Die Arkham Akten – Der Fall Dr. Douglas Harding

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestseller

Patient: Douglas Harding
Betreuender Arzt: Dr. Phillip Lammon
Fallnummer: DH-829/S

Fallbeschreibung
Dr. Douglas Harding wurde im September diesen Jahres eingewiesen. Harding war Dozent an der Universität Miskatonic im Bereich Anthropologie und Geschichte. In seiner gesamten Familie gibt es keinen ähnlichen Fall von paranoider Schizophrenie. Der Fall Harding unterliegt auch weiterhin der strikten Schweigepflicht und wurde selbst dem regionalem, wie überregionalem ärztlichen Fachpersonal nicht zugänglich gemacht.

Harding, der von seinen Studenten und Mitarbeitern immer als äußerst pflichtbewusst und eifrig wahrgenommen wurde, erlebte am 13. September diesen Jahres einen so schweren Schock, dass er in das Arkham Hospital gebracht werden musste. Nachdem keine körperlichen Gebrechen festzustellen waren, der Patient allerdings schwere psychische Störungen aufwies, wurde er hierher ins Arkham Sanatorium gebracht. Der Grund für diese Störung, die sich letztendlich als paranoide Schizophrenie herausstellte, ist weiterhin unklar. Interviews mit Harding sind äußerst schwierig, da er in beinahe jedem Menschen eine Gefahr für sich selbst sieht. Einzig einem Mann namens „Johnny Maxwell“ schenkt er das nötige Vertrauen. Er schreibt Briefe an ihn und das ist die einzige Art für uns etwas mehr über Harding herauszufinden. Im Folgenden nun eine Abschrift eines dieser Briefe:

Lieber Johnny,
Weißt du noch Johnny? Damals? Der Himmel war blau. Der Regen kam erst später. Wir waren da. Dann kamen sie. Den Tag werde ich nie vergessen.
Alles in allem Jahre vergingen. Ich rette den Tag ohne die Nacht. Ohne dich ist der Himmel gelb in grün, selbst beim Sonnenuntergang. Ach wären wir doch sie! Schön wären die Tage ohne zu wissen. Ich schließe mit den Worten die es sagen.
Lebwohl
Douglas

Dieser Brief mag als Beispiel für eine Vielzahl von anderen, ganz ähnlichen Schrieben dienen. Was mag diesen Mann, diesen gelehrten Mann nur derart zugrunde gerichtet haben? In meiner persönlichen Laufbahn habe ich derlei Fälle selten gesehen. Oft waren sie die Ausgeburt von jahrelanger Degenration und Inzucht, in abgeschotteten Dörfern, doch dieser Fall weißt keines dieser Merkmale auf. Wie eingangs erwähnt, gibt es in Hardings Stammbaum keinen Fall der auch nur irgendwelche Auffälligkeiten zeigt.

Recherchen über Johnny Maxwell führen trotz redlicher Bemühungen ins nichts. Die Bostoner Adresse auf dem Briefkopf ist nicht existent, oder vielmehr ist sie noch nicht existent. Nachforschungen zufolge, soll in 10 bis 15 Jahren am angegeben Ort ein Neubau errichtet werden, der den wachsenden Hunger der Wirtschaft vorerst stillen mag.

Empfohlene Behandlung
Bis auf weiteres verordne ich die bisherige Medikation und Elektrokrampfbehandlungen.

Gez.
Dr. Phillip Lammon

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Die Arkham Akten – Der Fall Edward James

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2007
Autor: Daniel Neugebauer

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Patient: Edward James
Betreuender Arzt: Dr. Phillip Lammon
Fallnummer: EJ-901/G

Edward James ist bereits seit drei Jahren unser Patient. Sein zwanghaftes Verhalten hat sich in dieser Zeit verringert, aber seit neustem gibt es eine völlig andere Auffälligkeit in seinem Verhalten. Im Folgenden nun eine auf das wesentliche gekürzte Transkription des letzten Interviews:

Dr. Phillip Lammon: Was bedrückt sie Edward?
Edward James: Jemand ist hier!
DPL: Meinen sie mich?
EJ: Nein, Nein… ich meine JEMAND ist hier, hier in der Klinik.
DPL: Wen meinen sie?
EJ: Verstehen sie nicht, JEMAND, es könnte jeder sein!
DPL: Denken sie das sich hier jemand eingeschlichen hat?
EJ: Ja, ja! Genau, eingeschlichen hat sich jemand.
DPL: Haben sie ihn gesehen?
EJ: Ich bin nicht sicher. Ich vermute die neue Schwester!

