Zwischen den Jahren… Version 2019

Das Weihnachtsfest liegt schon wieder hinter uns! Zwar habe ich es diesmal reichlich gemütlich angehen lassen; dennoch ist die Zeit mal wieder viel zu rasch verflogen. Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren möchte ich abermals nutzen, um hier ein wenig das vergangene Blogjahr Revue passieren zu lassen und Euch an Plänen für die Zukunft teilhaben zu lassen. Sicher, einiges davon erledigen auch die traditionellen Rück- und Ausblick-Blog-O-Quests… dennoch hat das hier einfach seine eigene Tradition, an der ich festhalten möchte.

Fakten

Zunächst präsentiere ich Euch wieder ein paar Fakten zu diesem kleinen Cthulhu-Blog:

  • Ich durfte knapp 13.000 Leser im gerade vergehenden Jahr auf meinem Blog begrüßen. Das sind deutlich weniger als noch im vergangenen Jahr und auch ein deutlicher Rückschritt gegenüber den vorangegangenen Jahren. Man merkt dem Blog den Zeitmangel an, den meine anderen Aktivitäten mit sich bringen und das schlägt sich in der Taktfrequenz der Artikel, der Wertigkeit des Inhalts und damit schlussendlich in den Leserzahlen nieder.
  • Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 40 Blogeinträge verfasst. Auch die Zahl der Einträge ist damit deutlich rückläufig. Meine persönliche Zielsetzung, einmal wöchentlich zu bloggen, habe ich damit ebenfalls deutlich verfehlt.
  • Heimlich, still und leise kamen die „Cthulhu.de-Bestseller“ zu ihrem Ende. Tatsächlich habe ich nach sorgfältiger Sichtung alle Beiträge, die nicht „nur“ Newsmeldungen oder Einzeiler waren, hier wieder veröffentlicht. Ausgenommen davon ist eine Reihe „Gaslicht“-Artikel, die ich irgendwann gesondert wiederveröffentlichen möchte. Bis dahin ist „Die Macht der Walpurgisnacht“ der letzte „Bestseller“-Artikel.
  • Abseits der „Bestseller“-Artikel ist es mir auch nicht gelungen, neues Spielmaterial für den Blog zu produzieren. Sogar mein WTSC-Beitrag war nicht cthuloid genug, um hier auf dem Blog zu landen…

Wie immer gibt es abseits des Blogs mittlerweile deutlich mehr Aktivität von mir zu verzeichnen. Für den Ringboten verfasste ich rund 50 Artikel. Neben Rezensionen waren Messeberichte und Spielberichte mit dabei. Als Mitglied der Lovecrafter-Redaktion arbeitete ich mit meinen Autoren an den zwei jährlichen Ausgaben des dLG-Magazins (wobei die nächste Ausgabe leider erst knapp im Januar erscheinen wird). Um meinen schreiberischen Output abseits von CTHULHU noch ein wenig zu erhöhen, legte ich einen Rezensions– und einen Spielberichts-Thread im Tanelorn an. Außerdem habe ich ein paar wenige Gastbeiträge für PnPnews.de verfasst. Für das Computerspiel „The Sinking City“ schuf ich in Zusammenarbeit mit vielen fleißigen Händen und Mitautor Martin das Regelwerk für ein Pen&Paper-Rollenspiel, welches begleitend zum Computerspiel erschien. „Schwarze Tiefen“ macht mich immer noch stolz. Gleich in drei CTHULHU-Publikationen des vergehenden Jahres tauchte mein Name in der Mitarbeiterliste auf – namentlich „Die Davenport-Chronik“, „Im Elfenbeinturm“ und „Von unaussprechlichen Kulten“. Und zu guter Letzt betreue ich seit einiger Zeit das Artikelprogramm auf cthulhu.de mit, was ebenfalls noch ein wenig Zeit erfordert.

Was hätte sein sollen?

