Frank Heller verabschiedet sich…

Mit Wirkung zum heutigen Tage tritt Frank Heller als Chefredakteur der deutschen Cthulhu-Linie zurück und übergibt das Szepter an Heiko Gill. Seine Abschiedsworte aus dem Cthuloiden Newsletter:

Liebe Leser,

diesen Email-Newsletter habe ich, Frank Heller, im Mai 2003 ins Leben gerufen, da ich damals gerne Nachrichten zu allen möglichen cthuloiden Dingen in komprimierter Form verbreiten wollte. Der Newsletter war zwar, da von mir als Cthulhu-Chefredakteur, immer etwas Offizielles aus der Redaktion. Aber er war trotzdem sozusagen mein privates Projekt und war nicht direkt ein Verlagsnewsletter, was man auch daran sieht, dass es eben ein Yahoo-Groups-Newsletter ist. Dass dies keine technisch zeitgemäße Plattform mehr ist, brauche ich niemandem zu sagen.

Nun gebe ich zum 1. Dezember 2011 das Amt des Chefredakteurs ab und lege es in die Hände meines Nachfolgers Heiko Gill. So, wie mit meinem Ausscheiden als Chefredakteur die Cthuloide Welten eingestellt wurde, werde ich auch diesen Newsletter nicht mehr weiterführen. Mein Nachfolger Heiko Gill wird dies aus zeitlichen Gründen ebenfalls nicht tun, so dass ich davon eingehe, dass dieser Newsletter hiermit eingestellt wird. Es ist aber natürlich möglich, dass es irgendwann einen anderen Newsletter, einen Blog der Redaktion oder was auch immer gibt – aber dazu gibt es soweit ich weiß keine Planungen. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

Ich möchte mich zum Abschied bei mehreren Leuten ganz besonders bedanken:
Zuvorderst bei Matthias Oden, der im Sommer 2004 einige Ausgaben dieses Newsletters erstellt hatte, als ich wegen eines Umzugs einige Zeit offline war. Zu danken habe ich auch ganz besonders Thorsten Erker, der in diesem Newsletter schon seit langer Zeit für die Sparte „Cthuloide Literatur“ zuständig war, von ihm stammten fast alle Beiträge in dieser Rubrik, und insbesondere auch die Pipeline. Herzlichen Dank auch an Daniel Neugebauer, der in den jüngeren Ausgaben des Newsletters immer die Neuigkeiten von Cthulhu.de zusammengestellt hatte. Dank gebührt auch dem Leiter des Cthulhu-Supportteams, Christian Schaller, der seit längerer Zeit bereits für die Convention-Einträge und Ladenspielrunden zuständig war. Nur wenige Einträge in dieser Rubrik stammten nicht von ihm.

Ganz besonders danken möchte ich zuletzt meinen Lesern für die langjährige Treue und das Interesse. Auch, wenn nur vielleicht einmal im Jahr irgendjemand Feedback geschickt hat, weiß ich doch aus meiner langjährigen Tätigkeit als Chefredakteur, dass Schweigen üblicherweise für Zufriedenheit steht. Auch sind ständig mehr Leser hinzugekommen als ausgestiegen, so dass wir mit 507 Abonnenten des Newsletters eine nicht unbeachtliche Zahl von Lesern erreicht haben. Unterm Strich gehe ich davon aus, dass dieser Newsletter insgesamt gut angekommen ist.

Vielleicht sehe ich den einen oder anderen Leser nochmal persönlich – ich freue mich immer, neue Gleichgesinnte kennenzulernen, und man darf mich auch gerne eigeninitiativ ansprechen. Auf der Cthulhu-Convention (nächstes Jahr im August) wird man mich sicherlich antreffen können, auch wenn meine Con-Präsenz mit der Amtsübergabe an Heiko Gill im Übrigen stark absinken wird.

