RPG-Blog-O-Quest Januar 2017: Jahresrückblick 2016

rpg-blog-o-quest_logo3Ah ja! Ein neues Jahr liegt vor uns. Zeit für rollenspielerische Schandtaten aller Arten! Nebenbei gilt es aber natürlich auch, den Blog weiterhin mit Leben zu erfüllen – und was liegt da näher, als liebgewonnene Traditionen zu pflegen. Also stelle ich mich einmal mehr den unerbittlichen Fragen der RPG-Blog-O-Quest, dieses Mal gestellt von Greifenklaue!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt, in abwechselnder Reihenfolgen, Würfelheld oder Greifenklaue dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. So, nun aber auf zu den Fragen!

1. Für 2017 hab ich mir in punkto Rollenspiel vorgenommen ______________________________.
Für 2017 habe ich mir in punkto Rollenspiel vorgenommen endlich wieder mehr zu spielen. Sicher, irgendwie nehme ich mir das jedes Jahr vor. Und das letzte Jahr hat auch eigentlich sehr vielversprechend begonnen und dann rapide abgenommen. Doch für 2017 stehen die Sterne tatsächlich recht günstig. Ich bin guter Dinge, in diesem Jahr ein paar Mal mehr meinen RPG-Keller auch spielerisch frequentieren zu dürfen.

2. Das beste/einprägsamste Erlebnis 2016 in Deiner Rollenspielrunde war ____________________________.
Das einprägsamste Erlebnis 2016 in meiner Rollenspielrunde war das Zusammenfinden einer komplett neuen Gruppe. Drei Einsteiger, darunter sogar zwei Damen, haben gemeinsam mit einem „Veteranen“-Freund von mir die ersten Schritte in die Welt des Rollenspiels gewagt. Es hat sehr viel Spaß gemacht, „Neulinge“ unter die Fittiche zu nehmen und das Feedback war tatsächlich sehr positiv. Das in Folge das „Real Life“ erbarmungslos zuschlug und ein weiteres Treffen bislang verhinderte, steht auf einem anderen Blatt.

3. Welches Rollenspielprodukt hat Dich im vergangenen Jahr am meisten erfreut?
Das muss wohl tatsächlich „Beyond the Wall“ gewesen sein. Gespielt habe ich es noch nicht, von der Seite aus wäre wohl „Cthulhu“ die Antwort meiner Wahl, allerdings hatte ich beim Lesen (und direkt anschließendem Spielrunden-Planen) direkt ein grenzdebiles Lächeln auf den Lippen. Genial aufbereitet, genial einfach, genial für Zwischendurch. Ein toller Kauf, den ich nicht bereue.

4. Welchen SC hast Du am meisten gespielt in 2016 , welches System war das und an was werden sich die Mitspieler erinnern?
Tja, 2016 war ich ausschließlich als Spielleiter unterwegs.

5. 2016 gilt als Jahr vieler toter Promis. Gab es auch tote SC {oder prominente NSC} in Euren Runden?
Wer – wie ich – größtenteils auf cthuloide OneShots angewiesen ist, um überhaupt noch einmal zum Rollenspielen zu kommen, der wird auch um die eine oder andere Leiche auf Spielerseiten nicht umhin kommen :-). Das macht die Frage aber auch schon fast zu gewöhnlich, um jetzt mit einem tollen Erlebnis „um die Ecke“ zu kommen.

Bonusfrage: Welches war Dein Lieblingskarnevalstehma? Gibt es ein Thema, welches Du Dir dort wünschen würdest?
Ich würde wirklich gerne mehr am Karneval der Rollenspielblogs teilnehmen. Leider scheitere ich meist daran, das Thema in cthuloide Gefilde zu übertragen. Mein liebster Karneval war wohl damals der über Tiere, denn hier konnte ich meine ersten katzhuloiden Erfahrungen sammeln und niederschreiben. Ein Wunschthema habe ich allerdings nicht.

Loot-a-Day 24: Uhren & Chronometer

Logo_RSPKarneval_250pxGerade tobt einmal mehr der Karneval der Rollenspielblogs. Das Thema in diesem Monat lautet Geld, Gold und Schätze und wird organisiert von Greifenklaue (meinen Dank dafür!). Das besondere – er hat eine Begleit-Aktion gestartet mit dem schönen Titel „Loot-a-Day„. Hier wird für jeden Tag ein mögliches Beutestück vorgeschlagen. Heute dreht sich dabei alles um Uhren & Chronometer.