Bereits im vergangenen Jahr formulierte ich nur ein vages Fragezeichen, als es um den Inhalt dieses Blogs ging. Nun, immerhin diese Zielsetzung habe ich dann doch erreicht :-). Nein, wirklich zufrieden bin ich nun wirklich nicht. Immerhin konnte ich mit den „Nähkästchen“-Artikeln eine neue Rubrik einführen, die es mir erlaubt, meine abseitige Arbeit doch noch ein wenig für den Blog auszuschlachten.

Geplantes für 2020

Ach, seufz. Ich weiß es nicht. Ich muss zugeben, dass die Beschäftigung mit dem Lovecrafter und der Umstand, dass ich Teil des CTHULHU-Autorenteams bin, „Cthulhu“ bzw. cthuloides Rollenspiel mehr und mehr zu einer Art „Job“ werden lassen. Es ist ein tolles Hobby, bzw. ein toller Job und es macht nach wie vor wahnsinnig viel Spaß, Teil dieser Gemeinschaften zu sein. Das allerdings nahezu jeder kreative Output, den ich in meiner Freizeit stemmen kann, schlussendlich in anderen Projekten landen „muss“, als diesem Blog ist nicht mehr wegzudiskutieren. Daher wird dieser Blog – zumindest vorläufig – wohl eher ein wenig vor sich hin vegetieren, so wie im vergangenen Jahr auch. Einige wenige Rezensionen, die Blog-O-Questen, ein oder zwei Nähkästchenplaudereien und wenn wieder einmal ein interessanter Artikel veröffentlicht wird, dann werde ich hier natürlich auch darauf hinweisen. Dass sich an diesem Artikelprogramm im nächsten Jahr noch einmal maßgeblich etwas ändern wird, kann ich im Moment wahrlich nicht absehen. Damit ist die „große Zeit“ dieses Blogs, so er je eine hatte, wohl auch langsam zu Ende. Ich hoffe einfach, dass Euch mein Geschreibsel nicht weiter stört, wenn es durch die verschiedenen RSS-Kanäle rieselt :-). Und wer weiß, vielleicht kommt hier zu einem späteren Zeitpunkt ja auch noch einmal die große Rückbesinnung.

Für den Moment bleibt mir an dieser Stelle nur noch, Euch allen einen guten Übergang in das nächste Jahr und viele schaurig-cthuloide-grausige Momente für 2020 zu wünschen. Danke, dass ihr mir im vergangen Jahr die Lesetreue gehalten habt – und ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

Seanchui

Das Autorennähkästchen III: Von unaussprechlichen Kulten

Hallo zusammen,

wie treue Leser dieses Blogs sicherlich wissen, bin ich seit einiger Zeit Mitglied im Autorenteam für das deutsche CTHULHU. In bislang zwei Episoden im Laufe dieses Jahres konnte ich ein wenig von meiner Arbeit an offiziellen Publikationen aus dem (Autoren-)Nähkästchen plaudern. Und da es mir gelungen ist, meinen Namen auch im Impressum des neuesten Quellenbandes „Von unaussprechlichen Kulten“ zu platzieren, so möchte ich auch auf die Arbeit an diesem Band ein wenig zurückblicken und davon erzählen, wie eines zum anderen kam.

Als in einem Autorenrundbrief die Idee vorgestellt wurde, einen Band zum Thema „Kulte“ zu machen, war ich direkt Feuer und Flamme. Denn Kulte und ihre Kultisten sind der menschlichste und damit verständlichste Gegner, dem man bei CTHULHU gemeinhin begegnen kann. Diese Gruppierungen also mehr in den Fokus zu rücken, erschloss sich mir sofort. Nachdem wir ein wenig im Forum hin- und herüberlegt hatten, was alles in den Band reinkönnte, entschloss ich mich der Arbeitsgruppe beizutreten. Wir trafen uns per Skype, verteilten die Aufgaben untereinander und legten los.

