Ein paar News…

…zum Thema „Cthuloides Rollenspiel“.

Zunächst wäre da der auf der DCC von Heiko Gill verkündete Fahrplan cthuloider Publikationen für die nächsten Jahre:

bis (und einschließlich) Messe „Spiel“:

REISEN
Die BESTIE Band 1
pdf Katzulhu (Cthuloide Welten Archiv)
pdf Cthulhu WildWest (CWA)

bis Jahresende:

pdf Abenteuersammlung 1920er (CWA)
pdf Abenteuersammlung NOW (CWA)

bis bzw. zur RPC 2014: Gaslicht (limitiert)

und überhaupt in 2014:

Die BESTIE Band 2
Die BESTIE Band 3
Düstere Orte

In 2015 (z.T. Arbeits- bzw. Originaltitel)

Paris (Städteband)
Tattern of the King (Übersetzung)
Unheimliche Unterwelt („Berufe“-Band)

Daneben in 2014 weitere Pdfs aus dem CWA, zu deren Inhalten werde ich aber wieder Umfragen im Forum starten, da steht noch nichts fest (nicht so ganz, wie auch immer).

Und weitere Pdfs zu Bänden, die vergriffen sind etc.

UND: in Kürze wird es bei Drivethru für Cthulhu die Möglichkeit des „Print on Demand“ geben!

Zwei Prototypen lagen auf der DCC aus.Man arbeitet gerade daran, es einzurichten. Sollte also in Kürze machbar sein.

Mehr und die entsprechende Diskussion dazu finden sich im Forum. Ich persönlich freue mich ja sehr auf Reisen. Dazu gibt es übrigens hinter folgendem Link schon einmal das Titelbild und eine Inhaltsangabe:

Pegasus

Ist eigentlich dieses „Print on Demand“ soviel günstiger und/oder besser als jede beliebige Online-Druckerei, die mir PDF-Dateien als Hardcover drucken kann?

Und dann gibt es noch Nachschub vom Magazin „Cthulhus Ruf“. Da wäre auf der einen Seite ein nachgereichtes Archivheft, auf der anderen Seite kostenlose Ägypten-Abenteuer im Sammel-PDF:

Archivheft #1, protect the elder sign!

Viele aufmerksame Leser haben bereits nachgefragt, wo eigentlich das Archivheft für Ausgabe 1 geblieben ist. In den Ausgaben 2 und 3 hatten wir ja jeweils ein kleines DinA5-Extraheft, in dem wir spezielle Settings (Waisenkinder in Dunwich bzw. Cthulhu Piraten) abgedruckt hatten. Bei unserer ersten Ausgabe fehlten uns noch die Möglichkeiten dazu, aber das holen wir jetzt nach und ihr habt die Möglichkeit, eure Sammlung zu vervollständigen:
In diesem 32-Seiter findet ihr die komplette 3-teilige One-on-One Minikampagne protect the elder sign! für Cthulhu NOW. Der erste Teil in Ausgabe 2 fand bei euch so großen Anklang, dass wir uns entschlossen haben, ihn zusammen mit zwei bisher unveröffentlichten Teilen in diesem Extraheft herauszubringen.

Der Abenteuerwettbewerb, den Pegasus anlässlich der Veröffentlichung des Bandes Ägypten – Altes Land der Pharaonen abgehalten hat, gehörte zu einem der fruchtbarsten der letzten Jahre. Eine Vielzahl guter Abenteuer ist daraus entstanden, drei aus diesem Fundus können wir euch nun in unserer ersten Webedition präsentieren. Wir danken den drei Autoren, die uns ihre Werke zur Verfügung gestellt haben, ebenso wie Gerrit Ansmann, der das Projekt betreut hat.
Die drei Abenteuer spielen alle im Ägypten der 1920er Jahre. Im Einzelnen handelt es sich um:
Felsenbrut (von Marc Schwämmlein): Ein einsteigerfreundliches Abenteuer für Touristen und andere westliche Besucher, welche unfreiwillig an einer Abenteuertour durch die ägyptische Wüste teilnehmen.
Chaos in Kairo (von Marcus Pohlmann): Die Charaktere wegen ihrer Erfahrung als Ermittler angeheuert um das Verschwinden von Touristen in Kairo zu untersuchen.
Schlangen auf dem Nil (von Andreas Schoonhoven): Eignet sich wieder für unerfahrene Charaktere und Spieler, die während einer Nilkreuzfahrt nicht nur mit dem Mythos zu kämpfen haben.

