Cthulhu.de Bestseller: Abenteuer en masse

Aus der Reihe “cthulhu.de-Bestseller”
Erstveröffentlichung: verschieden
Autoren: Tobias „De Vermis“ Schmidbauer, Markus Leupold-Löwenthal, Ortwin „2nd System-Meister“ Ebhardt, Gerrit „Wrzlprmft“ Ansmann

cthulhu de stempel bestsellerHeute habe ich einen beeindruckenden Rundumschlag aus dem Archiv von Cthulhu.de zu bieten – gleich fünf Abenteuer, die Ihr früher auf den Seiten dieses verloren gegangenen Blogs herunterladen konntet, findet Ihr nun hier wieder. Die Abenteuer sind außerdem – für die Zukunft – auf der Seite Szenarien oben am Rand zu finden. Dort sind dann auch displayfreundliche Varianten der Szenarien zu finden. Die Vorstellungstexte der Abenteuer entsprechen denen, die auch auf cthulhu.de zu finden waren. Mein Dank gilt – selbstverständlich – allen Autoren, die Ihr Einverständnis für die Wiederveröffentlichung gegeben haben. Und nun Vorhang auf und viel Spaß!

 

Im Angesicht des Todes
von Tobias „de Vermis“ Schmidbauer

„Im Angesicht des Todes“ entstand im Zuge des Ägyptenwettbewerbes. Es stellt einen Charakter in den Mittelpunkt.

Geschlossene Gesellschaft
von Markus Leupold-Löwenthal

Dieses ursprünglich für NIP’AJIN geschriebene Szenario wurde von [cthulhude.] mit freundlicher Genehmigung des Autors für Cthulhu konvertiert. Das Original ist kostenlos erhältlich und enthält neben den NIP’AJIN-Regeln sechs Beispielcharaktere, die auch als Vorlage oder Inspiration für Cthulhu-Charaktere herangezogen werden können.

Die Charaktere besuchen im heutigen Wien ein Lokal in Mitten eines Kleingartenvereins, weil dort ein Altwiener Schrammelmusik-Konzert stattfinden soll. Bei strömendem Regen müssen sie aber feststellen, dass in dieser Schrebergartensiedlung einiges im Argen liegt – und mit etwas Glück kommen sie sogar mit dem Leben davon.

Das Erbe der Maria Vanesca
von Ortwin „2nd System-Meister“ Ebhardt

Anfang des Jahres 2005 kommt die Humanistin und bekannte Menschenrechtlerin Maria Vanesca in Afrika ums Leben. Angeblich soll das im Zuge von Massenausschreitungen geschehen sein. Wenig später erhalten die Spielercharaktere die Aufforderung, sich in Davos in der Schweiz einzufinden. Sie seien als Testamentvollstrecker von Maria Vanesca bestimmt und müssten daher der Testamenteröffnung beiwohnen. Bei der Eröffnung erfahren die Charaktere, dass sie aufgrund ihres Rufes bestimmen können, wozu die Gelder einer Stiftung eingesetzt werden – wenn sie die Untersuchungen Marias in Angola weiterführen.

Explodiert
von Gerrit „Wrzlprmft“ Ansmann

Wie der Name erwarten lässt, beginnt Explodiert mit einem Knall und schickt die Charaktere auf eine Ermittlung nach dessen Ursachen – eine unerwartete Rolle, da sie eigentlich alle mehr oder weniger kriminell sind. Als solche haben sie zwar nicht unbedingt die Autorität und Mittel professioneller Ermittler, sind aber auch nur mittelbar durch Gesetze und Protokolle eingeschränkt. Während man zunächst an einen Terroranschlag denken möchte, kommen die Charaktere langsam den wahren Ursachen auf die Schliche.

Hirnrissig
von Gerrit „Wrzlprmft“ Ansmann

Hirnrissig ist ein kurzes Abenteuer für Cthulhu Now, das sich für ein bis vier Spieler eignet. Es wurde auf der letzten Deutschen Cthulhu-Convention als Sonderausgabe von Cthulhus Ruf veröffentlicht und erscheint jetzt hier optisch abgespeckt zum Download.

Die Charaktere nehmen als freiwillige Probanden an einer MRT-Studie teil. Die bedrückende Enge, der hämmernde Lärm und die völlige Abgeschnittenheit von der Außenwelt bilden dabei nur den Auftakt von Angriffen auf ihr Nervenkostüm.

  • Hirnrissig
  • Hirnrissig – Charaktere
  • Rezension: Die Bestie 3 – Der Tag der Bestie

    „Die Bestie“, die nächste große Kampagne für das cthuloide Rollenspiel aus dem Hause Pegasus, geht ihrem Ende entgegen. Im dritten Band sollen alle offenen Fäden zusammengeführt werden und die Bühne für ein großartiges Finale bereitet werden. Doch ist der dritte Band gelungen?

    Rezension - Die Bestie 3 - Der Tag der BestieWie auch bereits bei den Rezensionen der Vorgänger-Bände sei eine Spoiler-Warnung vorweggeschickt: Die Besprechung der Abenteuer kommt kaum komplett ohne Spoiler aus. Wer die Kampagne noch als Spieler erleben möchte, dem sei angeraten, die nächsten Abschnitte zu überspringen.

