Der Leichensee

Aus der Reihe „cthulhu.de-Bestseller“
Erstveröffentlichung: 02. März 2007
Autor: Daniel Neugebauer

cthulhu de stempel bestsellerDie Toten sind nicht tot, sie gehen mit,
unsichtbar sind sie nur, unhörbar ist ihr Schritt.

– Gorch Fock

(Diesen Freitag) Heute gibt es eine unheimliche Sage aus Mecklenburg Vorpommern:

Der Leichensee

Nicht weit von dem Dorfe Retzin, welches ungefähr anderthalb Meilen von Pencun liegt, findet man einen hohen, langen Berg, und unterhalb desselben einen See, welcher der Leichensee genannt wird. Auf dem Berge, der jetzt mit Buschwerk bewachsen ist, hat in früheren Zeiten ein Raubschloß gestanden, von welchem man noch hin und wieder Mauerwerk im Gebüsch auffindet. Der ganze Berg heißt deshalb auch noch der Burgwall. Die Räuber, die in diesem Raubschlosse gehauset, haben die Leichen der von ihnen Erschlagenen in den See geworfen, woher dieser auch den Namen erhalten haben soll. Die Ermordeten und die Mörder sollen noch jetzt in mancher Nacht um den See herumgehen, und es wagt sich in der Dunkelheit Niemand gern in die Gegend.

Szenarioidee

See05
Klick auf das Bild um das Handout zu lesen.

Wenn es doch nur ein Räuberschloss gewesen wäre! Die Räuber die vor hunderten von Jahren die alte Burg als Unterschlupf wählten, wussten zu Anfang nicht, auf was sie sich einließen. Der See birgt noch heute ein Geheimnis und es sind nicht die Verstorbenen die dort umhergehen, es ist etwas Lebendiges. Aber dieses blasphemische Etwas war schon lange da, ruhte und wartete in dem finsteren, kalten See der durch eine unterirdische Höhle mit der Festung verbunden war.

Als die Räuber die Burg besetzten, waren sie zuerst überrascht das niemand die alte Feste für sich beanspruchte, doch mit der Zeit erkannten sie warum niemand ein Interesse an der Burg zeigte. Das Wesen machte auf sich aufmerksam und die Räuber fanden verrückte Aufzeichnungen, die von dem Ding berichteten. Sie waren hin und her gerissen, aber ihr Anführer beschloss, dass sie die Burg nicht verlassen würden. Sie brachten dem Ding Gaben dar, warfen ihm die Leiber der Opfer vor, die ihre Raubzüge forderten und das Ding nahm sie gierig an. Es labte sich an dem kalten Fleisch und wurde fetter und träger und die Räuber mussten sich keine Gedanken mehr darüber machen, ob dieses Ding sie behelligen würde. Oft waren so viele Leichen in der Höhle, dass sie in den See getrieben wurden und Wanderer voller Abscheu zurückschreckten. Doch als man die Leichen bergen wollte, waren sie auf mysteriöse Weise verschwunden und bald kam das Gerücht über den Leichensee auf. Niemand konnte ahnen, dass die Kreatur die Leiber wieder zu sich in die Höhle zog und damit ihren unersättlichen Appetit stillen würde.

Im Laufe der Zeit zahlte sich das Räuberleben aus und viele Männer brachten es zu bescheidenem Reichtum. Sie vergaßen die Burg immer mehr und ließen sie verrotten und auch die Gaben an den letzten Bewohner der Festung wurden weniger und blieben letztendlich ganz aus. Doch die Kreatur ließ ihre Vasallen nicht so einfach gehen. Eines Nachts, es sollte die letzte Nacht der Räuber in der Festung sein, tauchte dieser goldene Götze auf. Niemand wusste woher er kam doch als der Unglücklichste der Räuber ihn berührte, waberte eine krötenhafte Form aus der Statuette hervor und hüllte die Räuber ein. Das Ding manifestierte sich unter ihnen und seine geistigen Kräfte zwangen den kümmerlichen Menschen die Befehle auf, weiteres Futter heranzuschaffen. Unter dem Einfluss der Wesenheit verübten die Räuber weitere Morde und die Lasten ihrer Vergangenheit gaben sie an die Nachkommen weiter und die Kreatur fraß und schlief bis zum heutigen Tage. Noch heute verschwinden um den Leichensee herum Menschen, ihre Leichen werden nie gefunden und auch wenn das Räuberschloss nicht mehr steht, die Nachkommen der Bande sorgen noch immer dafür, dass die Kreatur Futter erhält, so stark ist ihre geistige Präsenz in den Gedanken dieser verfluchten Diener.

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