Vorankündigung: Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos

Hallo zusammen,

nach zwei Teasern (hier und hier) lasse ich heute die Katze aus dem Sack. Wirklich. Aber dafür muss ich ein bißchen ausholen.

Schon seit Langem hallt der Ruf nach einem Band mit Nichtspielercharakteren durch die deutsche Cthulhu-Community. Immer wieder taucht ein solcher Band auf Wunschlisten an die Redaktion auf, gefolgt von heißen Diskussionen, ob die Community nicht selbst eine Datenbank ins Leben rufen könnte.

Angespornt von diesen Gedanken rief ich im Frühjahr des Jahres 2014 einen Wettbewerb auf meinem Blog aus, um eine Sammlung interessanter Nichtspielercharaktere aller Art zusammenzustellen. Vom finsteren Erzbösewicht über den Reue empfindenden Kultisten bis zur nüchternen Bibliothekarin waren alle Charaktere herzlich willkommen. Das große Ziel: ein Sonderband mit cthuloiden Nichtspielercharakteren der beliebten Zeitschrift „Cthulhus Ruf“. Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche Beiträge erreichten mein Postfach und auch meine tapfere Jury ließ es sich nicht nehmen, weitere Beiträge zu verfassen. Allein das große Ziel, die Sonderausgabe, ließ sich nicht realisieren. Ich habe das hier einmal knapp vermerkt.

Ab dem Zeitpunkt, zu dem feststand, dass es seitens “CR” keinen Sonderband geben würde, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, in welcher Form ich die gesammelten NSC der Community zugänglich machen kann. Ich halte die Beiträge meines Wettbewerbs nach wie vor für bemerkens- und veröffentlichenswert. Sicher wäre eine PDF-Veröffentlichung auf meinem Blog der einfachste Weg gewesen. Doch ich wollte eine “runde Sache” erschaffen. Und ich habe – so hoffe ich – die optimale Lösung gefunden.

Das Ergebnis dieser Überlegungen war ein ehrgeiziges Projekt. Entstanden ist ein 96seitiger Quellenband, der neben all den wunderbaren NSC auch Tipps und Tricks zur Darstellung von NSC enthält, Regelvorschläge, Namenstabellen, Zufallstabellen für besondere Merkmale und noch einige zusätzliche NSC, um alle möglichen Epochen abzudecken. In vielen Stunden intensiver Nachtschichten ist das Material überarbeitet, in Form gebracht, bebildert und ergänzt worden. Insbesondere die Darstellung der NSC ist komplett vereinheitlicht worden, so dass sich das gesamte Material “wie aus einem Rutsch” anfühlt. An dieser Stelle möchte ich es auch nicht versäumen, “Blackdiablo” aus dem Cthulhu-Forum einen ganz großen Dank auszusprechen. Nach Ende seiner Jury-Tätigkeit für den Wettbewerb hat er mir mit Lektorat, Korrektorat, Vorschlägen und Hinweisen rund um den NSC-Band tapfer und ebenfalls nachtschichtweise zur Seite gestanden. Ein Dank gilt auch “angband”, der mir einige hervorragende Portraitbilder zur Verfügung gestellt hat.

Die Arbeiten an dem Projekt sind nun abgeschlossen. So sieht das Ganze aus:

Vorderseite

“Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos”? Was soll das denn sein? Nun, die Überlegung hinter dem Titel ist simpel: In jedem Rollenspielszenario treffen die Charaktere auf zahlreiche Nichtspielercharaktere. Sei es ein Privatdetektiv, der die Gruppe im Auftrag ihrer Gegenspieler beschattet, ein Anwalt, der sie als Erben ihres verstorbenen Onkels kontaktiert, finstere Kultisten deren Anbetung der Großen Alten unsere Welt ins Unglück stürzen kann, oder der Professor, der sie mit auf eine Expedition ins Unbekannte nimmt. Egal welche Rolle ein Nichtspielercharakter in einem cthuloiden Szenario einnimmt – sie alle sind nur Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos, wie ihn H. P. Lovecraft in seinen Geschichten zeichnet.

