Wo die Riesen tanzten

Wißt Ihr eigentlich, wo Kiribati liegt? Mir war der Inselstaat in der Südsee wenig geläufig, daher bediene ich mich einmal mehr den Wikimedia-Commons, um die Lage Kiribatis zu visualisieren:

LocationKiribatiWarum aber erzähle ich Euch von einem kleinen Inselstaat, irgendwo nordöstlich von Australien, mitten in der Südsee? Keine Sorge, es soll hier nicht beim Geographie-Unterricht bleiben. Die Spuren des Mythos finden sich aber überall, wenn man die Augen offenhält.

Mit „Spuren“ sind wir auch direkt beim Thema angekommen: auf zahlreichen Inseln des kleinen Inselstaates Kiribati finden sich nämlich gigantische Fußabdrücke. Sie reichen bis zu 2,5 Zentimeter tief in den Kalkstein. Sie messen teilweise über einen Meter in der Länge, haben fünf, sechs, oder gar zwölf Zehen und sehen aus, als hätten Riesen ihre Spur hinterlassen. Sie hielten den Jahrhunderten statt, und auch christlichen Missionierungsversuchen, die die „Fußspuren der Götter“, wie die Eingeborenen sie nennen, entfernen wollten. Selbst die Bepflanzung mit Kokosnussbäumen seitens örtlicher Landbesitzer haben die Riesenspuren überstanden. Und das Geheimnisvollste: Kein Werkzeug, dass den Einheimischen in den vergangenen Jahrtausenden zur Verfügung stand, kann diese Spuren in den Kalkstein gebracht haben.

Was die Wissenschaft vor ein Rätsel stellt, ist für Kenner des Mythos nur ein weiterer Baustein, ein weiteres Steinchen im Mosaik des Grauens, dass es zusammenzusetzen gilt. Die Verehrung Nyarlathoteps ist vielseitig, vielschichtig und an allen Ecken der Erde geschehen. Die alten Azteken kannten seinen Avatar „Tezcatlipoca“, der einer ihrer wichtigsten Götter war. Tezcatlipoca erschien seinen Anhängern mitunter als riesige Gestalt, in ein graues Leichenhemd gehüllt, den eigenen Kopf unter dem Arm. Er brachte einen verfluchten Spiegel mit sich, der Wahnsinn und Verderben über die Unwürdigen brachte. Die Verehrung Tezcatlipocas schien sich auf den südamerikanischen Raum zu beschränken – doch das war nur eine irrige Annahme. Die Insulaner Kiribatis kennen ihn als „Tabuariki“ und verehrten ihn am „Te Aba n Anti“ – dem „Ort der Geister“. Auch hier wandelte der kopflose Riese und hinterließ seine Spuren im vor Jahrtausenden noch weichen Kalkgestein.

Szenarioidee: Die Charaktere nehmen an einer wissenschaftlichen Exkursion teil, die den „Te Aba n Anti“ und die „Fußspuren der Götter“ untersuchen soll. Die meisten Einwohner Kiribatis geben auf die alten Geschichten nicht mehr allzuviel, auch wenn niemand eine wissenschaftliche Erklärung für die Fußspuren abgeben kann. So kommt die Expedition gut voran und schon bald stoßen die Forscher bei einer Grabung auf ein urzeitliches Artefakt – einen zerbrochenen Spiegel… natürlich handelt es sich um den Zauberspiegel Tezcatlipocas/Tabuarikis. Von nun an nimmt das Unheil seinen Lauf: Wahnsinn breitet sich im Lager aus, es kommt zu gewalttätigen Übergriffen und bald zum ersten Mord. Dann taucht eine zweite Fraktion auf: ein uralter Kult Tabuarikis hat von den Ausgrabungen erfahren und geht nicht gerade zimperlich vor, um an den Zauberspiegel zu gelangen. Und zu allem Überfluß braut sich auch noch ein Tropensturm zusammen. Keine angenehme Situation für die Charaktere, die ebenfalls drohen, den Einflüsterungen des Spiegels zu erliegen. Werden sie das Artefakt vernichten können?

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