Neuerscheinung: Ars Mathematica

Hallo zusammen,

ganz frisch in den pegasus’schen Druckerpressen vom Stapel gelaufen ist der neueste Abenteuerband für die 7. Edition des Traditions-Horrorrollenspiels CTHULHU! So sieht das gute Stück aus:

Zum Inhalt verrät Chefredakteur drüben im Cthulhu-Forum folgendes:

Inhalt: Die drei Siegerabenteuer der Wettbewerbs „Eidition 7“ von 2016 (Preishverleihung war auf der RPC 2016).

In Kürze:

Platz 1:
Ars Mathematica
von Andreas Osterroth
1920er
Ort der Handlung: ein Zug (d.h. das Abeteuer spielt sich während der Zugfahrt ab

Platz 2:
Jäger und Gejagte
von André Frenzer („Seanchui“, ja, der bekannte cthulhoide Blogger)
1920er
Ort der Handlung: Alaska
One-Shot

Platz 3:
Orakelknochen
von Hilmar Poganatz
NOW
Ort der Handlung: chinesische Grabkammer
One-Shot

Es ist also eine bunte Mischung von Themen, Zeiten und Möglichkeiten.

Nanu? Was ist denn nun los? Billige, dafür umfangreiche Werbetexte hier auf Seanchui’s Blog? Seid Ihr denn nicht eher Rezensionen oder kritischen Umgang mit neu erschienenem CTHULHU-Material auf diesen Seiten gewohnt?

Nun, damit kann ich bei dieser Publikation im Speziellen leider nicht dienen, denn wie unschwer an der Autorenauflistung zu erkennen ist: ich bin dabei. Damit wird sich natürlich zu „Ars Mathematica“ auf diesen Seiten nie eine Rezension einfinden – denn selbst, wenn ich meinen Text ausklammerte: wer würde mir ernsthaft abnehmen, dass ich den Rest eines Bandes, von dem ich ein ganzes Drittel füllte, neutral beurteilen würde? Ich habe tatsächlich bereits einige Projekte mit Pegasus hinter mir und auch schon einiges Material für CTHULHU publizieren dürfen – auch in gedruckter Form. Doch mit „Ars Mathematica“ erscheint nun erstmals ein Band im „normalen“ Produktportfolio, in dem ich meinen Namen platzieren konnte.

Was ich aber unumwunden zugeben muss: Den eigenen Namen in einer „offiziellen“ Printpublikation für das eigene Lieblingsrollenspiel wiederzufinden ist schon ein irres Gefühl. Heute ist ganz unversehens mein Belegexemplar bei mir eingetrudelt und es war sehr spannend, den eigenen Text im offiziellen Layout, professionell lektoriert und bebildert wiederzufinden.

Worüber ich mich natürlich noch mehr freuen würde, ist Feedback. Wie hat Euch der Band gefallen? Und mein Abenteuer? Werdet Ihr es spielen? Falls ja, wie ist es angekommen? Eine gute Anlaufstelle für Feedback dieser Art ist natürlich der entsprechende Thread im Cthulhu-Forum. Doch auch auf diesen Seiten stehen Euch meine Kommentarfelder immer offen!

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12 Kommentare zu “Neuerscheinung: Ars Mathematica

  1. Da gratuliere ich doch herzlich!

    Und wenn Du eine schonungslos ehrliche Kritik möchtest, schick‘ mir doch einfach ein Rezensionsexemplar.

    (Aber diese Eidition 7, eieiei, die kann ja irgendwie nicht so ganz rund sein, oder?)

    • …Rezensionsexemplare verschicke ich keine, ich habe darüber nämlich nicht zu entscheiden :-).

      Edition 7 bietet tatsächlich gewisse Vorteile in den Regeln. Edition 7 hat auch für reichlich Materialnachschub gesorgt, was ich prinzipiell positiv finde. Mir fehlt allerdings nach wie vor ein wenig der rote Faden, was durch die oben angeführte Publikation ehrlich gesagt nicht wirklich besser wird!

      • Dass Du keine Rezensionsexemplare verschickst, war mir schon klar. Bei meinen Posts musst Du Dir die Smileys gegebenenfalls selbst dazudenken.