Alle Downloads und/oder weitere Bestellinfos findet Ihr hier.

Rezension: Todbringende Artefakte

Im Frühjahr des Jahres 2012 rief Pegasus einen cthuloiden Abenteuerwettbewerb zum Thema Ägypten aus, um die bevorstehende Veröffentlichung des neuen Ägyptenbandes zu flankieren. Die Resonanz war ungewöhnlich hoch, und so lag es nahe, einige der Einsendungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Drei Wettbewerbsbeiträge wurden nun unter dem Titel „Todbringende Artefakte“ als PDF publiziert.

Rezension - Todbringende ArtefakteKaum ein Landstrich auf dieser Erde scheint derart eng mit dem Cthulhu-Mythos verbandelt zu sein wie Ägypten. In den Pyramiden lauern unvorstellbare Schrecken längst vergangener Zeiten und selbst der Götterbote Nyarlathotep wandelte hier unter den Menschen. Mit dem Ägyptenband wurde ein Schauplatz für zahlreiche Szenarien geschaffen, der mit „Todbringende Artefakte“ erstmals bedient wird. Die drei Abenteuer eint dabei, dass sie sich alle um uralte Relikte drehen, die Wahnsinn, Tod und Verderben über die Menschheit bringen können.

Das erste Szenario, „In dunklen Spiegeln“ von Alexander Simm, nimmt die ersten 24 Seiten des insgesamt 108 Seiten schweren PDFs in Anspruch. Die Charaktere folgen der Einladung eines alten Bekannten, der an Bord eines Nildampfers die Enthüllung seiner neuesten Fundstücke plant. An Bord überschlagen sich rasch die Ereignisse und eine Leiche taucht auf. Auf den Spuren nach den Hintergründen widerfahren den Charakteren unheimliche Dinge, die schließlich in einem fulminanten Finale gipfeln sollen. Eigentlich ist das Szenario pures Railroading, wendet aber einen interessanten und sehr geschickten Kniff an, der den Spielern völlige Handlungsfreiheit vorgaukelt und dem Spielleiter die Möglichkeit gibt, sie dennoch an einem roten Faden durch das Szenario zu führen. Eine interessante Grundidee und spannende Nichtspielercharaktere führen zu einer guten Zwischennote.

Als nächstes folgt, ebenfalls 24 Seiten stark, „Die Gestalten des Re“ von Robert Simon. Das Szenario beginnt in Berlin, wo die Charaktere vom Ägyptischen Museum den Auftrag erhalten, auf den Spuren einer gestohlenen Statue nach Ägypten zu reisen. Hier werden die Charaktere bald mit der gerade grassierenden Pest konfrontiert und stoßen auf die Umtriebe verschiedener Fraktionen, auf deren Spuren sie auf eine Ausgrabungsstelle stoßen. Hier treffen alle Beteiligten in einer finalen Konfrontation aufeinander. Das Szenario ist ein typisches Recherche-Szenario, besticht aber mit vielen schillernden Nichtspielercharakteren und einem beinharten Finale. Außerdem ist es für die Spielgruppe sicher bis zum Schluss schwierig herauszufinden, wer denn nun eigentlich die „Bösen“ sind. Ein spannendes und gelungenes Szenario.

Mit „Der Fluch der Wüste“ von Stefan Tomaschitz wird der vorliegende Band auf 41 Seiten abgeschlossen. Die Charaktere werden während einer Reise in einem Luxus-Zug zwischen Kairo und Luxor in einen Mordfall verwickelt. Auf der Spur nach den Hintergründen der Tat stoßen sie auf ein Jahrzehnte zurückliegendes Ereignis. Doch die Vergangenheit ruht nicht und schon bald geraten die Charaktere in eine Verschwörung, die nichts weniger als die Beschwörung eines Großen Alten zum Ziel hat. Das Abenteuer beginnt recht eng geführt an Bord des Zuges, kann hier jedoch mit gut aufbereiteter Kriminalistik und interessanten NSC punkten. Später gestaltet sich die Handlung dann wesentlich freier; dafür steigt natürlich der Verwaltungsaufwand für den Spielleiter. Leider driftet der Plot in diesem zweiten Teil auch ein wenig in Richtung „Kult der Woche“ ab. Ein solides Szenario mit interessanten Szenen und guter Aufbereitung.

