RPG-Blog-O-Quest #51: Vorschau

Es ist mal wieder Dezember und damit ein weiteres Mal ein Grund für die diesmalige RPG-Blog-O-Queste, einen Blick in die rollenspielerische Zukunft einzufordern. Allerdings fasst Ausrichter Würfelheld die Fragen dieses Mal ein wenig enger, als es in den vergangenen Jahren der Fall war.

RPG-Blog-O-Quest? Nie gehört? Kurz die Spielregeln: An jedem Monatsersten stellt der jeweilige Ausrichter dem Rollenspielvolk fünf Fragen, welche auf Blogs, in Podcast, in Vlogs oder in Foren beantwortet werden wollen. Dann hat man den Monat über Zeit, um die Fragen zu beantworten. Näheres dazu hinter dem obigen Link. Also, frisch ans Werk – schauen wir mal, was mir zu den Fragen so einfällt!

1. In knapp einen Monat beginnt das Cyberpunk -Jahr schlechthin. Wirst Du in 2020 eine Cyberpunk-Rollenspiel-Runde leiten oder in einer mitspielen?
Voraussichtlich nicht. Abgesehen von einigen Runden „Shadowrun“ (das man ja auch eher als Fantasy-Setting mit Knarren bezeichnen könnte) sind Cyberpunk und ich bislang nie wirklich aufeinander getroffen. Das Setting reizt mich einfach nicht genug, weder als Film, Buch, Rollenspiel oder Comic… Sofern mich jemand einladen sollte, würde ich darüber nachdenken. Da das aber äußerst unwahrscheinlich ist (…der (fast) ewige SL eben…), beantworte ich die erste Frage einmal mit „nein“.

2. Auf welche Rollenspiel-Neuheiten freust Du Dich 2020 am meisten und warum?
Puh, ich weiß jetzt gar nicht so genau, was für 2020 alles in der Pipeline ist. Da wäre zum Beispiel die deutsche Ausgabe von Pathfinder 2 – doch das äußerst schleppende Crowdfunding von Ulisses lässt mich hier wenig Herzblut erkennen. Überhaupt fand ich die Abenteuerpfade eigentlich immer eine der spannendsten PF-Publikationen – außer halt, sie erscheinen NUR über Crowdfunding als 600-Seiten-Wälzer für 100 EUR (oder so). Dann verliert die Publikationsform für mich ihren Reiz. Also, PF2 ist wohl nicht meine große Vorfreude für 2020.
Ein weiterer „Brecher“ wird „Dungeon Crawl Classics“ von System Matters… allerdings verhindert die optische Aufbereitung, dass ich mich mehr mit dem System beschäftige. Ich weiß, das ist furchtbar oberflächlich gedacht, aber ich finde, ein Rollenspielbuch heutzutage muss nicht mehr so aussehen. Ergo – auch, wenn ich mir das eine oder andere Abenteuer ansehen werde (…um einmal den so oft gelobten „Sense of Wonder“ unter die Lupe zu nehmen), DCC wird auch nicht meine große Vorfreude.
Ich denke, ich muss hier ein wenig tiefer graben. Bestimmt gibt es wieder einen neuen „Private Eye“-Abenteuerband zur SPIEL – das ist immer eine schöne Sache. Ausserdem arbeiten die Damen der Redaktion Phantastik immer noch an der deutschen Ausgabe von „Wolsung“, dessen Mischung aus Fantasy und Steampunk und Pulp mich immer wieder ansprechen kann. Wenn das 2020 fertig wird, wird es eines meiner Highlights.
Ach ja: Bei Pegasus erscheinen im nächsten Jahr wieder einige cthuloide Bände – und nach aktuellem Stand ist in mindestens einem mein Name im Impressum vertreten. Doch, darauf freue ich mich schon sehr. Es macht mich immer stolz, Teil eines so starken Autorenteams zu sein.

3. Welche guten Rollenspielvorsätze hast Du für 2020?
Da gibt es eigentlich gleich zwei Dinge, die ich mir vornehmen wollte:

Das eine hat eigentlich eher mit einer „Nebendisziplin“ zu tun. Seit Ende letzten Jahres schiebe ich einen unschönen „Stapel der Schande“ vor mir her, also den Haufen von RPG-Büchern, den ich noch nicht gelesen habe. Ich habe unglaublich viele Bücher gelesen in diesem Jahr, aber in fast ebenso gleichem Maße für Nachschub gesorgt. Hier muss ich unbedingt mal etwas tun und versuchen, das Material das ich mir kaufe, wenigstens auch zu lesen (…dass mal ALLES den Spieltisch sehen wird, ist nahezu unmöglich :-)).

