Here be Dragons!

Hallo zusammen,

meine unlängst in’s Leben gerufene Umfrage zum Thema „Szenarioideen“ hat einen sehr eindeutigen Zwischenstand (da die Umfrage keine Tagesaktualität besitzt, lasse ich sie einfach offen): die meisten von Euch benutzen Szenario-Ideen auf die eine oder andere Weise weiter! Das freut mich wirklich und bestärkt mich darin, hier auch mal wieder Szenarioideen zu posten! Entsprechend habe ich auch – rechts am Rand auszuwählen – die passende Kategorie „Szenarien und -ideen“ ins Leben gerufen, die ich rückwirkend bereits mit entsprechenden Beiträgen, die es hier ja doch schon mal gab, gefüllt habe. Soviel zum Administrativen, auf geht’s!

Here be Dragons!

„Here be Dragons“ – auf lateinisch „hic sunt dracones“, zu deutsch „Hier sind Drachen“ ist eine altertümliche Textphrase, die aus den frühen Jahren der Kartographie stammt. Frühe Weltkarten illustrierten oft den Raum jenseits der bekannten Welt mit Fabelwesen wie Drachen oder Seeschlangen, oft eben auch mit obigem Hinweis versehen.

Die Entwicklung der Kartographie stockte relativ lange. Bereits ungefähr im Jahre 100 veröffentlichte Ptolemäus seine „Kosmografie“, in der auch zahlreiche Handzeichnungen von Landkarten zu finden waren. Auch wenn die Karten eher geschätzt und fehlerhaft waren, erfuhren sie – nicht zuletzt auch durch den erst 1000 Jahre später erfundenen Buchdruck – weite Verbreitung. Erst um 1500 herum wurde durch die verstärkte Seefahrt auch die Kartografie realitätsnäher. Nichts desto trotz blieb „hic sunt dracones“ ein beliebtes Mittel, um vor dem Unbekannten zu warnen.

Der 1490 geborene Geistliche Olaus Magnus, Bischof von Uppsala, bereiste in den Jahren 1518 und 1519 Nordeuropa. Die Eindrücke und Erkenntnisse seiner Reisen hielt er sowohl in dem Manuskript „Historia de gentibus septentrionalibus“ fest, aber auch in der Land- und Seekarte „Carta marina“, die früheste (nach heutigem Standard einigermaßen korrekte) Landkarte Nordeuropas, die zahlreiche Details und Ortsangaben enthält:

Carta_Marina

Um ein wenig über die Geschichte der Karte zu berichten, bemühe ich der Einfachheit halber Wikipedia:

Die Karte hat die Maße 1,70 m Breite × 1,25 m Höhe und wurde von dem schwedischen Bischof Olaus Magnus in zwölf Jahren Arbeit angefertigt. Die ersten Kopien wurden 1539 in Venedig hergestellt. Es gab lediglich neun Kopien, und da Papst Paul III. die Karte mit einer Art frühem, zehn Jahre währenden Copyright belegte, das die Weiterverbreitung verhinderte, geriet sie in Vergessenheit, nachdem sie 1574 von Josias Simler letztmals erwähnt wurde.

Erst 1886 entdeckte der Historiker Oscar Brenner eine Ausgabe der Karte in der Münchner Hof- und Staatsbibliothek.

Warum aber erzähle ich Euch das alles? Der Mythos hinterlässt seine Spuren überall, und es ist nicht unmöglich, dass viele der frühen Kartografen mitnichten irgendwelche Fabelwesen auf ihren Karten hinterliessen. Stattdessen verfassten sie ernstgemeinte Warnungen vor Kreaturen, die ihnen oder ihren Informanten auf ihren Reisen begegnet waren!

Carta_Marina - AusschnittSo auch Olaus Magnus: auf seiner Carta Marina findet sich im nördlichsten Teil ein Wesen, dass Kennern des Mythos durchaus nicht unbekannt sein könnte. Ein tonnenförmiger Körper, ein sternförmig angeordneter Kranz aus Tentakeln am Kopf – bei dieser Beschreibung an Ältere Wesen zu denken mag nicht schwer fallen. Sicherlich ist die Darstellung nicht 100%ig realitätsnah. Aber wer will es dem Bischof Olaus Magnus und seinen Begleitern verdenken, stießen sie doch auf die verstörenden und geistzerrüttenden Spuren des Mythos. Bei den Begleitern des frommen Geistlichen handelt es sich selbstverständlich um die Charaktere, die von wissenschaftlichem Eifer, Gottesfurcht oder schnöder Fronschaft angetrieben werden. Doch unter welchen Umständen stießen sie auf das Ältere Wesen? Fanden sie es tot vor, umgeben von Spuren, die sie nicht deuten konnten? Wieviele Geheimnisse konnten sie den mit kunstvollen Bildern verzierten Stelen entreißen, auf die sie die fuchtsamen Einheimischen aufmerksam gemacht hatten? Und trafen sie gar auf eine Kreatur, die zu blasphemisch war, als das Olaus Magnus sie hätte festhalten können – einen Shogotten?

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