    Wie auch bereits in den Vorgängerbänden haben sich insgesamt sechs Szenarien zwischen den Buchdeckeln versammelt, die es den Spielercharakteren ermöglichen sollen, den Spuren der Bruderschaft der Bestie nachzufolgen und so den drohenden Weltuntergang zu verhindern. Am Ende des Vorgängerbandes haben die Spieler erstmals verschiedene Recherchen durchführen können, die ihnen von den Hintergründen der Kampagne erzählten. Ungleich konkreter geht es nun weiter: Gleich im ersten Abenteuer des dritten Bandes, „Die Berge des Mondes“, können die Charaktere auf ein wichtiges Puzzlestück in den Plänen der Bruderschaft stoßen. Leider bleibt das Abenteuer größtenteils Stückwerk, insbesondere die Motivation zahlreicher NSC und sogar der Spielercharaktere bleibt hanebüchen. Besser wird es in „Blumenkinder des Todes“, dem zweiten Abenteuer, das eine gesunde Portion Recherche und viele interessante Nichtspielercharaktere mitbringt.

    Es folgt „Technischer Terror“, dem die Charaktere Einhalt gebieten müssen. Hier wird das nächste wichtige Mosaiksteinchen im Plan der Bruderschaft der Bestie enthüllt, und die Charaktere erhalten Gelegenheit, einen der führenden Köpfe der Bruderschaft auszuschalten. Endgültig wird den Charakteren dann der Plan der Bruderschaft in „Die Stimme aus dem Jenseits“ präsentiert, einem gruseligen, aber für meinen Geschmack zu kurzen Zwischenspiel. Mit „Falkenjagd“ nahm sich die deutsche „Cthulhu“-Redaktion die Freiheit, die ursprüngliche Kampagne wiederum um ein Abenteuer aus dem von Pegasus veranstalteten Ägypten-Abenteuerwettbewerb zu erweitern. Seltsame Morde führen die Charaktere auf die Spur eines finsteren Priesters. Leider bleibt der Zusammenhang zur Gesamtkampagne an den Haaren herbei gezogen. Ein wirklich starkes Abenteuer, das eine eigenständige Veröffentlichung verdient hätte.

    Im 18. und letzten Kapitel, „Stunde Null“, sollen nun die Charaktere den Untergang der Welt verhindern, indem sie ein finsteres Ritual – wie könnte es anders sein? – verhindern. „Stunde Null“ kommt wenig innovativ daher, stellt aber dennoch einen würdigen, da absolut endgültigen Schlusspunkt der Kampagne dar.

    Die zweite Hälfte des 246 Seiten starken Bandes wird dann von einer umfangreichen Regionalia-Beschreibung San Franciscos eingenommen, die die Stadt an Westküste der USA in den 1920ern vorstellt. Dafür wurden Teile des viel gelobten Chaosium-Quellenbandes „Secrets of San Francisco“ übersetzt und ergänzt. Der Regionalia-Teil ist absolut umfangreich, geht auf jedes Stadtviertel ein und ist darüber hinaus mit angenehm vielen Spielanregungen gespickt: Neben den obligatorischen Szenario-Ideen finden sich interessante Nichtspieler-Charaktere, neue Mythoszauber und -bücher sowie Spielwerte für Sanatorien oder Krankenhäuser. Sehr durchdacht, doch leider spielt nur ein wirklich kleiner Teil der Kampagne „Die Bestie“ in San Francisco, was es für mich fraglich macht, wieso das Material unbedingt zusammen veröffentlicht werden musste.

    „Die Bestie 2 – Der Tag der Bestie“ enthält kaum optische Überraschungen. Der Band ist reichhaltig bebildert, die Seiten wie die eines altertümlichen Folianten aufgemacht. Wie auch in den Vorgängern wurde die für „Cthulhu“-Bände übliche Bebilderung mit zeitgenössischen Photographien teilweise durch gezeichnete Bilder aufgelockert, die mich aber wiederum nicht überzeugen konnten. Dafür sind aber die Handouts wieder zahlreich und wunderschön geworden und es gibt auch haufenweise – zwar nicht bombastisch aufgemachtes, aber brauchbares – Kartenmaterial.

    Fazit: Ich bin ehrlich zwiegespalten. Es gibt einige großartige Abenteuer in diesem Kampagnenband, die allerdings auch prima ohne die Kampagne funktionieren. Es gibt einen großartigen Quellenteil über San Francisco, der gespickt ist mit Anspielungen auf den Mythos – doch auch dieser benötigt die Kampagne nicht als Rahmen. Die eigentliche Kampagne bleibt eher Stückwerk. Sobald man den Antagonisten auf die Spur gekommen ist, ist sie auch schon wieder beendet. Wer sich mehr mit den eigentlichen Machenschaften der Bruderschaft der Bestie beschäftigen möchte, muss sich seine Szenarien selbst zurecht legen. Das ist schade. Wie auch schon seine Vorgänger ein absolut empfehlenswertes Buch für jeden „Cthulhu“-Spieler. Leider bleibt aber die eigentliche Kampagne eher farblos.

    PS: Diese Rezension erschien ursprünglich bei ringbote.de

    Szenario: Congo

    Hallo zusammen!

