Frohe Weihnachten!

Ach herrje. Ich weiß gar nicht, der wieviele „Frohe Weihnachten!“-Eintrag das auf diesen Seiten ist. Da der Blog seit 2011 online ist – und ich seit jeher zu dieser Jahreszeit zu sentimentalen Anwandlungen neige – wird es wohl der 9. seiner Art sein. Aber warum mit guten Traditionen brechen?

Ich wünsche allen Lesern meines Blogs ein paar besinnliche, frohe, geschenkreiche, friedliche und einfach schöne Weihnachtstage!

RPG-Blog-O-Quest #51: Vorschau

Es ist mal wieder Dezember und damit ein weiteres Mal ein Grund für die diesmalige RPG-Blog-O-Queste, einen Blick in die rollenspielerische Zukunft einzufordern. Allerdings fasst Ausrichter Würfelheld die Fragen dieses Mal ein wenig enger, als es in den vergangenen Jahren der Fall war.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1. In knapp einen Monat beginnt das Cyberpunk -Jahr schlechthin. Wirst Du in 2020 eine Cyberpunk-Rollenspiel-Runde leiten oder in einer mitspielen?
Voraussichtlich nicht. Abgesehen von einigen Runden „Shadowrun“ (das man ja auch eher als Fantasy-Setting mit Knarren bezeichnen könnte) sind Cyberpunk und ich bislang nie wirklich aufeinander getroffen. Das Setting reizt mich einfach nicht genug, weder als Film, Buch, Rollenspiel oder Comic… Sofern mich jemand einladen sollte, würde ich darüber nachdenken. Da das aber äußerst unwahrscheinlich ist (…der (fast) ewige SL eben…), beantworte ich die erste Frage einmal mit „nein“.

2. Auf welche Rollenspiel-Neuheiten freust Du Dich 2020 am meisten und warum?
Puh, ich weiß jetzt gar nicht so genau, was für 2020 alles in der Pipeline ist. Da wäre zum Beispiel die deutsche Ausgabe von Pathfinder 2 – doch das äußerst schleppende Crowdfunding von Ulisses lässt mich hier wenig Herzblut erkennen. Überhaupt fand ich die Abenteuerpfade eigentlich immer eine der spannendsten PF-Publikationen – außer halt, sie erscheinen NUR über Crowdfunding als 600-Seiten-Wälzer für 100 EUR (oder so). Dann verliert die Publikationsform für mich ihren Reiz. Also, PF2 ist wohl nicht meine große Vorfreude für 2020.
Ein weiterer „Brecher“ wird „Dungeon Crawl Classics“ von System Matters… allerdings verhindert die optische Aufbereitung, dass ich mich mehr mit dem System beschäftige. Ich weiß, das ist furchtbar oberflächlich gedacht, aber ich finde, ein Rollenspielbuch heutzutage muss nicht mehr so aussehen. Ergo – auch, wenn ich mir das eine oder andere Abenteuer ansehen werde (…um einmal den so oft gelobten „Sense of Wonder“ unter die Lupe zu nehmen), DCC wird auch nicht meine große Vorfreude.
Ich denke, ich muss hier ein wenig tiefer graben. Bestimmt gibt es wieder einen neuen „Private Eye“-Abenteuerband zur SPIEL – das ist immer eine schöne Sache. Ausserdem arbeiten die Damen der Redaktion Phantastik immer noch an der deutschen Ausgabe von „Wolsung“, dessen Mischung aus Fantasy und Steampunk und Pulp mich immer wieder ansprechen kann. Wenn das 2020 fertig wird, wird es eines meiner Highlights.
Ach ja: Bei Pegasus erscheinen im nächsten Jahr wieder einige cthuloide Bände – und nach aktuellem Stand ist in mindestens einem mein Name im Impressum vertreten. Doch, darauf freue ich mich schon sehr. Es macht mich immer stolz, Teil eines so starken Autorenteams zu sein.

3. Welche guten Rollenspielvorsätze hast Du für 2020?
Da gibt es eigentlich gleich zwei Dinge, die ich mir vornehmen wollte:

Das eine hat eigentlich eher mit einer „Nebendisziplin“ zu tun. Seit Ende letzten Jahres schiebe ich einen unschönen „Stapel der Schande“ vor mir her, also den Haufen von RPG-Büchern, den ich noch nicht gelesen habe. Ich habe unglaublich viele Bücher gelesen in diesem Jahr, aber in fast ebenso gleichem Maße für Nachschub gesorgt. Hier muss ich unbedingt mal etwas tun und versuchen, das Material das ich mir kaufe, wenigstens auch zu lesen (…dass mal ALLES den Spieltisch sehen wird, ist nahezu unmöglich :-)).

