Cthulhu WildWest: James Potter

Hallo zusammen.

Um den Jahreswechsel herum habe ich mir vorgenommen, auf diesen Seiten hin und wieder Material für Cthulhu WildWest zu veröffentlichen. Mein Hauptkritikpunkt an der PDF war das Fehlen eines konsistenten Hintergrunds und einer echten “Idee”, wie Cthulhu im Wilden Westen aussehen könnte. Hier ist nun der dritte einer geplanten losen Folge von Beiträgen, die sich etwas in dieses Vakuum vorwagen sollen. Heute beschäftige ich mich mit einem cthuloiden NSC für den Wilden Westen.

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James Potter

Setting: Wild West

Hintergrund: James Potter machte sich in jungen Jahren von heimischen, englischen Gefilden auf in das verheißungsvolle, junge Amerika um sein Glück zu suchen. Er kratzte seine Ersparnisse zusammen, ließ alles hinter sich und buchte eine Fahrt in der dritten Klasse auf in die Neue Welt. In New York angekommen musste er aber feststellen, dass das Geld nicht so auf der Straße zu finden war, wie er es sich in seinen Träumen erhofft hätte. Tatsächlich hielt er sich eine ganze Zeit lang verzweifelt mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bevor er seine wahre Berufung entdeckte: die Photographie.

photo-camera-219958_1280In einem verkommenen Trödelladen erstand er seine Kamera, die er seither mit viel Elan und Einsatz führt. Er begann seine Reise westwärts. Zu jeder Gelegenheit bot er seine Dienste als Photograph an. Dabei arbeitet er für kleines Geld, was ihm eine glänzende Auftragslage beschert.

Verwendbarkeit im Spiel: James Potter kann auf verschiedene Arten im Spiel eingesetzt werden. In erster Linie eignet er sich natürlich als farbiges Element am Rande eines Szenarios. Photographie ist seine Obsession und er wird nicht müde, seine Dienste auch zu unpassenden Gelegenheiten anzubieten. Vielleicht wird er aber auch unfreiwillig zu einem Szenarieneinstieg: Viele Indianer glauben daran, dass ihre Seele von den Photographien eingefangen wird – entsprechend feindselig reagieren sie womöglich auf das Angebot eines “hübschen Gruppenportraits”. Die Charaktere müssen einschreiten, um den tollpatschigen Photographen zu retten.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, um James Potter einen cthuloideren Anstrich zu verleihen (und dafür sind wir ja immerhin hier :-)). Womöglich ist die Linse seiner Kamera derart geschliffen, dass sie in der Lage ist, die Deshe (Energiewesen, die in einer weiteren Dimension quasi zwischen uns leben, s. Malleus Monstrorum) sichtbar zu machen? Dann könnte er als eine Art “Geisterjäger” unterwegs sein. Oder er hat noch gar keine Ahnung, welche seltsamen Monstrositäten manches Mal auf seinen Photographien abgebildet werden und wird unfreiwillig Ziel der Deshe, die einen Kanal in unsere Dimension wittern?

Aussehen: James Potter ist bereits ein alter Mann. Er trägt einen großen, hellen Cowboyhut, ist faltig und vernarbt. Oft umspielt ein Lächeln sein Gesicht, doch sein Körper ist bereits recht gebrechlich geworden.

Darstellung: James Potter mag bereits alt an Jahren sein – ein jugendlicher Leichtsinn ist ihm dennoch geblieben. Darüber hinaus ist er völlig unbedarft – seine Photographie und die wenigen Dollar, die er auf Volksfesten oder Familienfeiern verdient, genügen ihm vollauf zum Leben. Er neigt sogar dazu, Begleitern nach wenigen Stunden auf die Nerven zu fallen – insbesondere, wenn er mal wieder ein Motiv entdeckt hat, dass er unbedingt photographieren muss…

james potterJames Potter
Beruf: Photograph
ST 9
KO 9
GR 12
GE 11
ER 10
IN 15
MA 11
BI 8
gS 55
Schadensbonus: -
Stabilitätspunkte: 55 (oder weniger, wenn er als Kanal für die Deshe genutzt wird)
Magiepunkte: 11
Trefferpunkte: 11