    Im vergangenen Jahr war es mal wieder soweit: ein cthuloider Abenteuerwettbewerb erblickte das Licht der Welt. Die Rede ist natürlich von dem „Untergrund“-Wettbewerb, den die unermüdlichen Jungs von „Cthulhus Ruf“ initiiert hatten. Und wie es bei cthuloiden Wettbewerben der letzten Zeit so üblich ist, wollte ich unbedingt mitmachen. Nun, hinter der obigen Verlinkung findet sich die Gewinner-Liste und: ich erscheine nicht darauf. Meine ernstgemeinte Gratulation gilt natürlich erst einmal allen Gewinnern und ich bin schon sehr gespannt auf die Art und Weise, in der die Abenteuer erscheinen werden. Und natürlich auf die Abenteuer selbst!

    Ich schrieb eben: ich wollte mitmachen. Habe ich auch – nur halt gewonnen habe ich leider nichts. Ich kann an dieser Stelle natürlich nur darüber spekulieren, woran ich gescheitert bin – am wahrscheinlichsten natürlich an der Qualität der Einsendungen der Gewinner. Vielleicht lag es auch daran, dass mein Szenario wenig gruselig, dafür eher actionorientiert und pulpig daherkommt, dass es einen aus Buch und Film bekannten Plot nacherzählt und nur leicht cthulhusiert wurde. Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Thema „Untergrund“ nur in einem kleinen Teil des Szenarios, dem „grande Finale“, streife. Wie auch immer: es hat mir großen Spaß gemacht, das Szenario niederzuschreiben und damit an dem Wettbewerb teilzunehmen. Und auch, wenn Preise, Ruhm und Ehre natürlich eine tolle Belohnung sind, so freue ich mich doch auch einfach darüber, wieder ein cthuloides Szenario auf das virtuelle Papier gebannt zu haben.

    Darüber hinaus habe ich ja auch noch das Luxus-Problem, einen inhaltshungrigen Internet-Blog von Zeit zu Zeit mit neuen Einträgen füttern zu müssen. Und ein vollwertiges Szenario kommt da natürlich gerade recht. Außerdem bin ich nach wie vor nicht unzufrieden mit meinem Beitrag und fände es schade, wenn er in den virtuellen Papiermüll wandern würde. Und hier ist das Szenario:

  • Congo
  • Um schon einmal eine Beschreibung des Szenarios darzulegen, zitiere ich mich mal einfach aus meinem eigenen Vorwort selbst:

    Das folgende Szenario basiert im wesentlichen auf der Idee des Romans „Congo“ von Michael Crichton sowie der gleichnamigen Verfilmung des Stoffes aus dem Jahre 1995. Diese Grundidee ist jedoch – natürlich – mit cthuloidem Horror angereichert worden, um dem Mythos Einzug in das Szenario zu gewähren. Außerdem wurde die Handlung teils sehr deutlich verändert, um den Anforderungen des Abenteuer-Wettbewerbs „UNTERGRUND“, ausgerichtet von „Cthulhus Ruf“ und „Effective Evolutions“ gerecht zu werden. Das Szenario ist in seiner gesamten Anlage eher pulpig und hat wenig mit dem nihilistischen Ansatz anderer NOW-Szenarien gemein.

    Darüber hinaus ist es auch wieder als One Shot mit vorgefertigten Charakteren angelegt. Tatsächlich hatte ich schon lange vor, aus dem Film „Congo“ mal etwas actiongeladenes und doch cthuloides für meine eigene Gruppe zu basteln. Diese Idee wurde nun dank dem Wettbewerb endlich mal umgesetzt.

    Ich hoffe, der ein oder andere kann mit dem Szenario etwas anfangen. Wie immer freue ich mich über Feedback jedweder Art.

    Beste Grüße
    Seanchui

    Ein paar News (XXIII)…

    …rund um das Thema cthuloides Rollenspiel. Die letzte Newsmeldung auf diesen Seiten ist ja schon ein paar Tage her – mal gucken, was sich in der Zwischenzeit nicht alles spannendes ergeben hat.

    Veröffentlichungsplan 2014

    Zunächst einmal wäre da der Veröffentlichugnsplan für die ersten Monate des Jahres 2014, den Chefredakteur Heiko Gill im Cthulhu-Forum veröffentlichte:

    Was erwartet uns grob überflogen im 1. Halbjahr 2014 (oder sagen wir, bis zum Cthulhu-Con)?

    1) GEDRUCKT:
    Die Bestie Band 2 – ist bereits fast fertig layoutet.
    Die Bestie Band 3 – liegt fast komplett vor und sollte pünktlich erscheinen.
    Gaslicht – alle Texte liegen inzwischen vor und auch hier sollte die verschobene Veröffentlichung nun klappen.

    2) „Crowdfunding“
    Die Vorbereitungen für das Crowdfunding-Projekt „Berge des Wahnsinns“ laufen auf Hochtouren.

    3) Pdfs „Vergriffenes“
    Es ist geplant, im 1. Halbjahr mindestens 6 und wohl maximal 10 vergriffene Bände wieder als Pdf verfügbar zu machen. Es gibt dafür eine Liste von 14 Bänden, aus denen noch ausgewählt wird. Die Meinungsäußerungen hier im Forum fließen dabei ein.

    Details folgen immer, wenn was fertig ist.

    4) Pdfs des „Cthuloide Welten Archiv“
    Es sind pro Quartal zwei Veröffentlichungen vorgesehen (Abenteuersammlungen). Wiederum unter Berücksichtigung der Meinungsbildung hier im Forum.

    Auch dazu Details immer, wenn es soweit ist.