Das zweite hat dann direkt mit dem Spiel zu tun: Ich möchte ein vorbereiteter Spielleiter werden. Dabei geht es mir nicht um die Spielrundenvorbereitung – da reicht mir ein grobes Konzept, eine Karte und meine Mitspieler. Es gibt auch Dinge, die ich als Spielleiter (in meinen Augen) schon ganz gut mache: Pacing und Timing liegen mir ganz gut; ich denke, mein Stimmenspiel ist gar nicht so schlecht und auch meine Beschreibung sind mittlerweile ein bißchen farbiger geworden. Woran es bei mir aber mangelt, sind spieltheoretische Dinge, die ich eigentlich weiß, auch einmal wirklich aktiv einzubringen. Spotlight-Verteilung beispielsweise. Oder Spieltypen-Analysen. Da ist sicher auch nicht alles Gold, was glänzt, aber ich werde versuchen, die Vorlieben und Spotlight-Zeit meiner unterschiedlichen Spieler ein wenig besser anzuspielen. Zumindest in meiner laufenden Kampagnenrunde, bei den gelegentlichen OneShots mit unterschiedlicher Besetzung geht es dann doch eher plotzentriert zu.

4. Planst Du 2020 ein eigenes Rollenspielprojekt? Welches?
Ja. Seitdem ich mit „Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos“ hier auf diesen Seiten einmal mein eigenes Rollenspielbuch produziert und vertrieben habe, möchte ich unbedingt noch einmal etwas in dieser Richtung machen. Auch die selbstgemachten Abenteuerflyer für den GRT und den Ringboten waren immer tolle Geschichten. Und dann gab es mit „Schwarze Tiefen“ ja auch noch mein „eigenes“ Rollenspiel, dass ich für Pegasus im vergangenen Jahr maßgeblich gestalten durfte. Das waren tolle, prägende Projekte und ich möchte in dieser Richtung unbedingt wieder tätig werden.
Eigentlich plane ich etwas mit Dungeons. Ich schiele immer ein bißchen neidisch auf die Amerikaner, die so viele tolle Dungeon-Bücher mit Zufallstabellen und neuen Monstern kickstartern. Klar, mein Englisch würde hier reichen. Aber ein originäres Produkt in dieser Richtung, das sollte doch machbar sein. Allerdings muss es wohl systemlos werden – es gibt zwar deutsche Übersetzungen von Systemen die direkt auf der OGL basieren, aber dann sind ja oft wiederum die deutschen Begriffe geschützt… mal gucken, vielleicht gehe ich auch mit meiner Idee einmal hausieren :-).

5. Was willst Du im nächsten Jahr tun um neue Rollenspieler fürs Hobby zu gewinnen?
Da bin ich noch ein wenig unschlüssig. Eigentlich steht noch eine Einladung einer Runde mit einer Neueinsteigerin aus… allerdings gibt es hier noch Startschwierigkeiten. Aber vielleicht kann ich hier ja noch einmal positiv einwirken…
Ansonsten habe ich einige Jahre GRT-Materialien beigesteuert – vielleicht gelingt mir das (trotz engem Zeitfenster) ja in diesem Jahr noch einmal.
Davon ab überlege ich ernsthaft, meinen Achtjährigen langsam an die Sache ranzuführen. Ich halte überhaupt nichts von diesen ganzen Kinderrollenspielen, mit denen der Markt heute überschwemmt wird (also wirklich ÜBERHAUPT nichts). Ich meine: ich war elf, als ich DSA für mich entdeckte. Da waren weder die Regeln zu schwer noch die Inhalte zu deftig. Daher erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit von „wir benutzen nur einen Würfel“-Regeln und „unsere Bibabutze-Männer retten die Vogeleier der Vogelmama vor dem Vogeleiergeier“-Abenteuern überhaupt nicht. Ich bin mir also sicher, diese Systeme überspringen zu wollen. Dann könnte Acht allerdings auch noch tatsächlich zu jung sein. Mal gucken, er hat in diesem Jahr „Harry Potter“ für sich entdeckt… vielleicht kann man in dieser Richtung was machen… :-).

Bonus: Keine Frage, sondern die Aufforderung beim 8.Winter One Page Contest reinzuschauen und mitzumachen!

RPG-Blog-O-Quest #50: Jubiläum

Oh man! Bereit seit 50 (!) Monaten begleitet mich und uns die RPG-Blog-O-Quest. Das hätte ich nicht gedacht. Wie die Zeit verfliegt… pünktlich zum Jubiläum meldet sich Mastermind Greifenklaue noch einmal als Organisator zu Wort und stellt die aktuellen Fragen.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Nun aber auf an die aktuellen Fragen!

1.) An der RPG-Blog-O-Quest mag ich _______________________.
An der RPG-Blog-O-Quest mag ich,
– dass sie mich immer wieder zum Schreiben und Bloggen animiert
– dass sie mir Gelegenheit gibt, aus dem Nähkästchen zu plaudern
– dass die Einstiegshürde zum Mitmachen so extrem gering ist
– dass ich die Ein- und Ausblicke anderer Blogger zum gleichen Thema erhalte
– dass jeder mitmachen und auch organisieren darf
– die Themenvielfalt
– dass ich eine „Weiße Weste“ habe 🙂
– eine ganze Menge!