Ich denke und hoffe, gerade im Rahmen eines Karnevals ist es auch einmal erlaubt, auf älteres Material hinzuweisen und auch darauf zurückzugreifen. Denn gerade zum heutigen „Loot“ habe ich einmal für den Winter-OPC des aktuellen Karneval-Organisators einen cthuloiden Tatort sowie ein cthuloides Artefakt verfasst, die ich – ganz dreist – an dieser Stelle einfach mal wieder veröffentliche:

Loot-a-Day 4: Wertvolles Papier

Logo_RSPKarneval_250pxGerade tobt einmal mehr der Karneval der Rollenspielblogs. Das Thema in diesem Monat lautet Geld, Gold und Schätze und wird organisiert von Greifenklaue (meinen Dank dafür!). Das besondere – er hat eine Begleit-Aktion gestartet mit dem schönen Titel „Loot-a-Day„. Hier wird für jeden Tag ein mögliches Beutestück vorgeschlagen. Und da heute, am vierten, „Wertvolles Papier“ zur Debatte steht, muß ich mich als cthuloider Blog natürlich beteiligen. Denn was gibt es wertvolleres, als Mythosbücher?

Der heutige Eintrag widmet sich also einem neuen Mythosbuch, dem „Buch des Goldes“. Leider sieht die neue Edition 7 die stimmungsvollen Nebenwirkungen beim Lesen eines Mythosbuches eigentlich nicht mehr vor; ich nehme mir allerdings die künstlerische Freiheit, das Buch in einer Mischung aus alten und neuen Regeln zu präsentieren. Die harten Zahlen sind auf Stand der Edition 7, der Rest sozusagen schmückendes Beiwerk :-).

Das Buch des Goldes

Dr. Hausmann schlug nach dem faustgroßen Insekt, das im Begriff war, sich auf seinem Arm niederzulassen. Als er vor vier Wochen Berlin verließ, um eine wissenschaftliche Exkursion in das Amazonasbecken zu führen war ihm bewußt gewesen, dass es kein Spaziergang werden würde. Aber kein Reisebericht hatte ihn wirklich auf die Entbehrungen dieser Expedition vorbereiten können. Das Wetter war unerträglich und die heimische Fauna machte ihm schwer zu schaffen. Die Indios, die er und sein Assistent Schneider angeheuert hatten, beobachteten das Verhalten der Deutschen eher amüsiert, wie es ihm schien. Eine Hilfe waren sie ihm jedenfalls nicht. Doch er würde alles vergessen, wenn er endlich El Dorado, die goldene Stadt von der unzählige spanische Konquistadoren fantasierten, gefunden hätte. Unsterblicher wissenschaftlicher Ruhm war ihm gewiss.
Schneider stapfte missmutig neben ihm her. Auch sein Körper war zerschunden von den ungewohnten Anstrengungen der vergangenen Tage. „Sind Sie sicher, dass wir hier richtig sind?“ Schneider stellte diese Frage nicht zum ersten Mal. Dr. Hausmann blieb stehen. „Schneider, Sie haben das Buch doch mit mir zusammen studiert. Natürlich sind wir hier richtig.“ Ein routinierter Griff in seine Jackentasche versicherte ihm die Anwesenheit des Buches.
Plötzlich blieb Schneider stehen. „Haben Sie das gehört, Dr. Hausmann?“ – „Nein, was denn?“ Schneider sah sich nervös um. „Da war so ein merkwürdiges Pfeifen…“. Dr. Hausmann sah ihn mitleidig an. Vielleicht war der Streß doch zuviel für den armen Schneider. „Kommen Sie, Schneider, da war nichts.“