    Immer noch keine Neuigkeiten gibt es zum Thema „Print on Demand“. Das wundert mich ehrlich gesagt ein wenig – immerhin ist Pegasus jetzt nicht der erste Verlag, der sich Gedanken um dieses Thema macht…

    Die ersten PDF-(Wieder)-Veröffentlichungen für dieses Jahr sind inzwischen auch bekannt:

    in Kürze werden die nächsten drei Pdfs auf Drivethru veröffentlicht werden. Es handelt sich dabei um:

    Geheimnisvolles Marokko
    Kingsport
    &
    Unfassbare Mächte

    sobald es weitere Infos dazu gibt, reiche ich sie nach.

    Ja, Geheimnisvolles Marokko war wohl überfällig. Das ist eine schöne Nachricht. Auch Kingsport ist nett – so bleibt zumindest die Lovecraft-Country-Reihe erhältlich. Es sind ja sonst kaum noch Quellenbücher im Handel zu kriegen – dann immerhin als PDF… Seufz. Unfassbare Mächte wiederum verstehe ich nicht – sicher, der Band hat tolle Kritiken bekommen, lag aber wie Blei in den Regalen und wurde lange, lange, lange für 7,99 € UVP verramscht… ob sich da die Wiederveröffentlichung lohnt?

    Neue Edition

    Gut versteckt am Rande einer Pressemeldung hat Pegasus übrigens noch verkündet, Ende des Jahres die neue Regeledition zu veröffentlichen:

    Eine weitere Ankündigung darf nicht fehlen: Wenn die Sterne richtig stehen, erscheinen die neuen Editionen des Spieler-Handbuchs und des Spielleiter-Handbuchs noch dieses Jahr auf Deutsch. Und um das diesjährige Jubiläum gebührend zu feiern, werden beide Bände vollfarbig gedruckt.

    Ganz ehrlich? Ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr klappen wird – immerhin erscheinen die Cthulhu-Bände im Moment wann sie wollen, nicht wann sie sollen. Und bei der aktuellen Preispolitik frage ich mich, was uns Spieler wohl die Vollfarb-Variante kosten wird. Man wird sehen, ob es sich bei Cthulhu lohnt, einen Preis-Coup wie bei Shadowrun zu wiederholen…

    …und noch ein Reminder
    Und nur als kleine Erinnerung: In einer Woche endet die Deadline für den großen “Untergrund”-Abenteuerwettbewerb von Cthulhus Ruf! Nicht vergessen!

    Tatort: Der Spiegel

    Wißt Ihr,

    ich bin nach wie vor ein großer Fan von Kurzmaterial. Das beginnt schon bei meinen Lesegewohnheiten – hier ziehe ich Kurzgeschichten einem Roman stets vor. Und auch für’s Rollenspielen finde ich es immer angenehm, Kurzmaterial an der Hand zu haben: wenig Vorbereitungszeit, dafür im Anschluß viel Freiheit für den Spielleiter. Außerdem ist es für einen Autoren natürlich wesentlich schneller erledigt – daher ist einfach die Menge an verfügbaren Ideen auch größer.

    Als ich mir also vor einiger Zeit dachte: „Du müsstest mal wieder ein Szenario für den Blog schreiben“ war mir schon bald klar: das wird wieder mal ein Kurzschocker. Warum auch nicht? Ich habe ziemlich viel Tipperei in das letzte Wettbewerbsabenteuer für „Cthulhus Ruf“ gesteckt, dann biete ich hier eben nochmal Kurzware an. Der OPC war dann – wie in jedem Jahr – die ideale Gelegenheit mit Designs, Texten, dem Aufbau einer Seite etc. herum zu experimentieren.

    Für den OPC schrieb ich einen OnePager, der im Aufbau an einen Artikel aus Cthulhus Ruf #4 angelehnt ist: einen „Tatort“. Im Zeitungsartikel wurden auf einer Doppelseite ein Tatort eines ungewöhnlichen Mordes, alle möglichen Hinweise, Rechercheansätze und Ergebnisse und schließlich ein „Vorher/Nachher“-Kasten präsentiert, die zusammengenommen ein komplettes Szenario ergeben. Für den OPC erdachte ich mir ein eigenes cthuloides Kriminalstück und dampfte das Layout und die Kürze der Beschreibung auf eine Seite herunter.

    So, und nun schließt sich wieder der Kreis: da ich die Idee aus Ausgabe 4 nach wie vor für sehr gelungen halte UND ich mal wieder was für den Blog schreiben wollte – hier ein neuer „Tatort“ für cthuloide Ermittler (und selbstverständlich noch NICHT der OPC-Beitrag; der folgt später):

    Der Spiegel

    Viel Spaß damit – und wie immer bin ich für Feedback jedweder Art dankbar!

    Vorweihnachtsstreß…

    …aller Orten. Und dennoch hatte ich in den letzten Tagen reichlich Gelegenheit, mich kreativ auszutoben und den einen oder anderen Text auf das virtuelle Papier zu bannen. Leider sind die Texte vorläufig nicht für diesen Blog bestimmt, und letzten Endes habe ich gerade auch nicht viel Spannendes zu erzählen. Dennoch möchte ich es nicht versäumen, Euch auf einige großartige Aktionen hinzuweisen, mit denen auch Ihr Euch an kalten Winterabenden die Zeit vertreiben könnt.

