenteuergenerator“ im „Dungeon Master’s Guide“ für „Dungeons and Dragons“, der „Schatzgenerator“ für „Symbaroum“ oder die „Ein Kult für alle Fälle“-Tabellen aus dem „Von unaussprechlichen Kulten“-Band für „Cthulhu“: Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, diese Generatoren einfach mal einzusetzen um ihre tatsächliche Nutzbarkeit zu prüfen – und natürlich, um mich ein wenig kreativ mit dem Material auseinandersetzen zu können. An welcher Stelle sich die Ergebnisse dieser Spielerei einmal finden werden, wird sich zeigen. Zumindest die „Cthulhu“-Kulte würden sich doch ganz gut auf diesen Seiten machen, oder?

Wie geht ihr mit der Krise um? Seid ihr auf’s Online-Rollenspiel umgestiegen? Oder habt ihr vielleicht sogar noch weitere Tipps für Offline-Alternativen?

RPG-Blog-O-Quest #52: Rückblick auf 2019

Ein frohes neues Jahr, liebe Leser! Traditionell beschäftigt sich die Blog-O-Queste im Januar mit einem Rückblick auf das vergangene Rollenspieljahr. Und das ist wie immer eine sehr gute Gelegenheit, einen Startpunkt in das diesjährige Blogjahr zu finden. Die Fragen findet Ihr im Start-Post des diesmonatigen Quest-Betreuers Greifenklaufe!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1. Welches Rollenspielereignis war für dich am prägnantesten/lustigsten/einprägsamsten in 2019?
Oha, das ist tatsächlich etwas schwierig. Ich habe tatsächlich gar nicht so wahnsinnig viel gespielt, und dennoch haben sich einige großartige Dinge ergeben.
– Wir haben mit meiner „Einsteiger“-Runde – die ich mittlerweile wohl zu „alten Hasen“ zählen muss – unsere erste, größere Kampagne abgeschlossen. Diese hat uns über ein Jahr hinweg begleitet und ich habe die Gelegenheit genutzt, ein Kampagnen-Log als gedrucktes Buch (komplett mit schickem Layout) an meine Spieler zu übergeben. Alles in allem war das ein einprägsames Erlebnis.
– Bei einem OneShot „Private Eye“ hatte ich die Gelegenheit, meine Frau als Gastspielerin begrüßen zu dürfen! Sie hält eigentlich nicht viel von dem „Rollenspielkram“, doch das Thema von „Private Eye“ reizte sie als alten „Holmes“-Fan dann doch einfach zu sehr. Sie hat sich sehr gut geschlagen :-).
– Ich habe zum ersten Mal einen „Cthulhu“-OneShot wirklich in den Sand gesetzt. Also nicht nur ich, meine Spieler waren da auch beteiligt. „Asche zu Asche“ ist ein Abenteuer, in dem man seltsamen Leichenrauben nachspürt – und trotz aller möglichen ausgelegten Spuren wollten meine Spieler einfach nicht in die richtige Richtung laufen. Da sich dann irgendwann ein Nadelöhr ergab, durch das ich die Gruppe unmöglich pressen konnte, mussten wir abbrechen. Das ist mir in dieser Form noch nicht passiert.
– Ein eigenes, selbstgeschriebenes System zum Spieltest zu führen ist auch etwas besonderes. Bei mir war es soweit, als ich „Schwarze Tiefen“, das Rollenspiel zum Computerspiel „The Sinking City“ an unseren Spieltisch brachte. Es spielte sich wirklich flüssig und ich hoffe, dass das Heftchen den einen oder anderen schönen Moment beschert.

Um die Frage zu beantworten: Es tut mir leid, ich kann mich nicht entscheiden. Meine Rollenspielmomente in diesem Jahr waren von besonderer Qualität :-).

2. Wie oft bist Du 2019 zum Spielen gekommen? Was wurde am meisten gespielt, welche Systeme hast Du neu kennengelernt?
Insgesamt haben wir nur elf mal gespielt. Unsere „Aborea“-Kampagne ist im Januar geendet, eine „Fantasy-Age“-Kampagne ist seit dem Herbst am Start. Zwischendurch haben wir uns die Zeit mit OneShots vertrieben – „Fantasy AGE“ (zum ersten Beschnuppern), „Private Eye“, „Schwarze Tiefen“ und „Cthulhu“. Außerdem haben wir den „HeXXen 1733“-Schnellstarter getestet. Neu kennengelernt ist dabei am ehesten „Fantasy AGE“ – und insbesondere die Thematik „Dirty Dungeon“, die wir hier gespielt haben. Das hat Spaß gemacht.