Angriff: Faustschlag 35%, Schaden 1W3+Sb

Fertigkeiten: Buchführung 10%, Chemie 32%, Cthulhu-Mythos 0% (4%, wenn er von den Deshe weiß), Mechanische Reparaturen 56%, Photographie 67%

Rezension: Gatsby und das große Rennen

gatsbyEs gibt Rollenspielabenteuer, die sind alles andere als alltäglich. Dann gibt es Rollenspielbücher, die ebenfalls mit allen gewohnten Standards brechen. Und dann gibt es die deutsche Ausgabe von “Gatsby and the great race” – “Gatsby und das große Rennen” – die beide Aspekte vereint: ein äußerst ungewöhnliches Szenario in einem ungewohnten Format. Auch, wenn das Werk noch relativ neu ist, so ist doch von offizieller Seite längst ausverkauft und wird auf EBay zu einem hohen Kurs gehandelt. Doch lohnt sich die Anschaffung überhaupt? Meine persönliche Meinung zu diesem Thema möchte ich in den nächsten Zeilen darlegen.

Inhalt

Bevor wir uns mit der Verarbeitung und Aufmachung beschäftigen, wollen wir doch erst einmal besprechen, was sich überhaupt zwischen den schick designten Buchdeckeln befindet. “Gatsby and the great race” ist ein im englischen im Reihe der “M.U. Monographs” veröffentlichtes Szenario. In dieser Reihe veröffentlich Chaosium letztendlich Fanmaterial, das vom Verlag nur noch grob regidiert wird und ansonsten in der Hand der Fans liegt. Für die deutsche Übersetzung wurde das Material umfangreich überarbeitet, ergänzt und erweitert – so bringt es die deutsche Ausgabe auf 184 Seiten im Vergleich zu den 120 englischen.

Die eigentliche Handlung des Szenarios ist kurz und wäre rasch erklärt – allerdings ließen sich kaum Spoiler vermeiden. Es genügt zu sagen, dass die Spieler als Gäste bei einer Gartenparty des Hausherren Julian Gatsby eingeladen sind. Während sie gespannt einem Reporter im Radio lauschen, der ein Pferderennen kommentiert, verläßt sie ihr Gastgeber, um kurz zu telefonieren… mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Neben der Beschreibung der eigentlichen Handlung setzt sich das Buch noch aus drei weiteren Teilen zusammen: zwei Teile beschäftigen sich mit den verschiedenen Möglichkeiten, das Szenario zu spielen. Einmal wird die “normale” Tischversion mit einer Rollenspielgruppe erläutert. Das andere Kapitel aber setzt sich mit der eigentlichen Besonderheit des Szenarios auseinander: der Multi-Gruppen-Variante. “Gatsby” ist darauf ausgelegt, mit mehreren Spielleitern und Spielgruppen gleichzeitig zu funktionieren und stellt einige sehr interessante Ideen, Konzepte und Regelmechanismen vor, um ein wahrlich beeindruckendes, an LARP gemahnendes Spielererlebnis zu ermöglichen. Das letzte, umfangreichste Kapitel liefert dann die nötigen Spielmaterialien: Handouts, Pläne, Photographien und wahnwitzig viele vorgefertigte Spielercharaktere.

Der deutschen Ausgabe liegt ausserdem noch eine CD-Rom bei, die neben dem Szenario als PDF auch gleich noch schick aufgemachte Handouts, Tonnen von Bildmaterial, zeitgenössische Musik und sogar Tonspuren für das Pferderennen, dem die Spieler lauschen können, mitliefert.

Aufmachung

Die Aufmachung von “Gatsby und das große Rennen” ist schlicht und ergreifend bombastisch. Ein dicker A5-Hardcover-Brocken in edelstem Design, in einer ungewöhnlich türkisen Färbung. Dazu ein blass-durchsichtiger Schutzumschlag, sogar an ein Lesebändchen wurde gedacht. Das Layout ist bewußt schlicht und damit unglaublich elegant. Die geschwungene “Cthulhus Ruf”-Schrift ziert alle Überschriften, die weitere Schrift ist groß und hervorragend lesbar. Das Papier ist unglaublich dick und sorgt für höchste Stabilität und eine hervorragende Haptik. Das Buch ist nur wenig bebildert, doch das macht die Zusatz-CD wieder wett.