Wie für „Cthulhu“-Publikationen üblich, wurde den Szenarien eine kurze Handlungsübersicht vorangestellt, während alle spielrelevanten Daten und Handouts in Anhängen zusammengefasst sind. Dieses Muster ist bewährt und bietet dem Spielleiter gute Arbeitsbedingungen bei der Vorbereitung und Leitung der Szenarien. Die grafische Aufmachung entspricht – wenig überraschend – dem aktuellen Design der Printpublikationen und ist damit sehr schön ausgefallen. Das gesamte Layout erinnert an einen alten Folianten, die Bebilderung mit zeitgerechten Photographien ist umfangreich und passend ausgefallen. Auch wurde größtenteils auf verschnörkelte Hintergrundmotive verzichtet, was die Lesbarkeit deutlich erhöht. Die Handouts sind – wie für „Cthulhu“-Publikationen fast schon zu erwarten – sehr schön gestaltet, dank dem Medium PDF auch teilweise in Farbe. Auch die abgebildeten Karten wissen zu gefallen. Einziger Kritikpunkt ist an dieser Stelle die enorme Größe des PDFs; mit über 100 MB ist die Datei sehr schwergewichtig geworden.

Fazit: Eine wirklich gelungene Sammlung cthuloider Szenarien auf ägyptischem Boden. Viele frische Ideen, tolle Nichtspielercharaktere und interessante Schauplätze laden zum Spielen ein. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist völlig in Ordnung. Wer plant, seine Spielgruppe nach Ägypten zu entführen, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Diese Rezension erschien ursprünglich auf Ringbote.de.

Janobiten: Blanche und Reginald Hayman

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich eine PDF-Datei mit ein paar beispielhaften Janobiten „niederen“ Ranges, verbunden mit der Drohung, diese PDF beizeiten erweitern zu wollen. Außerdem habe ich mir ja ohnehin vorgenommen, hier auch mal etwas mehr Spielmaterial zu präsentieren. Entsprechend folgen hier zwei weitere NSC-Janobiten; die PDF-Datei, die Ihr unter Selbstgeschriebenes finden könnt, ist ebenfalls entsprechend erweitert.

 

Blanche und Reginald Hayman

Beschreibung

4881972819_a458d073de_oBlanche und Reginald Hayman sind seit fast zwanzig Jahren verheiratet. Die beiden Mittvierziger lernten sich bereits an der Schule kennen und lieben und haben eigentlich ihr ganzes Leben zusammen verbracht.

Reginald arbeitet als Bibliothekar in der British Museum Library. Seine Gattin Blanche wiederum arbeitet als Pflegerin in einem Sanatorium für gut betuchte Familien, die ein ungeliebtes da schwachsinniges Mitglied gut versteckt wissen wollen. Sie wurden unabhängig voneinander von beruflichen Bekanntschaften auf die Janus-Gesellschaft aufmerksam gemacht und eingeführt. Sie genießen es, dass sie sogar das Geheimgesellschaftsleben miteinander teilen können.

Blanche ist eine resolute Dame mit modischem Kurzhaarschnitt, Reginald ist von kräftiger Statur, trägt Brille und stets einen leicht altmodischen Anzug. Beide sind von einer stillen Würde, die man sonst nur bei englischem Adel vermuten würde und mögen es gar nicht, auf ihren Fünf-Uhr-Tee zu verzichten.

Verwendung im Spiel

Beide Haymans können hervorragend als Kontaktperson eingesetzt werden. Reginald hat in der British Museum Library Zugriff auf Tausende und Abertausende Bücher, Blanche weiß mit Sicherheit etwas über ihre Patienten und deren Familien zu erzählen – sie unterliegt auch keiner Schweigepflicht. Gegen das Gesetz werden beide aber nicht verstoßen wollen – doch womöglich ergibt sich zwischen den Beiden noch eine ganz andere Situation…

 

Blanche Hayman

Fakultät: Pax (London)

Rang: Magister

Beruf: Pflegerin

ST 10  KO 9   GR 12  IN 16   MA 12

GE 14  ER 14  BI 17   gS 45

Trefferpunkte: 10

Magiepunkte: 12

Schadensbonus:

Angriff: entrüstete Ohrfeige 80%, Schaden 1W2

Fertigkeiten: Buchführung 22%, Cthulhu-Mythos 8%, Erste Hilfe 53%, Horchen 48%, Pharmazie 37%, Psychoanalyse 19%, Überzeugen 58%

