Das Rätsel von Rennes-le-Château

Die Geschichte

Das winzige Bergdorf Rennes-le-Château (es zählt heute wohl 82 Einwohner) ist seit prähistorischen Zeiten bewohnt. Schon beiden Kelten galt es als heilige Stätte. Im fünften Jahrhundert erbauten die Westgoten hier eine Zitadelle, die erst im dreizehnten Jahrhundert von den Katharern belagert und geschleift wurde. 1362 wurde ein Großteil der Bevölkerung von der Pest dahingerafft. So blieb Rennes-le-Château ein kleines – aber mystisches – Bergdorf.

1885 wurde der Priester Berenger Saunière in Rennes-le-Château eingesetzt. Sechs Jahre war er Seelsorger, bevor er 1891 Restaurationsarbeiten in der Dorfkirche St. Maria Magdalena durchführte. Als der obere Teil des Altars angehoben wurde, zeigte sich, daß zwei der gemeißelten westgotischen Säulen innen hohl waren. Hierin fand der Abbé angeblich Pergamentrollen, bei denen es sich um Stammbäume aus dem 13. und 17. Jahrhundert sowie verschlüsselte Dokumente einer seiner Vorgänger, Abt Antoine Bigou, die dieser im 18. Jahrhunder niedergeschrieben haben soll. Dieser war auch persönlicher Kaplan der Familie Blanchefort gewesen, die ein „großes Geheimnis“ von Generation zu Generation weitergaben.

Saunière erkannte, etwas Großes gefunden zu haben und reiste nach Paris, wo er Experten der Religionsgeschichte konsultieren wollte. Seltsamerweise kehrte er als reicher Mann zurück. Er sprach nie über das, was er gefunden hatte. Allerdings begannen in den nächsten Jahren großzügige Sanierungsarbeiten an der Kirche, an dem Dorf. Er baute ein Haus im Stil der Renaissnce, die Villa Bethania, einen neugotischen Turm, den Tour Magdala, er ließ einen Wasserturm und eine neue Zufahrtsstraße anlegen. Bemerkenswert für einen zuvor völlig mittellosen Priester. Seine größten Spenden bezogen sich aber die auf die kunstvolle Ausgestaltung der Kirche. Neue Buntglasfenster, ein Kreuzweg in surrealen Farben und ein extravagant gestalteter Taufstein – der von dem Teufel Asmodeus gehalten wird – gehörten zu der neuen Ausstattung. Über dem Eingang zur Kirche stand die lateinische Inschrift „Terribilis est locus iste“ – Schrecklich ist dieser Ort.

1917 erlitt Saunière einen Schlaganfall, er starb fünf Tage später im Alter von 65 Jahren. Er soll auf dem Sterbebett eine derart schockierende Lebensbeichte abgelegt haben, dass ihm die lezte Ölung verweigert worden sein soll. Sein Geheimnis gab er angeblich in die Hand von Marie Denarnaud, seiner Haushälterin, die 1953 ein ansehnliches Vermögen hinterließ, aber ihr Geheimnis mit ins Grab nahm…

Das Geheimnis

Was aber hatte der Abbé Saunière nun wirklich unter dem Altar seiner Kirche entdeckt? Wodurch wurde er so reich? War es der legendäre Schatz der Katharer, der angeblich hierher geschmuggelt wurde, bevor er an die Kreuzritter fallen konnte? War es der verschwundene Schatz der Templer? Bertrand de Blanchefort war immerhin ein Großmeister der Templer gewesen. Oder war es kein Schatz, sondern ein uraltes Geheimnis, dass irgendjemandem viel Geld wert war, damit der Abbé es nicht verriet? Kehrte er deshalb als reicher Mann aus Paris zurück?

Es gibt mittlerweile zahlreiche Webseiten, die sich mit dem Thema beschäftigen. So machte auch schon die Theorie vom Heiligen Gral die Runde. Die Geschichte wurde in Filmen und Romanen gestreift und geplündert. Einige Beispiele für diese Seiten findet ihr hier:

Wikipedia
Der Rennes-le-Château-Report
Die Schätze von Rennes-le-Château

…und der Mythos

Warum erzähle ich Euch all dies? Nun, natürlich weil es eine schöne Ideenfundgrube für cthuloide Abenteuer sein kann. Einige Beispiele seien hier aufgeführt. Da der Abbé 1917 verstarb, ist als geeignete Ära wohl die Gaslicht-Ära zu bevorzugen; doch in den 1920ern kann immerhin seine Haushälterin Marie angetroffen werden.

  • Was hatte die Familie Blanchefort zu verbergen? Lastete ein Fluch auf ihr? Verwandelte sich jeder zweite, männliche Erbe in eine grauenhafte Bestie, die in den tiefsten Katakomben ihrer Burg dahinwelken mußte? Was hat es mit den Ghoulen auf dem Familien-Friedhof auf sich? Woher kam der Fluch, und wie kann er gebrochen werden?
  • Handelt es sich bei dem Fund vielleicht tatsächlich um den verlorenen Schatz der Templer? Wie im „Hexer von Salem“ beschrieben, arbeiten gerade einige wenige an der Wiederauferstehung der Templer. Wie werden sie reagieren, wenn sie von dem Schatz erfahren? Womöglich schwebt der Abbé plötzlich in Lebensgefahr! Können die Charaktere ihm helfen?
  • Warum ließ der Abbé „Schrecklich ist dieser Ort“ über die Türe seiner Kirche schreiben? Fand er womöglich ein Artefakt unter der Kirche, das viel älter als die Menschheit war und nur darauf wartete, endlich aktiviert zu werden? Wer sind die seltsamen Touristen, die sich mit finsterem Blick und ruckenden Bewegungen um die Kirche herumdrücken? Sind es atavistische Schlangenmenschen, die sich als Menschen tarnen, herbeigerufen von einem äonenalten Zauber?

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