La leggenda delle navi fantasma

Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Wasser“. Danke an Clawdeen für die Organisation.

rsp-karneval-september-wasser-logo1

Nachdem ich die letzten Wochen dazu genutzt habe, mein erstes eigenes Printprojekt auf den Weg zu bringen und zu bewerben, widme ich mich heute – wie versprochen – wieder ein wenig dem Karneval der Rollenspielblogs und seinem aktuellen September-Thema: Wasser. Wie bereits in meinem ersten Beitrag kurz umrissen, ist Wasser eines der zentralen Motive des Mythos, die auch bereits im Rollenspielbereich recht gut abgedeckt sind. So bezieht sich denn nun auch die Auflistung auf bereits erschienene Abenteuerthemen oder Quellenbände.

In den vergangenen Tagen habe ich mir Gedanken darum gemacht, welches Thema ich weiter vertiefen möchte. Tatsächlich liegen mir „Geisterschiffe“ mit ihrer morbiden und unerklärlichen Spannung sehr am Herzen. Doch es gibt ja immerhin bereits einen ganzen Abenteuerband, der sich nur mit diesem Thema beschäftigt. Auch weitere Abenteuer spielen bereits mit dieser Spielart des Horrors. Und auch wenn mir der Quellenteil des Geisterschiffe-Bandes etwas kurz ausgefallen ist: wer will schon in Zeiten von Wikipedia und Google die immer gleichen Geisterschiffgeschichten auf diesem meinem Blog lesen, wenn sie doch nur ein paar Tastaturanschläge und Mausklicks entfernt bereits zu finden sind? Also werde ich nicht umhin kommen, doch etwas originäres zu schaffen. Meine Wahl fiel dabei auf ein Mythosbuch. Den Aufbau der Beschreibung habe ich dem Necronomicon von Pegasus entliehen, es reiht sich damit nahtlos in die dortigen Bücherbeschreibungen ein.

La leggenda delle navi fantasma

Ich kann nicht umhin zu sagen, dass ich mich wirklich fürchte. Ich bin meinen Freunden gewiss nicht als furchthafter Mensch bekannt, doch in diesem Fall wird jeder, der von dieser meiner Geschichte erfährt, Verständnis für meinen furchtsamen Gemütszustand aufbringen können. Es muss wohl zu der Zeit begonnen haben, als mir von einem Freund aus einem absolut unbedeutenden Antiquariat irgendwo in Boston dieses Buch als Präsent mitgebracht wurde. „La leggenda di navi fantasma“ – „Die Legenden der Geisterschiffe“ – schien nicht mehr als eine weitere dieser Schauer- und Schundgeschichtensammlungen zu sein, die wir zu dieser Zeit in großer Zahl verschlangen. Nachdem ich beim Durchblättern wieder einmal auf die Legende um den Fliegenden Holländer gestoßen war, legte ich das Buch gelangweilt zur Seite und nahm es erst im vergangenen Monat, viele Jahre später, wieder in die Hand.

Von einem alten italienischen Mönch sollen die Sagen zusammengestellt worden sein, verriet mir das Vorwort. Während ich amüsiert und in Erinnerungen an meine vergangene Jugend die Legende vom Fliegenden Holländer studierte, fielen mir die Augen zu. In den nächsten Tagen wurde mir das Buch zu einer angenehmen und regelmäßigen Bettlektüre – bis die Träume begannen. Vermochte meine rege Fantasie bereits an den vorhergegangenen Abenden, das Läuten der Schiffsglocken in meine Ohren zu zaubern, so änderten die Träume diese Einschätzung dramatisch. Ich kann und will nicht wiedergeben, welch blasphemische Schrecken mich in der Nacht verfolgen. Doch das Buch hat eine eindeutige Botschaft: es will an Bord eines Schiffes gebracht werden, dessen bin ich mir sicher.

In den nächsten werde ich versuchen, dem Buch diesen Wunsch zu erfüllen. Doch mir wird kalt und bange um mein Herz, wenn ich nur an den Hafen und die dort wartenden Schoner denke. Doch es gibt keinen Weg zurück.