Und nun kommt der Clou.

Das Ganze erscheint in den nächsten Wochen als gedrucktes Buch! Dank Pegasus’ unglaublich großzügiger Unterstützung kann ich Euch die NSC-Sammlung als Printprodukt anbieten. Ich werde das Buch zum absoluten Selbstkostenpreis von diesen Seiten aus hier vertreiben. Euch erwartet ein 96seitiger Softcoverband mit insgesamt 35 NSC, einer Menge Zusatzmaterial und viel Herzblut. Ich bin selbst sehr aufgeregt über diese Möglichkeit und ich hoffe auf viele, viele Abnehmer :-).

Dieses Buch ist ein Dankeschön. Ein Dankeschön an die Teilnehmer, an meine Jury und an die großartige, kreative Cthulhu-Community. Sobald ich alle endgültigen Informationen beisammen habe, wird hier das “Bestellfenster” geöffnet. Wir lesen uns!

Teaser 2: Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos

Erinnert Ihr Euch an mein aktuelles Projekt?

Im Zuge dieser Arbeiten hat mich ein interessantes Rätsel erreicht. Wer kann es lösen?

Lisas Rätsel

Ich kenne das Kennwort nicht. Aber vielleicht, vielleicht findet es sich in den nächsten Tagen. Vielleicht hier auf meinem Blog, vielleicht an anderer Stelle.

Achtzehn Autoren.
Hunderte E-Mails.
Ungezählte Nachtschichten.

Nicht mehr lange…

Teaser: Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos

Eine große Zahl cthuloider Folianten hat sich auf meinem Schreibtisch versammelt.

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Einer nach dem anderen wanderte aus meinem Bücherregal hinüber zur Arbeitsfläche. Ich erlaube mir, den gewichtigen Stapel aus einer anderen Perspektive zu zeigen:

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Warum haben sich all diese Bücher auf meinem Schreibtisch aufgetürmt? Normalerweise ist das ein sicherer Hinweis darauf, dass ich an einem cthuloiden Projekt arbeite. Sei es ein selbstgeschriebenes Abenteuer, ein Artikel für Cthulhus Ruf oder ein umfangreicher Blogbeitrag. Dieser Stapel ist ein wenig anders. Er ist größer.

Das Projekt ebenfalls.

Und es steht kurz vor seiner Vollendung.

Achtzehn Autoren.
Hunderte E-Mails.
Ungezählte Nachtschichten.

Neugierig geworden? Schon bald gibt es mehr Informationen – hier auf diesen Seiten.
Bleibt mir gewogen…

Wasser!

Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Wasser“. Danke an Clawdeen für die Organisation.

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Folgende Artikel sind bislang zu dem Thema erschienen:

Das Thema “Wasser” spielt in vielen cthuloiden Szenarien ebenso eine wichtige Rolle, wie beim altvorderen Autoren Lovecraft höchstselbst. Es erscheint also sträflich, nichts zu diesem Thema zu schreiben, wenn es denn schon einem im Karneval der Rollenspielblogs auftaucht. Um eine gute Einleitung in die Thematik zu finden, habe ich einen alten Pegasus-Abenteuerband aus dem Regal gekramt: Geisterschiffe. Dort heißt es (in Auszügen):

Lovecraft spürte eine tief verwurzelte Furcht vor dem Meer und seinen Bewohnern. Seine Kreaturen sind ekelhaft, schleimig, Ausgeburten eines Bösen jenseits des menschlichen Vorstellungsvermögens. Und auch R’lyeh auf dem Meeresgrund zeugt von der Furcht vor dem Unbekannten, das in der tintigen Schwärze der Tiefsee auf den Menschen lauert.

