Wiederveröffentlichung: Die Schlucht

Hallo zusammen,

es ist nicht lange her, da verkündete ich kryptisch große Dinge, die auf den Blog zukämen. Das erste dieser Ereignisse tritt heute ein! Pünktlich eine Woche vor Halloween kann ich Euch ein erstes Schmankerl präsentieren!

Es ist schon ein paar Jahre her (genauer: es war 2013), da veranstaltete die Redaktion der leider eingestellten Fanzine „Cthulhus Ruf“ einen Wettbewerb mit dem Oberthema „Untergrund“. Die drei Siegerbeiträge wurden damals (2015) in einem Sonderband der Zeitschrift veröffentlicht – und wer sich an meine Rezension erinnert wird wissen, das mir der Band ausnehmend gut gefallen hat. Leider ist der Band bereits lange vergriffen.

Als nun einer der drei Siegerautoren – Max Becker – mit der Bitte an mich herantrat, seinen Wettbewerbsbeitrag doch wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, zögerte ich nicht lange. Sein Szenario „Die Schlucht“ ist ein hervorragendes Kammerspiel für exakt zwei Spieler, was in seiner Grundkonstellation bereits ungewöhnlich genug ist. Max stellte mir seinen Rohtext zur Verfügung und sein selbst gezeichnetes Kartenmaterial, dass ich alsbald in eine PDF goß, ein wenig bebilderte und nun der breiten Öffentlichkeit präsentiere.

Die nun vorliegende Version unterscheidet sich marginal von der gedruckten „Cthulhus Ruf“-Variante, da hier noch an einigen Stellen redaktionell eingegriffen wurde (einige Extrakästen wurden umpositioniert, einige Absätze gestrafft etc.), doch ich wollte natürlich weder die dort vorgenommene Arbeit schmälern noch kopieren. An der Verwendbarkeit von Max‘ und Adrians Text ändert das natürlich überhaupt nichts.

Also, ich präsentiere stolz: DIE SCHLUCHT!

Dieses als One-Shot gedachte Abenteuer ist im Outback Australiens der Gegenwart angesiedelt. Es ist in einem Zeitrahmen von zwei bis vier Stunden durchaus zu absolvieren. In dessen Konzeption dürfte das Abenteuer einzigartig sein, denn statt einer normalen Gruppe werden sich genau zwei Spieler gegen die Widrigkeiten behaupten müssen, die der Spielleiter ihnen entgegenbringt. Im Fokus steht die Survival-Komponente, und die kleine Gruppe wird mit Mühen versuchen müssen, dem Schrecken des abgelegenen Outbacks zu trotzen und womöglich gar aus der Todesfalle des Canyons zu entkommen.

(Das Szenario ist natürlich auch dauerhaft in den Bereich „Szenarien“ eingetragen.)

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Neuerscheinung: Lovecrafter #1

Hallo zusammen,

bereits im Herbst letzten Jahres erschien die sogenannte Null-Nummer des neuen Vereinsmagazins der Deutschen Lovecraftgesellschaft e. V., dem Lovecrafter (ich berichtete). Wie ich bereits bei der Ankündigung der Nullnummer ausführte, bin ich als Redakteur für den Rollenspielbereich eingetreten, nachdem das von mir hoch geschätzte Cthulhus-Ruf-Team sich dazu entschieden hatte, neue Wege zu beschreiten. Ich bin der Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen nachgekommen und ich hoffe, dass Ihr Euren Spaß mit der „Play“-Rubrik der aktuellen Ausgabe habt. Doch was erwartet Euch in Ausgabe #1?

Zum Inhalt

„Truly, Dunsany has influenced me more than anyone else except Poe – his rich language, his cosmic point of view, his remote dream-world, & his exquisite sense of the fantastic, all appeal to me more than anything else in modern literature.“
So schrieb es H.P. Lovecraft am 30.07.1923 an Clark Ashton Smith. Grund genug sich genauer mit dem 18. Lord Dunsany zu beschäftigen. Niels-Gerrit Horz hat Dunsany Castle besucht und dort exklusive Eindrücke von den Lebensumständen, den Werken und Taten des Lords erhalten. Nils Gamperts gewährt uns in einer Biografie von Dunsany einen tiefen Einblick in die facettenreiche Geschichte des irisch-englischen Originals.
Mirko Stauch beschäftigt sich dann mit der Beziehung zwischen Lovecraft und Dunsany, sowohl in stilistischer als auch in inhaltlicher Hinsicht und zeigt die engen Verflechtungen beider Schriftsteller auf.
Steffen Waschul rezensiert als Dunsany-Neuling zwei der populärsten deutschen Veröffentlichungen des irischen Schriftstellers und wird ebenfalls von dessen fantastischen Welten gefangen genommen. Nils Gampert liefert dann noch eine deutschsprachige Bibliografie um den Einstieg in Dunsanys Werk zu erleichtern.

Neben dem Dunsany Schwerpunkt finden sich aber auch weitere spannende Themen in der Ausgabe 1 des Lovecrafters, wie etwa ein Gespräch mit Filmemacher Huan Vu, geführt von Clemens Williges, bei dem es natürlich um die cineastische Umsetzung der Traumlande geht.

Christian Heißler blickt zurück auf das Live Action Role Playing Event „Das Flüstern aus den Sphären“ und hat auch mit den Organisatoren Nadia Quaranta, Carsten Pohl und Arne Handt ein Interview geführt.

Die Rollenspieler dürfen sich auf das Debüt-Szenario von Jan Kock „Ein paar Tage im Februar“ freuen, ein Cthulhu-Now Abenteuer welches im Jahr 2017 spielt und die Spieler in die Ukraine führt. Wer hier an Tschernobyl denkt liegt nicht falsch …
Marcus Rosenfeld stellt dann das System Achtung! Cthulhu vor, welches den Cthulhu-Mythos in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts ansiedelt, genauer gesagt auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkriegs.

Volker Rattel liefert spielbare Charaktere für das Abenteuer „Inmitten uralter Bäume“ und blickt zudem auf das dLG Jahr 2016 und besonders die Veranstaltung „Das Ritual“ zurück.

Inhaltlich kann sich das sehen lassen – und dank Tina Wessel (Bildredaktion) und Marc Meiburg (Satz, Grafik, Druck) ist der Lovecrafter 1 auch wieder ein absoluter Augenschmaus, wie das Cover der Ausgabe schon zeigt.
76 Seiten, Softcover

Zu erstehen gibt es das ganze für Nichtmitglieder HIER, Vereinsmitglieder sollten ihr Exemplar bereits vorliegen haben.

