Rezension: Charakterbogenset

Der stete Fluss neuer Veröffentlichung für die 7. Edition von „Cthulhu“ reißt nicht ab. Eine der unscheinbareren Veröffentlichungen ist da scheinbar das „Charakterbogenset“. Wie sinnvoll ist die Anschaffung wirklich?

CharakterbogensetNach dem Öffnen der dünnen, in Klarsichtfolie eingeschweißten Mappe, fällt dem geneigten Spieler erst einmal ein Haufen Material entgegen. Da wären zunächst einmal verschiedene Charakterbögen für „Cthulhu“, jeder designt für eine andere Epoche, in der die Jagd nach cthuloidem Grauen möglich ist. Und dann noch ein dünnes, 24 Seiten starkes Heftchen mit dem schönen Titel „Im Wandel der Zeiten“.

Widmen wir uns zunächst dem Herzstück des Sets, den Charakterbögen. Insgesamt sind es sechzehn an der Zahl; dabei sind acht Bögen dem „klassischen“ Setting der 1920er vorbehalten, während den übrigen, in Deutschland bereits mit Publikationen bedachten Epochen Gegenwart, Traumlande, Gaslicht und Mittelalter jeweils zwei Bögen erhalten. Die Bögen sind optisch klar voneinander zu unterscheiden und versuchen durch unterschiedliche Schriftarten und cthuloide Symbole ein wenig von der Atmosphäre des jeweiligen Settings zu übertragen. Die Bögen bestehen aus dünner Pappe, die wesentlich stabiler wirkt als normales Kopierpapier.

Technisch ist damit an den Bögen wenig auszusetzen. Allerdings versäumen sie in meinen Augen gleich zwei Chancen: Zum ersten entsprechen die Bögen von Größe und Aufteilung exakt den im „Grundregelwerk“ veröffentlichten Bögen. Für die Vorgängerversion von „Cthulhu“ gab es jedoch ein Charakterbogenset, dass vierseitige Bögen enthielt und so wesentlich mehr Platz für Notizen, Erfahrungen und Entwicklungen der Charaktere bot. Gerade in der neuen Edition, in der die Charakterhintergründe eine deutlich größere Rolle spielen sollen finde ich es schade, dass hier auf die platzsparende Variante zurückgegriffen wurde. Auch ist das Design der einzelnen Bögen sicher nicht als „opulent“ zu bezeichnen; so beschränken sich die Unterschiede großteils auf Hintergrundfarbe und Schriftart. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

Das Begleitheft, „Im Wandel der Zeiten“, ist eine teilweise Übersetzung des von Chaosium herausgegebenen „Through the Ages“ und stellt Regelergänzungen für „Cthulhu“ in verschiedenen Epochen vor. Dabei wurden nur die drei bereits auf Deutsch erhältlichen Settings Mittelalter, Gaslicht und Traumlande mit einer Übersetzung bedacht. Die Regeländerungen wirken durchdacht und sinnvoll, ja, es wurde sogar daran gedacht, in sehr kleinen Textkästen Settinginformationen mitzugeben. Den Löwenanteil der Regeländerungen erfährt das Spiel im Mittelalter, während für die Gaslicht-Ära wenigstens noch ein paar alternative Investigatoren-Organisationen beigefügt wurden. Insgesamt wirkt das Heft – trotz seiner Kürze – durchdacht und sinnvoll.

Fazit: Wer plant, einmal die klassischen „Cthulhu“-Epochen hinter sich zu lassen und vor Hausregeln zurückschreckt findet hier alle wichtigen Regelinformationen, die er braucht. Für die Charakterbögen alleine lohnt sich der Kauf allerdings kaum; zu marginal sind die Designunterschiede zu den gratis verfügbaren PDF-Versionen.

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