Meine komplette Statistik findet sich im Tanelorn.

3. Welches RPG-Produkt 2019 (aber nicht unbedingt aus 2019) ist Dein Produkt des Jahres?
Oh, jetzt wird es langsam wirklich schwierig. Klar, „Schwarze Tiefen“ war schon ein ganz besonderes Highlight, einfach, weil ich maßgeblich an dem Heft beteiligt war. Am meisten beschäftigt hat mich „Fantasy AGE“, da ich ja unsere neue Kampagne vorbereitet habe. Und als Neuerscheinung ohne Beteiligung hat mich wohl „Die Schwarze Katze“ als Gesamtpaket am ehesten überzeugt. Ein wirklich schönes Spiel, dem ich unbedingt einmal einen Few-Shot angedeihen lassen möchte.

4. Welcher Blogartikel, welches Video, welcher Karneval Deiner RPG-Kollegen (also quasi der Blogosphäre) hat Dich 2019 am meisten geflasht?
Keine Nominierung hier. Ich habe viele Artikel im vergangenen Jahr gerne gelesen, mich über manchen geärgert und noch viel mehr überflogen. Vielleicht ist es der jährlich wiederkehrende Blogeintrag der Kollegen Würfelheld und Greifenklaue, welcher den Beginn des diesjährigen OPC ankündigt, der am ehesten eine Nominierung wert wäre :-).

5. Welches sind die Medien 2019 für Dich? Bester Film, beste Serie, beste Buch, beste Comic etc.?
Ich bin schlussendlich zeitlich nicht in der Lage, viele weitere Dinge neben meinem schönen Rollenspielhobby intensiv zu verfolgen. Ich gucke mittlerweile sogar so gut wie gar kein fern mehr (inkl. Streaming und DVD), so dass ich viele Medien schlicht verpasse. Auch bei Büchern hinke ich oft dem Zeitgeist hinterher, schlicht, weil das regelmäßige Lesen von 250-Seiten-Rollenspielbüchern meine Freizeit schon zur Genüge ausfüllt. Aber von den paar Dingen, die ich abseits konsumiert habe, waren die besten:
Film: Once upon a time in Hollywood
Hörspiel: Gruselkabinett 153 – Bulemanns Haus
Serie: Pastewka

Bonus: Warst Du 2019 auf RPG-Cons? Wenn ja, wie war es?
Neben der SPIEL habe ich in diesem Jahr die Niederrhein-Con besucht. Mein Bericht findet sich beim Ringboten.

Zwischen den Jahren… Version 2019

Das Weihnachtsfest liegt schon wieder hinter uns! Zwar habe ich es diesmal reichlich gemütlich angehen lassen; dennoch ist die Zeit mal wieder viel zu rasch verflogen. Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren möchte ich abermals nutzen, um hier ein wenig das vergangene Blogjahr Revue passieren zu lassen und Euch an Plänen für die Zukunft teilhaben zu lassen. Sicher, einiges davon erledigen auch die traditionellen Rück- und Ausblick-Blog-O-Quests… dennoch hat das hier einfach seine eigene Tradition, an der ich festhalten möchte.

Fakten

Zunächst präsentiere ich Euch wieder ein paar Fakten zu diesem kleinen Cthulhu-Blog:

  • Ich durfte knapp 13.000 Leser im gerade vergehenden Jahr auf meinem Blog begrüßen. Das sind deutlich weniger als noch im vergangenen Jahr und auch ein deutlicher Rückschritt gegenüber den vorangegangenen Jahren. Man merkt dem Blog den Zeitmangel an, den meine anderen Aktivitäten mit sich bringen und das schlägt sich in der Taktfrequenz der Artikel, der Wertigkeit des Inhalts und damit schlussendlich in den Leserzahlen nieder.
  • Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 40 Blogeinträge verfasst. Auch die Zahl der Einträge ist damit deutlich rückläufig. Meine persönliche Zielsetzung, einmal wöchentlich zu bloggen, habe ich damit ebenfalls deutlich verfehlt.
  • Heimlich, still und leise kamen die „Cthulhu.de-Bestseller“ zu ihrem Ende. Tatsächlich habe ich nach sorgfältiger Sichtung alle Beiträge, die nicht „nur“ Newsmeldungen oder Einzeiler waren, hier wieder veröffentlicht. Ausgenommen davon ist eine Reihe „Gaslicht“-Artikel, die ich irgendwann gesondert wiederveröffentlichen möchte. Bis dahin ist „Die Macht der Walpurgisnacht“ der letzte „Bestseller“-Artikel.
  • Abseits der „Bestseller“-Artikel ist es mir auch nicht gelungen, neues Spielmaterial für den Blog zu produzieren. Sogar mein WTSC-Beitrag war nicht cthuloid genug, um hier auf dem Blog zu landen…