H.P. Lovecrafts Neuengland – Die Architektur

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 15. November 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Das endlose Gewirr durchhängender Walmdächer und spitzer Giebel rief mit erschreckender Eindringlichkeit die Vorstellung wurmstichigen Verfalls hervor, und als wir auf der nunmehr abfallenden Straße näher kamen, konnte ich sehen, dass viele Dächer gänzlich eingestürzt waren. Es gab auch ein paar große, viereckige georgianische Häuser mit Walmdächern, Kuppeln und Erkern.

– H.P. Lovecraft
Der Schatten über Innsmouth

Immer wieder beschreibt Lovecraft in seinen Geschichten die schiefwinkligen Gebäude Arkhams oder Innsmouths. Dabei fällt oft der Begriff „georgianisch“, aber wie sehen die Straßen von Innsmouth denn nun aus und wie erscheint dem Reisenden ein Gang durch die Gassen Arkhams, deren Pflaster von den großen Walmdächern umringt werden? Eine Antwort auf diese Frage bietet hoffentlich dieser Artikel.

Beginnen wir jedoch chronologisch, denn der georgianische Stil ist bei weitem nicht der Einzige der in Neuengland anzutreffen ist, auch wenn er wohl zu seiner Zeit äußerst beliebt war und man noch heute viele georgianische Bauwerke auf einer Reise durch die Staaten zu sehen bekommt.

Early Colonial
earlycolonialDie ersten europäischen Siedler bauten in Neuengland Häuser, die eine vertikale Asymmetrie aufwiesen, wie seinerzeit im Mittelalter. Im Laufe der Zeit wurde die Ausrichtung jedoch symmetrisch und entfaltete sich im 18. Jahrhundert zum Colonial-Stil. Walmdächer mit aufgesetzten Schornsteinen sind charakteristisch für diese Art der Gebäude und wurden in Neuengland mit Schindeln gedeckt, wohingegen im Osten Englands Dachpfannen verwendet wurden. Flügelfenster verteilten sich ausbalanciert auf jeder Seite des Hauses ohne aufdringlich zu wirken.

Georgian
georgianBereits 1686 wurde in Boston das erste Gebäude im georgianischen Stil erbaut und wenig später trat dieser Stil seinen Siegeszug durch Neuengland an. Die klassische Architektur der römischen und griechischen Antike stand hier als Vorbild Pate und die Symmetrie ist das vorherrschende Element in der georgianischen Architektur. Die Gebäude sind vom Grundriss und von der Fassade her klar symmetrisch gegliedert und die Walmdächer verleihen der Gesamtansicht eine vollendete Balance. Auf die Flügelfenster des Early Colonial Stils wurde dagegen verzichtet, sie wurden durch Schiebefenster ersetzt. Viele der Gebäude verfügen zudem über Pilaster (ausgearbeitet Teilpfeiler, die vor allem in der Antike genutzt wurden), die nicht nur bei der optischen Gliederung dienlich sind, sondern auch tragende Funktionen erfüllen können.

Federal
federalDer postrevolutionäre Stil der „Federal“ genannt wurde (1780-1830), war wesentlich flexibler und graziler als der georgiansiche Stil. Inspiriert wurde er durch die freigelegten Städte Pompeji und Herculaneum. Seine Innenräume waren kunstvolle Vielecke, ovale und auch kreisrunde Zimmer, die mit Ornamenten verziert wurden, auf denen Urnen und Girlanden zu sehen waren.

Gothic Revival
gothicrevivalNach 1830 wurden die Farben dunkler, die Symmetrie durch Asymmetrie ersetzt und der Spitzbogen hielt Einzug in Neuengland, während die Dächer giebliger und abschüssiger wurden. Erker und Erkerfenster konnte man nun öfter sehen und oft glänzte dort das Buntglas.

Greek Revival
greekrevivalIm südlichen Neuengland war der Greek Revival Stil recht bliebt, dessen Bauwerke die Form griechischer Tempel hatten. Er wurde dort für öffentliche Gebäude genutzt, aber man konnte ihn später auch im nördlichen Neuengland bei dem ein oder anderen Wohnhaus finden. Dieser Stil vereint in sich griechische und römische Aspekte und gilt als Nachfolger des populären Federal-Stils.

Renaissance Revival oder Beaux Arts
beauxartsNachdem in den 1880ern/1890ern die amerikanischen Architekten in Paris am „Ecole des Beaux Arts“ studierten und in die Vereinigte Staaten zurückkehrten, brachten sie eine Wiederentdeckung der Renaissance mit sich. Manchmal in städtischen Wohnhäusern genutzt, fand Beaux Arts eher bei akademischen oder öffentlichen Gebäuden Anklang. Der Stil umfasst drei Perioden der Renaissance und vereint sie in Vollendung.

Richardson Romanesque
richardsonromanesqueRichardson Romanesque vereint in sich die Nutzung massiver Formen und filigraner Details der romanischen Baukunst: rundliche Torbögen, Türme und widerstandfähige Verklinkerungen. Das bekannteste Bauwerk ist wohl die Trinity Church in Boston, die von Henry Hobson Richardson entworfen wurde, nach dem dieser Stil benannt wurde.

Zwischen den Jahren… Version 2016

Das Weihnachtsfest 2016 ist wieder Vergangenheit, das neue Jahr drängt unaufhaltsam näher. Wie in jedem Jahr möchte ich die „namenlose Zeit zwischen den Jahren“ – oder halt eben auch die „Raunächte“ – dazu nutzen, ein wenig innezuhalten, Vergangenes zu analysieren und Pläne für die Zukunft zu fassen. Traditionell nutze ich diese Gelegenheit, um Euch auch hier auf diesem Blog an Erledigtem, Versäumten und Geplantem teilhaben zu lassen. Außerdem möchte ich wieder die Inhalte meines Blogs mit meinen Plänen des letzten Jahres abgleichen, was immer wieder spannend ist. Tatsächlich nutze ich selbst inzwischen diese Vor- und Rückschau ganz gerne, um mir meine Ziele ab und zu vor Augen zu halten. Also, gehen wir doch gleich in medias res:

Fakten

Zunächst präsentiere ich Euch ein paar Fakten zu diesem kleinen Cthulhu-Blog:

