Rezension: Unter Druck

Auch in der heutigen Rezension soll es wieder um älteres Spielmaterial gehen. Dabei geht es um das Abenteuer „Unter Druck“ von John Tynes und Jeff Barber, auf deutsch vom G&S-Verlag im Jahre 1997 veröffentlicht. So langsam aber sicher nähert sich meine Sammlung (und damit die Besprechung) des „alten“ deutschen Cthulhu-Materials der Vollendung. An dieser Stelle dann vielleicht auch der Aufruf: wer „Gail 2“ und/oder „Guernsey“ von der Fantastische Spiele GbR schon immer gerne loswerden wollte: diese Module fehlen mir noch! Aber weiter im Text.

1500 Fuß unter der Meeresoberfläche. Auf jedem Quadratzentimeter lastet ein Druck von mehr als 100 Pfund. Hier herrschen Kälte, Stille und Dunkelheit. mit der RSV WALLABY, einem innovativen Tiefsee-Forschungs-U-Boot befindet Ihr Euch auf der weltweit beachteten Jungfernfahrt. Ein ehrgeiziges Privatprofjekt, dessen ERfolg maßgeblich vom Ausgang dieser Fahrt abhängt.
Aber Ihr seid nicht allein.
Denn es gibt Dinge, deren archaische Bösartigkeit keine Einmischung duldet. Für Euch gibt es nur ein Ziel: UNTER DRUCK zu überleben.
Soviel verrät der Klappentext über die Handlung des vorliegenden Moduls und mehr möchte ich an dieser Stelle auch noch nicht verraten – um nicht gleich wieder eine Spoilerwarnung mitliefern zu müssen :-).

Der Band liefert auf 56 Seiten letztendlich alles, was man zum Spielen des Szenarios benötigt. Das beinhaltet vorgefertigte Charaktere, die Erklärung zusätzlicher Fertigkeiten (so ein High-Tech-U-Boot will schließlich auch gesteuert sein), Sonderregeln für „Waffen“ unter Wasser und Ertrinken, ein paar wirklich schön aufgemachte Handouts und nicht zuletzt großformatige Bodenpläne der RSV WALLABY. Die Menge des mitgelieferten Materials ist auf jeden Fall voll zufriedenstellend. Die gewählte Schriftart ist klar und deutlich zu lesen; die Bebilderung ist ein wenig spärlich ausgefallen jedoch dem Szenario unter Wasser völlig angemessen. Einzig die Portraits der mitgelieferten Charaktere laden eher zum Wegschauen ein.

Das Szenario geht in weiten Teilen neue Wege: es ist explizit für zwei Spielleiter ausgelegt. Das ist zum Einen der Menge an technischen Würfen geschuldet, die so in einem kürzeren Zeitraum abgehandelt werden können; zum anderen ist für den späteren Verlauf des Abenteuers geplant, dass die Gruppe sich aufteilt und so zeitgleich mit zwei Spielleitern weitergespielt werden kann. Alle Szenen sind dabei gut beschrieben; es wurde auch an zahlreiche Spielleitertipps wie die Koordination von zwei Gruppen oder die richtige Musikuntermalung gedacht.

Das Szenario selbst ist eigentlich nur aufgrund seines Schauplatzes als wirklich innovativ zu bezeichnen. Ansonsten wäre es wohl 08/15-Kost, wenn auch ein wenig mehr Action als in den modernen, deutschen Abenteuern ansteht. Fazit: Wer einmal etwas experimentelles ausprobieren möchte, genügend Spieler und sogar einen zweiten Spielleiter an der Hand hat und vor ein wenig Organisationsaufwand nicht zurückschreckt, der liegt mit „Unter Druck“ genau richtig. Als Abenteuer für „Zwischendurch“, als angenehme Abwechslung zu einer laufenden Kampagne eignet es sich allerdings nur bedingt. Nichts desto trotz ein gutes Abenteuer, dem man eine Chance geben sollte!

PS: Rezension zum Szenario bei DRoSI.de

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Ein Kommentar zu “Rezension: Unter Druck

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