In eigener Sache: PDF-Layout

Hallo zusammen.

Ich möchte ein wenig ausholen, bevor ich zu einer Frage komme, für deren Beantwortung ich Eure Hilfe benötigen werde. Dieser Satz war jetzt schon kompliziert genug, legen wir einfach mal los.

Vor kurzem habe ich ein Abenteuer von mir, dass eigentlich für den Pegasus-Ägyptenband-Abenteuerwettbewerb gedacht war, auf Cthulhu.de veröffentlicht (ich berichtete). Das war eigentlich das erste Mal, dass ich mit einer „richtigen“ Redaktion zu tun hatte, die nicht nur im Moment fleißig dabei sind, meinen Text zu überarbeiten und flüssiger zu gestalten (von dieser Stelle aus einen herzlichen Dank an die cthulhu.de-Redaktion, insbesondere Gerrit), mir einige hilfreiche Tipps im Bereich der Formulierungen mit auf den Weg zu geben und gute Ideen mit einfließen zu lassen. Nein, mir wurde auch erstmals die Frage bewußt: wie soll die PDF-Datei hinterher aussehen?

Als ich begann, PDF-Dateien für diesen Blog zu produzieren war ich der festen Überzeugung: das Auge isst mit. D. h. Grafiken, Fotos, Textkästen, aufwändige Überschriften, Deckblätter etc. Mir ist natürlich bewußt, dass ein schlechter Text noch so schön aussehen kann – es bleibt ein schlechter Text. Auch diese werde ich hier sicherlich von Zeit zu Zeit produzieren, ich bin schließlich kein Profi. Aber – das Layout war mir einfach immer AUCH wichtig! Ich freue mich auch immer auf allen anderen Rollenspielseiten darüber, wenn die PDF-Files etwas liebevoller wirken. Ich bin inzwischen so weit, dass ich an eine freie, abgespeckte Version des Leonardo-Fonts gekommen bin und auch mit Hintergrundgrafiken und Textkästen soweit herumexperimentiert habe, dass die Sachen – für meine Augen – wirklich schön und cthuloid aussehen.

Nun hat man mich darauf aufmerksam gemacht: das ist weder druckerfreundlich (da zu viel Farbe, schwarze Textkästen etc.) und nicht bildschirmfreundlich (da mehrspaltig ja auch immer mehrfaches Scrollen erfordert). Das stimmt, und ich habe mir Gedanken zu dem Thema gemacht. Jetzt kommt Ihr in’s Spiel.

Umfrage

Im folgenden findet Ihr drei Beispiel-PDFs. Es sind keine sinnvollen Texte hinterlegt; sie dienen nur der Visualisierung der verschiedenen Stile. Ihr findet eine aufwändig layoutete Version, eine bildschirmfreundliche und eine druckerfreundliche:

Displayfreundlich
Druckerfreundlich
Layout

So, nachdem Ihr das habt wirken lassen, kommen wir zur Umfrage:

Ich hoffe auf rege Teilnahme :-).

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9 Kommentare zu “In eigener Sache: PDF-Layout

  1. Ganz ehrlich, ich finde es schwierig, diese Frage ohne ein „richtiges“ Beispiel zu beantworten, und die Antwort hängt wohl auch vom konkreten Beispiel ab.

    Wenn ich einfach nur etwas lesen will (eine Kurzgeschichte, eine Rezension, ein Essay), dann ist eine displayfreundliche Variante natürlich die beste. Ein Abenteuer oder Quellenmaterial hingegen ist (im Idealfall) etwas, womit ich arbeiten will; da zählt Übersichtlichkeit ebenso wie ein funktionales Layout (z.B. Kästen an der richtigen Stelle), Illustrationen helfen – auch mir als Spielleiter – sich in ein Szenario und dessen Stimmung hineinzudenken, und im Endeffekt werde ich das Ding auch ausdrucken wollen. Hier wirst Du, wenn Du wirklich auf die Bedürfnisse etwaiger Rezipienten eingehen möchtest, nicht um eine „schicke“ Version und eine „sparsame“ Version herumkommen – je nachdem, wie sehr einem das Abenteuer gefällt, will man es dann auch in einer optisch ansehnlichen Version haben (wie in Deinem Layout-Beispiel) oder nur die Informationen in Textform mit ein paar Rahmen- und Trennlinien nutzen.

