Rezension: Metamorphosen

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Zahllose Autoren haben den vom Altmeister der Horrorliteratur H. P. Lovecraft erschaffenen Cthulhu-Mythos mit ihren Geschichten bereichert und erweitert. Nicht zuletzt den über die langen Jahrzehnten erschienenen Geschichten verdankt der Mythos seine heutige Popularität. Mit „Metamorphosen“ legt der Verlag Torsten Low eine weitere Kurzgeschichtensammlung vor, in der verschiedene Autoren den von Lovecraft erschaffenen Welten ihre eigene Interpretation beisteuern.

Rezension - MetamorphosenGleich 14 verschiedene Kurzgeschichten sind in dem insgesamt 200 Seiten starken Band versammelt. Ihnen allen ist das Titelthema des Bandes gemeinsam: Metamorphosen. So durchleben die Hauptdarsteller der einzelnen Geschichten im Verlaufe der Handlung eine Verwandlung auf die eine oder andere Art.

Dabei nähren sich die Autoren dem Thema aus sehr verschiedenen Richtungen. Während einige der Protagonisten am Ende ihrer Geschichte feststellen müssen, dass es ihre wahre Bestimmung ist, willfährige Gehilfen finsterer Mächte zu sein, finden andere ein überraschendes und ebenso grausiges Ende, während sie ein ungesundes Interesse an Dingen entwickeln, die nicht für den menschlichen Geist gemacht sind. Die Geschichten greifen dabei sowohl bereits von Lovecraft bekannte Motive wie die Tiefen Wesen oder die Umtriebe ghoulischer Kreaturen auf, bringen aber auch gänzlich neue Ideen in den Cthulhu-Mythos ein.

Keine der Geschichten ist dabei eine bloße Nacherzählung von Lovecrafts Werken, auch wenn man hin und wieder deutliche Reminiszenzen an seine Geschichten erkennt. Dennoch bleiben sie stets eigen- und bodenständig, da kein Autor versucht hat, Lovecrafts oft gestelzt wirkenden Erzählstil zu kopieren; stattdessen bringen sie ihren eigenen Sprach- und Schriftstil in die Geschichten ein.

Eine Einzelkritik der vielen Geschichten wäre wohl zu umfangreich, um sie hier wiederzugeben. Mir sei aber erlaubt, meine persönlichen Lieblinge aus dem vorliegenden Band kurz vorzustellen. So wird in „Die versunkene Stadt“ eines meiner liebsten, maritimen Lovecraft-Motive wieder aufgegriffen: Die Suche nach dem untergegangenen R’lyeh. Ganz entgegen dem Protagonisten in Lovecrafts „Der Tempel“ ist den Hauptdarstellern dieser Geschichte aber durchaus bewusst, worauf sie sich einlassen – umso überraschender ist es, von ihrem Ende zu lesen. Sehr schön nimmt sich auch die Wendung der Geschichte in „Die Anstalt“ aus, wird der Protagonist vom Opfer zum Täter und in den letzten Zeilen wiederum zum Opfer. Eine sehr schöne Pointe beendet den Text. Besonders ins Auge gefallen aber ist mir „Das Erbe“ von Robin Haseler. Der Autor führt seinen Handlungsträger mit viel Wortwitz und netten Anspielungen durch seine Geschichte. Auch, wenn diese keine allzu großen Überraschungen bietet, ist es doch der Sprachstil der mich hier wirklich zu begeistern wusste.

Abgerundet wird der Band mit kurzen Autorenprofilen sowie einem Download-Gutschein für ein Album der Metal-Band „Sorrowfield“. Ein hübscher Bonus, den der Verlag seinen Käufern hier mit auf den Weg gibt.

Fazit: Zahlreiche, angenehm kurze Geschichten laden zu einem raschen Lesevergnügen zwischendurch ein. Die verwendeten cthuloiden Motive sind abwechslungsreich und der Schreibstil der Autoren auf einem guten Niveau. Einziger Wermutstropfen ist, dass der Effekt der – schon im Titel vorweggenommenen – Metamorphosen sich auf die Dauer etwas abnutzt. Der Qualität der einzelnen Geschichten tut das jedoch keinen Abbruch.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von Verlag Torsten Low.

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2 Kommentare zu “Rezension: Metamorphosen

  1. Pingback: Rezension: Verbotene Bücher – Seanchui goes Rlyeh

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