book-758384_1280Über das „Buch des Goldes“
Das Buch des Goldes ist ein getreuer Reisebericht eines spanischen Konquistadoren, der inmitten des südamerikanischen Regenwaldes El Dorado gefunden haben will. Es taucht in verschiedenen Abschriften und Sprachen immer wieder in verstaubten Antiquariaten auf. Die meisten Übersetzungen sind allerdings ungenau und verstehen den Text eher als Abenteuerroman. Die wenigen spanischen Exemplare, die noch erhältlich sind, geben den Text des Konquistadoren allerdings wortgetreu wieder.
„El Dorado“ ist tatsächlich eine goldene Stadt, versunken und versteckt irgendwo in den Tiefen des Amazonasbeckens. Doch die Stadt birgt furchtbare Geheimnisse, denn sie ist viel, viel älter als die Menschheit. Einst bevölkerte eine Rasse, dem Mythoskundigen bekannt als „Ältere Wesen“ den gesamten Planeten. Ihr Niedergang geschah langsam und war unaufhaltsam, doch soll er hier nicht Thema sein. Tatsächlich erbauten die Älteren Wesen auch mit dem im heutigen Amazonasbecken zu Hauf gefundenen Gold eine ihrer sagenumwobenen Städte. Als sie sich in die Tiefen der Meere zurückzogen blieben jedoch nur einige ihrer ehemaligen Dienerkreaturen, furchtbare Shoggoten, zurück. Diese unsterblichen, amorphen Wesen bevölkern noch heute die legendäre Stadt und sind wohl der vordringlichste Grund, warum nie einer ihrer Entdecker zurückkehrte…
Die Indios, die in der Nähe der Stadt lebten wussten um die Zeichen eines nahenden Shoggoten und lehrten sie den Konquistador, der das „Buch des Goldes“ verfasste. Daher finden sich bewusste Warnungen – aber auch Abschriften der Reliefs der Stadt – in dem Buch wieder.

Stabilitätsverlust: 1W6
Cthulhu-Mythos: +2% / +4%
Mythoswert: 15
Studiendauer: 4 Wochen
Vorgeschlagene Zauber: Kontakt zu Shoggoten, Schutz

Auswirkungen beim Studieren
Wer die originalen Texte des ungenannten Konquistadoren studiert erhält den unerschütterlichen Eindruck, endlich den Weg nach El Dorado gefunden zu haben. Tatsächlich entspricht das auch der Wahrheit, allerdings manifestiert sich der dringende Wunsch im Gehirn des Lesers, dem Ruf des Goldes zu folgen. Dem Leser steht eine schwere Probe auf MA zu, um sich dem Lockruf des Buches zu widersetzen. Andernfalls verliert er in jeder Woche, der er dem Ruf nicht folgt, 1 STA. Weitere Proben um dem Lockruf zu entgehen (die einmal in der Woche stattfinden können) sind sogar extrem.

„Was ist damals eigentlich aus der Hausmann-Expedition geworden?“. Müller rührte in seinem Kaffee. „Da hat nie wieder jemand was von gehört. War doch nur wieder einer von den Verrückten die glaubten, El Dorado gefunden zu haben!“ erwiderte Klausner. Müller zuckte mit den Schultern. Sei’s drum. Er beugte sich zu Klausner vor. „Klausner, ich muß mit ihnen reden. Sehen Sie Sich das Buch an, dass ich in einem Antiquariat gefunden habe. Der Alte an der Kasse hatte keine Ahnung, was er mir da für einen Schatz verkauft hat…“

Gerberus‘ Wächter

EINE ORGANISATION FÜR INVESTIGATOREN

Zum Geleit…
Der folgende Text stellt eine Organisation für Investigatoren vor, ähnlich denen, die im neuen Grundregelwerk und Investigatorenkompendium für CTHULHU Edition 7 vorgestellt werden. Die Organisation beruht dabei auf Ereignissen aus dem Szenario „Daoloths erster Schleier“ aus der Feder von Peter Schott, zu finden im CW-Sonderband „Zeitlose Ängste“. Spielern, die dieses Szenario noch selbst erleben möchten sei also dringend angeraten, die Lektüre dieses Textes an dieser Stelle zu beenden :-). Außerdem gilt mein Dank natürlich dem Autoren für die Inspiration zu diesem Artikel!