  • Über 17.000 Leser fanden im gerade vergehenden Jahr den Weg auf diesen Blog. Die Leserzahlen entwickelten sich im Vergleich zum letzten Jahr damit ganz leicht positiv. Das freut mich ungemein, allerdings kommen mir diese Zahlen im Vergleich zu vielen anderen Blogs, die in dieser Zeit ihre statistischen Daten veröffentlichen, doch verschwindend gering vor. Vielleicht schlicht, weil ich eine Nische in der Nische vertrete, vielleicht investiere ich aber auch zu wenig in Werbung :-).
  • Insgesamt verfasste ich 102 Einträge im vergangenen Jahr – diesen Beitrag hier gleich mit eingerechnet. Die Taktfrequenz hat sich damit drastisch im Vergleich zu den letzten Jahren erhöht. Fairerweise muss ich aber attestieren, dass diese Masse an Einträgen in erster Linie durch meine Teilnahme an der RPGaDay-Challenge im August zustande gekommen ist. Die meisten dieser Beiträge waren allerdings sehr kurz und wenig informativ – ein Experiment, dessen Wiederholung ich für mich persönlich noch sehr infrage stelle.
  • Im vergangen Jahr verfasste ich für diesen Blog 19 Rezensionen. Dabei standen cthuloide Hörspiele erstmals etwas mehr im Fokus. Dazu kommen dann auch noch einige „spartenfremde“ Rezensionen für den Ringboten. Stand ich dem Thema „Rezensionen“ im vergangen Jahr leicht kritisch gegenüber, so sah ich mich in diesem Jahr genötigt, etwas umfangreicher Stellung dazu zu nehmen. Unterm Strich halte ich Rezensionen mittlerweile nicht mehr unbedingt für eine reine Kaufhilfe interessierter Kunden; stattdessen sind sie auch eine der Möglichkeiten, dem Verlag/Autoren Feedback zu geben und damit sicherlich nicht komplett fehl am Platze.
  • Wie auch schon in den vergangenen Jahren habe ich natürlich auch versucht, ein wenig neues Spielmaterial auf meinem Blog zu präsentieren. Aus meiner Feder stammen dabei mein letztjähriger OPC-Beitrag „Schneller als sein Schatten“ – mein erstes Abenteuer für Cthulhu Wild-West – die Investigatoren-Organisation „Gerberus Wächter“ und „Das Buch des Goldes“. Letztere Beiträge entstanden im Rahmen des „Karnevals der Rollenspielblogs“ und sind zwar keine komplett ausgearbeiteten Abenteuer, bieten aber immerhin die ein oder andere Idee. Natürlich nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle auch die Gastbeiträge von Nick Dysen, der seine OPC-Einseiter aus dem vergangenen Jahr auch bei mir veröffentlicht hat. Beide sind ebenfalls für Cthulhu Wild-West entstanden.
  • A propos Gastbeitrag: ich betreue ja dankenswerterweise nach wie vor auch die Kategorie „Cthulhu.de Bestseller“. Aus den Archiven des leider entschlafenen Blogs Cthulhu.de habe ich im vergangenen Jahr 14 Artikel wieder verfügbar gemacht. Mittlerweile ist ein Backup des Blogs ja wieder komplett online zu finden, allerdings denke ich, dass ich dennoch mit ausgewählten Artikeln fortfahren werde. Nicht nur, dass ich ja völlig verrückt wäre, wenn ich dieses qualitativ hochwertige Material NICHT auf meinem Blog präsentieren würde – nein, ich denke auch, dass viele zeitlose Perlen auf diese Art eher neue Leser finden und so eine „Win-Win-Win“-Situation generiert wird. Lasst es mich wissen, wenn Ihr das anders seht.
  • Nicht unerwähnt lassen, auch wenn es mit meinem Blog eher weniger zu tun hat, möchte ich das Ende der wunderbaren Zeitschrift „Cthulhus Ruf“. Hier machte ich meine ersten Erfahrungen als „publizierter“ Autor, und ich widmete ihrem Ende einen ausführlichen Abschiedsartikel.

Abseits des Blogs hat sich wieder einiges getan. Wie auch im vergangenen Jahr konnte ich einige Artikel – eine Menge davon abseits cthuloider Gefilde – für den Ringboten beisteuern. Dazu gehört insbesondere „Die Schatzkarte der Trollpiraten“, ein für den GRT 2016 produziertes Universal-Abenteuer, welches sich auch wieder in Printform in den Schatzkisten wiederfand. Außerdem konnte ich wieder einen Text im zweiten NIPAJIN-Shots-Heft platzieren – und auch gleich wieder den Wilden Westen besuchen, was mich sehr gefreut hat. Außerdem konnte ich mich beim letzten Abenteuerwettbewerb von Pegasus auf dem Treppchen platzieren und erzielte einen ehrbaren zweiten Rang. Darüber hinaus habe ich mich auch der Aufgabe gestellt, den Lovecrafter – das neue Vereinsmagazin der dLG – mit zu betreuen und mich für den RPG-Bereich verantwortlich zu zeichnen. Eine Menge spannender Aktivitäten und Aufgaben – wobei ich insbesondere bei meiner neuen Redakteurstätigkeit noch gar nicht abschätzen kann, wieviel Arbeit dort wohl auf mich zukommt.

Gerade vor dem Hintergrund der blog-abseitig stattfindenden Arbeiten (zu den Hobbies gesellte sich ja auch noch der mit Wasser vollgelaufene Keller, dessen Renovierung erst im November abgeschlossen war…) und der Tatsache, dass ich dadurch auch einen kleinen, realistischen Abstand zu meiner Bloggerei gefunden habe, bin ich eigentlich sehr zufrieden mit meinem Blog im vergangenen Jahr. Ja, es hätte mehr Spielmaterial sein dürfen, ja, ich bin nicht immer up-to-date mit meinen News-Meldungen. Aber dank dem „Cthulhus Ruf-Archiv“, einigen Karnevalsteilnahmen und dem OPC findet sich hier dann doch immer auch mal Spielmaterial – auch aus meiner Feder – wieder. Mehr kann und darf ich im Moment einfach nicht verlangen :-).

Was hätte sein sollen?

Als nächstes möchte ich mich ein wenig mit meinen Planungen vergleichen. Für dieses Jahr hatte ich mir bewusst vorgenommen, etwas „kleinere Brötchen“ zu backen:

Weiter gehen wird es natürlich mit den „Cthulhu.de-Bestsellern“. Da gibt es noch einiges Material, welches der Wiederveröffentlichung harrt. Da neben der Datensichtung und gelegentlichem Format-Eingriff hier keine echte Arbeit meinerseits notwendig ist, wird es damit definitiv weitergehen.

Ja, das ist mir wohl gelungen.

Rezensiert wird natürlich weiterhin fleißig. Ich habe da noch ein paar „Cthulhus Ruf“-Artikel, die auf Besprechung harren :-). Wobei ich mich schon frage, ob jemand mit diesen Rezensionen wirklich etwas „anstellt“, heißt, sie in eine evtl. Kaufentscheidung mit einfließen lässt… vielleicht stelle ich hierzu in naher Zukunft mal ein paar Fragen, denn ich will Euch ja nicht mit Rezensionen langweilen.