    Cthuloider Adventskalender
    Drüben auf dem Blog Innsmouth Tribune läuft gerade eine tolle Aktion: ein cthuloider Adventskalender. Schaut einfach mal jeden Morgen vorbei und seht Euch das Türchen an, das hier geöffnet wird: kostenlose Szenarien-Perlen in breiter Masse.

    OPC
    Wie im letzten Post rasch angekündigt haben die Blogs Greifenklaue und Würfelheld den nächsten Winter-OPC ins Leben gerufen. Die Teilnahme erfordert ein gesundes Maß Kreativität und die Bereitschaft, Texte zusammenzustreichen damit sie auch auf eine Seite passen – aber es lohnt sich. Seht Euch die Preisliste an und macht mit!

    Cthulhus Ruf: Wettbewerb „Untergrund“
    Aktuell läuft auch immer noch der Wettbewerb „Untergrund“ der Zeitschrift „Cthulhus Ruf“. Noch bis zum 31.01.14 könnt Ihr ein cthuloides Szenario mit dem Oberthema Untergrund einreichen. Es winken Ruhm, Ehre, Veröffentlichung und fette PDF-Gutscheine! Alles wichtige findet Ihr hier.

    Teilzeithelden: Die Weihnachtsumfrage
    Bei den Teilzeithelden läuft gerade die große „Umfrage“ für das Jahr 2013. Noch bis zum Heiligen Abend könnt Ihr teilnehmen – auch hier gibt es einen Haufen Preise für vergleichsweise wenig Aufwand zu gewinnen (auch wenn ich die Fragen streckenweise nicht einfach zu beantworten fand…).

    Ringbote
    Zu guter Letzt – neben den genrefremden Adventskalendern bei den Dungeonslayern und Nandurion, die man möglicherweise zum Ausschlachten benutzen mag, bin ich noch auf die Adventsverlosung beim Ringboten gestolpert: Chefredakteur Bernd räumt seinen Schreibtisch auf und bringt an jedem Adventswochenende haufenweise Material unter die Leute. Schaut einfach mal zum Wochenende vorbei, beantwortet eine kleine Frage und möglicherweise kommt pünktlich zum Weihnachtsfest ein dickes Paket ins Haus geflattert!

    Viel Spaß bei allem, was Euch in der Adventszeit so umtreibt!

    Ein paar News…

    …zum Thema „Cthuloides Rollenspiel“. Der letzte Eintrag ist eigentlich gar nicht so lange her, aber es hat sich doch wieder ein bißchen was getan.

    Abenteuer-Wettbewerb „Untergrund“

    Zunächst möchte ich auf den neuen Abenteuer-Wettbewerb der Zeitung „Cthulhus Ruf“ aufmerksam machen:

    Begleitend zur Kickstarter-Kampagne des Survival-Horror-Spiels U55 – END OF THE LINE richten Cthulhus Ruf und Effective Evolutions einen Abenteuerwettbewerb für das Pen&Paper-Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu aus. Wir suchen frische Ideen, mutige Plots und natürlich klaustrophobischen Horror!

    Und so könnt ihr mitmachen:

    Schickt uns ein vollständiges, bisher unveröffentlichtes Abenteuer für H.P. Lovecrafts Cthulhu, das sich um den Begriff „UNTERGRUND“ dreht!

    Alle notwendigen Infos findet Ihr hier. Ich bin wie immer in den letzten Monaten und Jahren bestrebt, etwas einzureichen. Die Deadline verspricht auch genügend Zeit. Aber es kommt ja immer anders, als man denkt… ich bin auf jeden Fall auf die späteren Veröffentlichungen gespannt!

    Raiders of Rlyeh

    Ein neues cthuloides Rollenspiel könnte das Licht der Welt erblicken: Raiders of Rlyeh. Könnte? Natürlich liegt es an… Kickstarter!

    RAIDERS of R’LYEH is a horror adventure tabletop roleplaying game and Mythos sandbox inspired by H.P. Lovecraft and Robert E. Howard. RAIDERS of R’LYEH is a stand-alone roleplaying game and sourcebook in which mercenary rogues EXPLORE FORBIDDEN FRONTIERS, UNEARTH ANCIENT ARTIFACTS, and OUTWIT VILLAINOUS SCUM.

    Das Spiel basiert wohl auf den RuneQuest-Regeln und dürfte damit – ähnlich CoC – ein %basiertes System aufweisen. Alles wichtige steht hier.

    Ein paar News…

    …zum Thema „Cthuloides Rollenspiel“.

    Zunächst wäre da der auf der DCC von Heiko Gill verkündete Fahrplan cthuloider Publikationen für die nächsten Jahre:

    bis (und einschließlich) Messe „Spiel“:

    REISEN
    Die BESTIE Band 1
    pdf Katzulhu (Cthuloide Welten Archiv)
    pdf Cthulhu WildWest (CWA)

    bis Jahresende:

    pdf Abenteuersammlung 1920er (CWA)
    pdf Abenteuersammlung NOW (CWA)

    bis bzw. zur RPC 2014: Gaslicht (limitiert)

    und überhaupt in 2014:

    Die BESTIE Band 2
    Die BESTIE Band 3
    Düstere Orte

    In 2015 (z.T. Arbeits- bzw. Originaltitel)

    Paris (Städteband)
    Tattern of the King (Übersetzung)
    Unheimliche Unterwelt („Berufe“-Band)

    Daneben in 2014 weitere Pdfs aus dem CWA, zu deren Inhalten werde ich aber wieder Umfragen im Forum starten, da steht noch nichts fest (nicht so ganz, wie auch immer).