Wie aber wurde das Thema nun bislang im cthuloiden Rollenspiel umgesetzt? Dieser Artikel soll eine erste, kurze Übersicht über die bisher cthuloid verarbeiteten Wasserelemente geben. Wenn mein Zeitplan es zulässt, werde ich im Laufe dieses Karnevals ein paar weitere, vertiefende Einträge zu den jeweiligen Themen verfassen.

Tiefe Wesen, Sternengezüchte, Cthulhus Schergen – die Kreaturen

Es gibt eine große Zahl verschiedener cthuloider Kreaturen, die mit dem Element Wasser in Verbindung stehen. Dabei mag der Mythoskundige zuerst an die Tiefen Wesen denken, die von Lovecraft ursprünglich im Pazifik und vor der Küste Neuenglands verortet wurden, aber von vielen Autoren von Szenarien just an die Stelle im Meer – oder auch sonstwo unter Wasser – verfrachtet wurden, wo sie gerade gebraucht wurden. “Auf den Inseln” ist eine vielgelobte Kampagne, die sich mit den Gefahren einer Kolonie Tiefer Wesen in der Nordsee befasst. Einige weitere Beispiele finden sich mit Der Donaufürst oder Neith auch auf diesen Seiten wieder.

Der cthuloide Kreaturenreigen hat aber noch einige andere, dem Wasser zugehörende Wesen zu bieten. Da seien die Sternengezüchte genannt, die als Gefolge Cthulhus gelten, oder die seltsamen Wesen die als Cthulhus Schergen bezeichnet werden. Darüber hinaus gibt es einen recht ansehnlichen Pantheon Großer Alter, die in direkter Verbindung mit dem Wasser stehen – neben Cthulhu höchstselbst finden wir hier so wohlklingende Namen wie Cthylla oder Ythogtha wieder, die neben Cthulhu existieren.

Geisterschiffe

Gleich ein ganzer eigener Abenteuerband (von mir etwas weiter oben verlinkt) widmet sich diesem sehr klassischen Thema, das durch das Hinzufügen cthuloider Elemente durchaus an Reiz gewinnt. Fünf Szenarien, die sehr unterschiedlich an das Thema herangehen und immer wieder Überraschungen bieten. Doch auch abseits dieses Bandes fanden sich – zumindest in der Cthuloiden Welten – immer wieder Szenen und Abenteuer, die an Bord von Schiffen spielten oder Schiffe zum Thema hatten – wie nicht zuletzt das “Geisterschiff von Caerdon”.

Bücher

Bücher sind ein wichtiger Bestandteil des Mythos – und auch kaum eine cthuloide Investigatorengruppe kommt ohne sie aus. Mit dem “Cthaat Aquadingen” gibt es ein beeindruckendes Mythoswerk, dass all die furchtbaren Schrecken des Wassers enthüllt. Die Spielwerte des Buches sind beeindruckend und ebenso die Auswirkungen des Studiums. Doch auch der seltene “R’lyeh-Text”, verschollene Tontafeln voll blasphemischen Wissens, soll an dieser Stelle natürlich nicht ohne Bemerkung bleiben.

Es gibt also einige sehr klassische, dem cthuloiden Rollenspiel eigene Elemente, die bereits mit dem Thema Wasser spielen. Fallen Euch noch weitere Beispiele ein, die hier unbedingt erwähnt werden sollten? Ab in die Kommentare damit!

Wie oben gesagt hege ich die Hoffnung, im Laufe diesen Monats noch einige eigene hinzufügen zu können. Stay tuned :-).

Rezension: Blackout und andere Abenteuer für Cthulhu NOW

Über zehn Jahre lang versorgte das offizielle Magazin „Cthuloide Welten“ in 21 Ausgaben die „Cthulhu“-Spielerschaft mit zahlreichem Spielmaterial. Auch Material für „Cthulhu Now“ fand sich immer wieder in Pegasus’ Hausmagazin. In „Blackout und andere Abenteuer für Cthulhu Now“ finden sich nun einige Szenarien gesammelt als PDF-Veröffentlichung wieder.