Anm. Dr. Philip Lammon: Gemeint ist Schwester Catherine Jenkins, die erst vor 2 Wochen eine Vertretungsstelle für Schwester Ethel Holden angenommen hat.

DPL: Aber Edward, wir haben doch darüber gesprochen das sie Ethel vertritt. Ethel bekommt doch ein Kind, wissen sie nicht mehr?
EJ: Nein, nein. Ich meine Ja. Ich weiß das sie ausfällt und ihre Schichten montags, dienstags donnerstags und freitags von 6:00 in der Früh bis 16:00 am Mittag nicht einhalten kann und das die Vertretung sie von 6:00 in der Früh bis 16:00 Mittag an jedem Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag vertreten wird. Das weiß ich doch, aber die neue, sie isst nicht.
DPL: Was?
EJ: Sie macht keine Pause von 9 Uhr bis 9:30. Sie macht keine Pause von 12:30 bis 13:00. Ich habs gesehen. Sie isst nie!
DPL: Vielleicht hat sie keinen Hunger Edward?
EJ: Nein hat sie nicht. Aber sie lockt die anderen.
DPL: Sie lockt sie?
EJ: Oh ja, sie lockt sie, ich habs gesehen. Sie ging zu Fred rein Zelle 154 DG, rechter Flügel, vierte Tür auf der linken Seite. Sie wollte ihm das Essen bringen, aber sie war 27 Minuten drin, ich habs gezählt.
DPL: Edward, was denken sie über Schwester Catherine?
EJ: Sie ist jemand aber sie ist keiner von uns?
DPL: Von uns?
EJ: Kein Mensch!
DPL: Das denken sie nur, weil sie bei Fred 27 Minuten in der Zelle war?
EJ: Nein, das denke ich, weil sie es mir gesagt hat und weil ich der nächste bin. Fred macht es nicht mehr lange hat sie gesagt dann holt sie mich! Ich will nicht, sie hat schlimme Dinge gesagt, ich, ich… DA!

Anm. Dr. Phillip Lammon: Schwester Catherine stand an der Tür mit etwas Kaffee, ich hatte danach verlangt und vergessen ihr Bescheid zu geben. Ich musste Edward James starke Beruhigungsmittel geben damit er ruhig blieb. Schwester Catherine hat angeboten den Zustand des Patienten zu überwachen. Ich lehnte ab, Edward war äußerst angespannt und diese Feindlichkeit gegenüber Schwester Catherine, die wirklich nur die besten Referenzen besaß, ist mir fragwürdig. Möglicherweise ein Rückfall in sein zwanghaftes Verhalten, aufgrund des Personalwechsels.

Gez.
Dr. Phillip Lammon

Das Fest

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 26. Dezember 2007
Autor: Daniel Neugebauer

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Es war die Zeit des Julfestes, das die Menschen Weihnachten nennen, obwohl sie im innersten Herzen wissen, dass es älter ist als Bethlehem und Babylon, älter als Memphis und die ganze Menschheit.
– H. P. Lovecraft
Das Fest

Für den kleinen Gerald Hanson ist jedes Weihnachten gleich: Der Tannenbaum, die Geschenke, der Kirchgang, das alte Haus mit den seltsamen Lichtern und dem Singsang… Doch dieses Jahr will der Junge es wissen, er will wissen was in dem Haus am Ende der Hyde Street im schiefgiebligen und hexenverfluchten Arkham gefeiert wird, denn dort werden bestimmt keine Geschenke ausgewickelt. Nein, dieser Ort fühlt sich nicht an wie Weihnachten, an diesem Ort wird etwas viel älteres gefeiert.