Zauber: Älteres Zeichen, Gnädiges Vergessen

 

Reginald Hayman

Fakultät: Pax (London)

Rang: Magister

Beruf: Bibliothekar

ST 12  KO 10 GR 12  IN 15   MA 11

GE 13  ER 13  BI 19   gS 55

Trefferpunkte: 11

Magiepunkte: 11

Schadensbonus:

Angriff: Faustschlag 50%, Schaden 1W3+Sb

Fertigkeiten: Ansehen 35%, Archäologie 42%, Bibliotheksnutzung 88%, Geschichtskenntnisse 69%, Okkultismus 23%, Verborgenes Erkennen 61%

Zauber: Stimme des Ra (unbewusst)

 

Begegnungen mit dem Mythos

Blanche stieß bereits vor Jahren während ihrer Arbeit auf die Spuren des Mythos, als ein völlig verwahrloster Unbekannter mit Amnesie als Notfall in ihr Sanatorium eingewiesen wurde. Einige ihrer Freunde aus der Janusgesellschaft interessierten sich auffällig für den Fremden und schon bald weihten sie Blanche ein: der junge Mann war auf Geheimnisse gestoßen, die offenbar nicht für den menschlichen Geist gemacht waren. Ihre Freunde, Mitglieder der Tardot-Kommission, erkannten das Potential, dass in einer Kontaktperson im Sanatorium steckte, und führten sie in den elitären Zirkel ein.

Reginald wiederum stieß während seiner Recherchen in altem, ägyptischen Material auf Berichte über den sagenumwobenen schwarzen Pharao. Sein Interesse an Okkultismus ließ ihn weiterforschen. Zwar glaubt er längst nicht alles, was er in den alten Folianten geschrieben stand und ist sich in keiner Weise bewusst, welchen Weg er gerade beschreitet; doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis er das Interesse der Tardot-Kommission erregt…

Szenarioidee

Blanche Hayman ist verzweifelt. Sie ist sich bewusst, auf welchem gefährlichen Pfad ihr Mann wandelt, wann immer er wieder einen der verstaubten Folianten aus der Bibliothek mit nach Hause bringt, um ihn zu studieren. Bislang hat sie es nicht fertig gebracht, die Augen der Tardot-Kommission auf ihren eigenen, geliebten Ehemann zu lenken. Aus dieser verzwickten Lage ergeben sich verschiedene Einstiegsmöglichkeiten für die Charaktere.

  • Blanche tritt an die Charaktere heran und bittet sie um Hilfe. Wie kann ihr Mann von den verbotenen Büchern getrennt werden?
  • Ein anderes Mitglied der Tardot-Kommission wird auf Reginald aufmerksam und setzt die Charaktere auf Blanche, die Verräterin in den eigenen Reihen an. Wie verhalten sich die Charaktere, wenn sie von Blanches wahren Beweggründen erfahren?
  • Blanche entschließt sich, ihren Mann an die Tardot-Kommission zu verraten. Nach einem Anschlag wendet sich dieser hilfesuchend an andere Janobiten, die Charaktere. Wie reagiert Reginald, wenn er von der Verstrickung seiner Frau erfährt?

Rezension: Ägypten – Altes Land der Pharaonen

Ägypten – kaum ein Fleck auf der Erde scheint so eng mit dem Cthulhu-Mythos verwoben, wie das Land am Nil. Hier wandelte der Götterbote Nyarlathotep seit Anbeginn der Zeiten unter den Menschen, hier sind die Götter lebendig. Finstere Geheimnisse ruhen unter dem heißen Sand der Wüste. Die alte Ägypten-Box des Laurin-Verlages ist längst vergriffen. Scheinbar war es längst überfällig, Spielmaterial zu Ägypten wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Doch hat sich dieser Aufwand gelohnt?

Rezension - Ägypten - Altes Land der PharaonenDie folgende Rezension bezieht sich auf die PDF-Version von „Ägypten – Altes Land der Pharaonen“. Die Printausgabe war zwar opulent ausgestattet, jedoch auf wenige hundert Exemplare limitiert und war verlagsseitig bereits nach wenigen Wochen vergriffen. Dank dem neuen Medium PDF ist es nun möglich, das Material auch weiterhin verfügbar zu haben. Die PDF-Version ist dabei gleich ein ganzes Paket, in dem zahlreiche Karten als Grafik enthalten sind, zwei normale PDF (der Ägyptenband sowie ein Reiseführer für Ägypten in den 1920ern) sowie eine hochauflösende Version des Ägyptenbandes.

