Janobiten: Blanche und Reginald Hayman

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich eine PDF-Datei mit ein paar beispielhaften Janobiten „niederen“ Ranges, verbunden mit der Drohung, diese PDF beizeiten erweitern zu wollen. Außerdem habe ich mir ja ohnehin vorgenommen, hier auch mal etwas mehr Spielmaterial zu präsentieren. Entsprechend folgen hier zwei weitere NSC-Janobiten; die PDF-Datei, die Ihr unter Selbstgeschriebenes finden könnt, ist ebenfalls entsprechend erweitert.

 

Blanche und Reginald Hayman

Beschreibung

4881972819_a458d073de_oBlanche und Reginald Hayman sind seit fast zwanzig Jahren verheiratet. Die beiden Mittvierziger lernten sich bereits an der Schule kennen und lieben und haben eigentlich ihr ganzes Leben zusammen verbracht.

Reginald arbeitet als Bibliothekar in der British Museum Library. Seine Gattin Blanche wiederum arbeitet als Pflegerin in einem Sanatorium für gut betuchte Familien, die ein ungeliebtes da schwachsinniges Mitglied gut versteckt wissen wollen. Sie wurden unabhängig voneinander von beruflichen Bekanntschaften auf die Janus-Gesellschaft aufmerksam gemacht und eingeführt. Sie genießen es, dass sie sogar das Geheimgesellschaftsleben miteinander teilen können.

Blanche ist eine resolute Dame mit modischem Kurzhaarschnitt, Reginald ist von kräftiger Statur, trägt Brille und stets einen leicht altmodischen Anzug. Beide sind von einer stillen Würde, die man sonst nur bei englischem Adel vermuten würde und mögen es gar nicht, auf ihren Fünf-Uhr-Tee zu verzichten.

Verwendung im Spiel

Beide Haymans können hervorragend als Kontaktperson eingesetzt werden. Reginald hat in der British Museum Library Zugriff auf Tausende und Abertausende Bücher, Blanche weiß mit Sicherheit etwas über ihre Patienten und deren Familien zu erzählen – sie unterliegt auch keiner Schweigepflicht. Gegen das Gesetz werden beide aber nicht verstoßen wollen – doch womöglich ergibt sich zwischen den Beiden noch eine ganz andere Situation…

 

Blanche Hayman

Fakultät: Pax (London)

Rang: Magister

Beruf: Pflegerin

ST 10  KO 9   GR 12  IN 16   MA 12

GE 14  ER 14  BI 17   gS 45

Trefferpunkte: 10

Magiepunkte: 12

Schadensbonus:

Angriff: entrüstete Ohrfeige 80%, Schaden 1W2

Fertigkeiten: Buchführung 22%, Cthulhu-Mythos 8%, Erste Hilfe 53%, Horchen 48%, Pharmazie 37%, Psychoanalyse 19%, Überzeugen 58%

Zauber: Älteres Zeichen, Gnädiges Vergessen

 

Reginald Hayman

Fakultät: Pax (London)

Rang: Magister

Beruf: Bibliothekar

ST 12  KO 10 GR 12  IN 15   MA 11

GE 13  ER 13  BI 19   gS 55

Trefferpunkte: 11

Magiepunkte: 11

Schadensbonus:

Angriff: Faustschlag 50%, Schaden 1W3+Sb

Fertigkeiten: Ansehen 35%, Archäologie 42%, Bibliotheksnutzung 88%, Geschichtskenntnisse 69%, Okkultismus 23%, Verborgenes Erkennen 61%

Zauber: Stimme des Ra (unbewusst)

 

Begegnungen mit dem Mythos

Blanche stieß bereits vor Jahren während ihrer Arbeit auf die Spuren des Mythos, als ein völlig verwahrloster Unbekannter mit Amnesie als Notfall in ihr Sanatorium eingewiesen wurde. Einige ihrer Freunde aus der Janusgesellschaft interessierten sich auffällig für den Fremden und schon bald weihten sie Blanche ein: der junge Mann war auf Geheimnisse gestoßen, die offenbar nicht für den menschlichen Geist gemacht waren. Ihre Freunde, Mitglieder der Tardot-Kommission, erkannten das Potential, dass in einer Kontaktperson im Sanatorium steckte, und führten sie in den elitären Zirkel ein.