Man merkt jeder einzelnen Seite das Herzblut an, dass in dieses Projekt geflossen ist. Insbesondere die Bonus-CD-Rom enthält Schmankerl für jeden begeisterten Cthulhisten. Großartig.

Kritik

Das Spielmaterial ist vorbildlich aufbereitet, das Buch von beeindruckender Materialqualität und dank der CD-Rom läßt auch die Materialfülle keine Wünsche offen. Dennoch bin ich von dem Buch nicht 100%ig überzeugt.

“Gatsby und das große Rennen” entfaltet seine Wirkung eindeutig in der Multi-Gruppen-Variante, wo das Szenario auf bis zu 24 Spieler und 8 Spielleiter ausgelegt ist. Sicher macht es auch schon mit 12 Spielern und 4 Spielleitern viel Spaß. Es gibt einige Berichte zu den sehr erfolgreichen und von vielen Spielern bejubelten “Gatsby”-Runden, die nicht zuletzt im Rahmen der DCC stattfanden. Ich habe diese legendären Veranstaltungen nicht besucht, doch ich glaube – nicht zuletzt nach der Lektüre des Buches – dass sich viele tolle Dinge mit dem Plot und dem Material anstellen lassen.

Aber: die Handlung des eigentlichen Szenarios ist dünn. Es lebt eigentlich ausschließlich von den Aktivitäten der Spieler, ohne viel Eigendynamik zu entwickeln. Das mag ein Vorteil sein, kann bei einer wenig enthusiastischen Gruppe aber rasch zum Rohrkrepierer werden. Auch die Konsequenzen bestimmter Handlungen werden nur nebulös behandelt – die Einbindung cthuloider Schrecken obliegt sogar komplett dem Spielleiter. In der Einzelgruppenvariante gäbe es einige Szenarien, die ich dem “Gatsby” vorziehen würde.

Fazit

Ein Fazit. Was bleibt? Ein aussergewöhnliches Multi-Gruppen-Szenario in einer ausserordentlich vornehmen und hochwertigen Aufmachung mit tollen Extras und hervorragender Verarbeitung. Als Einzelgruppenszenario ist mir der “Gatsby” allerdings zu dünn. Und so muß wohl jeder die Frage für sich beantworten, ob er genügend Spieler für die spannende Variante zusammenbekommt, oder ob er mit dem “Gatsby” nur ein – wenn auch ausgesprochen edles – Sammlerstück für das Bücherregal erwirbt. Ich verzichte bei diesem Werk auf meine übliche Sterne-Wertung, sind doch die beiden Varianten zu verschieden, um eine faire Durchschnittswertung zu ermöglichen.

Meine SPIEL 2014

Hallo zusammen,

dieses Jahr hatte ich – mal wieder – geplant, die Spielemesse nicht zu besuchen. Wie so oft kommt es anders, als man denkt. Also schwang ich mich doch am Samstag morgen des vergangenen Wochenendes in meinen fahrbaren Untersatz und machte mich auf den Weg nach Essen – in die “heiligen Hallen” der größten Spielemesse Europas.

Während ich früher tatsächlich nur zum Einkaufen die Spielemesse besuchte, wollte ich dieses Mal etwas mehr Kommunikation betreiben. Immerhin hatte ich in den vergangenen Monaten für den Ringboten die Gelegenheit, das eine oder andere Interview mit Machern aus der Szene durchzuführen und wollte nun die Gelegenheit nutzen, mich am einen oder anderen Stand vorstellig zu machen.

So eröffnete ich den Tag dann auch mit einer Audienz der besonderen Art, konnte ich doch im VIP-Bereich des Pegasus-Standes – ein wirklich schick gemachtes Areal – einen kurzen Plausch mit Cthulhu-Chefredakteur Heiko Gill höchstselbst halten. Er trug seine aus vielen DORP-TV-Interviews bekannte und beliebte Totenkopf-Krawatte, war in fröhlicher Plauderstimmung und wir hatten ein sehr nettes Gespräch über das aktuelle Cthulhu-Produktportfolio und die Dinge, die da möglicherweise kommen mögen.