Mir war bereits früh klar, dass ich kein Abenteuer für den Band beisteuern wollte. Tief in meinem Herzen hätte ich den Band sogar am Liebsten komplett als Quellenband angelegt und ihn komplett ohne Abenteuer gehalten. Die Mischung der Publikationsarten „Quellen-“ und „Abenteuer-„Band ist allerdings bei CTHULHU natürlich ein bewährtes Muster. Nichts desto trotz reizte mich der Quellenteil deutlich mehr. Der Quellenteil setzte sich nach unseren Planungen – und so ist es schlussendlich auch geblieben – aus drei Teilen zusammen: einem real-historischen Abriss über Kulte und Geheimbünde; einer enzyklopädischen Auflistung bekannter cthuloider Kulte sowie einem Kult-Generator, um Spielleitern die selber aktiv werden wollen, auch etwas an die Hand zu geben. Ich stürzte mich auf den real-historischen Quellenteil, während Julia Knobloch mit bewundernswerter Akribie begann, alle CTHULHU-Publikationen nach Kulten und Kultisten zu durchforschen. Nachdem ich mit meinem (schlussendlich ja auch recht kurzen) Teil fertig war, begann ich, Julia in ihrer enzyklopädischen Arbeit zu unterstützen. So konnte auch ich mein kleines Scherflein dazu beitragen, dass die Kulteliste so komplett ist, wie sie jetzt ist.

Eine besondere Freude war dann die Arbeit an dem Kult-Generator. Auch hier erledigte Julia den Löwenanteil der Arbeit. Mir blieb allerdings – gemeinsam mit unserem Redakteur Stefan – das besondere Privileg vorbehalten, den Generator in verschiedenen Stadien zu testen und zu kommentieren. Und natürlich auch lange bevor andere Spielleiter den Generator in die Finger bekommen konnten, spannende und gelungene Kulte zu erwürfeln. Ich denke, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

Wie so oft, wenn ich aus dem Nähkästchen plaudere so ist auch hier wieder deutlich, dass die Zusammenarbeit mit anderen Autoren und dem Redakteur mehr erschafft, als die Summe der einzelnen Teile. Durch die Feedbackschleifen und das gegenseitige Unterstützen entstehen runde Texte, auf die ich – und ich denke, die anderen Autoren ebenfalls – stolz sein darf. Ich hoffe, dass Ihr viel Freude an „Von unaussprechlichen Kulten“ haben werdet, die Abenteuer genießt und vielleicht sogar den einen oder anderen Kult selbst erschafft. Wie immer freue ich mich über Feedback jedweder Art, gerne auch hier auf dem Blog!

Das (Autoren)nähkästchen II: Im Elfenbeinturm

Hallo zusammen,

wie treue Leser dieses Blogs sicherlich wissen, bin ich seit einiger Zeit Mitglied im Autorenteam für das deutsche CTHULHU. Während sich meine offizielle Publikationsliste bislang noch recht knapp ausnimmt, konnte ich in der vergangenen Zeit doch den einen oder anderen Text in der Redaktion platzieren. Darüber hinaus durfte ich mich im neuesten Berufeband einbringen – zwar nicht aus Autor, doch wie und warum und überhaupt: Davon erfahrt Ihr in meiner nächsten Nähkästchenplauderei.

„Im Elfenbeinturm“ ist der dritte Band in der Reihe der sogenannten „Berufe-Bände“ für CTHULHU. Diese Bände wenden sich in erster Linie an die Spieler und sollen ihnen dabei helfen, ihre Charaktere mit tieferen Details und vor allem originalgetreuer darzustellen. „Im Elfenbeinturm“ erarbeitet auf diese Art eine gerade für CTHULHU sehr typische Charakter-Spezies: die Investigatoren, die sich dem akademischen Wissen verschrieben haben.

