Eine versunkene Stadt

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 08. Januar 2009
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestsellerNachdem er eingeschlafen war, befiel ihn ein noch nie dagewesener Traum von riesigen Zyklopenstädten aus titanischen Blöcken und vom Himmel gestürzten Monolithen, die vor grünem Schlamm troffen und unheilvolle Schrecken bargen. Wände und Säulen waren von Hieroglyphen bedeckt, und von unten, unbestimmbar, von wo, war eine Stimme erklungen, die keine Stimme war…

H. P. Lovecraft
Der Ruf des Cthulhu

Sollte es tatsächlich wahr sein? Ist ein Teil einer Stadt der Tiefen Wesen, vielleicht gar ein Außenposten R’lyehs gefunden worden? Die Presseagentur Reuters hat jedenfalls eine interessante Meldung veröffentlicht, die ganz sicher in die eigene „Prof. Angell Box” gehört:

Basalt rock wall found in ocean near Taiwan
TAIPEI, Jan 5 (Reuters) – A biodiversity researcher has found a huge basalt rock formation in the Taiwan Strait, resembling a city wall and rivaling similar monoliths on land. The 200 metre-long, 10 metre-high undersea wall, which looks like thousands of pillars packed together, is near the Pescadores archipelago, researcher Jeng Ming-hsiou said on Monday.
Jeng, who is a professor at the state-run Academia Sinica in Taipei, was diving in the area when he saw and filmed the wall, about 40 km (25 miles) west of Taiwan’s main island. “It was completely unexpected,” said Jeng. “It’s not easy to see these formations underwater.” Basalt walls such as the famed Giant’s Causeway on the coast of Ireland and the Wairere Boulders of New Zealand are known to have occured on land but seldom, if ever, found at sea.
The Taiwan Strait formation, which local media have compared to a city wall, likely began with a volcanic eruption as far back as 1,800 years ago, Jeng said.

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Rezension: Unter Druck

Auch in der heutigen Rezension soll es wieder um älteres Spielmaterial gehen. Dabei geht es um das Abenteuer „Unter Druck“ von John Tynes und Jeff Barber, auf deutsch vom G&S-Verlag im Jahre 1997 veröffentlicht. So langsam aber sicher nähert sich meine Sammlung (und damit die Besprechung) des „alten“ deutschen Cthulhu-Materials der Vollendung. An dieser Stelle dann vielleicht auch der Aufruf: wer „Gail 2“ und/oder „Guernsey“ von der Fantastische Spiele GbR schon immer gerne loswerden wollte: diese Module fehlen mir noch! Aber weiter im Text.

1500 Fuß unter der Meeresoberfläche. Auf jedem Quadratzentimeter lastet ein Druck von mehr als 100 Pfund. Hier herrschen Kälte, Stille und Dunkelheit. mit der RSV WALLABY, einem innovativen Tiefsee-Forschungs-U-Boot befindet Ihr Euch auf der weltweit beachteten Jungfernfahrt. Ein ehrgeiziges Privatprofjekt, dessen ERfolg maßgeblich vom Ausgang dieser Fahrt abhängt.
Aber Ihr seid nicht allein.
Denn es gibt Dinge, deren archaische Bösartigkeit keine Einmischung duldet. Für Euch gibt es nur ein Ziel: UNTER DRUCK zu überleben.
Soviel verrät der Klappentext über die Handlung des vorliegenden Moduls und mehr möchte ich an dieser Stelle auch noch nicht verraten – um nicht gleich wieder eine Spoilerwarnung mitliefern zu müssen :-).

Der Band liefert auf 56 Seiten letztendlich alles, was man zum Spielen des Szenarios benötigt. Das beinhaltet vorgefertigte Charaktere, die Erklärung zusätzlicher Fertigkeiten (so ein High-Tech-U-Boot will schließlich auch gesteuert sein), Sonderregeln für „Waffen“ unter Wasser und Ertrinken, ein paar wirklich schön aufgemachte Handouts und nicht zuletzt großformatige Bodenpläne der RSV WALLABY. Die Menge des mitgelieferten Materials ist auf jeden Fall voll zufriedenstellend. Die gewählte Schriftart ist klar und deutlich zu lesen; die Bebilderung ist ein wenig spärlich ausgefallen jedoch dem Szenario unter Wasser völlig angemessen. Einzig die Portraits der mitgelieferten Charaktere laden eher zum Wegschauen ein.

Das Szenario geht in weiten Teilen neue Wege: es ist explizit für zwei Spielleiter ausgelegt. Das ist zum Einen der Menge an technischen Würfen geschuldet, die so in einem kürzeren Zeitraum abgehandelt werden können; zum anderen ist für den späteren Verlauf des Abenteuers geplant, dass die Gruppe sich aufteilt und so zeitgleich mit zwei Spielleitern weitergespielt werden kann. Alle Szenen sind dabei gut beschrieben; es wurde auch an zahlreiche Spielleitertipps wie die Koordination von zwei Gruppen oder die richtige Musikuntermalung gedacht.

Das Szenario selbst ist eigentlich nur aufgrund seines Schauplatzes als wirklich innovativ zu bezeichnen. Ansonsten wäre es wohl 08/15-Kost, wenn auch ein wenig mehr Action als in den modernen, deutschen Abenteuern ansteht. Fazit: Wer einmal etwas experimentelles ausprobieren möchte, genügend Spieler und sogar einen zweiten Spielleiter an der Hand hat und vor ein wenig Organisationsaufwand nicht zurückschreckt, der liegt mit „Unter Druck“ genau richtig. Als Abenteuer für „Zwischendurch“, als angenehme Abwechslung zu einer laufenden Kampagne eignet es sich allerdings nur bedingt. Nichts desto trotz ein gutes Abenteuer, dem man eine Chance geben sollte!

PS: Rezension zum Szenario bei DRoSI.de