Fortan durchstreifte ich das ehemals als “Halle 6″ bekannte Rollenspielareal Halle 2. Hier hatte ich im Laufe des Vormittages Gelegenheit, ein ausführliches Gespräch mit Ulrike Pelchen von der Redaktion Phantastik zu führen – nicht nur, über deren neueste Veröffentlichung für Private Eye, Spur ins Dunkel, sondern auch über die kommende Publikation Wolsung. Mehr dazu findet sich übrigens ebenfalls bald beim Ringboten – wen es interessiert.

Da nicht jede vorab in aller Eile getroffene Verabredung eingehalten werden konnte, ging es anschließend darum, “Loot” einzusammeln. Und folgende Produkte finden sich damit seitdem auf meinem “Zu-Lesen”-Stapel:

  • Wolsung – Trailer-Set für Schnellstarter
  • Private Eye – Spur ins Dunkel
  • Die neueste Ausgabe der Mephisto (Totgesagte leben eben doch länger!)
  • Warmachine – Legends (die Warmachine-Bücher sind grandios illustriert und regen ungemein die Phantasie an!)
  • Warhammer 40k – Index Astartes IV (aus der Grabbelkiste)
  • DnD 4E – Monster Manual (da ich mich gerade für den Ringboten mit DnD5 beschäftige, wollte ich meine “Allgemeinbildung” ein wenig erweitern und mich auch mit der Vorgängerversion beschäftigen. Das Monster Manual habe ich auch aus der Grabbelkiste gezogen, aber es wirkt auf mich umfangreich aber wenig inspirierend. Schade.)
  • Und um auch cthuloides im Gepäck zu haben: zwei wunderschöne “Elder-Sign”-Würfel von Chessex

Insgesamt bin ich mit meinem Messebesuch sehr zufrieden. Es waren nette Gespräche und meine Sammlung hat einige interessante Ergänzungen erfahren. Wie war Euer Besuch?

Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos: ein kleiner Feedbackspiegel

Hallo zusammen,

Vorderseiteseit Anfang Oktober ist das Ergebnis meines NSC-Wettbewerbs, der Quellenband “Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos”, lieferbar. Die Bestellseite findet sich oben hier auf meinem Blog. Ich kann stolz – und auch ein wenig erleichtert, immerhin bin ich komplett in Vorkasse getreten – verkünden, dass der noch hier bei mir liegende Bücherstapel den Titel “Restmenge” wohl verdient hat. Es sind nicht mehr allzu viele Exemplare vorhanden.

Bereits bei der Ankündigung des Produktes habe ich darum gebeten, möglichst viel Feedback zu erhalten. Im Forum sind einige User dieser Aufforderung bereits gefolgt. Ich möchte nun ein wenig dieses Feedbacks hier wiedergeben – nicht zuletzt auch, um unentschlossene Käufer zu motivieren :-).

So schrieb User Raven2050:

Meine Meinung: Es ist ein tolles Produkt, welchem man das Fanblut, die liebevolle Arbeit und die Kreativität der Macher ansieht. Ich kann nur sagen “Respekt und vielen Dank an die Verantwortlichen für euer Engagement!”

Übrigens hat mir der Noir-NSC gestern Nacht ein Dauergrinsen ins Gesicht gezaubert. Eine schöne Art von “Comic relief”, welche ich ganz sicher mal nutzen werde…. ;-)

Kürzer, aber nicht weniger erfreulich für mich, fasste sich User Dis Pater:

Erster Eindruck: Sowas hab ich mir immer schon gewünscht.

Auch User Studer hat sich geäußert:

Fazit: Wunderbar – ein echter NSC-Steinbruch!

Wieder etwas umfassender ist der Text von User Grannus:

Ich finde diese Sammlung gelungen und hoffe, dass sich das ganze Prozedere mal wiederholen lässt. Von der Papierdicke zur Schrift kann ich sagen, dass sie mir zusagt und ich das als eine schöne Abwechslung zu anderen, typischeren Designs epmfinde. Vielleicht werden es das nächste Mal noch mehr NSC. Ein paar werde ich auf jeden Fall nutzen…

Hier die Meinung des Forenusers fnord:

Das Produkt ist super. Die Buchqualität, Schriftbild, Layout und Bebilderung sind gut und wer könnte bei einem Preis von 2,50 € überhaupt was sagen.