Nun muss ich gestehen, dass ich per se kein großer Freund der „Berufe-Bände“-Reihe bin. Meine Rezension von „Mystiker & Magier“ spiegelt diese Meinung vielleicht schon in Ansätzen wieder. Tatsächlich ging meine Abneigung an dieser Stelle so weit, dass der Folgeband „Die oberen 10.000“ der erste CTHULHU-Band seit … ach ich weiß nicht, seit Jahren(!!!) war, der es nicht in meine Sammlung geschafft hat. Ich war also gar nicht böse, als die Arbeit an „Im Elfenbeinturm“ bereits recht fortgeschritten war, als ich zum Autorenteam hinzustieß.

So überraschte es mich nicht wenig, als ich eines Tages eine Nachricht von Stefan erhielt, der fleißig als Redakteur an „Im Elfenbeinturm“ arbeitete. Ich hatte mich im Forum kritisch über die „Berufe-Bände“ geäußert und er sah hier eine Chance, einer kritischen Stimme zuzuhören. Flugs übersandte er mir Zugangsdaten zum damaligen Rohtext und lud mich ein, meine Meinung an jeder passenden Stelle kundzutun. Nun, was soll ich sagen: ich nutzte die Gelegenheit weidlich und schlug mit manch harter generellen Kritik sicherlich auch über die Stränge. Wir diskutierten in der Folge ein wenig über einige meiner extremeren Ansichten und schlussendlich ließ Stefan das Ergebnis der Diskussion sanft in den fertigen Text einfließen.

So kommt es also, dass ich im Impressum des Bandes als „Korrektorat“ aufgeführt werde, obwohl ich kaum Rechtschreibfehler ausgebügelt habe :-). Natürlich war „Im Elfenbeinturm“ schon vor unserer Diskussion ein „besserer“ Band als „Mystiker & Magier“ – alleine thematisch hatte er weit die Nase vorn. Und natürlich haben längst nicht alle meine Anmerkungen auch Einzug in den Band gehalten. Aber mir zeigte dieses Beispiel sehr deutlich, wie wichtig es ist, sich als „Team“ zu verstehen und als „Team“ auszutauschen. Insbesondere, wenn im Team auch schon einmal eine kritische Stimme dabei ist.

Rezension: Die zweiköpfige Schlange

„Die Welt braucht Helden, jetzt mehr denn je.“ So der pulptypisch-reißerische Untertitel auf der Rückseite des mir vorliegenden Kampagnenbandes. Meine Neugier ist geweckt – hält „Die zweiköpfige Schlange“ was sie verspricht?

Bislang ist gesondertes Material für das hierzulande vor einigen Monaten erschienene „Pulp Cthulhu“ noch rar gesät. Außer den im Regelband enthaltenen Abenteuern sind bislang noch keine weiteren Szenarien für den pulpigen Actionspaß mit den Großen Alten veröffentlicht worden. „Die zweiköpfige Schlange“ ist nun die Übersetzung der ersten von Chaosium verlegten Kampagne für den Pulp-Ableger. Worum geht es?

Die obligatorische Spoilerwarnung ist an dieser Stelle mehr als angebracht. Denn die Kampagne enthält einige Wirrungen und Wendungen, die ich nun zumindest im Groben darlegen werde. Daher sei Spielern dringend angeraten, diese Rezension zu überspringen – sie ist nur für Augen der geneigten Spielleitung bestimmt.

„Die zweiköpfige Schlange“ führt die Helden in die Rolle von Mitarbeitern einer Hilfsorganisation, „Caduceus“. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, medizinische Nothilfe in Krisengebieten zu leisten. So beginnt denn auch der erste Auftrag für die Helden gleich in Bolivien, dass von einem Bürgerkrieg erschüttert wird. Vor Ort müssen die Helden allerdings erfahren, dass Caduceus mehr tut, als humanitäre Hilfe zu leisten: Die Organisation hat sich dem Kampf gegen den Mythos verschrieben, und in Bolivien erhalten die Helden erstmals Kontakt zu den grauenhaften Geschöpfen, die hier am Rande eines Bürgerkriegs ihr Unwesen treiben.