Die Nachricht über den vermissten Gerald Hanson verbreitet sich unglaublich schnell. Die Eltern sind völlig erschüttert, brechen bei jedem Blick auf den festlich geschmückten Baum und den unausgewickelten Geschenken ihres Sohnemannes, in Tränen aus. Sie können sich einfach nicht erklären was mit ihrem geliebten Sohn geschehen ist. Er ging mit ihnen wie jedes Jahr zur Kirche, wollte nach der Messe aber schon früher als die Eltern nach Hause und rannte vor, etwas was er seit kurzer öfter machte – Der Junge wird eben erwachsen. Von da ab hat ihn jedoch niemand mehr gesehen. Seine Eltern kennen die Faszination ihres Sohnes für das Haus in der Hyde Street nicht und keiner ist sich überhaupt bewusst, dass dort in aller Abgeschiedenheit der altertümliche Brauch des Julfestes praktiziert wird. Durch die Hinweise von Geralds Freunden, finden die Spielercharaktere jedoch heraus, dass er nicht gleich nach Hause rannte, sondern dem Haus einen Besuch abstattete und von da an beginnt das Leben der Charaktere aus den Fugen zu geraten. Zuerst sind es diese scheußlichen Alpträume, dann bewegen sich Objekte wie von selbst, Nachrichten erscheinen auf beschlagenen Fensterscheiben, unheimliches zischen und knistern am Telefon, Kontaktversuche oder bösartiger Spuk? Hat dies etwas mit dem Verschwinden von Gerald zu tun, ist Gerald vielleicht näher als die Spielercharaktere ahnen?

Des Rätsels Lösung ist das „Julfest“ was im Haus am Ende der Hyde Street gefeiert wird. Der kleine Gerald war allzu neugierig und so geriet ein Ritual durcheinander, was seit Jahrhunderten stets am selben Tag gefeiert wird. Doch es war keine Opferzeremonie oder Anrufungsritus. Die Männer und Frauen die sich dort einfinden, singen verzweifelt und inbrünstig gegen das an, was nicht sein darf. Sie halten den Ritus des Julfestes ab und sorgen in der Nacht, in der die Grenzen zwischen den Sphären dünner sind als sonst, dafür, dass nichts diese Grenze an dieser Stelle überschreitet. Sie sind das Schutzschild der Realität in Arkham und ein kleiner neugieriger Junge brachte eine uralte Tradition durcheinander. Das Resultat war verheerend, nahezu alle Sänger wurden auf der Stelle in einen wirbelnden Mahlstrom aus Finsternis gezogen. Niemand konnte sich retten, bis auf Gerald. Er war zu weit weg um Opfer des Mahlstroms zu werden, stattdessen wurde er auf eine andere Ebene geschleudert, der unsrigen recht nahe, aber dennoch unendlich weit weg. Er ist dazu verdammt als „Geist“ durch ein „Abbild“ Arkhams zu wandern und nur dank seiner nähe zur unserer Realität, gelingt es ihm Kontakt mit eben dieser, unsrigen Welt aufzunehmen und die Spielercharaktere sind die ersten die seine Anstrengungen bemerken. Seine Eltern hören seine Hilferufe nicht (die Ärzte verabreichten nur etwas mehr Beruhigungsmittel als üblich) und seine Freunde fürchten sich vor ihm. Doch über die Zeit werden die Hilferufe Geralds immer intensiver, denn etwas geht um im Abbild von Arkham und macht Jagd auf den kleinen Jungen und was noch schlimmer ist, die Kreatur könnte sich vielleicht einen Weg in die Realität bahnen, denn die Grenze ist hauchdünn. Sollte es den Charakteren gelingen das Geheimnis um das Haus am Ende der Hyde Street zu lösen, so werden sie fortan ein etwas anderes Weihnachtsfest feiern… In diesem Sinne wünsche ich einen besinnlichen 2. Weihnachtsabend!