2.) Hingegen mag ich an der RPG-Blog-O-Quest nicht ________________________________.
Hingegen mag ich an der RPG-Blog-O-Qest nicht
– wenn die Fragen zu offen gestellt sind
– wenn die Fragen zu wenig mit Rollenspiel zu tun haben

3.) Welche bisherige Blog-O-Quest war Dir die liebste/erinnerungswürdigste/wiederholenswerteste?
Oh, da musste ich mich erstmal ein wenig durch die letzten Monate klicken :-). Tatsächlich schätze ich die „Rück-“ und „Ausblick“-Episoden um den Jahreswechsel immer sehr. Beim Durchblättern würden mich Updates zu den ersten Themen wie „Settings“ oder „Systeme“ tatsächlich noch einmal reizen – rein aus Vergleichszwecken. Und – ohne mich hier selbst loben zu wollen – halte ich meine „6W“-Quest immer noch für eine gute Idee :-).

4.) Gab es eine Lieblingsfrage?
Sorry, nein, hier kann ich mich wahrlich nicht entscheiden.

5.) Welches Thema möchtest Du gern mal in einer Blog-O-Quest sehen?
Hm, schwer zu sagen, da ich mich ja auch selbst schon als Organisator versucht habe… „Tentakel“? Nein, im Ernst… Mich würde es am ehesten reizen, neues Spielmaterial zu entdecken („Link-Tipps“) oder im Zuge der Quest zu erschaffen (bspw. „6W“). Das wäre mir NOCH lieber als die lockeren Plaudereien, zumindest hin und wieder, als Abwechslung.

Bonus: Statt einer Bonusfrage gibt es hier die Möglichkeit zu Verbesserungsvorschlägen für künftige Blog-O-Quests!
Siehe oben :-).

RPG-Blog-O-Quest #49: Erotik

Aiaiai. Die 49. Blog-O-Queste führt ein Thema, das sich so wirklich kaum mit dem Thema meines Blogs übereinbringen lässt. Wenn man mal „Tentakel-Porn“ aussen vor lässt :-). Aber mal gucken, ich spiele ja nicht nur CTHULHU. Mal sehen, was mir so zu den Fragen einfällt.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Nun aber auf an die aktuellen Fragen!

1. Rollenspiel-Publikationen mit Sonderregeln für körperliche Liebe, Erotik und artverwandte Themen wie beispielsweise „Wege der Vereinigung“ für das System „Das Schwarze Auge“ finde ich ___________________, weil ________________ .
Das lässt sich so einfach nicht beantworten, denn mein Verhältnis zu diesen Publikationen ist durchaus ein wenig ambivalent. Also, insbesondere zu „Wege der Vereinigung“, denn mir sind ehrlicherweise nicht mehr „Sex-Regelwerke“ bekannt. Klar, die Hälfte des „LotFP“-Kram trägt irgendwas mit „Sex“ im Titel, aber da geht es ja kaum um den Regelkern an sich, wie bei „WdV“.

Also, kurz und knapp: „WdV“ selbst war und ist für mich unnötig wie ein Kropf. Ich brauche weder den Fokus auf dem Thema, noch die Regeln dazu. ABER: Das Crowdfunding selbst war sehr interessant und hat spannende Abenteuer, ein neues Setting und ein paar interessante Kreaturen zutage gefördert. Daher ist meine Antwort jein.

2. Besuche im Puff, Stripclub oder in Tempeln von Gottheiten mit Schwerpunkt körperlicher Freuden sind für manche Tischrunden oder Spielumfelder völlig normal, für andere undenkbar. Was haltet ihr davon?
Unsere Runden haben sich in der Vergangenheit durchaus auch so etwas gegönnt. Allerdings haben wir das nie ausgespielt, sondern stets den „Vorhang fallenlassen“.

3. Der erotischste NPC, der/die mir in meiner ganzen Spielkarriere bisher begegnet ist, war _________ und ist mir wegen ______ besonders im Gedächtnis geblieben.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das echt nicht beantworten kann. Mir fällt kein erotischer NSC ein, wohl auch, weil weder ich als Spielleiter noch meine bisherigen SL den Fokus auf Erotik gelegt hatten. Ich schätze, damit bleibt es wohl bei der lieblichen Prinzessin Yasmina, die ich als Solo-Abenteurer befreien durfte :-).

4. Fähigkeiten wie „Verführen“ bemessen die Geschicklichkeit eurer Charaktere, ihnen einen NPC durch erotisches Geplänkel gewogen zu machen. Wie nutzt ihr diese am Spieltisch – wird gewürfelt, ausgespielt oder eine andere Option?
Wie in jedem sozialen „Konflikt“ nutze ich mittlerweile eine Mischung aus Gespräch und Würfelprobe. Der entsprechende Spieler muss zumindest verbal klarmachen, was er erreichen möchte, dann wird gewürfelt. Funktioniert ganz gut.

5. Im LARP gibt es dagegen seit Jahren entsprechende Regeln, in anderen RPG-Umgebungen hat sich das aber längst nicht so weit verbreitet: Wie geht ihr mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ im Rollenspiel um?
Ehrlicherweise: gar nicht. Nicht, weil es so ein Riesen-Tabuthema für uns alle wäre – wobei ich das auch gar nicht sicher weiß. Aber es gibt eine große Spielwiese unterschiedlicher Thematiken und Plots, so unterschiedlicher Genres und Möglichkeiten, dass bisher niemand in meinen Spielgruppen auf die Idee kam, dieses Thema aufzugreifen. Als Spielleiter wüsste ich auch gar nicht, warum ich dieses Stilmittel einsetzen sollte – höchstens, um die „Jungfrau in Nöten“ anzudeuten, heißt, die Helden eingreifen zu lassen, BEVOR es zu der sexualisierten Gewalt kommt.