1911_Solvay_conferenceIm Jahr 1925 fand in einer nicht näher benannten Stadt in Deutschland der Röntgen-Kongress statt, eine Tagung der in den 1920ern noch jungen Wissenschaft der „modernen Physik“. Alles, was auf diesem Gebiet Rang und Namen besaß, hatte sich in der Universitätsstadt versammelt und debattierte, lauschte Vorträgen, verlachte Theorien von konkurrierenden Wissenschaftlern oder experimentierte selbst, um seine waghalsigen Gedankenkonstrukte zu beweisen. Neben Größen ihres Fachs wie Prof. Dr. Dr. hc. Albert Einstein, Prof. Dr. Max Planck oder Dr. Wolfgang Pauli war auch ein Mann anwesend, dessen Namen nicht in den Annalen der Physik auftauchen sollten: Dr. Dr. Heinrich Gerberus.

Gerberus nutzte den Kongress und die hier zur Verfügung stehenden Mittel, um seine persönlichen Experimente fortzusetzen. Es schien ihm, dass er physikalische Gesetzmäßigkeiten, die dem Menschen von jeher aus „gesundem Menschenverstand“ gesetzt schienen, endlich widerlegen konnte, ja, fast als hätte er einen dumpfen Schleier grauer Unwissenheit von den Gehirnen der Menschheit heben können. Tatsächlich zerriß er beinahe Daoloths ersten Schleier, eine der wenigen, den menschlichen Geist vor der grausamen Wirklichkeit des mythosverseuchten Kosmos abschirmenden Grenzen. Gerberus ahnte nicht, was er dort tat – und doch öffnete er beinahe dem Chaos in der Welt Tür und Tor.

geometry-1023846_1920Daoloth
Daoloth ist eine äußere Gottheit, die weder böse noch gut zu sein scheint. Er steht wohl am ehesten für das Fehlen menschlicher, physischer Grundprinzipien – wer seine unmögliche Form betrachtet, verliert rasch den Verstand. Er kann beliebig zwischen den Dimensionen wechseln und dabei unvorstellbare Entferungen überwinden. Daoloth wird auf der Erde kaum verehrt.

Dr. Dr. Gerberus löste durch seine Experimente einige ungewöhnliche physikalische Effekte in der Stadt aus, die bald die Aufmerksamkeit einiger anwesender Wissenschaftler erweckten. So stolzierte im örtlichen Zoo plötzlich ein bengalischer Königstiger einfach durch seine Gitterstäbe; Autos kollidierten mit Wänden wobei die Fahrer steif und fest behaupteten, die Wände vorher nicht gesehen zu haben; auch liefen viele Uhren in der Stadt plötzlich verrückt. Die fünf Physiker kamen alsbald auf den Verursacher der Phänomene und hielten Gerberus‘ Experimente auf, bevor sie größeren Schaden anrichten konnten. Doch wurde ihnen durch das Studium seiner Unterlagen alsbald bewusst, wie gefährlich sein Wirken wirklich für Menschheit war – eröffneten seine Studien doch einen Blick in eine Welt, die nicht für den menschlichen Geist gemacht war.

Seitdem verfolgen die fünf Physiker das gemeinsame Ziel, Daoloths Schleier aufrecht zu erhalten. Vier von ihnen sind Professoren an unterschiedlichen Universitäten in Deutschland, was es ihnen ermöglicht, einen großen Stab studentischer Hilfskräfte zu beschäftigen, deren Aufgabe es ist, Zeitungsberichte oder Lokalnachrichten nach ungewöhnlichen, physikalischen Phänomenen zu durchsuchen. Dazu zählen verzerrte Raum- und Zeitwahrnehmungen ebenso wie ungewöhnliche Farbeffekte – die sogar zum Unsichtbarwerden von festen Gegenständen führen können – oder Tunneleffekte, die es festen Körpern erlauben, andere Materie zu durchdringen. Wann immer Gerberus‘ Wächter auf derartige Anomalien aufmerksam werden, machen sie sich auf den Weg, um dem Ursprung der Phänomene auf den Weg zu gehen. In Einzelfällen – etwa, wenn ein Verreisen eines Mitgliedes aufgrund von Krankheit unmöglich ist oder sich die Phänomene an einem Ort ereignen, der für die Wächter nicht erreichbar ist – kontaktieren sie auch vor Ort Männer und Frauen, von denen sie der Meinung sind, ihnen vertrauen zu können.