Doch auch in der Folge bleibt nicht alles so, wie es nun auf den zweiten Blick scheint. Tatsächlich spielt Caduceus – oder eher gesagt der undurchsichtige Kopf der Organisation, Joshua Meadham, ein gefährliches Spiel mit den Helden. Denn Caduceus wurde von Schlangenmenschen infiltriert, die im Auftrag Yigs an der Vernichtung der Menschheit arbeiten. Ihre Gegenspieler sind ebenfalls Schlangenmenschen, die eine andere Mythosgottheit anbeten und ihre eigene Vorstellung vom Untergang der Menschheit haben. Und dann gibt es da noch eine uralte Schlangenmenschenzauberin, die ihr ganz eigenes Spiel spielt …

In den folgenden Aufträgen für Caduceus – oder auch auf einer der Gegenseiten – geht es für die Helden tatsächlich einmal rund um die Welt. Sei es Nordborneo, Island, Belgisch-Kongo oder Indien – überall gilt es den Schergen der Schlangenmenschen ein Schnippchen zu schlagen und die Geheimnisse im Hintergrund immer weiter zu entwirren, um schlussendlich stilgerecht den Untergang der Menschheit zu verhindern. Dafür reisen die Helden sogar auf den verschollenen Kontinent Mu, der eine Weltuntergangsmaschine der Schlangenmenschen beherbergt, und können hier – hoffentlich – das Schlimmste verhindern. Ein umfangreicher Index, ausführliche NSC-Beschreibungen sowie zahlreiche neue Regeln wie Zaubersprüche oder Artefakte runden den Band gelungen ab.

Für eine lang angelegte Kampagne ist „Die zweiköpfige Schlange“ absolut vorbildlich aufbereitet. Statt wie an einer Perlenschnur Szenarien aufzufädeln, die ständig bestimmte Abläufe der Vorgänge voraussetzen und so dazu neigen, Spielleiter wie Spieler durch den Handlungsrahmen zu gängeln, setzt „Die zweiköpfige Schlange“ auf maximale Flexibilität. So werden nicht nur die Szenarien teilweise austauschbar präsentiert, sondern es gibt auch ständig Hinweise, wie gewisse Situationen – beispielsweise das vorzeitige Ableben eines wichtigen Kontrahenten – problemlos in den dargestellten „Idealablauf“ eingebaut werden können. Außerdem gibt es – angenehmerweise – diverse Spieltestnotizen, die den Umgang mit einigen Szenen erleichtern. Zusätzlich ist ein ganzes Kapitel einem umrahmenden Handlungsstrang rund um Nachforschungen und Konflikte mit der New Yorker Mafia gewidmet, sodass der Spielleiter wirklich flexibel darin wird, Informationen an seine Spielgruppe zu bringen. Zugegeben: Die Aufbereitung des Materials wird so komplexer, doch die Freiheit der Spielgruppe ist unbestritten.

Angenehm ist auch das stringente Oberthema. Denn obwohl es durchaus verschiedene Mythoswesen im Laufe der Kampagne zu bestaunen und besiegen gilt, eint die Schlangenmenschen-Thematik doch viele Kreaturen, sodass kein „Monster-of-the-Week“-Gefühl entsteht, sondern man das Gefühl hat, es mit einer konsequenten Bedrohung zu tun zu haben. Außerdem sind die Szenarien angenehm pulpig und mit reichlich Action und Cliffhangern versehen. Manches davon ist auch deutlich „over the top“, doch in meinen Augen gehört das zum Genre dazu.

„Die zweiköpfige Schlange“ erscheint als vollfarbiger Hardcoverband. Kartenmaterial gibt es reichlich – dieses orientiert sich im Stil am Regelband und ist damit eher funktional, aber vollkommen ausreichend. Hübscher sind wiederum die Handouts gelungen, von denen es einige zu finden gibt. Die Illustrationen wiederum stammen aus verschiedenen Quellen und sind damit zwar nicht ganz stringent; teilweise sind sie jedoch wirklich sehr gut gelungen. Lektorat und Korrektorat bewegen sich auf gewohnt gutem Niveau.

