Weisenstein und Rabenstein

Nein, das hier hat nichts mit Siebenstein zu tun! Es handelt sich vielmehr um eine Plot-Idee für Cthulhu Mittelalter:

In Viersen standen schon vor Jahrhunderten der Weisen- und der Rabenstein. In dem Artikel heißt es:

Der „Weisenstein“ ist der größere der beiden Steine. Eine erste schriftliche Erwähnung erfolgt 1569. Dort heißt es, dass ein Gefangener dreimal „umb eynen groeten witten stein“ geleitet oder geführt werden musste, ehe eine Befragung nach Bürgen oder Schuld vor dem Gericht stattfand.
Neben anderen üblichen Rechtsbräuchen wurde vor allem der Viersener „Weistum“ bei dem dreimal jährlich stattfindenden umgebotenen Vogtgeding vom Weisenstein – auf den Markt versammelten Gemeinde – verlesen.
Am Weisenstein wurde Recht gesprochen und Urteile verkündet (Weistümer sind urkundliche, von Gemeinden oder Schöffenkollegien des deutschen Mittelalters schriftlich festgelegte Erklärungen oder Weisungen über das bestehende Recht).

Der „Prangerstein“ oder „Kaeks“ lag damals vor dem „Gerichtshaus“ am Markt. Er ist der kleinere der beiden Steine. Urkundlich ist dieser „Prangerstein“ 1692 bezeugt. Menschen, denen ein Vergehen nachgewiesen wurde, mussten täglich mehrere Stunden mit einem angelegten Halseisen – das eine Flucht unmöglich machen sollte – zur eigenen Schande und zur Wahrnehmung für andere dort stehen.

Nun war die Rechtsprechung im Mittelalter und bis in die Rennaissance hinein teilweise eine recht willkürliche Sache, wie der folgende Text über den Weisenstein zeigt:

Außerdem wurden wurden Weisensteine der Sage nach lange Zeit zur Urteilsfindung herangezogen, sofern es mehrere Verdächtigte gab, und der Täter nicht eindeutig zu ermitteln war. Dabei mussten die Verdächtigen der Überlieferung nach, mit ihren Händen solange auf die Steine schlagen, bis dem ersten Blut aus der Nase tropfte. Dieser wurde dann als Schuldiger gemäß „Gottesurteil“ angesehen.

Dieser Weisenstein nun kann sich gut als Aufhänger zu einem Abenteuer nutzen lassen:

Doch eines Tages kam es zu einer Fehlentscheidung durch das „Steinurteil“. Ein bereits verurteilter Mann schwor auf dem Weg zum Galgen, dass er unschuldig sei. Und in seiner Verzweiflung soll er schließlich in die Masse der Schaulustigen gerufen haben: „Ich bin unschuldig, und so war mir Gott helfe, wird dieser Baum alle Blätter verlieren, sofern ich unschuldig bin!“ Und so geschah es. Die staunende Menge sah, wie der Lindenbaum plötzlich alle Blätter verlor, so dass der Verurteilte kurz darauf freigelassen wurde.

Bei dem Verurteilten handelt es sich natürlich um einen finsteren Magier, mit noch finstereren Mächten im Bunde. Vielleicht haben die Charaktere entscheidend an seiner Festnahme und Verurteilung mitgewirkt – und sehen sich nun dem zornigen Mob gegenüber. Immerhin hatten die Charaktere fast dazu beigetragen, einen ehrlichen, gottesfürchtigen Mann zu henken! Oder die Charaktere werden erst jetzt auf den Magier aufmerksam?

PS:
Meine bereits im letzten Blogeintrag „beworbene“ Sammlungsverkleinerung per eBay läuft bald aus. Noch ist einiges zum Schnäppchenpreis dabei. Schaut doch mal vorbei.

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