Rezension: Gruselkabinett 66+67: Der Schatten über Innsmouth

Howard Phillips Lovecraft gilt als einer der einflussreichsten Autoren auf das Genre der Horrorliteratur des vergangenen Jahrhunderts. Nicht nur animierte er zahlreiche befreundete Autoren, er verfasste auch selbst viele Kurzgeschichten, die heute als Klassiker gelten. Doch seine Geschichten gelten als schwierig auf andere Medien übertragbar, mangelt es doch oft an klassischen Spannungsbögen oder Charakterbildern. Wie ist dem Titania-Medien-Verlag also die Hörspielumsetzung der Geschichte „Der Schatten über Innsmouth“ gelungen?

Rezension - Gruselkabinett 66+67 - Der Schatten über Innsmouth„Der Schatten über Innsmouth“ gehört zu Lovecrafts längeren Erzählungen. Entsprechend wundert es vielleicht nicht, dass die Geschichte in der Hörspielumsetzung als Zweiteiler erscheint. Da beide Teile nicht ohne den anderen stehen können, gilt diese Rezension beidermaßen für beide Teile.

Den Inhalt kann ich an dieser Stelle nur kurz wiedergeben: Im Winter 1927/28 führten Beamte der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika eine streng geheime Untersuchung in dem alten Hafenstädtchen Innsmouth in Massachusetts durch. Während dieses Einsatzes wurde eine große Anzahl morscher, wurmstichiger Häuser im verlassenen Hafenbezirk niedergebrannt oder sogar gesprengt. Warum dies nötig wurde, davon weiß ein junger Mann zu berichten, der nun endlich sein Schweigen bricht… jedes weitere Wort würde zuviel verraten und nur von der unheimlichen Spannung nehmen.

Technisch ist „Schatten über Innsmouth“ sehr ansprechend umgesetzt. Die ausgewählte Musik weiß zu gefallen, die verschiedenen Toneffekte sind passend, stimmungsvoll und auch gruselig und auch die Besetzungsliste der einzelnen Sprecher liest sich wie ein Who-is-Who der deutschen Synchronsprecher: neben anderen kommen Louis Friedemann Thiele (bekannt als Gentry aus der Serie „Game of Thrones“), Sonja Deutsch (die deutsche Synchronsprecherin von Helen Mirren oder Angela Lansbury) oder Hans-Jürgen Dittberner (dessen bekannteste Synchronarbeit wohl Bobby Ewing aus „Dallas“ ist) zu Gehör. Ob dem einen oder anderen Hörer diese Stimmen zu verbraucht erscheinen, muss wohl ein jeder für sich entscheiden.

Was ist nun aber mit der schwierigen Umsetzbarkeit Lovecrafts Geschichten? Nun, hier muss ich vor der Hörspielumsetzung von Marc Gruppe meinen Hut ziehen. Lovecrafts Werk wurde behutsam überarbeitet und wird dramaturgisch ansprechend präsentiert. Das Hörspiel ist spannend, authentisch und weist auch den einen oder anderen sehr gruseligen Moment auf. Man fiebert ernsthaft mit dem Protagonisten mit, obwohl die ganze Geschichte doch deutlich als Rückblende angekündigt wird.

Fazit: Eine hervorragende Umsetzung von Lovecrafts Geschichte. Sowohl Fans des Cthulhu-Mythos und Kenner der Geschichte als auch Neulinge auf diesem Gebiet kommen voll auf ihre Kosten. Wer an gut aufgemachten Gruselgeschichten interessiert ist, kann bedenkenlos zugreifen.

2 thoughts on “Rezension: Gruselkabinett 66+67: Der Schatten über Innsmouth

  1. Pingback: Rezension: H. P. Lovecraft Gruselbox – Seanchui goes Rlyeh

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s