Vorgeschlagene Berufe für Ingestigatoren: Studentische Hilfskraft, Physiker, gönnerhafter Müßiggänger. Als Kontaktperson für Gerberus‘ Wächter kann aber jeder Investigator herhalten, der über genügend Finanzkraft (min. 30%) verfügt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Fabius Müller

22 Jahre, studentische Hilfskraft, unwissendes Mitglied der Wächter

16_jpgFabius Müller ist auf Wunsch seiner Eltern Student an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Potsdam. Letzten Endes interessiert er sich deutlich mehr für durchzechte Nächte mit seinen Kommilitonen als für seine Studienfächer – allerdings bringt er ein gesundes Talent für die moderne Physik mit, welches auch das Interesse der Wächter auf ihn gelenkt hat. Da er trotz seiner alkoholischen Eskapaden hervorragende Noten schreibt war es denn auch nicht verwunderlich, dass er alsbald zur studentischen Hilfskraft berufen wurde. Seitdem muss Müller auf Geheiß der Wächter täglich zahlreiche Zeitungsmeldungen auf außergewöhnliche, physikalische Phänomene hin durchforsten. Die Wächter halten große Stücke auf den jungen Mann und planen sogar, ihn eines Tages einzuweihen – was sie nicht ahnen ist, dass Fabius seine wenigen Erkenntnisse gerne im Plauderton bei einem Glas Bier in den Kneipen in Potsdam weitergibt. Nicht nur, dass die Wächter so Gefahr laufen, denunziert zu werden (welche Universität will schon eine Art Geisterjäger als Professor beschäftigen?) – nein, womöglich reißt sogar das Verhalten von Müller einen der Schleier Daoloths nieder, indem er seinen tatkräftigeren Kommilitonen ungünstige Ideen in den Kopf setzt…

ST 40, KO 50, GR 55, IN 80, MA 75, GE 60, ER 60, BI 80

Trefferpunkte: 9
Glück: 65
Geistige Stabilität: 75
Schadensbonus: 0
Statur: 0
Magiepunkte: 15
Bewegungsweite: 8

Angriffe: 1
Handgemenge 25%, Schaden 1W3
Ausweichen: 30%

Fertigkeiten: Bibliotheksnutzung 75%, Charme 50%, Cthulhu-Mythos 1%, Kaschieren 45%, Naturwissenschaft (Physik) 55%

Physikalische Phänomene
Zum Abschluß hier noch ein paar wenige Wikipedia-Artikel zum Weiterstöbern…
Zeitdilatation
Tunneleffekt
Unschärfe

Dies ist ein Beitrag zum diesmonatigen Karneval der Rollenspielblogs. Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Auswüchse der Wissenschaft“. Danke an Nerd-Gedanken für die Organisation.

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Fanzine: Vision

Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Fanzines“. Danke an die Mondbuchstaben für die Organisation.

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Es ist lange her, dass ich etwas zum „Karneval der Rollenspielblogs“ beigesteuert habe. Möglich, dass es dem einen oder anderen Leser aufgefallen ist, wahrscheinlich ist das aber nicht :-). Wie auch immer, es lag kaum an den interessanten Themen, dass ich mich nicht zu einer Teilnahme aufraffen konnte – es mangelt schlicht an der nötigen Zeit, die ich mir gerne für einen Karnevals-Beitrag nehmen möchte. Doch auch, wenn auch dieser Beitrag längst nicht die inhaltliche Qualität erreichen wird, die ich mir für meine Karnevalsbeiträge wünsche, so möchte ich doch das wunderbar nostalgische Thema „Fanzine“ nicht unkommentiert an mir vorbeiziehen lassen.

Wie alles begann…
Ich habe im letzten Monat einige Fragen zu meinem Rollenspielanfang beantwortet (KLICK). Ich habe – ziemlich klassisch – mit DSA begonnen. Bald erfolgte das erste Abo des Aventurischen Boten und innerhalb der ganzen Kleinanzeigen und Fanclub-Angebote fanden sich auch immer wieder Hinweise auf Fanzines – wie den Thorwal Standard. Mein schmaler Schülergeldbeutel verhinderte damals, das ich bereits in jungen Jahren zu dem gierigen Allessammler mutierte, der ich heute geworden bin. Doch die Idee, dass dort draußen Leute waren, die eigene Texte niederschrieben und in Zeitungsform brachten, faszinierte mich sofort.