Unsterbliche Kunst – Fundstücke C

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 13. Dezember 2009
Autor: Stefan Droste

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Drei mal Drei sind Neune – zum dritten Mal werden an dieser Stelle drei Bilder für den immer inspirationshungrigen Spielleiter präsentiert. Und damit ist diese kleine Artikelreihe auch vorest zu Ende. (…)

Steinstatuette – 10. Jahrhundert, Mexiko

Im renomierten Anthropologischen Museum Xalapa, Veracruz findet sich dieses Fundstück, welches nach einhelliger Meinung Mictlantecuhtli, den aztekischen Herrn der Toten darstellt. Dieser Gottheit, welche den Mythen nach auch jeden Morgen die Sterne verschlingt, wurden angeblich in kannibalistischen Riten menschliche Tempelopfer dargebracht. Die Archäologen sind sich jedoch noch uneinig über den sehr unüblichen Kopfschmuck der Statuette, sowie der exakten Datierung. Denn alle Messungen sprechen seltsamerweise für ein Entstehungsdatum dass einige Jahrhunderte vor der Blütezeit der aztekischen Kultur liegt.

(Das Bild stammt von Leonardo71 auf flickr.com)

Buntglasfenster – 16. Jahrhundert, Normandie

Die Darstellung des Bleiglasfensters aus der Notre Dame – Kirche im altehrwürdigen Städchen Les Andelys zeigt den Teufelspakt des Theophilius. Dieser Teufelpakt-Mythos soll sich im Jahre 538 auf Sizilien zugetragen haben. Er berichtet von dem Fall des Klerikers Theophilius, einem vorbildlichen Mann Gottes, dessen Ansehen jedoch durch die üble Nachrede von Neidern schwer geschädigt wird. Um seinen Ruf wieder herzustellen verschreibt Theophilius seine Seele dem Satan. Die Legende berichtet aber, dass er durch die Hilfe der Jungfrau Maria wieder geläutert wurde, und drei Tage später als Büßer am Fieber verstarb.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.com)

Marionette – Oktober 2009, Chile

Sobald überdimensionale, von komplizierten Seilzügen bewegte Marionetten und absurde maschinelle Tiere durch die Innenstädte unserer Welt schreiten, steckt mit großer Wahrscheinlichkeit die Straßentheatergruppe Royal De Luxe aus Nantes dahinter. Begleitet von einem Tross von Musikern verwandeln diese Ausnahmekünstler ihre Paraden in fantastische Erlebnisse wie aus exotischen Fieberträumen. Ihre Vorstellungen locken jedes Mal ganze Heerscharen von Zuschauern an. Interessanterweise lässt sich die französische Künstlertruppe nicht buchen sondern tritt ausschließlich von sich aus an die jeweiligen Städte heran.

(Das Bild stammt von kcoss auf flickr.com)

Unsterbliche Kunst – Fundstücke B

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 05. Oktober 2009
Autor: Stefan Droste

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Es ist Zeit für den zweiten Teil unserer kleinen Bildergalerie! Auch dieses Mal gibt es wieder drei Handouts für den heimischen Cthulhu-Tisch. Dank geht besonders an Kaid alias Wendigogo für seine Einsendungen; unter anderem hat er das erste Bild für diesen Artikel herausgesucht. (…) Und nun ohne weitere Umschweife zu drei kurzen Blicken auf “klassische” Gegner so mancher Investigatoren.

Kupferstich – 15. Jahrhundert, Süddeutschland

Aus der Sagenwelt des Bergischen Landes (1897): Zwischen Dünnwald und Paffrath liegt ein Kalkfelsen, der wegen seiner vielen Höhlen Kluftstein oder Klutstein genannt wird, und an dem einst ein Pilgerweg verlief. Eines Tages wurde das Gebet einer Gruppe frommer Pilger plötzlich durch einem gellenden Wehruf unterbrochen. Zwei schlechte Menschen und Mönch wurden von fliegenden Teufeln angegriffen. Teils durch Gewalt, teils durch das Zeichen des Kreuzes konnten die Widersacher verdrängt werden, der Mönch jedoch wurde von den Teufeln gen Himmel geschleppt und ward nie wieder gesehen.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)

