Spielbericht: MorgenGrauen

Hallo zusammen,

ich habe diesen Spielbericht zwar schon im Cthulhu-Forum veröffentlicht, aber wofür hat man denn einen Blog, wenn man ihn nicht auch mal benutzt :-)?

Es war mal wieder Halloween – und somit Zeit für einen unserer selten gewordenen Rollenspielabende. Da unsere laufende CoC-Kampagne wohl mangels Zeitmanagement selig entschlummern wird, haben wir uns entschieden, es an diesem Abend mit einem OneShot richtig krachen zu lassen. Nach kurzer Überlegung landete ich bei „MorgenGrauen“ aus der CW 19, ein Szenario, dass mir insbesondere wegen seinem engen Handlungsort, den großartigen Handouts und schrägen Szenen in guter (Lese-)Erinnerung geblieben war.

An dieser Stelle folgt jetzt noch die obligatorische Warnung: der Bericht enthält natürlich zahllose Spoiler!

Die Charaktere

  • Andrew Wilson – Buchhändler (und Nachbar des Gastgebers Liliencron – „Protagonist“ im Abenteuertext)
  • Vernon Headley – Irrenarzt
  • Leo Maynard – Detektiv
  • Carl Valk – Architekt

Da wir das Szenario als OneShot anlegen wollten, habe ich vorgefertigte SC aus den Sammelmappen von „Cthulhus Ruf“ verwendet.

Musikwahl
Ich wollte unbedingt die ganze Szene mit passender Musik untermalen. Für den ersten, gemütlichen Teil nebst Abendessen wählte ich „Wiener Klassik“, also Strauß-Walzer. Sobald sich Liliencron das Leben genommen hatte, bin ich auf die dissonanten Klänge von „The Paper Chase“ umgeschwenkt – was sich als Glücksgriff erweisen sollte.

Verlauf
Der Abend begann klassisch wie vorgesehen. Gabriel Liliencron hatte die Charaktere – einen Berufskollegen, zwei entfernte Bekannte und seinen Nachbarn – zum Abendessen eingeladen. Unter dem Vorwand, ihnen eine babylonische Statue, einen Neuzugang seiner Sammlung, vorführen zu wollen, tischte er ihnen in Wirklichkeit ihre Henkersmahlzeit auf. Im Keller fand nämlich schon die Anrufung des Gelben Königs statt, die das ganze Haus und alle Anwesenden Hastur opfern würde.

Es kam wie beschrieben – Liliencron bekam Zweifel und erschoß sich. Späteres Feedback der Gruppe ergab: eine wirklich starker und verstörender Einstieg. Die Gruppe wollte nun erst einmal die Polizei anrufen (was zu „erheiternden“ Nicht-Gesprächen mit der Telefonzentrale führte), dann entschloss sich der Detektiv im Keller nach dem rechten zu sehen – immerhin wollte die Nichte des toten Gastgebers ja nach der neuen Statue sehen. Dort wurde er fast das erste Opfer der inzwischen mutierten Besessenen, konnte sich aber noch einmal in die Wohnung zurückretten. Hier hatte mittlerweile der Buchhändler auf dem Weg in seine Wohnung entdeckt, dass er die Wohnung nur unter tötlichen Schmerzen verlassen konnte – die Gruppe saß fest.

Bald brachen die ersten Siegel, weitere brannten sich durch die Wand. Einen ungeschickten Kampf mit ersten Byakhee später fanden die – inzwischen deutlich ramponierten – Charaktere die ersten Schriftzeichen hinter den Tapeten. Zwei oder drei Räume lang hatten sie die Muße, den Schriften zu folgen, dann entschloss man sich kurzerhand, wieder in den Keller zu gehen – die Sache mit den Stelen und dem gelben Zeichen ließ ihnen keine Ruhe. Zwei flackernde Siegel wurden rasch aufgeladen, dann wurde der Protagonist alleine gelassen. Es folgte Cläre Taubadels Anschlag, der den Buchhändler fast das Leben gekostet hätte und nur durch den schießwütigen, rückkehrenden Detektiv vereitelt wurde.

Jetzt aber ging es in den Keller. Nach einem langen, harten Kampf konnten sie dort die entsetzliche Besessene niederringen und machten sich jetzt daran, mit Sägen und Spitzhacken aus dem Hausmeisterkeller, die Stelen zu zerstören. Das war so im Abenteuertext nicht vorgesehen, aber es war natürlich auch nicht explizit verboten. Ich legte der Gruppe noch in Form zweier Kultisten und sie begleitender Byakhee noch ein paar Steine in den Weg (was letzten Endes auch den vorwitzigen Detektiv das Leben kosten sollte), aber als die Gruppe einige der als Stützpfeiler getarnten Stelen vernichtet hatten, endete das Ritual und auch das Abenteuer. Ich ließ das Haus noch standesgemäß zur Ruine zusammenstürzen (mit in letzter Sekunde auf die Straße stürzender Gruppe), dann war es vorbei.

Insgesamt haben wir rund 4,5 Stunden für das Szenario benötigt, wobei wir ja auch einige Szenen aus dem ursprünglichen Abenteuertext ausgelassen haben.

Feedback der Spieler

  • Die Spieler hatten nach eigener Aussage einen vergnüglichen Abend. Insbesondere der plötzliche Atmosphärenumschwung am Beginn des Abenteuers hat gut gefallen.
  • Ein dickes Plus waren auch die grandios geschriebenen und gut aufgemachten Handouts.

Alles in allem ein gelungener Abend mit einem atmospährisch dichten Abenteuer. Mir als Spielleiter hat es ein wenig an Möglichkeiten für die Spieler gemangelt, den Hintergrund näherzubringen. Aber das haben die Spieler auch gar nicht eingefordert und fanden alles gut so, wie es war – und das ist wohl das Wichtigste.

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