…die Straße gleitet fort und fort…
Zu meinen rollenspielerischen Interessen gesellte sich alsbald eine morbide Faszination für TableTop-Schlachten, die mich dann auch endlich in den nächstgelegenen Fantasy-Store führte. Dort eröffnete sich mir dann die wunderbare Welt des Nerdtums und ich begann, mich für andere Rollenspiele, Comics, Bildbände und einfach alles zu interessieren, was mit Fantasy, SF oder Horror zusammenhing. Hier legte ich den Grundstein meiner inzwischen recht illustren RPG-Sammlung und hier kam ich dann auch erstmals wirklich mit Fanzines und RPG-Magazinen in Kontakt. Die WunderWelten zählt sicher nicht als Fanzine, war aber durchaus prägend für meine frühe RPG-Karriere. Doch ich besorgte mir fast alles, was günstig und gedruckt war – die FreeINT, die Mephisto, die Odyssee (die es leider nur auf drei Ausgaben brachte…), Fantastic Adventure, Ringbote – die Sammlung wuchs und mit ihr die Faszination.

Ans Machwerk!
Inzwischen spielte ich verschiedene TableTop-Systeme und nannte einige der gängigen Rollenspielsysteme mein Eigen. Darüber hinaus hatte ich das Gefühl, ein wahnsinnig kreativer Typ zu sein, der unbedingt etwas von seiner Kreativität auf Papier bringen mußte. Also machte ich mich kurzerhand ans Werk und kreierte mein eigenes Fanzine: die „Vision“.

Die erste Ausgabe war dabei gefühlt in wenigen Stunden zusammengestellt. Ich hatte einen Computer (ich schätze, es muß wohl noch an meinem guten, alten 486er entstanden sein :-)), Zeit und Ideen. Die zehnseitige Erstausgabe (inkl. Cover) war einseitig gedruckt, per Hand getackert, in absoluter Kleinstauflage kopiert und enthielt neun Artikel – ein bißchen Warhammer war dabei, eine SC-Klasse für DSA, eine Kurzgeschichte für Star Wars… den genauen Inhalt kriege ich leider nicht beisammen und auch das „wertvolle“ Original ist irgendwo im Archiv meiner Eltern. Wie auch immer, ich malte ein „schickes“ Coverbild hinzu und trug das Ding in meinen lokalen Gamestore. Und was soll ich sagen? Der Besitzer war begeistert von der Idee, ein „eigenes“ Fanzine in seinem Laden zu haben! Er erstattete mir sogar die Kopierkosten, obwohl ich ihn nie darum gefragt hätte und meinte, ich könnte jederzeit wiederkommen.

Wenn das kein Ansporn war! Die Seitenzahl der zweiten Ausgabe, ebenfalls zügigst erstellt, wurde mal um glatt 50% erhöht. Die damit 15 Seiten schwere Zweitausgabe enthielt unter anderem meinen ersten zweiseitigen Artikel, in dem ich ein neues Söldnerregiment für Warhammer vorstellte. Was damals irgendwie so befreiend war war schlicht die Tatsache, dass man absolut wahllos kreativ sein durfte – und dadurch, dass man absolut keinen Verbreitungsgrad erreichte, war auch die absolute Unwissenheit in Bezug auf Markenrechte, Copyrights, Bildrechte etc. schlicht kein Problem. Ich verwendete, was mir vor die Internet-Flinte kam und es sah gar nicht so schlecht aus.

Es gab auch noch eine dritte Ausgabe der „Vision“, die ich dann erstmals auf A3-Papier produzierte. Getackert werden mußte natürlich trotzdem per Hand, was dem Rücken einen unschönen Knick gab. Aber da eine A3-Kopie erstaunlicherweise nicht teurer als eine A4-Kopie war (diesen Copy-Shop habe ich später auch nicht mehr gesehen…), konnte ich die publizierte Seitenzahl mit einem Mal weiter verdoppeln. Ich hatte einen Artikel zu Shadowrun mit an Bord und hatte mir auch eine tolle „letzte Seite“ mit Feedback-Karte (zum Abgeben im Laden) überlegt. Und tatsächlich hatte ich auch einen Kumpel aus meiner damaligen Rollenspielrunde überredet, einen eigenen Text für die nächste Ausgabe beizusteuern.