Rezension - Blackout und andere Abenteuer für Cthulhu NOWDie „Cthuloiden Welten“ sind längst vergriffen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Pegasus mit der Reihe „Cthuloide Welten Archiv“ immer wieder Material als PDF wiederveröffentlicht. In „Blackout und andere Abenteuer für Cthulhu Now“ finden sich drei Szenarien versammelt wieder. Eine Warnung vorweg: Naturgemäß kommt die Rezension von Abenteuersammlungen kaum komplett ohne Spoiler aus, sodass Lesern, die die Szenarien noch als Spieler erleben möchten angeraten sei, bis zum Fazit vorzuspringen.

Das erste Abenteuer, das titelgebende „Blackout“ von Jens Christian Seele versetzt die Spieler in die Rollen von Astronauten, die im Auftrag ihrer Regierung der internationalen Raumstation ISS einen Besuch abstatten. Intrigen an Bord und nicht zuletzt der zunächst kaum bemerkbare Einfluss fremder Mächte sorgen in der isolierten Umgebung der Raumstation bald für reichlich Konfliktpotenzial. Das Abenteuer hat einige Stärken, schleudert es die Spieler doch in eine klaustrophobische Atmosphäre, ohne dass diese ahnen, wer Feind und wer Freund ist. Auch die zahlreichen ergänzenden Regelvorschläge für das Spiel in der Schwerelosigkeit oder gar im Weltraum wissen zu gefallen. Leider gleiten die eng verzahnten Hintergrundgeschichten sowohl der vorgefertigten Spielercharaktere als auch der Nichtspielercharaktere rasch in eine Seifenoper-Atmosphäre ab – hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen.

Als zweites Szenario wird „Connected“ von Matthias Fuchs vorgelegt. In der Rolle von FBI-Agenten jagen die Spieler einen Serienmörder, der in einem verschlafenen Vorstadtnest sein Unwesen treibt. Doch rasch müssen sie nicht nur feststellen, dass der Gesuchte womöglich auf ihrer Seite steht, sondern dass sie längst nicht mehr Jäger, sondern Gejagte sind … „Connected“ ist als Einstiegsabenteuer in die Materie von „Cthulhu Now“ konzipiert und erfüllt diesen Zweck hervorragend. Klassische Antagonisten und all der Horror, den modernste Technik zu entfesseln vermag, finden sich hier zu einer spannenden Melange vermischt, die eine gute Zwischennote einfährt. Dazu kommen zahlreiche Twists und Wendungen, wie sie Verschwörungstheoretikern bekannt vorkommen mögen, die die Spieler auf Trab halten werden. Absolut empfehlenswert.

Das dritte Szenario, „Kleine Freunde“ von André Wiesler, führt die Charaktere auf der Spur eines seltsamen Todesfalles in die Welt der vom Mythos infizierten Elektronikspiele. Die Kinder der Umgebung werden von ihren Spielgeräten terrorisiert und müssen furchtbare Dinge tun, um sich und ihre Familien zu schützen. Auf der Suche nach den Drahtziehern treffen die Charaktere dabei nicht nur auf einen völlig wahnsinnigen Bastler, sondern können darüber hinaus auch Bekanntschaft mit der „Cthulhu“-Variante eines virtuellen Cyberspace machen … Eine unkonventionelle Grundidee und ein sehr recherchelastiger Plot sorgen für eine sauber dargebotene Detektivgeschichte, die ohne große Höhepunkte, dafür aber auch ohne große Schwächen für einen gelungenen Spieleabend sorgen kann.

Für die Wiederveröffentlichung im „Cthuloide Welten Archiv“ wurde das Material wie üblich dezent überarbeitet. So wurden beispielsweise einige Handouts neu aufgesetzt. Erfreulicherweise wurde das Layout im „Now“-typischen Schwarz-Weiß mit den bekannten Zeichnungen gehalten, sodass sich die PDF optisch von den übrigen Veröffentlichungen abhebt. Die reiche Bebilderung in guter Qualität und die – wie üblich – optisch hervorragenden Handouts führen auch beim Layout zu einer guten Note.