Insgesamt 356 Seiten schwer ist die eigentliche PDF-Datei. Das verspricht eine Menge Material, und ein Blick in das Inhaltsverzeichnis enttäuscht die Erwartungen auch nicht. Der Band beginnt mit einem ausreichend umfangreichen Geschichtsabriss. Eine mehrere tausend Jahre währende Geschichte detailliert wiederzugeben, würde den Rahmen eines jeden Rollenspielbandes sprengen. Doch die gegebenen Informationen sind ausreichend genug, um jedem Spielleiter eine Vorstellung von den verschiedenen Dynastien und ihrer Regierungszeit zu geben.

Es schließt sich ein umfangreicher Überblick über das Land am Nil an. Dabei werden Land und Leute, bedeutende Städte und natürlich der Nil ausführlich beschrieben. Insbesondere die Beschreibung der Landeshauptstadt Kairo ist sehr detailverliebt. Ein Überblick über die ägyptische Gesellschaft und interessante Nichtspielercharaktere runden diese Kapitel ab. Praktische Informationen wie zum Beispiel das Reisen in Ägypten fehlen hier ebenso wenig wie ein Überblick über die einheimische Flora und Fauna.

Die nächsten, umfangreichen Kapitel widmen sich dann den unheimlicheren Aspekten des Landes. Zahlreiche Pyramiden und Tempel werden beschrieben, der Totenglaube der alten Ägypter erhält ein eigenes Kapitel und auch der Götterpantheon wird ausführlich vorgestellt. Wiederum ein eigener Abschnitt beschäftigt sich mit dem Mythos in Ägypten und klärt zahlreiche Hintergründe auf und wirft neue Fragen auf. Praktische Kapitel, wie das für Spieler interessante „Berufe in Ägypten“ und das für den Spielleiter wertvolle Baukasten-System für Grabstätten, runden diesen Teil des Bandes angenehm ab. Insbesondere das Baukasten-System ist interessant, liefert es doch unkompliziert eine rasche Möglichkeit, authentische Grabsysteme zu schaffen. Ein umfangreicher Index am Ende des Buches rundet den guten Gesamteindruck ab.

In jedem Kapitel finden sich dabei Abenteuervorschläge und weiterführende Informationen zu Mythosaktivitäten in Ägypten. So wird der Quellenteil zu einer wahren Fundgrube für einen Spielleiter, der eine Kampagne in ägyptischen Landen plant. Hierbei werden verschiedenste Ideen aufgegriffen und vorgestellt – so muss man auch in Ägypten nicht immer Nyarlathotep und seinen Schergen in die Quere kommen. Alleine durch die hohe Anzahl der verschiedenen Vorschläge sind auch viele gute dabei.

Die nächsten 80 Seiten nehmen dann zwei komplett ausgearbeitete Szenarien in Anspruch. Beide Szenarien sind nach dem für „Cthulhu“-Publikationen üblichen Schema aufgebaut: Einem kurzen Überblick über das Geschehen folgt das eigentliche Szenario; Spielwerte und Handouts werden jeweils in einem separaten Anhang zusammengefasst. Diese Herangehensweise ist bewährt und erprobt und erleichtert das Vorbereiten und Leiten der Szenarien.

„Ankh Dschet – Ewiges Leben“ setzt bei einem Spielercharakter eine unheilbare Krankheit voraus. Auf der Suche nach der richtigen Medizin stürzen er und seine Kameraden sich in die ägyptischen Bazare. Hier werden sie auch recht bald fündig, doch auch wenn die Medizin scheinbar die gewünschte Wirkung bringt, ruft sie doch unversehens feindliche Parteien auf den Plan, die der Gruppe in der Folgezeit zusetzen. Es werden ungewöhnliche Entscheidungen zu treffen sein, um aus diesem Konflikt als Sieger hervorzugehen … Das Abenteuer ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Der Einstieg in das Szenario wirkt sehr gezwungen und auch der Handlungsverlauf wirkt, als hätte der Autor eigentlich eine gute Geschichte zu erzählen. Zwar werden alternative Handlungsverläufe kurz angerissen, doch ist das Szenario nicht wirklich auf diese Alternativen ausgelegt. Wer sich darauf einlassen kann und bereit ist, Arbeit in das Szenario zu investieren, erhält aber eine sehr schöne Rahmenhandlung für einen Besuch in Kairo.