Ich bin noch hin und her gerissen, ob ich es mich stört, dass fast jeder NSC – Serienmörder, Irrer oder mit Magischen Wissen gesegnet ist. Andererseits ist ein Buch mit den Hintergründen des Hausmeisters, dem Klempner und der Sekretärin kein wirklicher Anreiz. Diese Figuren sind allerdings gut geschildert und jeder wohl ein eigenes Abenteuer wert.

Der allgemeine Teil über Rolle und Funktion des NSC als Solchem weiß auch zu gefallen.

Besonders schön: Der Tod, auch bekannt als Redakteur der fabelhaften Zeitschrift “Cthulhus Ruf” hat sich die Mühe einer kompletten Rezension gemacht. Sein Fazit:

Zum Fazit.Lohnt sich „Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos“ also? Kurze Antwort: Ja.
Für den Preis eines Biers (+Versand/Trinkgeld) gibt es hier nicht nur ein unterstützenswertes Fanprojekt, sondern auch schlicht und ergreifend eine Spielhilfe, die sich nicht vor der „Konkurrenz“ zu verstecken braucht. Mein Tipp um die kleineren Schwächen des Bands zu umgehen: Greift euch einen Nichtspielercharakter heraus, der euch besonders gefällt, und strickt ein komplettes Abenteuer um ihn/sie und seine Geschichte! Einige hätten genau das verdient.

Seine komplette Rezension findet ihr HIER.

Positives Feedback ist eine tolle Sache, doch Meinungen jedweder Art sind wichtig und werden gern angenommen. Habt Ihr den Band vielleicht schon gelesen und wollt Eure Meinung loswerden? Dann immer her damit! Es gibt einen Diskussionsfaden im Cthulhu-Forum, Ihr könnt direkt hier im Blog kommentieren oder mir einfach eine E-Mail schreiben. Ich freue mich über jede Anregung!

Ein paar News (XXVI)…

…rund um das Thema cthuloides Rollenspiel. Die Newsmeldungen gehen hier relativ selten an den Start, wie ich feststelle – aber die Publikationsgeschwindigkeit in Deutschland ist ja auch nicht so wahnsinnig hoch :-). Whatever, schauen wir mal, was es Neues auf dem cthuloiden Büchermarkt gibt.

Erschienen: Düstere Orte

Düstere OrteBereits zur Spielemesse am vergangenen Wochenende erschien der neue Quellen- und Abenteuerband “Düstere Orte”. In der Beschreibung dazu heißt es:

Die Charaktere halten sich bei der Erforschung des Cthulhu-Mythos nicht selten an Orten auf, an denen nur die wenigsten länger verweilen möchten. Es sind windschiefe Häuser, modrige Geheimgänge, Orte schrecklicher Verbrechen, verlassene Fabriken, finstere Wälder, Richtplätze oder abgelegene Sanatorien.

In der Vergangenheit waren diese Orte oft nur eine Kulisse. Dieser Band macht deshalb dieses Element im Leben der Charaktere zum Kernthema: Düstere Orte. Was macht einen Düsteren Ort überhaupt aus? Sind es die Bewohner, die Stimmung des Ortes oder seine blutige Geschichte? Gibt es gar Orte, die selbst böse ist?

Der Quellenteil stellt eine Reihe spielbarer Düsterer Orte vor und erklärt, wie man selbst solche Plätze erschaffen kann.

Sechs Abenteuer rücken für die 1920er Jahre Düstere Orte ins Zentrum der Geschichte. Die Charaktere stoßen auf einen seltsamen See in Schottland, eilen einem Freund in einem maroden Sanatorium zu Hilfe und werden Zeuge des Widernatürlichen auf einem alten Friedhof. Sie hören die Schreie getöteter Tiere in einem längst stillgelegten Schlachthof, stoßen auf allerhand Absonderlichkeiten in einem dunklen Dorf und reisen sogar bis zu den Sternen.

