Quo vadis, CTHULHU?

Die cthuloide Community ist recht klein. Eigentlich tut sich ausserhalb des Cthulhu-Forums nicht allzuviel rund um das betagte Rollenspiel cthuloiden Horrors. Sicher, es gibt – zumindest noch – eine hervorragende Fanzine, sicher, es gibt da noch einige wenige Spartenblogs und sicher, in allen großen Foren hat „CTHULHU“ seinen eigenen Channel. Doch wer wie ich versucht, das cthuloide, deutschsprachige Web ein wenig im Auge zu behalten der wird nicht umhin kommen zu konstatieren, dass es recht ruhig geworden ist um mein Lieblings-Horrorrollenspiel.

Query-roadInsofern stelle ich mir schon die Frage, ob es für Artikel, die sich kritisch mit Redaktions- und Produktinhalten auseinandersetzen, überhaupt ein Zielpublikum gibt. Wer ein ernsthaftes Interesse an diesen Themen hat, hat bereits im Cthulhu-Forum darüber diskutiert, alle übrigen interessiert es wahrscheinlich nicht genug. Auf der anderen Seite ist dies hier ein Blog, der sich exklusiv dem cthuloiden Rollenspiel widmet – wäre es da nicht sträflich, über Entwicklungen, die in meinen Augen schieflaufen, nicht zu berichten?

Da Ihr diese beiden Einleitungs-Absätze nun bereits gelesen habt, könnt Ihr Euch sicherlich denken, dass ich mich für die zweite Variante entschieden habe – lasst uns ein wenig über CTHULHU reden. Wo kommt es her, wo geht es hin?

Vom cthuloiden Umfragewahnsinn
Es ist gar nicht lange her, da diskutierte ich – und noch einigen andere User – über die neue „Edition 7“. Da ich meine eigene Meinung unglaublich wichtig fand, habe ich über den – in meinen Augen mangelhaften – Informationsoutput rund um die letzte Edition einen eigenen Blogeintrag verfasst. Da es neben meiner noch einige andere kritische Stimmen gab, versuchte sich die Redaktion ein klareres Meinungsbild einzufangen – und stellte diverse Fragen im Cthulhu-Forum:

http://www.foren.pegasus.de/foren/forum/325-allgemeine-fragen-anmerkungen/

Gefragt wurde unter anderem nach der Meinung über die Struktur der Abenteuer, über die Länge, über die konsequente Umsetzung von Regeln wie dem Stabilitätsverlust, über Handouts, über PDF-Gutscheine, über Inhalte und noch vieles, vieles mehr. „Vollkommen überraschend“ – und das ist ironisch gemeint – wurden nach einem Monat die Umfragen mit der konsternierten Mitteilung geschlossen, dass sich zu so gut wie allen Themen keine Mehrheitsmeinung bilden konnte – daher ist alles gut so, wie es ist.

Dieser cthuloide Umfragewahnsinn lässt mich mit einigen unschönen Gedanken zurück:

  • Mein erster Gedanke war, dass es der Redaktion ganz offensichtlich an einer eigenen Vision mangelt, wie das ideale CTHULHU-Produkt aussehen soll. Dieser Gedanke beschlich mich schon, als ausgerechnet für die beiden Grundregelwerke sehr sinnige Änderungen und Anpassungen der Vorgängerversionen – wie die „typisch deutschen“ Atmosphäre-Tipps, die Janus-Gesellschaft oder die indirekte Bebilderung – schlicht ignoriert wurden. Das mit „Gangster“ wieder ein „typisch deutscher“ CTHULHU-Band nachgelegt wurde, passt da ins Bild. Und dass man nun eine Umfrage startet, ob Infokästen mit Zusammenfassungen gut sind, ob man lieber PDF-Gutscheine oder nicht will und ob man wirklich Mythos-Abenteuer schreiben sollte – das zeugt auf den ersten Blick von keinem „großen Plan“.
  • Mein zweiter Gedanke: das führt zu nichts. Und so war es auch. Ich habe mich tatsächlich rege an den Umfragen beteiligt, zu denen ich der Meinung war, etwas sagen zu müssen. Die Zeit hätte ich mir auch sparen können. Tatsächlich sind nun alle Umfragen mit „es bleibt wie es ist“ beendet worden – und das sogar unabhängig davon, ob sich Mehrheitsmeinungen bilden konnten oder nicht. Das hier mit dem Holzhammer eine Umfragemethode rausgehauen wurde, die in keinster Weise zielführend sein KANN (ein „Forum“ OHNE „klare Antwortmöglichkeiten“ im Sinne einer Umfrage – wie sollte das wohl enden?) ist dabei eine Sache. Das bewußt die Meinung der Diskutanten ignoriert wurde, eine andere. Versteht mich nicht falsch – es ist das gute Recht der Redaktion, das EIGENE Produkt zu präferieren. Nur – wozu dann überhaupt der Umfragewahnsinn?