Das zweite Szenario, „Untot auf dem Nil“, lehnt sich an die berühmte Kriminalgeschichte „Der Tod auf dem Nil“ von Agatha Christie an. Die Charaktere nehmen an einer Schifffahrt den Nil herunter teil. Hier können sie nicht nur ihrem detektivischen Spürsinn im Laufe der Fahrt freien Lauf lassen, sonder sehen sich im Verlaufe des Szenarios auch mit dem Mythos konfrontiert und kämpfen schon bald um ihr Leben. „Untot auf dem Nil“ ist das stärkere der beiden Szenarien, lässt den Spielern viel Handlungsspielraum und sprudelt vor interessanten NSC nur so über. Selbst wer es nur als Ideenfundgrube für seine eigene Nilschifffahrt nutzen möchte, wird hier sicherlich fündig. Empfehlenswert.

„Ägypten – Altes Land der Pharaonen“ ist optisch identisch zu übrigen PDF-Veröffentlichungen gestaltet und damit im Layout der dritten Edition gehalten. Das Dokument ist wirklich reich bebildert, die Seiten wie die eines altertümlichen Folianten aufgemacht. Insgesamt möchte ich das Layout als ansprechend und hübsch bewerten; es neigt aber dazu, manchmal etwas überladen zu wirken.

Ein paar Worte möchte ich noch zu der zweiten PDF, dem Reiseführer verlieren: Dieser ist eine wirklich hervorragende Idee, um auch den Spieler alle nötigen Informationen für die nächste Ägyptenreise zukommen zu lassen. Optisch sehr schlicht gehalten, ist die gegebene Informationsfülle für die Spieler völlig ausreichend und erspart dem Spielleiter lange Erklärungen. Vorbildlich!

Fazit: „Ägypten – Altes Land der Pharaonen“ ist wirklich ein tolles Werk geworden. Manch einer mag von der Detailfülle abgeschreckt sein, doch das Buch sprudelt nur so über vor Ideen. Man merkt dem Band auf jeder Seite an, mit welcher Liebe zum Detail er von den Autoren verfasst wurde. Die Szenarien sind brauchbar, das Layout gewohnt gut. Wer plant, seinen Spielern einen längeren Aufenthalt in Ägypten zu gewähren, kommt um diesen Band schlicht nicht herum. Für alle anderen mag der hohe Preis der PDF als Abschreckung dienen – inhaltlich ist für jeden sicher etwas Interessantes dabei.

Diese Rezension erschien ursprünglich auf Ringbote.de.

Szenario: Begraben!

Hallo zusammen,

Anfang diesen Jahres veranstaltete Pegasus einen Abenteuerwettbewerb mit dem Oberthema „Ägypten“. Mein eingereichter Beitrag war „Der Gesichtslose Gott„, das ich mangels Siegerpodestplatz bereits in diesem Blog veröffentlichte.

Ein weiteres meiner Szenarien, das im Fahrwasser des Wettbewerbs entstand, war „Begraben!“, eine Art cthuloides Kammerspiel, dass die Kollegen von Cthulhu.de auf ihrem Blog veröffentlicht hatten. Leider ist der Blog im Moment (aus verständlichen Gründen) offline; daher veröffentliche ich „Begraben!“ nun auch an dieser Stelle:

Begraben!

Es sei noch einmal ausdrücklich den Jungs von cthulhu.de (insbesondere Wrzlprmft) gedankt, die das Szenario vernünftig lektoriert und überarbeitet haben! Ich hoffe, der ein oder andere kann damit etwas anfangen, ich wünsche Euch viel Spaß damit!

Rezension: Cthulhus Ruf Ausgabe 2

Die heutige Rezension dreht sich mal wieder ausnahmsweise um brandaktuelles Spielmaterial. Die zweite Ausgabe des neuen cthuloiden Magazins „Cthulhus Ruf“ liegt auf meinem Schreibtisch und harrt nach intensivem Studium einer Besprechung. Wollen wir doch mal sehen, ob die durch die erste Ausgabe hoch gesteckten Erwartungen erfüllt werden können!