Fazit: Wer weder Action noch Pulp in seinen „Cthulhu“-Abenteuern mag noch dem Thema „Schlangenmenschen“ etwas abgewinnen kann, der ist hier an der falschen Adresse. Alle anderen erhalten eine vorbildlich aufbereitete und spannende Kampagne für den pulpigen „Cthulhu“-Ableger.

PS: Diese Rezension erschien ursprünglich auf www.ringbote.de

[#RPGaDay2019] #25 – „Katastrophe“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Die meisten CTHULHU-Abenteuer nutzen unsere gute, alte Erde als Hintergrund. Natürlich wird dem kosmischen Horror Lovecrafts ein ums andere Mal Tür und Tor geöffnet, dennoch sind es zuvorderst die „Roaming Twenties“, die einen besonderen Reiz des Settings ausmachen. Ebenso macht es viel Spaß, historische Ereignisse eben mit einem cthuloiden Hintergrund zu versehen und so vielleicht sogar spielbar zu machen.

Das funktioniert natürlich auch mit Katastrophen. Am 18. März 1925 tobt im mittleren Westen der USA ein Tornado der Stärke F5, der höchsten Stufe dieser Skala. Er ist gigantische 1,6 km breit, bewegt sich mit 100 km/h und erreicht innere Geschwindigkeiten von bis zu 482 km/h. Er beginnt seinen Marsch der Zerstörung in Ellington, Missouri und verwüstet auf seinem Weg die Bundesstaaten Missouri, Illinois und Indiana. Nachdem er rund 3,5 Stunden gewütet hat, löst er sich bei Petersburg auf. 695 Menschen kommen ums Leben, Tausende werden verletzt, Schäden in Millionenhöhe sind entstanden.

Nun sind Tornados im mittleren Westen der USA keine Seltenheit. Und auch, wenn wir es hier mit einem besonders großen und zerstörerischen Exemplar zu tun haben – so lässt sich die Entstehung dennoch mit dem Aufeinandertreffen milder Frühlingsluft mit einer Kaltfront aus dem Golf von Mexiko erklären. Doch was, wenn das nur die vordergründige Erklärung ist? Was, wenn der Tornado das Ergebnis eines Ithaqua-Rituals war? Dazu gesellen sich neue Fragen: war das Ritual erfolgreich oder ein furchtbarer Fehlschlag – was bezweckten die Kultisten tatsächlich? Und hätte es eine Gruppe tapferer Investigatoren geschafft, diesen Tornado zu verhindern? Vielleicht ist der Tornado tatsächlich natürlichen Ursprungs, doch welche Wesenheiten oder menschlichen Abscheulichkeiten hat er auf seinem Weg aufgedeckt? Was ist das für ein seltsam deformierter Kerl, in dessen Keller die Investigatoren Schutz vor dem Sturm suchen? Oder hängt das vielleicht sogar alles zusammen?

Wie sehen Eure Ideen dazu aus? Und habt Ihr schon einmal aus einer realen Katastrophe ein cthuloides Abenteuer gestrickt?

[#RPGaDay2019] #19 – „Gruselig“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Gruselig – na, das passt doch zum Thema dieses Blogs wie die Faust aufs Auge. Dennoch: Heute gibt es mal wieder eine kleine „Wiederveröffentlichung“, denn die nun folgende Liste gruseliger Adjektive – die im Original aus der Feder von Daniel Neugebauer stammt, ursprünglich auf dem verschollenen cthulhu.de-Blog veröffentlicht wurde und von mir im Rahmen der „Cthulhu.de-Bestseller“ neu aufgelegt wurde – ist immer einen Blick wert. Empfehlenswert: Druckt sie Euch aus und hängt sie hinter den Spielleiterschirm. So habt ihr immer mal ein passendes Wort zur Hand, um eine trockene Beschreibung anzureichern!