    Und weitere Pdfs zu Bänden, die vergriffen sind etc.

    UND: in Kürze wird es bei Drivethru für Cthulhu die Möglichkeit des „Print on Demand“ geben!

    Zwei Prototypen lagen auf der DCC aus.Man arbeitet gerade daran, es einzurichten. Sollte also in Kürze machbar sein.

    Mehr und die entsprechende Diskussion dazu finden sich im Forum. Ich persönlich freue mich ja sehr auf Reisen. Dazu gibt es übrigens hinter folgendem Link schon einmal das Titelbild und eine Inhaltsangabe:

    Pegasus

    Ist eigentlich dieses „Print on Demand“ soviel günstiger und/oder besser als jede beliebige Online-Druckerei, die mir PDF-Dateien als Hardcover drucken kann?

    Und dann gibt es noch Nachschub vom Magazin „Cthulhus Ruf“. Da wäre auf der einen Seite ein nachgereichtes Archivheft, auf der anderen Seite kostenlose Ägypten-Abenteuer im Sammel-PDF:

    Archivheft #1, protect the elder sign!

    Viele aufmerksame Leser haben bereits nachgefragt, wo eigentlich das Archivheft für Ausgabe 1 geblieben ist. In den Ausgaben 2 und 3 hatten wir ja jeweils ein kleines DinA5-Extraheft, in dem wir spezielle Settings (Waisenkinder in Dunwich bzw. Cthulhu Piraten) abgedruckt hatten. Bei unserer ersten Ausgabe fehlten uns noch die Möglichkeiten dazu, aber das holen wir jetzt nach und ihr habt die Möglichkeit, eure Sammlung zu vervollständigen:
    In diesem 32-Seiter findet ihr die komplette 3-teilige One-on-One Minikampagne protect the elder sign! für Cthulhu NOW. Der erste Teil in Ausgabe 2 fand bei euch so großen Anklang, dass wir uns entschlossen haben, ihn zusammen mit zwei bisher unveröffentlichten Teilen in diesem Extraheft herauszubringen.

    Der Abenteuerwettbewerb, den Pegasus anlässlich der Veröffentlichung des Bandes Ägypten – Altes Land der Pharaonen abgehalten hat, gehörte zu einem der fruchtbarsten der letzten Jahre. Eine Vielzahl guter Abenteuer ist daraus entstanden, drei aus diesem Fundus können wir euch nun in unserer ersten Webedition präsentieren. Wir danken den drei Autoren, die uns ihre Werke zur Verfügung gestellt haben, ebenso wie Gerrit Ansmann, der das Projekt betreut hat.
    Die drei Abenteuer spielen alle im Ägypten der 1920er Jahre. Im Einzelnen handelt es sich um:
    Felsenbrut (von Marc Schwämmlein): Ein einsteigerfreundliches Abenteuer für Touristen und andere westliche Besucher, welche unfreiwillig an einer Abenteuertour durch die ägyptische Wüste teilnehmen.
    Chaos in Kairo (von Marcus Pohlmann): Die Charaktere wegen ihrer Erfahrung als Ermittler angeheuert um das Verschwinden von Touristen in Kairo zu untersuchen.
    Schlangen auf dem Nil (von Andreas Schoonhoven): Eignet sich wieder für unerfahrene Charaktere und Spieler, die während einer Nilkreuzfahrt nicht nur mit dem Mythos zu kämpfen haben.

    Alle Downloads und/oder weitere Bestellinfos findet Ihr hier.

    Rezension: Todbringende Artefakte

    Im Frühjahr des Jahres 2012 rief Pegasus einen cthuloiden Abenteuerwettbewerb zum Thema Ägypten aus, um die bevorstehende Veröffentlichung des neuen Ägyptenbandes zu flankieren. Die Resonanz war ungewöhnlich hoch, und so lag es nahe, einige der Einsendungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Drei Wettbewerbsbeiträge wurden nun unter dem Titel „Todbringende Artefakte“ als PDF publiziert.

    Rezension - Todbringende ArtefakteKaum ein Landstrich auf dieser Erde scheint derart eng mit dem Cthulhu-Mythos verbandelt zu sein wie Ägypten. In den Pyramiden lauern unvorstellbare Schrecken längst vergangener Zeiten und selbst der Götterbote Nyarlathotep wandelte hier unter den Menschen. Mit dem Ägyptenband wurde ein Schauplatz für zahlreiche Szenarien geschaffen, der mit „Todbringende Artefakte“ erstmals bedient wird. Die drei Abenteuer eint dabei, dass sie sich alle um uralte Relikte drehen, die Wahnsinn, Tod und Verderben über die Menschheit bringen können.

