Spielbericht: Das Sanatorium

Hallo zusammen,

ich habe diesen Spielbericht zwar schon im Cthulhu-Forum veröffentlicht, aber wofür hat man denn einen Blog, wenn man ihn nicht auch mal benutzt :-)?

Da am Wochenende unser etatmäßiger DSA-Meister ausfiel, und ich also kurzfristig einen Abend zu Überbrücken hatte, entschied ich mich für ein kurzes Szenario mit wenig Vorbereitungsaufwand; „Das Sanatorium“ kann ich da sehr empfehlen (auch wenn die Masse an Handouts natürlich verwaltet werden will ).

Achtung – ab hier wird (verständlicherweise) massiv gespoilert!

Die Gruppe setzte sich aus drei Charakteren – einem Psychologen sowie zwei Journalisten – zusammen. Außerdem fuhr ein Fotograf in Begleitung der Journalisten (sozusagen als „Ersatzcharakter“) mit auf die abgelegene Insel. Ich ließ schon hier den alten Ebenezer recht viel erzählen (vor allem, weil die Gruppe auch viele Fragen zur Insel, zum Personal etc. stellte), nutzte ihn aber nicht als Hinweis auf Mythos-Aktivitäten. Da die Gruppe eh frisch zusammengewürfelt war, hatte sie auch noch keine Erfahrung mit dem Mythos.

Es ging dann an Land und rauf zum Sanatorium. Die Insassin Blanche öffnete die Tür und wurde natürlich prompt für die Haushälterin gehalten. Der Insasse Leonard griff an und wurde fast von der Gruppe umgebracht, doch Blanche konnte noch dazuwischengehen. Nach einer kurzen Wartezeit in der Bibliothek (in der sie wiederholt verzweifelt versuchten zu der lesenden Darlene Kontakt aufzunehmen) wurde die Gruppe ungeduldig und der Spaß begann!

Ein Blick ins Wohnzimmer förderte die Leiche der Schwester Aimes zutage. Nun war allen klar, dass hier irgend etwas gar nicht stimmte. Die nächste Stunde war eine hervorragende Melange aus Paranoia, Beklemmung und Angst, für die ich dieses Abenteuer so schätze; die weitere Durchsuchung des Anwesens gestaltete ich absichtlich noch sehr harmlos (die meisten Insassen SIND ja auch harmlos), doch die Gruppe hatte eine Heidenangst, dem messerwetzenden Irren in die Arme zu laufen. Leichenfund traf Leichenfund, die Hinweise im Büro von Dr. Brewer wurden tatsächlich ALLE gefunden, alle gefundenen Insassen wurden weggesperrt.

Speisesaal-Sanatorium

Wer wohl heute zum Essen kommt….?

Nachdem das Haus auf diese Art „gesichert“ war, wollte die Gruppe eigentlich zurück auf’s Festland. Doch Ebenezer war tot, das Boot weggetrieben. Nun gellten panische Schreie über die Insel, die die Gruppeh Nordosten lockten, wo sie auf den Opferstein und Shellys Leichnam trafen. Leider wurden sie noch des roten Leuchten im Leuchtturm ansichtig. Fatalerweise entschieden sie, dort auch nach dem rechten sehen zu wollen. Sie fanden auf dem Weg noch Shellys Lager und sein Tagebuch, doch die Fährte mit dem Schiffswrack konnte sie nicht ablenken. Am Leuchtturm: einer der Journalisten steckte seinen Kopf durch die Dachluke, erlitt einen Starrkrampf ob des Anblicks der sich ihm bot und wurde prompt Opfer der furchtbaren Kreatur. Gut, dass wir einen Ersatzcharakter mit dabei hatten…

Die Gruppe floh nun zum Sanatorium, dicht gefolgt von der Kreatur (ich entschied, dass sie sich – obwohl ihr Helfer noch am Leben war – die Häppchen wohl nicht entgehen lassen würde…). Hier verbarrikadierten sie sich in der Bibliothek und begannen, Darlene einen Drogencocktail zu verabreichen, der sie in die Persönlichkeit von Prinzessin Annephis zurückversetzte. Im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen aus dem Spieltestbericht im Buch hatte meine Gruppe die Puzzlestücke aus dem Büro Dr. Brewers richtig zusammengesetzt – als Belohnung ließ ich Annephis ein Älteres Zeichen anfertigen. Die Kreatur verspeiste derweil einige der von der Gruppe eingesperrten Privatpatienten (was zu weiteren STA-Verlusten führte…) und zog sich dann in der Morgendämmerung zurück.

Den nächsten Tag nutzte die Gruppe zum Sondieren der Lage: außer Col. Billings waren alle Privatpatienten tot. Ein erstes Durchsuchen des Kellers brachte zutage, dass die Leiche eines Pflegers fehlte – und der also möglicherweise noch lebte. Gespräche mit Hawkings und Harding warfen etwas Licht auf das Dunkel, das hier passiert war. Die Gruppe kombinierte nun völlig richtig, dass der „Neue Helfer“ womöglich der letzte Pfleger war, der sich nun irgendwo auf der Insel versteckt hielt. Sie stöberten ihn in seinem Wäldchen auf und dank einiger spektakulärer Wurfergebnisse auf Spielerseite und Unvermögens auf meiner war der Kampf mit dem 2-m-Hünen auch recht schnell zugunsten der Gruppe entschieden. Den Rest des Tages verbrachte die Gruppe beim alten Schiffswrack; eigentlich wollten sie prüfen, ob sie das Ding wieder flottkriegen konnten, um von der Insel zu fliehen, entdeckten dann aber das Ältere Zeichen.

Am Abend machten sie sich mit den Älteren Zeichen bewaffnet auf zum Leuchtturm. Das Ende der Kreatur, die sich gerade auf die Jagd begeben wollte, war dann eher unspektakulär: sie wurde von der Gruppe ins Meer getrieben und ward nie wieder gesehen. Königslösung, möchte ich sagen.

Alles in allem ein sehr unterhaltsamer Abend. Insbesondere die erste Hälfte des Szenarios, in der die geschehenen Schrecknisse im Sanatorium nach und nach zu Tage treten ist äußerst spannend und gruselig. Auch, wenn das Szenario einen wesentlich längeren Verlauf nehmen kann ist es doch flexibel genug, um in 5 Stunden (wie bei uns) und 1,5 Tagen Ingame-Spielzeit hervorragend zu funktionieren. Hat Spaß gemacht!

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2 Kommentare zu “Spielbericht: Das Sanatorium

  1. Erinnert mich an irgendeinen Film, wo man nicht so genau weiß, ob der Hauptdarsteller eigentlich Reporter oder Insasse ist. Klingt auf jeden Fall richtig interessant.
    Wo kriegt man das Abenteuer?

    • Ja, das Szenario spielt im ersten Teil sehr schön mit „wer ist wer“. Es ist im Band „Dementophobia“ zu finden, der auch grade frisch als PDF verfügbar ist.

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