Bonusfrage: Plaudert mal aus dem Nähkästchen und verratet euren Lesern die peinlichste Begebenheit, die irgendwie mit Erotik in eurer Spielerfahrung zu tun hatte – egal, ob es nun eurem Spielercharakter oder Mit-Helden geschehen ist. Motto: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen!
Ich bin raus, sorry! Wie gesagt – Abblende und Vorhang, tusch! Keine großen Peinlichkeiten hier.

RPG-Blog-O-Quest #48: Planung

Wieder ein Monat rum, wieder eine neue Blog-O-Queste. Man, dieses Jahr rast ja nur so dahin. Immerhin bringt mich die Queste dazu, hier hin und wieder auch mal in die Tasten zu hauen :-). Die Fragen in diesem Monat stammen von Timberwere und ich bin selbst schon gespannt darauf, was mir hierzu so einfällt :-)!

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Nun aber auf an die aktuellen Fragen!

1. Wie ausführlich planst du deine Charaktere, bevor du sie in einer Runde zum ersten Mal spielst?
Kaum. Also, um das ein bißchen auszuführen: Grundsätzlich bin ich so gut wie immer der Spielleiter. D. h., ich plane meine Charaktere nicht im klassischen Spieler-Sinne. Als SL lege ich mir auch nur das absolut Notwendigste zurecht – Name, Rolle, grober Charakterzug – und den Rest lasse ich auf mich zukommen. Wenn ich dann mal wirklich Spieler bin, drückt man mir meistens einen vorgefertigten SC in die Hand :-).

2. Wie hältst du es im Spiel – Unternehmungen wie z.B. Heists oder Shadowruns ausführlich planen oder spontan passieren lassen?
Das überlasse ich zunächst einmal grundsätzlich meinen Spielern. Ich bin allerdings ein SL, der eher auf die Tube drückt. Ich mag es, an einem Abend eine runde Geschichte zu erleben und bringe daher auch ausladendere Abenteuer normalerweise in komprimierter Form unter. Solange die Spieler Spaß an Planungen haben, ist es okay, aber ich lasse es nicht ausufern.

3. Planst du manchmal zwischen Spielrunden, was dein Charakter in der nächsten Session sagen oder tun möchte? Und klappt das dann so, wie du es dir ausgemalt hast?
Nein, wie gesagt spiele ich nicht mit einem Charakter in einer regelmäßigen Runde. Als SL lege ich mir im Kopf manchmal Dialoge von wiederkehrenden NSC zurecht, aber auch das eher selten. Wenn, dann bringe ich meine Textzeilen aber auch an :-).

4. Was war die Aktion mit der längsten oder der kürzesten Vorausplanung, die du je im Spiel erlebt hast, und wie ist sie gelaufen?
Das kann ich kaum beantworten, und das, obwohl wir früher auch Shadowrun gespielt haben :-). Normalerweise legen sich meine Spieler ihren Plan recht rasch zurecht… ich glaube, wir haben nie mehr als eine halbe oder ganze Stunde mit reiner Planung verbracht…

5. Hast du ein Beispiel dafür, wie in einer deiner Runden eine Vorausplanung komplett in ihr Gegenteil umgeschlagen ist?
Nein, leider nicht :-(. Ich möchte nicht ausschließen, dass es so etwas gab, aber seit ich Dauer-SL bin (was nun schon recht lange ist) versuche ich normalerweise einfach flexibel auf meine Spieler zu reagieren. Solange ihr Plan gut ist darf er doch auch funktionieren :-).

Bonusfrage: Wie detailliert planst du deine Runden vor, was deren RL-Umfeld betrifft (also alles, was nicht direkt mit dem Spiel selbst zu tun hat)?
Nun, wir sind alle erwachsen und haben alle unsere Termine. Vom Behördengang über Arzttermine bis zur Familienzeit. Daher schicke ich meist drei Alternativvorschläge für den nächsten Spielabend in die Runde und einer davon wird es dann üblicherweise. Wir richten uns nach Arbeitszeiten, spielen daher meist freitags oder samstags Abends. Das klappt ganz gut bislang.

RPG-Blog-O-Quest #47: genderswapping

Wieder ein Monat rum, wieder eine neue Blog-O-Queste. Die Fragen stammen von runway61. Auf ins Gefecht.

1. Zu genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich _______________________________ weil …
Genderswapping bei Spielercharakteren stehe ich offen gegenüber, da ich gerne OneShots mit vorgefertigten Charakteren spiele und ich oft nicht die gleiche Anzahl passend geschlechtlicher Mitspieler am Spieltisch habe. Daher müssen meine Spieler auch schon mal in die Rolle des anderen Geschlechtes schlüpfen, was im Angesicht meist cthuloider Schrecken aber ohnehin kaum eine Rolle spielt.