Das Ende…
Weiter bin ich dann aber nie gekommen. Ich habe noch die Arbeiten an der vierten Ausgabe begonnen, doch nie vollendet. Ich begann meine Ausbildung, meine Rollenspielgruppen wurden noch einmal kräftig durcheinander geschüttelt, das TableTop wich anderen Hobbies und irgendwie begann ich dann auch, den Kontakt mit meinem Rollenspielladen einschlafen zu lassen. Aber: es war eine großartige Phase und eine gute Zeit, die ich mit der „Vision“ hatte. Ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich erfolgreich war (ich glaube, noch heute – und die Sache ist über 15 Jahre her – dürften sich die Ausgaben im Laden finden lassen :-)), doch es hat schlicht und ergreifend Spaß gemacht.

…und die Zukunft!
Tatsächlich ist dieser Blog ist so eine Art Ersatzdroge. Thematisch fokussierter, im Layout deutlich ausgereifter, rechtlich sicherer, ja. Wie schrieb ich bei der Beantwortung der November-Blog-O-Quest-Fragen: „Fanmaterial zu erstellen ist für mich persönlich das absolute Salz in der Suppe des Rollenspielens.“ Und dank der „Vision“ habe ich das gelernt.

Der Fischer von Draußen

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Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Tiere im Rollensiel“. Danke an den Tenebrus für die Organisation.

„Tiere im Rollenspiel“ ist ein für einen Cthulhu-Blog eigentlich recht undankbares Thema. Tierische Begleiter sind beim Cthulhu-Rollenspiel durchaus denkbar, aber dann doch eher selten. Und tierische Gegner sind bei der unglaublich umfangreichen Menagerie, die der Malleus Monstrorum liefert, auch eher schmückendes Beiwerk.

Doch da gibt es ja noch Katzulhu, den Cthulhu-Ableger, in dem die Spieler in die Rolle von Katzen schlüpfen. Das diesmonatige Karnevalsthema hat mich dazu motiviert, meine ersten eigenen Gehversuche mit dem Setting zu unternehmen. Also habe ich einen katzulhoiden Kurzschocker verfasst, den ich Euch nun – natürlich auch pünktlich vor Weihnachten 🙂 – nicht vorenthalten möchte:

In diesem kurzen Szenario übernehmen die Spieler die Rollen von Katzen, die eine Hafengegend unsicher machen. Neben einem lästigen Schwarm Möwen machen den Katzen auch die mythosschwangeren Alpträume eines alten Seebären zu schaffen – nicht zuletzt wegen der sehr physischen Bedrohung, die diese heraufbeschwören…

Ich hoffe, der Eine oder Andere kan es gebrauchen und es gefällt. Für Feedback jedweder Art bin ich wie immer dankbar.

Seanchui

Cthuloide Location: Lalibela

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Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Orte und Locations“. Danke an den Blechpiraten für die Organisation.

„Orte und Locations“ ist ein großartiges Thema. Mir war also bereits früh im Monat klar, dass ich unbedingt einen Beitrag zum diesmonatigen RSP-Karneval verfassen wollte. Während ich allerdings weite Teile meiner Freizeit fleißig mit dem Eintüten von Büchern und dem Beschriften von Umschlägen verbringe (ich berichtete), habe ich mir viele Gedanken um einen potentiellen Artikel gemacht. Ich habe es an dieser Stelle vielleicht schon einmal erwähnt – falls nicht, so hole ich das jetzt nach: ich bin kein rechter Freund von Zufallstabellen.

Auch sähen „Cthuloide-Orte“-Zufallstabellen immer irgendwie seltsam aus…

W6-Tabelle: Wohin führt das magische Fenster?
1 – Gharne
2 – Rlyeh
3 – N’kyan
4 – Yuggoth
5 – Carcosa
6 – Leng

Ich weiß nicht recht… diese cthuloiden Stätten sind doch viel zu speziell, um in einer Zufallstabelle zusammengepfercht zu werden. Doch „typisch-cthuloide“ Locations sehen in einer Tabelle nicht wirklich besser aus:

W6-Tabelle: Wo erwachen die Investigatoren nach einer Nacht des Wahnsinns?
1 – auf freiem Feld
2 – in einer Grabkammer
3 – in einer Bibliothek
4 – in ihren eigenen Betten
5 – in einem heruntergekommenen Hotel
6 – hinter dem Steuer ihres Wagens

Allesamt Orte, die in vielen cthuloiden Szenarien eine Rolle spielen. Doch irgendwie mag bei mir der rechte Funke nicht überspringen, wenn ich so auf die Tabellen schaue. Stattdessen habe ich mich entschieden, eine reelle Location vorzustellen und ihr in der Beschreibung einen cthuloiden Anstrich zu verpassen. Vielleicht inspiriert es ja den Einen oder Anderen.