Auch hier bin ich weiter gekommen. Und ich habe für mich entschlossen, Rezensionen – da es eben auch Feedback-Mittel an Verlag und Redaktion ist – kurzfristig nicht weiter infrage zu stellen. Allerdings mittelfristig – dazu gleich mehr.

Über die neue Cthulhu-Edition, die ich vor kurzem fertig rezensiert habe, möchte ich noch etwas mehr schreiben – jetzt, wo sich ein Gesamtbild ergibt. Das wird dann auch mal ein etwas längeres Thema…

Ja, auch das habe ich erledigt. Neben einigen Foren-Diskussionen habe ich auch auf diesen Seiten einen der wohl am meisten diskutierten Artikel meiner Blog-Historie verfasst.

Wenn es mit den OPC-Beiträgen noch klappt (dieses Jahr bin ich am Weihnachtspreis gescheitert. Die Zeit, die Zeit…), findet Ihr sie nächstes Jahr natürlich auch auf diesen Seiten wieder.

Erledigt :-).

Das Thema Gaslicht hat mich gedanklich noch nicht verlassen. Vielleicht komme ich ja im nächsten Jahr dazu… *hust, hust*

An dieser Front leider nichts Neues. Meine freie Zeit ist einfach zu knapp bemessen… aber ich halte es auf der Agenda, irgendwann wird es mir doch sicherlich gelingen, den inneren Schweinehund an dieser Stelle zu überwinden…

Geplantes für 2017

Wie immer möchte ich meinen Jahresrückblick mit einem kleinen Ausblick auf das schließen, was Euch – geplant – im nächsten Jahr hier erwarten soll. Allerdings werde ich weiterhin davon absehen, meine Ziele all zu hoch zu stecken.

  • Weiter gehen wird es natürlich mit den „Cthulhu.de-Bestsellern“. Da gibt es noch einiges Material, das der Wiederveröffentlichung harrt. Da neben der Datensichtung und gelegentlichem Format-Eingriff hier keine echte Arbeit meinerseits notwendig ist, wird es damit definitiv weitergehen.
  • Vorläufig werde ich auch an dieser Stelle weiter Rezensionen verfassen. Allerdings werde ich mich bald deutlich hinterfragen müssen, ob das noch lange funktioniert. Denn immerhin wird demnächst ein erstes Abenteuer aus meiner Feder (das Wettbewerbsabenteuer) unter pegasus’scher Flagge veröffentlicht. Stehe ich damit dem Verlag nicht bereits zu nahe, um objektive Rezensionen zu verfassen? Mein persönliches Empfinden muss ich bei dieser Betrachtung außen vor lassen (denn natürlich ändert sich mein Verhältnis dadurch nicht – ich bin ja immer noch kein Verlagsmitarbeiter oder so was), denn über Integrität in solchen Fällen entscheidet in meinen Augen der Leser. Ich bin mir da noch nicht sicher, wie es weiter geht.
  • Natürlich möchte ich auch wieder meine OPC-Beiträge veröffentlichen – und auch ein wenig über den OPC schreiben, wie im letzten Jahr.
  • Wirklich, wirklich gerne würde ich auf diesem Blog etwas abseitigere Settings – WildWest, Katzulhu, Gaslicht – wieder mehr behandeln. Ich hoffe, dass ich dafür die Zeit finde.

Das soll es schon sein? Eigentlich nicht, denn wenn ich das Thema „Rezensionen“ hier wirklich einmal ausklammere, nimmt die Taktfrequenz und die inhaltliche Breite des Blogs weiter ab. Insofern werde ich mir etwas überlegen müssen, wie ich diese Lücke zu stopfen gedenke. Dabei muss ich selbstkritisch und realistisch genug sein um mir sagen zu müssen: mit Spielmaterial werde ich das nicht hinkriegen. Insofern braucht es noch eine zündende Idee, welche spannenden cthuloiden Inhalte ich hier dann fürderhin präsentieren kann…

Doch für den Moment bleibt mir an dieser Stelle nur noch, Euch allen einen guten Übergang in das nächste Jahr und viele schaurig-cthuloide-grausige Momente für 2017 zu wünschen. Danke, dass ihr mir im vergangen Jahr die Lesetreue gehalten habt – und ich hoffe, wir lesen uns bald wieder!

Seanchui

PS: Ein großer Dank gebührt an dieser Stelle den beiden Bloggern Wuerfelheld und Greifenklaue, die mich sowohl mit ihren RPG-Blog-O-Quests als auch ihren regelmäßigen OPC zum Schreiben animieren. Danke Euch!

H.P. Lovecrafts Neuengland – Bristol & Portsmouth/Rhode Island

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 25. November 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Bristol soll viele Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert sein eigen nennen und dazu verfügt das Städtchen noch über ein anthropologisches Museum. Der freundliche, ältere Herr in meinem Zugabteil versicherte mir, dass ich dort einige Artefakte zu sehen bekommen würde, die noch von den Indianern stammen, die einst hier lebten. Er gab mir die Adresse des Museums und mit nicht geringer Vorfreude verließ ich den Zug am Bahnsteig in Bristol.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Bristol

bristolDie beeindruckenden Häuser zeugen von dem Reichtum, den Bristol einst mit dem Seehandel (vor allem durch den Transport von Rum und Sklaven) erwirtschaftete. Später vervielfachte sich der Wohlstand durch die Privatisierungen während der Revolution und dem Krieg vom 1812. Die feinsten Häuser im Federal-Stil wurden von Russell Warren entworfen und gebaut (zu finden auf der Hope, High und Thames Street), darunter auch das Heim des geschäftstüchtigen Händlers James DeWolf, der im heißen Kuba einige Zuckerplantangen besaß. Die Brüder von James DeWolf schreckten jedoch auch vor weitaus lukrativeren Unternehmungen nicht zurück und verdienten gutes Geld durch den Schmuggel von Sklaven nach South Carolina.

