Ein Tag im Angesicht eines grausamen Kosmos Vol. 2

Hallo zusammen,

und ein frohes, gesundes Neues Jahr 2016 Euch allen! Ich hoffe, Ihr seid gut rübergekommen :-).

Ein Tag Angesicht eines grausamen Kosmos vol 2 - FLYERPünktlich zum Jahreswechsel fand im Keller des “Casa Seanchui” eine Neuauflage unseres Cthulhu-Rollenspieltags statt, den wir im vergangenen August zelebrierten. Dieses Mal hatte ich zwei OneShots vorbereitet und der Tag stand unter dem Thema: „Wer eine Reise tut, der kann viel erleben“. Ich hatte mich entsprechend für zwei Reiseabenteuer entschieden. Den diesmaligen Flyer sehr ihr nebenstehend (ich kann einfach nicht anders…). Und natürlich ACHTUNG: die nun folgenden Spielberichte enthalten zahllose Spoiler!

Totholz
Als erstes nahmen wir uns Totholz vor, dass es mittlerweile gratis bei DriveThru zu finden gibt.

Das Abenteuer kommt mit fünf vorgefertigten Charakteren daher, von denen wir auch gleich die vier männlichen nutzten. Die Charaktere kannten sich vor dem Start in das Abenteuer locker vorher, und so waren sich alle bewußt, dass sie auf der Suche nach vermissten Personen waren.

Ich startete das Szenario planmäßig mit der unplanmäßigen Weggabelung. Erste Verwirrung machte sich breit, die sich nach den ersten Wiederholungen noch steigern sollte. Einer der SC kam auf die schlaue Idee, das Wegschild zu markieren und mußte dann feststellen, dass sie tatsächlich immer an der gleichen Stelle vorbeikamen. Als nächstes traf man auf das Automobil des vermissten Arztes, untersuchte es, nahm alles wertvolle mit und fuhr weiter. Ich streute nun erste Halluzinationen ein (der Musiker Jim Robinson sah seine vermisste Verlobte, ging jedoch nicht weiter auf die Szene ein) und ließ die Gruppe dann auf Corben Cormac treffen. Die Szene, wie er den Bus betrat, war bühnenreif und echtes Unbehagen machte sich breit. Corben wurde recht schnell gewahr, wer Linkshänder in der Gruppe war (Jim) und lehnte sich entspannt zurück.

Als nächstes traf es den Busfahrer. Der Krötenspur folgten meine SC jedoch aus Vorsorge nicht. Man übernahm den Bus, woraufhin ich weitere Halluzinationen einstreute. Dr. Wade sah seinen vermissten Jagdkollegen, hielt den Bus an und stürmte in den Wald. Als er jedoch des Schattens des Hetzenden Schreckens gewahr wurde, wurde wieder Fahrt aufgenommen… an der nächsten Weggabelung tat sich dann auch die Hexenhütte vor den SC auf, doch wieder obsiegte Vorsicht über Neugier. Selbst, als Corben ausstieg und die SC zum mitkommen aufforderte, blieben die vier lieber im Bus.

Ich erhöhte also den Druck und ließ den Hetzenden Schrecken auf der Weiterfahrt erstmals den Bus attackieren. Der Bus wurde übel zugerichtet und kam schlitternd an einem Baumstamm zum Stehen – just an der Weggabelung, wo sich wieder die Hexenhütte befand. Hier fand sich auch der Wagen des Doktors wieder, der nun auf Fahrtüchtigkeit geprüft wurde. Zwei der SC wagten sich nun in das Innere der Hütte und fanden schließlich auch Hexenbuch und Hinweis. Corben fing die beiden in der Hütte ab und unterbreitete ihnen seinen Pakt. Die beiden SC, die draußen warteten, war die Sache jedoch nicht geheuer und sie zündeten die Hütte kurzerhand an. Corben (der bald darauf niedergeschossen wurde) und die beiden SC flüchteten. Nachdem man sich neben der brennenden Hütte besprochen hatte, entschied sich meine Gruppe dafür, den Hinweis zu behalten und das Buch dann den Flammen zu überantworten… ein übler Fehler, denn nun brannte der ganze Hexenwald nieder.

Es schloß sich eine halsbrecherische Flucht an – ringsum brannten die Bäume, der Hetzende Schrecken griff erneut an und alles hing an den Fahrkünsten des Taxifahrers. Es war denkbar knapp, als die Gruppe das letzte Mal die richtige Richtung nahm und so dem Hexenwald entkam…

Die Nettospielzeit betrug bei uns ungefähr 2,5 Stunden.