Ich hatte für den Ringboten die Gelegenheit, zu diesem Band einige Zeilen mit Chefredakteur Heiko Gill hin- und herzumailen. Folgendes gab er zu dem Band zu Protokoll:

Ringbote: Heiko, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein paar kurze Fragen nimmst. „Düstere Orte“ soll mit den stereotypen „Geisterhäusern“ aus der langjährigen, cthuloiden Geschichte aufräumen und individuelle, stimmungsvolle Spuk- und Horrorortschaften vorstellen. Wie lange haben die Arbeiten an dem Band angedauert?

Heiko Gill: Die Idee hatten wir bereits deutlich früher, aber die konkreten Arbeiten begannen vor etwa 15 Monaten. Die Zeit hat es letztlich dann auch gebraucht.

Ringbote: Was erwarten den Leser in dem Band? Angekündigt sind gleich sechs neue Abenteuerszenarien. Handelt es sich um deutsche Eigenkreationen oder sind übersetzte Werke von Chaosium mit dabei? Wer sind die Autoren?

HK: Der Band besteht aus einem Quellenteil, in dem sechs konkrete – sehr unterschiedliche – „Düstere Orte“ beschrieben werden, vor allem aber wird beleuchtet, was einen solchen überhaupt ausmacht und wie man ihn als Spielleiter selbst erschaffen kann. Es gibt dafür gewissermaßen eine Art „Baukastensystem für Jedermann“. Zu jedem der beschriebenen Orte gibt es ein Abenteuer, diese sind alle neu von deutschen Autoren verfasst worden (also keine Übersetzungen dabei; es gibt auch ansonsten keine übersetzten Inhalte).

Die Abenteuer stammen von Friederike Schild & Dominik Wagner, Kaid Ramdani, Ralf Sandfuchs, Sascha Hillenbrand, Sebastian Weitkamp und Stefan Franck. Das ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Mischung zwischen cthuloiden Urgesteinen und frischem Blut des „Cthulhu“-Teams.

Der gesamte Artikel rund um die Pegasus-Neuveröffentlichungen findet sich übrigens HIER.

PDF-Neuveröffentlichung: Innsmouth und Sturm auf Innsmouth

Frisch im PDF-Shop angekommen sind die beiden Lovecraft-Country-Bände zum Thema Innsmouth:

Ausblick 2014/2015

Im Cthulhu-Forum gab Heiko Gill darüber hinaus einen Ausblick auf die demnächst anstehenden Publikationen. Ich zitiere aus dem Beitrag:

Dies erwartet uns noch 2014:

1) Berge des Wahnsinns – Sammelband – dazu steht bereits unter den Neuigkeiten so viel, dass ich mir weitere Ausführungen dazu erspare.
3) 2 einzelne Gaslicht-Abenteuer jeweils als PDF (4. Quartal)
5) noch ca. 2 weitere Pdfs des Cthuloide Welten Archiv (d.h. Abenteuersammlungen aus der CW). Da sind wir inzwischen weit gekommen, aber es ist noch Luft.

Dies ist in der Produktion und erwartet uns definitiv 2015:

1) Cthulhu Edition 7 – das Grundregelwerk, mit dem man alles machen kann.
2) Edition 7 Spieler-Kompendium – die Ergänzung mit weiteren Infos speziell für Spieler.
3) 2 Abenteuersammlungen mit je 3 Abenteuern für die Edition 7 (geplant: Softcover)

In der Produktion sind zudem (bereits für die Edition 7):

1) Königsdämmerung (das ist die Übersetzung von Tatters of the King)
2) Prag (wie man schon erahnen kann, ein Städteband; das Konzept könnte an das von Gaslicht erinnern)
3) Unheimliche Unterwelt (Schwerpunkt: Verbrecher und Verbrechen, USA, 1920er bis in die 30er)

Insbesondere die angekündigten Abenteuersammlungen im Softcovergewand wecken echte Vorfreude in mir! Schnell spielbereites Material zu machbarem Preis im Softcover-Gewand – da hat Shadowrun einiges vorgelegt. Freut mich, dass es dort scheinbar so gut lief, dass es auch für Cthulhu eine Option wird!