Letzten Endes wurde hier eine Chance vertan, wirklich etwas Feedback aus der kleinen, aktiven, Cthulhu-Community zu sammeln. Sicher, genauso wie beim Fußball gilt: wir wären alle der beste Bundestrainer. Genauso denke ich natürlich auch, ich wäre der total obergeile Chefredakteur. Mir ist klar, dass Heiko wirklich versucht hat, etwas aus der Umfrage zu machen und mir ist auch bewußt, dass er einige Entscheidungen schlicht anders treffen wird, als sie die Mehrheit der Rückmeldenden treffen würde – einfach, weil sie bislang gut funktionieren. ABER: dass von allen Beteiligten so viel Zeit und Energie völlig unnütz verschwendet wurde, dass wäre nicht nötig gewesen. Ich hoffe, beim nächsten Mal wird irgendeine „Poll“-Website dafür gewählt – oder es gibt einen Fragebogen im nächsten Abenteuerband, wenn denn WIRKLICH der Bedarf an Feedback besteht.

PS: Was ich WIRKLICH schade finde ist, dass insbesondere die Meinung der meisten User zum Thema „Struktur der Abenteuer“ unerhört blieb, ist doch gerade der umfangreiche Fliesstext für Spielvorbereitung und -durchführung in meinen Augen eine echte Hürde.

Rätselhafte Produktpolitik
Ein weiterer Punkt, der mir Fragezeichen über den Kopf schweben läßt, ist die aktuelle Produktpolitik. Ein paar Fragen:

  • Warum wird im Anschluss an die Grundregelwerke „Gangster – Cthuloide Unterwelt“ veröffentlicht? Meine Rezension auf diesen Seiten folgt bald und es ist sicherlich kein schlechter Band. ABER: Es erschließt ein neues Setting – nämlich die große Depression der 1930er – und eine völlig neue Herangehensweise an den Mythos, nämlich auf Seiten der Gangster. Das ist alles prima, und der Band erfüllt seine Aufgabe. Aber wäre als erste Folgepublikation für ein Grundregelwerk nicht etwas „klassischeres“ richtiger gewesen? Stellt Euch vor, DSA 5 kommt nach endlosen Beta-Verzögerungen endlich auf den Markt, und das erste Produkt für den neuen Fantasy-Platzhirsch ist… eine Regionalia-Beschreibung zu irgendeinem Teil von Myranor. „Weil es grade fertig war“. Das passt nicht zusammen.
  • Warum erscheint ein „CTHULHU im Wandel der Zeiten“ zusammen mit dem Charakterbogenset? Sicher, beide Dinge alleine wären wohl wirtschaftlich schwer vertretbar an den Mann – oder an den Spieler – zu bringen. Aber: gerade hat uns die Redaktion glaubhaft versichert, dass Spieler an den Grundregeln von CTHULHU ohnehin kein Interesse haben sollten, weswegen man der amerikanischen Regelaufteilung gefolgt ist. Heißt: im Investigatoren-Kompendium finden sich KEINE Grundregeln wieder. Nun aber liegen den Charakterbögen – die sich ja offensichtlich an SPIELER richten, denn warum sollte sich der SL die Mühe machen, alle NSC auf Charakterbögen zu übertragen – REGELERGÄNZUNGEN für das Spiel in unterschiedlichen Epochen oder Settings bei. Diese Konstellation empfinde ich als… seltsam.