  2. Die „Layout“-Fassung ist die mit Abstand am schlechtesten lesbare. Da lenkt das Layout mehr vom Text ab, als es den Text unterstützt.

    Ein Abenteuer ist ein GEBRAUCHSTEXT, kein Coffee-Table-Langeweile-Drin-Rumblätter-Buch!

    Wenn man beim Blättern im Abenteuer während des laufenden Spiels wichtige Informationen vor lauter Layout-Austoben nicht mehr findet, dann STÖRT das Layout die Nutzung des Textes und damit letztlich das Spielen des Abenteuers.

    Eine „Display“-Version ist nur dann sinnvoll, wenn man als Zielgruppe wirklich Leute hat, die das Abenteuer direkt vom Tablet oder Handy aus spielen/leiten wollen. – Wie stark diese Zielgruppe vertreten ist, kann ich kaum schätzen. Meiner Erfahrung nach spielt in allen mir bekannten Gruppen NIEMAND direkt „ab Tablet“, sondern vom Ausdruck.

    Somit ist die „Druckerfreundliche“ Fassung nicht nur wegen des Vermeidens einer echten Todsünde, der SCHWARZ unterlegten Kästen, sondern einfach wegen der besseren Zielgruppenausrichtung die Version der Wahl.

    Damit trifft man die Interessen der meisten Leute und damit erleichtert man das Lesen und Nutzen während des laufenden Spiels.

    Wenn Dir das aufwendige, verschnörkelte Layout mehr Spaß macht und irgendwie persönlich wichtig ist, dann gibt es noch folgenden Kompromißweg: Lege die dunklen Hintergründe, die schwarzen Kästen usw. in andere Ebenen im PDF als die drucker- und LESER-freundliche Version. Dann kann man durch Zuschalten oder Abschalten von Ebenen im Reader als Leser selbst entscheiden, ob und wann man die Schörkel und das Ausgrauen der Layout-Version abschaltet.

    So werden inzwischen viele PDF-Kaufprodukte erstellt. Das Abschalten erfordert dabei nur zwei oder drei Mausklicks und ist wirklich benutzerfreundlich. Wenn Du also BEIDES haben möchtest, verschnörkeltes Layout und eine klare, lesbare Version in demselben PDF-Dokument, dann lege doch einfach alles in mehreren ausblendbaren Ebenen an.

  3. Vielleicht kommt, wenn man der Layout-Version die schwarzen Textkästen und die 2-Spaltigkeit wegnimmt, eine hübsche display- und druckerfreundliche Version heraus?
    Um Textkästen zu lesen, muss man entweder den Lesefluss unterbrechen oder die Kästen ignorieren bis man das Ende des Abschnitt erreicht hat. Im 1-spaltigen Displaylayout müssen die Kästen an der Stelle sitzen, wo man sie auch lesen „will“, denn wieder hoch scrollen wäre eher lästig.

  4. Typografie ist wichtig, gerade bei Produkten im Bereich Rollenspiele gehört eine ansprechende Gestaltung meiner Meinung nach immer dazu!

  5. Ich würde das volle Layout und die Druckversion machen.

    Das volle Layout, weil es einfach cooler aussieht und Leute das *wollen*. Viele leiten heute vom Rechner aus (leider…).

    Ich will dan nauch gleich Zornhau widersprechen: Das Layout bringt die Stimmung rüber, and das finde ich sehr wichtig. Gerade für Abenteuer. Die SL muss die Stimmung nämlich auch spüren.

    Das Druckerlayout halt zum Drucken.

    Ein langweiliges PDF für den Monitor sehe ich nicht als wichtig an. Da wäre ein epub besser.

  6. Wenn ein GEBRAUCHSTEXT wie ein Abenteuer vor lauter „Stimmung“ durch Layout-Sperenzien zugekleistert wird, dann erfüllt er nicht einmal mehr seine Grundfunktion: Als Gebrauchstext das LEITEN und SPIELEN des enthaltenen Abenteuers zu ermöglichen.

    Stimmung bekommt man durch stimmungsvollen, sprachlich angemessenen Text. Denn, was man im Spiel verwenden möchte, das MUSS man SPRECHEN können!