Angekündigt: Cthulhus Ruf 6

Titel_CR_06Die nächste Ausgabe der CR steht – endlich – ins Haus. Zum 01. November soll das gute Stück erscheinen. Besonders aufregend für mich – ich durfte dieses Mal das Material für das beiliegende Archiv-Heft beisteuern:

Das beiliegende Extraheft, Archiv #6, trägt den Titel Das Geisterhaus-Projekt – Eine cthuloide Mockumentary. Passend zum Pegasus-Band „Düstere Orte“ liefert André „Seanchui“ Frenzer ein Mini-Kampagnensetting für Cthulhu NOW rund um ein wagemutiges Filmteam und die Spukhäuser Irlands.

Alle weiteren Infos findet ihr HIER.

Habe ich noch etwas vergessen? Dann wie gehabt ab damit in die Kommentare!

Cthuloide Location: Lalibela

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Der Karneval der Rollenspielblogs beschäftigt sich in diesem Monat mit dem Thema “Orte und Locations“. Danke an den Blechpiraten für die Organisation.

“Orte und Locations” ist ein großartiges Thema. Mir war also bereits früh im Monat klar, dass ich unbedingt einen Beitrag zum diesmonatigen RSP-Karneval verfassen wollte. Während ich allerdings weite Teile meiner Freizeit fleißig mit dem Eintüten von Büchern und dem Beschriften von Umschlägen verbringe (ich berichtete), habe ich mir viele Gedanken um einen potentiellen Artikel gemacht. Ich habe es an dieser Stelle vielleicht schon einmal erwähnt – falls nicht, so hole ich das jetzt nach: ich bin kein rechter Freund von Zufallstabellen.

Auch sähen “Cthuloide-Orte”-Zufallstabellen immer irgendwie seltsam aus…

W6-Tabelle: Wohin führt das magische Fenster?
1 – Gharne
2 – Rlyeh
3 – N’kyan
4 – Yuggoth
5 – Carcosa
6 – Leng

Ich weiß nicht recht… diese cthuloiden Stätten sind doch viel zu speziell, um in einer Zufallstabelle zusammengepfercht zu werden. Doch “typisch-cthuloide” Locations sehen in einer Tabelle nicht wirklich besser aus:

W6-Tabelle: Wo erwachen die Investigatoren nach einer Nacht des Wahnsinns?
1 – auf freiem Feld
2 – in einer Grabkammer
3 – in einer Bibliothek
4 – in ihren eigenen Betten
5 – in einem heruntergekommenen Hotel
6 – hinter dem Steuer ihres Wagens

Allesamt Orte, die in vielen cthuloiden Szenarien eine Rolle spielen. Doch irgendwie mag bei mir der rechte Funke nicht überspringen, wenn ich so auf die Tabellen schaue. Stattdessen habe ich mich entschieden, eine reelle Location vorzustellen und ihr in der Beschreibung einen cthuloiden Anstrich zu verpassen. Vielleicht inspiriert es ja den Einen oder Anderen.

Lalibela

Inmitten der äthiopischen Berge schlugen unbekannte Steinmetze vor über 800 Jahren mehrstöckige Kirchenhäuser aus dem dort vorherrschenden Lavagestein. Bis heute ist in den Schatten der Jahrhunderte verloren gegangen, wie die mittelalterlichen Handwerker mit einfachen Meißeln diese gewaltigen Monolithen schaffen konnten…

Geschichte. Im Jahre 1187 eroberten die Araber unter Saladin das heilige Jerusalem. Der Legende nach verfügte Kaiser Lalibela daraufhin, Jerusam am Horn von Afrika “aus einem einzigen Stein” neu erstehen zu lassen. Elf aus rotem Basaltstein herausgemeißelte Kirchen entstanden so im 12. und 13. Jahrhundert. Die meisten sind mehrgeschossig, und viele sind monolithisch aus einem einzigen Stein herausgehauen. In der “Ber Golgotha” findet sich das Grab Kaiser Lalibelas. Noch heute ziehen die Kirchen orthodoxe Pilger an, die hier ein zweites Jerusalem verehren.

