Cthulhu WildWest: Geisterstädte

Hallo zusammen.

Um den Jahreswechsel herum habe ich mir vorgenommen, auf diesen Seiten hin und wieder Material für Cthulhu WildWest zu veröffentlichen. Mein Hauptkritikpunkt an der PDF war das Fehlen eines konsistenten Hintergrunds und einer echten „Idee“, wie Cthulhu im Wilden Westen aussehen könnte. Hier ist nun der zweite einer geplanten losen Folge von Beiträgen, die sich etwas in dieses Vakuum vorwagen sollen. Heute beschäftige ich mich mit cthuloiden Geisterstädten im Wilden Westen.

(…und HIER geht’s zum ersten Beitrag…)

Geisterstädte

Geisterstädte sind aufgegebene, oft einsam gelegene Siedlungen. Sie entstanden vorrangig durch Bergbauaktivitäten wie den berühmten Goldrausch, der verschiedene Landstriche des Wilden Westens erfasste. Wenn die begehrten Rohstoffvorräte erschöpft waren, zogen die Siedler und Glücksritter weiter und ließen eine tote, leere Stadt zurück. Doch auch durch den Bahnbau entstanden im Wilden Westen viele Geisterstädte. Die Siedlungen der Bahnarbeiter entlang der neugebauten Strecke wurden nach Abschluß der Bauarbeiten obsolet und oft einfach aufgegeben.

Geisterstädte stehen heute oft sinnbildlich für den Wilden Westen, auch wenn die meisten der heute berühmtesten „Ghost Towns“ erst viel später aufgegeben wurden und gerade in den 1880ern bis 1890ern ihre Blütezeit erlebten. So bietet es sich für den Spielleiter sicherlich an, ihre Gruppe auch einmal durch eine dieser verfallenden, konservierte Geschichte atmenden Städte zu jagen. Doch neben dem angenehmen Grusel, denn das quietschende Saloonschild über der Türe und die stille Abgeschiedenheit alleine bieten können, gibt es für viele aufgegebene Städte im Wilden Westen durchaus cthuloide Gründe.

Besuch aus dem Weltall
In den weiten eines grausigen Kosmos, der sich kaum einen Deut um die unbedeutende Menschheit schert, sind viele Kreaturen zu Hause, die nach Belieben zwischen den Sternen reisen können. Schon öfters sind diese Besucher von fernen Welten arglosen Menschen zum Verhängnis geworden. Es ist durchaus denkbar, dass auch eine ganze Kleinstadt binnen weniger Tage von einem derartigen Gast ausgelöscht werden kann. Als gängige Kreaturen, mit denen der Spielleiter seine Gruppe in einer solchen Geisterstadt konfrontieren kann, bieten sich beispielsweise „Farben aus dem All“ oder „Schatten“ an. Eine andere Version ist es, irgendeine monströse Gottheit auszuwählen, die in den ausgeschachteten Minen abseits der Stadt haust und alle Bewohner verschlungen hat. Nun harrt sie vorbeikommender Reisender, um ihren unersättlichen Hunger zu stillen.

Eine Variante dieses Geisterstadtypus ist es, einige wenige überlebende Bewohner unter dem Einfluß solcher ausserirdischer Monstrositäten in der Stadt zurückzulassen. Diese können erst einmal scheinbar harmlos auf die Charaktere wirken, bevor sie sich in der Nacht versuchen an ihrem warmen Fleisch zu laben. Schöne Geisterstädte dieser Art finden sich zum Beispiel in dem Abenteuer „Last Men Standing“ in dem CW-Band „Zeitlose Ängste“ oder in „Tod im Gepäck“ im „Reisen“-Band. Beide Abenteuer lassen sich problemlos auch in den Wilden Westen konvertieren, auch wenn die jeweilige Einstiegsszene leicht geändert werden muss.

Das mißlungene Ritual
Eine andere Möglichkeit, um Charaktere im Wilden Westen in einer Geisterstadt auf die Spuren des Mythos stoßen zu lassen, ist es, die Geisterstadt zum Schauplatz eines furchtbar schiefgegangenen Mythosrituals zu machen. Ein wahnsinniger Magier – oder vielleicht ein ganzer Kult, der den finsteren Göttern huldigte – führte zu Ehren seiner Gottheit hier eine Anrufung, einen Kontaktzauber oder etwas ähnliches auf. Leider wußte er nicht, wie er die beschworene Entität bändigen sollte und in einer einzigen, brutalen Minute fielen ihr alle Bewohner zum Opfer. Heute lassen sich Spuren dieses Rituals und des Magiers in der Stadt finden – eine ideale Möglichkeit, um Hinweise auf das laufende Abenteuer zu hinterlegen. Oder aber die Geisterstadt steht auch in disem Fall im Fokus – dann könnte zum Beispiel die Anrufung nicht ganz erfolgreich gewesen sein und ein Teil der Präsenz der außerirdischen Wesenheit ist immer noch hier gefangen. Dann gilt es für die Charaktere zu verhindern, dass das Wesen ganz in unsere Daseinsebene wechseln kann.

Die Geister, die ich rief
Eine weitere, vielleicht die naheliegendste, Variante um eine Geisterstadt zu mehr als einem stillen Mahnmal am Wegesrand zu machen mag es sein, tatsächlich einen Geist in der Stadt umgehen zu lassen. Die Charaktere können auf ihn treffen, wenn sie Schutz vor der Nacht in einem der verlassenen Gebäude suchen. Ob es sich dabei um eine cthuloide Wesenheit wie zum Beispiel einen von den Indianern Okanda-Hepah genannten Splitter Azathoths oder doch eher um eine geplagte, blutrünstige Seele, die an den Ort ihrer Untaten gefesselt ist, handelt, bleibt der Phantasie des Spielleiters überlassen…

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Ein Kommentar zu “Cthulhu WildWest: Geisterstädte

  1. Pingback: Cthulhu WildWest: James Potter |

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