        Ich schrieb übrigens auch nicht von der Edition 7, sondern von der Eidition 7, an der meiner Meinung nach einfach etwas faul sein muss. Besonders, da sie ja offensichtlich noch vom letztjährigen Ostern stammt…

  2. Hey Andre, herzlichen Glückwunsch zu deiner Publikation. Wenn es so ein Abenteuer wie deine anderen Werke ist bin ich zuversichtlich, dass es reißenden Absatz finden wird. Lg

    • Danke! Auch, wenn ich mich über Lob immer sehr freue – hier ist sicher nicht alles „Gold was glänzt“ :-). Ich hoffe aber natürlich, dass das Abenteuer nicht nur die Jury überzeugen konnte!

      • Mein Exemplar sollte die Tage eintreffen. Wenn es Kritikpunkte gibt werde ich sie hier zur Sprache bringen, versprochen. 🙂 Ich denke jedoch nicht, dass es großartig was zu meckern gibt, schließlich finde ich die meisten deiner Szenarios genial und sollten in gedruckter Form veröffentlicht werden. Ich denke auch das ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe.

  3. Hi Andre,

    Nachdem ich diesen Band jetzt komplett durchgesehen habe, mein spätes Feedback:

    Zunächst einmal möchte ich als Kontext für meine Kritik anmerken, dass ich mir eher selten Cthulhu-Abenteuerbände zu lege. Hintergrundbände immer gerne, aber Plots kann und will ich mir normalerweise selbst ausdenken und benutze fremde Abenteuerideen daher meistens, wenn überhaupt, nur als Inspiration. Gut ausgearbeitete Settings mit nützlichen Informationen und gegebenenfalls schicken Handouts, damit kann ich jedoch etwas anfangen, und manche Abenteuerbeschreibungen bieten mir so etwas ja auch.

    Ars Mathematica bietet drei aus einem Wettbewerb stammende Kurzabenteuer, bei denen ich eine besonders detaillierte Ausarbeitung und Ausstattung nicht erwarten darf, deswegen fokussiere ich mich natürlich besonders auf die Plotideen. (Und ja, ich habe mir diesen Band überhaupt nur zugelegt, weil ein Beitrag von Dir dabei war!)

    Um es gleich zu sagen: Dein Plot ist eindeutig der langweiligste, aber gleichzeitig auch der mit Abstand spielbarste in diesem Band. Das ist natürlich kein Zufall! Im Prinzip lässt er sich so zusammenfassen: „Da draußen ist ein Mythos-Monster, und es kommt zum Kampf.“ Das funktioniert, ist aber halt auch alles andere als originell. Man merkt hier ein bisschen, dass Du viel Erfahrung mit dem Leiten kurzer One-Shots besitzt, die besonders als SL so gar nicht mein Ding sind – ich bevorzuge es, meine Gruppe zunächst einmal behutsam durch eine profane Rahmenhandlung zu führen und/oder auf eine falsche Fährte zu locken, bevor sich dann nach und nach die Gewissheit des Übernatürlichen zu verdichten beginnt; ich verbringe gerne sehr viel Zeit mit dem Aufbau von Atmosphäre und der Interaktion mit Nichtspielerfiguren; und vor allem mag ich schwierige und verwickelte Plots mit doppeltem und dreifachem Boden und zahlreichen unerwarteten Wendungen, welche meine Spieler immer wieder überraschen und zur Verzweiflung bringen. Von einem knackigen Kurzabenteuer bin ich damit fast immer so weit entfernt, wie es nur geht!

    Ich schreibe das, um meinen Vorwurf der „Langeweile“ ein wenig zu relativieren, denn hier sind die Geschmäcker natürlich einfach auch unterschiedlich. Für mich ist Dein gesamter Plot bestenfalls als Plotelement in einer weit ausführlicheren Geschichte interessant; effektiv eine „Zufallsbegegnung“, wenn ich solche verwenden würde; oder sagen wir es so: ein Kapitel.

    Ein stärker objektiv begründeter Kritikpunkt ist allerdings die Frage nach dem Mehrwert Deines Abenteuers für SL, auch wenn sie solche knackigen, gradlinigen Plots schätzen. Hier kann ich einfach nicht viel finden – Du verwendest ein bekanntes Mythos-Monster in seinem üblichen Habitat. Deine NSC sind eher angerissen als ausgearbeitet, und der aus ihnen resultierende Nebenplot ist dünn und wirkt aufgesetzt. Die Beschreibung von Zeit und Ort, sowie Deine Vorschläge zu Zusatzregeln sind prinzipiell nützlich und interessant, bieten aber einfach zu wenig Material.