Der Ersteindruck des inoffiziellen Erbe des Magazins „Cthuloide Welten“ hat sich gegenüber der Erstausgabe leicht verbessert. Das Magazin (dessen Cover wieder im Stile einer Tageszeitung im A3-Querformat um das gesamte Heft gelegt wurde) hat ein Cover aus etwas schwererem Papier spendiert bekommen, was sich in der Haptik sowie in der Langlebigkeit des Produktes positiv niederschlägt. Auch fällt auf, dass zwei Pappseiten eingeheftet sowie ein schmales A5-Heft beigelegt wurden. Die Materialfülle ist für den niedrigen Preis von gerade einmal 6,- € also wieder erstaunlich. Layout und Bebilderung orientieren sich an der erfolgreichen Vorgängerausgabe. Wieder hat man das Gefühl, ein professionelles Produkt in Händen zu halten, wieder ist sehr vieles richtig gemacht worden.

Kommen wir also rasch zum Inhalt des Magazins. Wiederum hat sich auf 80 Seiten ein bunter Strauß Artikel in dem Magazin zusammengefunden, wobei das Augenmerk auf Spielbarkeit noch einmal erhöht wurde. So finden sich neben zwei spielbereiten Szenarien noch Hintergrundartikel mit Regelvorschlägen, Szenariovorschläge und einiges mehr. Mir sei an dieser Stelle eine kurze Einzelkritik erlaubt:

Eröffnet wird die zweite Ausgabe wieder mit der Flüstertüte und einer kontroversen Meinung über „Abziehbildcharaktere“ beim cthuloiden Rollenspiel. Wieder spiegelt die Meinung des Autors nicht unbedingt den allgemeinen Tenor wider, wieder mag er für Diskussionsstoff sorgen – oder auch nicht. Es folgt das Szenario „Eine Herzensangelegenheit“, das im Ägypten der 20er Jahre angesiedelt ist. Mumien, Ghoule und Monster harren den Charakteren in einem recht komplexen Abenteuer, das für den Spielleiter wohl nicht ganz einfach zu leiten sein wird, dafür aber den Geist lovecraftscher Geschichten schön einfängt. Dieses Szenario hat es im Abenteuerwettbewerb „Cthulhu in Ägypten“ unter die Top 3 geschafft und erhält auch von mir eine gute Zwischennote. Daran passend anschließend folgt „Das Totengericht – Jenseitserfahrungen im Land der Pharaonen“, ein Artikel in dem nicht nur der Totenglauben der alten Ägypter genauer beschrieben wird, sondern gleich auch interessante Regelvorschläge für die Verwendung im Spiel gemacht werden.

Es folgen einige schöne, kleine Artikel die viel spielbereites Material enthalten. Das Mythosbuch „La Picadura de la Serpiente Coruppta“ wird vorgestellt, im Stile der „Tales of Terror“ werden drei Abenteuerideen für Cthulhu Mittelalter rund um einen toten Kreuzritter präsentiert und der Artikel „Cthulhu im Duett“ beleuchtet das One-on-One-Spiel mit einem Spielleiter und nur einem Spieler. Dieser Artikel erhält dann mit “protect the elder sign! part No 1“ auch gleich ein praktisches Beispiel für Cthulhu Now. Wiederum finden wir hier den Auftakt einer Kampagne. Stil und Inhalt gefallen mir sehr gut, leider ist das Szenario sehr kurz ausgefallen und hat ein sehr offenes Ende. Als nächstes treffen wir auf „Die Barone – Voodoo-Schutzheilige der Piraterie“, ein Artikel, der die Charaktere einer Piratenkampagne deutlich bereichern kann. Anschließend werden im Artikel „Krieg der Welten – Alieninvasionen in Cthulhu“ Anregungen und zahlreiche Szenarienvorschläge für den Umgang mit einer außerirdischen Aggression im Cthulhu-Rollenspiel gegeben. Der Autor geht dabei nicht so weit wie „Cthulhu Tech“, dennoch gehört der Artikel zu meinen Lieblingen der Ausgabe. Abgerundet wird der bunte Reigen mit dem „Charakter der Ausgabe“, der den Forscher, Abenteurer und Entertainer Count Byron de Prorok zum Thema hat.

Auf den eingehefteten Pappseiten findet sich dann „Wanderer – Das Reisespiel“, eine Art cthuloides Quartett, das Extra-Heft beschreibt den alternativen Szenarienhintergrund „Dunwich – Vier Waisenkinder in den Hügeln“ und ist eine nette Dreingabe, mehr aber leider nicht. Die Bebilderung des Heftchens ist großartig, nimmt aber leider so viel Platz in Anspruch, das recht wenig Text übrig bleibt. Für Besitzer des Dunwichbandes (zu denen ich nicht gehöre) ist die Beilage vielleicht interessanter.