Reginald wiederum stieß während seiner Recherchen in altem, ägyptischen Material auf Berichte über den sagenumwobenen schwarzen Pharao. Sein Interesse an Okkultismus ließ ihn weiterforschen. Zwar glaubt er längst nicht alles, was er in den alten Folianten geschrieben stand und ist sich in keiner Weise bewusst, welchen Weg er gerade beschreitet; doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis er das Interesse der Tardot-Kommission erregt…

Szenarioidee

Blanche Hayman ist verzweifelt. Sie ist sich bewusst, auf welchem gefährlichen Pfad ihr Mann wandelt, wann immer er wieder einen der verstaubten Folianten aus der Bibliothek mit nach Hause bringt, um ihn zu studieren. Bislang hat sie es nicht fertig gebracht, die Augen der Tardot-Kommission auf ihren eigenen, geliebten Ehemann zu lenken. Aus dieser verzwickten Lage ergeben sich verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für die Charaktere.

  • Blanche tritt an die Charaktere heran und bittet sie um Hilfe. Wie kann ihr Mann von den verbotenen Büchern getrennt werden?
  • Ein anderes Mitglied der Tardot-Kommission wird auf Reginald aufmerksam und setzt die Charaktere auf Blanche, die Verräterin in den eigenen Reihen an. Wie verhalten sich die Charaktere, wenn sie von Blanches wahren Beweggründen erfahren?
  • Blanche entschließt sich, ihren Mann an die Tardot-Kommission zu verraten. Nach einem Anschlag wendet sich dieser hilfesuchend an andere Janobiten, die Charaktere. Wie reagiert Reginald, wenn er von der Verstrickung seiner Frau erfährt?

Rezension: Gail 2

Heute wenden wir uns mal wieder älterem Cthulhu-Material zu; wieder hat es ein Band der Fantastischen Spiele GbR auf meinen Schreibtisch geschafft.

Gail 2 – Die Augen des Drachen – schließt inhaltlich lose an den ersten Band, Gail, den ich hier bereits rezensierte, an. Im Auftrag des British Museum reist eine Gruppe Abenteurer nach Argentinien, um zwei legendäre Edelsteine zu bergen. Die scheinbar einfache Mission erweist sich als gefährliches Unterfangen und gipfelt in der Begegnung mit einem skrupellosen alten Feind, der alles dran setzt, die Menschheit ins Verderben zu stürzen. Zudem sind die SC nicht die einzigen, die sich auf die Spuren der Edelsteine begeben haben – die Konkurrenz aus Deutschland und den USA schläft nicht… und den Verlierern droht ein Grausiges Schicksal…

Soviel zum Inhalt des Szenarios. Das Modul kommt wie bereits die bislang rezensierten der Fantastischen Spiele GbR-Bände in ordentlicher technischer Ausstattung daher: 64 Seiten, erstaunlich stabiles Softcover trotz Klammerbindung, reichhaltig illustriert und sauber lesbar gesetzt. Der obligatorische Zierrahmen am Rand ist zwar nach wie vor eine deutliche Geschmacksfrage (und meinen Geschmack trifft er wieder nicht), aber die verwendeten Illustrationen und Photographien sind völlig in Ordnung – da habe ich bereits schlechter bebilderte Rollenspielbände in Händen gehabt. Die Ausstattung geht – auch wie in den anderen FS-Bänden – über das eigentliche Szenario hinaus und beschreibt Land und Leute der besuchten Regionen, diesesmal auch mit Zeitleiste Argentiniens. Auch an zahlreiche Handouts – die auch teilweise schön anzusehen sind – sind beigefügt. Abgerundet wird das Ganze durch brauchbare Landkarten. An der Ausstattung gibt es also kaum etwas zu meckern.

Für das Szenario wurde mit Argentinien ein interessanter und bislang kaum auf der cthuloiden Weltkarte erschienener Schauplatz ausgewählt. Das ist aber auch zugleich der größte Pluspunkt des Szenarios: die eigentliche Handlung selbst wirkt konstruiert; die Charaktere werden an einem roten Faden ohne echte Reaktionsmöglichkeit durch die Handlung geführt. Auch das Finale, in dem einer der furchtbarsten Großen Alten eine nicht unerhebliche Rolle spielt, wirkt sehr fade und undurchdacht. Das ist doppelt schade, denn sowohl Einstieg in das Szenario als auch die ersten Szenen bis zum Beginn der eigentlichen Expedition sind eigentlich ganz gut gelungen.

Fazit: Was bleibt ist ein äußerst durchschnittliches Expeditions-Abenteuer mit einem überdurchschnittlich gut ausgearbeiteten Hintergrundmaterial. Eine glatte Kaufempfehlung gibt es dafür nicht.

PS: Weiter Rezensionen bei…
X-Zine
Spiegelland