Rezension: Auf den Spuren H. P. Lovecrafts

Bevor ich zum eigentlichen Blogeintrag für heute komme: habt Ihr schon von meinem Cthulhu-NSC-Wettbewerb gelesen? Nicht? Hier findet Ihr alle wichtigen Infos. Haut in die Tasten, dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren gibt es auch coole Preise zu gewinnen! Die freien Ostertage könnt Ihr nun nutzen, um Eure kreative Energie noch einmal zu bündeln und geniale NSC einzureichen. Den nachfolgend rezensierten Comic gibt es übrigens auch zu gewinnen – also ran an die Tasten!🙂

Preis - Auf den Spuren HPLovecraftsHoward Phillips Lovecraft gilt als einer der einflussreichsten Autoren auf das Genre der Horrorliteratur des vergangenen Jahrhunderts. Er inspirierte zahlreiche befreundete Autoren und verfasste auch selbst viele Kurzgeschichten, die heute als Klassiker gelten. Noch heute finden sich viele Künstler, die sich in den von ihm erschaffenen Welten bewegen – so auch die Autoren des Comics „Auf den Spuren H. P. Lovecrafts“. Ist ihnen die Hommage gut gelungen?

Der insgesamt 56 Seiten umfassende Comic enthält zwei Kurzgeschichten, die der – ebenfalls beim Verlag Torsten Low erschienenen – Kurzgeschichtensammlung „Metamorphosen“ entnommen sind. Die Illustratorin Stefanie Hammes nahm sich beider Geschichten an und setzte sie als Graphic Novel in einem eigenwilligen, aber durchaus ansprechenden Stil um.

Die erste Geschichte, „Die Schokolade des Herrn Bost“, erinnert in seiner Anlage an die Lovecraft-Geschichten „Die Musik des Erich Zann“ oder „Pickmanns Modell“. Ein junger Reporter erhält von seinem Redakteur den Auftrag, den Hersteller einer ganz besonderen Schokolade zu interviewen. Sicherlich kein allzu spannendes Unterfangen für den aufstrebenden Journalisten, doch vielleicht lässt sich der alte Herr ja die Geheimzutat aus der Nase ziehen, die seine Schokolade so unwiderstehlich macht? Tatsächlich erfährt der Protagonist im Laufe der weiteren Handlung mehr über die wahre Natur des Universums, als ihm lieb sein mag…

Direkt daran schließt sich „Der Fluch des Zulu“ an. Auch hier drängen sich Erinnerungen an den Meister Lovecraft höchstselbst auf, gemahnt die Wandlung des Protagonisten im Laufe der Handlung doch an seine Novelle „Der Schatten über Innsmouth“. Doch gelingt es dem Autoren, seine ganz eigene Geschichte zu erschaffen: ein junger Mann tritt das Erbe seines schwerreichen Großvaters an. Ein Brief seines unbekannten Vorfahren eröffnet ihm einen erschreckenden Blick auf die Vergangenheit…

Beide Geschichten transportieren den Flair der Werke Lovecrafts, stellen sie doch ahnungslose Protagonisten der grauenhaften Wahrheit schonungslos gegenüber. Dabei erfinden sie das Rad zwar keineswegs neu, sind aber angenehm abwechslungsreich und gut geschrieben. Stefanie Hammes hat sich in der Umsetzung deutlich an den Originalgeschichten aus „Metamorphosen“ orientiert und weite Passagen der Texte sind nahezu identisch. Ihr oft detailverliebter und gleichzeitig klarer und schnörkelloser Pinselstrich eignet sich hervorragend, um die besondere Stimmung lovecraftscher Werke zu transportieren. So ist die grafische Umsetzung der beiden Geschichten hervorragend gelungen. Leider sind einige der Texte in einer schwer lesbaren, geschwungenen Schrift gedruckt, die teilweise auch weiß auf schwarzem Grund daherkommt. Eine angenehm gruselige Lektüre bei Dämmerlicht ist so kaum möglich.

Fazit: Angenehm schaurig-cthuloide Kurzgeschichten in einer ansprechenden grafischen Aufmachung. Wer auf der Suche nach einem guten Lovecraft-Comic zu einem fairen Preis ist, wird hier sicherlich fündig. Einziges Manko bleiben die teilweise schwer lesbaren Texte, doch das machen die Geschichten schnell wieder wett.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von Verlag Torsten Low.

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