Rezension: Jenseits von Kalkamal

Heute bespreche ich mal wieder geradezu antikes Cthulhu-Material, stammt der vorliegende Band „Jenseits von Kalkamal“ doch aus seligen Laurinzeiten und damit aus dem Jahre 1991. Wir bewegen uns heute also mal wieder ein wenig durch’s Antiquariat!

In „Jenseits von Kalkamal“ sind zwei Abenteuer versammelt, die sich grob als „Expeditions“-Abenteuer zusammenfassen lassen. Beide Abenteuer führen die Charaktere auf den südamerikanischen Kontinent und in beiden Fällen haben sie erst mit menschlichen, später mit nicht ganz so menschlichen Kontrahenten zu kämpfen. Auch wenn es sich um zwei eigenständige Abenteuer (die zugrundeliegenden Originalabenteuer von Chaosium datieren immerhin aus verschiedenen Jahren) handelt, so können die beiden Szenarien doch ohne größere Kunstgriffe in eine kurze Kampagne verwandelt werden. Vorschläge für die Einführung eines verbindenen NSC sind ebenso eingearbeitet worden wie eine Verlagerung des Auftraggebers auf deutschen Boden – im Gegensatz zu den amerikanischen Originalabenteuern.

Reden wir – wie immer – kurz über die technische Seite der Publikation. 48 Seiten, erstaunlich stabile Klebebindung und ein wirklich hübsch designtes Cover machen Lust auf mehr. Das Innenleben zeigt sich sauber und aufgeräumt mit leicht lesbarer Schrift, einigen passenden Photographien und einem Haufen nicht wirklich hübscher aber wohl zweckmäßiger Karten. Technisch gibt es damit kaum etwas auszusetzen.

Neben den eigentlichen Szenarien ist sowohl an einen kurzen Hintergrundartikel über British Honduras gedacht worden, wie auch an die erwähnten Kampagnenhinweise und die für die damalige Zeit obligatorischen Mythosbuchtexte im Anhang, die weitere Ideen und Anregungen liefern. Die Zusatzausstattung weiß also ebenfalls zu gefallen (auch wenn der Text über British Honduras ruhig ausführlicher hätte ausfallen können).

Gerade aus der heutigen Sicht wollen mir aber die Szenarien beide nicht so recht gefallen. In beiden Fällen taumeln die Charaktere erst hilflos durch den Dschungel, bevor sie anschließend hilflos in einen Dungeon taumeln, der dann einiges an ausserweltlichen Schrecken auf die Gruppe losläßt. Eigentlich ist das ein bißchen wenig. Beide Szenarien besitzen gute Szenen und Ideen – so folgt in „Jenseits von Kalkamal“ ein Abstecher in gänzlich unerwartete Gefilde, während die Gegnerkonstellation in „Tempel des Mondes“ durchaus zu gefallen weiß. Doch letztendlich läuft es halt auf den Kampf durch den Dungeon hinaus – und da hätte man sicherlich mehr herausholen können.

Fazit: Mich hat der Band nicht gerade vom Hocker gerissen, auch wenn er handwerklich sehr solide gemacht ist. Wer unbedingt seine Gruppe mal durch einen zünftigen Dungeon vor exotischer Kulisse jagen möchte, der wird hier sicher fündig. Wer sich jedoch von einer cthuloiden Expeditionen einen subtileren Horror anderer Art verspricht, der hält wohl besser Ausschau nach dem Expeditionen-Band von Pegasus…

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