Ich möchte an dieser Stelle nicht darüber urteilen, ob die Publikationen gut oder schlecht sind – dafür gibt es Rezensionen. Ich finde aber, dass sowohl Output als auch Zusammenstellung ein wenig „willkürlich“ und schlecht geplant daherkommen. Warum gibt es immer noch keinen Spielleiterschirm – sehr wohl aber den nächsten Abenteuerband? Ich kann nicht erkennen, dass CTHULHU hier den klassischen Publikationsplänen neuer Rollenspiele folgt. Das mag auch mal eine „erfrischende Abwechslung“ sein; allerdings erschließt sich mir kein „großes Bild“ in dem Veröffentlichungs-Wirrwarr.

Realitäts-Check und ein versöhnlicher Abschluß
Bevor das hier zu einem einfachen Rant wird, hole ich mich einmal mehr auf den Boden der Tatsachen zurück. CTHULHU kommt aus einer verhältnismäßig schwierigen Phase, hatte es doch in den vergangenen Jahren einen deutlich reduzierten Produktions-Output erlebt. Nun überstürzen sich die Neuankündigungen, es gibt wieder neue, deutsche Abenteuer, die nächste Kampagne steht an. Die neue Sparte der „Spieler“-Publikationen ist interessant, um weitere wirtschaftliche Kräfte zu wecken, die wiederum in neues Material umgesetzt werden könnten. Dazu kommt die hervorragende Qualität der meisten Publikationen. Und, was ich neidlos anerkennen muss: das CTHULHU-Team strotzt nur so vor Kreativität – ihre Abenteuer gefallen mir inhaltlich immer und immer wieder. Nein, es ist sicher nicht „alles schlecht“ im Staate CTHULHU. Wirklich nicht. Und daran sollte ich denken, wenn ich wieder einmal kopfschüttelnd eine Entscheidung nicht nachvollziehen kann.

Wie seht Ihr die Lage von CTHULHU? Bin ich zu kritisch? Mache ich mir zu viele, negative Gedanken? Sehe ich Dinge vielleicht schlicht falsch? Oder gibt es in Euren Augen ebenfalls Dinge, die anders oder besser laufen könnten? Lasst uns reden :-).

Umfrage: Szenarioideen

Hallo zusammen,

Query-roadwer diesen Blog in der letzten Zeit ein wenig verfolgt hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass sich meine Beiträge seit einiger Zeit auf Rezensionen und kurze News-Meldungen beschränken. Das liegt mitnichten daran, dass mir nichts interessanteres mehr zum Thema Cthulhu einfallen würde. Allerdings tue ich mich doch ein wenig schwer, mal wieder einfache Blogeinträge zu verfassen.

In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit einem Artikel für „Cthulhus Ruf“ auseinander gesetzt. Für einen „einfachen“ Artikel ist er später doch recht umfangreich geworden. Die Arbeit an einem solchen Artikel ist im Übrigen wesentlich schwieriger als die an einem Blogeintrag: nicht nur, dass ein gedruckter Artikel wertvollen Platz in einer „richtigen“ Publikation einnimmt (während ein Blogeintrag meist nur eine Momentaufnahme ist), nein, auch die Zusammenarbeit mit einer Redaktion, die hohe Qualitätsansprüche vertritt, ist herausfordernd. Während der Arbeiten an dem Artikel hatte ich Gelegenheit, mich sogar mit Teilen der Redaktion auszutauschen, wobei mir eines besonders vor Augen geführt wurde: für Artikel in einer Zeitung über Rollenspiele ist ein gewisser „Spiel“-Anteil wichtig. Historische und sauber recherchierte Hintergrundfakten sind schön, aber vergiß das „Spiel“ nicht.