Letzter Brief von William Habsbury, New England. Wenige Tage später wurde er tot im Hafenbecken Kingsports aufgefunden.

Über La leggenda delle navi fantasma

Dieser nur in kleiner Auflage erschienene Band wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einer kleinen Privatdruckerei in Neuengland verlegt. Es basiert auf den gesammelten Legenden über verschiedene Geisterschiffe, die ein italienischer Mönch im Jahre 1872 gesammelt und niedergeschrieben hatte. Es ist komplett auf italienisch verfasst.

Bucheinband.15.Jh.Koperte.InkunabelEs wurde in liebevoller Handarbeit erstellt und jede einzelne Ausgabe ist in dickes Leder eingebunden, die das Werk vor Wasser schützen soll. Dem privaten Buchdrucker war allerdings in keiner Weise bewußt, welch blasphemische Texte sich zwischen den Buchdeckeln wiederfinden. Die Titel der verschiedenen Geschichten und auch die Namen vieler Geisterschiffe werden dem an diesem Thema interessierten Leser bekannt vorkommen. Doch der namenlöse Mönch, der die Legenden dieser Geisterschiffe versammelt hat, wußte um die geheime Natur des Universums und den grausamen Cthulhu-Mythos, der hinter der menschlichen Fassade der Vernunft brodelt und lauert. So ließ er – bewußt oder unbewußt – vieldeutige und den Geist zersetzende Erklärungen für das Verschwinden der Besatzungen der Geisterschiffe und die äonenalten Flüche, die einige der Schoner zu begleiten scheinen, in sein Werk mit einfließen.

Dem mythoskundigen Leser mögen so einige Zusammenhänge über die Meere und die hier lauernden Schrecken erst klar werden. Dem Unkundigen offenbaren die Geschichten ein Wissen, das den Geist angreift.

Die italienische Originalausgabe
Verlegt von einem privaten Drucker, existieren nur wenige Exemplare dieses Werkes.

Stabilitsverlust: 1W3/1W6
Cthulhu-Mythoswissen: +4%
Studierdauer: 4 Wochen / 12 Stunden bei Querlesen
Vorgeschlagene Zauber: Atem der Tiefe, Kontakt zu Tiefen Wesen

Auswirkungen beim Querlesen
Beim Querlesen offenbaren sich kaum ernsthafte Auswirkungen. Wer die Geschichten überfliegt vermeint, das leise Läuten von Schiffsglocken, das Rauschen des Meeres oder den schwachen Schrei einer entfernten Möwe zu vernehmen. Legt man das Buch wieder weg, verschwinden auch die Symptome. Bei einer gelungenen Stabilitätsprobe fällt es leicht, diese Geräusche auf die eignene, überbordende Fantasie zurückzuführen. Mißlingt aber die Stabilitätsprobe so wird ein Studium des Buches aus Furcht vor den zu erwartenden Konsequenzen gänzlich unmöglich.

Auswirkungen beim Studieren
Neben den oben beschriebenen Geräuschen, die dem Studenten zum dauerhaften Begleiter werden, pflanzt „La leggenda delle navi fantasma“ einem Leser darüber hinaus das dringende Bedürfnis ein, das Buch an Bord eines Schiffes zu bringen. Dafür wird der Student in den nächsten Nächten von nagenden Albträumen geplagt, die sich allesamt um Geisterschiffe, das Meer, drohende Untiefen und die Schrecken, die unter der Wasseroberfläche lauern, drehen. Linderung verspricht alleine der Gedanke, das Buch an Bord eines Schiffes zu bringen. Eine mißlungene Stabilitätsprobe führt dazu, dass dieser Gedanke zu einer fixen Idee wird, für deren Ausführung der Student jedwedes Wagnis auf sich nehmen wird. Gelingt es, das Buch auf einem Schiff zu platzieren, so werden sowohl die Alpträume als auch die Geräusche der See den Charakter wieder verlassen. Doch in den nächsten Tagen oder Wochen erreichen den Charakter die Nachrichten von einem vor der Küste aufgefundenen Geisterschiff – das Schiff, auf das er das Buch verbracht hatte…

One thought on “La leggenda delle navi fantasma

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s