  • Abgrundtief
  • Abnorm
  • Abscheulich
  • Absonderlich
  • Abstoßend
  • Absurd
  • Alptraumhaft
  • Angsterfüllt
  • Bizarr
  • Blasphemisch
  • Dämonisch
  • Degeneriert
  • Düster murmelnd
  • Egelartig
  • Ekelig
  • Entsetzlich
  • Faulig
  • Finster
  • Formlos
  • Furchtbar
  • Geifernd
  • Geisterhaft
  • Gespenstisch
  • Glimmend
  • Glubschend
  • Glucksend
  • Gotteslästerlich
  • Grässlich
  • Grauenhaft
  • Grauenvoll
  • Gräulich
  • Grollend
  • Grotesk
  • Gruselig
  • Hypnotisch
  • Irremachend
  • Kakophonisch (Kakophonie=Missklang)
  • Körperlos
  • Krankhaft
  • Linkisch
  • Miasmatisch (kränklich)
  • Modernd
  • Morbide
  • Pervers
  • Rauschend
  • Rhythmisch wellend
  • Sardonisch (boshaft verzerrt)
  • Schauderhaft
  • Schleimig
  • Schmatzend
  • Schmierig
  • Schrecklich
  • Schwammig
  • Schwarz glänzend
  • Schwärzlich
  • Sinister
  • Sonderbar
  • Surreal
  • Triefend
  • Übernatürlich
  • Unaussprechlich
  • Unbeschreiblich
  • Unbestimmbar
  • Unchristlich
  • Undurchdringlich
  • Unfassbar
  • Unförmig
  • Ungeahnte Schwärze
  • Ungeheuerlich
  • Unheimlich
  • Unnatürlich
  • Verfallend
  • Vermodert
  • Verpestet
  • Verstörend
  • Verzerrt
  • Wahnsinnig
  • Wälzend
  • Wunderlich
  • Wurmstichig
  • Zerbröckelnd
  • Zerreißend
  • Zerrüttend

[#RPGaDay2019] #11 – „Untersuchen“

Es ist August und wiedereinmal #RPGaDay2019 – diesmal ist es jedoch anders: ein Stichwort wird vorgegeben (hier), Michael Jaegers hat es dankenswerterweise übersetzt (dort), und zu diesem Stichwort gilt es nun, einen passenden Artikel zu verfassen.

Untersuchungen gehören zu einem CTHULHU-Abenteuer oft einfach dazu. Wie bereits geschrieben – immerhin spielen wir hier „Investigatoren“, da sollte es ja doch das ein oder andere zu ermitteln geben. Nun basiert CTHULHU auf dem BRP-System, dass zwar in seiner Simplizität einige Vorteile bietet, aber nun einmal nicht explizit für Ermittlungsabenteuer geschrieben wurde. Die Folge sind oft probenabhängige Nadelöhre in der Story – wenn „Verborgenes Erkennen“ bei niemandem klappen will, gehen den Investigatoren wertvolle Hinweise durch die Lappen. Es gibt einige Regelsysteme – allen voran wohl das Gumshoe-System, auf dem bspw. „Trail of Cthulhu“ basiert – die hier deutlich eleganter zu Werke gehen.

Umso schöner, dass dieser Umstand mittlerweile auch im deutschen CTHULHU-Team Beachtung gefunden hat. So findet sich im Abenteuerband „Königsgambit in Kamborn“ eine schöne Alternative, die mithilfe der einfachen CoC-Regeln die Nadelöhr-Regelung umschifft. Ein „Misserfolg“ bei der berühmten Probe fördert nämlich in jedem Fall den grundlegenden Hinweis zu Tage; ein Erfolg, ein schwieriger oder mehrere schwierige Erfolge fördern entsprechende Zusatzinformationen an das Licht der Ermittlungen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass zugleich die Qualität des Erfolges mitgemessen wird.

Mir ist bewußt, dass es für einen Autoren mehr Arbeit bedeutet, die Hinweise für die Investigatoren in dieser Form aufzuarbeiten. Ich hoffe dennoch, dass es Schule macht!