Rätsel. Was besonders beeindruckt: nahezu alle Inneneinrichtungen, Wandgestaltungen oder andere Dekorationen sind von Hand aus großen Monolithblöcken herausgemeißelt worden. So wurden in den Treppen oder Fenstersimse, Säulengänge und Torbögen aus dem Fels herausgearbeitet. Das Wissen um die so perfekte Bearbeitung von derart gewaltigen Monolithen ist längst verloren gegangen. Und so wundert es nicht, dass die Legende umgeht, Engel sollen am Bau beteiligt gewesen sein – der Mensch alleine kann Derartiges nicht schaffen…

Der Mythos. Natürlich waren mitnichten Engel am Bau der gigantischen Steinkirchen beteiligt. Ja, es waren nicht einmal Menschen. Tatsächlich sind die monolithischen Bauwerke von Wesen errichtet worden, die den Mythoskundigen als “Große Rasse von Yith” bekannt sind. Diese fremde Rasse errichtete gigantische Basaltstädte überall, wo sie sich niederließen. Doch vor unvorstellbaren Zeiten kam es zum Krieg mit einer als “Flugkraken” bekannten Rasse, aus dem die Große Rasse als Sieger hervorging. Doch während es ihnen gelang, die Flugkraken in ihrer Stadt im späteren Australien zu stoppen und auf Ewigkeiten einzukerkern, so gab es doch im Laufe des Krieges Vorposten, die sie aufgeben mussten. Das heutige Lalibela ist einer dieser Vorposten, erschaffen von der Großen Rasse und erobert von den Flugkraken. Alle elf gigantischen Gotteshäuser, in denen die Menschen nur ihre christliche Symbolik hinterließen, besitzen Eingänge in ein unterirdisches Tunnelsystem. Wer sich hierher vorwagt, mag nicht nur auf die Bibliothek der Großen Rasse stoßen, die schier unermessliches Wissen birgt – im Gegensatz zu anderen Teilen der Erde sind die Flugkraken hier frei und vermögen ungebetenen Besuch gebührend zum empfangen…

Die Investigatoren. Es gibt einige einfache Möglichkeiten, die Investigatoren nach Lalibela zu locken. Sind sie vielleicht Janobiten? Ideal, denn die Suche nach dem Wissen um die Entstehung der Basaltkirchen wird sie voran treiben. Vielleicht ist es aber auch ein “zufälliger” Sturm in den äthiopischen Bergen, der die Charaktere – eigentlich nur auf der Durchreise – hier stranden läßt. Oder ein Freund ™, der Lalibela als Pilger besuchen wollte, kehrt völlig verstört oder auch gar nicht mehr von seiner Wallfahrt heim. Was ist ihm geschehen?

Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos: Was für ein Wochenende

Hallo zusammen,

Vorderseitevor wenigen Tagen konnte ich an dieser Stelle verkünden, dass der NSC-Band “Statisten im Angesicht eines grausamen Kosmos” lieferbar ist.

Als erster Zwischenstand: Über das verlängerte Feiertagswochenende hat mich eine unglaubliche Anzahl Bestellungen erreicht. Ihr seid nicht nur wahnsinnig, ihr seid geradezu cthuloid :-). Danke dafür! Das hat nun zwei Dinge zur Folge:

1. Da wirklich ein Riesenhaufen Bestellungen nahezu zeitgleich eingegangen ist: seht es mir bitte nach, wenn Ihr ein paar Tage auf Euer Buch warten müsst. Ich packe und beschrifte am Fließband!
2. Wer noch zögert, zaudert und sich fragt, ob er mit einem fanproduzierten NSC-Band zum Einkaufspreis WIRKLICH etwas anfangen kann, dem sei gesagt: zögere nicht zu lange. Bereits über die Hälfte der verfügbaren Bücher sind vorbestellt.

Ich bedanke mich bei Euch!

Beste Grüße
Seanchui

PS: Da hier ja bald die nächsten Blogeinträge mit anderen Themen folgen werden und sollen: ich habe eine Seite “Bestellung” eingerichtet, auf der Ihr alle wichtigen Informationen zum Bestellvorgang findet.