Das zweite hat dann direkt mit dem Spiel zu tun: Ich möchte ein vorbereiteter Spielleiter werden. Dabei geht es mir nicht um die Spielrundenvorbereitung – da reicht mir ein grobes Konzept, eine Karte und meine Mitspieler. Es gibt auch Dinge, die ich als Spielleiter (in meinen Augen) schon ganz gut mache: Pacing und Timing liegen mir ganz gut; ich denke, mein Stimmenspiel ist gar nicht so schlecht und auch meine Beschreibung sind mittlerweile ein bißchen farbiger geworden. Woran es bei mir aber mangelt, sind spieltheoretische Dinge, die ich eigentlich weiß, auch einmal wirklich aktiv einzubringen. Spotlight-Verteilung beispielsweise. Oder Spieltypen-Analysen. Da ist sicher auch nicht alles Gold, was glänzt, aber ich werde versuchen, die Vorlieben und Spotlight-Zeit meiner unterschiedlichen Spieler ein wenig besser anzuspielen. Zumindest in meiner laufenden Kampagnenrunde, bei den gelegentlichen OneShots mit unterschiedlicher Besetzung geht es dann doch eher plotzentriert zu.

4. Planst Du 2020 ein eigenes Rollenspielprojekt? Welches?
Ja. Seitdem ich mit „Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos“ hier auf diesen Seiten einmal mein eigenes Rollenspielbuch produziert und vertrieben habe, möchte ich unbedingt noch einmal etwas in dieser Richtung machen. Auch die selbstgemachten Abenteuerflyer für den GRT und den Ringboten waren immer tolle Geschichten. Und dann gab es mit „Schwarze Tiefen“ ja auch noch mein „eigenes“ Rollenspiel, dass ich für Pegasus im vergangenen Jahr maßgeblich gestalten durfte. Das waren tolle, prägende Projekte und ich möchte in dieser Richtung unbedingt wieder tätig werden.
Eigentlich plane ich etwas mit Dungeons. Ich schiele immer ein bißchen neidisch auf die Amerikaner, die so viele tolle Dungeon-Bücher mit Zufallstabellen und neuen Monstern kickstartern. Klar, mein Englisch würde hier reichen. Aber ein originäres Produkt in dieser Richtung, das sollte doch machbar sein. Allerdings muss es wohl systemlos werden – es gibt zwar deutsche Übersetzungen von Systemen die direkt auf der OGL basieren, aber dann sind ja oft wiederum die deutschen Begriffe geschützt… mal gucken, vielleicht gehe ich auch mit meiner Idee einmal hausieren :-).

5. Was willst Du im nächsten Jahr tun um neue Rollenspieler fürs Hobby zu gewinnen?
Da bin ich noch ein wenig unschlüssig. Eigentlich steht noch eine Einladung einer Runde mit einer Neueinsteigerin aus… allerdings gibt es hier noch Startschwierigkeiten. Aber vielleicht kann ich hier ja noch einmal positiv einwirken…
Ansonsten habe ich einige Jahre GRT-Materialien beigesteuert – vielleicht gelingt mir das (trotz engem Zeitfenster) ja in diesem Jahr noch einmal.
Davon ab überlege ich ernsthaft, meinen Achtjährigen langsam an die Sache ranzuführen. Ich halte überhaupt nichts von diesen ganzen Kinderrollenspielen, mit denen der Markt heute überschwemmt wird (also wirklich ÜBERHAUPT nichts). Ich meine: ich war elf, als ich DSA für mich entdeckte. Da waren weder die Regeln zu schwer noch die Inhalte zu deftig. Daher erschließt sich mir die Sinnhaftigkeit von „wir benutzen nur einen Würfel“-Regeln und „unsere Bibabutze-Männer retten die Vogeleier der Vogelmama vor dem Vogeleiergeier“-Abenteuern überhaupt nicht. Ich bin mir also sicher, diese Systeme überspringen zu wollen. Dann könnte Acht allerdings auch noch tatsächlich zu jung sein. Mal gucken, er hat in diesem Jahr „Harry Potter“ für sich entdeckt… vielleicht kann man in dieser Richtung was machen… :-).

Bonus: Keine Frage, sondern die Aufforderung beim 8.Winter One Page Contest reinzuschauen und mitzumachen!

5 Kommentare zu “RPG-Blog-O-Quest #51: Vorschau

  1. Danke das Du an der Queste teilgenommen hast. Für den Stapel der Schande oder besser „SuB – Stapel ungelesener Bücher“ wünsche ich viel Erfolg und gute Unterhaltung. Bei deinem eigenen Projekt bin ich gespannt, vllt. lässt Du da immer wieder mal was inform eines Blogbeitrages von Dir hören.

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