Ich durchquerte einige Gassen und fand mich endlich vor „Linden Place“ wieder. Das Haus gehörte einst einem Händler hier aus Bristol, dessen Familie (er besaß mehrere Brüder die alle im Seehandel tätig waren, auch wenn einige wohl durchaus zwielichtige Geschäfte machten) gleich mehrere Prachtbauten entwerfen ließ. Ich fand heraus, dass der Besitzer früher George DeWolf hieß und in Kuba einige Zuckerrohrplantagen unterhielt, aber auch dem Handel mit Sklaven nicht abgeneigt war. Allerdings verlor er all sein Hab und Gut als seine Plantage 1825 kläglich scheiterte, wobei das einzige was ihm blieb dieses Haus war, mit seinen feingeschwungenen Säulen und filigranen Torbögen. Es soll zudem das einzige der vier DeWolfs Anwesen sein, das sich noch hier in Bristol finden lässt.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Biegt man auf die Tower Street ein, schlägt einem vielleicht an einem heißen Tag der Geruch des Sumpfes entgegen, der sich hier erstreckt. Auf seinem Gelände wurde das Haffenreffer Museum of Anthropology erbaut, das einige Kunstschätze der Brown Universität ausstellt, die sich vor allem mit der indianischen Kultur weltweit beschäftigt, allerdings den Schwerpunkt auf Nordamerika setzt. Kunstgegenstände und Artefakte werden hier liebevoll ausgestellt, an einem Ort der Geschichtsträchtiger nicht sein könnte, denn hier tobte einst (genauer gesagt im August des Jahres 1676) die Schlacht in der Metacom (uns besser bekannt als König Philip), von Angehörigen der Sakonnet überrascht und getötet wurde. König Philips Tod sorgte für das Ende des blutigen „King Philip´s War“.

Szenarioidee

Bristols Reichtum gründet sich auf den Handel mit Menschen. Aus ihrer Heimat herausgerissen, wurden sie in dickbäuchige Schiffe gepfercht und in die Neue Welt gebracht. Manchmal denke ich, dass vielleicht etwas mit diesen Menschen mitkam, als blinder Passagier vielleicht. Als ich im Anthropologischen Museum meine Runde drehte, konnte ich so einige Artefakte und Gegenstände sehen, die einst mit den Sklaven hierher nach Rhode Island gekommen sind. Die Kapitäne waren damals durchaus nicht zimperlich, so erklärte es mir ein junger wissenschaftlicher Mitarbeiter, wenn es darum ging möglichst viel Gewinn mit einer Fahrt zu erwirtschaften. Seinen eigenen Reichtum durch dubiöse Handels- und Schmuggelgeschäfte zu mehren, war damals nicht unüblich und offenbar haben so, viele dieser befremdlichen Kunstgegenstände ihren Weg hierher nach Bristol gefunden.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Jeder weiß über die DeWolfs Bescheid. Nach außen waren sie eine erfolgreiche und wohlhabende Familie von Händlern und Schiffseignern, aber hinter vorgehaltener Hand wusste jeder, dass die Familie Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Sklaven nach South Carolina schmuggelte. Auf dem Rücken dieses Menschenhandels gründete sich der Reichtum der Familie, doch heute ist dieser Reichtum dahin. Nur noch ein Familienhaus der DeWolfs steht in Bristol und der letzte Nachfahre, Gerald DeWolf scheint kein besonderes Interesse daran zu besitzen. Er lebt allein und zurückgezogen in der Nähe der Küste in seinem eigenen kleinen Fischerhaus. Seine Einkünfte schöpft er aus dem Fischfang und dem Erbe.

Sollte die junge Frau Recht behalten? Habe ich mehr bekommen als ich wollte? Ich brachte das Ding von einer dieser kleinen karibischen Inseln mit. Die junge Frau, kaum mehr als 18 Jahre, mit schwarzen Haaren so dick wie Baumwolle, wollte es mir zuerst nicht geben, aber ich hatte schon Mittel und Wege sie zu überzeugen. Ich spürte das dieses Ding wertvoll sein musste und je mehr die Kleine zeterte und kreischte, um so mehr wollte ich es haben. Als sie halb bewusstlos in der Ecke ihrer Hütte lag und ich nach dem Ding griff, murmelte sie etwas vor sich her: „Du hast mehr bekommen als du haben wolltest…“ Ich lachte nur und verließ triumphierend die Hütte. Auf meiner Plantage angekommen begutachtete ich das Ding und war froh es mitgenommen zu haben. Auch als ich in der Nacht von einem schrecklichen Traum heimgesucht wurde, bereute ich meine Tat nicht. Erst als nach einer Woche meine Felder vertrockneten und sich Worte in meinen Geist stahlen, die ich nie zuvor hörte und die für mich keinerlei Sinn ergaben, war meine Euphorie getrübt. Ich kehrte nach Bristol zurück, in der Hoffnung bei meiner Familie Trost zu finden. Meine Brüder standen mir bei, wie eh und je und als ich ihnen das Ding zeigte, schienen sie sehr neugierig zu sein. Ich erklärte woher ich es hatte und sie wollten es sich genauer ansehen, doch ich bestand darauf, dass es bei mir blieb, schließlich hatte ich es gefunden und noch während ich es sagte, hörte ich bereits die Worte in meinem Kopf, die mir versicherten, dass meine Brüder mir meinen Besitz neideten. In der Nacht schlief ich schlecht, doch ich traue mich nicht die Worte des Traumes aufs Papier zu bringen, wer weiß was das auslösen wird. Ich muss das Ding loswerden, aber zugleich wollen es meine Brüder. Ich muss vorsichtig sein, ich werde es vergraben, dort wo der Sumpf liegt. Hier wird es niemand finden und ich bete zu Gott (falls es ihn gibt), dass es so tief auf den schlammigen Grund sinken wird, dass kein Mensch es jemals mehr erblicken wird.

– Aus dem Tagebuch von George DeWolf

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Portsmouth

Aus meinen Studien in Chicago war ich natürlich mit der geschichtsträchtigen Stadt Portsmouth vertraut, doch sie selbst sehen zu können ist etwas ganz anderes, als sein Wissen aus Büchern zu erlangen. Die gleiche Luft zu atmen, die einst Anne Hutchinson atmete, als sie diese Siedlung in Rhode Island erreichte und zu wissen das hier die Schlacht von Rhode Island gegen die Briten tobte, lässt mich vor Freude erschaudern. Ich hoffe ich werde die Schauplätze der Kämpfe finden, die ich mir eigens zuvor notiert habe.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Nach Providence war Portsmouth die zweite Siedlung die in Rhode Island gegründet wurde. Die religiösen Andersdenkenden aus Massachusetts landeten am Founders Brook im April des Jahres 1638. Während des Unabhängigkeitskrieges, war hier die einzige wirklich große Schlacht (von kleineren Gefechten abgesehen), die als „Battle of Rhode Island“ in die Geschichtsbücher einging.

Die Schlacht von Rhode-Insel, auch bekannt als „Battle of Quaker Hill“, fand am 29. August 1778 statt, als Einheiten der Continental Army (Die Armee der 13 amerikanischen Kolonien) unter dem Befehl von John Sullivan versuchten, Aquidneck Island (auch bekannt als Rhode Island, nicht zu verwechseln mit dem Staat) von den britischen Kräften zurückzuerobern. Die Schlacht endete allerdings zu Ungunsten der Continental Army und sie schaffte es nicht die britischen Truppen von der Insel zu vertreiben. Ihr Ziel, den amerikanischen und französischen Schiffsverkehr innerhalb der Narragansett Bay zu sichern, blieb also ergebnislos.

