Rezension: Gruselkabinett 114+115: Der Ruf des Cthulhu

Hallo zusammen!

Vorweg möchte ich es nicht versäumen, Euch allen ein frohes, neues Jahr und alles Gute für 2017 zu wünschen! Nun aber rasch zum Thema:

H. P. Lovecraft schrieb einige schauerliche Geschichten. Doch keine hat derart Einzug in die Popkultur erhalten, wie „Der Ruf des Cthulhu“. Nun versucht sich Titania Medien an einer Hörspielumsetzung des legendären Stoffes. Wie gelungen ist die Vertonung?

rezension-gruselkabinett-114115-der-ruf-des-cthulhuGenerell gelten Lovecrafts Geschichten als schwierig übertragbar auf andere Medien denn das gedruckte Wort. Denn oft mangelt es ihnen an den üblichen Spannungsbögen oder Charakterbildern, mit denen sich ein Zuschauer oder Zuhörer identifizieren könnte. Das mag auch für „Der Ruf des Cthulhu“ gelten, ist doch die gesamte Geschichte vom Autor als Retrospektive präsentiert. Doch in der Reihe des „Gruselkabinett“ sind bereits einige treffliche Vertonungen von Lovecrafts Werken zu finden.

Providence im Jahre 1926. Nach dem mysteriösen Tod seines Großonkels wird der junge Francis Wayland Thurston zum Nachlassverwalter des Verstorbenen bestimmt. Dieser war ein berühmter Professor für semitische Sprachen an der Brown-Universität. Doch seine letzten Forschungen hielt er streng geheim. Nach der Sichtung der zahlreichen Unterlagen seines Großonkels ergibt sich für Thurston ein erschreckendes Bild. Doch erst ein bemerkenswerter Zufall lässt ihn alle Puzzlestücke zusammensetzen…

Ohne viel zu spoilern darf ich vorwegnehmen, dass der Spannungsbogen der Geschichte – gleich dem des Originals – unter der Zeit gelitten hat. Versierte Gruselkenner erahnen bereits recht früh, was der Auslöser für die seltsamen Symptome ist, die sich zu Beginn der Geschichte häufen. Und auch das große Finale kann zu Zeiten moderner Horrorfilme kaum mehr wirklich erschrecken. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Geschichte spannend und mitreißend präsentiert wird. Darüber hinaus ist es eine wahre Freude, den vielen Details und dem Ideenreichtum des Autoren zu lauschen, wenn ein Puzzlestück des großen Rätsels nach dem anderen präsentiert und zusammengesetzt wird.

Technisch ist „Der Ruf des Cthulhu“ wieder einmal sehr ansprechend umgesetzt. Die ausgewählte Musik weiß zu gefallen, die verschiedenen Toneffekte sind passend, stimmungsvoll und auch gruselig und auch die Besetzungsliste der einzelnen Sprecher liest sich wie ein Who-is-Who der deutschen Synchronsprecher. Bernd Rumpf, Peter Reinhardt, Joachim Tennstedt oder Detlef Bierstedt sind nur einige wenige der Namen, die man immer mal wieder im Rahmen des „Gruselkabinett“ antrifft. Sie alle leisten ausnahmslos hervorragende Arbeit, um die morbide Atmosphäre der Geschichte auf den Leser zu übertragen.

Fazit: „Der Ruf des Cthulhu“ ist zurecht ein Klassiker der frühen Horror-Literatur. Auch, wenn die Entwicklungen des Genres die Geschichte vorhersehbarer gemacht haben, bleibt ein detail- und ideenreiches Werk, dass Freunde unheimlicher Unterhaltung unbedingt kennen lernen sollten. Die hervorragende Umsetzung in der Reihe „Gruselkabinett“ kann ich zu diesem Zwecke bedingungslos empfehlen.

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