2. Bestimmte NSC Archetypen haben fast immer das gleiche Geschlecht: die Torwache ist männlich, die Bedienung in der Taverne weiblich. Der zerstreute, weißhaarige Professor ist stets ein Mann, während das Verhältnis von Callboys zu Callgirls gefühlt bei eins zu einer Million liegt. Egal, ob als Spieler oder Spielleiterin: hast du Erfahrung mit Neben-NSCs, die diese Geschlechtsstereotypen durchbrechen?
Klar. Denn mir sind viele Abenteuer bekannt, in denen hier bewußt die Rollen getauscht sind.

3. Hast du schon mal eine Figur aus Literatur, Film oder Videospielen zum Vorbild für deinen Charakter genommen und das Geschlecht getauscht? Oder hast du das bei einer deiner Mitspielerinnen schon mal erlebt? Hat das Konzept funktioniert?
Nein, ist mir nie untergekommen.

4. Hast du Erfahrung mit Spielercharakteren oder wichtigen NSCs, die weder weiblich noch männlich sind? Zum Beispiel Hermaphroditen, geschlechtlich Unentschlossene oder Rassen, die keine Geschlechter kennen?
Nicht bewußt, sieht man einmal von Mythosmonstern ab.

5. Hast du es schon mal erlebt, dass ein Spielercharakter während der Kampagne für längere Zeit das Geschlecht gewechselt hat? In DnD und Konsorten gibt es dafür ja eigene Zaubersprüche, in moderneren Settings kann man sich umoperieren lassen, vielleicht ist aber auch einfach nur die Seele des SCs durch die Intervention eines Gottes oder eines Dämons in einem andersgeschlechtlichen Körper gefangen. Hat der Geschlechtswechsel zu interessantem Rollenspiel geführt?
Nein, das ist nie passiert.

Bonusfrage: für jeden von einem Mann gespielten weiblichen SC, der bildhübsch, spärlich bekleidet, mega-tough und entweder lesbisch oder nymphoman war, den du je gespielt oder erlebt hast, schuldest du mir ein Bier. Wie schlimm wird mein Rausch?
Guten Durst, ich schulde Dir ein Bier!

RPG-Blog-O-Quest #46: Flieger, Piloten, Schiffe

Ein neuer Monat, eine neue RPG-Blog-O-Quest. Ich fürchte, diesen Satz habe ich schon einige Male formuliert. Egal. Nachdem ich im letzten Monat den Ausrichter geben durfte, hat nun Urheber Greifenklaue ein weiteres Mal seine Fragen in den Ring geworfen. Passend zum parallel laufenden Karneval geht es um „Flieger, Piloten und Schiffe“. Mal sehen, was mir dazu einfällt!

1. Hast Du schonmal einen Piloten, Kapitän, Rigger oder Fahrer als SC gespielt (Reine SL: Habt ihr schon solche NSC in längerem Einsatz gehabt, z.B. ein Morten bei den Drei Fragezeichen)? Gibt es dazu Anekdoten, Erfahrungen oder Anmerkungen, was machte die Rolle reizvoll?
Hm, bei meiner letzten, langjährigen DSA-Kampagne, die ich als Spieler erleben durfte, habe ich einen bornischen Flussschiffer gespielt. Der hat allerdings im Rahmen der Kampagne niemals ein Flussschiff betreten, wir waren halt anderweitig (mit borbaradianischen Einflüssen) beschäftigt. Daher kann ich dazu kaum etwas sagen, auch wenn mir der Kerl aus vielen anderen Gründen ans Herz gewachsen ist.
Im Rahmen eines unserer letzten CTHULHU-One-Shots musste einer meiner Spieler in die Rolle des Chauffeurs der Familie schlüpfen. Das war ein bißchen seltsam und er hatte in meinen Augen den unpassendsten Charakter erwischt. Manche vorgefertigte Konstellationen sind doch schon eher seltsam :-).

2. Die ganze Gruppe als Crew eines Schiffes – wie z.B. bei Sundered Skies, Star Trek, Warhammer 40k: Rogue Trader, Firefly oder Star Wars: Am Rande des Imperiums: Hast Du da schon Erfahrung sammeln können?
Wir haben vor Jahren einige vergnügliche Abende mit „Star Wars“ in seiner W6-Variante gehabt und einer meiner Spieler spielte einen Schmuggler nebst Transporter. Der hat die Gruppe dann immer mitgenommen. Aber direkt als Crew haben sie nicht zusammengespielt und eine Konstellation in der Art hatten wir auch noch nicht. Demnächst startet (endlich!) meine langgeplante Piratenkampagne, mal sehen, ob sich die Spieler dann in einer crewähnlichen Struktur wiederfinden – oder ob sie doch eher „arbeiten lassen“ und die „Bodenmissionen“ übernehmen…

3. Verfolgungsjagden: Hast Du im Rollenspiel Erlebnisse rund um den Schiffskampf und wilde Verfolgungsjagden (ggf. im Auto oder nur zu Fuss) gehabt? Welche Regelmechaniken haben sich da bewährt?
Bei „Verfolgungsjagden“ muss ich IMMER an CTHULHU denken, schlicht, weil hier ein eigenes Kapitel diesem Thema gewidmet ist :-). Tatsächlich sind mir im Laufe meiner Spielerkarriere extrem wenige Verfolgungsjagden untergekommen – und die meisten waren dann zu Fuß. Keine davon hat sich allerdings wirklich in mein Gedächtnis eingebrannt.