(Mehr über die Schlacht von Rhode Island findet der geneigte Leser hier)

Der Rost und die salzige Luft, taten der Karosserie des Autobusses nicht gut, das war gleich zu sehen. Der Fahrer entpuppte sich auch als recht mürrisch und ich roch eine leichte Fahne von Rum, die um ihn herumwehte. Die Sitze waren durchgesessen, aber fest. Die Fahrt nach Newport würde einige Zeit dauern und so beschloss ich ein wenig zu dösen, während draußen der kalte Wind der Narragansett Bay das herabfallende Laub fortwehte.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Der Lovecrafter ist da!

Hallo zusammen,

heute möchte ich Euch auf ein neues, cthuloides Magazin aufmerksam machen: den Lovecrafter! Der Lovecrafter ist das neue Vereinsmagazin der „deutschen Lovecraft Gesellschaft“ und tritt die Nachfolge des – leider eingestellten – Magazins „Cthulhus Ruf“ an. Entgegen der streng rollenspielerischen Ausrichtung von Cthulhus Ruf möchte der Lovecrafter allerdings Lovecraft und sein Werk in Gänze präsentieren. Das bedeutet: Es wird weiterhin Rollenspielmaterial auf den Seiten des Lovecrafters publiziert, allerdings werden sich auch andere Texte – Interviews mit Verlagen und Autoren, Essays, Buchbesprechungen, Blicke auf populär-kulturelle Veröffentlichungen und so weiter und so fort auf seinen Seiten wiederfinden. Erschienen ist im September die „Null“-Nummer, eine Art Testballon vor der ersten regulären Veröffentlichung, die im nächsten Jahr angestrebt wird.

lovecrafter_nr-0Ich muß zugeben, die Meldung ist nicht ganz neu. Ich habe auch ein wenig mit mir gerungen, in welcher Form ich Euch heute den Lovecrafter vorstelle. Denn ich persönlich bin zwar an dieser Ausgabe nicht beteiligt, allerdings werde ich die weitere Zukunft des Lovecrafters mitgestalten. Denn nach dem Ende von Cthulhus Ruf und dem Elan, den der junge System Matters-Verlag an den Tag legt, hat sich das bisherige CR-Team dazu entschlossen, dem Lovecrafter nicht mehr in der gewohnten Form zur Verfügung zu stehen. Verantwortlicher für den Rollenspielteil des Lovecrafters wird in zukünftigen Ausgaben meine Wenigkeit sein. Es wäre falsch zu behaupten, ich hätte mich um diese Aufgabe gerissen; mir ist bewußt, welch große Fußstapfen die CR und das dahinterstehende Team hinterlassen hat. Ich bin allerdings bereit, mich der Aufgabe zu stellen und will stets versuchen, das Bestmögliche aus dem Ressort Rollenspiel herauszuholen.

Als neuer Redakteur möchte ich allerdings natürlich nicht die Arbeit meiner Kollegen rezensierend bewerten (das halte ich für schlechten Stil, egal wie positiv die Kritik ausfallen würde), noch diese Vorstellung wie einen Werbetext wirken lassen. Ich beschränke mich also auf eine kurze Inhaltsangabe.

Vorwort
Der neue Chefredakteur des Lovecrafters, Axel Weiß – manchem vielleicht durch den Podcast Arkham Insiders bereits bekannt – eröffnet mit seinem Vorwort die erste Ausgabe.

Vereinsseite
Der neue amtierende erste Vorsitzende der deutschen Lovecraftgesellschaft Volker Rattel gibt einen kurzen Überblick über aktuelle Vereinsaktivitäten und die vielen Möglichkeiten, mit denen Lovecraft-Fans sich bereits organisieren und vernetzen können.

dLG-Support: Encyclopaedia Necronomica
Clemens Williges interviewt Philipp Hermann, der mit einem sehr erfolgreichen Kickstarter für seine Encyclopaedia Necronomica auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Encyclopaedia ist außerdem eines der Support-Projekte der dLG. Philipp spricht über die Ursprünge des Projektes, die Unterstützung durch die Deutsche Lovecraft Gesellschaft und seine persönliche Beziehung zu Lovecraft. Hierbei werden auch die Schattenseiten des Autors nicht ausgeklammert.

dLG-Events: Rückblick „Gatsby-Party“ 2016
Mit zahlreichen Fotos und leicht wirren Texten berichten Frank Bartsch, Tina Wessel und Marc Meiburg – garantiert spoilerfrei – von der Gatsy-Party, die am Jahresanfang stattfand.

Lovecrafter-Play: Jahreswechsel im Hansen-Haus
Das letzte von Stefan Droste redaktionell betreute Abenteuer stammt aus der Feder von Simone Bischoff. „Jahreswechsel im Hansen-Haus“ ist ein cthuloides Kammerspiel voll menschlicher Tragik und übermenschlicher Ereignisse, die auf ein tragisches Finale hinauslaufen. Das Abenteuer ist hübsch bebildert, mit zahlreichen Handouts versehen und mit vorgefertigten Charakteren für einen gediegenen One-Shot.

Lovecrafter-Interview: Golkonda Verlag
Der Golkonda-Verlag hat durch Neuveröffentlichungen von kommentierten Lovecraft-Ausgaben auf sich aufmerksam gemacht. Nils Gampert fühlt Verlagschef Hannes Riffel und den Übersetzern Alexander Pechmann und Andreas Fliedner in einem ausführlichen Interview auf den Zahn und spricht über Geplantes und Geschafftes.

Lovecrafter-Background: Lovecraft – Autor verstaubter Horrorgeschichten?
Steffen Waschul widmet sich der Frage, ob Lovecrafts Horror überhaupt noch zeitgemäß oder bereits von den modernen Entwicklungen des Horror-Genres überholt wurde.

Eine deutlich ausführlichere Auseinandersetzung mit dem Inhalt führt übrigens Blackdiablo im Cthulhu-Wiki. Und wer jetzt neugierig geworden ist: Auch Nichtmitglieder haben die Möglichkeit, den Lovecrafter im Cthulhu Webshop zu erstehen!

H.P. Lovecrafts Neuengland – Providence/Rhode Island

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 18. November 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Wo Bucht und stiller Fluss sich einen
Und laubbedeckte Hügel stehen,
Die Türme von Providence scheinen
Zum alten Himmel aufzusehen

Und auf den engen, verschlungenen Wegen,
Die über Hang und Berg sich winden,
Mag man der alten Tage magischen Segen
Vielleicht noch immer ruhend finden.