Kolorierte Zeichnung – 1778, England

Der englische Maler John Webber nahm als Zeichner an James Cooks dritter Südsee-Expedition teil, bei der auch dieses Bild entstand. Laut Untertitel zeigt es eine Gruppe maskierter Ruderer von den Sandwich-Inseln, dem heutigen Hawaii. Dieses Kanu, so erzählen die Reiseberichte, steuerte das vor Anker liegenden Schiff der Europäer an und entfernte sich dann wieder. Weshalb die Eingeborenen dies taten blieb ungeklärt, ebenso weshalb die Männer sich auf diese Weise maskiert und die eigenartige Totemfigur mit sich geführt hatten. Cook selbst sah England nie wieder, er wurde von hawaiianischen Kriegern zerstückelt.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)

Plüschtier – 2009, Japan

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erfasst ein neuer Spielzeugtrend Kinder, Jugendliche und Junggebliebene in aller Welt: “Cho-Gi” nennt sich das flauschige Etwas, welches mit einer Vielzahl Augen und Münder ausgeliefert wird, die der Kunde ganz nach Belieben selbt anbringen kann. “Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch,” betont Pressesprecher Kage, “jeder Cho-Gi ist anders!” Besonders die Möglichkeit, das rosa Geschöpf mit einer Wärmflasche auszustatten macht es ideal für die Winterzeit. Dieser plötzliche Trend überrasch jedoch selbst Marktforscher, die Verkaufszahlen in mehrstelliger Millionenhöhe prognostizieren.

(Herstellung und Model: Jen)

Unsterbliche Kunst – Fundstücke A

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 11. September 2009
Autor: Stefan Droste

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Handouts zu einem Szenario können das Spielerlebnis deutlich bereichern. Und oft sagt ein Bild dabei mehr als tausend Worte! Deshalb hier eine kleine Rubrik, in der solche selbst erstellten oder zumindest selbst zusammengeklaubten Bilder einem größerem Publikum zum Nutzen gereichen können, als nur der heimischen Spielrunde.

(…)

Ich beginne den bunten Reigen mit einigen Stücken aus meinem eignen Fundus, passend zum diesjährigen Sommerthema rund um den König in Gelb.

Wandteppich – 11. Jahrhundert, Nordfrankreich

Diese mit farbigen Stickereien bedeckte Stoffbahn von etwa einen halben Meter Kantenlänge wurde in einer verlassenen Benediktiner-Abtei in der Normandie entdeckt. Man geht davon aus, dass das gefundene Stück aus einer wesentlich größeren Darstellung herausgetrennt wurde. Diese ist bis heute jedoch verschollen. Auch welcher Herrscher dargestellt werden sollte ist unklar. Forscher sind sich zudem noch unklar darüber, ob das auf der Rückseite des Stoffes mit Kohle aufgemalte, vermutlich pseudo-lateinische Wort “Carcosa” einen Eigennamen, einen Ort oder einen Zustand bezeichnet.

(Das Bild wurde erstellt mit dem “Historic Tale Construction Kit”)

Fotogravur – 1920er Jahre, Südkalifornien

Die Vorlage für diese 46 x 34 cm messende, mit brauner Tinte ausgeführte Gravur stammt aus der Kamera von Edward S. Curtis (1868 – 1952), eines passionierten Fotografen und Fachmannes für nordamerikanische Indianer. Es zeigt der Beschriftung nach ein Stammesmitglied der Schoschonen, welcher einen heiligen Felsen mit mythischen Malereien verziert. Während einzelne Ethnologen darin eine Huldigung gegenüber einem von den Eingeborenen niemals ausgesprochenen Manitou erkennen wollen, lehnen die meisten dies jedoch als unglaubwürdig, und das Bild als gestellt ab.

(Das Originalbild stammt aus der Northwestern University Library, Edward S. Curtis’s ‘The North American Indian’: the Photographic Images, 2001. http://memory.loc.gov/ammem/award98/ienhtml/curthome.html)

Bronzeplastik – 1982, Göttingen (Niedersachsen)

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Im Zentrum der Göttinger Innenstadt, dem sogenannten “Nabel” steht diese Lebensgroße Plastik des aus Ostpreußen stammenden Bildhauers Bernd Altenstein, welcher seit 1975 an der Hochschule für Künste Bremen lehrt. Täglich passieren unzählige Menschen den kleinen Platz und sein Werk, welches zu einem beliebten Treffpunkt geworden ist. Die Familienszene besticht durch Dynamik und der steten Unsicherheit, ob Ausgelassenheit oder Agression die Szenerie beherrschen. Der Künstler selbst gab dem bronzenen Trio den schlichten Namen “Der Tanz”.