    Das erste Szenario, „In dunklen Spiegeln“ von Alexander Simm, nimmt die ersten 24 Seiten des insgesamt 108 Seiten schweren PDFs in Anspruch. Die Charaktere folgen der Einladung eines alten Bekannten, der an Bord eines Nildampfers die Enthüllung seiner neuesten Fundstücke plant. An Bord überschlagen sich rasch die Ereignisse und eine Leiche taucht auf. Auf den Spuren nach den Hintergründen widerfahren den Charakteren unheimliche Dinge, die schließlich in einem fulminanten Finale gipfeln sollen. Eigentlich ist das Szenario pures Railroading, wendet aber einen interessanten und sehr geschickten Kniff an, der den Spielern völlige Handlungsfreiheit vorgaukelt und dem Spielleiter die Möglichkeit gibt, sie dennoch an einem roten Faden durch das Szenario zu führen. Eine interessante Grundidee und spannende Nichtspielercharaktere führen zu einer guten Zwischennote.

    Als nächstes folgt, ebenfalls 24 Seiten stark, „Die Gestalten des Re“ von Robert Simon. Das Szenario beginnt in Berlin, wo die Charaktere vom Ägyptischen Museum den Auftrag erhalten, auf den Spuren einer gestohlenen Statue nach Ägypten zu reisen. Hier werden die Charaktere bald mit der gerade grassierenden Pest konfrontiert und stoßen auf die Umtriebe verschiedener Fraktionen, auf deren Spuren sie auf eine Ausgrabungsstelle stoßen. Hier treffen alle Beteiligten in einer finalen Konfrontation aufeinander. Das Szenario ist ein typisches Recherche-Szenario, besticht aber mit vielen schillernden Nichtspielercharakteren und einem beinharten Finale. Außerdem ist es für die Spielgruppe sicher bis zum Schluss schwierig herauszufinden, wer denn nun eigentlich die „Bösen“ sind. Ein spannendes und gelungenes Szenario.

    Mit „Der Fluch der Wüste“ von Stefan Tomaschitz wird der vorliegende Band auf 41 Seiten abgeschlossen. Die Charaktere werden während einer Reise in einem Luxus-Zug zwischen Kairo und Luxor in einen Mordfall verwickelt. Auf der Spur nach den Hintergründen der Tat stoßen sie auf ein Jahrzehnte zurückliegendes Ereignis. Doch die Vergangenheit ruht nicht und schon bald geraten die Charaktere in eine Verschwörung, die nichts weniger als die Beschwörung eines Großen Alten zum Ziel hat. Das Abenteuer beginnt recht eng geführt an Bord des Zuges, kann hier jedoch mit gut aufbereiteter Kriminalistik und interessanten NSC punkten. Später gestaltet sich die Handlung dann wesentlich freier; dafür steigt natürlich der Verwaltungsaufwand für den Spielleiter. Leider driftet der Plot in diesem zweiten Teil auch ein wenig in Richtung „Kult der Woche“ ab. Ein solides Szenario mit interessanten Szenen und guter Aufbereitung.

    Wie für „Cthulhu“-Publikationen üblich, wurde den Szenarien eine kurze Handlungsübersicht vorangestellt, während alle spielrelevanten Daten und Handouts in Anhängen zusammengefasst sind. Dieses Muster ist bewährt und bietet dem Spielleiter gute Arbeitsbedingungen bei der Vorbereitung und Leitung der Szenarien. Die grafische Aufmachung entspricht – wenig überraschend – dem aktuellen Design der Printpublikationen und ist damit sehr schön ausgefallen. Das gesamte Layout erinnert an einen alten Folianten, die Bebilderung mit zeitgerechten Photographien ist umfangreich und passend ausgefallen. Auch wurde größtenteils auf verschnörkelte Hintergrundmotive verzichtet, was die Lesbarkeit deutlich erhöht. Die Handouts sind – wie für „Cthulhu“-Publikationen fast schon zu erwarten – sehr schön gestaltet, dank dem Medium PDF auch teilweise in Farbe. Auch die abgebildeten Karten wissen zu gefallen. Einziger Kritikpunkt ist an dieser Stelle die enorme Größe des PDFs; mit über 100 MB ist die Datei sehr schwergewichtig geworden.

    Fazit: Eine wirklich gelungene Sammlung cthuloider Szenarien auf ägyptischem Boden. Viele frische Ideen, tolle Nichtspielercharaktere und interessante Schauplätze laden zum Spielen ein. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist völlig in Ordnung. Wer plant, seine Spielgruppe nach Ägypten zu entführen, kann hier bedenkenlos zugreifen.

    Diese Rezension erschien ursprünglich auf Ringbote.de.

    Rezension: In Nomine Tenebrae – Im Namen der Dunkelheit

    Der Ausstoß von Printpublikationen für das cthuloide Mittelaltersetting ließ seit dem Quellen- und Abenteuerband über Kreuzzüge leider zu wünschen übrig. Für Abhilfe sorgten in jüngster Zeit zwei PDF-Veröffentlichungen. Während zum einen unter dem Titel „Die Nacht der Phantome“ ein brandneues Abenteuer erschien, wurden mit „In Nomine Tenebrae – Im Namen der Dunkelheit“ die drei Siegerabenteuer des Wettbewerbs „Cthulhu im Mittelalter“ aus dem Jahr 2010 veröffentlicht. Einen Wettbewerb konnten diese drei Szenarien bereits siegreich abschließen – doch lohnt sich auch der Kauf des PDF?

    innominetenebrae„Kein Fantasy mit einer Halloween-Maske“ – das war das Motto des Mittelalterwettbewerbs. Vorwegnehmend kann ich sagen, dass diese Aufgabe von allen drei vorliegenden Szenarien gut gelöst wurde. Jedem Szenario merkt man an, dass es eben im irdischen Mittelalter angesiedelt ist, und dass jeder handelnde NSC den zerstörerischen Mächten des Mythos ähnlich hilflos gegenübersteht wie so oft die Charaktere. Viele Szenen sind historisch authentisch, und nicht zuletzt der Detailreichtum recherchierter Hintergrundinformationen sorgt dafür, dass keines der Szenarien in die Fantasy abdriftet.