– H.P. Lovecraft
Fungi from Yuggoth
(Nachgedichtet von Andreas Diesel)

Rhode Island

Neuengland. Mein Geburtsort, meine Heimat und doch die große Unbekannte. Ich verließ Neuengland mit acht Jahren, als meine Eltern sich dazu entschlossen in Chicago ein neues Leben anzufangen. Dort, an der Universität von Chicago, studierte ich Geschichte mit einem gewissen Erfolg, auf den ich recht Stolz bin, doch je mehr ich von den ersten Siedlern hörte, umso größer wurde mein Verlangen an die schroffe Ostküste meines Geburtsortes zurückzukehren. Um mein gerade erfolgreich abgeschlossenes Studium zu feiern, fasste ich daher den Entschluss, Neuengland alsbald zu besuchen. Ich wollte mir dabei Zeit lassen und die Eisenbahn, Autobusse und meine eignen Füße nutzen, umso viel wie möglich zu sehen. Das ich kein Automobil besaß, kam daher meinem Plan nur gelegen. Ich hatte mir einen kleinen Geldbetrag angespart und meine Eltern ließen es sich nicht nehmen, mir noch ein großzügiges Taschengeld zukommen zu lassen, so dass ich mich im frühen Herbst, denn zu dieser Jahreszeit soll es an der Ostküste am schönsten sein, aufmachte zu einer ausgedehnten Reise, die in dem kleinsten Staat unseres großen Landes beginnen sollte: Rhode Island.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Rhode Island wurde von religiösen Andersdenkenden besiedelt, nachdem sie von den Puritanern aus Massachusetts vertrieben wurden. Roger Williams war es, der 1630 den Grundstein der Stadt Providence (zurückgehend auf „Gottes gnädiger Vorsehung“ – „God´s merciful Providence“) am nördlichen Arm der Narragansett Bay legte. Mit dem Hafen in Providence und den weiteren Häfen in Newport, Bristol, Warren und den anderen Siedlungen, wurde das kleine Rhode Island zu einem wichtigen Mittelpunkt für den florierenden Seehandel. Und während die Schiffe in Providence mit Butter, feinem Mobiliar, Rindfleisch, Mehl und Wolle beladen wurden, kamen die weitgereisten Schiffe aus der Karibik, beladen mit Zucker, edlen Gewürzen und Sklaven zurück. Die Seeleute brachten Gerüchte und Geschichten aus aller Herren Länder mit und nicht selten fanden kostbare Schmuckstücke, die den Amerikanern so gänzlich fremd erschienen, einen Weg hierher nach Providence.

Providence

Die Anreise nach ProvidenceDer Zug schnaufte schwer als sich die Strecke in Richtung Providence dem Ende zuneigte. Auf der Fahrt hierher, schweifte mein Blick über die herbstlichen Wälder Neuenglands, die ihr rötliches Gold bereits trugen. Mein Herz klopfte als der Zug die hügelige Landschaft passierte und endlich in den Bahnhof der Union Station einfuhr. Meine Reise, von der ich bereits so lange träumte, sollte endlich beginnen.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Wer durch die kleinen Gassen von Providence schlendert und dabei den murmelnden Fluss überschreitet, der kann sich mit ein wenig Phantasie zurückversetzen lassen in das 18. Jahrhundert. Brown UniversityDer Fluss trennt auf beinahe märchenhafte Art das westliche Geschäftsviertel von den schiefwinkligen Gebäuden des historischen Viertels im Osten der Stadt. Hier auf dieser Seite befindet sich die geschichtsträchtige Brown Universität, die 7. älteste Universität der USA. Gegründet von einem Baptistenpastor und dann später zu Ehren von Nicholas Brown, Jr., einem 1768er Absolventen der Institution, der im Anschluss an seinen Dienst als Schatzmeister dem College die finanziellen Mittel zur Einrichtung weiterer Professuren vermacht hatte, in Brown University umbenannt. Das älteste Gebäude auf dem Campus, ist die University Hall, die bereits 1770 errichtet wurde. Während der Revolution, diente dieses Gebäude übrigens als Kaserne für die französischen und amerikanischen Truppen. Die pittoreske Bibliothek der Universität im Beaux-Art Stil gehalten, besitzt zudem eine sehr große Sammlung an Amerikana, also an amerikanischer Folklore und Kulturgeschichte und man munkelt sogar, dass sich hier Bücher befinden sollen, die in menschliche Haut gebunden wurden, doch wahrscheinlich sind das nur dumme Gerüchte.

Sich in die alten Bücher der Brown Universität zu vertiefen war mir ein herrlicher Zeitvertreib. Das Rascheln des Papiers, der Geruch von alten Folianten und die gemütlichen Leseecken die allerorten zum Verweilen einluden, begeisterten mich nachdrücklich. Ich machte es mir gleich mehrere Stunden bequem und da mein Interesse an lokalen Gerüchten geweckt war, vertiefte ich mich in die örtliche Geschichte und förderte wirklich faszinierendes zutage. Ich wünschte ich hätte mehr Zeit, doch es gilt auch den Rest der Stadt zu erforschen!

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Auf der östliche Seite bleibend, findet der geneigte Reisende weitere Orte von Interesse. So zum Beispiel den Providence Art Club, der 1880 gegründet wurde und die Werke örtlicher Künstler ausstellt. Unter anderem soll sich hier ein gewisser Wilcox einen nicht unbedeutenden Ruf erworben haben (dessen Haus, das so genannte Fleur-de-Lys Gebäude, findet sich nur wenige Schritte weit entfernt). In den Jahren 1789 und 1791 wurde das Gebäude sogar erweitert um all den Gemälden und Plastiken einen Raum Providence Art Clubbieten zu können. Biegt man auf die Benefit Street ein, findet man sich in Mitten der ältesten Gebäude wieder, deren labyrinthische Giebel sich überkreuzen und so eine eigenartige Atmosphäre einer längst vergangenen Zeit erzeugen. Hier kann man die historische Entwicklung von Providence anhand der unterschiedlichen Baustile leicht nachvollziehen, die sich vom 18. Jahrhundert bis zum 19. Jahrhundert erstrecken. Auf eben jener Straße, findet sich auch das alte John Brown Haus, dass wohl im ganzen Land das schönste Gebäude des 18. Jahrhunderts ist. Dieses Haus wurde 1786 von Joseph Brown für seinen Bruder John gebaut. Heute trifft sich hier, in den exquisiten Räumlichkeiten deren Wohnlichkeit seines gleichen sucht, die Rhode Island Historical Society. Dieser Club ausgesuchter Bürger der Stadt, die mehr als einen Faible für Geschichte und Heimatkunde haben, unterhalten zudem ein Museum (Museum of Rhode Island History) im alten Aldrich Haus (Aldrich war ein einflussreicher US-Senator), auf der Benevolent Street. Dort werden in regelmäßigen Abständen Ausstellungen präsentiert, welche die Geschichte des Staates, seiner Architekturen und Künste zeigen.