Mit cthuloiden Grüßen
Frank Heller

Für mich – und Euch als Leser dieses Blogs – bedeutet dass neben der Tatsache, dass wir uns an eine andere Handschrift in Sachen Cthulhu werden gewöhnen müssen auch, dass diese praktische Newssammlung, die auch hier regelmäßig die Seiten zierte, einfach erstmal entfällt. Schade.

Außerdem hat Frank Heller noch ein paar ganz ähnlich klingende Abschiedsworte im Cthulhu-Forum hinterlassen:

Liebe Forennutzer,

nach mehr als 10 Jahren als Chefredakteur (erst Cthuloide Welten, bald danach der gesamten Cthulhu-Linie) übergebe ich das Amt zum 1. Dezember 2011 an meinen Nachfolger Heiko Gill.

Ich bleibe den Lesern natürlich erhalten und werde hier nach wie vor regelmäßig reinschauen.

Warum ich als Chefredakteur aufhöre? Diese Frage beantwortet das Vorwort aus Cthuloide Welten #21, aus dem ich die relevanten Teile hier reinkopiere:

„Abschiedsworte

Abschied fällt immer schwer. Am schwersten fällt er, wenn man sich von einer Liebe trennt. Die Liebe, von der ich mich trennen muss, heißt Cthuloide Welten. Du, lieber Leser, hältst die letzte Ausgabe dieses Magazins in den Händen. Das liegt daran, dass ich selbst meine Aufgaben als Cthulhu-Chefredakteur zum Dezember dieses Jahres abgeben werde und mich aus allen redaktionellen Tätigkeiten, nicht nur in Bezug auf dieses Magazin, zurückziehe. Eine Fortführung dieses Magazins durch einen anderen hat sich letztlich nicht ergeben. Meine Aufgaben als Chefredakteur der Cthulhu-Linie insgesamt übernimmt Heiko Gill, der schon seit vielen, vielen Jahren Redaktionsmitglied ist und den Job sicherlich mindestens genauso gut machen wird. Die Redaktion wird ab dem Jahresende 2011 aus Heiko Gill als Chefredakteur, Sebastian Weitkamp und Jan Christoph Steines (der zugleich bei Pegasus der Verlagsleiter ist) bestehen. Da pro Jahr zukünftig drei Neuheiten geplant sind, werden diese drei Veteranen des Cthulhu-Rollenspiels die kommenden Publikationen sowohl personell problemlos bewältigen können wie auch die Qualität halten können, denn es sind nach wie vor dieselben Personen dabei, die auch bisher die Publikationen betreut haben. Ich selbst bleibe als Autor, Übersetzer und Lektor im Cthulhu-Team und werde meine Fähigkeiten je nach zeitlichen Möglichkeiten einsetzen.