    Als erstes wird „Something Wicked“, das Siegerszenario von Stefan Droste, näher vorgestellt. „Something Wicked“ basiert locker auf Shakespeares Macbeth, löst sich aber weit genug von den Vorgaben des Stückes, um dem Mythos Einzug in die Handlung zu gewähren. Das Szenario ist als sogenannter One-Shot mit vorgefertigten Charakteren angelegt. Als der schottische König verkündet, dass fortan nicht mehr der Stärkste unter den Clanführern König sein soll, sondern eine Erbmonarchie Schottland in eine Zeit der Ruhe und Stabilität führen soll, erhebt sich das Land selbst. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Ein vorbildlich aufbereiteter Hintergrund, liebevoll gestaltete Spielercharaktere, viele gruselige Szenen mit vielen Freiheiten für die Protagonisten und nicht zuletzt viele frische Ideen machen aus „Something Wicked“ das Highlight des Bandes.

    Das zweite Szenario, „Die Augen von Rethra“ von Caillean Kompe, konnte den dritten Platz erringen. Eine Brautwerbung führt die Charaktere über Magdeburg tief in slawisches Gebiet. Hier stoßen sie auf einen Priesterkult, der sich längst wesentlich finstereren Mächten verschrieben hat, als irgendwelchen heidnischen Götzen. Das Szenario kann mit umfangreichem und gut recherchiertem Hintergrundmaterial punkten. Auch, dass viele alte slawische Sagen vorgestellt werden und einen Platz in der Handlung finden, weiß zu gefallen. Leider lässt dafür die Ausarbeitung des eigentlichen Plots zu wünschen übrig: Zu oft geschehen Dinge mit den Charakteren, auf die die Gruppe keinen Einfluss nehmen kann. „Railroading“ scheint vorprogrammiert, und es gibt wenig Hinweise für den Spielleiter, dessen Gruppe den geplanten Abenteuerpfad verlässt.

    Mit „Der Täufer“, dem zweitplatzierten Wettbewerbsbeitrag von Benjamin Lutz und Möritz Röder, wird der vorliegende Band abgeschlossen. Handlungsort des Abenteuers ist Italien und hier insbesondere die Städte Pisa und Venedig. Auf den Spuren eines alten Freundes stoßen die Charaktere auf einen furchtbaren Kult um Tiefe Wesen, der die italienische Politik und Kirche bis in die höchsten Kreise infiltriert zu haben scheint. Kann die Gruppe die Pläne der Hybriden durchkreuzen? Was nach einem Hauch von Innsmouth klingt, stellt sich als handfestes Action-Szenario heraus, in dem es nicht nur im Finale heftig zur Sache geht. Ähnlich wie im Abenteuer „Die Augen von Rethra“ liegen die Stärken in den historischen Fakten, die Schwächen im sogenannten Railroading: Mehr noch als im zweiten Szenario werden hier filmreife Szenen aneinander gereiht, die die Charaktere leider zu oft zu Zuschauern degradieren.

    Wie für „Cthulhu“-Publikationen üblich, ist allen Szenarien eine kurze Handlungsübersicht vorangestellt, während alle spielrelevanten Daten und Handouts in Anhängen zusammengefasst sind. Dieses Muster hat sich bewährt und bietet dem Spielleiter gute Arbeitsbedingungen bei der Vorbereitung und Leitung des Szenarios. Spieltestberichte runden die ersten beiden Szenarien ab.

    Die grafische Aufmachung des 97-seitigen PDFs entspricht dem mit der 3. Edition eingeführten Design der Printpublikationen und ist damit sehr schön ausgefallen. Mittelalterlich authentische Bilder geben einen stimmungsvollen Einblick in das Geschehen, das gesamte Layout erinnert an einen alten Folianten. Leider sind auch einige Photographien zur Bebilderung verwendet worden, was das mittelalterliche Flair zerstört Die Handouts sind – wie für „Cthulhu“-Publikationen fast schon zu erwarten – sehr schön gestaltet.. Dem entgegen sind einige der beiliegenden Karten eher auf mittlerem Fanzine-Niveau angesiedelt und werden einer professionellen Publikation nicht gerecht.

    Fazit: Alleine „Something Wicked“ rechtfertigt fast den Kauf dieses Sammelbandes. Die übrigen Szenarien haben ihre Schwächen in der Aufbereitung; ein improvisationsfreudiger Spielleiter findet hier aber immerhin gute Ideen. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung gibt es hier aber nicht. Wer sich schon immer gefragt hat, wie mittelalterliche „Cthulhu“-Abenteuer aussehen können, wird sicherlich fündig, alle anderen finden sicher „Cthulhu“-Publikationen mit einem besseren Preis-Leistungsverhältnis. 6 Sterne für „Something Wicked“, jeweils einer wird für die Railroading-Szenen in den anderen Szenarien abgezogen, ein weiterer für die Photographien und Teile der abgebildeten Karten.

    Diese Rezension erschien ursprünglich auf Ringbote.de.