4. Wirtschaftsimulation: Egal ob Schmuggler oder legale Fracht, bei 4 von 5 der oben genannten Beispiele spielt der Warentransport eine kleine Beirolle. Wurde so ein Aspekt in Eurer Runde schon genutzt und wie würdest Du das (wenn) umsetzen?
Wie oben angedeutet hatten wir bei „Star Wars“ einen Schmuggler. Das eigentliche Schmuggelgut war aber eher am Rande interessant und war für den einen oder anderen witzigen Dialog mit dem Bodenpersonal gut. Als Wirtschaftssimulation haben wir das aber nie betrieben, allerhöchstens mal als Plot-Aufhänger.

5. Vermutlich hat einer Deiner SCs oder gar die ganze Gruppe schon ein Schiff, Raumschiff oder ähnliches besessen – welches war Dein erinnerungswürdigstes? Gilt auch für reine SL.
Puh. Einer meiner SC hatte mal ein Schiff. Das war mein allererster DSA-Charakter, der irgendwann soviel Golddukaten angehäuft hatte, dass ich mir aus dem „Die Seefahrt des Schwarzen Auges“-Heftes ein kleines Handelsschiff leisten konnte. Das war aber tatsächlich reines Barbie-Spiel, der Charakter ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf Abenteuer ausgezogen. Entsprechend haben wir das nie im Spiel genutzt.
Wie gesagt: die Piratenkampagne steht vor der Tür. Dann wird meine Gruppe auch (vielleicht?) ein eigenes Schiff bekommen…

6. Die Bonusfrage … Welche Art Star Trek würdest Du am liebsten spielen? (Classic – Weltraumwildwest; Next Generation: „typisches“ Star Trek halt; Deep Space Nine: Weltraumstation a la Babylon 5 oder Mass Effect oder Voyager – Hexploration in unbekannten Gebiet mit extra viel Ressourcenmanagment, weil man ja von der Förderation abgeschnitten ist)
Keines. Sorry, keine Trekkies hier 🙂

Rezension: Gruselkabinett 138: Die Ratten in den Wänden

Lovecrafts Werk gilt eigentlich als schwer adaptierbar. Marc Gruppe, Mastermind hinter der erfolgreichen Reihe „Gruselkabinett“ des Titania Medien Verlags bewies allerdings schon oft das Gegenteil. Die meisten seiner Vertonungen sind gut gelungen und bewahren den Hauch kosmischen Grauens, den Lovecraft auf seine Leser herabbeschwor. Wie steht es nun mit der Hörspielvariante von „Die Ratten in den Wänden“?

Nach dem Tod seines Sohnes kehrt der alternde Kaufmann Delapore aus Amerika auf den Stammsitz seiner Familie in Südengland zurück. Nach aufwendigen und zeitfressenden Renovierungsarbeiten bezieht er schließlich 1918 in dem ehemaligen Kloster, dass zuvor seiner Familie gehörte, Quartier. Den abergläubischen Reden der einfachen Landbevölkerung schenkt er zwar keine Beachtung, doch liegt in der Familiengeschichte ein Geheimnis begraben, das den letzten Delapore bald zu interessieren beginnt. Gemeinsam mit Captain Edward Norton, einem Kriegskameraden seines verstorbenen Sohnes, beginnt er tiefer in der Familiengeschichte zu forschen – und stößt auf einen Vorfahren, der scheinbar weite Teile seiner damaligen Verwandtschaft umgebracht und daraufhin das Land verlassen hat.

In der Folge verlieren sich Delapore und Norton immer tiefer in den Tragödien der Delapores, während in den Nächten die Katzen und Bediensteten des Hauses kaum mehr ein Auge zutun können. Das Trippeln und Quieken tausender Ratten, die hinter den Wänden der alten Priorei hin und her huschen bringen die Bewohner des Hauses um den Schlaf. Schließlich entscheiden Delapore und Norton sich dazu, im Gewölbekeller des alten Klosters dem Spuk auf den Grund zu gehen. Doch hier entdecken sie unglaubliches…

Zugegeben, Marc Gruppes Adaption des Stoffes fehlt es mediumbedingt ein wenig an dem gemächlichen Spannungsaufbau, in dem sich Lovecraft in seiner Geschichte ergeht. Auch die vulgären Traumbilder, die der alte Delapore Nacht für Nacht durchlebt und die von Lovecraft in dekadenter Breite präsentiert werden, vermag das Hörspiel nur am Rande zu streifen. So mutet denn vielleicht auch die Wandlung des Protagonisten im Finale dieser Episode ein wenig zu plötzlich an, während man der Entwicklung Delapores in der literarischen Variante etwas besser folgen kann. Das ändert allerdings nichts daran, dass Titania Medien eine absolut stimmungsvolle und gut gemachte Variante von Lovecrafts Geschichte vorlegt, die dem Medium „Hörspiel“, dem nun einmal andere Rahmenbedingungen geschuldet sind, absolut gerecht wird. Natürlich werden den beiden Protagonisten ein paar langatmig-beschreibende Sätze in den Mund gelegt, die manchen Dialog etwas hölzern wirken lassen. Doch hilft diese Entscheidung dabei, die fremdartige Atmosphäre von einem von Lovecrafts beeindruckendsten Schauplätzen zu transportieren.