Gilt gleiches nicht eigentlich auch für Blogeinträge, die sich mit einem Rollenspiel beschäftigen sollen? Eine ganz einfache Möglichkeit, um etwas „Spiel“ in einen Artikel zu bringen, sind Szenario-Vorschläge und Abenteuerideen. Auch auf cthulhu.de finden sich zahlreiche Artikel mit Abenteuerideen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, auch diesen Blog hier regelmäßiger mit „Spiel“material zu befüllen, wenn ich mich auf Abenteuerideen einließe.

Das große ABER: nutzt überhaupt einer von Euch Szenarioideen? Das Feedback im Forum dazu war immer etwas unterschiedlich; während einige die schwarzen Extrakästen kaum lesen, finden sie anderweitig Anklang. Ich möchte mich an dieser Stelle nach Eurer Meinung erkundigen:

Ich hoffe (natürlich) auf rege Teilnahme. Ihr helft mir damit dabei, diesem Blog wieder ein wenig Schwung zu verleihen!

Seanchui

In eigener Sache: PDF-Layout

Hallo zusammen.

Ich möchte ein wenig ausholen, bevor ich zu einer Frage komme, für deren Beantwortung ich Eure Hilfe benötigen werde. Dieser Satz war jetzt schon kompliziert genug, legen wir einfach mal los.

Vor kurzem habe ich ein Abenteuer von mir, dass eigentlich für den Pegasus-Ägyptenband-Abenteuerwettbewerb gedacht war, auf Cthulhu.de veröffentlicht (ich berichtete). Das war eigentlich das erste Mal, dass ich mit einer „richtigen“ Redaktion zu tun hatte, die nicht nur im Moment fleißig dabei sind, meinen Text zu überarbeiten und flüssiger zu gestalten (von dieser Stelle aus einen herzlichen Dank an die cthulhu.de-Redaktion, insbesondere Gerrit), mir einige hilfreiche Tipps im Bereich der Formulierungen mit auf den Weg zu geben und gute Ideen mit einfließen zu lassen. Nein, mir wurde auch erstmals die Frage bewußt: wie soll die PDF-Datei hinterher aussehen?

Als ich begann, PDF-Dateien für diesen Blog zu produzieren war ich der festen Überzeugung: das Auge isst mit. D. h. Grafiken, Fotos, Textkästen, aufwändige Überschriften, Deckblätter etc. Mir ist natürlich bewußt, dass ein schlechter Text noch so schön aussehen kann – es bleibt ein schlechter Text. Auch diese werde ich hier sicherlich von Zeit zu Zeit produzieren, ich bin schließlich kein Profi. Aber – das Layout war mir einfach immer AUCH wichtig! Ich freue mich auch immer auf allen anderen Rollenspielseiten darüber, wenn die PDF-Files etwas liebevoller wirken. Ich bin inzwischen so weit, dass ich an eine freie, abgespeckte Version des Leonardo-Fonts gekommen bin und auch mit Hintergrundgrafiken und Textkästen soweit herumexperimentiert habe, dass die Sachen – für meine Augen – wirklich schön und cthuloid aussehen.

Nun hat man mich darauf aufmerksam gemacht: das ist weder druckerfreundlich (da zu viel Farbe, schwarze Textkästen etc.) und nicht bildschirmfreundlich (da mehrspaltig ja auch immer mehrfaches Scrollen erfordert). Das stimmt, und ich habe mir Gedanken zu dem Thema gemacht. Jetzt kommt Ihr in’s Spiel.

Umfrage

Im folgenden findet Ihr drei Beispiel-PDFs. Es sind keine sinnvollen Texte hinterlegt; sie dienen nur der Visualisierung der verschiedenen Stile. Ihr findet eine aufwändig layoutete Version, eine bildschirmfreundliche und eine druckerfreundliche:

Displayfreundlich
Druckerfreundlich
Layout

So, nachdem Ihr das habt wirken lassen, kommen wir zur Umfrage:

Ich hoffe auf rege Teilnahme :-).