Ihr seht, es gibt wieder einiges zu Lesen und einiges zu Spielen, das ganze präsentiert in einem ansprechenden Layout und zu einem absolut fairen Preis. Einige kritische Anmerkungen seien aber an dieser Stelle erlaubt. Es ist schade, dass die Fehlerquote in den Texten im Vergleich zur ersten Ausgabe gefühlt gestiegen ist. Da stehen Absätze an der falschen Stelle, Überschriften werden plötzlich mitten im Text wiederholt und ähnliche kleine Faux-Pas. Das stört den Lesefluß und ist und schmälert leider etwas den positiven Gesamteindruck. Die zweite Kritik ist eher konzeptioneller Art: die Wiedergabe von laufenden Kampagnen ist in einem halbjährlich erscheinenden Magazin wenig zielführend. Die Kampagne aus der ersten Ausgabe wird (außer mit einem kurzen Hintergrundartikel) noch nicht weitergeführt (womit eine Spielgruppe ein geschlagenes Jahr auf eine Fortsetzung warten müsste), dafür wird gleich eine zweite Kampagne mit einem sehr kurzen Szenario eingeläutet. Diese erfordert wieder eine sehr geduldige Spielgruppe und einen Spielleiter mit ausgeprägtem Sammeltrieb. Sicher ist das Magazin auf den von der Community bereitgestellten Inhalt angewiesen, aber der Verzicht auf Kampagnen würde ihm sicher gut tun und die Spielbarkeit weiter erhöhen.

Fazit: Wieder überwiegt der positive Eindruck. Das 1920er-Szenario ist wirklich großartig, die Fülle an Artikeln mit spielbereitem Material hat weiter zugenommen, die Beilagen runden das Gesamtpaket hervorragend ab. Wieder kann ich jedem cthuloiden Spielleiter nur ans Herz legen, „Cthulhus Ruf #2“ zu kaufen – insbesondere bei dem günstigen Preis von nur 6,- €. 5 von 6 Sternen, wobei der 6. Stern dieses Mal den Fehlern und der nicht fortgeführten Kampagne zum Opfer gefallen ist.

PS: meine Rezension zu Cthulhus Ruf #1

Szenario: Der Gesichtslose Gott

Hallo zusammen,

vor kurzem lief ja der aktuelle Abenteuer-Wettbewerb von Pegasus aus. Thema sollte Ägypten in den 1920ern sein.

Ich habe die Chance genutzt, um zum ersten Mal tatsächlich Szenarien zu Papier zu bringen und sie nicht nur als grobe Skizze anzufertigen. Dabei war es mir in der Zeit sogar möglich, zwei Szenarien anzufertigen; auf der einen Seite „Begraben!„, welches ich den Kollegen von Cthulhu.de bereits im Vorfeld zur Verfügung gestellt habe; auf der anderen Seite habe ich ein wesentlich „klassischeres“ Recherche-Abenteuer geschrieben, das ich letztendlich auch beim Wettbewerb eingereicht habe.

Nun, für einen Podiumsplatz hat es nicht gereicht. Nichts desto trotz fände ich es schade, die 20 Seiten Arbeit ausschließlich für mich selbst erledigt zu haben. Also habe ich mich entschlossen, das Abenteuer hier zu veröffentlichen. Während „Begraben!“ damit die gnädige Überarbeitung einer richtigen Redaktion erfahren hat, wird „Der Gesichtslose Gott“ hier in seiner rohen, von mir heruntergeschriebenen Form erscheinen. Ich hoffe trotzdem, dass es dem einen oder anderen gefällt und er etwas damit anfangen kann!

Ach ja, um meine zuletzt begonnene Layout-Diskussion zu einem ersten Ergebnis zu bringen: „Der Gesichtslose Gott“ wird in zwei Versionen hier veröffentlich (darum hat es auch ein wenig gedauert); eine (etwas abgespeckte) Voll-Layout-Version (inkl. Grafiken, farbigen Textkästen, zerknittertem Papier im Hintergrund etc.) sowie in einer druckerfreundlichen Version (ohne Bilder und Hintergrundgrafiken und unverschnörkelte Schriften). Ich hoffe, so einen passenden Mittelweg gefunden zu haben.

So, und nun viel Spaß damit!