Und eines noch: während sich viele Ausgaben der „Gruselkabinett“-Reihe eher in einem sanften Schauer ergehen, so ist die 138. Ausgabe streckenweise deutlich kompromissloser. Gerade das Finale ist nichts für schwache Gemüter und die Vertonung ist schonungslos. Überhaupt weiß die technische Umsetzung des Hörspiels ein weiteres Mal zu gefallen. Die Sprechleistung der beiden Hauptakteure Hans Bayer und Jonas Baeck ist absolut überzeugend und auch mit stimmungsvollen Klangeffekten wurde nicht gegeizt. Das Cover wurde in gewohnter Qualität von Ertugrul Edirne angefertigt.

Fazit: Punktum: die 138. Ausgabe des „Gruselkabinett“ ist absolut gelungen. Gelegenheitshörer der Reihe oder auch Lovecraftfans kommen hier voll auf ihre Kosten; Sammler machen hier ohnehin nichts falsch.

Rezension: Gruselkabinett 126 – Kalte Luft

In der Reihe des Gruselkabinetts sind mittlerweile einige Lovecraft-Titel vertont worden. Gar nicht schlecht für einen Autoren, dessen Werk eigentlich als schwer adaptierbar gilt. Seit einiger Zeit liegt mit „Kalte Luft“ die nächste Lovecraftgeschichte als Hörspiel vor. Lohnt sich auch dieser Ausflug in lovecrafteske Gefilde?

Werfen wir der guten Ordnung halber zunächst einen kurzen Blick auf die Handlung. Der junge Zeitungsangestellte James Russell ist – mal wieder – auf Wohnungssuche. Durch den Tipp eines Freundes findet er ein möbliertes Zimmer in einem New Yorker Appartementhaus. Dieses hat zwar schon bessere Zeiten gesehen, doch die Vermieterin will nur wenig Geld, so dass Russell das Angebot annimmt. Schon bald lernt er seinen exzentrischen Nachbarn Dr. Munoz kennen, der das Appartement über ihm bewohnt. Dr. Munoz ist ein seltsamer Zeitgenosse. In seiner Wohnung ist es unangenehm kühl und er verlässt seine vier Wände nie. Botengänge und Einkäufe erledigt der Sohn der Vermieterin. Doch er zeigt sich sofort hilfsbereit, als Russell unter einem leichten Herzanfall leidet und rettet den jungen Journalisten. In den folgenden Tagen und Wochen entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Männern und Russell lauscht immer faszinierter den Ausführungen des alten Mannes. Dieser hat sein Leben der Forschung verschrieben und nennt sich selbst den erbittertsten Feind des Todes. Die kühle Luft in seinem Appartement wird von Maschinen geschaffen und Munoz erklärt sie mit einer seltenen Krankheit. Die Ereignisse überschlagen sich, als eine der Maschinen, welche in Dr. Munoz Wohnung für kalte Luft sorgen. Der Doktor gerät in Panik und als alle Reparaturversuche fehlschlagen, lässt er sich von Russell in eine Badewanne voller Eis legen. Doch auch diese Maßnahme verspricht nur kurze Linderung…

Viel geschieht schlussendlich nicht in Lovecrafts Geschichte und auch die Handlung der Hörspielvariante ist entsprechend überschaubar. Doch das tut der Qualität von Marc Gruppes Drehbuchumsetzung des Stoffes kaum einen Abbruch. Das intensive Kammerspiel stellt das wachsend freundschaftliche Verhältnis zwischen dem jungen Russell und dem alternden Dr. Munoz in den Mittelpunkt. Ihre Dialoge tragen mühelos über die knapp einstündige Hörspieldauer und wissen den Hörer bestens zu unterhalten. Die Adaption der Geschichte ist damit ausnehmend gut gelungen. Als versierter Horrorkenner erahnt man zwar bereits recht bald die sich anbahnende Pointe, doch ist dies wohl kaum der Geschichte als solcher anzulasten.

Auch, wenn nur wenige Sprecher in diesem Hörspiel zum Tragen kommen, komme ich nicht umhin, die technische Umsetzung und die Sprechleistung der einzelnen Protagonisten zu loben. Insbesondere Monica Bielenstein gibt als spanische Vermieterin Senora Herrero eine hervorragende Figur ab, ebenso Tom Raczko als ihr unhöflicher Sohn Esteban. Doch auch und gerade Timmo Niesner und Peter Weis in den Rollen von Russell und Dr. Munoz erledigen ihre Arbeit sehr souverän.