Fazit: Eine gute Mischung solider, gut spielbarer „Now“-Abenteuer. Alle drei Szenarien haben tolle Ideen und bilden die Bandbreite, die „Cthulhu Now“ zu bieten mag, ab. Für Spieler von in der Gegenwart oder nahen Zukunft angesiedelten Horror-Rollenspielen definitiv empfehlenswert. Auf andere „Cthulhu“-Settings sind die Szenarien allerdings kaum konvertierbar.

PS: Diese Rezension erschien ursprünglich bei Ringbote.de

Rezension: MorgenGrauen und andere Abenteuer

Im Rahmen des „Cthuloide Welten Archiv“ werden seitens Pegasus ausgewählte Artikel aus dem seligen „Cthulhu“-Hausmagazin „Cthuloide Welten“ als PDF wieder veröffentlicht. 21 Ausgaben lang flankierte das leider eingestellte Magazin die „Cthulhu“-Produktlinie des Verlages. „MorgenGrauen und andere Abenteuer“ versammelt dabei vier Szenarien für das beliebte Setting der 1920er.

Rezension - MorgenGrauen und andere AbenteuerInsgesamt vier Abenteuer aus längst vergriffenen „Cthuloide Welten“-Ausgaben enthält der vorliegende Abenteuerband. Naturgemäß kommt die Rezension dieser Abenteuer kaum komplett ohne Spoiler aus, sodass Lesern, die die Szenarien noch als Spieler erleben möchten, angeraten sei, bis zum Fazit vorzuspringen. Eröffnet wird der bunte Reigen vom titelgebenden Abenteuer „MorgenGrauen“ von Sebastian Weitkamp. Dieses Szenario trägt die Schrecken des Cthulhu-Mythos in die heimischen vier Wände eines Charakters, hat doch ein sinistrer Kultistenzirkel just sein Wohnhaus als idealen Ort für eine wahnwitzige Beschwörung auserkoren. Alles beginnt mit einer harmlosen Einladung zum Abendessen und endet in einer Nacht voller Wahnsinn, Horror und Tod. Ein großartiges Szenario mit Knalleffekten, beinharter Action, einem interessanten Setting, universell einsetzbar und mit wirklich stimmungsvollen Handouts – auch, wenn die Druckerpatrone ordentlich leiden muss, will man sie den Spielern in Papierform zugänglich machen. Ein starker Einstieg.

Als zweites Szenario folgt „Disharmonie“ von Bernhard Bihler. Der plötzliche und unerklärliche Tod eines bekannten Musiklehrers bringt die Charaktere auf die Spur geheimnisvoller Artefakte. Eine wilde Schnitzeljagd quer durch das Nürnberg der 1920er beginnt, in der der geheimnisvolle Gegenspieler der Gruppe immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Dazu scheinen sich auch die Straßenmusikanten gegen die Charaktere verschworen zu haben und es kommt neben viel Kopf- und Beinarbeit auch einiges an harter Action auf die Gruppe zu. Mit einem unverbrauchten Mythosgegner und einem tollen Finale sorgt „Disharmonie“ dann auch gleich für die nächste gute Zwischennote.

Außergewöhnlich sind dann auch die nächsten zwanzig Seiten, die „Graf Sandors letzte Jagd“ aus der Feder von Joachim A. Hagen bereithalten. Die Charaktere werden nach einem Schiffbruch an den Strand einer einsamen Insel gespült. Glücklicherweise gibt es einen zurückgezogen lebenden adeligen Gentleman, Graf Sandor, der sich der Schiffbrüchigen annimmt. Während sie auf das nächste Versorgungsschiff warten, bewirtet sie der Graf reichhaltig und ist ein angenehmer Gesellschafter – bis am nächsten Morgen eine unmissverständliche Einladung zu Jagd erfolgt. Und die Charaktere sind leider nicht die Jäger … Der Autor präsentiert ein ungewöhnliches Setting, das sich deutlich an dem Film „Graf Zaroff – Genie des Bösen“ orientiert, dabei aber den Wesen des Mythos Tür und Tor öffnet. Sicherlich nicht für jede Spielrunde das Richtige, als One-Shot aber sicher eine Überlegung wert. Leider sind keine vorgefertigten Charaktere beigefügt.