(Das Bild stammt von commons.wikimedia.org)

De Profundis – die etwas andere Art Cthulhu zu spielen

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 04. Juli 2007
Autor: Daniel Neugebauer

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Briefe soll man, wie jedes andere Vergnügen, nach getaner Arbeit sich gestatten.
– Gottfried Keller

In den Tiefen eines einsamen Waldes in Polen wartete ein Buch seit vielen Jahren auf seine Entdeckung … und als es gefunden wurde, war nichts mehr so wie vorher … Aus den dunklen Tiefen sind diese Seiten aufgestiegen um dich in ihren Bann zu ziehen. Versinke in den Abgründen von De Profundis und sieh die Welt mit ganz anderen Augen. Wagst Du es, Deine Realität in Frage zu stellen?

Zu einer normalen Cthulhu-Runde finden sich die Spieler und der Spielleiter üblicherweise an einem Abend ein, um dann gemeinsam ein vorbereitetes Abenteuer zu erleben. So weit, so gut – doch De Profundis geht da einen ganz anderen Weg. Viele kennen wahrscheinlich Lovecrafts Geschichte „Der Flüsterer im Dunkeln“, in der der Erzähler über Briefkontakt mit einem gewissen Akeley in Verbindung kommt. Aus dem Kontakt erwächst sich eine mysteriöse Verschwörungsgeschichte: Ein Paket mit geheimnisvollen Inhalt kommt nie an und Akeleys Briefe werden immer beunruhigender, bis sie sich plötzlich völlig ins Gegenteil verkehren und den Erzähler sogar einladen, zu Akleyes Anwesen zu kommen. Wer die Geschichte noch nicht kennt sollte sie sich einmal anschauen oder anhören (LPL Records hat sie grandios vertont), es lohnt sich!

Nun, was hat das Ganze nun mit De Profundis zu tun? De Profundis ist ein Briefrollenspiel. Nach einer Charaktererschaffung, die eigentlich eher aus Hintergrundinformationen besteht, also der Werdegang des Charakters, die Freunde und Verwandte usw. und weniger aus handfesten Werten. Auch der Epoche sind keine Grenzen gesetzt, von den 20ern bis hin zu NOW lässt sich eigentlich alles spielen, solange man sich in den Charakter hineinversetzen kann. Einen Spielleiter gibt es normalerweise auch nicht, die Geschichte entwickelt sich sozusagen durch den wechselnden Briefverkehr, in der die Handlung weitergesponnen wird. Ausgangspunkt für die Geschichte können ganz alltägliche Begebenheiten sein, denen man einen unheimlichen oder grotesken Anstrich verpasst. So könnte die gewöhnliche Bahnfahrt Ausgangspunkt für ein schreckliches Erlebnis werden, bei der man bei einem Blick aus dem Fenster etwas Schauerliches beobachtet und das einen dann den Rest des Tages verfolgt. So ein Aufhänger reicht schon für einige Briefwechsel, bis sich dann immer mehr Inhalt um die Geschichte aufbaut und Wirklichkeit mit Fiktion verschwimmt. Aufgrund dieses Themas sei das Spiel auch Jugendlichen unter 16 Jahren eher weniger zu empfehlen.

Das 84seitige Regelwerk im DIN A5-Format, stammt aus dem Verlag Krimsus Krimskramskiste und wurde von dem polnischen Autoren Michael Oracz geschrieben. Dabei geht er Autor etwas ungewöhnlicher vor als sonst und beschreibt in Briefen sein Briefrollenspiel De Profundis. Das Ganze ist sehr nett geschrieben und erklärt auch recht anschaulich wie ein De Profundis Brief aussehen könnte.

Fakten zum Spiel De Profundis:

  • Autor: Michael Oracz, deutsch von Ralf Sandfuchs
  • Verlag: Krimsus Krimskramskiste
  • Seiten: 84 in s/w
  • Preis: 7,50 €