Wie immer gibt es abseits des Blogs mittlerweile deutlich mehr Aktivität von mir zu verzeichnen. Für den Ringboten verfasste ich rund 50 Artikel. Neben Rezensionen waren Messeberichte und Spielberichte mit dabei. Als Mitglied der Lovecrafter-Redaktion arbeitete ich mit meinen Autoren an den zwei jährlichen Ausgaben des dLG-Magazins (wobei die nächste Ausgabe leider erst knapp im Januar erscheinen wird). Um meinen schreiberischen Output abseits von CTHULHU noch ein wenig zu erhöhen, legte ich einen Rezensions– und einen Spielberichts-Thread im Tanelorn an. Außerdem habe ich ein paar wenige Gastbeiträge für PnPnews.de verfasst. Für das Computerspiel „The Sinking City“ schuf ich in Zusammenarbeit mit vielen fleißigen Händen und Mitautor Martin das Regelwerk für ein Pen&Paper-Rollenspiel, welches begleitend zum Computerspiel erschien. „Schwarze Tiefen“ macht mich immer noch stolz. Gleich in drei CTHULHU-Publikationen des vergehenden Jahres tauchte mein Name in der Mitarbeiterliste auf – namentlich „Die Davenport-Chronik“, „Im Elfenbeinturm“ und „Von unaussprechlichen Kulten“. Und zu guter Letzt betreue ich seit einiger Zeit das Artikelprogramm auf cthulhu.de mit, was ebenfalls noch ein wenig Zeit erfordert.

Was hätte sein sollen?

Bereits im vergangenen Jahr formulierte ich nur ein vages Fragezeichen, als es um den Inhalt dieses Blogs ging. Nun, immerhin diese Zielsetzung habe ich dann doch erreicht :-). Nein, wirklich zufrieden bin ich nun wirklich nicht. Immerhin konnte ich mit den „Nähkästchen“-Artikeln eine neue Rubrik einführen, die es mir erlaubt, meine abseitige Arbeit doch noch ein wenig für den Blog auszuschlachten.

Geplantes für 2020

Ach, seufz. Ich weiß es nicht. Ich muss zugeben, dass die Beschäftigung mit dem Lovecrafter und der Umstand, dass ich Teil des CTHULHU-Autorenteams bin, „Cthulhu“ bzw. cthuloides Rollenspiel mehr und mehr zu einer Art „Job“ werden lassen. Es ist ein tolles Hobby, bzw. ein toller Job und es macht nach wie vor wahnsinnig viel Spaß, Teil dieser Gemeinschaften zu sein. Das allerdings nahezu jeder kreative Output, den ich in meiner Freizeit stemmen kann, schlussendlich in anderen Projekten landen „muss“, als diesem Blog ist nicht mehr wegzudiskutieren. Daher wird dieser Blog – zumindest vorläufig – wohl eher ein wenig vor sich hin vegetieren, so wie im vergangenen Jahr auch. Einige wenige Rezensionen, die Blog-O-Questen, ein oder zwei Nähkästchenplaudereien und wenn wieder einmal ein interessanter Artikel veröffentlicht wird, dann werde ich hier natürlich auch darauf hinweisen. Dass sich an diesem Artikelprogramm im nächsten Jahr noch einmal maßgeblich etwas ändern wird, kann ich im Moment wahrlich nicht absehen. Damit ist die „große Zeit“ dieses Blogs, so er je eine hatte, wohl auch langsam zu Ende. Ich hoffe einfach, dass Euch mein Geschreibsel nicht weiter stört, wenn es durch die verschiedenen RSS-Kanäle rieselt :-). Und wer weiß, vielleicht kommt hier zu einem späteren Zeitpunkt ja auch noch einmal die große Rückbesinnung.

Für den Moment bleibt mir an dieser Stelle nur noch, Euch allen einen guten Übergang in das nächste Jahr und viele schaurig-cthuloide-grausige Momente für 2020 zu wünschen. Danke, dass ihr mir im vergangen Jahr die Lesetreue gehalten habt – und ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

Seanchui