    Handouts und andere „Vorzeigebilder“ mit Zielgruppe Spieler können natürlich aufwendig graphisch gestaltet sein, da diese ja direkt im Spiel eingesetzt werden. – Aber wenn der Text von einem Layout „an die Wand gespielt“ wird, dann bekommt man die Stimmung einfach nicht in WORTE gefaßt an die Spieler vermittelt.

    Solche Layout-Orgien sind etwas für Rollenspielprodukte, die NICHT gespielt, sondern vornehmlich als alleinige Verwendung zur Unterhaltung als „schönes Buch“ GELESEN werden.

    So etwas ist durchaus verkaufbar, jedoch ein reiner Fehlgriff für einen Spieleentwickler, für einen Abenteuerentwickler, der seine Spielideen GESPIELT sehen möchte.

    Ein Layout MUSS den Text unterstützen.

    Es MUSS die FUNKTION des Textes dem Lesenden leichter zugänglich machen und ihm HELFEN den Text besser aufzunehmen und zu nutzen.

    Abenteuer sind ZUM SPIELEN gedacht.

    Ein Layout eines Abenteuers MUSS daher das SPIELEN des Abenteuers unterstützen und nicht davon ablenken, Informationen schwerer auffindbar machen, oder den Nachblätternden sich in lauter Kästen und Schnörkeln verlieren lassen.

    Ich finde gerade die Layouter, denen es offenbar scheißegal ist, ob der von ihnen layoutete Text noch nutzbar oder auch nur lesbar ist, geradezu als SABOTEURE, welche die gesamte Intention des Abenteuerentwicklers ins Gegenteil verkehren.

  7. Hallo,
    und entschuldigt bitte, dass ich mich erst heute wieder in die Diskussion einklinken kann!
    Ich denke der Trend ist relativ eindeutig – man kann es nie allen recht machen :-).
    @Andreas: es geht bei der Layoutfrage tatsächlich um Spielmaterial (im weitesten Sinne, also inkl. potentiellen Regionalia-Artikeln oder sowas). Rezensionen, News etc. bleiben ja ganz normale Blogeinträge.
    @Zornhau: Ich danke für die kritischen Anmerkungen. Vielleicht hast Du recht und die „Layout“-Version wirkt einfach zu überladen. Ich denke, eine Reduzierung des Hintergrunds (will sagen, mehr weiße Fläche) und die Verwendung von grauen statt schwarzen Textkästen macht da schon viel aus. Leider kann ich nicht verschiedene Ebenen ein- und ausblendbar gestalten; ich wüßte nicht wo diese Funktionen bei Word 2000 und dem FreePDF-Drucker (ich bin geizig, ich weiß) versteckt sind…
    @arnebab: ich denke, auf diese Alternativen wird es hinauslaufen. Vollversion und dann Grafiken, „bunte“ Textkästen und Hintergrundgrafiken raus und fertig ist die Druckversion.

  8. Also PDF-Fassungen einfach mit PDF-Druckertreiber aus Word erstellen, ist natürlich so oder so bedenklich. – Da wäre es dann nett, wenn Du ZWEI Versionen, eine mit, eine ohne druckerstrapazierende Layoutelemente erstellen könntest. – Die Ebenen-Funktion ist was für die Leute mit Acrobat-Vollversion oder anderen ähnlichen Software-Werkzeugen.

    Ein GUTES Layout UNTERSTÜTZT den Leser. Hier kann es auch „verspielt“ wirken, mit Farben und findiger Darstellung die Optik nicht nur auflockern, sondern den Inhalt leichter faßbar machen.

    Das Marvel Heroic Roleplaying Rollenspiel hat z.B. solch ein zwar nicht „druckerschonendes“, dafür aber das Erschließen und Nutzen des Textes erleichterndes Layout.

    Das genaue Gegenteil ist z.B. Opus Anima. Hier wirkt es wie eine „Arbeitsprobe“ des Layouter, der zeigen will, was er alles kann, dabei aber ein Buch produziert, dessen Verhalten beim NUTZEN im Spiel oder in der Spielrundenvorbereitung dem Nutzer enorme Widerstände entgegenbringt.

    Ein Layout sollte NIE „Selbstzweck“ sein, sondern sich immer klar an der FUNKTION des layouteten Textes orientieren. – Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

    Komischerweise NICHT bei Rollenspielprodukten! Da hat sich das wohl noch nicht rumgesprochen.

  9. Pingback: Szenario: Der Gesichtslose Gott « Seanchui goes Rlyeh

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