Fazit: Wie so oft in der Reihe des „Gruselkabinett“ kann ich für „Kalte Luft“ eine glatte Empfehlung aussprechen. Eine sehr gelungene Umsetzung von Lovecrafts Geschichte, die Genrefreunden einen „kalten Schauer“ über den Rücken jagen wird.

RPG-Blog-O-Quest #45: Crossover im Rollenspiel (Die Antworten)

Ha! In diesem Monat darf ich ja ausnahmsweise noch einmal die Blog-O-Quest ausrichten! Nun, da sich dieser Monat dem Ende entgegen neigt ist es wohl Zeit, die Queste auch entsprechend zu beantworten! Also, ab in die Vollen:

1. Setting Top, System Flop – oder aber umgekehrt. Habt Ihr schon Rollenspiel-Settings mit anderen Regeln bespielt? Wie sehen Eure Kombinationen aus?
Nein, das haben wir nie gemacht. Ich muss allerdings gestehen, dass unsere rollenspielerische Vita gar nicht sooo wahnsinnig umfangreich ist. Vielleicht sind es 20 verschiedene Systeme, die wir in den Jahren durchhaben – und da haben wir immer das mitgelieferte Setting getestet. Die einzige Welt, der ich hin und wieder ein Regelkorsett OHNE aktive Parade gewünscht hätte, wäre Aventurien gewesen :-). Aber auch dort haben wir nie den Absprung zu einem anderen Regelsystem geschafft.

2. Manches Rollenspiel hat gute Regeln. Gibt es Regel-Mechanismen, die Euch so gut gefallen haben, dass Ihr sie in andere Systeme übertragen habt? Welche waren das, und wie hat es funktioniert?
Nein. Ich mag tatsächlich das Konstrukt der „Geistigen Stabilität“, wie es in „CTHULHU“ praktiziert wird, ohne jedoch die expliziten Regeln wirklich toll zu finden. Anders sieht es mit den „Stunts“ von „Fantasy AGE“ aus. Die finde ich so großartig, dass ich sie unbedingt irgendwie weiterverwursten möchte. Ich wüsste allerdings im Moment noch nicht so recht, wo ich sie unterbringen wollen würde. Mal gucken…

3. Nutzt ihr Abenteuer oder Zusatzmaterialen „fremder“ Systeme für Eure Kampagnen? Falls ja – warum?
Jep. Sowohl Settinginformationen als auch Abenteuer. Meine letzte langfristige Kampagne haben wir mit „ABOREA“ bestritten – und da gab es schlicht nicht genug „offizielles“ Material, um die Kampagne in der von mir gewünschten Form durchzuziehen. Also habe ich Material von verschiedenen Systemen – „Splittermond“, „Pathfinder“, „Das Schwarze Auge“… verwendet und in neuen Kontext gesetzt. Auch die nächste anstehende Kampagne, dieses Mal mit „Fantasy AGE“, wird definitiv viele Einflüsse von anderen Systemen aushalten müssen. Denn hier sieht die Lage ja ganz ähnlich aus, wie bei „ABOREA“ :-).

4. Raumschiffe über Aventurien, Lichtschwerter bei Star Trek, Vampire im alten London: wie abgedreht dürfen Eure Crossovers ausfallen? Und was geht gar nicht?
Gerne völlig komplett abgedreht. Es gibt für einen guten One-Shot eigentlich keine „Tabu“-Themen beim cross-overn. Von mir aus sogar Lichtschwerter bei Star-Trek. Wenn, ja wenn es als Crossover gekennzeichnet ist und es nicht einfach nur ein schlechtes Settingverständnis ist :-).

5. Wer gerne „CTHULHU“ spielt, kommt kaum umhin, regelmäßig auf die Vorzüge einer vermischten Kampagne aus „CTHULHU Gaslicht“-Abenteuern und rein kriminalistischen „Private Eye“-Fällen hingewiesen zu werden. Die beiden Systeme ergänzen sich offensichtlich sehr gut, die Mischung aus Mythos und Detektivfall passt. Welche guten Rollenspielkombinationen kennt ihr?
Na, ich bin ja der Meinung, dass sich verschiedene Fantasy-Systeme recht gut miteinander kombinieren lassen :-). Aber darauf zielt die Frage nicht in erster Linie ab. Tatsächlich sind mir sonst gar nicht so klassische Kombinationen bekannt. Ich könnte mir vorstellen, das „Hollow-Earth-Expedition / Space 1889“-Crossover ganz gut funktionieren könnten. Aber gehört habe ich davon noch nicht :-). Tatsächlich sind mir keine weiteren „selbstverständlichen“ Kombinationen geläufig (sieht man von World-of-Darkness-Crossovers ab, aber das zählt für mich irgendwie alles als „ein“ Rollenspiel :-)), auch, wenn ich mir noch ein paar Sachen vorstellen könnte.

Bonusfrage: Wer Abenteuer konvertiert, kommt oft nicht um eine gehörige Portion Arbeit herum. Kennt Ihr gute Konvertierungshilfen, die Ihr mit uns teilen möchtet?
Nein, leider nicht. Ich hoffe auf Eure Links 🙂