Zu guter Letzt wird mit „Das Gelbe Zeichen“ von Daniel Harms das letzte, sehr innovative Abenteuer dargeboten. Bei „Das Gelbe Zeichen“ handelt es sich um ein sogenanntes „One-on-One“-Szenario, gedacht für einen Spieler und seinen Spielleiter. Dem Charakter wird dabei von einem Freund ein seltsames Amulett zugespielt. Noch während sich der Spieler über die Geschichte des Artefaktes informiert, zieht ein Unbekannter eine blutige Schneise durch die Bekanntschaft des Charakters. Gibt es einen Zusammenhang? „Das Gelbe Zeichen“ ist insbesondere wegen seiner vielen hilfreichen Regelvorschläge und Hinweisen zum „One-on-One“-Spiel ein echter Lesetipp für jeden, der sich für diese Spielart interessiert. Darüber hinaus ist es durch die vielen Möglichkeiten, Spieler wie Charakter gleichermaßen unter Druck zu setzen ein Paradebeispiel für diese Spielart. Speziell, aber sehr gelungen.

Wie auch bei den vorhergegangenen „Cthuloide Welten Archiv“-PDFs wurde für die Wiederveröffentlichung das Material dezent überarbeitet. Der Aufbau einiger Szenarien wurde leicht verändert und teilweise wurde auch eine neue Bebilderung vorgenommen. Einige Handouts und auch Karten wurden neu aufgesetzt, manche sogar dank dem neuen Medium PDF auch in Farbe. Das gesamte Layout wurde an das bekannte Layout der 3. Edition angepasst. Die Seiten wirken wie ein altertümlicher Foliant, die Bebilderung ist reichhaltig. Die reiche Bebilderung in guter Qualität und die – wie üblich – optisch hervorragenden Handouts führen damit beim Layout zu einer guten Note.

Fazit: Ungewöhnlich sind sie schon, die vier hier versammelten Szenarien. Jedes von ihnen sprüht vor Kreativität, verlassen sie doch allesamt die ausgetretenen Pfade vieler „Cthulhu“-Szenarien. Damit sind vielleicht nicht alle vier Szenarien für den Geschmack jeder Spielrunde geeignet, doch das ändert nichts an der hervorragenden Qualität und Aufarbeitung der Abenteuer. Absolut empfehlenswert!

PS: Diese Rezension erschien ursprünglich auf Ringbote.de

Die Berge des Wahnsinns: In Farbe… und bunt!

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Die letzte Woche der Startnext-Kampagne zu der Wiederauflage der “Berge des Wahnsinns” ist angebrochen. Da bereits eine erkleckliche Summe zusammengekommen ist, verkündeten die Macher nun auf dem Blog:

Aufgrund des bahnbrechenden Erfolgs der STARKWEATHER-MOORE-EXPEDITION können wir mit großer Freude verkünden:

Die Neuauflage der BERGE DES WAHNSINNS wird farbig!

Sammelband sowie Deluxe- und Foliant-Ausgabe werden vierfarbig gestaltet. Das Layout bleibt erhalten, wird aber auf die Atmosphäre der größten Expedition der Menschheit abgestimmt.
Die enthaltenen s/w-Illustrationen werden nachkoloriert!

Dieses “geheime Stretchgoal” konnte nur aufgrund des großartigen Einsatzes der Community verwirklicht werden.

Wir danken allen Fans und Unterstützern.
Das ist einfach nur WAHNSINN!

Alles weitere gibt’s natürlich HIER.