Rezension: Chaugnar Faugns Fluch

Die heutige Rezension führt uns zurück in das Jahr 2006 und behandelt wieder mal ein Buch, dass noch aus reinem Spielmaterial bestand. Es handelt sich um „Chaugnar Faugns Fluch“, eine weltumspannende Kampagne rund um den elefantenköpfigen Großen Alten.

CoC-Chaugnar-Faugns-FluchDabei handelt es sich zwar um eine Menge aus dem amerikanischen übersetztes Material, aber doch irgendwie um eine deutsche Erstveröffentlichung: enthalten sind nämlich die beiden Szenarien „Der Fluch des Chaugnar Faugn“ (The Curse of Chaugnar Faugn) und „Das Herz des Grauens“ (Horrors Heart), die bereits bekannt sein könnten; neu hinzugekommen ist aber mit „Die Prophezeiung“ ein Szenario, dass die beiden anderen verbindet und erst so eine flüssige Kampagne ermöglicht.

Eröffnet wird der sinistre Reigen um den grausamen Chaugnar Faugn mit „Der Fluch des Chaugnar Faugn“. Die Charaktere treffen auf eine alte Bekannte, die sie – natürlich – um Hilfe bittet. Ihr Vater verhält sich seit seiner letzten Forschungsreise seltsam. Ein Mord in einem Museum und die immer drängenderen Bitten der Freundin bringen die Charaktere rasch auf die Fährte des elefantenköpfigen Gottes. Können sie seinem grausamen Treiben ein Ende setzen? Das Szenario ist angenehm pulpig, mit viel Action, aber auch genügend Horror-Elementen um für Grusel zu sorgen. Insbesondere das Finale ist mal etwas wirklich besonderes. Ein starker Auftakt!

Das zweite Szenario, „Die Prophezeiung“, ist recht kurz ausgefallen. Es führt die Charaktere auf eine Schnitzeljagd quer durch London. Hier hoffen sie auf den Weißen Adepten zu treffen, der das äonenalte Übel Chaugnar Faugn endgültig bannen kann. Doch ist wirklich alles so wie es scheint? Das Szenario ist recht kurz, linear und mag für die Spieler leicht unbefriedigend verlaufen. Im Sinne der Kampagne ist es aber sehr geschickt geschrieben und eingebaut, dass muß man ihm zugute halten.

Die Kampagne gipfelt schließlich in „Das Herz des Grauens“. Das Szenario ist so lang und umfangreich, dass es genausogut als eigene Kampagne durchgehen könnte. Es spielt in Montreal, Kanada, und bemüht wieder einmal einen alten Bekannten der Charaktere. Dieser hat ein seltsames Herz unter einer Kirche gefunden… es entspinnt sich ein verwirrendes Intrigenspiel mit zwei unabhängigen Handlungssträngen, drei konkurrierenden Parteien, Wendungen in der Handlung, plötzlichen Verbündeten und vielen, vielen unheimlichen Begebenheiten. Mir persönlich ist das ein bißchen „too much“, ist es doch für den Spielleiter irgendwann sehr schwierig, die verschiedenen Handlungsstränge und die zahlreichen NSC zu verwalten. Wer die Herausforderung nicht scheut, erhält aber einen mehr als denkwürdigen Abschluß der Kampagne. Für alle anderen ist das Szenario aber mindestens als Ideenfundgrube zu gebrauchen!

Das Buch gleicht in seiner Aufmachung den anderen cthuloiden Publikationen aus dem Hause Pegasus. Die Covercollage von Manfred Escher zeigt einen Elefantengötzen umgeben von geheimnisvollen Schriften und Symbolen – stimmungsvoll und hübsch anzusehen. Die Seiten des Bandes sind wie ein alter Foliant aufgemacht, die Bebilderung ist mal wieder reichhaltig ausgefallen. Erstmalig sind die Handouts teilweise ein wenig lieblos gestaltet, aber dafür ist die Materialfülle wirklich reichhaltig. Auch redaktionell wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet: die Übersetzung liest sich sehr flüßig, die Szenarien wurden schlüßig überarbeitet und der Band ist angenehm gut lektoriert.

Fazit: Insbesondere das erste Szenario mag mir gefallen. Der Rest der Kampagne dümpelt leider ein wenig vor sich hin – ihr fehlt das Tempo und der Druck anderer großer Kampagnen. Nichts desto trotz kann man sicherlich einige vergnügte Stunden auf der Jagd nach Chaugnar Faugn erleben.

PS: weitere Rezensionen bei…
DRoSI.de
RoterDorn
Cthuloide Welten
Fantasyguide

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