Ich sollte wohl die Frage beantworten, warum ich eigentlich aufhöre. Ich bin seit 1999 Autor für Cthulhu, seit 2001 mache ich die Cthuloide Welten, und seit 2002 bin ich Chefredakteur der gesamten Cthulhu-Linie. Und alles in meiner Freizeit, denn im wahren Leben gehe ich schon seit langer Zeit einem ganz anderen Beruf nach. Cthulhu war und ist immer mein Hobby gewesen, auf professionellem Niveau betrieben, aber dennoch in meiner Freizeit. Diese wurde, wie man sich denken kann, durch die Arbeiten für Cthulhu weitgehend in Beschlag genommen. Ich habe das immer gerne in Kauf genommen, da ich ein Fan unseres Spieles bin, wie alle anderen Mitarbeiter im Cthulhu-Team auch. Der einzige fest angestellte Cthulhu-Mitarbeiter ist Jan Christoph Steines, und auch er betreut Cthulhu in seiner Freizeit, da er tagsüber seine Pflichten als Verlagsleiter bei Pegasus erfüllt. Nach nunmehr 10 Jahren bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr zwei Jobs nebeineinander arbeiten möchte, sondern meine Freizeit wieder haben möchte. Nun wäre das sicherlich auch mit einer Reduzierung des Aufgabenbereichs zu erreichen gewesen, etwa durch Abgabe bloß der Cthuloide Welten, welche die meiste Zeit kostet und pro Ausgabe viele Dutzend Stunden, möglicherweise sogar eine Stundenzahl im dreistelligen Bereich, ausgemacht hat. Der Faktor Freizeit steht aber nicht alleine. In meinem eigentlichen Beruf bin ich mittlerweile so weit gediehen, dass die Chefredakteurstätigkeit nebenbei in der Freizeit dazu eigentlich nicht mehr so recht kompatibel ist. Und dann kommen noch andere Gründe hinzu, die aber eine untergeordnete Rolle spielen und allenfalls als Katalysatoren gewirkt haben. Unterm Strich möchte ich ganz einfach wieder ins Glied eintreten und andere machen lassen, und meine Fähigkeiten flexibel je nach zeitlichen Möglichkeiten einbringen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die in den letzten 10 Jahren bei Cthuloide Welten mitgearbeitet haben. Jeder Einzelne hat einen Beitrag dazu geleistet, dass es dieses Magazin geben konnte, jeder war wichtig und unverzichtbar. Es waren so viele Leute, dass ich sie unmöglich alle nennen kann, aber mein Dank gilt jedem von ihnen. Gleichzeitig danke ich allen Mitarbeitern des Cthulhu-Teams, mit denen ich seit 2002 als Chefredakteur zusammengearbeitet habe. Wir haben unwahrscheinlich gute Publikationen in großer Zahl veröffentlicht, sind auch in fremdsprachigen Ausgaben vertreten, unsere Arbeit ist auch international bekannt und geschätzt. Ein Blick in das Bücherregal verrät, dass wir sehr fleißig waren in den letzten Jahren, und ich bin stolz, dass wir viele wichtige Publikationen herausgebracht haben, welche die Core Books unseres Lieblingsrollenspiels bilden. Ich verneige mich vor allen, die ihre Freizeit unserem gemeinsamen Hobby geopfert haben und mitgeholfen haben, dass Cthulhu im deutschen Sprachraum heute da steht, wo es ist.
Danken möchte ich auch ganz besonders Andreas Finkernagel, Geschäftsführer bei Pegasus, der überhaupt erst möglich gemacht hat, dass wir Cthulhu so weit nach vorne gebracht haben. Er hatte Cthuloide Welten unter das Dach des Verlages geholt, als wir das Magazin noch als Fanzine geplant hatten, er hat mich als relativ jungen Mann und relativen Newcomer als Chefredakteur der gesamten Cthulhu-Linie eingesetzt – und er war derjenige im Verlag, der Cthulhu über die Jahre wohlwollend begleitet hat. Andreas Finkernagel ist jemand, der die Gabe hat, motivierte Talente zu erkennen, und dann alles dafür tut, sie zu fördern, wodurch überhaupt erst der Aufbau des Cthulhu-Mitarbeiterteams mit diesem Publikationsausstoß mit dieser Qualität möglich war.
Danke auch an alle aktiven und ehemaligen Pegasus-Mitarbeiter, die über die Jahre mitgeholfen haben, sei es im Verkauf, im Lager oder auf andere Weise. Auch hier gilt: Jeder Einzelne hat Anteil an unserem gemeinsamen Erfolg!
Ganz herzlich danken möchte ich allen unseren Lesern. Für mich war und ist immer ein besonderes Highlight, auf Conventions mit unseren Lesern ins Gespräch zu kommen, denn wir machen unsere Arbeit ja nicht (nur) für uns selber, sondern um alle Cthulhu-Fans da draußen mit Spielmaterial zu versorgen, und damit letztlich dafür zu sorgen, dass möglichst viele Leute Spaß haben und erinnerungswürdige Spielerlebnisse entstehen. Feedback der Leser war und ist daher immer ganz wichtig. “

Mit cthuloiden Grüßen
Frank Heller

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2 Kommentare zu “Frank Heller verabschiedet sich…

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