Pro:
+ Durch die Schleife im Abenteuer läßt sich das Tempo sehr gut an die Gruppe anpassen
+ Grandiose Szenen (Corben besteigt den Bus, die Unterredung in der Hexenhütte)

Contra:
– Nur ein echter Hinweis, um das Rätsel zu lösen – und den hätten meine SC eigentlich nicht haben wollen, weil sie zuviel Angst vor der Hütte hatten. Sicher, es ist ein sehr kurzes Abenteuer, da wäre mehr vielleicht zuviel gewesen. Aber so ist es fast ein Nadelöhr geworden, durch das meine Gruppe nicht passte
– Enorme Tödlichkeit! Wirklich. Hätte ich mich an alle Vorschläge im Szenario gehalten, wäre die Flucht aus dem Hexenwald nach zwei Metern zu Ende gewesen. Da ich bei unserem letzten Treffen aber schon einen TPK hatte, war ich diesmal sehr gnädig und hemdsärmelig mit den Effekten des brennenden Buches. Nichts für zarte Gemüter!

Fazit: Mir hat es wirklich Spaß gemacht und auch das Feedback der Gruppe war positiv. Aber man muss schon Spaß an Schleifen-Abenteuern haben, denke ich, sonst fühlt man sich als Spieler vielleicht gegängelt.

Der Nachtexpress
Als zweites nahmen wir uns Der Nachtexpress vor, dass es mittlerweile gratis bei DriveThru zu finden gibt.

Da ich den Nachtexpress als OneShot anlegen wollte, verwendete ich vorgefertigte SC aus einem anderen Abenteuer (dem von mir verfassten „Vater der Dunkelheiten“), doch das tat dem Szenario letztendlich keinen Abbruch. Das Szenario verlief tatsächlich exakt so, wie vom Autoren geplant. Die SC haben allerdings auch recht wenig Möglichkeiten, abzuweichen: Beim gemeinsamen Abendessen lernte man sich etwas besser kennen. Ich führte auch gleich recht aufdringlich den Freiherr Richtenberg ein. Die übrigen Mitreisenden wurden von den SC allerdings ignoriert. Schließlich kam es zum Streit zwischen Dahm und Rachmanik, Dahm erklärte alle Hintergründe und spendierte den übrigen Fahrgästen einen Drink. In der Nacht kam es zum Aufspiel des jungen Pianisten, woraufhin ihm einer meiner SC im Handgemenge mit Richtenberg, dem Pianisten und sich selbst die Nase brach; Blut tropfte auf die Blätter…

Man begab sich wieder zur Ruhe, so dass Dahm sein irres Werk vollenden konnte. Der Mahlstrom gen Carcosa öffnete sich und die Byakhee begannen ihren Angriff. Zugbegleiter Beust starb planmäßig als erster, so dass den SC die Dringlichkeit der Lage bewußt wurde. Dahm versuchte den Verdacht auf Rachmanik zu lenken, jedoch äußerst erfolglos, woraufhin er den zweiten Zugbegleiter als Geisel nahm, um zu flüchten. Der Mahlstrom war nun bedrohlich nahe, der erste Byakhee wurde niedergeschossen, doch Nummer zwei und drei erhöhten alsbald den Druck. Schließlich warfen die SC die verfluchten Blätter aus dem Zug, nur um festzustellen, dass das den Byakhee nicht reichte. Sie ergriffen Dahm – der keine Hilfe von den SC zu erwarten hatte – und verschwanden. Ende.

Das Szenario war bei uns nach ca. 2,5 Stunden Nettospielzeit beendet.

Pro:
+ Der Pianist Rachmanik ist eine schöne, falsche Fährte. Meine SC folgten ihr nicht zu lange, genau richtig so.
+ Rund um den Angriff der Byakhee lassen sich schöne, klaustrophobische Szenen bauen

Contra:
– Die Handlung verläuft echt total auf Schienen. Mir fällt keine Stelle ein, an der die SC irgendwie hätten abweichen können.

Fazit: Ein nettes Abenteuerchen, insbesondere, wenn man vielleicht etwas mehr zu Carcosa und/oder Erich Zann plant, da hier diese Motive schön eingeführt werden. Viele der in anderen Spielberichten aufgetauchten Probleme (z. B. der Sprechverkehr mit der Lok oder die eher unrealistischen Bodenpläne der Waggons) sind bei meiner Gruppe auch nicht aufgetaucht. Das Feedback war durchaus positiv, insofern – wohl alles richtig gemacht :-).

Gesamtfazit: Wieder ein schöner Abend mit spannenden Abenteuern!

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Ein Kommentar zu “Ein Tag im Angesicht eines grausamen Kosmos Vol. 2

  1. Pingback: #RPGaDAY 02 – Seanchui goes Rlyeh

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