Lalibela

Inmitten der äthiopischen Berge schlugen unbekannte Steinmetze vor über 800 Jahren mehrstöckige Kirchenhäuser aus dem dort vorherrschenden Lavagestein. Bis heute ist in den Schatten der Jahrhunderte verloren gegangen, wie die mittelalterlichen Handwerker mit einfachen Meißeln diese gewaltigen Monolithen schaffen konnten…

Geschichte. Im Jahre 1187 eroberten die Araber unter Saladin das heilige Jerusalem. Der Legende nach verfügte Kaiser Lalibela daraufhin, Jerusam am Horn von Afrika „aus einem einzigen Stein“ neu erstehen zu lassen. Elf aus rotem Basaltstein herausgemeißelte Kirchen entstanden so im 12. und 13. Jahrhundert. Die meisten sind mehrgeschossig, und viele sind monolithisch aus einem einzigen Stein herausgehauen. In der „Ber Golgotha“ findet sich das Grab Kaiser Lalibelas. Noch heute ziehen die Kirchen orthodoxe Pilger an, die hier ein zweites Jerusalem verehren.

Rätsel. Was besonders beeindruckt: nahezu alle Inneneinrichtungen, Wandgestaltungen oder andere Dekorationen sind von Hand aus großen Monolithblöcken herausgemeißelt worden. So wurden in den Treppen oder Fenstersimse, Säulengänge und Torbögen aus dem Fels herausgearbeitet. Das Wissen um die so perfekte Bearbeitung von derart gewaltigen Monolithen ist längst verloren gegangen. Und so wundert es nicht, dass die Legende umgeht, Engel sollen am Bau beteiligt gewesen sein – der Mensch alleine kann Derartiges nicht schaffen…

Der Mythos. Natürlich waren mitnichten Engel am Bau der gigantischen Steinkirchen beteiligt. Ja, es waren nicht einmal Menschen. Tatsächlich sind die monolithischen Bauwerke von Wesen errichtet worden, die den Mythoskundigen als „Große Rasse von Yith“ bekannt sind. Diese fremde Rasse errichtete gigantische Basaltstädte überall, wo sie sich niederließen. Doch vor unvorstellbaren Zeiten kam es zum Krieg mit einer als „Flugkraken“ bekannten Rasse, aus dem die Große Rasse als Sieger hervorging. Doch während es ihnen gelang, die Flugkraken in ihrer Stadt im späteren Australien zu stoppen und auf Ewigkeiten einzukerkern, so gab es doch im Laufe des Krieges Vorposten, die sie aufgeben mussten. Das heutige Lalibela ist einer dieser Vorposten, erschaffen von der Großen Rasse und erobert von den Flugkraken. Alle elf gigantischen Gotteshäuser, in denen die Menschen nur ihre christliche Symbolik hinterließen, besitzen Eingänge in ein unterirdisches Tunnelsystem. Wer sich hierher vorwagt, mag nicht nur auf die Bibliothek der Großen Rasse stoßen, die schier unermessliches Wissen birgt – im Gegensatz zu anderen Teilen der Erde sind die Flugkraken hier frei und vermögen ungebetenen Besuch gebührend zum empfangen…

Die Investigatoren. Es gibt einige einfache Möglichkeiten, die Investigatoren nach Lalibela zu locken. Sind sie vielleicht Janobiten? Ideal, denn die Suche nach dem Wissen um die Entstehung der Basaltkirchen wird sie voran treiben. Vielleicht ist es aber auch ein „zufälliger“ Sturm in den äthiopischen Bergen, der die Charaktere – eigentlich nur auf der Durchreise – hier stranden läßt. Oder ein Freund ™, der Lalibela als Pilger besuchen wollte, kehrt völlig verstört oder auch gar nicht mehr von seiner Wallfahrt heim. Was ist ihm geschehen?