    Natürlich sind das gewissermaßen Features, keine Bugs – ich gehe stark davon aus, dass Umfang und Aufbau Deines Abenteuers den Rahmenbedingungen des Wettbewerbs geschuldet sind! Nur, als Käufer dieses Bandes bewerte ich eben nach anderen Maßstäben, und ich fürchte, ich kann damit nichts anfangen, und andere SL können vermutlich ihr Geld und ihre Lesezeit auch besser anlegen.

    Etwas kürzer zu den zwei anderen Abenteuern: Der Plot des dritten fasziniert mich, und hier habe ich mich auch sofort inspiriert gefühlt, eine ähnliche Geschichte zu leiten – aber dieses Abenteuer kann so eigentlich einfach nicht funktionieren! Hier wird viel zu viel darauf gesetzt, dass die Spieler sich in einer ganz bestimmten Art und Weise verhalten; und wenn sie dies nicht tun, kann man zwar vielleicht als SL noch improvisieren, aber die eigentlich interessanten Aspekte der Handlung geraten dann in Gefahr, unter den Tisch zu fallen. Dieses Abenteuer ist das genaue Gegenteil von Deinem: Faszinierend, originell, aber im Ablauf viel zu fragil und als Vorlage vermutlich unspielbar.

    Schließlich zum namensgebenden ersten Abenteuer: Ich mag das Flair und die Grundidee. Die Juxtaposition der verwendeten Mythos-Wesen mit dem Setting eines fahrenden Zugs spricht mich an. Der vorgesehene Abenteuerablauf ist allerdings recht eindimensional, und die vorgegebene Lösungsmöglichkeit spielerisch unbefriedigend und einfach vollständig unlogisch bis hin zur Albernheit. Hier wurde meiner Ansicht nach eine Chance vertan, ein interessantes Abenteuer zu entwerfen, welches hätte funktionieren können.

    Insgesamt weiß ich nicht genau, inwieweit meine insgesamt doch deutlich negative Kritik der Produktform an sich (Sammelband von Wettbewerbsbeiträgen) geschuldet ist, mit der ich persönlich einfach wenig anfangen kann, und inwieweit individuellen Schwächen der enthaltenen Kurzabenteuer. Ich betrachte den Kauf dieses Bandes jedenfalls als gescheitertes Experiment.

    • Hallo Andreas,

      entschuldige die späte Antwort – dein Feedback-Kommentar ist in meinem Spam-Ordner gelandet!

      Danke für Dein ausführliches Feedback. Und natürlich ehrt es mich, dass Du an meiner „Arbeit“ so interessiert warst, dass Du Dir sogar den Band zugelegt hast. Das freut mich ungemein.

      Umso mehr tut es mir fast leid, dass unsere Geschmäcker, was Abenteuerdesign angeht, so weit auseinander gehen. „Jäger und Gejagte“ ist tatsächlich „ein Kind seiner Zeit“, wie man so schön sagt. Meine CoC-Gruppe trifft sich leider viel zu selten und dann auch mit dem festen Willen, in einem recht überschaubaren Zeitrahmen etwas Gruseliges zu erleben. Für den von Dir beschriebenen Abenteueraufbau bleibt damit schlicht zumeist nicht die Zeit – insofern „kann“ ich im Moment fast nicht anders, als „kurze OneShots“ zu verfassen :-).

      Die eher weniger „generelle“ Kritik nehme ich mir zu Herzen! Ja, Du hast recht: das Abenteuer funktioniert sehr gut (denn es ist tatsächlich einfach), aber es ist sicher nicht durch seine überbordende Kreativität gekennzeichnet. Hier will ich beim nächsten Mal – sofern das passiert – auf jeden Fall mehr nachlegen!

      Zu dem dritten Abenteuer gibt es im cthulhu-forum einige Spielberichte (http://www.foren.pegasus.de/foren/topic/28226-spielbericht-orakelknochen/ und http://www.foren.pegasus.de/foren/topic/28304-orakelknochen/). Vielleicht findest Du hier weiterführende Informationen, um den Plot „durchzuziehen“, wie man so schön sagt.

      Noch einmal Danke für Deine Zeit!

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