Ich wandelte tief bewegt durch die Benefit Street, für mich mehr einem Museum gleich, als einer einfachen Straße, die achtlos von Passanten durchquert und von Automobilen durchfuhren wurde. Die Menschen hier mussten sich glücklich schätzen in einem solch historischen Herz wohnen zu können, Tür an Tür mit Künstlern und Historikern. Was hätte ich dafür gegeben länger hier bleiben zu können und als ich einen Mann fragte, der achtlos an den Bauwerken vorbeiging, wo sich solch Schönheit wohl noch finden ließ, sagte er nur knapp (er bemerkte wohl das ich ein Tourist auf Entdeckungsreise war), dass kein Besuch von Providence vollkommen wäre, hätte man nicht seine Kirchen gesehen.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Auf dem Federal Hill liegt wohl die verrufenste Kirche, die heute jedoch nur noch eine schimmlige Ruine ist. Niemand der bei Verstand ist, würde sich dorthin wagen, vor allem nicht wenn die Sonne bereits untergegangen ist. Dagegen ist die First Baptist Church, allein von ihrer Größe her schon sehenswert. Die wunderschöne georgianische Kirche wurde 1775 von Joseph Brown entworfen und die bereits 1639 gegründete Baptistengemeinde, war die erste in ganz Amerika. Ebenfalls architektonisch ansprechend entworfen, ist die First Unitarian Church, die sich auf der Benefit Street finden lässt und gotische wie klassische Motive in sich vereint. Sie wurde von John Holden Greene gebaut und 1816 vollendet. Viele weitere Kirchen laden den Interessierten dazu ein, besichtigt zu werden (Grace Church – Eine Kirche im Stil des Gothic Revival; Die Beneficent Congregational Church – Der älteste Teil dieses Bauwerkes lässt sich auf das Jahr 1809 datieren und sie wurde 1836 erweitert & die Cathedral of Saint John, ebenfalls von John Holden Greene entworfen), doch man sollte auch nicht das State Capitol vergessen, welches die Stadt auf einem Hügel überragt.

Die Sonne ging bereits unter und verzauberte das Rhode Island Capitol in einen märchenhaften Tempel aus längst vergessenen Tagen, gekrönt vom aufrechten „Independent Man“. Ich hörte von einer Serviererin unten in einem kleinen Diner (vorzügliche Bohnen!), dass sich eine bezaubernde Ausstellung dort befinden sollte, die einige Schätze Rhode Islands präsentiert. Leider sagte mir der glatzköpfige Pförtner, dass ich zu spät sei. Das Haus hätte bereits geschlossen, doch ich könne gerne morgen zurückkommen. Der pflichtbewusste Mann konnte ja nicht ahnen, dass mein Zug bereits am Morgen in aller Frühe ging und so suchte ich mir ein Hotel für die Nacht und ließ am nächsten Morgen Providence hinter mir. Der Zug brachte mich nach Südosten, in das Städtchen Bristol.

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Szenarioidee

Ich entdeckte das Buch erst nach einer recht mühsamen Suche, denn auch das ansonsten freundliche Personal in der Bibliothek legte eher ein Interesse daran, mich von der Suche abzubringen als mir tatsächlich zu helfen. Doch da ich so viele Verweise auf dieses seltsame Buch entdeckte, musste ich einfach weitermachen und als sich dann das Gerücht bewahrheitete und ich das Buch tatsächlich fand, frohlockte ich und zitterte doch gleichzeitig vor Abscheu: Das Buch war wahrhaftig in menschliche Haut eingebunden! Ein süßlicher Duft umfing mich als ich flüchtig die Seiten umblätterte bis zum Titel: Cultes des Goules. Mein Französisch ist nicht sehr gut, doch ich konnte zumindest soviel verstehen, dass ich das Buch angewidert fort schob, nachdem ich nur eine Seite las, die wohl nachträglich in das Buch eingebunden wurde und über die Zustände während der Revolution berichtete…

– Aus dem Reisetagebuch von Nathaniel Evelith

Nur wenige wissen, dass zwischen den staubigen Lehrbüchern der Brown Universität auch einige Bücher lagern, die nicht für jedermanns Augen bestimmt sind. Einige der Bücher sind schlicht Kunstobjekte die sehr sorgsam behandelt werden müssen und daher dem üblichen Leser vorenthalten werden, andere dagegen sind einfach von solch schockierendem Inhalt, das man den unbedarften Leser davor schützen muss. Unter diese Bücher fallen weiterhin noch einige besondere Werke. Was nur wenige wissen ist die Tatsache, dass sich unter diesen Bänden auch solche befinden, die in menschlicher Haut eingebunden wurden und es gibt neben dem harmlosen „Totentanz“ (auch bekannt als Danse Macabre), weitaus andere Folianten, die wesentlich verstörender und beängstigender sind. Das Cultes des Goules ist eines dieser Werke und Nathaniel Evelith konnte einen Blick hinein werfen.

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Providence ist eine alte Stadt. Gegründet von religiösen Abweichlern, schufen sich die Siedler aus Massachusetts eine neue Heimat am nördlichen Ausläufer der kalten Narragansett Bay. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Siedlung und mehr Menschen ließen sich in Providence nieder. Niemand von ihnen ahnte, das auch eine Kolonie der leichenfressenden Ghoule unter der Stadt wuchs und erst als ein französischer Siedler, fortgejagt aus Massachusetts wegen seines abstoßenden Gehabes und seiner fremdartigen Gelüste, das verschriene Cultes des Goules mit sich brachte, machten sich die monströsen Geschöpfe bemerkbar. Angelockt von dem Geruch des Buches nahmen sie Kontakt mit dem Franzosen auf, den sie in eine Knechtschaft zwangen: Fortan sollte er ihnen frische Leichen beschaffen und dies war der Beginn eines unmenschlichen Ritus, der bis heute Jahr um Jahr fortgeführt wird. An einem Tag im Jahr, meist um das Julfest herum, wird den Ghoulen geopfert und die Stadtväter nehmen dies freiwillig in Kauf, denn was die Ghoule als Austausch anbieten, hat die Stadt heute zu dem gemacht was sie ist.